Verantwortung für das, was du dir vertraut gemacht hast

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Du hast Verantwortung für das, was du dir vertraut gemacht hast.Antoine de Saint-Exupéry

Du hast Verantwortung für das, was du dir vertraut gemacht hast… Was bedeutet dieses wunderschöne und vielsagende Zitat von Antoine de Saint-Exupéry?

Im Text

Im Buch „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry? – einem wunderschönen Kinderbuchklassiker – begegnet der kindliche Held, der kleine Prinz, einem Fuchs. Der Fuchs erklärt dem kleinen Prinzen seine Weisheit: die Dinge der Welt, was es auch sei, beispielsweise die Freundschaft zwischen beiden, die Freundschaft eines Jungen zu dem einen Fuchs als nur einem unter tausenden Füchsen … macht den Fuchs und den Jungen füreinander so besonders. Ebenso der Anblick der einen Rose, als einer unter tausenden, macht diese eine Rose zu etwas Besonderem.

 »Adieu«, sagte der Fuchs. »Hier mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.«

»Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar«, wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken.

»Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast, sie macht deine Rose so wichtig.«

»Die Zeit, die ich für meine Rose verloren habe …«, sagte der kleine Prinz, um es sich zu merken.

»Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen«, sagte der Fuchs. »Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine Rose verantwortlich …«

»Ich bin für meine Rose verantwortlich …«, wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken.

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Verantwortung tragen

Verantwortung – d.h. die Fähigkeit und die Verpflichtung, bzgl. einer Sache zu antworten, Zeugnis abzulegen, zuständig zu sein. Ebenso im Englischen: Responsibility – die Verantwortung. Response – die Antwort.

Antworten – wem gegenüber? Vielleicht einer höheren Instanz. Vielleicht dem Schöpfer. Vielleicht dem eigenen Gewissen gegenüber.

Das  Leben wird bestimmt durch das, was man kennt

Was immer wir kennenlernen – das Fremde – es kann uns nie völlig fremd sein. Es enthält immer Anteile von uns selbst, denn wir sehen alles durch die Brille der eigenen Begriffe, also dessen, was wir bereits wissen, was wir kennen, bzw. der Worte über die wir verfügen.

Es ist die Funktionalität unseres Bewusstseins, dass letztlich jeder die ganz eigenen Vorstellungen von der Welt hat (Ich-Universum).

Man kann nicht alles kennen, man kann nicht alles kennenlernen

Unsere Welt endet dort, wo die Aufmerksamkeit endet. Unsere Welt endet dort, wo unsere Zeit endet. Unsere Welt endet dort, wo unsere Begriffe für die Welt enden.

Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.
Ludwig Wittgenstein

Sich dieser Begrenztheit bewusst zu werden, sich des schmalen Grates der Aufmerksamkeit bewusst zu werden, mit der ein jeder die Welt sieht, bedeutet, die Welt, so wie sie sich gerade im Augenblick darstellt, schätzen zu lernen. Sich der Verantwortung bewusst zu werden, Aufmerksamkeit zu schenken. Wem schenkt man sie? Welche Sache, welches Thema ist wichtig genug, dass man damit die kostbare Lebenszeit verbringt?

Umgekehrt bedeutet es Vergebung, Absolution, und damit ein Stück Seelenfrieden: man kann nicht für alles Verantwortung tragen – des Menschen Welt ist begrenzt. Wer klug ist akzeptiert das und weiß es zu nutzen, anstatt daran zu verzweifeln.

Wir Menschen können ohnehin nur kleine Dinge tun. Aber wir können diese kleinen Dinge mit Liebe tun.
Mutter Theresa

Spirealismus

Nebenbei gesagt ist der Grundsatz, dass es nichts Objektives gibt, und dass daher im Umkehrschluss die Dinge aus der individuellen Betrachtung erst ins Entstehen kommen, ein spirealistischer. Insofern erklärt sich das Geheimnis des Fuchses als die Funktionalität unseres Bewusstseins: Wir beurteilen die Dinge immer nur mit den eigenen Begriffen; sie (die Dinge) können uns nie etwas anderes sein, als das Resultat der eigenen Anschauung. Was wir denken, worauf wir uns fokussieren, womit wir vertraut werden – das ist unsere Welt.

Sich dieser Tatsache bewusst zu werden, dazu fordert der Fuchs auf. Ebenso dazu, die Verantwortung zu sehen, was man sich im Leben vertraut macht. „Alles“ kann es nie sein. Was man sich vertraut machen kann, das ist immer nur wenig, ist immer nur begrenzt.

Zugleich fordert der Text auf, diese Begrenztheit anzunehmen, sie mit Liebe und bewusster Verantwortung zu erfüllen.

Wir selbst, wie auch die Dinge, kommen als Relation in das Entstehen.

Als Beispiel hierfür möchte ich ein Kind anführen. Es spürt die Liebe und Wertschätzung, die man ihm gegenüberbringt und es wächst daran. Sein Selbstbild – und damit letztlich alles, was ihm im Leben widerfahren kann – bildet sich aus dem, was es aus seinem Gegenüber (besonders den Eltern) über sich selbst erfahren kann. Wenn man sich als Eltern dieser Tatsache bewusst ist, dann kann man diese Verantwortung besser spüren, man kann die gegebene Zeit mit Liebe und Glück erfüllen. Man wird sich wohl gleichzeitig der Begrenztheit dessen, was man überhaupt in der Lage ist zu tun, sehr bewusst werden, und wird sich umso mehr freuen, dass man Zeit mit einem geliebten Wesen verbringen darf …

 

Weiterlesen: Beitrag Danke sagen – sag „danke“ zur Welt und erhalte ein „gern geschehen“

Weiterlesen: Glaube Liebe Hoffnung – ohne Glauben geht nichts

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Verantwortung für das, was du dir vertraut gemacht hast was last modified: Juni 1st, 2016 by Henrik Geyer

Was ist Zeit?

Was ist Zeit eigentlich?

Zeit ist ein Gradmesser der Veränderung der Welt. oder: Die Zeit ist ein Äquivalent für die Veränderung der Dinge.

Wenn  man das so formuliert, dann ist zumindest klar, dass die Zeit nicht ohne Dinge auskommt. Die Zeit scheint die Veränderung der Dinge zu treiben. Oder ist es umgekehrt? Ist es die Veränderung der Dinge, die den Schritt der Zeit bestimmt?

Was ist Zeit? Der Zeitstrahl

Bei der Frage „Was ist Zeit?“ kommt uns zuallererst der Zeitstrahl in den Sinn, der wohl unserer materialistischen Vorstellung von Zeit recht gut entspricht. Er stellt die Zeit als eindeutig in eine Richtung „fließend“ dar, und zwar ausgehend von einem Punkt (der Beginn von Raum und Zeit – vielleicht als der Urknall), und in die Unendlichkeit sich fortbewegend.

 

Zeitstrahl, Zeit und Kausalität

 

Zeitstrahl umgekehrt

Kann man den Zeitstrahl einfach umdrehen? Allein schon die Darstellung des Zeitrahles, als von rechts nach links gehend, lässt uns das Ganze wie falsch erscheinen, obwohl doch an den Grundaussagen des Zeitstrahles gar nichts geändert wird. Dieses kleine gedankliche Experiment soll einfach zeigen, wie sehr die Zeit eine Denkgewohnheit ist, deren scheinbare Eindeutigkeit längst nicht so festgemeißelt ist, wie wir glauben.

Zeitstrahl umgekehrt, Zeit und Kausalität, Zeitstrahl und Kausalitätsstrahl

Im Zusammenhang mit der Frage „Was ist Zeit?“ könnte man auch die Frage stellen „Was ist Kausalität?“, denn ohne Zeit ist keine Kausalität denkbar. Und umgekehrt. Und auch und gerade bei der  Kausalität könnten wir uns eine Umkehr kaum vorstellen, mindestens ebenso wenig wie bei der Zeit.

Lesen Sie auch: Definition der Zeit

Ähnliches Thema: Ursache und Wirkung – Wirkung und Ursache. Umgekehrte Kausalität

 

Zeit als Punkt

Letztendlich (so ist es natürlich die spirealistische Sichtweise die auf diesem Blog thematisiert wird, und der zufolge es keine Objektivität gibt) kann man keine objektive oder endgültige Aussage über die Zeit machen, da die Welten aus Gedanken entstehen, und damit eine Frage der Vorstellungen sind.

Man kann aber sagen, dass die Zeit eine fundamentale Kategorie des menschlichen Begreifens ist (man nennt die Zeit nicht umsonst „Dimension“ – und verleiht ihr so eine fundamentale Bedeutung), die Bezüge zwischen den Objekten des Denkens herstellt. Die Zeit steht gewissermaßen am Ende der von uns schaffbaren Kausalketten, daher wirkt sie wie rätselhaft und unerklärlich. Sie ist selbst nicht begründbar, sondern sie ermöglicht erst Begründungen, z.B. etwa dieser Form: „A ist möglich, weil B (vorher) da war.“

Weiterlesen: Was war eher da – Ei oder Henne? Was besagt dieses Paradox?

Wenn der Spirealismus das Vorhandensein von Objektivität negiert, dann ist damit auch gesagt, dass die Welt(en) aus Vorstellungen entstehen. Sie sind, als Vorstellungen, natürlich bei weitem nicht so „fest“, wie wir uns Welten aus Materie denken würden, von denen wir annehmen, wir könnten diese Welten aus Materie nur auf eine einzige Art und Weise be-greifen.

Daher dürfen wir uns auch die Zeit ruhig ganz anders vorstellen, als dies landläufig geschieht, ohne in Gefahr zu geraten, der sogenannten Wirklichkeit zu enteilen – jedenfalls ist das aus spirealistischer Sicht so.

Wir können uns die Zeit ruhig vorstellen, z.B. nicht als Strahl, sondern als Punkt. Denn tatsächlich „gibt“ es ja nur das Jetzt als eigentlich „erlebbar“.

Ähnliches Thema: Es gibt nur das Jetzt. Immer ist Jetzt

Weiterlesen: Beitrag Was ist Phantasie? 

 

Die Zeit, vorgestellt als Punkt

Die obige Grafik entstand als Folge der Überlegungen zu Kausalität und Wahrheit, die nach meinem Dafürhalten von der Frage „Was ist Zeit?“ nicht zu trennen sind. Überhaupt führt die Frage nach der Zeit auf das Wesen der Dinge, bzw.  ist es die Frage nach der Art und Weise unseres Denkens.

Visionärer Text Ouspenskys

Vorstellungswelten

An dieser Stelle eine Sichtweise, die der obigen Darstellung der Zeit als Punkt nicht widerspricht, jedoch sehr widersprüchlich zur Vorstellung der Zeit als ein Zeitstrahl ist. Ich weiß nicht, inwiefern sich der Leser dieser Phantasie annähern mag oder annähern kann; es würde nach meinem Dafürhalten erfordern, dass man die Welt grundsätzlich als eine Welt aus Gedanken, aus Vorstellungen sieht (was schon können wir denken, jenseits unserer Gedanken? Man denke auch an Schopenhauer und sein „Die Welt als Wille und Vorstellung“).

Für den Spirealismus ist also die im Folgenden dargestellte Denkweise eine natürliche Folge der eigenen Überlegungen. Denn erstens sieht der Spirealismus alles metaphorisch. Man kann demzufolge alles auch anders sehen, bewerten, sich vorstellen. Denn die Eindeutigkeit der Worte selbst, ist ja bereits Illusion (es gibt nichts Objektives).

Zweitens ist der Gedanke des Spirealismus an „Ich-Universen“ ja letztlich der an voneinander getrennte Ichs, die, was immer sie wahrnehmen, auf verschiedene Art und Weise wahrnehmen. Es gibt also nichts von vorn herein Gleiches – der Eindruck des Gleichen entsteht eben erst durch Abstimmung (Kommunikation), so wie wenn Zahnräder ineinander greifen. Den Berührungspunkt der Zahnräder könnte man beispielsweise als die Uhr sehen.

Drittens gibt es dem Spirealismus zufolge gar keine von uns abgetrennte Außenwelt, wodurch es im eigentlichen Sinn auch keine Objekte gibt, die „in Raum und Zeit“ existieren. Anders formuliert: wir können nichts beobachten, dass von uns selbst (dem Beobachter) unabhängig wäre, also auch keine (von uns unabhängige) Zeit. Was ja wiederum in keinerlei Widerspruch zu Einsteins Vorstellungen von Relativität steht.

Nun aber zu dem, was eigentlich dargelegt werden sollte:

Zeit als ineinander greifende Räder

Der Symbolist Ouspensky schuf einen visionären Text über die Zeit, an den ich oft denken muss, und der ein bestimmtes Bild in der Phantasie entstehen lässt, das (mir) ebenso geheimnisvoll wie wahr erscheint. Ouspensky bespricht in dem Buch „A new model of the universe“ die Tarotkarte „Mäßigkeit“, auf der ein Engel abgebildet ist, der zwei Kelche in Händen hält.

Der Name des Engels ist Zeit. …

Der eine Kelch in den Händen des Engels ist die Vergangenheit, der andere ist die Zukunft. Der Regenbogenstrom zwischen den Kelchen ist die Gegenwart. Du siehst, dass er in beide Richtungen fließt.

Dies ist Zeit in ihrem unverständlichsten Aspekt. Die Menschen meinen, dass alles stets nur in eine Richtung fließt. Sie sehen nicht, dass sich alles ständig trifft und dass die Zeit eine Vielzahl sich drehender Kreise ist. Verstehe dieses Mysterium, und lerne die gegensätzlichen Strömungen im Regenbogenstrom der Gegenwart zu unterscheiden.

aus: A new model of the universe, von P.D. Ouspensky

 

Als Illustration für den Text Ouspenskys habe ich das (unten wiedergegebene) Bild zweier Strohballen gefunden – man hätte hierfür auch Zahnräder nehmen können. Doch gerade die Strohballen machen, wie ich finde, das chaotische Durcheinander der Vorstellungen innerhalb eines Kosmos aus Geist deutlich. Wo sich die Strohalme treffen, da entsteht innerhalb des Getrennt-Seins der Eindruck des Gemeinsamen – auch der gemeinsamen Zeit, die doch in Wirklichkeit nicht gemeinsam ist. Die Zeit trennt und verbindet die verschiedensten Galaxien der Vorstellung, die ihrerseits wieder zahllose (durch uns nicht zählbare, d.h. unendliche) Strömungen enthalten – sie wirbeln einerseits gegensätzlich durcheinander, aber sie treffen sich auch immer wieder.

Spruchbild: Zeit ist eine Vielzahl sich drehender, ineinandergreifender Kreise mit gegensätzlichen Strömungen, die sich in vielen verschiedenen Punkten treffen. Wir Menschen können nur einen Punkt sehen, doch das bedeutet nicht, es gäbe nur einen.

Ein wenig störend wirkte mir zuerst die Überlegung, dass die Illustration doch idealerweise die 3D-Verflechtung der verschiedensten Strömungen darstellen sollte, während das Bild der Strohballen zweidimensional wirkt. Doch andererseits ist ja auch die Dreidimensionalität lediglich eine Vorstellung und durch eine noch so komplizierte Verbildlichung würde der Phantasie, die doch die eigentliche Arbeit zu tun hat, nicht geholfen.

Im Grunde kann man, so mag mancher mit Recht einwenden, wieder zu Ouspenskys Tarotkarte zurückgehen.

 

 

Was ist Zeit? was last modified: Mai 4th, 2016 by Henrik Geyer

Kausalkette – philosophisch (spirealistisch) gesehen

Die Kausalkette in der kritischen Betrachtung. Wie wird sie landläufig gesehen – wie sieht sie der Spirealismus?

Was ist eine Kausalkette?

Kausalkette mit einer Ursache-Wirkung-Beziehung: monokausal

Kausal ist unser Wort für die Vorstellung, dass alles auch einen Grund hat. Man könnte auch sagen, es ist die Vorstellung, dass einem beliebigen Ereignis (Phänomen) des Jetzt immer ein Ereignis vorausging, dass man als Ursache des Ereignisses im Jetzt ansehen kann. Causa=der Grund

Weil wir an Objektivität (Bestimmtheit) glauben, sieht unsere Vorstellung von Kausalketten in der Regel recht eindimensional aus. Es ist die Vorstellung, dass ein Ereignis genau einen Grund hat. So, wie in der Grafik unten abgebildet, wo ein „monokausaler“ Zusammenhang abgebildet ist.

Für die Zukunft gilt dasselbe „monokausale“ Prinzip. Betrachten wir vom Jetzt aus die Zukunft, dann ist ein Phänomen, das wir im Jetzt feststellen, der Grund für ein Phänomen, das wir in der Zukunft erwarten. Die Wahrheit, die wir am Phänomen des Jetzt feststellen, führt somit (mit einer gewissen, jedoch nicht festen Notwenigkeit, d.h. also Wahrscheinlichkeit) zu einem Phänomen in der Zukunft.

Monokausal

 

Ursache und Wirkung, Vergangenheit und Jetzt, Jetzt und Zukunft

Es soll ja in diesem Beitrag um das spirealistische Verständnis von Kausalketten gehen, das abweicht, von dem materialistischen. Der Spirealismus sieht die Welt nicht als eindeutig bestimmt. Das geht schon aus von dem Grundgedanken des Spirealismus: dem Fehlen von Objektivität. Also: wenn es im Jetzt keine Eindeutigkeit der Dinge gibt, ist also das zu beobachtende Phänomen nicht einfach „da“, sondern vielfältig da. So gesehen gibt es auch keine eindeutige Ursache-Wirkung-Beziehung.

Um dies anhand der typischen Vorstellungen von Kausalketten (typisch für den Materialismus sind die eindeutigen, monokausalen, Zuordnungen: dies ist die Ursache – hier ist die Wirkung) darzulegen, bedarf es einiger Überlegungen, die schlicht die Deutungsvielfalt dessen zeigen sollten, was wir gemeinhin als „gegeben“ annehmen.

Zunächst kann man sehen, dass Ursache-Wirkung-Beziehungen in beide Richtungen, in die Vergangenheit und in die Zukunft, auf gleiche Weise vorstellbar sind. Daher habe ich die obige Grafik umgedreht, und aus der Zukunft wurde Vergangenheit. Das bedeutet, ein Phänomen des Jetzt führt logisch zurück auf eine Vielzahl von möglichen Ereignissen in der Vergangenheit; eben nicht eines, sondern viele.

Kausalkette, Kausalität, spirealistisch verstandenDie Kausalität ist umkehrbar

Betrachtet man die Ursache-Wirkung Beziehung von verschiedenen Standpunkten, geraten die Worte „Ursache“, „Ereignis“, „Phänomen“, „Folge“, „Effekt“, „Konsequenz“ durcheinander.

Jede Ursache, die in der Vergangenheit liegt, ist auch eine Folge, und zwar von einer anderen Ursache. Jede Konsequenz in der Zukunft ist ebenso Ursache und ebenso Phänomen.

Ursache und Wirkung – und ihre Verbindung mit dem Zufall

Tritt ein Phänomen auf, für das man keinen direkten Vorgänger benennen kann, keinen direkten Grund, dann nennt man das Zufall. Es ist ein Phänomen, für das wir keinen Grund kennen. Auch hier ist die materialistische Vorstellung, der Zufall ließe sich eingrenzen. das Wort „Wahrscheinlichkeit“ lässt uns den Zufall so erscheinen, als sei er nur eine mathematische Aufgabe – und damit im Grunde bezwungen. Die spirealistische Sicht sieht notwendigerweise anders aus, sie nennt den Zufall unendlich, er ist nicht im Äußerlichen begrenzt. In uns selbst, die wir selbst erst die Festlegungen erschaffen, wo doch eigentlich keine sind (fehlende Objektivität) entsteht die Wahrscheinlichkeit.

Das Begrenzen-Können des Zufalls ist eine weitere Illusion des materialistischen Denkens. Denn – wie viele Zufälle kann es geben, in unserer Welt? Kann man den Zufall ausmerzen? Gott würfelt nicht, sagte Einstein. Bedeutet das, wir könnten Gott auf die Schliche kommen, indem wir seine Zufälle als eindeutige Kausalketten entlarven?

Aus spirealistischer Sicht wie gesagt nicht. Denn wir können niemals die Anzahl der „in der Welt“ (spirealistisch: in den Welten) auftretenden Zufälle zählen. Im Grunde ist uns alles Zufall, das wir nicht genauer betrachten, und für das wir in der Folge keinen Kausalzusammenhang konstruieren. Und nun frage man sich: Können wir jemals damit fertig werden, alle Zusammenhänge in Zeit und Raum kausal zu verbinden? Jeder wird sofort verstehen: niemals! Auf diese Weise verstehen wir, dass die Fragen zu den Kausalitäten, und auch die Antworten, aus uns selbst kommen. Wir selbst sind die Schöpfer unserer Welten – sie sind nicht schon in einem Außen „da“.

Dies enthält die Sichtweise, dass Ursache und Wirkung, Zufall und Kausalkette, von unserem Bewusstsein abhängen. Wenn wir die Zusammenhänge nicht konstruieren, wo sind sie dann?

Denken in Begriffen von „Innen“ und „Außen“, „Objekt“ und „Subjekt“, „vorher“ und „nachher“ als Denkvoraussetzung für Kausalketten

Die letzte Frage wird man materialistisch beantworten mit: „Die Kausalketten sind natürlicher Art! Sie sind in den Dingen! den Dingen des Außen!“

Wir sind an dieser Stelle wieder bei der Frage, was denn die „Dinge“ sind, was eine Monade ist, was Subjekt und Objekt sind, etc.. Ich habe das so oft thematisiert, dass ich es an dieser Stelle nicht wiederholen will.

Es sei aber noch einmal gesagt, dass es die materialistische Sichtweise ist, sich „die Welt“ (das Objekt) als etwas außerhalb des Menschen Liegendes vorzustellen. Der Mensch ist Beobachter (Subjekt), er spiegelt in seinem Geist etwas wider. Hingegen bestreitet der Spirealismus das Vorhandensein einer objektiven, eindeutigen, außerhalb von uns liegenden Welt, und hat dafür viele gute Gründe.

So wäre denn der weiter oben abgebildete monokausale Zusammenhang eine typische Vorstellung des Materialismus.

Wohingegen es dem Spirealismus bereits fremd ist zu sagen, es gäbe irgendetwas, das nur eine einzige Ursache hätte. Oder, es gäbe Kausalketten, die außerhalb von uns festgelegt wären, und die wir als solche erkennen könnten. Denn der Spirealismus sieht den Menschen ja gar nicht als Beobachter einer äußeren Welt. Sondern er sagt, die Welten entstehen (auch) durch ihn. Er ist nicht Beobachter der Schöpfung, sondern ihr Element.

Die Welten sind somit die Welten unserer Vorstellung.

Welt(en)? Wieso Welten in der Mehrzahl? Siehe weiter: Beitrag Ich – Universum. Die subjektive Welt als die einzig „vorhandene“ Welt

Es gibt keine Objektivität bedeutet: es gibt nicht „das“ Phänomen in Eindeutigkeit

Fehlende Objektivität hat, zu Ende gedacht, einige verblüffende Wirkungen. Einige Paradoxien der materialistischen Welt werden, wenn man diese Denkvoraussetzung annimmt, ganz klar angesprochen und erkannt, ja sogar in ihrer Ursache geklärt.

Wenn wir also wie Immanuel Kant feststellen, dass es nicht die Dinge „an sich“ für uns gibt, dann kommen wir auch zwangsläufig auf das Schopenhauersche „Die Welt ist eine Vorstellung“. Das wiederum bedeutet, dass das, was „die Dinge“ sind, unserer Vorstellung entspringt, was wiederum fluktuiert, vielfältig ist – und abhängig von Sichtweisen.

 

Stellen wir uns vor, wir könnten für jedes Ding das wir sehen, verschiedene Interpretationen in unserem Denken entwickeln. Das ist nicht ganz abwegig, denn jeder kann an sich selbst feststellen, dass er für die dieselbe Sache in seinem Leben verschiedene Interpretationen hat, es ist nur eine Frage der Zeit. Ich nannte solches Denken, das immer vieles für möglich hält, an anderer Stelle „symbolhaftes Denken“ oder auch „Denken in Metaphern“. Ein solches Denken bemüht sehr die Kreativität und Phantasie – es ist ein Denken in hunderterlei Möglichkeiten.

Andererseits sehen wir an diesem gedanklichen Experiment, dass wir Menschen so geschaffen sind, dass wir in einem Moment nur eine einzige Wahrheit für möglich halten, niemals mehrere. Wir suchen beispielsweise nach „der“ Wahrheit, nicht „den“ Wahrheiten. Das bedeutet, im Grunde sehen wir in „einer“ Sache immer nur eine Möglichkeit, während, wenn man so will, in jeder Sache viele Möglichkeiten „enthalten“ sind.

D.h., man müsste sich vorstellen, dass man, wenn man für jedes Ding verschiedene Interpretationen hätte, diese Interpretationen auch gleichermaßen für wahr halten könnte. (wir kommen insofern auf die Frage, was Wahrheit ist. Und wir sehen an dieser Stelle eigentlich auch, wie verquickt die Begriffe Kausalität, Zufall, Wahrheit, Zeit sind).

Ähnliches Thema: Wahr – Schein. Wahrschein. Wahrscheinlichkeit

Jedenfalls, hätte man eine solche Vorstellung von den Dingen, als ausgestattet mit vielfältigen Interpretationen bzw. Identitäten gleichzeitig, dann gingen von diesen Dingen auch viele verschiedene gleichzeitige Kausalketten aus, mit vielfältigsten Beziehungen.

In der unteren Grafik versuchte ich das zu verdeutlichen. Wenn uns die Gegenwart (das Jetzt) wie eindeutig erscheint, und die Zukunft in ihren Möglichkeiten wie vielfältig, dann müssen sich die Möglichkeiten der Zukunft vervielfältigen, wenn wir beginnen, die Phänomene der Gegenwart als verschwommen wahrzunehmen – wenn wir also annehmen, dass wir in der Gegenwart nicht einen Zustand feststellen könnten, sondern viele.

Der Obere Teil der Grafik enthält den monokausalen Zusammenhang üblicher (materialistischer) Vorstellung, ausgehend von einem Jetzt, das einige Möglichkeiten in der Zukunft bereit hält. Der graue Pfeil soll stellvertretend sein für eine Kausalkette, die ausgeht von einem als „möglich“ gedachten Phänomen im Jetzt. Dieses „als möglich gedachte Phänomen im Jetzt“ – das wäre so eine Interpretation eines Dinges (oder einer Situation), von dem ich sprach. Wenn ich also die Vielfalt der Deutungen, die in einer Sache liegen wahrnehmen kann, und sagen kann: Ich nehme jetzt einmal nicht an, dass dieses Ding (oder diese Situation) xyz ist, sondern denke sie mir anders, bewerte eine Situation anders, dann komme ich auf weitere Kausalketten, deren von mir wahrzunehmende Folgen sich vervielfachen.

Angenommen beispielsweise, ich sage, „das Atom gibt es nicht“. Dann komme ich (kommt die Menschheit) in der Folge auf eine ganz andere Art der Naturwissenschaften.  Auch diese andere Art würde funktionieren, aber mit anderen Begriffen.

 

Man sollte schließlich noch einmal bedenken, dass der Begriff „Phänomen“ (also die Zustandsbeschreibung  eines Ereignisses oder Dinges) durch die vorhin vorgenommene Verdrehung der Kausalkette zu einer lediglich relativen Vorstellung wurde. Man kann das „Phänomen“ ebenso gut im Jetzt wie in Vergangenheit oder Zukunft ansiedeln – man gewinnt durch dieses gedankliche Experiment einmal mehr ein Verständnis dafür, dass auch der Begriff „Phänomen“ nichts wirklich „Festes“ beinhaltet.

Monokausal vs Multikausal/Multieffekt, spirealistisch verstandenAnnahmen, was das Jetzt ist, bestimmen, was wir für Zukunft oder Vergangenheit erwarten

Resüme

Was gezeigt werden sollte, und was ich hoffentlich zeigen konnte, ist, wie abhängig Kausalketten von dem sind, was wir für Vorstellungen von ihnen entwickeln. Welche Abhängigkeiten der verschiedenen Begriffe es gibt, ich zähle noch einmal auf: Ursache, Wirkung, Ereignis, Effekt, Folge, Konsequenz, Zeit, Vergangenheit, Zukunft, Jetzt, Gegenwart,  Wahrheit, Wahrscheinlichkeit, und so weiter.

Es ist die spirealistische Sicht der Dinge, die die Welten aus einem quasi semantischen Beziehungsgeflecht entstehen sieht. In der spirealistischen Denkweise ist klar: diese o.g. Begriffe hängen unabdingbar zusammen, man kann sie eigentlich gar nicht einzeln betrachten (und doch, beispielsweise in diesem Text, ist man dazu gezwungen).

Je nach Gewichtung bilden diese Begriffe eine Konstellation, die im jeweiligen Fall einzigartig wirkt. Einzigartig in uns! Einzigartig ist lediglich unser Verständnis von „der Welt“. Einzigartig in unseren „Ich-Universen“.

Insofern möchte ich an dieser Stelle noch einmal die Grafik einfügen, die ich bereits an anderer Stelle verwendete – die Zeit als Punkt, und die Vergangenheit und Zukunft, Kausalketten, etc.., als Vorstellungen, die sich vom Rand her bilden, und zur Mitte hin „materialisieren“.

Die Zeit, vorgestellt als Punkt

 

Ähnliches Thema: Es gibt nur das Jetzt. Immer ist Jetzt

Den schwarzen Kern in der Mitte könnte man ebenso gut als den materiellen Kern eines Dinges bezeichnen, und den verschwimmenden Außenbereich als die Feststellungen, die man in Bezug auf diesen Kern treffen kann.

Die Feststellungen am Rand sind in der spirealistischen Denkweise nötig, denn sie definieren das Ding (den Kern), ebenso, wie sich selbst. Im Spirealismus gibt es immer nur die Relation – nie kann ein Ding für sich alleine stehen.

Die Festlegungen des Außen treten für uns nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf, die auch notwendigerweise das Element des Zufalls (des Nicht-Vorhersagbaren), enthält.

Konkret stellt sich das so dar, dass das, was wir für die Vergangenheit oder Zukunft halten, oder für Kausalketten jeglicher Art, uns so unbestimmter erscheint, je weiter man sich entfernt, vom eigentlichen Gegenstand der Betrachtung. Ihn jedoch, den Gegenstand der Betrachtung, halten wir für fest, nicht sehend, dass er lediglich völlig eindeutig erscheint, in einem einzigen Ich-Universum.

Ebenso wie Objekte, Universen etc., sind eben auch Kausalketten der fundamentale Mörtel unserer Welten. Ganz ähnlich der zeit, vielleicht noch fundamentaler – zugleich ebenso unergründlich. Kausalketten verbinden die Objekte des Denkens, erschaffen ein vorher und nachher.

Sie „existieren“ aber nicht in dem Sinne, dass man sie in einem Außen „ablesen“ könne. Mit uns und durch uns, die wir Elemente der Schöpfung sind, nicht ihre Beobachter, kommen sie in die Welten.

Weiterlesen: C.G. Jung – kollektives Unterbewusstsein

Weiterlesen: Artikel Was bedeutet subjektiv? Ist ein wissenschaftlicher Versuch objektiv?

Kausalkette – philosophisch (spirealistisch) gesehen was last modified: April 30th, 2016 by Henrik Geyer

Sprüche Zeit – Über die Zeit

Sprüche Zeit , Spruchbild, Bildspruch, Zitat, Sprichwort: Scheint dir auch mal das Leben rauh, sei still, verzage nicht; die Zeit, die alte Bügelfrau, macht alles wieder schlicht. (Wilhelm Busch)

Sprüche Zeit: Im Folgenden wurden einige Zitate rund um das Thema Zeit ausgewählt.

Sprüche Zeit

Viele Menschen verwenden die Hälfte ihrer Zeit dazu, sich Dinge zu wünschen, die sie bekommen würden, wenn sie nicht die Hälfte ihrer Zeit dazu verwenden würden, sie sich zu wünschen.
Alexander Woollcott

Als Gott die Welt erschuf, gab er den Europäern die Uhr, den Afrikanern die Zeit.
Aus Afrika

Das Zaudern, das in ruhigen Zeiten nützlich ist, bringt Männern in unruhigen Zeiten den Untergang.
Alphonse de Lamartine

Utopien sind oft nur vorzeitige Wahrheiten.
Alphonse de Lamartine

Der Heiterkeit sollen wir, wann immer sie sich einstellt, Tür und Tor öffnen; denn sie kommt nie zur unrechten Zeit.
Arthur Schopenhauer

Die Menschen sind ihrer Zeit ähnlicher als ihren Vätern.
Heinrich Leberecht Fleischer

Ein jedes Ding muss Zeit zum Reifen haben.
William Shakespeare

Nimm dir Zeit, um zu spielen. Das ist das Geheimnis der Jugend.
Aus Irland

Als Gott die Zeit gemacht hat, hat er genug davon gemacht.
Aus Irland

Die Zeit ist eine geräuschlose Feile.
Aus Italien

Den Klugen erkennt man daran, dass er den Mund rechtzeitig schließt.
Aus Pakistan

Ist die Zeit das Kostbarste unter allem, so ist Zeitverschwendung die allergrößte Verschwendung.
Benjamin Franklin

Mögest du in interessanten Zeiten leben!
Chinesischer Fluch

Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt. Der andere packt sie kräftig an … und handelt.
Dante Alighieri

Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie kräftig an und handelt.
Dante Alighieri

Es ist das Vorrecht der Jugend, Fehler zu begehen, denn sie hat genügend Zeit, sie zu korrigieren.
Ernst Barlach

Verbringe die Zeit nicht mit der Suche nach einem Hindernis, vielleicht ist keines da.
Franz Kafka

Wir verbringen so viel Zeit mit Dingen, die dringend sind, so dass keine mehr übrig ist für Dinge, die wichtig sind.
Henry Ward Beecher

Die Jugend ist die Zeit, Weisheit zu lernen. Das Alter ist die Zeit, sie auszuüben.
Jean-Jacques Rousseau

Auch der allzu große Eifer im Guten kann zu allen Zeiten das Gute hindern und das Böse fördern.
Johann Peter Hebel

Unter allem Diebsgesindel sind die Narren die schlimmsten. Sie rauben euch beides, Zeit und Stimmung.
Johann Wolfgang von Goethe

Die Sorge geziemt dem Alter, damit die Jugend eine Zeitlang sorglos sein könne.
Johann Wolfgang von Goethe

Auf große Popularität kann nur derjenige rechnen, der seinen Zeitgenossen Gemeinplätze in volltönenden Worten zum besten gibt. Das Publikum liebt jene Schriftsteller am meisten, in deren Werken es seine eigene Weisheit anstaunen kann.
Josef von Eötvös

Ein Kluger hat so viel zu denken, dass er keine Zeit hat zu reden.; ein Dummkopf hat so viel Zeit zu reden, dass er keine Zeit hat zum Denken.
Jüdisch

Trübes Wasser wird klar, wenn man es ruhig stehen lässt – genauso kann man mit Ruhe, Geduld und Zeit die Wahrheit nach und nach klar ans Licht treten lassen.
Laotse

Denke daran, dass es nur eine allerwichtigst Zeit gibt, nämlich: sofort!
Leo Tolstoi

In früheren Zeiten konnte einer ruhig vor seinem vollen Teller sitzen und sich’s schmecken lassen, ohne sich darum zu kümmern, daß der Teller seines Nachbarn leer war. Das geht jetzt nicht mehr, außer bei den geistig völlig Blinden. Allen übrigen wird der leere Teller des Nachbarn den Appetit verderben.
Marie von Ebner-Eschenbach

Die stillstehende Uhr, die täglich zweimal die richtige Zeit angezeigt hat, blickt nach Jahren auf eine lange Reihe von Erfolgen zurück.
Marie von Ebner-Eschenbach

Wir leben im Zeitalter der Überarbeitung und der Unterbildung; dem Zeitalter, in dem die Menschen so fleißig sind, dass sie verdummen.
Oscar Wilde

Diese Zeit ist, wie alle Zeiten, eine sehr gute; wir wissen nur nichts mit ihr anzufangen.
Ralph Waldo Emerson

Es ist nicht wenig Zeit, was wir haben, sondern es ist viel, was wir nicht nützen.
Seneca

Nur die Menschen, die für die Weisheit Zeit haben, sind frei von Unruhe. Sie allein leben.
Seneca

Geizhälse sind die Plage ihrer Zeitgenossen, aber das Entzücken ihrer Erben.
Theodor Fontane

Ich spreche nicht gern mit Leuten, die stets meiner Meinung sind. Eine Zeitlang macht es Spaß, mit dem Echo zu spielen, auf die Dauer aber ermüdet es.
Thomas Carlyle

Sprüche Zeit , Spruchbild, Bildspruch, Zitat, Sprichwort: Scheint dir auch mal das Leben rauh, sei still, verzage nicht; die Zeit, die alte Bügelfrau, macht alles wieder schlicht. (Wilhelm Busch)
Scheint dir auch mal das Leben rauh, sei still, verzage nicht; die Zeit, die alte Bügelfrau, macht alles wieder schlicht. (Wilhelm Busch)

Jedes Existierende ist ein Analogon alles Existierenden; daher erscheint uns das Dasein immer zu gleicher Zeit gesondert und verknüpft.
Johann Wolfgang von Goethe

Aber nunmehr ist es Zeit, daß wir gehen, ich, um zu sterben, ihr, um zu leben. Wer aber von uns beiden zu dem besseren Geschäft hingehe, das ist allen verborgen außer nur Gott.
Sokrates

Liebe, zur richtigen Zeit nicht zum Ausdruck gebracht, sieht aus, als wäre sie Haß.
Sokrates

 

Wes die Geister voll sind, des begehren sie ohne Unterlaß, und wonach sie begehren, das besitzen sie allezeit in neuer, grünender, freudenreicher Wonne.
Meister Eckhart

 

Sprüche Zeit – Spruchbilder:

Spruchbild, Bildspruch, Zitat, Sprichwort, Sprüche Zeit: Man ist verloren, wenn man zu viel Zeit bekommt, an sich zu denken. (Georg Christoph Lichtenberg)
Man ist verloren, wenn man zu viel Zeit bekommt, an sich zu denken. (Georg Christoph Lichtenberg)

 

Spruchbild, Bildspruch, Zitat, Sprichwort: Vorurteile -, das ist ein Blumenstrauß, den man wenigstens von Zeit zu Zeit neu arrangieren sollte. (Luther Burbank)
Vorurteile -, das ist ein Blumenstrauß, den man wenigstens von Zeit zu Zeit neu arrangieren sollte. (Luther Burbank)

 

Weiterlesen: Spirituelle Sprüche und Bilder, Spruchbilder

Ähnliches Thema: Zeit Rätsel: Was ist Zeit?

Siehe auch: Lieber Gott bitte hilf mir! Gottes Hilfe in Zeiten der Not

Sprüche Zeit – Über die Zeit was last modified: Februar 27th, 2016 by Henrik Geyer

surreal – Was ist surreal?

surreal: Nach einem schweren Regen

Woher kommt der Surrealismus?

Surrealismus entstammt einer geistigen Strömung der Zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Surrealismus entstand nach dem Ersten Weltkrieg, vornehmlich in Frankreich. Andre Breton, der geistige Führer des Surrealismus, hatte als Teilnehmer des Ersten Weltkrieges in einem Lazarett gedient. Dort traf er auf einen Soldaten, der traumatisiert, den Krieg für eine Art Täuschungsmanöver hielt – geschaffen, ihm eine Realität vorzugaukeln, die es nicht gab; wohl, weil das in seiner Schrecklichkeit nicht sein durfte, ihm unfassbar war.
Breton, der zur Kenntnis nahm, dass die Wirklichkeit (Realität) etwas ist, das sich im Individuum darstellt, und das es nicht in einem Außen gibt, entwickelte die Überzeugung, dass Traum und Realität voneinander nicht zu trennen sind, sich durchmischen. Daher auch der Name „Surrealismus“ – franz. „sur“=über. Surreal nennt man also eine über der Realität stehende Sichtweise, bzw. eine Sichtweise, in der sich Realität und Traum vermischen.
Ein weiterer wichtiger Einfluss waren die Entdeckungen Freuds zum Unbewussten in dieser Zeit, die dem Menschen nahelegten, nicht „Herr im eigenen Haus“ (dem Denken) zu sein.

Was bedeutet surreal?

Grenzt sich „surreal“ von „merkwürdig“ ab? Was ist die Eigenschaft eines Traumes im Gegensatz zur Realität?
Im Traum dehnt sich die Zeit, Zusammenhänge werden auf eine merkwürdige Art konstruiert. Dinge geschehen, die in der Realität nicht geschehen können.
Aber was ist die Eigenschaft surrealer Kunst gegenüber normaler Malerei, die merkwürdige Situationen darstellt?

Surreales für Kinder: Märchen, Phantasiegeschichten. In der Psyche von Kindern vermischt sich mühelos Traumhaftes mit dem Realem
Surreales für Kinder: Märchen, Phantasiegeschichten. In der Psyche von Kindern vermischt sich mühelos Traumhaftes mit dem Realem

Surreale Kunst arbeitet oft mit verblüffenden Bildeindrücken, die intuitiv das Gefühl von merkwürdigen Wahrheiten erzeugen. Oft ist Gegenstand der surrealistischen Malerei ein In-Frage-Stellen unserer Grundbegriffe – man denke an Salvador Dali und seine Darstellungen von Zeit, in der sich Uhren (als die Taktgeber unserer ach so realistischen Welt) verflüssigen.
Näher beschreiben und abgrenzen lässt sich surrealistische Kunst aber nicht, denn es ist im Grunde die Eigenschaft aller Kunst, verblüffende und dem Denken neue Zusammenhänge aufzuzeigen.

Gibt es surreale Einflüsse heute?

Der Surrealismus findet sich in Kino, Kunst und Literatur des Heute wieder. Man könnte ihn beispielsweise in der aktuellen Fantasy-Welle sehen, es ist nur eine Frage der Bezeichnung. Sollte man das so sehen, so müsste man aber sagen, dass der Surrealismus des Heute einen Großteil seiner klugen Reflektionen und Zielstellungen verloren hat, die er ursprünglich hatte. Denn der Surrealismus hatte für seine geistigen Wegbereiter durchaus ein Ziel, nämlich das, die Welt besser zu machen.

Wie sollte der Surrealismus die Welt besser machen? Indem er die wichtige Erkenntnis, dass jenseits der scheinbaren „Normalität“ (geistige) Welten darauf warten entdeckt zu werden, als allgemeine Wahrheit der Öffentlichkeit zugänglich macht. Daraus erst resultierte ein wirkliches Erkennen der Welt…

Was lehrt uns Surrealismus?

Der Surrealismus lehrt uns, in Verbindung zu setzen, was nach unserer festen Überzeugung keine Verbindung haben kann. Gedanken, die scheinbar unmöglich zusammengehören können  in Verbindung gebracht werden. Unsere Welte(en) sind die Welten der Gedanken.
Nicht umsonst hat Freud die Träume analysiert – denn er wollte der Realität des Individuums auf die Spur kommen. Realität und Traum durchmischen sich tatsächlich – sind nicht zu trennen. Nach wie vor Aktualität hat die Jahrtausende alte Frage des Zhuang Zhou: Bin ich ein Schmetterling, der träumt, ein Mensch zu sein, oder bin ich ein Mensch, der träumt, ein Schmetterling zu sein?
Ist also, was wir erleben, nun die Realität eines Traumes, oder ist es die „reale“ Realität?

Siehe auch Artikel zum Thema Denken ist die Realität : Das Denken ist die Realität – und nicht: das Denken erzeugt Realität

surreal – Was ist surreal? was last modified: Mai 29th, 2016 by Henrik Geyer

Zeit Rätsel: Was ist Zeit?

Zeit Rätsel: Verflossene Zeit

Zeit-Rätsel… Worin bestehen sie?

Zeit Rätsel: Die Zeit ist uns ein Rätsel, weil sie uns als Dimension eine Denkvoraussetzung ist, aber sie ist nicht begründbar. Zusammen mit den Raum Dimensionen macht sie die Bühne unserer Welt aus. Wir können sie mit Atomuhren bis auf den winzigsten Bruchteil einer Sekunde bestimmen, und doch bleiben uns ihre Eigenschaften letztlich rätselhaft.
Wenn wir jung sind, erscheint die vor uns liegende Zeit wie unendlich. Wenn wir alt sind, erscheinen uns die Ereignisse der Jugend wie soeben geschehen. Im Traum erscheint uns die Zeit einen ganz eigenen Rhythmus zu haben.

Alles verbindet sich mit allem

Dass sich in der Zeit und in unseren Gedanken vieles beugt, nicht eindeutig ist, das ist uns paradox. Die Zeit ist immer wieder dankbares Motiv rätselhafter Bilder. Die Zeit, die uns einhüllt, die Zeit, die als Tropfen von einem Regenschirm rinnt. Die Zeit, die uns ertränkt, so wie uns die Dinge erdrücken können.

Der Surrealismus entdeckt das Rätsel der Zeit neu

Gerade der Surrealismus hat als Kunstform als einen zentralen Gegenstand die Zeit. Der Surrealismus ist entstanden als eine Denkrichtung, die Traum und Wirklichkeit miteinander verbindet. Der Surrealismus ging aus von einer im Persönlichen gemachten Erfahrung seines geistigen Anführers Andre Breton, der verstand, dass man die Realität nicht als eine feststehende, objektive Existenz sehen kann, sondern sie variiert. Sie hat viele Möglichkeiten. Aus dieser Erkenntnis entwickelte sich der Surrealismus, als „Überrealismus“. Die Entdeckungen Freuds zum Unterbewusstsein waren ein weiterer wichtiger Einfluss, die für die Entstehung des Surrealismus von Bedeutung waren.
Daher sieht man zum Beispiel in dem Film „Spellbound“ (dt.: „Ich kämpfe um dich“), in dem es um Unbewusstes geht, in der berühmten Traumsequenz Arbeiten von Salvador Dali, einem bekannten surrealistischen Maler.
Surrealismus ist aufgegangen in der Kultur der Gegenwart, die viele surreale Elemente hat. In modernen Kinofilmen werden surreale Einflüsse in großer Zahl verarbeitet.

Spirealistische Deutung

Vergangenheit und Zukunft kommen im Jetzt zusammen. Wann immer man über die Vergangenheit und die Zukunft nachdenkt, denkt man sie im Jetzt. Daher gibt es Vergangenheit und Zukunft nicht in dem Sinn, wie wir Existenz verstehen. Spirealismus hat einen anderen Existenzbegriff. Im Spirealismus ist die Vorstellung von Existenz immer mit dem Denken verbunden. Es kann nichts geben, das vom Blick eines kosmischen Beobachters (der Mensch) völlig zu trennen ist. Das gilt auch für die Zeit.
Im Materialismus hingegen wird die Existenz vorgestellt als eine außerhalb und unabhängig vom Beobachter existierende Realität. Eine solche Existenz kann zwar nicht nachgewiesen werden, wie schon Immanuel Kant, David Hume, und andere feststellten, dennoch kann sich der Materialismus von dieser Vorstellung nicht lösen. Jedenfalls nicht im Jetzt.

Zeit Rätsel: Was ist Zeit? was last modified: Dezember 2nd, 2015 by Henrik Geyer