Viele Welten statt einer Welt – eine philosophische Viele Welten Theorie

Viele Welten statt einer Welt - eine philosophische Viele Welten Theorie

Viele Welten – Viele Welten Theorie – wie kommt man darauf?

Das Denken ist die Realität

In meinem Buch „Alles ist Geist“ legte ich dar, wie ich auf den Gedanken kam, dass die sogenannte Realität nicht an das Vorhandensein äußerlich fester Objekte gebunden ist. Es wurde im Laufe der Zeit zu meiner festen Überzeugung, denn mehr und mehr wurde mir klar, dass die Welt (besser „die Welten“), die wir vor uns sehen, auch erklärbar sind, ganz ohne das materialistische Denken.

Noch einmal kurz zur Rekapitulation: mit „materialistisches Denken“ meine ich die Auffassung, dass wir Menschen feste Materieobjekte in einem Außen beobachten.

Es gibt nicht Objektives

Die Überwindung des materialistischen Denkens hatte die Beobachtung zur Voraussetzung, dass es nichts Objektives gibt.

Das bedeutet in der Konsequenz, dass es keine einzige Auffassung gibt, die in jedem Menschen völlig gleich ist. (Das übrigens lässt wiederum das Wort „Information“ in einem gänzlich neuen Licht erscheinen.)

materialistische Sichtweise

Dass es nichts Objektives gibt, bedeutet, dass in jedem Menschen eine eigene Welt ist. In der materialistischen Sichtweise stellt man sich die Verbindung der Menschen untereinander so vor:

Außerhalb der Menschen ist eine Welt, die beobachtet wird. Und die Menschen tauschen sich in (sprachlichen) Informationen darüber aus, was und wie diese Welt ist. Das ist die materialistische Sichtweise. Doch die materialistische Sichtweise ist widersprüchlich. Auf Spireo.de sind hierzu viele Artikel zu finden. Um ein Beispiel zu nennen: der Materialismus hat die Vorstellung, es gäbe das objektive Außen – kann es aber nicht nachweisen.

spirealistische Sichtweise

Die spirealistische Sichtweise ist, dass es die Kommunikation ist, die den Eindruck entstehen lässt, wird hätten „feste“ Objekte eines Außen vor uns, die jeder sehen müsse. Im Spirealismus ist Kommunikation kein Austausch und keine Übermittlung von Information, sondern ein Erzeugen und eine Abstimmung von Information. Kommunikation ist damit das Wesen unseres Seins. Gemeint ist eine umfassende Kommunikation, nicht lediglich schriftliche, sprachliche oder sonstige menschlich-gesteuerte Kommunikation.

Die Konsequenz des spirealistischen Ansatzes ist die Feststellung, dass es viele Welten gibt, während subjektiv nur eine gesehen werden kann. Die Welten des Fremden können nicht im eigentlichen Sinn begriffen werden, sondern nur integriert, indem sie aus der individuellen Sicht verstanden werden.

Ich denke also bin ich

Die Theorie vieler Welten kann auch ausgehend von dem Satz Descartes „Ich denke, also bin ich“ begriffen werden.

Link zum Artikel Ich denke also bin ich

"Ich denke, also bin ich" vs "Ich bin, also denke ich" Spruchbild Erläuterung, Viele Welten, Viele Welten Theorie
„Ich denke, also bin ich“ vs „Ich bin, also denke ich“

Wie man sieht, hat die materialistische Sichtweise als Denkvoraussetzung, dass wir das Gehirn haben, um die „richtige“ Welt widerzuspiegeln. Diese Denkvoraussetzung hat der Spirealismus nicht. Sondern für ihn entsteht das Gehirn als ein Objekt unter vielen Objekten, aus Denken. Daher ist im Spirealismus mit Denken auch nicht unser uns so selbstverständlich erscheinendes „Gehirn-Denken“ gemeint, sondern ein umfassendes Denken – „Alles ist Geist“.

(Übrigens, nur zum Verständnis – trotz seines Satzes „Ich denke, also bin ich“ ist Descartes keineswegs Spirealist)

Viele Welten Theorie

Spirealismus führt auch zur Feststellung vieler Welten,  verbunden mit der Aussage, dass wir aus systemischen Gründen nicht sagen können, wie genau die fremden Welten „von innen“ aussehen. Denn dem Individuum ist es nur gegeben, eine einzige Welt zu sehen. Dem Spirealismus ist das Individuum selbst Ausdruck, oder anders formuliert, Quelle einer Welt.

Wo sind sie also, die fremden Welten? Die uns fremden Welten fangen gleich im nächsten Individuum an.

Universen vs Multiversen

Das materialistische Weltbild besagt, dass wir in einem Universum leben, das heißt in einem Behälter, in dem alles ist.

Die spirealistische Weltsicht ist, dass wir in einem Multiversum leben, das kein Behälter ist. Denn, anders als unsere Vorstellung von einem Behälter, können wir bei einem Multiversum niemals eine Aussage über dessen Grenzen treffen. Wir selbst sind organisches Element dieses Multiversums, in dem jeder von uns eine bestimmte Sichtweise, wenn man so will ein individuelles Universum, repräsentiert. Im Spirealismus heißt das individuelle Universum „Ich-Universum“. Im Spirealismus gibt es also statt eines Universums viele Ich-Universen.

Siehe auch Artikel Denken erschafft

Viele Welten statt einer Welt – eine philosophische Viele Welten Theorie was last modified: Februar 17th, 2016 by Henrik Geyer