Was ist unendlich? Nachdenken über das Endliche und die Unendlichkeit

Spireo Unendlichkeit Spruchbild Die Menschheit ist ein Fluss

Kann ein Science Fiction Film aus den 50er Jahren Grundlage einer Meditation über Unendlichkeit sein? Warum nicht!

Klein bis in die Unendlichkeit: Für Gott gibt es kein Nichts. Für Gott gibt es nicht Endliches

Der Film  um den es hier geht, heißt „Die unglaubliche Geschichte des Mr. C.“, Regie: Jack Arnold. Es handelt sich um eine starke Geschichte von Richard Matheson, der so eindrucksvolle (und viel verfilmte) Werke schuf wie „I am Legend“.

Kurz worum es geht: Mr. C gerät während eines Familien-Ausfluges in eine Wolke, die sich als Strahlungswolke herausstellt. 50er Jahre typisch haben es diese geheimnisvollen Strahlen an sich, daß Mr. C. zu schrumpfen beginnt.

Zunächst fällt ihm das gar nicht weiter auf, doch dann passen ihm seine Jacken und Hosen nicht mehr richtig. Endgültiger Beweis für seine körperlichen Veränderungen ist ein Röntgenbild seines Arztes.

Mister C schrumpft weiter. Bald findet man ihn auf einem übergroßen Sofa liegend, mit viel zu großen Sachen bekleidet.

Mister C macht sich natürlich gehörig Sorgen, aber er wird in den schwerer werdenden täglichen Verrichtungen durch seine ihn liebende Frau unterstützt.

Mister C schrumpft weiter. Bald zieht er um, in ein Kinder-Spielzeughaus, das im Wohnzimmer der Familie aufgestellt wird. Sehr eindrucksvoll filmisch umgesetzt, auch mit der Tricktechnik der 50 er Jahre, wie die riesenhafte Ehefrau und er – vom Eingang seines Spielzeughauses aus – mit einander sprechen.

Schrumpfen bis in die Unendlichkeit - Die unglaubliche Geschichte des Mr. C.
Die unglaubliche Geschichte des Mr. C. Spielfilm von 1956
die Hauskatze wird zur Bedrohung

Mister C schrumpft weiter. In dem Maße, in dem er körperlich aus der Welt seiner Frau verschwindet, taucht seine Frau als Partnerin immer weniger in seinem Leben auf. Logischerweise werden andere Gegenstände und Lebewesen für ihn interessant und wichtig. Seine Katze wird nun zum gefürchteten Geger für Mr. C.

Mister C schrumpft weiter. Durch einen dummen Zufall gerät er in den Keller des Hauses und kann nur nicht mehr in die Welt seiner Familie zurück. Erst ist zu klein um die Treppenstufen zu erklimmen, und seiner Frau kann ihn nicht hören, wenn er unten auf dem Kellerboden stehend, schreit und ruft. Er kann auch nicht aus dem Keller heraus, denn vor den Kellerfenstern sind Drahtgitter gespannt, die Kleintieren den Zugang zu dem Keller verwehren sollen.

Mister C ernährt sich von Brotkrümeln die er findet, und die für ihn so groß sind wie Fußbälle. Die im Keller lebenden Insekten werden jetzt für ihn zu Feinden, insbesondere eine riesenhaft erscheinende Spinne. Er nutzt Gebrauchsgegenstände, die im Normalleben winzig und unbedeutend sind, wie beispielsweise eine Stecknadel, die ihm als Schwertersatz dient.

Gegen Ende des Filmes hat er viele lebensbedrohliche Situationen gemeistert, wichtige Kämpfe erfolgreich überstanden. Hollywoodtypisch käme an dieser Stelle ein Happy End, beispielsweise: Mr. C. stellt fest, er wächst wieder.

Aber nein: wie in Trance geht Mr C zum Kellerfenster und überwindet mühelos das Drahtgitternetz, das ihn die ganze Zeit im Keller festgehalten hat und dafür gesorgt hatte, daß er den Keller nicht verlassen konnte und den Kampf mit der Spinne auszustehen hatte. Er kann durch das Gitternetz schlüpfen, das bedeutet. Er ist weiter geschrumpft und wird wohl auch immer weiter schrumpfen.  Ein spannender, ratloser und atemloser Moment, eine lebenswichtige Hoffnung ist genommen – zugleich das Ende des Filmes.

 

Ausgehend von den existenziellen Fragen, denen er sich aufgrund seines Schrumpfens stellen musste (sonst würde er womöglich zufrieden und gefahrlos im Obergeschoss auf der Couch liegen, hätte aber auch keinerlei Erkenntnisse), wird ihm eine tiefe Weisheit über das Universum und die Welt zuteil. Eine Erkenntnis über Unendlichkeit.

Der Film endet mit einer wundervollen, visionären Sequenz…..

Der Film ist eine Metapher für die Relativität unseres Daseins, und wie sich Wesen und Inhalt unserer Welt verschieben, wenn sich etwas Grundlegendes ändert. Er wirft Fragen auf, wie: was ist dem Kleinsten und dem Größten gemeinsam, da beides für uns unerreichbar scheint. Treffen sich die Enden der Unendlichkeit tatsächlich in einem gigantischen Kreis, einem gigantischen, alles einenden System, das alles erklärt?

Für Gott gibt es kein Nichts: die Kämpfe, das Wesen der Welt die einen umgibt, haben mit dem eigenen Wesen zu tun (im Film mit der zunehmenden Winzigkeit Mr. Cs). Nichts ist unbedeutend, was wir in unserer, der uns eigenen Welt, finden.  Und: vor Gott gibt es nichts Kleines, da es keinen prinzipiellen Unterschied der verschiedenen Größenordnungen gibt. Die Unendlichkeit entsteht aus uns Menschen.

Die Menschheit ist ein Fluss des Lichtes, der aus der Endlichkeit zur Unendlichkeit fließt. (Khalil Gibran)

 

Noch mehr Spruchbilder

Zwei Dinge sind unendlich
Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit, aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.
Albert Einstein

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Ich hatte bisher in den begrenzten,

menschlichen Konzeptionen gedacht.

Ich hatte die Natur beurteilt..

 

Daß die Existenz beginnt und endet,

ist ein menschliches Konzept..

..nicht das der Natur.

… Kleiner als das Kleinste –

habe auch ich eine Bedeutung!

Für Gott gibt es kein Nichts.

 

Was ist unendlich? Nachdenken über das Endliche und die Unendlichkeit was last modified: Dezember 15th, 2015 by Henrik Geyer