Was heißt: Lebe deinen Traum?

lebe deinen Traum

Zu sagen: Lebe deinen Traum – ist relativ einfach. Und doch wissen wir: es ist gar nicht so einfach. Woran liegt das? Was hindert uns? Was sind unsere Träume?

Lebe deinen Traum – was ist mein Traum?

Erste Schwierigkeit: Was ist überhaupt mein Traum?

Man träumt von so Vielem. Ganz verschiedene Dinge. Kann man all das auch leben?

Man kann beispielsweise nicht gleichzeitig den Traum vom freien Bergbewohner leben und den vom schicken Großstadtbewohner. Man kann nicht gleichzeitig von immerwährender Ruhe träumen, und davon, mit irgendeiner tollen Leistung zu reüssieren.

Sich klar werden, was man will

Daher sollte man sich zunächst einmal darüber klar werden, was man eigentlich will. Alles kann es nicht sein; in irgendeine Richtung muss man gehen.

Die Träume anderer können die eigenen Alpträume sein

Man sollte dabei vermeiden, die Träume anderer zu träumen. Die Bilder aus der Fernsehwerbung sehen schön aus. Aber wer sagt, dass jeder davon träumen muss, in seinem eigenen Leben zu realisieren, was das Fernsehen oder die Zeitung suggeriert?

Aus solchem Denken kann ein alptraumhaftes Leben entstehen, weil die Fülle dessen, was möglich wäre, und uns als erstrebenswert suggeriert wird, meist konkret nicht machbar ist.

Sehr oft sind Menschen darüber unglücklich, dass sie den Traum nicht leben können, den zu leben sie für unabdingbar halten, auch wenn es gar nicht ihr eigener ist.

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Träumen von Dingen, die man selbst tun kann

Was wir erträumen, das sollte mit uns selbst zu tun haben, vor allem mit den Dingen, die wir aus eigener Kraft erreichen können.

Die größte Befriedigung liegt doch darin, die eigene Schöpferkraft zu spüren; zu sehen, wie man selbst Dinge erreicht. Hingegen darauf zu warten, dass sich etwas im Außen materialisiert, woran man selbst keinen Anteil hat, ist erstens meist zwecklos, und macht zweitens, sofern es eintritt, bei weitem nicht so zufrieden.

Festgelegtheit akzeptieren

Den Traum leben – das  bedeutet auch, die eigene Festgelegtheit zu akzeptieren, die eigenen Grenzen sozusagen. Man kann nur in eine Richtung gehen, nur eine Sache machen. Nur ein Essen essen, nur an einem Platz sein, etc..

Diese Festgelegtheit zu akzeptieren, ja sogar zu begrüßen, bedeutet, den Moment mit Genuss würdigen zu können. Es bedeutet, den Augenblick zu schätzen.

Wir verbringen so viel Zeit mit Dingen, die dringend sind, so dass keine mehr übrig ist für Dinge, die wichtig sind. (Henry Ward Beecher)

Lebe deinen Traum bedeutet: lerne richtig zu träumen

Entfremdung meiden

Die heute selbstverständliche Entfremdung in der Arbeit, durch immer noch feiner werdende Arbeitsteilung und Spezialisierung trägt dazu bei, dass immer weniger gefragt wird, was die eigenen Interessen überhaupt sind. An deren Stelle tritt: das Einem-anderen -Zweck-Dienen. Was aber ist das Interessante daran, etwas zu tun, das man vielleicht in seiner Ganzheit nicht versteht, dessen Ziel man vielleicht nicht teilt? Meist ist es das Geld.

eigene Interessen haben

Daher darf froh sein, wer überhaupt starke eigene Interessen hat. Hier scheint ja oft schon die größte Schwierigkeit vorzuliegen. Viele haben gar keine eigenen Träume. Die Köpfe werden gefüllt mit den Hochglanzbildern und Messages der allgegenwärtigen Medien.

gedanklich bei dem bleiben können, was einen interessiert

Lebe deinen Traum bedeutet, dass man sich ganz dem Interesse widmen kann, das einen am meisten bewegt.

Lebe deinen Traum bedeutet nicht, zu faulenzen, allein schon deshalb, weil Leben und Reglosigkeit Gegensätze sind. Lebe deinen Traum bedeutet auch nicht, den Träumen anderer nachzujagen.

Innerhalb der eigenen Grenzen träumen zu können, und diesen Traum zu leben, das ist der Inbegriff von „Lebe deinen Traum“.

 

Spruchbild, Bildspruch, Zitat, Sprichwort: Glück heißt: Seine Grenzen kennen und sie lieben. (Romain Rolland)
Glück heißt: Seine Grenzen kennen und sie lieben. (Romain Rolland)

 

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Was heißt: Lebe deinen Traum? was last modified: April 4th, 2016 by Henrik Geyer

Wunschdenken – ist die Realität automatisch das, was man denkt?

Wunschdenken

Wunschdenken – sich einfach die Welt schön denken. Ist das Unsinn oder Realität? Traum oder Alptraum?

Im Zusammenhang mit Spiritualität, Religiosität, auch meinem Spirealismus und dessen Grundsatz „das Denken ist die Realität“, wird oft vermutet, es ginge um Wunschdenken – und Wunschdenken sei Quatsch.

Hierzu einige Gedanken und ein Aspekt des Begriffes „Wunschdenken“, der vielleicht ungewohnt erscheint.

Unsere Vorstellung von der Welt ist die Welt

In „Alles ist Geist“ lege ich meine Beobachtung dar, dass die Art und Weise des Denkens die individuelle Welt erschafft. Was wir denken ist nicht im eigentlichen Sinn eine Sichtweise „auf“ die Welt – sondern die individuelle Vorstellung ist die Welt (des Individuums).

Wie könnte man Vorstellung von der Welt und richtige Welt auseinander halten?

Wunschdenken ist real

Daher ist, was der Einzelne für „die Wahrheit“ hält, für ihn die Wahrheit. Punkt. Wenn Sie z.B. den eben formulierten Satz in diesem Moment nicht für wahr halten, so ist es Ihre, Ihnen unbestreitbar erscheinende, Wahrheit, dass er falsch ist. Es bleibt immer eine subjektive Wahrheit – DIE Wahrheit gibt es ebenso wenig wie DIE Realität.

Wenn man die Vorstellung von der Welt irgendwie beeinflussen kann: Hat es für den Einzelnen Sinn, sich eine schöne Welt vorzustellen, an Stelle einer schrecklichen? Ja! Und wenn unverbesserliche Realisten nun von der Realität sprechen, die man anerkennen müsse, dann verkennen sie mindestens, dass positives Denken ja ebenfalls eine Realität ist. Eine Realität, die das, was wir Materie nennen, bewegt. Indem sie uns bewegt.

Positives Denken hat Sinn. Glauben bewegt uns wie ein Motor. Glauben lässt uns stark sein, wenn es schwierig wird. Positives Denken gibt uns Kraft, Dinge anzupacken, die am Anfang wie unmöglich erscheinen. Es hat viel Sinn, sich auf guten Glauben, auf Zuversicht, zu konzentrieren, auf gute Gedanken! Es hat viel Sinn, gesteuert Wunschdenken zu betreiben.

Man kann übrigens Wunschdenken auch als einen Schutz vor einer (fälschlich) als schlecht wahrgenommenen Realität verstehen – auch dann hat Wunschdenken einen Sinn.

Wunschdenken praktizieren

Wunschdenken zu praktizieren bedeutet, sich bewusst einem Gedanken zuzuwenden, den für wahr zu halten man für nützlich hält.

 

Die Grenzen dessen, was wir uns vorstellen können, liegen im Denken (wenn auch nicht im Denken des Einzelnen, wodurch klar ist, dass das Denken des Einzelnen nur im Zusammenklang mit dem Denken aller die Macht hat, eine Realität für alle zu erzeugen – siehe Spirealismus).

Die Grenzen dessen, was der Einzelne sich vorstellen kann, sind demzufolge auch in den Denk-Grenzen der Personen zu finden, mit denen wir uns umgeben.

Daher sehen wir schon das Erfordernis, dass gezieltes Wunschdenken auch ein Abkoppeln vom Denken anderer Personen ist. Ein Denken anderer, das man selbst vielleicht nicht haben möchte.

Wie macht man das, wie koppelt man sich ab? In dem man sich mit den Personen auseinandersetzt, sich streitet? Indem man anderen beweist, im Unrecht zu sein? Nein, man koppelt sich ab, indem man sich aus der Kommunikation löst – nicht kommuniziert.

Die Kehrseite der Medaille ist natürlich, dass man auf diese Weise nicht das Denken der Anderen verändert (was ohnehin sehr unwahrscheinlich ist). Die eigene Wahrheit ist von der Wahrheit anderer abgekoppelt – aus Wunschdenken baut sich eine individuelle Wahrheit auf, die nicht automatisch die Wahrheit der anderen ist. Das zu akzeptieren ist Teil der Methode, Wunschdenken zu praktizieren.

Wunschdenken an der Realität vorbei: Wünsche für die man nichts tut

Die Realität ist nichts Genaues, nichts Scharfes, nichts Eindeutiges. Niemand kann sagen: die Realität ist nur das, oder nur jenes. In jedem ist die Realität anders.

Dennoch hat Wunschdenken sicherlich Grenzen des Nützlichen oder Machbaren. Z.B. wenn es uns Ziele verfolgen lässt, die sich letztendlich als untauglich erweisen. Wenn wir also „an der Realität vorbei“ handeln. Oder, wenn man, Träumen nachhängend, das Handeln zu seinem Besten vergisst, so dass man, aus Wunschdenken „erwachend“, sich in einer Alptraum-Realität wiederfindet.

 

Jedoch – „endgültig“ definieren lässt sich eine Abgrenzung nicht. Wir sind es zwar gewohnt, ganz genau zu beurteilen, was „nur Wunschdenken“ ist, und was „richtiges“ Denken. Aber bei Lichte besehen ist es doch nahezu unmöglich zu sagen, was genau Wunschdenken ist. Denn  wir alle leben (zumindest auch) in unseren Träumen, Vorstellungen, Wünschen. Macht das das Leben nicht gerade lebenswert? Die größten Künstler, Erfinder und Entdecker galten in ihrer Zeit als Träumer und Spinner. Die größten Realisten hingegen sind längst vergessen.

Der Wunschdenkende darf einfach nicht vergessen, seinen Wünschen entsprechend auch zu handeln. Was so viel heißt wie: den Gedanken zu Ende denken!

Wunschdenken – ist die Realität automatisch das, was man denkt? was last modified: Februar 10th, 2016 by Henrik Geyer

surreal – Was ist surreal?

surreal: Nach einem schweren Regen

Woher kommt der Surrealismus?

Surrealismus entstammt einer geistigen Strömung der Zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Surrealismus entstand nach dem Ersten Weltkrieg, vornehmlich in Frankreich. Andre Breton, der geistige Führer des Surrealismus, hatte als Teilnehmer des Ersten Weltkrieges in einem Lazarett gedient. Dort traf er auf einen Soldaten, der traumatisiert, den Krieg für eine Art Täuschungsmanöver hielt – geschaffen, ihm eine Realität vorzugaukeln, die es nicht gab; wohl, weil das in seiner Schrecklichkeit nicht sein durfte, ihm unfassbar war.
Breton, der zur Kenntnis nahm, dass die Wirklichkeit (Realität) etwas ist, das sich im Individuum darstellt, und das es nicht in einem Außen gibt, entwickelte die Überzeugung, dass Traum und Realität voneinander nicht zu trennen sind, sich durchmischen. Daher auch der Name „Surrealismus“ – franz. „sur“=über. Surreal nennt man also eine über der Realität stehende Sichtweise, bzw. eine Sichtweise, in der sich Realität und Traum vermischen.
Ein weiterer wichtiger Einfluss waren die Entdeckungen Freuds zum Unbewussten in dieser Zeit, die dem Menschen nahelegten, nicht „Herr im eigenen Haus“ (dem Denken) zu sein.

Was bedeutet surreal?

Grenzt sich „surreal“ von „merkwürdig“ ab? Was ist die Eigenschaft eines Traumes im Gegensatz zur Realität?
Im Traum dehnt sich die Zeit, Zusammenhänge werden auf eine merkwürdige Art konstruiert. Dinge geschehen, die in der Realität nicht geschehen können.
Aber was ist die Eigenschaft surrealer Kunst gegenüber normaler Malerei, die merkwürdige Situationen darstellt?

Surreales für Kinder: Märchen, Phantasiegeschichten. In der Psyche von Kindern vermischt sich mühelos Traumhaftes mit dem Realem
Surreales für Kinder: Märchen, Phantasiegeschichten. In der Psyche von Kindern vermischt sich mühelos Traumhaftes mit dem Realem

Surreale Kunst arbeitet oft mit verblüffenden Bildeindrücken, die intuitiv das Gefühl von merkwürdigen Wahrheiten erzeugen. Oft ist Gegenstand der surrealistischen Malerei ein In-Frage-Stellen unserer Grundbegriffe – man denke an Salvador Dali und seine Darstellungen von Zeit, in der sich Uhren (als die Taktgeber unserer ach so realistischen Welt) verflüssigen.
Näher beschreiben und abgrenzen lässt sich surrealistische Kunst aber nicht, denn es ist im Grunde die Eigenschaft aller Kunst, verblüffende und dem Denken neue Zusammenhänge aufzuzeigen.

Gibt es surreale Einflüsse heute?

Der Surrealismus findet sich in Kino, Kunst und Literatur des Heute wieder. Man könnte ihn beispielsweise in der aktuellen Fantasy-Welle sehen, es ist nur eine Frage der Bezeichnung. Sollte man das so sehen, so müsste man aber sagen, dass der Surrealismus des Heute einen Großteil seiner klugen Reflektionen und Zielstellungen verloren hat, die er ursprünglich hatte. Denn der Surrealismus hatte für seine geistigen Wegbereiter durchaus ein Ziel, nämlich das, die Welt besser zu machen.

Wie sollte der Surrealismus die Welt besser machen? Indem er die wichtige Erkenntnis, dass jenseits der scheinbaren „Normalität“ (geistige) Welten darauf warten entdeckt zu werden, als allgemeine Wahrheit der Öffentlichkeit zugänglich macht. Daraus erst resultierte ein wirkliches Erkennen der Welt…

Was lehrt uns Surrealismus?

Der Surrealismus lehrt uns, in Verbindung zu setzen, was nach unserer festen Überzeugung keine Verbindung haben kann. Gedanken, die scheinbar unmöglich zusammengehören können  in Verbindung gebracht werden. Unsere Welte(en) sind die Welten der Gedanken.
Nicht umsonst hat Freud die Träume analysiert – denn er wollte der Realität des Individuums auf die Spur kommen. Realität und Traum durchmischen sich tatsächlich – sind nicht zu trennen. Nach wie vor Aktualität hat die Jahrtausende alte Frage des Zhuang Zhou: Bin ich ein Schmetterling, der träumt, ein Mensch zu sein, oder bin ich ein Mensch, der träumt, ein Schmetterling zu sein?
Ist also, was wir erleben, nun die Realität eines Traumes, oder ist es die „reale“ Realität?

Siehe auch Artikel zum Thema Denken ist die Realität : Das Denken ist die Realität – und nicht: das Denken erzeugt Realität

surreal – Was ist surreal? was last modified: Mai 29th, 2016 by Henrik Geyer