Was war eher da – Ei oder Henne? Was besagt dieses Paradox?

Was war eher da - Ei oder Henne? Was besagt dieses Paradox?

Was war eher da – Ei oder Henne? Dies ist ein volkstümliches Scherzrätsel, das nach üblicher Sichtweise keine Auflösung hat.

Das Rätsel erscheint als Paradox. Ohne Ei, aus dem eine Henne schlüpfen kann, keine Henne. Und ohne Henne, die Eier legt, kein Ei. Was ist richtig? Was ist die Wahrheit? Kann es nur eins von beidem sein?

Der Grund „an sich“

Es ist die gängige Annahme, es gäbe einen letzten Grund für alles. Jede Kausalkette, nimmt man (zu Unrecht) an, habe irgendwo ein Ende. Das lässt die Frage „Was war eher da – Ei oder Henne?“ wie eine normale Frage erscheinen. Müsste sich nicht sagen lassen, was der wirkliche Grund ist? Ist der Grund für die Henne nun das Ei, oder umgekehrt?

Die Antwort liegt in uns

Doch, wie letztlich bei jeder Kausalkette, ist es an uns, die Wirklichkeit erst zu definieren. Ein Ende der Kausalketten ließe sich nie im Äußerlichen finden – sie erscheinen unendlich, wenn man immer weiter denkt. Und so ist auch die Kausalkette der Frage „Was war eher da – Ei oder Henne?“ unendlich – es fehlt der eindeutige Anfangspunkt.

Bis wir selbst einen Anfangspunkt setzen.

Man könnte die Frage „Was war eher da – Ei oder Henne?“ wissenschaftlich behandeln, und festlegen: In der Evolution wird an einem bestimmten Punkt aus einem Urvogel ein Huhn – die Henne war zuerst da. Oder: Das erste Auftreten der neuen Art Huhn war ein Ei …

Oder aber, das wäre die dritte Sichtweise (die des Paradoxons): eine Lösung ist unmöglich.

Die Welt als Kontinuum

Ist hier eine andere Weltsicht gefragt? Es scheint so.

Der Spirealismus als Gegenentwurf zum Materialismus vermutet von vorn herein nicht, dass es DIE Welt fertig in einem Außen gibt. Also DIE Welt in einer Form, so dass für uns bereits Gründe und Informationen fertig in einem Außen zur Verfügung stünden – zum Abruf bereit, so dass man sich fragen könnte: Hat sich die Natur das Paradox von Henne und Ei vielleicht nicht richtig überlegt?

Den Menschen sieht der Spirealismus nicht als Beobachter der Schöpfung, sondern als Element der Schöpfung. Der Mensch ruft den Grund nicht aus Äußerlichem ab, sondern erschafft ihn. Die Fragen die er stellt, und die Antworten, die er findet, sind Teil der Schöpfung. Das bedeutet, die Festlegungen sind nicht schon da, sondern sie kommen aus den Elementen – uns.

Die gewinnbaren Informationen sind uns unendlich, ähnlich wie einer Quelle, der das Sprudeln des Wassers aus ihr wie eine Unendlichkeit erscheinen muss. Die Quelle – das sind in diesem Gleichnis wir selbst – die Menschen. Festlegungen zu finden ist etwas, mit dem wir kein Ende finden können.

Nur wenn die Quelle voraussetzt, in diesem Wasserstrom (der doch aus ihr kommt), seien Anfang und Ende zu finden – dann wird ihr ihre Welt paradox erscheinen.

Spruchbild: Nicht "unser" Denken im Gehirn erzeugt Realität - das Denken geht nicht von unserem Gehirn aus, sondern umschließt und erschafft uns. Ebenso wenig erzeugt eine Quelle Wasser. In einer Quelle tritt Wasser nur zu Tage.
Spruchbild: Nicht „unser“ Denken im Gehirn erzeugt Realität – das Denken geht nicht von unserem Gehirn aus, sondern umschließt und erschafft uns. Ebenso wenig erzeugt eine Quelle Wasser. In einer Quelle tritt Wasser nur zu Tage.

 

Siehe Artikel nihil fit sine causa – Nichts geschieht ohne Grund 

Siehe Artikel Was ist Objektivität?

 

Was war eher da – Ei oder Henne? Was besagt dieses Paradox? was last modified: Februar 8th, 2016 by Henrik Geyer