Wunschdenken – ist die Realität automatisch das, was man denkt?

Wunschdenken

Wunschdenken – sich einfach die Welt schön denken. Ist das Unsinn oder Realität? Traum oder Alptraum?

Im Zusammenhang mit Spiritualität, Religiosität, auch meinem Spirealismus und dessen Grundsatz „das Denken ist die Realität“, wird oft vermutet, es ginge um Wunschdenken – und Wunschdenken sei Quatsch.

Hierzu einige Gedanken und ein Aspekt des Begriffes „Wunschdenken“, der vielleicht ungewohnt erscheint.

Unsere Vorstellung von der Welt ist die Welt

In „Alles ist Geist“ lege ich meine Beobachtung dar, dass die Art und Weise des Denkens die individuelle Welt erschafft. Was wir denken ist nicht im eigentlichen Sinn eine Sichtweise „auf“ die Welt – sondern die individuelle Vorstellung ist die Welt (des Individuums).

Wie könnte man Vorstellung von der Welt und richtige Welt auseinander halten?

Wunschdenken ist real

Daher ist, was der Einzelne für „die Wahrheit“ hält, für ihn die Wahrheit. Punkt. Wenn Sie z.B. den eben formulierten Satz in diesem Moment nicht für wahr halten, so ist es Ihre, Ihnen unbestreitbar erscheinende, Wahrheit, dass er falsch ist. Es bleibt immer eine subjektive Wahrheit – DIE Wahrheit gibt es ebenso wenig wie DIE Realität.

Wenn man die Vorstellung von der Welt irgendwie beeinflussen kann: Hat es für den Einzelnen Sinn, sich eine schöne Welt vorzustellen, an Stelle einer schrecklichen? Ja! Und wenn unverbesserliche Realisten nun von der Realität sprechen, die man anerkennen müsse, dann verkennen sie mindestens, dass positives Denken ja ebenfalls eine Realität ist. Eine Realität, die das, was wir Materie nennen, bewegt. Indem sie uns bewegt.

Positives Denken hat Sinn. Glauben bewegt uns wie ein Motor. Glauben lässt uns stark sein, wenn es schwierig wird. Positives Denken gibt uns Kraft, Dinge anzupacken, die am Anfang wie unmöglich erscheinen. Es hat viel Sinn, sich auf guten Glauben, auf Zuversicht, zu konzentrieren, auf gute Gedanken! Es hat viel Sinn, gesteuert Wunschdenken zu betreiben.

Man kann übrigens Wunschdenken auch als einen Schutz vor einer (fälschlich) als schlecht wahrgenommenen Realität verstehen – auch dann hat Wunschdenken einen Sinn.

Wunschdenken praktizieren

Wunschdenken zu praktizieren bedeutet, sich bewusst einem Gedanken zuzuwenden, den für wahr zu halten man für nützlich hält.

 

Die Grenzen dessen, was wir uns vorstellen können, liegen im Denken (wenn auch nicht im Denken des Einzelnen, wodurch klar ist, dass das Denken des Einzelnen nur im Zusammenklang mit dem Denken aller die Macht hat, eine Realität für alle zu erzeugen – siehe Spirealismus).

Die Grenzen dessen, was der Einzelne sich vorstellen kann, sind demzufolge auch in den Denk-Grenzen der Personen zu finden, mit denen wir uns umgeben.

Daher sehen wir schon das Erfordernis, dass gezieltes Wunschdenken auch ein Abkoppeln vom Denken anderer Personen ist. Ein Denken anderer, das man selbst vielleicht nicht haben möchte.

Wie macht man das, wie koppelt man sich ab? In dem man sich mit den Personen auseinandersetzt, sich streitet? Indem man anderen beweist, im Unrecht zu sein? Nein, man koppelt sich ab, indem man sich aus der Kommunikation löst – nicht kommuniziert.

Die Kehrseite der Medaille ist natürlich, dass man auf diese Weise nicht das Denken der Anderen verändert (was ohnehin sehr unwahrscheinlich ist). Die eigene Wahrheit ist von der Wahrheit anderer abgekoppelt – aus Wunschdenken baut sich eine individuelle Wahrheit auf, die nicht automatisch die Wahrheit der anderen ist. Das zu akzeptieren ist Teil der Methode, Wunschdenken zu praktizieren.

Wunschdenken an der Realität vorbei: Wünsche für die man nichts tut

Die Realität ist nichts Genaues, nichts Scharfes, nichts Eindeutiges. Niemand kann sagen: die Realität ist nur das, oder nur jenes. In jedem ist die Realität anders.

Dennoch hat Wunschdenken sicherlich Grenzen des Nützlichen oder Machbaren. Z.B. wenn es uns Ziele verfolgen lässt, die sich letztendlich als untauglich erweisen. Wenn wir also „an der Realität vorbei“ handeln. Oder, wenn man, Träumen nachhängend, das Handeln zu seinem Besten vergisst, so dass man, aus Wunschdenken „erwachend“, sich in einer Alptraum-Realität wiederfindet.

 

Jedoch – „endgültig“ definieren lässt sich eine Abgrenzung nicht. Wir sind es zwar gewohnt, ganz genau zu beurteilen, was „nur Wunschdenken“ ist, und was „richtiges“ Denken. Aber bei Lichte besehen ist es doch nahezu unmöglich zu sagen, was genau Wunschdenken ist. Denn  wir alle leben (zumindest auch) in unseren Träumen, Vorstellungen, Wünschen. Macht das das Leben nicht gerade lebenswert? Die größten Künstler, Erfinder und Entdecker galten in ihrer Zeit als Träumer und Spinner. Die größten Realisten hingegen sind längst vergessen.

Der Wunschdenkende darf einfach nicht vergessen, seinen Wünschen entsprechend auch zu handeln. Was so viel heißt wie: den Gedanken zu Ende denken!

Wunschdenken – ist die Realität automatisch das, was man denkt? was last modified: Februar 10th, 2016 by Henrik Geyer

Tun was ich will! Wenn ich nur wüsste, was mein Wille ist …

Spruchbild Wille: Die Willensfreiheit haben viele im Munde, im Geiste aber nur wenige. Dante Alighieri

Endlich einmal tun was ich will! Was ist Wille eigentlich und wie kann ich tun was ich will?

Tun was ich will – was ist mein Wille?

„Endlich einmal tun was ich will!“, sagt sich mancher. So oft scheint man getrieben von Umständen – man muss dies machen, jenes machen… Man ist ist in dem was man tut entfremdet. Entfremdung von der Arbeit bedeutet, dass die eigene Arbeit nichts mit einem selbst zu tun hat. Nicht mit den eigenen Zielen, nicht mit den eigenen Vorlieben, vielleicht noch nicht einmal mit den eigenen Moralvorstellungen. Man ist getrieben – und unglücklich.

Lebensqualität hängt davon ab, dass wir uns selbst verwirklichen können, dass wir unsere Tage nach eigenem Willen gestalten können. Dass wir unseren eigenen Zielen näherkommen. (siehe Artikel Was im Leben wirklich zählt)

Was man tun will, muss man zuallererst in sich selbst ergründen. Denn, weiß man das nicht, wird man notwendigerweise zum Werkzeug derjenigen, die sehr genau wissen was sie wollen.

Sich selbst zu erforschen, sich selbst zu ergründen, ist daher die wichtigste, und die beileibe nicht einfachste Herausforderung, der man sich zu stellen hat. Welchen Wert und welches Gewicht, zugleich welche Schwierigkeit in wahrer Selbsterkenntnis liegt, sieht man daran, dass die Forderung „Erkenne dich selbst!“ als höchstes Ziel über die Eingänge von Schulen im antiken Griechenland geschrieben wurde.

Den eigenen Willen entdecken – warum tu‘ ich nicht einfach was ich will?

Zitat: Die Willensfreiheit haben viele im Munde, im Geiste aber nur wenige.
Dante Alighieri

Um dem Ziel der Selbsterkenntnis gerecht zu werden, und somit die eigenen Ziele, den eigenen Willen zu definieren, braucht es Mut. Denn körperlich hindert uns (heutzutage) im Grunde niemand, unsere eigenen Wege zu gehen. Die Zwänge sind subtiler, liegen in Grundüberzeugungen, die zu hinterfragen wir nicht gewohnt sind.

Aber natürlich kann nichts neu gedacht werden, was in seiner alten Form nicht auch hinterfragt wird.

Alte Denkschemata über Bord zu werfen, neu zu denken, neu zu tun – das ist auch eine Frage des Mutes. Man muss es sich zutrauen, man muss es riskieren… Wie sonst will man neues Land entdecken, wenn man nicht gewillt ist, das alte ein für allemal hinter sich zu lassen?

Sich die Zeit nehmen

Zitat: Der meistbeschäftigte Mensch hat am meisten Zeit für alles, was er ernsthaft will! Nur die Willensschwachen haben nie Zeit.

Es erscheint heute fast als Unverschämtheit, sich einfach Zeit zu nehmen, die es braucht, um ein eigenes Ziel zu verfolgen. Auch hierzu gehören Mut und Unverfrorenheit – und oft eine gewisse Schwerhörigkeit gegenüber dem Wissen „Aller“. Denn immer wissen „Alle“ ganz genau, was geht, und was nicht geht. Und übrigens wissen „Alle“ auch immer ganz genau, dass das Wissen „Aller“ stets das Aller-Vernünftigste ist

Man denke sich aber immer, dass das Besondere nie erreicht werden kann, wenn man dem Ratschluss der Masse folgt. Oft wird erst in späten Jahren verstanden, wie wenig von den glitzernden und blinkenden Zielen der Welt wert ist, angestrebt zu werden – und wie viel Fremdbestimmtheit in dem ist, was scheinbar „alle wollen“. Und erst dann auch versteht man, wie wichtig das Entdecken des eigenen, inneren Reichtums ist. Wenn man das bereits in jungen Jahren begreifen kann, ist es ein Glück.

Zitat: Was einer »an sich selbst hat«, kommt ihm nie mehr zu gute, als im Alter. Die meisten freilich, als welche stets stumpf waren, werden im höheren Alter mehr und mehr zu Automaten: sie denken, sagen und tun immer dasselbe, und kein äußerer Eindruck vermag mehr etwas daran zu ändern oder etwas neues aus ihnen hervorzurufen. Zu solchen Greisen zu reden, ist wie in den Sand zu schreiben: der Eindruck verlischt fast unmittelbar darauf. Ein Greisentum dieser Art ist denn freilich nur das Totengesicht des Lebens. (Schopenhauer)

Was ich will selbst definieren – Glück

Nicht von ungefähr fragen Philosophen und Dichter immer wieder, was Wille überhaupt ist.

Zitat:Täglich, bei aller Mühe und Arbeit, sehe ich, dass nicht mein Wille, sondern der Wille einer höheren Macht geschieht, deren Gedanken nicht meine Gedanken sind.
Johann Wolfgang von Goethe

Doch ungeachtet der Spur, die ins Unendliche führt, können wir das, was wir gemeinhin als „unseren eigenen Willen“ bezeichnen, nur entdecken, wenn wir den Mut zum Neudenken und zum Handeln haben. Den eigenen Willen zu entdecken, einen eigenen Begriff dafür zu entwickeln – darin liegen Glück und ein erfülltes Leben.

Zitat: Wahre Heiligkeit besteht darin, den Willen Gottes lächelnd zu tun.
Mutter Teresa

Tun was ich will! Wenn ich nur wüsste, was mein Wille ist … was last modified: Januar 18th, 2016 by Henrik Geyer