Stefan Blankertz: Gott wurde Mensch

Was ist Spiritualität? Fotos der Co-Autoren - Stefan Blankertz [SPID 4243]

Lieber Stefan, wir kennen uns nun schon ein paar Jahre. Du bist ein fleißiger Schriftsteller mit nun schon über 30 Publikationen.

Du nennst dich Wortmetz, weil du die Worte wie ein Steinmetz formst und gestaltest. In deinen Büchern liest man daher viel Assoziatives. Dein Werkzeugkasten beinhaltet ein gerüttelt Maß an philosophischer Kenntnis. Du bist ein Autor, der dem Sinn der Worte mit großer Akribie auf den Grund geht.

Ich kam darauf, dich zu interviewen, weil deine Haltung zu Spiritualität und Religion eher kritischer Natur ist. Ich finde es spannend zum Thema Spiritualität auch einmal kontrovers zu sprechen, vielleicht ein wenig philosophisch. Ich bitte dich, zunächst deine Einschätzung des Begriffes Spiritualität zu formulieren.

Spireo: Was verstehst du unter Spiritualität und was wird ggf. falsch darunter verstanden?

„Spiritualität“ ist so ein modischer Gummibegriff, den ich zugegebenermaßen selbst auch manchmal verwende, vor allem dann, wenn nicht so ganz klar ist, worum genau es überhaupt geht. Geht es um Religion? Um welche? Geht es darum, dass jemand nicht herzlos ist? Oder so weltabgewandt zu sein, dass man nicht mehr mitkriegt, was um einen herum los ist? Dass jemand Stimmen hört und daran glaubt, dass man bei rechter innerer Haltung auch ohne Nahrung, nur von Sonne, Luft und Liebe leben kann? Die Bandbreite ist unendlich dehnbar, und meist versteht man aus dem Kontext, wie jemand den Begriff verwendet, positiv oder negativ oder neutral, aber es gibt kein „Richtig“ und kein „Falsch“ beim Verständnis, sondern nur eine pragmatische Bedeutung, die sich im jeweiligen Zusammenhang ergibt.

Spireo: Was von dem, was du konkret manchmal tust, würdest du eine spirituelle Handlung nennen?

Beten. Mitgefühl haben – und zeigen, wobei mir als Introvertiertem das oft schwerfällt. Mein beharrliches Engagement für Toleranz und gegen Gewalt speist sich stark von einem Gefühl der Verantwortung, das sich nicht rein rational erklären lässt …

Spireo: … manchmal ist es nur eine Frage des Glaubens, ob man sich aufraffen kann, etwas zu tun. Ich nehme an, auch du brauchst Glauben, nicht nur für das Engagement, sondern einfach um zu leben. Für mich ist das ein spiritueller Aspekt … diese Selbsterforschung. Was bringt uns dazu, etwas zu tun oder zu lassen? Man kann das meist nicht erklären … Wie siehst du das?

Ja, exakt. Der Satz vom heiligen Augustinus, „ex fide enim vivimus“, also: „Wir leben nämlich durch den Glauben“. Wenn wir den nächsten Schritt tun, sagt mein Inspirator Paul Goodman, glauben wir, dass wir auf festen Grund treffen. Wir müssen nicht erst das Gesetz der Gravitation beweisen.

Spireo: Würdest du dich als spirituellen Menschen beschreiben? Oder bist du materialistisch?

Ich glaube an Gott im Sinne von Jesus. Besonders wichtig ist mir das Geheimnis des Glaubens, dass Gott Mensch geworden ist und hierdurch verwandelt wurde. Das ist Glaube, kein Wissen. Ansonsten stehe ich dem Christentum im Allgemeinen und dem Katholizismus, dem ich angehöre, sehr kritisch gegenüber. Vor anderen Religionen habe ich großen Respekt, besonders dem Judentum, dem Islam, dem Buddhismus und dem Taoismus, obwohl Religionen oft einen problematischen gesellschaftlichen Einfluss haben (um es ganz vorsichtig zu sagen). Allerdings sollte die Religiosität meiner Meinung nach nicht davon abhalten, die Welt zu sehen wie sie tatsächlich ist, sie zu untersuchen, und man sollte seine Entscheidungen auf Grundlage von Fakten und nicht von Wunschdenken fällen. Wenn Wünsche wahr werden (was ja bisweilen vorkommen soll), sind sie eben auch zu Fakten geworden.

Spireo: Vielleicht ist die Dreifaltigkeit für Menschen wie dich erschaffen worden – für Menschen, die mit einem Gott im Himmel nichts anfangen können? Die Dreifaltigkeit beinhaltet Gott als allumfassendes Abstraktum, Jesus als den Sohn, sowie den heiligen Geist. Was ist Jesus im Unterschied zu Gott für dich? Ein einfacher Mann? Ein kluger Mann? Ein barmherziger Mann?

Jesus ist zum Menschen gewordener Gott; früher sagte man dazu „Inkarnation“ oder zu deutsch „Fleischwerdung“. Dieser Gott war ja eine ziemlich fiese Gestalt …

Link zur Webseite von Stefan

 

Dieses Gespräch ist Teil des Buches:


Was ist Spiritualität?

Was bedeutet Menschen Spiritualität? Wozu ist sie gut? Wie leben Menschen Spiritualität? Ist Kreativität spirituell? Kann Spiritualität heilen? Was bedeutet Tod?.
Henrik Geyer führte Gespräche mit spirituellen Menschen – mit Stefan Blankertz, Dr. Ruediger Dahlke, Catharina Fleckenstein, Ralf Hillmann, Cristina Holsten, Petra Milkereit, Werner Szendi, Pascal Voggenhuber

Stefan Blankertz: Gott wurde Mensch was last modified: Oktober 20th, 2016 by Henrik Geyer

Interview mit dem spirituellen Erfolgsschriftsteller Ralf Hillmann

Spireo: Lieber Ralf, ich kenne Dich nun schon zwei Jahre als einen netten, hilfsbereiten und offenen Kollegen. Du betreibst die erfolgreiche Internet-Seite „Spirituell-auf-deine-Weise.de“, die sich über ein erhebliches Besucheraufkommen freuen darf.

Du bist ein erfolgreicher Autor mit beachtlichen Buchverkäufen – das ist gerade in der heutigen Zeit ein schwieriges Unterfangen. Wie lange machst Du das schon – und was wäre Dein Rat an junge Autoren, die noch nicht so weit sind wie Du?

Ralf Hillmann
Ralf Hillmann

Erst einmal herzlichen Dank, dass du mich für ein Interview eingeladen hast. Ich bin gespannt, welche Fragen du dir für unsere Unterhaltung ausgedacht hast. Die erste Frage kenne ich ja nun schon. Die Idee ein Buch zu schreiben entwickelte sich in 2009. Damals erlitt ich einen gesundheitlichen Zusammenbruch und kündigte meine Arbeit. Wie mein Leben weitergehen sollte, wusste ich nicht. Ich hatte zu nichts mehr die Kraft. Dann saß ich irgendwann am Schreibtisch und schrieb mein erstes Buch. Einfach so. Ohne je zuvor die Idee gehabt zu haben, das zu tun. Es geschah quasi wie von selbst. Alle Bücher, die danach folgten, entstanden auf andere Weise. Für diese überlegte ich mir vorab ein Thema, eine Struktur, einen roten Faden, ein Konzept. Mein Erstlingswerk „Spirituell auf deine Weise“ entstand ohne all diese Überlegungen. Ich kam mir dabei vor, wie von „oben“ geführt. Und damit komme ich auch schon zum zweiten Teil deiner Frage: Mein Rat an andere Autoren ist folgender: Schreibe genau das, was du schreiben möchtest; vertraue darauf, dass das, was du zu sagen hast, andere interessiert; vertraue darauf, dass sich Wege finden und Möglichkeiten ergeben werden, deine Arbeit in den Erfolg zu führen; habe Geduld und sei bereit, für einen eigenen, ganz individuellen, authentischen Weg; tue es auf deine Weise! Ich glaube, es gibt kein Geheimrezept. Es kommt darauf an, welche Art von Büchern jemand schreibt; was für ein Typ ein Autor ist; aus welchem Motiv heraus er schreibt; welche Ziele verfolgt werden usw.

 

Spireo: Auf Deiner Webseite schreibst Du, dass Du über ein einschneidendes Erlebnis zu Spiritualität gekommen bist (wie so viele). Wie hat sich das abgespielt?

Früher war ich der ideale angestellte Arbeitnehmer. Angepasst und stets fleißig und bemüht, es allen recht zu machen. Ich vergaß dabei, auf meine eigenen Bedürfnisse zu achten. Irgendwann erhielt ich von meinem Körper und meiner Seele die Quittung dafür. Ich wurde sehr krank. Eigentlich konnte mir die Schwere der Erkrankung nie von einem Arzt bescheinigt werden. Ich war über zwei Jahre lang so stark erkältet, dass ich mich irgendwann kaum noch aufrecht halten konnte. Mein Husten war zwischenzeitlich so schlimm, dass ich manchmal dachte, ersticken zu müssen. Alles, was die Ärzte dazu zu sagen hatten, war: „das wird schon wieder“, was mir fehlte bzw. wie meine Beschwerden zu erklären und zu behandeln waren, wusste niemand. Irgendwann gab ich auf. Ich ließ einfach los und ergab mich in mein Schicksal. Mir war alles egal. Ich hätte auch sterben können. Mir wäre alles recht gewesen. Nur das Leben mit diesem pausenlosen Husten, wollte ich nicht mehr länger ertragen. So kündigte ich meine Arbeit und legte mich ins Bett. Das Sonderbare war, dass ich von dem Moment an, als ich alles hinwarf, auf einmal das Gefühl hatte, dass nun bald alles gut werden würde. Und tatsächlich, ein paar Tage später ging es mir schon bedeutend besser. Ich hatte immer Angst davor gehabt, einmal arbeitslos zu sein, doch nun war ich es, und ich fühlte mich vollkommen relaxed und von „oben“ geführt. Ich hatte ein Vertrauen in mich und mein Leben, wie ich es zuvor noch nie gehabt hatte. Ja, ich war spirituell verbunden.

 

Spireo: Was hat sich in Deinem Denken geändert? Was hast Du hinterher anders getan als vorher?

Ich würde gar nicht unbedingt sagen, dass ich ein komplett anderer Mensch geworden bin. Ich habe noch die gleichen Interessen und gleichen Charakterzüge wie vorher. Nur achte ich seitdem immer darauf, was ich wirklich will und was ich tatsächlich leisten kann und mag. Es macht mir auch heute noch Freude, für andere da zu sein, aber ich bin es nur noch dann, wenn es meine Kräfte nicht übersteigt. …

 

Dieses Gespräch ist Teil des Buches:


Was ist Spiritualität?

Was bedeutet Menschen Spiritualität? Wozu ist sie gut? Wie leben Menschen Spiritualität? Ist Kreativität spirituell? Kann Spiritualität heilen? Was bedeutet Tod?.
Henrik Geyer führte Gespräche mit spirituellen Menschen – mit Stefan Blankertz, Dr. Ruediger Dahlke, Catharina Fleckenstein, Ralf Hillmann, Cristina Holsten, Petra Milkereit, Werner Szendi, Pascal Voggenhuber

 

 

Link zu Ralf Hillmanns Blog, „Spirituell auf Deine Weise“

Interview mit dem spirituellen Erfolgsschriftsteller Ralf Hillmann was last modified: Oktober 20th, 2016 by Henrik Geyer

Spiritualität leben – wir sind spritituelle Wesen

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Geist ist alles, alles ist Geist … spirit is everything, everything is spirit Thema Spiritualität leben

Spiritualität leben – wie macht man das am besten, was ist spirituell, worum geht es dabei?

Geist ist alles – alles ist Geist / spirit is everything, everything is spirit

Spirituelle Kraft ist Kraft, die aus Geistigem erwächst. Eine Kraft also, jenseits der scheinbar so bestimmenden äußerlichen Realität. Spiritualität kann das Leben grundlegend verändern. Spiritualität kann heilen und den Zielen und der eigenen Bestimmung näherbringen.

Was bedeutet spirituell?

Spirit – innewohnender Geist, Spiritus – lateinisch: der Hauch, der Atem. Der Atem wurde im Altertum dem Geheimnis des Lebens zugeordnet, der Seele, bzw. der nicht weiter erklärbaren Kraft, die alles Lebende antreibt. „Spirit“ im heute oft verwendeten Sinn steht aber auch für eine selbstbewusste, handelnde Einstellung. Spiritualität heißt für Spireo: die eigene Geistigkeit wahrnehmen, sich des eigenen Selbst bewusst werden. Die eigene Geistigkeit, die Seele erkennen und annehmen.

Insofern drückt der Untertitel „spirit is everything“ einerseits aus, dass für das Leben die Einstellung entscheidend ist – wir sagen ja umgangssprachlich: „der Spirit entscheidet. Gemeint ist hier: Der Geist, die Einstellung, mit dem man die Dinge angeht.

Spirituell ist aber auch das Erkennen, dass Geist tatsächlich alles ist, was ist. In dieser Formulierung geht es um den Begriff von Existenz, den der Spirealismus neu begreift.  (Dazu hier mehr)

Die subjektive Realität formt sich aus Geist. Geist ist in allem, was uns umgibt.

Wir sind nicht materielle Wesen,
die spirituelle Erfahrungen machen können,
sondern wir sind spirituelle Wesen,
die materielle Erfahrungen machen.
Pierre Teilhard Chardin

Spiritualität leben – Überwindung des Glaubens

Nein, hier ist nicht davon die Rede, Religion sei nicht spirituell.

Ähnliches Thema: Beitrag ‚Religion und Spiritualität – was ist der Unterschied?‘

Spiritualität leben bedeutet vielmehr (zumindest für mich) zu sehen, dass Geistiges, das Relatives, tatsächlich alles ist, was ist. Demzufolge gibt es kein endgültiges Wissen, keine endgültige Wahrheit.

Letztlich ist jedes Wissen auch Glauben – und jeder Glauben, jedes Wissen, kann überwunden werden. Und wird überwunden werden, es ist nur eine Frage der Zeit.

die Antworten der materialistischen Wissenschaft auf menschliche Fragen nach dem Woher und Warum

In der modernen Gesellschaft wird immer klarer, dass die scheinbar so allgemein-gültigen Antworten der Wissenschaft in den zentralsten menschlichen Fragen nicht weiterführen.

Die Existenz des Schöpfers zu bezweifeln (wo soll er sein? Warum kann man ihn nicht beweisen?), und an seine Stelle den Urknall zu setzen, hilft in menschlichen Fragen nicht weiter. Der Urknall ist erstens kein „Grund“ im Sinne einer letzten Kausalität(was war davor? was löste den Urknall aus, was begründet ihn?). Zweitens aber, und noch wichtiger, beantwortet er uns keine menschliche Frage (Ist der Grund für unser Hiersein ein Knall?)

Bitte lesen Sie auch: Artikel ‚Wo ist Gott‘

Spirituelle Weisheit ist Weisheit und Wissen

Eine Rückbesinnung auf uralte spirituelle Weisheiten ist notwendig, und im vollen Gange.

Sich diesen spirituellen Weisheiten zuzuwenden, das bedeutet Spiritualität leben.

Viele Menschen heute sind Anhänger diverser spiritueller Weltanschauungen. Esoterik, Religion, alternatives Heilen – wie man dies alles nennen mag. Sie haben Existenz und Existenzkraft durch die Gedanken in den Menschen. Und dies ist zugleich die unleugbare geistige Kraft, die Kraft aus Spirituellem.

Daher auch gehört Spiritualität zum menschlichen Leben – nicht etwa, weil es nur eine angenehme Illusion wäre. Nein, Spiritualität funktioniert.

Spiritualität leben – Chance für die Menschheit?

Neben spirituellen Fragen, die für den Einzelnen wichtig sind, geht es heute gleichermaßen um die zentralen Probleme der Welt.

Sie lassen sich nur durch Geistiges lösen.

Gelingt es uns der immer weiter fortschreitenden Naturzerstörung, des „Verbrauchs“ von Natur, Herr zu werden? Gelingt es, die Überbevölkerung zu stoppen? Gelingt es der Menschheit, nicht nur reagierendes Medium zu sein, sondern sich wahrhaft ihres Selbst bewusst zu werden? Gelingt Wachstum in Richtung Qualität und Interessenausgleich? Das sind die Fragen um die es heute geht – wahrhaft entscheidende Fragen für das Überleben der Menschheit.

Das überkommene „Mehr!“ hat ausgedient, kann nicht immerwährendes Konzept sein. Um das Mehr! aus der Welt zu schaffen, müssen wir uns bewusst werden, dass wir durch Leben von Spiritualität unsere ureigensten Grundbegriffe formen können, neu betrachten können, neu begreifen können.

Weiterlesen: Beitrag ‚Ist der Mensch die Krankheit der Welt? Zerstörung der Erde – Heilung der Erde.‘

Die Qualität und die Ernsthaftigkeit, mit der wir uns den Fragen zu uns selbst widmen, wird entscheidend für das Schicksal der Welt sein. Spiritualität zu leben – darin liegt eine neue, großartige Chance für die Menschheit, in ihrem Ringen um Überwindung der fundamentalen Existenzkrisen.

Spiritualität leben – es gibt nicht nur einen Weg

Spiritualität leben – wer das tut erfährt, dass es nicht den einzig „richtigen“ Weg gibt.

Woher kommt dann der uralte Streit über den richtigen Weg – wir kennen das, beispielsweise zwischen Religionen? Ist das nicht absurd, wenn zwischen spirituellen Denkrichtungen so gestritten wird?

Dieser Kampf ist Inbegriff materialistischen Denkens, also das Gegenteil von spirituellem Denken.

Im Heute Spiritualität leben

Es gibt viel zu tun, vieles neu zu bedenken. Vielleicht ist es uns vorbehalten, Spiritualität neu zu entdecken; die Kraft zu entdecken, die spirituelles Denken entwickeln kann.

Die Macht der neuen Informationstechnologien, die Geistiges in Sekundenschnelle verbreiten, spricht dafür, dass das gelingen könnte; sowohl gesellschaftlich, als auch für den Einzelnen.

Alle möglichen Probleme von Menschen lassen sich auf Probleme des Denkens zurückführen und auch genau an dieser Stelle lösen.

Spiritualität leben – wir sind spritituelle Wesen was last modified: Februar 12th, 2016 by Henrik Geyer

Religion und Spiritualität – was ist der Unterschied?

Religion und Spiritualität

Für mich überraschend habe ich festgestellt, dass es Menschen gibt, die Religion und Spiritualität strikt voneinander trennen.

Ist man nicht religiös, wenn man spirituell ist? Ist man nicht spirituell, wenn man religiös ist?

Religion ist eine Form von Spiritualität

Meine Aussage ist ganz klar: Religion ist eine Form der Spiritualität. Man sehe sich an, welche Werte spirituelle Menschen suchen und vertreten, und welche Werte religiöse Menschen suchen und vertreten.

Spiritualität ist ein sehr allgemeiner Begriff, der viele mögliche Denkrichtungen umfasst. Man kann aber getrost sagen, dass Religion eine konkrete Form von Spiritualität ist. Mehr noch – was heute als Spiritualität praktiziert wird, ist ohne Religion nicht denkbar, denn die diversen Formen von Spiritualität kommen nicht ohne die so wichtigen religiösen Weisheiten aus. Sind doch diverse Denkrichtungen, wie zum Beispiel die Prinzipien der Hermetik (die wohl, das wird niemand bestreiten, spirituell sind), Abkömmlinge des Biblisch-Religiösen.

Biblische Lehren wiederum sind, so die Meinung vieler Religionswissenschaftler, eine Form buddhistischer bzw. hinduistischer Lehren – in eine neue Form gebracht.

Was will Religiosität, was will Spiritualität?

Religion und Spiritualität eint zunächst einmal der Versuch, eine Verbindung zum Höheren herzustellen. In Religionen heißt das Höhere „Gott“. In den diversen spirituellen Lehren heißt das Höhere oft „das Selbst“, „das höhere Selbst“, „die Natur“, „der Kosmos“, oder es werden Naturgötter wieder – und neu belebt.

Grundauffassung und Ziel sind bei Religion und Spiritualität gleich:

  • es gibt das Höhere
  • man möchte die wirkliche Wahrheit erkennen – und sie liegt nicht im offensichtlich Sichtbaren
  • man möchte aus der Verbindung mit dem Höheren Nutzen ziehen
  • die Erkenntnis: es kommt auf das Denken an / der Glaube erschafft

was unterscheidet Religion und Spiritualität?

Diejenigen, die einen fundamentalen Unterschied herbeidenken, sagen oft, Religion und Spiritualität unterschieden sich durch den Glauben – Religion sei „lediglich Glaube“ – offenbar im Unterschied zu Spiritualität.

Wissen vs Glauben

Aber kann man sagen, dass das Denken der spirituellen Menschen auf Wissen basiert, im Gegensatz zu Religion? Nein. Religiöser Glaube ist Wissen. Wäre er „irgendein unbewiesener Unfug“, so wie Diejenigen meinen, die einen Unterschied zwischen Wissen und Glauben herbeidefinieren, dann hätte er keinerlei Macht. Glaube hat aber Macht. Um die Macht des Glaubens geht es in jeder Religion, in jeder Weisheitslehre. Und die Macht des Glaubens ist es auch, die den Anhängern jeglicher spirituellen Lehre das eigene Denken wie das einzig mögliche Denken erscheinen lässt.

Es ist nur eine wahre Religion, aber es kann vielerlei Arten des Glaubens geben.
Immanuel Kant

Religion wird vermischt mit Institutionen

Religion hat für einige einen recht negativen Beigeschmack.  Wenn von Religion die Rede ist, denken sie an historische Ungerechtigkeiten, an Glaubenskrieg, oder an Kirchensteuer. Im Gegensatz zum Christentum haben viele spirituelle Lehren keine irdische Institution, so dass der Eindruck entsteht, das Spirituelle sei (im Gegensatz zum Religiösen) prinzipiell fehlerfrei.

Doch man bedenke: Das Höhere, wie auch immer man es definiert, hat nichts mit unseren irdischen Kriegen, nichts mit unseren Irrtümern, nichts mit Steuern zu tun. Hier wird etwas auf unzulässige Weise vermischt.

Gott oder nicht Gott

Viele Spirituelle stören sich am  Vorhandensein von Gott in der Religion, während sie selbst meinen, ohne Gott auszukommen. Das wiederum ist ihnen Beweis für ein Wissen, das sie selbst haben, gegenüber (dummem Wunder-)Glauben der anderen. Wir sprachen bereits davon.

Wenn man hingegen die Begriffe der Spirituellen für das Höhere, welche es auch sind, als eine Variante des Wortes „Gott“ sieht, kann man die Gleichartigkeit beider Bereiche besser erkennen.

Das Wichtige ist das Zur-Kenntnis-Nehmen von etwas, das größer ist, als das Ich des Menschen. Welchen Namen man dem gibt, ist hingegen weniger wichtig. Weniger wichtig sind auch die konkreten Formeln der Aussagen und Gedanken, mit denen man das Höhere denkt.

Der wahre Gegensatz

Den wirklichen und grundsätzlichen Unterschied sehe ich nicht in der Unterscheidung zwischen Religion und Spiritualität, sondern zwischen spirituellen Denkrichtungen (darunter auch Religion) und Materialismus. Denn dort hält sich, wenn auch verklausuliert, der Mensch selbst für das Höchste.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Religion und Spiritualität – was ist der Unterschied? was last modified: Dezember 22nd, 2015 by Henrik Geyer

Spiritualität im Alltag – spirituelle Gespräche

Spiritualität im Alltag - spirituelle Gespräche

vor einiger Zeit habe ich einige spirituelle Gespräche mit Menschen geführt. Das Thema war sehr allgemein Spiritualität im Alltag. Es waren Menschen, von denen anzunehmen war, dass sie zum Thema Spiritualität Auskunft geben können … Buchautoren und -Autorinnen, Künstler …

Schon allein die Frage, warum so viele spirituelle Menschen als im weitesten Sinne als Künstler arbeiten, ist eigentlich interessant. Vermutlich liegt das daran, dass Künstler sich den Fragen nach sich selbst sehr widmen – um ihre Kunst hervorbringen zu können, um sozusagen aus dem unerschöpfliche Brunnen der Kreativität schöpfen zu können, der nur im Innen sprudelt. Spiritualität ist für einen Künstler wohl ein unabdingbares Arbeitsmittel. Und wie sich an Dr. Dahlke zeigt, kann Spiritualität auch für Ärzte ein nützliches, weil heilendes, Werkzeug sein.

Fragen zu Spiritualität im Alltag

Meine Frage war meist, was diese Menschen über Spiritualität denken; was Spiritualität überhaupt für sie ist. Für mich war auch die Frage wichtig, wie die Menschen mit Spiritualität im Alltag umgehen – was sie sozusagen daraus machen. Anders gesagt: was nützt Spiritualität?

Wenn ich heute diese Interviews zusammenfassen müsste, würde ich sagen, dass die interviewten Menschen sich sehr viel mit der Bedeutung dessen beschäftigen, was sie erleben. Sie sind sehr achtsam …  fragen sich, was genau sie wollen, was sie glücklich macht, was richtig ist, etc..

Das „Richtige“ ist für sie nicht von vorn herein das, was alle sagen, sondern, sie suchen in sich. Daher erscheinen ihre Gedanken, sofern diese geäußert werden, dem Normalmenschen oft ein wenig absonderlich. Es geht ihnen oft weniger um Geld, oder Materielles. Sondern um Erfüllung, Ausgewogenheit, oft auch Genügsamkeit; der eigenen Seele gerecht zu werden, und weniger gesellschaftlichen Normen. Was ist richtig – was ist falsch? Diese Menschen fragten sich das – und sind eben nicht jene, die sofort mit Antworten aufwarten können. Es sind Menschen, die ihre inneren Welten für wahr und wichtig halten; die auch Rätselhaftigkeit in sich selbst finden können.

spirituelle Gespräche

Für mich waren die Gespräche aufschlussreich. Ich fand es erhellend, ein klein wenig tiefer in die inneren Welten einzutauchen, als man das normalerweise macht, wenn man sich im Stile von Smalltalk unterhält. Ich finde, dabei kam auch recht Erstaunliches zu Tage. Ich hoffe, dass diese Gespräche über Spiritualität im Alltag auch heute für manchen aufschlussreich sind, der sich vielleicht erst auf die Suche macht, nach seinen eigenen inneren Wahrheiten.

Rüdiger Dahlke, spirituelles Gespräch

Nina Nell im spirituellen Gespräch

Interview mit dem spirituellen Erfolgsschriftsteller Ralf Hillmann

Catharina Fleckenstein im spirituellen Interview

spirituelles Gespräch

Christina Holsten über Spiritualität im Alltag

Werner Szendi über Spiritualität

Suraya Baumeister über Spiritualität

Interview mit der spirituellen Autorin und Verlegerin Petra Milkereit

Ria von Sypo über Spiritualität

Ähnliches Thema: Beitrag Innere Wahrheit – Äußere Wahrheit

Spiritualität im Alltag – spirituelle Gespräche was last modified: Juni 15th, 2016 by Henrik Geyer

spirituell sein – wie geht das?

hhtp:// spireo.de: spirituell - was ist das?

Spirituell – der Begriff

Spiritualität bedeutet „Geistigkeit“. In einem allgemeinen Sinn erscheint das Wort „spirituell“ ein wenig unscharf – was besagt es eigentlich? Ist denn nun „spirituell“ mit „religiös“ gleichzusetzen? Oder bedeutet Geistigkeit vielleicht Intellektualität – sind also Intellektuelle, also Geistesarbeiter, auch gleich spirituell?

Ich habe von dem Begriff Geistigkeit eine etwas spezielle Auffassung, die ich kurz erläutern möchte.

Spirituell sein ist ein Für-wahr-Halten der Gedanken

Spiritualität ist für mich ein Für-wahr-Halten der Gedanken, ein „Beachten der inneren Wahrheit“, wie ich es nenne.
Es ist die Eigenschaft dieser inneren Wahrheit, dass sie sich nicht mit Notwendigkeit im Außen zeigt, und daher oft einfach nur im Innen wahrzunehmen ist.

Das bedeutet gleichzeitig eine enge Verbindung zur Schöpfung, und die Wahrnehmung, dass die Entstehung der Schöpfung aus dem Selbst, und durch das Selbst, geschieht.

Siehe auch Artikel zum Thema : Was ist Gott? 

Sich der eigenen, inneren Wahrheit, zuzuwenden, bedeutet gleichzeitig, sich zumindest ein Stück weit von den äußerlichen Wahrheiten zu entfernen. Menschen, die auf das Äußerliche fixiert sind, erscheint eine solche Geisteshaltung oft merkwürdig, oder weltfremd, manchmal auch weise. Jedenfalls ist es für sie nicht offensichtlich, woher solche spirituellen Gedanken und Einstellungen wohl kommen mögen, entstammen sie doch nicht der „beweisbaren“ äußerlichen Welt, die man auch als eine „Konsens-Welt“ bezeichnen könnte.

Siehe auch Artikel zum Thema : Spiritualität

Spiritualität als realer Faktor

Gleichwohl ist doch Spiritualität ein nicht wegzudenkender, realer Faktor in der Gesellschaft. Selbst wenn man der Meinung ist, dass es nur das geben kann, was im „Außen zu sehen“ ist, ist doch die Existenz sehr vieler spiritueller Menschen sehr wohl im Außen zu sehen. Und damit ist Geistigkeit ein realer Faktor – ebenso real wie die Bäume am Straßenrand.

Der Nutzen der Spiritualität

Dieser realen Existenz des Spirituellen verdankt das Spirituelle seine Funktionalität, nicht etwa einer unbegründbaren Irrationalität, wie das oft Materialisten sehen. Soviel sich die Menschen gegenseitig beweisen, was es geben kann, und was nicht, bleiben sie doch immer nur innerhalb der Grenzen des eigenen Denkens – und das Unbekannte, die letztendlich rätselhafte Unschärfe der Realität, die sie vor sich  haben, bleibt. Denken wir nur an die weitgehend offenen Fragen zu Entstehung des Bewusstseins, Tod, Wiedergeburt, Sinn und Ziel des Universums, etc.. Und daraus resultiert der unbestreitbare Nutzen von Spiritualität, den der Einzelne mal mehr, mal weniger für sich erkennt.

Vielfalt des Spirituell-Seins

Wenn man Geistigkeit als ein Für-wahr-halten-der-Gedanken sieht, dann ist damit auch gesagt, dass es viele Formen und Möglichkeiten gibt, spirituell zu sein. Gemeinsam ist diesen Formen die Konzentration, und der Versuch, die Gedanken einen bestimmten Weg nehmen zu lassen.

Wer das versucht, bemerkt, dass es gar nicht so einfach ist, die Gedanken zu beeinflussen. „Es denkt“ sagte Nietzsche. Die Gedanken – sie sind der unendliche Quell unserer Realität – und dieser Quell sprudelt nur aus sich heraus. Darauf Einfluss zu nehmen bedeutet, das ultimative Werkzeug des Menschen – sein Denken – als solches zu erkennen und nutzbar zu machen.

Die vielen Formen des Spirituellen sind denn auch nahezu immer eine Form von Konzentration – wie etwa Yoga, das Gebet, Kontemplation, das Ruhen-Lassen der Gedanken..

Siehe auch Artikel zum Thema: Symbolismus – was ist das? Symbolhaftes Denken

spirituell sein – wie geht das? was last modified: Februar 9th, 2016 by Henrik Geyer

Wir sind spirituelle Wesen – und machen eine materielle Erfahrung

spirituelle Wesen - Spruchbild

Pierre Teilhard Chardin sagte einmal, „Wir sind keine menschlichen Wesen, die eine spirituelle Erfahrung machen, sondern wir sind spirituelle Wesen, die eine menschliche Erfahrung machen. „

Wir sind spirituelle Wesen

Das Spirituelle ist das Normale – die Wesenhaftigkeit des Menschen als geistig. Uns Menschen kommt es oft umgekehrt vor. Gerade heute, in unserer von „objektiven“ Prozessen geprägten Welt, erscheint es so, als sei das materielle Wesen der Dinge völlig unbestreitbar.

Dennoch kann der achtsam Beobachtende das Relative, das Nicht-Objektive, und damit das wesenhaft Geistige, in jedem Ding seiner Umgebung beobachten. Wir sind einfach nur blind für diese Tatsache, wenn wir verlernt haben, das Wunderbare und das zugleich Rätselhafte und Unerklärliche in der Welt zu sehen. Der Weg das wieder zu lernen, ist Spiritualität.

Wie ist man „richtig“ spirituell?

Es scheint dann so, als sei es völlig normal, materialistisch zu sein, und etwas Besonderes, spirituell zu sein. Dementsprechend wird das Spirituelle umweht von Mystik, feierlichem Schweigen, Transzendenz. So als könne man Spiritualität nicht anders erleben.

Jemand, der das anders sah, war Andy Kaufman. Ein spiritueller Mensch und zugleich beliebter Komiker der 1960er und 70er, dem Jim Carrey in „Der Mondmann“ ein herrlich-lustiges Denkmal setzte. Die politische Unkorrektheit Andy Kaufmans, die er als Komiker lebte, setzte er auch nach seinem Tode fort. Nach seinem Willen wurde selbst seine Totenfeier zum spirituell-fröhlichen Event. Ein „völlig unpassender“, und gerade deshalb wunderbarer Moment.

Die innere Wahrheit vs das Äußerliche

„Richtig“ spirituell ist man gerade dann, wenn man die innere Wahrheit als wichtiger betrachtet, als das Äußerliche. Der Film zeigt uns, dass gerade in dieser politischen Unkorrektheit Spiritualität liegen kann. Im Film wird Andy Kaufmann aus seiner Yoga-Gruppe geworfen, weil er für die Mitglieder auf Grund seiner Komödiantentätigkeit untragbar sei, dies sei nicht spirituell – so sagte man ihm. Und der Film fragt: Wer ist hier wirklich spirituell, und wer ist es nicht?

Wir sind nun einmal spirituelle Wesen – und können daran im Grunde nichts ändern. Man sollte sich dessen nur bewusst sein.

 

Wir sind spirituelle Wesen – und machen eine materielle Erfahrung was last modified: Dezember 7th, 2015 by Henrik Geyer

Spirituelles Erwachen – Chance für die Menschheit

Spirituelles Erwachen

Spirituelles Erwachen – auf dieser Webseite geht es häufig um Spiritualität und zentrale menschliche Fragen. Dass die Menschheit sich ihrer geistigen Seite bewusster wird, ist wichtig, weil nur so die Zukunftsaufgaben gemeistert werden können. 
Spirituelle Kraft – das ist Kraft, die aus Geistigem erwächst. Eine Kraft, die jenseits der scheinbar so bestimmenden äußerlichen Realität wirken kann. Spiritualität kann das Leben grundlegend verändern, sowohl das individuelle leben, wie auch das gesellschaftliche Leben. Spiritualität kann heilen und den Zielen und der eigenen Bestimmung näherbringen. Dafür benötigen wir spirituelles Erwachen.

Was ist Spiritualität überhaupt?

Spirit – innewohnender Geist, Spiritus – lateinisch: der Hauch, der Atem. Der Atem wurde im Altertum dem Geheimnis des Lebens zugeordnet, der Seele, bzw. der nicht weiter erklärbaren Kraft, die alles Lebende antreibt. „Spirit“ im heute oft verwendeten Sinn steht aber auch für eine selbstbewusste, handelnde Einstellung. Spiritualität heißt für Spireo: die eigene Geistigkeit wahrnehmen, sich des eigenen Selbst bewusst werden. Die eigene Geistigkeit, die Seele erkennen und annehmen.

Geist ist alles – Alles ist Geist // spirit is everything – everything is spirit

„Spirit is everything“ drückt einerseits aus, dass für das Leben die Einstellung entscheidend ist – der „Spirit“, mit dem man die Dinge angeht. Es ist aber auch das spirituelle Erwachen, das Sich-bewusst-Werden, dass Geist tatsächlich alles ist, was ist. Die subjektive Realität formt sich aus Geist. Geist ist in allem, was uns umgibt. Aus Geist ist alles. Dies ist zugleich der Grundsatz meiner spirealistischen Philosophie. Sie nimmt Descartes‚ Ausspruch, „Ich denke, also bin ich“, ernst, und transformiert diese Grundfeststellung in ein System des Denkens.

allgegenwärtige Materialistische Sichtweise

Materialistisch wird genau umgekehrt gedacht. Die Dinge des Außen seien unumgänglich so wie sie sind; sie würden den Geist bestimmen. Was also das Denken mit den Dingen des Außen zu habe, fragt sich der Materialist. Ist Spiritualität somit ein anderes Wort für unrealistisches Wunschdenken – wo doch Realitätssinn gefragt ist?

Nein. denn wer achtsam beobachtet, der stellt fest, dass Denkgewohnheiten uns bestimmen. Somit liegen die Festlegungen, von denen wir uns umgeben glauben, vor allem in uns.

Eine dieser Denkgewohnheiten ist der Glaube, wir seien von einem materiellen Außen geschaffen und bestimmt. Aber unsere Realität entsteht aus Geist, ist abhängig von Geist. Spiritualität und Achtsamkeit sind die Schlüssel, den Geist zu lenken. Wer es versteht seine Gedanken zu lenken, gewinnt den größtmöglichen Zugriff auf das ultimative Werkzeug und die ultimative Ressource, die wir Menschen haben: den Geist.

Notwendigkeit umzudenken

In der modernen Gesellschaft wird immer klarer, dass die scheinbar so allgemeingültigen Antworten der Wissenschaft in den zentralsten menschlichen Fragen nicht weiterführen. Eine Rückbesinnung auf uralte spirituelle Weisheiten, ein spirituelles Erwachen, ist notwendig, und es ist auch im vollen Gange.

Neben spirituellen Fragen, die für den Einzelnen wichtig sind, geht es heute gleichermaßen um die zentralen Probleme der Welt. Sie lassen sich nur durch Geistiges lösen. Denn die Menschheit muss einen gemeinsamen Entschluss fassen, muss sich ihrer Situation bewusst werden – anders gesagt, spirituell erwachen.

Bekommt die Welt die Überbevölkerung in den Griff? Das ginge nur gemeinsam. Nur so kann die immer weiter fortschreitenden Naturzerstörung gestoppt und umgekehrt werden. Der „Verbrauch“ von Natur  ist eine der größten Gefahren für die Menschheit – und das Gefährlichste daran ist, dass sie sich dessen nicht bewusst ist. Gelingt Wachstum in Richtung Ausgleich der Kräfte? In Richtung Wiederherstellung des Gleichgewichtes? Das überkommene „Mehr!“ hat ausgedient, kann nicht immerwährendes Konzept sein, für die Anforderungen der Zukunft, in einer endlichen Welt. Das erfordert eine neue Form der Geistigkeit, und ein Erkennen des geistigen Wesens der Welt. Und eben das meine ich mit spirituellem Erwachen.

Spirituelles Erwachen – Ernsthaftigkeit des Denkens

Die Qualität und die Ernsthaftigkeit, mit der wir uns den Fragen zu uns selbst widmen, wird entscheidend für das Schicksal der Welt sein. Hierin liegt eine neue, großartige Chance für die Menschheit, in ihrem Ringen um Überwindung der fundamentalen Existenzkrisen. Spirituelles Erwachen, die Entwicklung einer kollektiven Spiritualität, braucht es, um gemeinsam die Entschlüsse zu fassen, die nur in Einvernehmen gefasst werden können. Wir müssen uns bewusst werden, als globale Kraft auch global denken zu müssen.

Die Möglichkeit für die Entwicklung einer kollektiven Spiritualität, sind heute gegeben. Sie sind gegeben in der leistungsfähigen Informations-Infrastruktur der entwickelten Gesellschaften. Sie sind gegeben durch die Anhäufung und Sammlung von spirituellem Wissen über Jahrtausende, das uns jetzt als riesiger Wissensschatz zur Verfügung steht. Wir dürfen es nicht diskreditieren als Wunschdenken, als nutzlos, oder als „an der Realität vorbei“. Sondern, dieses Wissen muss genutzt werden.

 

Spirituelles Erwachen – Chance für die Menschheit was last modified: Dezember 7th, 2015 by Henrik Geyer

Wissenschaft und Glaube, Spiritualität und Erkenntnis

Wissenschaft und Glaube, Spiritualität und Erkenntnis

Wissenschaft und Glaube, Glaube und Wissenschaft. Sind sie wie Feuer und Wasser? Ist Spirituelle Erkenntnis gleichzusetzen mit wissenschaftlicher Erkenntnis ..? Und ist Spiritualität eine Art Spinnerei?

Die Wissenschaft scheint mit spirituellem Denken wenig am Hut zu haben, umgekehrt fragt Spiritualität wenig nach den Resultaten der Wissenschaft als Quelle für eigenes Denken.

Das könnte sich ändern.

die Wissenschaft erfordert Glauben

Häufig genug kommt es zum Streit zwischen Wissenschaft und Glaube, genauer zwischen Wissenschaftlern und Vertretern spiritueller Denkrichtungen.

Tenor: die Wissenschaft arbeitet daran, jedes auch noch so entfernte Phänomen zu erklären, detaillierte Begründungen für alles zu finden, während es sich die Religion einfach macht: Gott sei der Schöpfer von allem, Punkt.

 

Beispielsweise erläutert Wissenschaftler Lawrence Krauss in Vorträgen die neuesten Erkenntnisse der Astrophysik, nicht ohne dabei Seitenhiebe in Richtung Religion einzustreuen. Er bezieht sich in seiner Kritik beispielsweise auf den Kreationismus, also die (biblische) Vorstellung einer absichtsvollen Schöpfung der Welt durch Gott. Die Wahrheit sei vielmehr, so sagt (nicht nur) er, die Erschaffung der Materie im Urknall vor 14 Milliarden Jahren.

Dabei verkennt man (wieder nicht nur er), dass zum Beispiel großer Streit darüber herrscht, warum genau der erste Weltkrieg ausgebrochen ist. Oder die Frage – was genau war gestern eigentlich?

Ist es nun vielleicht kein Glaube, zu sagen, man wüsste, was vor 14 Milliarden Jahren geschah? Müsste man nicht mindestens dazu sagen, dass die Annahme, damals fand ein Urknall statt, nur dann stimmen kann, wenn alle anderen Aussagen, die wir über das Universum machen, ebenso stimmen – und zwar genauestens und endgültig.

Aber können wir das?

Viel wahrscheinlicher ist, dass sich unser Denken, was das Universum ist und wie es sich beschreiben lässt, kurz gesagt unser wissenschaftliches Wissen, in hundert Jahren ganz anders darstellen wird als heute. So war es schon immer. Das Wissen der Menschen ändert sich, und damit das, was sie in einem Moment als die „endgültige Wahrheit“ ansehen.

Kausalität in der Entwicklung des Wissens

Wird das Wissen in hundert Jahren als eine geradlinige Entwicklung des Wissens aus dem Jetzt entstehen – gibt es in der Entwicklung des Wissens absolute Folgerichtigkeit?

Nur wenn man das so sieht, könnte man die Entwicklung des Wissens als eine (Weiter)Entwicklung hin zu einem letzten Punkt der Erkenntnis verstehen. Was wiederum bedeuten würde, wir näherten uns einer letzten Wahrheit an, und wären, wenn auch noch nicht dort, so doch schon in der Nähe – und nähern uns immer mehr.

Wenn aber die Entwicklung des Wissens Zufällen unterliegt, keinen letzten Endpunkt hat, dann ist unser Wissen, wie wir es heute sehen, eine Möglichkeit, keine Notwendigkeit.

Somit wäre es auch einigermaßen willkürlich, zwischen absolut notwendigem, weil eindeutig-folgerichtigem Wissen zu unterscheiden, und andererseits nicht notwendigem, dummen Glauben.

Letztendlich dürfte man die Wissenschaft ebenfalls als eine Art (sehr verfestigten) Glauben sehen.

Glaube ist Wissen(schaft)

Religiöser Glaube muss für den Gläubigen ein unwiderlegbares Wissen sein muss, sonst hätte es für diesen keinerlei Wert, keine Kraft der Realisierung.

Das wäre ähnlich, als würde der Materialist eigentlich nicht richtig an die Existenz des Atoms glauben.

Und nehmen wir auch zur Kenntnis, dass das, was wir heute als Glauben oder Aberglauben bezeichnen, als Wissen(schaft) entstand. So bezeichnet man die Astrologie als die Wiege der Wissenschaft, denn sie betrieb die Himmelsbeobachtung systematisch und analytisch. Die Denkvoraussetzung war dabei, dass das, was uns erschafft, größer ist, als wir selbst (die Götter). Und das ist auch heute noch die Hauptunterscheidung zwischen spirituellen Denkrichtungen und der materialistischen Wissenschaft. Die materialistische Wissenschaft negiert die Existenz von Göttern. Dabei heißt doch ihr eigener, alles erschaffender Gott, „Materie“! Mit Gott meine ich hier eine selbst nicht erklärbare Kraft und Existenz, deren Sein alles andere Sein erschafft. Das Ende der logischen Kausal-Kette, hin zum ontologischen Prinzip einer Weltanschauung.

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Weil er fein unterscheidet zwischen Materie dort und Geist hier, glaubt der Materialist, anders als der Spirituelle, die Schöpfung zu beobachten (wie Gott)  – der „alles widerspiegelnde Geist“ des materialistischen Weltbildes scheint der Materie übergeordnet.

Unser Wissen im Jetzt – eine Frage der Zeit

Die Schlüsse der Astrologie waren für die Zeit, in der sie entstand, richtig und auf der Höhe der Weisheit. Sie war maßgeblich für die sich aus ihr später entwickelnden Naturwissenschaften. Zu sagen, solche veralteten Wissenschaften seien dummer Aberglaube – das Wissen des Jetzt hingegen Ausdruck einer unübertrefflichen Weisheit („objektive Wahrheit“), das ist selbst Aberglaube und Überheblichkeit.

Wissenschaft und Glaube – die spirealistische Sichtweise

Spirealismus sieht Existenz als einen Informationsprozess, der jede Art von Realität hervorbringen kann. Auch die des materialistischen Denkens natürlich.

Einen fundamentalen Widerspruch zwischen Wissenschaft und Glaube sieht der Spirealismus nicht.

Den eigentlichen Pferdefuß des ansonsten völlig berechtigten Wissenschaftsdenkens sieht der Spirealismus in der Verabsolutierung des Materialismus als „objektiv nicht anders denkbare Wahrheit“. Als Weltanschauung formuliert, hält der Materialismus letztlich nur sich selbst für möglich und wahr – und das ist falsch.

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Wissenschaft und Glaube, Spiritualität und Erkenntnis was last modified: März 5th, 2016 by Henrik Geyer