Die Zahl Zwei

die Zahl Zwei

Was ist das Geheimnisvolle an der Zahl Zwei? Gibt es überhaupt ein Geheimnis, oder ist alles bereits sonnenklar?

Bitte auch lesen: Artikel Die Zahl Eins

Das eine bedingt das andere

Wie im Artikel zur Zahl Eins bereits erläutert, ist es das Wesen des Denkens, immer in Objekten (eins) zu denken. Ich nenne dies (spirealistisch) objekthaftes Denken – der Begriff objekthaftes Denken benennt die Rätselhaftigeit dieser Tatsache – wir denken stets in Objekten, so als seien diese völlig abgeschlossen, jedoch können wir in der Beschreibung irgendeines Objektes nie zu einem Ende kommen. Es ist also gar nicht eindeutig abgrenzbar.

Auch das kleinste Ding hat seine Wurzel in der Unendlichkeit, ist also nicht völlig zu ergründen.
Wilhelm Busch

 

Haben wir uns einmal mit dieser Tatsache abgefunden, so ergibt sich aus dem Bestehen von Objekten die Notwendigkeit, dass diese sich unterscheiden mögen, von etwas anderem. Es entsteht „das Andere“.

In der griechischen Antike entstand der philosophische Grundsatz:

Die Grenze des einen Dinges ist zugleich die Grenze eines anderen Dinges.
Anaximander, griechischer Philosoph, (* um 610 v. Chr. ; † nach 547 v. Chr.)

Das Ich und das andere

Das Eine bedingt das Andere … bedeutet spirealistisch gesehen (im Spirealismus ist alles eine Relation – es gibt nichts Einzelnes): ein Objekt das wir vor uns sehen, wie ein Glas Wasser beispielsweise, braucht das Andere, um „da“ sein zu können. Es braucht die Relation, es ist nur „existent“ als Relation – wie alles.

Genauso kann man das Enstehen des Ich sehen. Es ist selbst, spirealistisch gesehen, ein „Objekt des Denkens“, und ist eine Relation zu den Dingen, die es in seinem Außen wahrnimmt.

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Das eine kann nicht das andere sein. Das eine kann nicht ohne das andere sein.

These und Antithese – Dualität

In der Philosophie kennt man die These – Antithese Relation, die als Ergebnis die Synthese hervorbringt. Es ist der die Welt antreibende Konflikt zwischen den ewigen Opponenten, den Meinungen, den Feinden, den Streitthemen, die im nie enden wollenden Kampf miteinander das Neue erzeugen.

These und Antithese, verstanden als der Unterschied, können nie enden, nie aufhören sich zu bilden. These und Antithese sollte man dabei übrigens nicht als VÖLLIG gegensätzlich verstehen – eher als Variation ein- und desselben. Denn die Verbindung von These und Antithese innerhalb desselben Themas (was schließlich die Synthese erst ermöglicht) ist bereits eine sehr enge Eingrenzung.

Siehe auch: Beitrag Antithese – nicht völlig gegensätzlich

These und Antithese sind im übertragenen Sinn die Temperaturunterschiede der Thermodynamik, die Gravitationsunterschiede des Weltalls, die, würden sie enden, das Ende jeder Bewegung, das Ende jeder Entwicklung bedeuten würden. Eine solche Vorstellung eines Endes gibt es in der Thermodynamik – hier fragt man sich, ob durch die immer weiter fortschreitende Gleichverteilung der Energie im Universum (Entropie) die Entwicklung des Universums irgendwann in einheitlichem Schwarz zum Stillstand kommen wird …

Doch, (zumindest für den Spirealismus) gilt: Eine solche Entropievorstellung ist falsch. Erstens weil es kein objektives Außen gibt, das jenseits des Denkens zwangsläufige Prozesse beinhalten würde. Daraus folgt zweitens, dass der eigentliche Ursprung der Bewegung nicht die Unterschiede sind, die mit Entropie beschrieben werden. Anders gesagt: So lange es Eins gibt, muss es auch das Andere geben (verstanden als die Zahl Zwei) denn das Eine und das Andere sind nur als Relation existent.

Dualität

Dualität ist ein weiteres Wort, das im Grunde den selben Sachverhalt meint: die Notwendigkeit des Unterschiedes. Die Notwendigkeit des Sich-Verbindens, und auch des Ringens, der Verschiedenheit, ausgedrückt durch die Zahl Zwei.

Das Eine wäre ungeeignet, Triebfeder der Welten zu sein – es braucht den Unterschied, die Relation. Es braucht das Andere.

Verkörpert wird diese Tatsache auch durch das Yin und Yang des Taoismus – es sind einander entgegengesetzte Kräfte, die durch ihr Zusammenwirken und Gegeneinanderstehen das Grundprinzip der Welt formen.

Ohne das eine kann das andere nicht sein.

Die Zahl Zwei – Ouspenskys Visionen

P.D.Ouspensky hat in der ersten Hälfte des 20. Jhds psychologische / esoterisch-okkulte Versuche mit dem eigenen Bewusstsein unternommen, er beschrieb das in seinen Büchern. Er war dem Wesen des Rätselhaften auf der Spur, dessen Realisierung er überall wahrnahm. Mit Drogen experimentierend, versetzte er sein Bewusstsein in einen Zustand, in dem er Wahrnehmungen anderer Art hatte, als dies im Normalzustand der Fall ist. Seine Beschreibungen dieser Visionen sind spirituell-philosophische Glanzstücke.

In seinen dokumentierten Wachträumen thematisierte er unter anderem die fundamentale Wichtigkeit des antreibenden Prinzips, das mit der Zahl Zwei verbunden ist. Er beschreibt darin eine andere Sichtweise auf sein Ich, das sich auflöste, und mit ihm ein Teil der Relationen, die die Welt so fest erscheinen lassen, aus denen die Welt erst  entsteht ….

Zitat:

Ouspensky, A new model of the universe

What I first noticed, simultaneously with the ” division of myself into two “, was that the relation between the objective and the subjective was broken, entirely altered, and took certain forms incomprehensible to us. But ” objective ” and ” subjective “ are only words. I do not wish to hide behind these words, but I wish to describe as exactly as possible what I really felt. For this purpose I must explain what it is that I call ” objective ” and ” subjective “. My hand, the pen with which I write, the table, these are objective phenomena. My thoughts, my mental images, the pictures of my imagination, these are subjective phenomena. The world is divided for us along these lines when we are in our ordinary state of consciousness, and all our ordinary orientation works along the lines of this division.

Was ich zuerst bemerkte war, das im selben Moment der Teilung meines Ich in zwei, die Beziehung zwischen Objekt und Subjekt zerbrach, völlig geändert wurde, zu etwas uns völlig Unverständlichem wurde. Aber „objektiv“ und „subjektiv“ sind nur Worte. Ich möchte mich nicht hinter diesen Worten verstecken, sondern versuchen so genau wie möglich zu beschreiben, was ich fühlte. Zu diesem Zweck muss ich beschreiben, was ich unter „objektiv“ und „subjektiv“ verstehe.

Meine Hand, der Stift mit dem ich schreibe, der Tisch, das sind objektive Phänomene. Meine Gedanken, meine mentalen Bilder, die Bilder meiner Phantasie, dies sind subjektive Phänomene. Die Welt ist uns entlang dieser Linie geteilt, wenn wir uns im normalen Zustand des Bewusstseins befinden, und all unsere normale Orientierung funktioniert entlang dieser Trennlinie.

 

Aus dem einen folgt die Existenz des anderen. Doch damit aus These und Antithese, aus der Eins und der zahl Zwei, die Synthese entsteht, braucht es die Drei.

 

Ähnliches Thema: Die Zahl Drei

Siehe auch: Beitrag Der vierte Weg

Ähnliches Thema: Artikel Hoffnung – Frei von Hoffnung und von Furcht.

Die Zahl Zwei was last modified: Mai 25th, 2016 by Henrik Geyer

Viele Welten statt einer Welt – eine philosophische Viele Welten Theorie

Viele Welten statt einer Welt - eine philosophische Viele Welten Theorie

Viele Welten – Viele Welten Theorie – wie kommt man darauf?

Das Denken ist die Realität

In meinem Buch „Alles ist Geist“ legte ich dar, wie ich auf den Gedanken kam, dass die sogenannte Realität nicht an das Vorhandensein äußerlich fester Objekte gebunden ist. Es wurde im Laufe der Zeit zu meiner festen Überzeugung, denn mehr und mehr wurde mir klar, dass die Welt (besser „die Welten“), die wir vor uns sehen, auch erklärbar sind, ganz ohne das materialistische Denken.

Noch einmal kurz zur Rekapitulation: mit „materialistisches Denken“ meine ich die Auffassung, dass wir Menschen feste Materieobjekte in einem Außen beobachten.

Es gibt nicht Objektives

Die Überwindung des materialistischen Denkens hatte die Beobachtung zur Voraussetzung, dass es nichts Objektives gibt.

Das bedeutet in der Konsequenz, dass es keine einzige Auffassung gibt, die in jedem Menschen völlig gleich ist. (Das übrigens lässt wiederum das Wort „Information“ in einem gänzlich neuen Licht erscheinen.)

materialistische Sichtweise

Dass es nichts Objektives gibt, bedeutet, dass in jedem Menschen eine eigene Welt ist. In der materialistischen Sichtweise stellt man sich die Verbindung der Menschen untereinander so vor:

Außerhalb der Menschen ist eine Welt, die beobachtet wird. Und die Menschen tauschen sich in (sprachlichen) Informationen darüber aus, was und wie diese Welt ist. Das ist die materialistische Sichtweise. Doch die materialistische Sichtweise ist widersprüchlich. Auf Spireo.de sind hierzu viele Artikel zu finden. Um ein Beispiel zu nennen: der Materialismus hat die Vorstellung, es gäbe das objektive Außen – kann es aber nicht nachweisen.

spirealistische Sichtweise

Die spirealistische Sichtweise ist, dass es die Kommunikation ist, die den Eindruck entstehen lässt, wird hätten „feste“ Objekte eines Außen vor uns, die jeder sehen müsse. Im Spirealismus ist Kommunikation kein Austausch und keine Übermittlung von Information, sondern ein Erzeugen und eine Abstimmung von Information. Kommunikation ist damit das Wesen unseres Seins. Gemeint ist eine umfassende Kommunikation, nicht lediglich schriftliche, sprachliche oder sonstige menschlich-gesteuerte Kommunikation.

Die Konsequenz des spirealistischen Ansatzes ist die Feststellung, dass es viele Welten gibt, während subjektiv nur eine gesehen werden kann. Die Welten des Fremden können nicht im eigentlichen Sinn begriffen werden, sondern nur integriert, indem sie aus der individuellen Sicht verstanden werden.

Ich denke also bin ich

Die Theorie vieler Welten kann auch ausgehend von dem Satz Descartes „Ich denke, also bin ich“ begriffen werden.

Link zum Artikel Ich denke also bin ich

"Ich denke, also bin ich" vs "Ich bin, also denke ich" Spruchbild Erläuterung, Viele Welten, Viele Welten Theorie
„Ich denke, also bin ich“ vs „Ich bin, also denke ich“

Wie man sieht, hat die materialistische Sichtweise als Denkvoraussetzung, dass wir das Gehirn haben, um die „richtige“ Welt widerzuspiegeln. Diese Denkvoraussetzung hat der Spirealismus nicht. Sondern für ihn entsteht das Gehirn als ein Objekt unter vielen Objekten, aus Denken. Daher ist im Spirealismus mit Denken auch nicht unser uns so selbstverständlich erscheinendes „Gehirn-Denken“ gemeint, sondern ein umfassendes Denken – „Alles ist Geist“.

(Übrigens, nur zum Verständnis – trotz seines Satzes „Ich denke, also bin ich“ ist Descartes keineswegs Spirealist)

Viele Welten Theorie

Spirealismus führt auch zur Feststellung vieler Welten,  verbunden mit der Aussage, dass wir aus systemischen Gründen nicht sagen können, wie genau die fremden Welten „von innen“ aussehen. Denn dem Individuum ist es nur gegeben, eine einzige Welt zu sehen. Dem Spirealismus ist das Individuum selbst Ausdruck, oder anders formuliert, Quelle einer Welt.

Wo sind sie also, die fremden Welten? Die uns fremden Welten fangen gleich im nächsten Individuum an.

Universen vs Multiversen

Das materialistische Weltbild besagt, dass wir in einem Universum leben, das heißt in einem Behälter, in dem alles ist.

Die spirealistische Weltsicht ist, dass wir in einem Multiversum leben, das kein Behälter ist. Denn, anders als unsere Vorstellung von einem Behälter, können wir bei einem Multiversum niemals eine Aussage über dessen Grenzen treffen. Wir selbst sind organisches Element dieses Multiversums, in dem jeder von uns eine bestimmte Sichtweise, wenn man so will ein individuelles Universum, repräsentiert. Im Spirealismus heißt das individuelle Universum „Ich-Universum“. Im Spirealismus gibt es also statt eines Universums viele Ich-Universen.

Siehe auch Artikel Denken erschafft

Viele Welten statt einer Welt – eine philosophische Viele Welten Theorie was last modified: Februar 17th, 2016 by Henrik Geyer

Materialismus Philosophie. Spirealismus vs Materialismus

Was ist Materialismus Philosophie? Spirealismus vs Materialismus? Woraus besteht die Welt?

In diesem kurzen Beitrag soll es darum gehen, was Materialismus als Philosophie ist, und wie sich Spirealismus davon unterscheidet. Was Spirealismus ist, lässt sich in der Gegenüberstellung gut darlegen.

Materialismus Philosophie – das ist die Annahme, dass die Ergebnisse der materialistischen Wissenschaft, ihre Festlegungen also, das universelle Schöpfungsprinzip beschreiben.

(Hingegen ist es der Ansatz des Spirealismus, in den der Schöpfungskraft z.B. der materialistischen Wissenschaften selbst das Schöpfungsprinzip zu sehen).

Materialismus Philosophie – was ist das?

In der Materialismus als Philosophie steht der Materie der Geist gegenüber. Der Geist als ein anderes Prinzip als die Materie. Der Geist abbildend, während die Materie das Objektive (das Objekt der Betrachtung) ist.

Der Materialismus sieht also die Materie als die Substanz der Welt an, die der Geist (Mensch) beobachtet, bzw. widerspiegelt.

Sichtweise des Spirealismus

Der Spirealismus sieht den Menschen aus Geistigem entstehen. Er sieht ihn als Element des Schöpfungsprozesses weiter erschaffen. Etwa so, wie eine Blume Resultat des Schöpfungsprozesses ist, ist sie dem Spirealismus zugleich auch selbst Schöpferin.

 

Die Materialismus Philosophie geht davon aus, dass der Mensch, eine Blume sehend, meint, er konstruiere die Blume in seinem Gehirn noch einmal neu, sei also der Beobachter des Schöpfungsprozesses (mit dem er im Grunde nichts zu tun hat, während er beobachtet).

Dem gegenüber sagt der Spirealismus, dass Beobachtung und Schöpfung eins sind.

Das ist die Folge der spirealistischen Feststellung, dass die Gedanken selbst die Realität sind. Es gibt die Realität nicht noch einmal „extra„.
Der Spirealismus sagt somit, dass dem Geist nichts anderes gegenübersteht, als er selbst ist. Der Beobachter ist in einer relativen Position – aber das Beobachtete ist ebenso wenig objektiv wie er selbst, sondern vielmehr ist das Beobachtete ebenso relativ.

Neusicht des Begriffes „Wahrheit“

Nun gibt in der Materialismus-Philosophie die Vorstellung, es gäbe eine einzige Wahrheit.

Der Spirealismus sieht die materialistische Vorstellung von Wahrheit mit der generellen Vorstellung einer Existenz außerhalb des Beobachters verknüpft. Wenn der Spirealismus aber darlegt, dass es eine solche, vom Beobachter unabhängige Existenz nicht gibt, so ist damit auch gesagt, dass es eine vom Beobachter getrennte Wahrheit nicht gibt.

Ist Spirealismus „wahr“?

Es taucht die Frage auf, inwiefern der Spirealismus sich selbst „wahr“ nennen kann? Da der Spirealismus das Vorhandensein einer absoluten Wahrheit verneint, kann er sich selbst nur „wahrer“ nennen, als andere geistige Richtungen. Wahrer als der Materialismus.

Dennoch ist Spirealismus nicht trivial, und auch keine „beliebige“ Sichtweise. Spirealismus ist nicht trivial (im Sinne von „einfach zu verstehen“), weil es sich dem materialistischen Denken nur sehr sehr schwer erschließt – es ist mit der Umdeutung der fundamentalsten Grundannahmen verbunden.

Und Spirealismus ist keine „beliebige“ Sichtweise, etwa weil Spirealismus von einem Nicht-Vorhandensein absoluter Wahrheit ausgeht (was mancher so versteht, daraus entstünde eine „beliebige“ Weltsicht). Vielmehr setzt der Spirealismus die dem Materialismus rätselhafte Unbestimmtheit, die gleichwohl unleugbar ist, als Grundprinzip voraus – uns zieht daraus wichtige, sehr greifbar formulierbare Folgerungen.

Spirealismus führt zu neuartigen Denkansätzen, die mit unseren Beobachtungen in harmonischem Einklang stehen; ein Einklang, den man mit materialistischem Denken nicht erreichen kann.

Beispiele von Schlussfolgerungen

Beispielsweise ist es ein spirealistisches Grundverständnis, dass es gibt nichts geben kann, das vom Blick des Beobachters unbeeinflusst wäre. Was bedeutet das? Das bedeutet, dass wir durch Denken die Realität beeinflussen – schon allein deshalb, weil die Realität nichts anderes ist, als die im individuellen Denken vorhandene Realität. So ist Spirealismus Erklärung, warum naturwissenschaftliche Experimente zu der Einsicht führen können, dass der Mensch durch seine Beobachtung die Resultate erschafft (Doppelspaltexperiment).

Als eine unabdingbare Folge des Spirealismus gibt es die Überlegung zur Supersubjektivität. Supersubjektivität erklärt, warum wir uns als vernetzte und voneinander abhängende Subjekte sehen können, deren scheinbar außerhalb ihrer selbst liegende objektive Realität durch den Subjektivblick der Vielen erschaffen wird.

 

Der Spirealismus sieht das Eine nur DURCH das Andere entstehen. Durch den Blick auf die Dinge kommen diese in eine spezifische Existenz.

Der Materialismus hingegen sieht die Dinge als einzeln. Als absolute Existenzen. Daher glaubt er auch, der Mensch selbst wäre ein von den Dingen abgetrennter Beobachter.

Aus dieser Sichtweise kommen all die dem Materialismus unerklärlichen Paradoxien, wie zum Beispiel die schon erwähnte naturwissenschaftliche Beobachtung der Beeinflussung scheinbar unabhängiger Materie nur durch Denken. Oder die der Materialismus-Philosophie unverständliche Frage, was „das Undenkbare“ eigentlich ist – kann denn der Mensch etwa nicht alles denken? (dies wird in einem anderen Beitrag behandelt)

 

Materialismus Philosophie. Spirealismus vs Materialismus was last modified: Februar 13th, 2016 by Henrik Geyer

Ich – Universum. Die subjektive Welt als die einzig „vorhandene“ Welt

Spruchbild: Ich Universum und Ich Universen: "Ich Universum" ist ein Begriff des Spirealismus. Ein Ich-Universum ist das All (das Alles) des individuellen Begreifens.

In meiner Philosophie, dem Spirealismus, ist oft die Rede von einem Ich-Universum. Ich möchte in diesem Artikel kurz umreißen, worum es dabei geht.

Es gibt keine Objektivität

Der erste Grundsatz des Spirealismus ist, dass es keine Objektivität gibt.
Objektivität – verstanden als die materialistische Vorstellung einer Außenwelt, die vollkommen definiert, schon „da“ sei. Sondern der Spirealismus erklärt, dass es nur das Subjektive gibt, über das man reden kann.

Um sich das vorzustellen hilft es vielleicht, sich Descartes „Ich denke, also bin ich“ ins Gedächtnis zu rufen (wohlgemerkt: Descartes war beileibe kein Spirealist, jedoch ist sein berühmt gewordener Satz wohlverstanden die Aussage, dass als „Urgrund“ allen Seins und allen Folgerns der Gedanke selbst gesehen werden muss – nicht das Denken an ETWAS).

Siehe auch: Beitrag Die Ontologie des Spirealismus

Man denke auch an Kants vergebliche Suche nach dem Ding „an sich“ – auch hier blieb die Suche nach der vom Betrachter unabhängigen Außenwelt vergeblich.

Schließlich bleibt noch die Überlegung, dass jede Aussage, dies oder jenes sei objektiv, immer von einem Subjekt gemacht wird – also subjektiv ist. Wo wohl ist dann das Objektive?

Der Spirealismus sieht es so: Schließen sich mehrere Beobachter zusammen und machen eine Aussage, nennt der Spirealismus dies „supersubjektiv“ – wieder nicht objektiv, sondern subjektiv, auf einer anderen Ebene.

Es bleiben die subjektiven Welten – die Ich-Universen

Alles, was das Ich über das Universum sagen kann, kann nur den ihm selbst zugänglichen Gedanken entspringen . So gesehen ist jedes gedachte Universum von jedem anderen verschieden. Nur gedacht? Nein, nicht „nur“ …. Der Spirealismus sieht das Denken als das Zentrale, das Wichtige. Zu sagen, etwas wäre „nur“ gedacht, ist die Umkehrung der tatsächlichen Verhältnisse. Denn die Existenz ist Geist. Über etwas anderes reden zu wollen, als die Dinge, so wie sie im Denken existieren, hat keinen Sinn. Denken und Sein sind ein- und dasselbe.

Die Universen existieren immer im Denken, jenseits davon gibt es kein Universum

Das bedeutet wieder, dass es nichts Objektives gibt. Die Universen, die sich individuell ausdrücken, sind voneinander verschieden, uneindeutig, einzigartig. Universum hier als die Gesamtheit der Dinge, die ein subjektives Denken erfasst.

 

Im Individuum ist die Vorstellung eines Universums einzigartig. Man stelle sich vor, dass es demzufolge weder in irgendeinem Individuum ein „richtiges“, vollständiges Universum gibt, noch in der Gesamtheit aller Individuen. Warum nicht in der Gesamtheit der Individuen? Weil die Frage nach der Gesamtheit der Individuen die Frage nach dem Universum ist. Sie führt nicht weiter. Wer kennt alle Individuen, wüsste, was sie im Kopf haben, etc.?

Auch nicht, wenn man das vermeintlich objektive Außen untersuchen will, wird man Eindeutigkeit finden, siehe wiederum Kant… Wo ist es also, das Universum? Wer hat das Ganze? Wer hat das „richtige“ Universum… im Kopf, im Denken? Und … wer wiederum will etwas sagen über Dinge, die angeblich jenseits der Gedanken existieren sollen?

Die Sichtweise des Spirealismus: Niemand kann das. Das „richtige“ Universum gibt es nicht. Es macht keinen Sinn von der Existenz von etwas zu reden, das nicht beweisbar ist, und dabei die Tatsache zu ignorieren, nur weil das besser in das allgegenwärtige weltanschauliche Konzept des Materialismus passt, das etwas anderes sehr wohl beweisbar ist: der Gedanke. Indem er ist.

Verbunden mit dieser Einsicht ist die Feststellung, dass die fehlende Erkenntnisfähigkeit im Grundsätzlichen bzw. Objektiven, aus systematischen Gründen niemals änderbar ist. „Das“ Universum ist nicht objektiv erkennbar (zumal es in dieser Form nicht existiert) – das kann sich nie ändern. Und was für das Universum gilt, gilt für jedes Ding, das wir (wie wir nur glauben) „vor uns“ haben.

Kurz: Wir alle haben die Welten unserer Ich-Universen vor uns. „Das“ Universum (in der Einzahl, ein einziges) im eigentlichen Sinne gibt es nicht, sondern „nur“ die Universen der individuellen Sichtweise.

Ähnliches Thema: Das Äußerliche (die Dinge) versus das „nur Gedachte“. Gedanken zu Existenzialismus

Überwindung des materialistischen Weltbildes

Dies meint der Spirealismus aber nicht als eine feine Verschiedenheit der Formulierung, was unser Begreifen dann doch wieder zu der Vorstellung der einen Welt zurückführen würde.

Sondern gemeint ist tatsächlich ein Nichtvorhandensein einer Welt außerhalb des individuellen Begreifens – und umgekehrt: ein Vorhandensein vieler Welten, im Individuellen.

Letztlich ist dies auch die Konsequenz der Feststellung: „Die Welt ist die Welt unserer Gedanken“ – ganz ähnlich formulierte der Philosoph Schopenhauer : „Die Welt als Wille und Vorstellung“.

 

Aus dem grundsätzlich vom Materialismus verschiedenen Weltbild, dem Spirealismus, der die Existenz von Ich-Universen proklamiert, ergeben sich tiefgreifende Folgerungen und Grundsätze.

Beispielsweise den, dass es nichts gibt, das vom Blick des Beobachters unabhängig wäre. Außerdem ist eine andere Vorstellung von „Existenz“ damit verbunden, und weiterhin ein völlig anderes Menschenbild, als wir es derzeit haben.

Es verschwindet der Mensch als Krone der Schöpfung und Genie der Natur, der die Prozesse von außen sieht und im Geist spiegelt. Sondern im Spirealismus geht der Mensch aus Geist hervor,  Geist umgibt und verbindet ihn, mit allem was ist. Denken, das ist jedes Ding, das wir sehen, und von dem wir in Wirklichkeit nicht getrennt sind. Wir sind ein Gedanke des Schöpfers; nicht wir sind es, die in Gedanken die Schöpfung erfassen.

Es ist ein altes hermetisches Prinzip: Alles ist Geist.

Das Ich-Universum als Sichtweise und als Brille

Ein Ich-Universum ist also das All (das Alles) des individuellen Begreifens. Das individuelle Begreifen wiederum ist es, das uns jeden Blick auf „das Andere“ wie durch eine Brille werfen lässt. Es gibt nichts, was von einer subjektiven Sichtweise, einer individuellen Brille,  unabhängig wäre.

So gesehen könnte man auch sagen, dass das Universum, und das Ich, ein- und dasselbe ist. Denn das, was die Welt für das Ich ist, und das Ich selbst, stehen in enger Verbindung. Sie entstehen aus der Relation zueinander. Das Ich definiert sich aus den Dingen, die es um sich herum wahrnimmt. Und durch sein Sehen definiert es „das Andere“ mit.
Jeder Gedanke den wir denken ist keine Spiegelung einer außerhalb von uns liegenden Welt, sondern formt unsere Welt.

 

Zitat: Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.
Ludwig Wittgenstein

Siehe auch: Artikel Änderung der Denkweise als Neu-Definition eines Bausteinchens des Universums

Ich – Universum. Die subjektive Welt als die einzig „vorhandene“ Welt was last modified: Mai 30th, 2017 by Henrik Geyer

Alles ist relativ. Kann einem dann alles egal sein? Einstein und die Relativität

Alles ist relativ. Wenn alles relativ ist, ist dann alles egal?

Alles ist relativ

Alles ist relativ – Albert Einstein sah Raum, Zeit, Geschwindigkeit, als zueinander relativ an. Er sagte, dass diese Größen von der Position des Beobachters abhängen. Für ihn war die Konstante die Lichtgeschwindigkeit.

Was wäre, wenn auch die Lichtgeschwindigkeit relativ wäre?

Gefragt, was passieren würde, wenn sich auch die Lichtgeschwindigkeit als relativ erweisen würde, antwortete er, dann müsse man sich eine andere Konstante suchen. Jedwede Berechnung oder sonstige feste Aussage  funktioniert eben nur mit einem festen Bezugssystem.

Spirealismus und die fehlende Objektivität

Der Spirealismus setzt voraus, dass es keine Objektivität gibt. Mithin ist, was wir beobachten, relativ. Will ich behaupten, Einstein sei Spirealist gewesen? Nein. Einstein war Vertreter der materialistischen Naturwissenschaften, die davon ausgeht, eine außerhalb des Menschen gelegene Wirklichkeit zu beobachten. Während der Spirealismus davon ausgeht, dass sich die menschliche Wirklichkeit durch den Menschen selbst erst realisiert.

Sichtweisen

Aber vielleicht hätte Einstein gesagt, dass man die Lichtgeschwindigkeit als relativ betrachten könnte, wenn man ein anderes Bezugssystem als fest begreifen würde. Vielleicht den Raum.

Jedenfalls war Einstein der Meinung, dass die Überzeugungen der Wissenschaft nicht mit einer absoluten Notwendigkeit in die Welt kommen. Beispielsweise gäbe es keine Notwendigkeit für die Gausssche Mathematik. Einstein bezeichnete es auch nicht als absolute Notwendigkeit, dass die kürzeste Strecke zwischen zwei Punkten eine Gerade sein müsse.

Insofern betrachtete er das Denken selbst als die eigentliche Quelle des Erkennens. Und das ist wiederum die spirealistische Sicht der Dinge.

Der Spirealismus sieht die Notwendigkeit für Konstanten dem Denken entspringen, nicht den Festlegungen einer nicht anders denkbaren Realität, bzw. auch nicht der Objektivität einer materiellen Außenwelt.

Ist, was wir sehen, davon abhängig, wie wir sehen?

Im Gegensatz zur materialistischen Betrachtung der gegenwärtigen Wissenschaft sieht der Spirealismus die Relativität in jedem Objekt des Denkens – durchaus auch des alltäglichen Denkens, während es die Sichtweise der Quantenphysik ist, dass diese nur bei den allerkleinsten Teilchen zu beobachten ist.

Die Ontologie des Materialismus beruhte auf der Illusion, daß man die Art der Existenz, das unmittelbar Faktische der uns umgebenden Welt, auf die Verhältnisse im atomaren Bereich extrapolieren könne.
Werner Heisenberg

Der Spirealismus ist eine Philosophie, und untersucht nicht Teilchen. Er sieht aber auch keine Notwendigkeit, Teilchen zu untersuchen, wenn es um die Grundfunktionalität des Denkens geht. Und die Art und Weise unseres Denkens sieht er als bestimmend dafür an, was wir sehen – z.B. auch Teilchen. Während die materialistische Vorstellung nahelegt, die Welt, wie wir sie sehen, sei nicht anders denkbar.

Wenn alles relativ ist, ist dann alles egal?

Bedeutet „alles ist relativ“ Beliebigkeit, Auflösung des Universums? Bedeutet das, dass dem Spirealisten alles egal ist?

Nein. Denn die Notwendigkeit Feststellungen zu treffen liegt in der Natur der Existenz, auch der Existenz des Menschen.  Im Spirealismus geht die Festlegung aus dem Menschen hervor, nicht aus der ihn umgebenden Welt (von der er in Wirklichkeit gar nicht zu trennen ist). Damit ist aber nicht gesagt, dass die Festlegungen eine Absolutheit hätten. Beispielsweise kommen wir nicht umhin, die Realität als dies oder jenes zu bezeichnen. Dennoch ist die Realität unter spirealistischen Gesichtspunkten keineswegs fest, sondern unterliegt der Sichtweise des Augenblicks. Dies zu wissen bedeutet nicht, dass alles egal ist, oder dass sich alles auflöst, sondern einfach, dass man sich der Relativität der Festlegungen bewusst ist, und diese in die Überlegungen einbeziehen kann. So wie es im Grunde Einstein tat.

 

 

 

Alles ist relativ. Kann einem dann alles egal sein? Einstein und die Relativität was last modified: November 29th, 2015 by Henrik Geyer