Was ist die Wahrheit in Wahrheit? Die Wahrheit ist kein Ding

Was ist die Wahrheit? Die Wahrheit als Ding. [SPID 4422]

„Die Wahrheit“ gibt es nicht – sie ist kein Ding. Das ist die spirealistische Sichtweise auf die Wahrheit, die vielleicht manchem paradox erscheint. Doch paradox im eigentlichen Sinn ist eher die Verwendung des Wortes „die Wahrheit“ im materialistischen Sinn.

Die „Wahrheit“ ist einer der zentralen Begriffe des menschlichen Denkens. An ihr können wir die Widersprüchlichkeit des Materialismus sehen – und, diese Widersprüchlichkeit sehend, können wir sie überwinden.

Die Wahrheit als Absolutheit

Gemeinhin wird die Wahrheit als eine Absolutheit gesehen. Dies sei die Wahrheit jenes nicht. Dies ist die Grundauffassung des materialistischen Weltbildes, das davon ausgeht, der Mensch beobachte eine äußerliche Welt, spiegele sie in seinem Hirn. Das, was er da spiegelt, sei eine festgelegte Realität, und die Wahrheit liege in der Information, die dieser Festgelegtheit am nächsten ist.

Der Spirealismus hat hierzu eine gänzlich andere Auffassung. Der Mensch beobachtet keine Welt, sondern ist ein Element der Schöpfung von Welten. Doch woran kann man feststellten, dass der Materialismus eine falsche Vorstellung ist? Der Spirealismus sagt: an den Widersprüchlichkeiten des Materialismus, seinen Paradoxien.

Beispielsweise dem Denken, es gäbe eine feste Wahrheit. Nicht nur, dass man diese Vorstellung in jedem einzelnen Begriff widerlegen kann, auch in einem umfassenden Sinn lässt sich, philosophisches Verständnis vorausgesetzt, sagen, dass die menschlichen Vorstellungen nur eine Möglichkeit sind, keineswegs eine Notwendigkeit.

Die Wahrheit ist im Materialismus an die Erscheinung äußerlicher Materieobjekte geknüpft

Für den Materialismus ist die Wahrheit an den Materieobjekten abzulesen. Diesem Weltbild entsprechend ruft der Mensch die Informationen von äußerlichen Dingen ab, und spiegelt sie in seinem Hirn. Die unabdingbar eindeutige Wahrheit über diese Objekte – das ist das menschliche Wissen. Insofern ist die Frage nach Wahrheit eng verbunden mit Betrachtung des Begriffes Wissen. Wissen ohne Wahrheit erscheint sinnlos. Doch: gibt es absolutes Wissen? Wenn nein: welche graduelle Wahrheit hat dann unser Wissen?

Es gab viele, die darauf hinwiesen, dass der Mensch nicht im eigentlichen Sinn etwas spiegeln kann. Allein schon aus der Überlegung heraus, dass der Mensch nur Dinge begreifen kann mit den Werkzeugen seiner Wahrnehmung – den Augen, den Ohren, dem Fühlen. Und diese Werkzeuge sind beim Menschen zweifellos spezifisch, keineswegs absolut.

Wer darüber hinaus das Denken selbst als das eigentliche Werkzeug der Wahrnehmung betrachtet (das tat beispielsweise C.G. Jung), der wird zu der Überlegung gelangen, dass der Mensch alles nur mit jenen Begriffen verstehen kann, die er bereits hat. Er ist also keineswegs frei, etwas in einem objektiven Sinn zu spiegeln. Bei Albert Einstein liest sich das so: „Erst die Theorie entscheidet darüber, was man beobachten kann.“

Zumal Untersuchungen der materialistischen Wissenschaft zeigen, dass hier nichts „gespiegelt“ wird. Denn, die Ergebnisse materialistisch-wissenschaftlicher Beobachtungen hängen, so zeigen Versuche in der Quantenphysik, ab, von der Art und Weise der Beobachtung. Das bedeutet: der Beobachter beeinflusst die Beobachtung, indem er beobachtet. Indem der Mensch da ist, beeinflusst er seine Umwelt. Das ist der materialistischen Wissenschaft natürlich paradox, denn sie glaubt ja, Beobachter und Beobachtungsgegenstand seien getrennt. 

Im Spirealismus übersetzt sich das in die Auffassung, dass der Mensch nichts beobachten kann, so, wie es materialistisch verstanden wird. Der Mensch ruft keine Informationen von äußerlichen Dingen ab, die von ihm selbst unabhängig sind. Sondern das Menschenbild des Spirealismus ist, dass der Mensch Element der Schöpfung ist – durch ihn hindurch fließt Schöpfung. Die Existenz des Menschen besteht darin, Relation zu sein, zu den Dingen der Schöpfung. Das, was er Beobachten nennt, ist ebenso ein Erschaffen. Und das, so der Spirealismus, lässt sich in den normalen Dingen des Alltags beobachten, eine wissenschaftliche Untersuchung von Materieteilchen, beispielsweise im Rahmen der Quantenphysik, ist hierzu nicht nötig. Zu beobachten, dass die menschlichen Wahrheiten, dass das menschliche Wissen, eine Relation des Augenblicks ist, dafür genügt eigentlich eine philosophische Betrachtung.

Fundamentale Paradoxien: Das Nichts und das Alles

Eine wichtige philosophische Frage in diesem Zusammenhang ist die Frage nach dem Nichts. Denn, wenn die Wahrheit an den „Dingen der Welt“ abgelesen werden könnte, im Sinne von: etwas würde gespiegelt, dann fragte man sich doch, wie viele Dinge der Welt es geben kann? Wie viele Formen also kann die Wahrheit annehmen? Umgekehrt gefragt: Welche Dinge gibt es denn nicht, in einem unbegrenzten Universum? Welche Wahrheiten kann es also niemals geben? Und hier gelangt man zu dem meiner Ansicht nach wichtigsten und fundamentalsten Paradox.

Für den Spirealisten steht das Nichts in engem Zusammenhang mit dem Denken. Das Nichts ist dem Spirealismus der Gedanke, der nicht gedacht wird. Für den Materialismus ist das Nichts ETWAS, das nicht da ist. Für den Materialismus ist das Nichts also eigentlich ETWAS und nicht Nichts. Auf dieses Paradox wies schon Plato hin.

Um den Unterschied zwischen spirealistischer und materialistischer Sichtweise zu veranschaulichen stelle man sich einmal folgende Frage:

Weiß die Menschheit viel oder wenig? Der Materialist wird sagen: Viel, aber natürlich nicht alles. Vieles ist noch zu erforschen. Das bedeutet, dem Materialisten erscheint das Nichtwissen als sehr begrenzt und die Möglichkeiten der Welt als eng umrissen – eng umrissen von dem Wissen, das er schon hat, wohlgemerkt.

Der Spirealist hingegen wird sagen: Wie soll der Mensch eine Aussage über eine Quantität eines Nichtwissens treffen, wenn er zwar das, was er weiß, kennt, aber doch nicht das, was er nicht weiß? Was er nicht weiß ist so unvorstellbar riesig, ist so unendlich, dass das, was er weiß, im Verhältnis zu Nichtwissen, in das infinitesimale Nichts übergeht. Der Spirealist sieht die Welt daher als eine Sichtweise an. Man könnte nun fragen: Wie viele Sichtweisen kann es geben? Die Antwort muss lauten: unendlich viele. Die menschliche Sichtweise ist nur eine Möglichkeit, und nicht etwa eine unabdingbare Notwendigkeit, wie der Mensch im Rahmen des Materialismus ja gewohnt ist zu glauben.

Dem Materialismus sieht das, was der Mensch nicht weiß, wie wenig aus, da er das, was er nicht weiß, im Grunde auch schon zu kennen glaubt. Was er nicht weiß, müsse, so nimmt der Mensch an, sich aus dem ableiten, was er weiß. In ewiger Redundanz, einem in sich geschlossenen logischen Kreis, beweist sich der Mensch nun, dass es nur das geben könne, was er sich denkt. Für diese Sichtweise braucht er die Vermutung, dass das menschliche Wissen, dass die menschliche Wahrheit, absolut sei. Denn, würde man das, was der Mensch weiß, nur als Sichtweise sehen, dann würde man sehr schnell sagen müssen, dass das, was der Mensch nicht weiß, nicht zu quantifizieren ist, weil es unendlich ist.

Man würde auch sagen müssen, dass eine Wahrheit, die auf der Basis einer Möglichkeit des Denkens gewonnen wird, nicht aber auf der Basis einer anderen absoluten Wahrheit, nichts anderes sein kann, als wieder eine Möglichkeit, und keine absolute Wahrheit. Wenn man so will eine sich stets „verdünnende“, weniger wahr werdende Wahrheit … wenn man das materialistische Weltbild der absoluten Wahrheiten zugrunde legt.

Die Wahrheit“, die eine und einzige Wahrheit – dieser Begriff enthält eben die Vermutung, dass das menschliche Wissen absolut sei. Für die Wahrheit gilt das Gleiche, was wir über die äußerlichen Materieobjekte sagten, über die Sichtweise auf menschliches Wissen als Absolutheit, über die Annahme, das Nichts müsse ganz wenig sein, bzw. über die Annahme, dass das, was der Mensch nicht weiß, wenig ist. Die materialistische Sichtweise benötigt die Vorstellung der Wahrheit als Absolutheit. Denn er fragt sich ja stets: Ist das auch wirklich die Wahrheit? Ist das, was ich mir denke, auch wirklich die wirkliche Wirklichkeit … und damit absolut wahr?

Würde man jedoch die Wahrheit als etwas sehen, dass nur in einem relativen Sinn existiert, so wie es der Spirealismus tut, kommt man zu einem völlig anderen Weltbild. Zum sprirealistischen Weltbild, dem zufolge die Welt die supersubjektive Sichtweise des Menschen ist. Eine Welt, die innerhalb unbegrenzter Möglichkeiten gewissermaßen „schwebt“ – ein Hologramm einer Möglichkeit. Eine Welt, eine Wahrheit, die eine Sichtweise innerhalb nicht begrenzbarer Unendlichkeiten ist. Eine Welt, die in ihrem Wesen semantisch ist, das bedeutet, die Welt entsteht wie in einem kreativen Text, beschreibend … aber sie ist nicht in einem absoluten Sinn (be-)greifbar, und in einem absoluten Sinn auch nicht existent.

Das Denken des Menschen ist Alles

Wir sahen, wie paradox das das Nichts in der materialistischen Sichtweise ist. Betrachten wir das Nichts nun umgekehrt, und fragen: Was ist das Alles? Wir können es auch objekthafter auffassen, und fragen: Was ist das (Welt-)All? Wir kommen zu einer ganz ähnlichen Paradoxie.

Dem Menschen ist das, was er denken kann, alles. Aber das, was er sich denkt, ist immer nur wenig, verglichen mit dem, was er denken könnte – als abstrakte Möglichkeit. Was er denkt kann daher nie „alles“ sein.

Das Denken ist dem Menschen alles, weil es nichts gibt, was der Mensch nicht denkt, und dennoch für existent halten könnte. Drehen wir das um: Alles, was der Mensch für möglich halten kann, muss der Mensch auch denken. Weil es für den Menschen nichts geben kann, was der Mensch nicht auch in einem Gedanken erfasst, ist das Sein an die Gedanken geknüpft. Was über die menschlichen Gedanken hinausgeht, muss man folgerichtig als unbegreiflich bezeichnen. Und zwar im direktesten Wortsinn. Unbegreiflich als: Niemals und unter keinen Umständen je fassbar. Ich hatte das in Alles ist Geist auch als Denkgrenze bezeichnet – dass das Denken Grenzen haben könnte ist dem Materialisten im Grunde schon unbegreiflich, da er den Geist als das freie Element sieht, und die Materie (die Materie ist dem Materialismus die „eigentliche“ Existenz) als das Begrenzte.

Der Spirealismus hat daher eine andere Vorstellung von Existenz. Existenz entsteht im Prozess der Beobachtung. Die eigentliche Existenz ist der Gedanke an eine Existenz, so, wie die Welt der Gedanke an eine Welt ist. Die Welt ist eine Vorstellung – und der Mensch ein Element der Schöpfung, durch den die Welt mit ihrer Wahrheit eine konkrete, menschliche Existenz erhält.

Was ist die Wahrheit in Wahrheit?

Dass es „die Wahrheit“ nicht gibt, ist für den Spirealismus übersetzbar mit: „Die Welt“ gibt es nicht, oder „das Leben“ gibt es nicht. All dies gibt es nur in einem relativen Sinn, als durch uns hindurch laufender Prozess. Aber nicht in der materialistisch verstandenen Weise, nicht als etwas, das wir von Außen beobachten, nicht als etwas, das von uns unabhängig zu sehen sein kann.

Ist diese Aussage nun wiederum die Wahrheit? Entwertet der Spirealismus die eigene Aussage, wenn er die Wahrheit als nicht existent bezeichnet? In welcher Weise ist dann der Spirealismus wahr?

Die Wahrheit ist dem Spirealismus ein logischer Operator, der etwas kennzeichnet, das in einer Relation mehr zutrifft als etwas anderes. Da auch „die Logik“ gemeinhin unter dem Gesichtspunkt der materialistischen Objekthaftigkeit gedacht wird, muss der Spirealist die Erweiterung hinzufügen, dass es auch in Bezug auf Logik keine wirkliche Endgültigkeit geben kann, denn es gibt nicht nur eine Logik, und nicht nur die menschliche Logik. Nur wenn man innerhalb eines Denksystems bleibt, dann gibt es (scheinbare) Endgültigkeit.

Ausgangspunkt für die Wahrheit und davon untrennbar sind die Objekte des Denkens. Die Wahrheit ist kein Ding, ist kein Objekt. Daher ist der Begriff „die Wahrheit“, verstanden als ein Objekt, innerhalb des materialistischen Denkens paradox. Denn, einerseits befindet sich die Wahrheit als Objekt im Denken, als „die Wahrheit“, und ist als Gedanke somit existent. Andererseits ist wahrnehmbar, dass sie nicht allein existieren kann; nicht als einzelnes Objekt gedacht werden kann. Man kann sie nicht vor sich hin halten und sagen: Hier ist sie, das ist die Wahrheit. Die Wahrheit ist immer geknüpft an eine Behauptung, dies oder jenes sei wahr. Das kann man sich selbst verdeutlichen, wenn man die Wahrheit wiederum, sie objekthaft denkend, als wahr bezeichnet, und sich so in das Reich des Widersprüchlichen begibt. Unter materialistischen Vorzeichen ist die Wahrheit paradox.

„Wer die Wahrheit beschreiben will, überlasse die Eleganz dem Schneider.“

Albert Einstein

 

Die Aussage des Spirealismus über Wahrheit entwertet den Spirealismus nicht. Denn dessen Vorstellung von Wahrheit ist, dass sie nur in einem relativen Sinn überprüfbar ist. Und das trifft zu – die spirealistische Sichtweise ist wahrer als die materialistische, weil sie die Beobachtungen, die auch unter materialistischen Bedingungen gemacht werden, besser beschreibt: Die Welt als in jeder Hinsicht relativ – an nichts Festes gebunden.

Zugleich sagt der Spirealismus eben nicht, man müsse zu seinen Aussagen mit einer absoluten Notwendigkeit kommen. Er kann also auch nicht sagen, der Spirealismus sei in einem absoluten Sinn wahr. Wenn es keine absolute Wahrheit gibt, dann gilt das eben auch für den Spirealismus. Mit dem Spirealismus verbunden ist ja wie gesagt die Überzeugung, das nur das existent sein kann, was auch gedacht wird. Eine Wahrheit, die nicht gedacht wird, ist als solche auch nicht vorhanden.

Und, wenn es keine absolute Wahrheit gibt, dann gibt es dem Spirealismus zufolge auch keine Entwicklung hin zu einer absoluten Wahrheit. Das bedeutet, es gibt keine Erkenntnis, die „irgendwann“ mit Bestimmtheit erlangt werden müsste.

Der Spirealismus bestreitet nicht, dass sich die Welt nicht auch unter der Prämisse der Absolutheit denken ließe, denn der Materialismus beweist das ja. Den Anhängern des Materialismus wird ihre eigene Überzeugung wie unabdingbar erscheinen. Der Materialismus beweist sich selbst, immer wieder von seinen Grundannahmen ausgehend. Das gilt für die materialistische Weltanschauung ebenso wie für die materialistische Wissenschaft. Alles sei aus Festem aufgebaut, aus Teilchen schließlich, die sich objektiv beobachten ließen.

Dem Spirealismus ist die Welt eine Sichtweise – das bedeutet eben, dass im Prinzip auch wirklich jede Sichtweise möglich ist. Aus der Innensicht jedes Ich-Universums ist das eigene Universum aber stets geschlossen – wie nicht anders denkbar. Absolute Dinghaftigkeiten voraussetzend, erscheint auch jedes Universum wie ein begrenztes Ding, das aber, und das ist für den Materialisten unbegreiflich, keine Grenzen zu haben scheint.

Dieses Paradox, eine Welt also, die ihm begrenzt und verstanden erscheint, und dennoch auf rätselhafte Weise grenzenlos, ist dem Materialisten die Wahrheit.

 

 

Was ist die Wahrheit in Wahrheit? Die Wahrheit ist kein Ding was last modified: Dezember 12th, 2016 by Henrik Geyer

Die Zahl Vier – Symbol für die ganze Welt

Die Zahl Vier, Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Die Vorstellung von den vier Elementen: Feuer, Wasser, Luft und Erde.

Die Zahl Vier – die Diversifizierung der Welt

Ich darf noch einmal erinnern an die Zahl Eins – und die in diesem Beitrag zitierte Passage aus dem taoistischen Werk „Das wahre Buch vom südlichen Blütenland“, indem es um das Entstehen der Welt, vorgestellt als Zahlen, ging.

Siehe auch: Beitrag Die Zahl Eins

Nachdem das kosmische Urprinzip seinen Ausdruck findet in den Zahlen Eins, Zwei und Drei, ebenso wie den uns im eigentlichen Sinn unfassbaren Ausdrücken Null und Unendlich, entdecken wir die Zahl Vier, wenn die Welt beginnt Formen anzunehmen in vier prinzipiellen Vorstellungen – oft bezeichnet als Feuer, Wasser, Luft und Erde.

Nun ist es ja die Eigenschaft des Spirealismus, immer die Verschiedenheit der Vorstellungen zu betonen und zu verdeutlichen – denn ein objektives Außen gibt es nicht. Alles kann daher auch anders gesehen werden – und dem Symbolismus, der Metaphorik, kommt im Spirealismus eine besondere Bedeutung zu.

Ich mag Ouspensky, daher möchte ich auch an dieser Stelle ein Zitat aus einem seiner Werke einfügen – wohlgemerkt stellvertretend für viele mögliche Quellen, aus vielen verschiedenen möglichen Bereichen.

J.P. Ouspensky: A New Model Of The Universe

Aber wie als Gegenstück zu toten Ideen, die nirgendwo sonst existieren, gab es auf der anderen Seite lebendige Ideen, die immer und überall wiederkehren und stets präsent sind, in allem was ich dachte, erfuhr und zu dieser Zeit verstand. Zuerst war da die Vorstellung einer Triade, oder Trinität, die in alles eindrang. Ein weiterer sehr wichtiger Platz wurde durch die Vorstellung von den vier Elementen eingenommen: Feuer, Wasser, Luft und Erde. Dies war eine reale Vorstellung, und während der Experimente, im neuen Zustand der Bewusstheit, verstand ich, wie alles von der Triade durchdrungen und verbunden war. Doch im Normalzustand verließ mich der Sinn für die Wichtigkeit und die Verbindung dieser beiden Ideen.

Die Zahl Vier könnte man auch so sehen …

Die vier Elemente – Ihre sprachliche Verwandtschaft zu allem was wir kennen Siehe Dahn – die Heldengoetter – entstammen Urprinzipien. In seinen visionären Interpretationen der Tarotkarten beschreibt Ouspensky die Zahl Vier als ein Prinzip, das am Rand eines rotierenden Kreises (die Welt selbst) zu finden ist, so als solle dieser Kreis in seinem Lauf stabilisiert werden … Materie ist das Gerinnen des Geistes..“

 

J.P. Ouspensky: Der Symbolismus des Tarot

Karte 21: Die Welt

Eine unerwartete Vision erschien mir. Ein Kreis, der einer Frucht ähnlich sah, gewoben aus Regenbogen und Blitzen, wirbelte mit erstaunlicher Geschwindigkeit von Himmel zu Erde, mich durch seine Strahlkraft blendend. Und mitten in diesem Licht und Feuer hörte ich Musik und leises Singen, Donnerschläge und das Brüllen eines Orkans, das Rumoren von zusammenstürzenden Bergen, und Erdbeben.

Der Kreis wirbelte mit einem erschreckenden Lärm, die Erde und die Sonne berührend, und, in der Mitte sah ich die nackte, tanzende Figur einer wunderschönen jungen Frau, eingehüllt in ein leichtes, transparentes Tuch, in ihrer Hand hielt sie einen Zauberstab.

Augenblicklich erschienen die vier apokalyptischen Bestien am Rand des Kreises; eins mit dem Gesicht eines Löwen, eins mit dem Gesicht eines Menschen, eins dem eines Adlers und das vierte dem Gesicht eines Bullen.

Die Vision verschwand so schnell wie sie erschienen war. Eine seltsame Stille überfiel mich. Ich fragte mich, was all das wohl bedeutete.

„Das ist ein Abbild der Welt“, sagte die Stimme. „Doch das kann erst verstanden werden, nachdem der Tempel betreten wurde. Dies ist eine Vision der Welt im Kreislauf der Zeit, inmitten der vier Prinzipien. Doch Ihr seht verschieden, denn Ihr seht die Welt außerhalb Eurer selbst. Lernt sie in Euch selbst zu sehen und ihr werdet den unendlichen Grundstoff entdecken, der hinter allen illusorischen Formen verborgen liegt.

Versteht, dass die Welt die Ihr kennt nur ein Aspekt der unendlichen Welt ist, und Dinge und Erscheinungen sind Hieroglyphen der tieferen Ideen.

Der Mensch kommt in seinen Vorstellungen immer wieder auf Urvorstellungen zurück

Der Mensch kommt in seinen Vorstellungen immer wieder auf fundamentalste Urvorstellungen zurück, oft verbunden mit den Elementen Luft, Wasser, Feuer, Erde.

 

Der Philosoph Thales beispielsweise fand als Urgrund und Substrat aller Dinge das Feuchte, das Wasser.

Der Philosoph Anaximenes wiederum sah die Luft als den Urgrund aller Dinge, denn aus dieser entstünde alles, und löse sich auch wieder auf.

Heraklit sagte:

Alles ist Austausch des Feuers und das Feuer Austausch von allem, gerade wie für Gold Waren und für Waren Gold eingetauscht wird.

In der Bibel schließlich ist die Erde (Staub) das, aus dem alles ist:

Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen, bis daß du wieder zur Erde kehrst, von der du genommen bist; denn du bist Staub und kehrst wieder zum Staub zurück! (1. Mose 3)

Sprache ist die Vorstellung von der Welt … Sprache ist die Welt

Man kann das Ganze auch wie ein Sprachforscher angehen, der zeigt, dass den Diversifikationen der Worte (und den damit verbundenen Vorstellungen) stets einfache Urworte und Urvorstellungen zugrundeliegen, denn es ist die spirealistische Vorstellung, dass die Worte die Umsetzungen unserer Vorstellungen sind, und, da die Welt(en) im Spirealismus aus Vorstellungen bestehen, sind die Worte ebenso die Welt(en). So gesehen ist die Entwicklung der Worte gleichzusetzen mit der Entwicklung der Welt(en).

Ich habe nun hierfür folgendes Zitat, in dem Felix Dahn (unter anderem) aufzeigt, dass aus der Praxis der Germanen, Zauberzeichen (Runen) in Stäbe einzuritzen, diese in einem Gefäß zu mischen (etwa einem Helm), auf die Erde zu schütten und von dort aufzulesen, das Wort „lesen“ stammt.

(Zauber von zepar; opferbare Tiere, im Gegensatz zu Unziefer, Ungeziefer, welches die Götter verschmähen), Weissagung, Zukunftsforschung, Losung. Man ritzte in Stäbchen von Buchenrinde Zeichen, warf sie (etwa aus einem Helm) zur Erde und las sie einzeln auf (daher „lesen“);

aus: Germanische Heldensagen von Felix Dahn

Empedokles sagte:

… so ist auch die Quelle der irdischen Dinge, so viele uns in ihrer unendlichen Fülle bekanntgeworden sind, nirgendwo anders als in ihren Elementen zu suchen.

 

Damals war die Vorstellung von Grundelementen die von Feuer, Wasser, Luft und Erde. Und, wechselnd, auch einigen anderen, wie z.B. Blut. Heute haben wir im Periodensystem der Elemente etwa 116 Elemente, mit der Tendenz zur allmählichen Steigerung der Anzahl. Haben wir heute ein objektives Wissen vor uns, im Gegensatz zur griechischen Antike? Aus der Sicht des Spirealismus nicht, denn der sieht in der Fortentwicklung einen nie aufhörenden, kontinuierlichen Prozess der Herausbildung der Welt(en).

Das Stück „die Welt“ wird aufgeführt auf der Bühne der vier Dimensionen

Den Pytagoreern wird folgende geometrische Erkenntnis zugeschrieben, die gleichzeitig Erweiterung und Variation dessen ist, was bereits über die Zahlen Eins, Zwei und Drei gesagt wurde:

Eins ist der Punkt.

Die Bewegung des Punktes erzeugt die Linie, das ist die Zwei.

Die Bewegung der Linie erschafft die Fläche, das ist die Drei.

Die Bewegung der Fläche erschafft die Körper, das ist Vier.

Diese (geometrische) Betrachtung kann man als Vorstellung vom Entstehen der Welt sehen, denn die Bühne „der Welt“ ist nach geläufiger Vorstellung der Raum. Die Bewegung ist die Veränderung der Sichtweise (verbunden mit Ortswechsel im Raum), möglich gemacht durch Zeit. Die Körper (Dinge) aus denen unsere Welt besteht werden möglich gemacht durch die Dimensionen, von denen es, zumindest bis vor kurzem, noch vier gab – auch hier finden wir wieder die Zahl Vier.

Nebenbemerkung: Inzwischen wollen Forscher die Zahl der Dimensionen mit 11 angeben, wenn ich da auf dem Laufenden bin, vielleicht sind es inzwischen schon mehr. Ich halte es für unsachgemäß Dimensionen einfach herbeidefinieren zu wollen – der Begriff Dimension, mehr noch als jeder andere Begriff, steht nach meinem Dafürhalten für ein grundlegendes Prinzip, das in der Vorstellungswelt Aller seine Wurzeln haben muss, nicht nur einiger Wissenschaftler, und sich daher nicht aus den Berechnungen von Atomphysikern ergeben kann. 

Die Zahl Vier als die symbolhafte Verkörperung der Welt

So erklärt sich, dass die Zahl Vier eine gewisse Wichtigkeit hat – sie steht, nachdem das Prinzip der Dreifaltigkeit zum ursprünglichen Entstehen der Welt zu rechnen ist, für das Entstehen der Dinge. Die unendlich vielen Dinge, sie beginnen, für das menschliche Denken, für die Sprache, in ganz einfachen Dingen.

So suchen wir beispielsweise immer noch den Kern in jeder Sache. Denken wir an den Atomkern, und seine diversen Kerne (Elektronen, Protonen, Neutronen, Quanten) – so als handelte es sich um den Kern, der man selbstverständlich in einer Kirsche zu finden erwartet.

Der Spirealismus versteht den Menschen als Teil eines ihm übergeordneten Bewusstseins, eines Kontinuums aus Denken, in dem es kein Gestern und kein Morgen gibt, sondern sich stetig entwickelnde und diversifizierende Begriffe.

Daher ist die Sichtweise berechtigt, dass alles, was wir heute denken, auf einige wenige Urvorstellungen zurückgeht, wie Erde, Luft, Wasser, und Feuer. Die Zahl Vier.

Siehe auch: Beitrag Symbolismus – was ist das? Symbolhaftes Denken

Siehe auch: Artikel Monokausal und Multikausal – wie viele Gründe kann man zählen?

Siehe auch: Beitrag Der Mensch möchte zu den Sternen singen

Die Zahl Vier – Symbol für die ganze Welt was last modified: Mai 19th, 2016 by Henrik Geyer

Beweisbarkeit des Spirealismus

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Beweisbarkeit des Spirealismus: Eins plus Eins gleich Zwei... aber was ist Eins?

Wie läßt sich der Spirealismus beweisen? Wenn der Spirealismus aussagt, dass die Realität in den Gedanken liegt, ist seine Beweisbarkeit dann eine Frage der Phantasie?

fehlende Objektivität

Man muss sagen: Genau so ist es!

Das leitet sich bereits aus dem über Objektivität Gesagten ab.

Einerseits habe ich häufig dargelegt, warum es keine Objektivität gibt, wie das gemeint ist, woran man es sehen kann, etc.. Andererseits bedeutet das natürlich auch (und es hat mir selbst lange Kopfzerbrechen bereitet), dass der Spirealismus selbst nicht objektiv sein kann.

Eine Weile dachte ich so: Fehlende Objektivität ist die einzige IMMER feststellbare Tatsache – und somit dem am allernächsten, was man objektiv nennen könnte. Doch, nein, die ehrliche Antwort ist: Nicht existierende Objektivität läßt sich auch nicht objektiv beweisen!

Wie schwer es fällt, diese Denkhürde zu überwinden beweist jedoch, wie sehr unsere Vorstellungen auch Denkgrenzen sind.

Lesen Sie auch: objektiv subjektiv. Was ist der Unterschied zwischen Objektivität und Subjektivität?

eine Frage der Phantasie

Wenn man nun in dieser Welt (spirealistisch: in diesen Welten) keine Objektivität finden kann, dann bedeutet das, dass die Dinge, so wie sie uns vor Augen stehen, als Vorstellungen in die Welt(en) kommen.

Spruchbild: Nicht "unser" Denken im Gehirn erzeugt Realität - das Denken geht nicht von unserem Gehirn aus, sondern umschließt und erschafft uns. Ebenso wenig erzeugt eine Quelle Wasser. In einer Quelle tritt Wasser nur zu Tage.(Aus spirealistischer Sicht sind dies allerdings Vorstellungen eines kollektiven Bewusstseins, eines panpsychischen Bewußtseins sozusagen. Nicht so, wie wir uns Bewußtsein gemeinhin vorstellen, als nur im Menschen zu verorten, nur der Mensch erbringe den Beweis für Bewußtsein und zwar durch „sein“ Bewußtsein, u.s.w.).

 

 

Dass die Phantasie hier die entscheidende Instanz eines Beweises ist, will ich wie folgt illustrieren:

Seit Jahrtausenden gibt es in der Philosophie Überlegungen, die die spirealistischen Thesen stützen, und die ich daher in verschiedensten Beiträgen zitierte. Diesmal erinnere ich an den bekannten Ausspruch des Heraklit

Alles fließt.

oder auch (ebenfalls von Heraklit)

Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen.

Dies bereits mag ein wenig schwierig sein, sich vorzustellen, aber es ist eigentlich logisch: Wer zu zwei verschiedenen Zeitpunkten in den Fluss steigt, findet nicht denselben Fluss vor, sondern eigentlich zwei verschiedene. Der Stoff des Flusses hat sich sowohl in seiner Identität (der Stoff: das Wasser) gewandelt, wie auch in der Zusammensetzung, der Menge, etc..

Man mag nun denken: Der Fluss ist ein Sonderfall – das flüssig-flüchtige Element Wasser, aus dem er besteht, ist nicht in den (festen) Dingen. Doch, was für den Fluss gilt, muss man sich nun für alle Dinge denken, so verlangt Heraklit, denn alles fließt.

Warum sagt er das? Weil, was für den Fluss zutrifft, der ja im Grunde eine ganz alltägliche Erscheinung ist, nicht in seinem Wesen völlig verschieden sein kann, von allem anderen. Nein, in einem Kontinuum der Wahrnehmungen ist der Fluss eine Erscheinung, die sich nur graduell unterscheidet, nicht jedoch wesenhaft. Dies ist übrigens auch exakt die Aussage vieler Teilchenphysiker der Moderne, die sich mit dem Wesen der Materie beschäftigen.

Nun kann man aber – auch das gibt es bereits seit Jahrtausenden – konsequenterweise weiter sagen:

Man kann nicht einmal in denselben Fluss steigen.

Dies ergibt sich als logische Konsequenz, wenn man versteht, dass Wissen Erinnerung ist (Platon), und dass, wenn man einen Fluss sieht, und ihn bereits in einem zweiten Gedanken ergründen will, seinem Wesen auf die Spur kommen will, dieser Fluss bereits im zweiten Moment verändert ist – es gilt also auch hier das bereits Gesagte: Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen.

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen. Heraklit … Man kann nicht einmal in denselben Fluss steigen.

Das wiederum ist identisch mit der spirealistischen Sichtweise des fehlenden Objektiven … es gibt kein Ding, das ein eigenes, vom Denken unabhängiges Wesen hätte, es gibt kein unabhängiges Außen, das wir beobachten. Sondern, die Existenz der Welt(en) IST Denken, IST Relativität, IST Subjektivität – das ist die spirealistische Grundüberzeugung.

 

 

 

Art und Weise des Beweises

Wie also könnte ein Beweis für dieses Denken aussehen?

In der quasi einzig gewünschten Form, in Form des Beweises eines objektiven Tatbestandes, kann er nicht stattfinden, denn das würde die Negation dessen erfordern, was der Spirealismus proklamiert und was ja gerade bewiesen werden soll.

Anders gesagt: Wenn die (weltanschaulichen) Brillen der Ichs dafür verantwortlich sind, was für eine Welt ihnen entsteht, was für sie also „sichtbar“ ist, dann ist für den materialistischen Denker die Geisteswelt des Spirealismus unsichtbar, undenkbar, nicht nachweisbar.

Es bleibt dem Spirealisten nichts anderes übrig, als die Phantasie des Materialisten anzuregen, ihn an Alltagserfahrungen zu gemahnen die seiner materialistischen Grundüberzeugung widersprechen, also die Widersprüche des Materialismus aufzuzeigen, und auf der anderen Seite die Logik, den Nutzen und die letztliche Unabwendbarkeit des Spirealismus aufzuzeigen.

Das ist aber nicht einfach – gerade der Spirealismus in seiner Konsequenz zeigt ja, dass die Welten (welche es auch seien) immer in sich logisch und vollständig wirken müssen, es gibt für sie jeweils kein „fehlendes“ Element, keine Notwendigkeit, eine andere Welt zu erschaffen. Sondern es gibt innerhalb des Materialismus nur die Notwendigkeit den Materialismus weiterzuentwickeln. Ich möchte das mit einem provokativen Beispiel illustrieren – dem Wunderglauben des Mittelalters. Vorausgesetzt man glaubt an die Existenz von Hexen ist die daraus folgende Konsequenz ja nicht, die Existenz von Hexen in Zweifel zu ziehen, sondern die Konsequenz ist, die Auffindbarkeit des Hexenunwesens zu ergründen, die Hexen zu vernichten, etc.. Das bedeutet, der Glaube, jede Vorstellungswelt, auch die des Materialismus, stabilisiert sich selbst. Und das ist es, was wir ja auch tatsächlich stets und ständig sehen.

Die Notwendigkeit des Spirealismus im Heute

… und … gilt das soeben Gesagte nicht auch für den Spirealismus? Stabilisiert er sich dann demzufolge nicht auch selbst?

Doch. Das Gesagte gilt auch für den Spirealismus, der allerdings von vorn herein weniger in festen Begriffen denkt, sondern ja eben gerade die Relativität jedes Begriffes betont. Insofern glaubt der Spirealismus die Welt(en) besser beschreiben zu können und unseren Vorstellungen nützlich zu sein.

Und .. wenn jede Weltvorstellung sich selbst völlig genügt, welche Notwendigkeit und besondere Dringlichkeit besteht dann, in spirealistischen Begriffen zu denken?

Die heutige Zeit sehe ich geprägt durch eine stark entwickelten Materialismus, in dem für Wunderglauben und den Gedanken an etwas „Höheres“ (als den menschlichen Geist) kein Platz zu sein scheint – was die Gegenposition zum Spirealismus ist. Aber auch geprägt durch tausenderlei Widersprüchlichkeiten, beispielsweise aus der häufig von mir ins Feld geführten Teilchenphysik. Weiterhin wird ind er Popkultur zunehmend die Frage gestellt, was überhaupt die Realität ist – man denke an den Film Matrix, aber auch diverse Science Fiction-Romane (auch Filme), beispielsweise von Philip K. Dick. Diese populär werdenden Fragestellungen werden angereichert durch eine jahrtausendelange reiche philosophische Überlegungen … Heraklit, Plato, Kant, Hegel, Schopenhauer, Wittgenstein, Bohr, Einstein, Heisenberg … nun müssten deren Überlegungen „nur noch“ Gegenstand des Alltagsdenkens werden. Und schlussendlich – und vielleicht am wichtigsten – sind es die ganz praktischen Ergebnisse der materialistischen Wissenschaft, die selbst die entscheidenden Fragen immer unvermeidbarer werden lassen: der Computer, die weltweite Vernetzung, die künstliche Intelligenz.

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Wenn es eine Frage der Nützlichkeit (und nicht einer schlichten Wahrheit) sein sollte: Der Spirealismus hat, richtig verstanden, Nützlichkeit. Und: Er fügt sich in das bestehende Denken nahtlos ein, will z.B. die Wissenschaft nicht etwa überflüssig machen, nur weil er die Wahrheit spirituellen Denkens darlegt – denn er stellt die Relativität der Welt(en) fest, und postuliert ihre jeweilige „Gültigkeit“. Gleichzeitig stellt er keineswegs die Existenz in Frage, auch wenn er die Welt(en) als „gedacht“ bezeichnet. Jedoch hat der Spirealismus einen eigenen Existenzbegriff, der von dem des Materialismus abweicht.

Der Beweis …

… ist also keine nachrechenbare Formel, das kann es nicht sein. Auch (verständlicherweise) kein: „Seht, dort ist das Nichts!“

Sondern es ist ein Aufzeigen stets und ständig vorhandener unendlicher anderer Denkmöglichkeiten, als sie gerade im öffentlichen (supersubjektiven) oder individuellen Bewusstsein vorherrschen. Es ist ein Denken in Metaphern, in Symbolen, ein Quer- und Andersdenken, und ein Aufzeigen von dessen Wahrheit.

 

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Beweisbarkeit des Spirealismus was last modified: Mai 20th, 2016 by Henrik Geyer

Das Eine und das Andere

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Das eine kann nicht das andere sein. Das eine kann nicht ohne das andere sein.

Während es der materialistischen Sichtweise eigen ist, die Dinge in einem Außen zu sehen, und ihre (dort) definierte Existenz vorauszusetzen, ist es das Wesen des Spirealismus eben dies zu verneinen und zu sagen: Die Dinge kommen mit dem Gedanken in die Existenz. Der Spirealismus fragt: Was ist ein Ding? Was ist das Eine?

Aber auch viele (Nach-)Denker, die sich dem materialistischen Lager zurechnen lassen, also Kernphysiker wie Heisenberg, Dichter wie Goethe, stellten sich diese Frage: Was unterscheidet das Eine vom Anderen, was bringt das Eine in die Existenz, und macht die Existenz eines Zweiten notwendig … getreu dem Grundsatz

Die Grenze des einen Dinges ist zugleich die Grenze eines anderen Dinges
Anaximander, griechischer Philosoph

 

Das Eine und das Andere – was unterscheidet es? … wie kommt man überhaupt auf solche Frage?

Diese Frage ergibt sich mit Notwendigkeit, wenn man sieht, dass sich ein Ding, welches auch immer man nimmt, nicht in Vollständigkeit ergründen lässt. Wenn man wie Immanuel Kant feststellt: ein Ding „an sich“ lässt sich nicht beschreiben. Wenn man das also wahrnimmt, dass es nichts gibt, das man nicht ganz anders sehen, beschreiben, verstehen könnte (spirealistisch gesagt: Es gibt keine Objektivität) – dann fragt man sich: Was ist dieses Eine? Und was unterscheidet dieses Eine wirklich vom Anderen?

Denn das eigentliche Prinzip der Welt können diese Formen, die wir vor uns sehen, nicht sein. Das Prinzip hinter den Formen, die selbst im Unendlichen wurzeln, und quasi vor dem beobachtenden Blick ständig neu entstehen, muss ein einfaches sein, etwas immer Gültiges. Und dieses Prinzip finden wir in unserer Auffassung, denn wir Menschen sind nicht die Beobachter einer Schöpfung, die von uns abgetrennt wäre. Sondern wir selbst sind ihr Element, und daher kommt die Schöpfung in uns selbst, und ihre Prinzipien in „unserem“ Denken, zum Ausdruck. Und dieses ganz einfache Urprinzip liegt in den Worten das Eine und das Andere.

Das eine kann nicht das andere sein.

und

Das eine kann nicht ohne das andere sein.

Weiterlesen: Die Zahl Drei

Aus dem Einen und dem Anderen entsteht das Neue

Spirealismus, das ist Denken in Metaphern. Warum? Weil der Spirealismus die Dinge nicht als in einem Außen definiert sieht – Objektivität gibt es nicht. Daher ist die Welt eine Sichtweise, und eine Sichtweise ist dadurch geprägt, dass sie nicht mit einer zwingenden Unbedingtheit entsteht. Anders gesagt: Die Welt ist eine Möglichkeit, keine Notwendigkeit. Das versteht man durch Metaphorik, durch Symbolismus. Ein für seinen Symbolismus bekannter Autore ist P.D. Ouspensky ic h möchte ein Zitat einfügen aus einem Buch, in dem er psychologische Selbstversuche beschreibt, die er auf der „Suche nach dem Rätselhaften“, wie er es nannte, machte.

Er erhielt während dieser Versuche einen visionären Eindruck vom entstehen der Welt durch eine Dreiheit – das Dritte als Ergebnis der Zweiheit, Ausdruck der Differenz, der Harmonie und des gleichzeitigen Unterschiedes von Yin und Yang, der Einheit im Widerspruch, der Synthese aus These und und Antithese.

Further, there was a picture or mental image which entered into everything and appeared as a necessary part of every logical or illogical construction. This image showed two aspects, both of everything taken together, that is, the whole world, and of every separate part of it, that is, each separate side of the world and of life. One aspect was connected with the First Principle. I saw, as it were, the origin of the whole world or the origin of any given phenomenon or any given idea. The other aspect was connected with separate things: I saw the world, or those events which interested me at the particular moment, in their final manifestation, that is, as we see them around us, but connected into a whole, incomprehensible to us. But between the first aspect and the second aspect there always occurred an interruption like a gap or blank space. Graphically I might represent this approximately in the following way: Imagine that from above three lines appear from one point; each of these three lines is again transformed into three lines; each of these three lines again into three lines. Gradually the lines break more and more and gradually become more and more varied in properties, acquiring colour, form and other qualities, but not reaching real facts, and transforming themselves into a kind of invisible current proceeding from above. From below, imagine the infinite variety of phenomena collected and classified into groups; these groups again unite, and as a result great numbers of very varied phenomena are actually bound into wholes and can be expressed by one sign or one hieroglyph. A series of these hieroglyphs represents life or the visible world at a certain distance from the surface. From above goes the process of differentiation, and from below goes the process of integration. But differentiation and integration do not meet.

Außerdem gab es ein Bild, oder einen geistigen Eindruck, der als notwendiger Teil jeder … Vorstellung alles durchdrang. Dieses Bild hatte zwei Aspekte, beide zusammengenommen – das war die ganze Welt. Und die einzelnen Teile – das waren die einzelnen Aspekte der Welt und des Lebens.

Ein Aspekt war mit dem ersten Prinzip verbunden. Ich sah das Entstehen der ganzen Welt oder das Entstehen jedes Phänomens oder jeder einzelnen Idee.

Der andere Aspekt war mit verschiedenen Dingen verbunden: Ich sah die Welt, oder die Vorgänge, die mich in diesem Moment interessierten, in ihrer endgültigen Erscheinung, also wie wir sie gewohnt sind zu sehen, aber in einem Ganzen verbunden, das nicht wahrnehmbar für uns ist.

Doch zwischen dem ersten Aspekt und dem zweiten Aspekt trat immer eine Unterbrechung auf, oder ein leerer Raum.

Grafisch würde ich das wie folgt beschreiben: Man stelle sich vor, dass von oben drei Linien von einem Punkt ausgehen. Nach und nach brechen die Linien auf und variieren zunehmend ihre Proportionen, erhalten Farbe, Form und andere Eigenschaften, jedoch nicht zu realen Fakten werdend, und wandeln sich zu einer Art unsichtbaren von oben kommenden Strom. Von unten, muss man sich vorstellen, erscheint eine unendliche Vielfalt von Phänomenen, die eingeteilt und geordnet sind in Gruppen; und diese Gruppen wiederum verbinden sich, und als Resultat können sich große Mengen an verschiedenen Phänomenen verbinden, und werden so zu Zeichen oder Hieroglyphen. Eine Reihe dieser Hieroglyphen repräsentiert das Leben oder die sichtbare Welt in einer gewissen Entfernung von der Oberfläche. Von oben erfolgt der Prozess der Differenzierung, von unten der Prozess der Integration. Aber Integration und Differenzierung treffen nicht zusammen.

Ähnliches Thema: Beitrag Dreifaltigkeit – Interpretationen

 

Das eine und das Andere – die alles antreibende Differenz

Das Eine muss das Andere mit sich bringen, weil sich ein Ding oder ein Thema, ein Gedanke oder eine Höhe, eine Spannung oder ein Punkt im Raum, immer nur definieren lässt als ein Unterschied zu etwas anderem.

Zugleich ist dieses Andere naturgemäß anders, das bedeutet, es gibt den schon erwähnten Unterschied, die Differenz zwischen beiden.

Die Differenz wiederum, verstanden als eine Spannung innerhalb eines gemeinsamen Raumes oder eines Käfigs, führt dazu, dass sich eine Entwicklung ergibt. Die Kugel rollt von der schrägen Fläche herunter, die Welten ziehen sich durch Gravitationsunterschiede an, verschmelzen. Der Unterschied der Meinungen betreibt den Fortschritt des Wissens, die Pole an der Autobatterie machen es möglich dass der Motor startet.

Nebenbemerkung: Was ist dieser „Käfig“, von dem ich sprach? Materialistisch gesehen ist es das Vorkommen der Differenz in einem „gemeinsamen Zusammenhang“. Spirealistisch gesehen steht alles in Zusammenhang, es ist eher eine Frage der Wahrnehmung. Die Wahrnehmung (das was der Mensch denken kann) ist im Gegensatz zum grenzenlosen Raum der möglichen Gedanken sehr begrenzt – das sieht der Materialismus  genau anders herum, weil er annimmt, der Mensch beobachte eine von ihm außerhalb befindliche Wirklichkeit, und diese sei in ihren Möglichkeiten begrenzt, anders gesagt: materiell definiert.

So ist also das, was wir als Differenz wahrnehmen, auch nur in einem gemeinsamen Zusammenhang anzutreffen. Stünde es nicht in diesem Zusammenhang, der so unabdingbar ist wie ein Käfig, wäre es allein, und, wie gesagt, das Eine ohne das Andere ist ebenso unmöglich, wie, dass das Eine und das Andere deckungsgleich sind. In der Dialektik ist das das Prinzip des „Kampfes und der Einheit der Gegensätze“. 

 

 

Die Differenz ist das innere Prinzip des Werdens und Vergehens, aus der Differenz ergibt sich das Dritte, die Entwicklung, das Neue … das, was weder das Eine noch das andere ist. 

 

Das Eine und das Andere was last modified: Juni 1st, 2016 by Henrik Geyer

Die Freiheit des einen ist die Tyrannei des anderen

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Die Freiheit des einen ist die Tyrannei des anderen.

Freiheit wird oft so verstanden, als sei es ein grenzenlos vorhandenes Gut. So als sei Freiheit nicht verbunden mit Grenzen. Ich will einige Aspekte aufzeigen, die verständlich machen, dass das nicht so ist. Die Freiheit des einen ist die Tyrannei des anderen.

Die Relativität der Freiheit

Es ist ein Grundverständnis des Spirealismus, dass es ganz einfache, dem Kosmos zugrunde liegende Prinzipien gibt. Das eine kann nicht das andere sein. Aber das eine kann auch nicht ohne das andere sein.

Anders gesagt: Was wäre die Freiheit ohne die Tyrannei? Was wäre der Unterdrückte ohne den Tyrannen, der ihn unterdrückt? Was wäre der Freie ohne den Tyrannen? Und so weiter.

Oder ganz alltäglich… was wäre das Bild eines Vogels, der so frei ist wie der Wind, ohne die Vorstellung eines Vogels, der eingesperrt ist, in einen Drahtkäfig?

Unsere Welten der Vorstellung beinhalten immer das eine und andere. Im Verständnis des Spirealismus entsteht das eine geradezu aus dem anderen – das eine gibt es nur mit dem anderen. Das gilt auch für Freiheit und seinen Gegenpol, die Tyrannei.

Die Grenze eines Dinges ist gleichzeitig die Grenze eines anderen
Anaximander, griechischer Philosoph

Alles ist begrenzt

Wenn auch unsere nie enden wollenden Vorstellungen uns suggerieren, es gäbe das Unendliche – und wo Unendlichkeit vorherrscht, kann es ja nicht wirklich Enge geben – muss man doch feststellen: es „gibt“ das Unendliche für uns Menschen nicht. Die Unendlichkeit ist für uns Menschen das, „womit wir nicht fertig werden“ (Plato), und somit etwas, was wir nicht im eigentlichen Sinn erleben können.

Vielmehr ist jeder Begriff, den das Denken formen kann, geprägt durch Ähnlichkeiten und Gleichheit, aber auch durch Abgrenzung. Es gibt keinen Menschen, keinen Begriff, kein Tier, keine Entfernung, die unbegrenzt sein könnte. Denn Grenzen bedeuten Definiertheit.

Man denke allein an den Begriff des Unendlichen. Auch er unterscheidet sich von anderen Begriffen, grenzt sich ab.

Weiterlesen: Beitrag Was ist von Grenzenlosigkeit zu halten?

Die FDP und die Frage nach den Grenzen

Man mag das für eine philosophische Spitzfindigkeit halten, jedoch ist diese Frage von äußerster Wichtigkeit.

Ich führe das Beispiel der FDP an, der Freien Demokratischen Partei Deutschlands. Freiheit – das klingt gut! Doch was ist das?

Die FDP war stets zerrissen von den vielfältigen, einander widersprechenden Vorstellungen. National-Liberalismus versus Freiheit, verstanden als Multikulti. Freiheit von Kriminellen vs Freiheit der Bürger, die unfreier werden, wenn sie Kriminalität fürchten müssen.

Oder ein weiteres Beispiel: die größtmögliche Freiheit der Industrie (dies war ja immer ein wichtiger parteipolitischer Schwerpunkt der FDP) steht auch in einem Gegensatz zu einer anderen Freiheit – und zwar der ökologischen Freiheit der Menschen, die nicht nur Geld verdienen wollen, sondern auch eine saubere und unverbaute Umwelt genießen möchten. Geld ist schließlich kein Selbstzweck.

Oder das grundsätzliche Verständnis: Die Freiheit einer Denkrichtung wird begrenzt durch die Freiheit einer anderen Denkrichtung. Die Freiheit des einen ist die Tyrannei des anderen.

Wenn man, wie es nach meinem Dafürhalten die FDP tat, einen attraktiven Begriff wie die Freiheit zwar im Namen führt, aber nie versucht, es (für sich) spezifisch zu definieren, und zwar unter Einbeziehung des Wortes Unfreiheit, dann führt das zu parteipolitischer Beliebigkeit und letztlich Bedeutungslosigkeit.

Soweit ich es erlebte, hat sich der Kurs der Partei immer im tagespolitischen Streit gebildet – man hat sie als Klientel-Partei bezeichnet, und sie hat eine gewisse Rolle gespielt in den machttaktischen Überlegungen der CDU für viele Jahre (sprich: als Koalitionspartner). Aber wofür die FDP eigentlich steht, weiß ich bis heute nicht so recht.

Freiheit und Tyrannei: Das ewig wechselnde Motiv

Freiheit und Tyrannei wechseln sich in einem ewigen Kreislauf ab.

Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten soll. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.
Sokrates

Die Jugend „von heute“ (in jedem Zeitalter) erscheint wie die Tyrannei des Althergebrachten.

Der strahlende Sieger von heute wird durch seine Siege zum Tyrannen des Morgen. Das ewig sich wechselnde Motiv von Freiheit und Tyrannei, als eine Variation von These und Antithese, die zur Synthese gelangt, kann nie enden. Denn es ist ein kosmisches Prinzip.

Ein Tyrann kann unzählige Menschen töten, nur seinen Nachfolger nicht.
Seneca

Freiheit und Tyrannei sind verbunden, bereits durch die allumfassende Kommunikation. Man stelle sich zwei Menschen vor, die durch Ketten (Kommunikation) aneinander gebunden sind. Sie können nur gemeinsam gehen, es ist nur eine gemeinsame Richtung möglich. Die Zielvorstellungen des Einen begrenzen die Ziele des Anderen. Oder können wir die Kommunikation einfach beenden? Das könnte man nur, wenn man Kommunikation als etwas eingegrenztes sieht. Der Spirealismus sieht Kommunikation hingegen als allumfassend an – sie kann nie „unterbrochen“ werden. Unser Blick auf die Welt ist bereits Kommunikation, weil alles Relation ist.

Die größtmögliche Freiheit, und damit die Überwindung von Tyrannei, ist das Übereinstimmen der Ziele; Das bewusste Herbeiführen des Kompromisses. Es ist das (harmonische) Bilden der Synthese, aus These und Antithese. Es ist das Prinzip der Demokratie. Es ist das Zulassen der Pole – ihre Verbindung im Widerspruch. Es ist Verständnis aus Bewusstheit.

 

Siehe auch: Artikel Wenn du frei sein willst, nimm dir Zeit

Siehe auch: Beitrag Genügsam Sein – zufrieden sein – frei sein

Die Freiheit des einen ist die Tyrannei des anderen was last modified: Mai 25th, 2016 by Henrik Geyer

Es gibt nur das Jetzt. Immer ist Jetzt

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Immer ist Jetzt

Unsere Vorstellung von Vergangenheit und Zukunft ist ein schönes Beispiel dafür zu zeigen, dass „die Welt“, und unsere Vorstellung von „der Welt“, ein und dasselbe ist. Denn in dem Sinne, wie wir uns Existenz vorstellen, gibt es Vergangenheit und Zukunft nicht. Es gibt immer nur das Jetzt.

Gestern war Jetzt. Morgen ist Jetzt.

Es ist eigentlich für jeden nachvollziehbar, das in jedem Moment, den wir erleben, immer gerade Jetzt ist.

Umkehrschluss: wann ist nicht Jetzt? Nie!

Wissen Sie noch, als gestern war? Wann war das? Jetzt! Und wann wird morgen sein? Jetzt!

Und doch gibt es Vergangenheit und Zukunft!

Ein Einwurf:

„Und doch gibt es die Vergangenheit!“

„Aber wann ist diese Vergangenheit?“

„Sie war gestern, zum Beispiel!“

„Nein, ich meine, wann ist die Vergangenheit?“

….

„Sie ist im Jetzt, wenn sie ist. Die Vergangenheit jedoch, sie ist ein Gedanke an etwas, das nicht ist.

 

(Das berührt übrigens die ewig junge Frage nach den Dingen wie sie „wirklich sind“ im Unterschied zu unseren Vorstellungen von ihnen. Die Zahl der Worte, die hier unterscheiden wollen (aber nicht können), ist Legion. Eines dieser Worte, das eine Art ultimative Klarheit über das Wirkliche im Unterschied zum Unwirklichen schaffen möchte, das eine strenge Grenze zwischen Tatsächlichem und nur Gedachtem ziehen möchte, ist das Wort Realität. Und doch ist auch dieses Wort wieder den Interpretationen im Unendlichen unterworfen – man kommt damit an keine Grenze. Ganz ähnliche Besprechungen gab es in diesem Blog zu den Worten „subjektiv“ und „objektiv“, Noumenon etc.. (oder es wird solche Besprechungen noch geben).)

Spirealistische Definition von Existenz

Dieses „Sein“, dieses „das Ist“ – es ist verbunden mit der spirealistischen Definition von Existenz.

Erst wenn man sich begreiflich macht, was das sein soll – „Existenz“, kann man Verständnis für die Existenz von Zeit gewinnen. Sonst bleibt sie uns widersprüchlich.

Existenz – das ist im Spirealismus der Gedanke. Und der Gedanke ist immer im Jetzt.

Ähnliches Thema: Die Ontologie des Spirealismus

Der Gedanke im Jetzt – Vergangenheit und Zukunft

Erleben lässt sich die Vergangenheit also im eigentlichen Sinn nicht, auch nicht die Zukunft. „Nur“ als unser Gedanke an sie, und zwar im Jetzt. Im Jetzt entstehen Vergangenheit und Zukunft. Das Jetzt repräsentiert sie. Doch unsere Gedanken sind unterschätzt, wenn wir sie „nur“ Gedanken nennen. Gedanken sind alles, was ist. In Gedanken entstehen unsere Welten, und in Gedanken reisen wir vor und zurück in der Zeit.

spirituelle Weisheit und das Jetzt

Dieser Ansatz ist uns rätselhaft, denn den Gedanken sehen wir (im Materialismus) als das Unwirkliche. Das Unwirkliche deshalb, weil das Wirkliche die vom Gedanken getrennte Außenwelt sein soll. Viele Denkrichtungen beschäftigen sich mit diesem scheinbar unauflösbaren Rätsel.

Weiterlesen: Beitrag Surrealismus, Surrealistische Fotokunst, Image Art

Dass im eigentlichen Sinne nur das Jetzt existiert ist eine spirituelle Weisheit. Warum spirituell? Weil wir in der materialistischen Sichtweise der Welt der Namen verhaftet sind – wir glauben an die Existenz der Namen, so als seien sie „da“, auch ganz ohne uns, und wir müssten sie nur in einem Außen beobachten.

Erst Spiritualität, Geistigkeit, eröffnet uns einen genaueren Blick auf die Welt der Gedanken – wie sie die Macht haben, Welten über Welten zu erschaffen.

Ein wunderbares, spirituelles Buch zum Thema „Jetzt“ hat Eckhart Tolle geschrieben – ein Buch, das nur diesem Thema gewidmet ist, und auch diesen Titel trägt.

Die Zeit ist kein Strahl, die Zeit ist ein Punkt

Man stellt sich die Zeit immer als einen Strahl vor. Vergangenheit und Zukunft verschwinden jeweils links und rechts in der Unendlichkeit. Die Mitte des Strahles ist das Jetzt.

Spirealismus sagt: Ja, Vergangenheit und Zukunft verschwinden in einer Unendlichkeit. Und zwar in einer Unendlichkeit der Gedanken an etwas.

Doch Zeit ist in Wirklichkeit kein Strahl, sondern ein Punkt: Das Jetzt.

Im  Jetzt entsteht der Gedanke an eine Zukunft. Im Jetzt verfestigt er sich. Im Jetzt materialisiert er sich und wird zu unserem Jetzt. Einem anderen Jetzt. Wieder ein Jetzt – keine Zukunft, keine Vergangenheit.

Wenn man sich die Zeit mit einer Ausdehnung vorstellen möchte, dann könnte man ebenso gut an einen Punkt denken, der von einem Schein umgeben ist, nicht an einen (Zeit-)Strahl. Denn Vergangenheit und Zukunft gehen auf keinem eindeutigen Weg ineinander über.

Wenn wir auf diesem Blog oft genug davon sprachen, dass die Vorstellung von „der Welt“ nicht objektiv ist, sondern aus der Wechselwirkung subjektiver Beobachtungen entsteht, so lässt sich über die Zeit, bzw. den sogenannten Zeitstrahl, dasselbe sagen. Er kann nie etwas anderes sein, als unsere Auffassung von ihm, und die ist bereits von Mensch zu Mensch verschieden.

Hier schlägt sich übrigens ein Bogen zu der Frage, was Kausalität ist. Unsere Auffassung von Kausalität ist ja gemeinhin, alles habe einen Grund. Und einen Grund kann etwas nur haben in der Zeit, indem einer Beobachtung eine andere Beobachtung (in der Zeit) vorausgeht. Und diese beiden Dinge bzw. Beobachtungen, so ist eben unsere Auffassung von Kausalität, stehen in einer direkten Verbindung, was wiederum an einen Strahl denken lässt.

Siehe auch: Artikel Kausalität – was ist das? Über das „Warum“ in der Natur.

Doch in der Unendlichkeit der herstellbaren Verbindungen erkennen wir, dass es keine Eindeutigkeit gibt, es gibt keinen Strahl.  Es ist dasselbe, was wir wir bereits über die Objektivität sagten – es gibt sie nicht. Und die Vorstellung eines (Zeit-)Strahles kann nur in der Subjektivität entstehen – und auch nur dort bestehen bleiben.

Lesen Sie auch: Beitrag Wahr – Schein. Wahrschein. Wahrscheinlichkeit

 

Hier ein Zitat von Friedrich v. Schiller, das sehr schön ist, und mir zu diesem Artikel zu passen schien. Allerdings entspricht es, genau genommen, nicht ganz dem Inhalt dieses Artikels, denn die Vergangenheit steht keineswegs ewig still.

Dreifach ist der Schritt der Zeit: Zögernd kommt die Zukunft hergezogen, pfeilschnell ist das Jetzt entflogen, ewig still steht die Vergangenheit.
Friedrich von Schiller

 

Es gibt nur das Jetzt. Immer ist Jetzt was last modified: April 6th, 2016 by Henrik Geyer

Was ist das Nichts? als Grundfrage der Philosophie.

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Die Frage"Was ist das Nichts?" trennt die Weltanschauungen.Dem Materialismus ist das Nichts ganz wenig, dem Spirealismus ist es ganz viel.

Warum soll die Frage „Was ist das Nichts?“ so wichtig für die Philosophie sein? Nichts scheint unwichtiger als das Nichts!

Die Frage „Was ist das Nichts?“ ist stellvertretend für eine ganze Reihe ähnlicher Fragen wie: Was ist das, was wir nicht wissen? Was ist das Unbekannte? Was ist das Unsagbare, was ist das Unterbewusstsein? Diesen Worten, die scheinbar auf etwas hindeuten, das in seiner Menge ganz gering ist, stehen auf der anderen Seite Begriffe gegenüber wie „das Unendliche“, „das All“, „alles“, „das Universum“.

Wie wir diese Begriffe auffassen, ist verbunden mit der entscheidenden Grundfrage der Philosophie. Denn die Frage „Was ist das Nichts?“ verbindet sich mit der Ontologie des allgegenwärtigen Materialismus (d.h. mit seiner Seins-Vorstellung), und macht dessen Widersprüchlichkeit deutlich.

Für die Philosophie des  Spirealismus wiederum ist die Frage nach dem Nichts eine wichtige Frage, weil an ihr die Folgerichtigkeit des Spirealismus deutlich wird.

Was ist das Nichts?

Was ist das Problematische unserer Auffassung über das Nichts …. dieser Frage haben wir uns in einem anderen Artikel über das Nichts zugewandt

Dort haben wir die Widersprüchlichkeit dieses Begriffes besprochen.

Widersprüchlich? Möglich! Aber ist das wichtig??? Das Nichts ist ein Wort, das in seiner Nichtigkeit dem Materialisten kaum unbedeutender vorkommen könnte!

Was ist das Nichts? und die Ontologie des Materialismus

Jedoch verbindet sich das Nichts im Materialismus mit anderen Vorstellungen als im Spirealismus.

Im Materialismus erscheint das Nichts wie etwas Vorhandenes, das nur gerade nicht da ist. Die Leere zwischen den Himmelskörpern ist ein Frei-Sein von Himmelskörpern. Man sagt „Nichts“ dazu. Aber dort ist ja Raum – und es würde jederzeit ein Himmelskörper hineinpassen.

Hierzu passt, dass der (materialistisch denkende) Mensch immer meint, dass die Begriffe seiner Welt mit einer Notwenigkeit „da“ sind. Diese Notwendigkeit sieht er in der Tatsache, dass gemäß der materialistischen Ontologie die Materie eindeutig ist, und wir bilden diese Eindeutigkeit im Gehirn nur nach.

Daher ist das Verständnis des Materialismus vom Nichts, es sei ETWAS, und zwar ETWAS, was wir noch nicht wissen. Was wir noch nicht wissen wiederum, sei begrenzt. Denn wir nehmen ja an, die Grenzen lägen in der Materie.

Weiterlesen: Artikel ‚Die Ontologie des Materialismus‘

„Was ist das Nichts?“ …beantwortet der Spirealismus anders

Der Spirealismus beantwortet die Frage nach dem Nichts anders, und zwar ganz im Sinne Platos, der beim Nichts von einem „Alogon“, einem nicht-weiter beschreibbaren Begriff spricht. Plato sagt: was will man über etwas sagen, das man doch nicht kennt? Es ist nicht eingrenzbar.

Der Spirealismus sieht es ähnlich. Für den Spirealismus hat es noch eine weitergehende Logik, denn der Spirealismus geht nicht davon aus, dass wir „die Welt“ beobachten. Sondern sie entsteht erst durch uns. Zumindest AUCH durch uns – der Mensch als Element der Schöpfung, nicht Beobachter der Schöpfung.

Wenn durch das, was der Mensch „Beobachtungen“ nennt, erschaffen wird, dann ist das, was da entsteht, eine Möglichkeit, keine Notwendigkeit. Das, was NICHT entsteht, bleibt daher im riesigen, unendlichen, nicht eingrenzbaren, Raum des Möglichen.

Die Frage“Was ist das Nichts?“ trennt die Weltanschauungen

Während also die Frage „Was ist das Nichts?“ im Materialismus wie belanglos aufgefasst wird, weil das Nichts dort als ganz wenig angesehen wird, ist das Nichts dem Spirealismus geradezu eine Unendlichkeit.

Es ist die Unendlichkeit dessen, was wir hervorbringen könnten, wären wir selbst nicht so begrenzt. Die Grenzen, von denen hier die Rede ist, drücken sich bereits darin aus, dass es ja immer nur einen Gedanken geben kann – während die Möglichkeit der in einem Augenblick nicht gedachten Gedanken grenzenlos ist.

Das ist die Unendlichkeit des Möglichen. Und: Die Unendlichkeit des Möglichen ist gar nicht so abstrakt. Im Grunde fängt sie aus der Sicht jedes Individuums beim Anderen an. Denn alles was „ist“, ist ja nur eine Möglichkeit, die das Ich in dem ihm erscheinenden Universum in einem Augenblick erschafft. Das innere Universum des „Anderen“ kennt das Ich bereits schon nicht mehr, da es alles, was es sehen kann, in die eigene Begriffswelt integriert, und nicht im eigentlichen Sinne dem Außen entnimmt.

Die Frage nach dem Nichts ist nicht unwichtig. Sie ist gleichbedeutend mit einem fundamentalen Unterschied: der Unterscheidung des Seins-Begriffes (Begriff „Existenz“), und zwar im Materialismus und andererseits im Spirealismus.

 
Lesen Sie auch: Beitrag Ich – Universum. Die subjektive Welt als die einzig „vorhandene“ Welt

Was ist das Nichts? als Grundfrage der Philosophie. was last modified: März 9th, 2016 by Henrik Geyer

Die Ontologie des Spirealismus

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort Thema Ontologie des Spirealismus: Es ist eine Illusion anzunehmen, die materielle Existenz habe etwas Faktisches. Dieser Illusion sehen wir uns in der alltäglichen Welt ebenso gegenüber, wie in der Teilchenwelt. Es gibt keinen Unterschied. Die Brille, mit der wir in unsere Welten sehen, ist immer Geist. Geist ist das einzig Faktische.

Im Artikel Die Ontologie des Materialismus wurde das allgegenwärtige Seins-Konzept des Materialismus beschrieben. Was steht diesem Konzept gegenüber? Und zwar wirklich gegenüber, nicht als materialistische Weltanschaungs-Variante oder eine weitere Sichtweise des Materialismus? Es ist die Ontologie des Spirealismus: Alles ist Geist.

Thema: Beitrag ‚Die Ontologie des Materialismus‘

Ist das Sein etwas Kompliziertes?

Ich glaube, viele meinen, das Sein zu beschreiben sei sehr schwierig. Es ginge dabei um die kleinsten Teilchen der Materie. So sieht es der Materialismus – und beim allgegenwärtigen Materialismus betrachten wir ja alles aus der Sichtweise des Materialismus. Das Sein, so meinen wir, sei damit in Formeln verborgen, in Teilchenbeschleunigern, etc..

So sieht es der Spirealismus nicht.

Die Ontologie des Spirealismus ist: das Sein ist geistig; die Objekte denen wir uns gegenüber sehen, sind eine Vorstellung.

Daher geht es letztlich nicht um Atome, denn was Atome sind, ist ja selbst eine Vorstellung. Wenn man also vom Sein spricht, so kann man das getrost tun, indem man sagt: das Sein ist eine Vorstellung im Geistigen. Man denke an Schopenhauer: „Die Welt als Wille und Vorstellung“

Die Frage ist eher: Was kann man nun über Vorstellungen sagen?

Das Atom eine Vorstellung?

Dass das Sein eine Vorstellung ist, leitet sich durchaus auch aus dem ab, was namhafte Atomphysiker selbst über die Teilchen sagen. Sie ringen mit ihren Vorstellungen, sagen, das Atom sei dies, dann wieder das. Je nachdem, wie sie das Atom begreifen, so ist ihnen das Atom letztlich.

Einem Zitat Werner Heisenbergs folgend, könnte man formulieren, dass er die Existenz im „unmittelbar Faktischen der uns umgebenden Welt“ sieht. Hier das Zitat:

Die Ontologie des Materialismus beruhte auf der Illusion, daß man die Art der Existenz, das unmittelbar Faktische der uns umgebenden Welt, auf die Verhältnisse im atomaren Bereich extrapolieren könne.
Werner Heisenberg

Doch – was ist das „unmittelbar Faktische“? Das unmittelbar Faktische ist für Heisenberg eine direkte Beobachtung: „Dort ist ein Baum.“

kann ein Baum eine Vorstellung sein?

Ja. In Alles ist Geist beschreibe ich, wie das „unmittelbar Faktische“ für mich das Faktische verlor. Ich stellte fest: Jede Wahrheit ist auch ein Glaube. Das gilt letztlich auch für das, was wir sehen. Denn das was wir sehen ist nicht zu trennen von einer Vorstellung, die wir davon haben.

Für mich ist der Weg dieses Erkennens das Interessante. Denn es zeigt, dass man auf tausenderlei Wegen immer auf dieselbe Frage stößt.

Anders als Heisenberg, ging ich den umgekehrten Weg. Ich untersuchte nicht Teilchen, sondern das sogenannte Faktische und stellte fest: Es ist nicht da.

Meine Um-Formulierung des obigen Zitates wäre:

Es ist eine Illusion anzunehmen, die materielle Existenz habe etwas Faktisches. Dieser Illusion sehen wir uns in der alltäglichen Welt ebenso gegenüber, wie in der Teilchenwelt. Es gibt keinen Unterschied. Die Brillen, mit denen wir in unsere Welten sehen, ist immer Geist. Geist ist das einzig Faktische.

Die Ontologie des Spirealismus und das unmittelbar Faktische. Die Wahrheit.

Die materialistische Vorstellung von der „existierenden Außenwelt“, dem Objektiven, dem unmittelbar Faktischen, dem Realen, dem Wirklichen, ist auch immer verbunden mit dem materialistischen Verständnis von Wahrheit.

Und insofern nehme ich auch folgendes Einstein-Zitat als Hinweis auf das Fehlen des unmittelbar Faktischen:

Wer die Wahrheit beschreiben will, überlasse die Eleganz dem Schneider.
Albert Einstein

Die Ontologie des Spirealismus

Die Ontologie des Spirealismus ist zusammengefasst: Alles ist Geist. Geist steht nicht Materie gegenüber, sondern wieder Geist. Geist, in jeder seiner Formen, nennen wir es Materie, Traum, Erleben, Faktisches, ist das Wirkliche. Geist ist die Existenz.

Geist ist „nur“ relativ, immer subjektiv – nie objektiv. Das Beobachtete (gemeinhin „Objekt“ genannt) gibt es in der Form, wie der Beobachter es sieht, nur im Beobachter. Das Objektive gibt es nicht, sondern immer nur Subjektivität.

Und daraus folgt auch: Man kann nichts beobachten, das vom Beobachter zu trennen wäre.

 

Siehe auch:  ‚Materialismus Philosophie. Spirealismus vs Materialismus‘

Die Ontologie des Spirealismus was last modified: März 7th, 2016 by Henrik Geyer

Die Ontologie des Materialismus

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Die Ontologie des Materialismus bestehtin der grundsätzlichen Auffassung, dass Materie dem Geist GEGENÜBER steht.Der Geist habe die Materie abzubilden.

Es geht auf Spireo viel darum, was „die Welt“ wirklich ist. Ist sie Geist? Der Spirealismus bejaht das. Aber was heißt das? Was bedeutet „Alles ist Geist“? Die Bedeutung dessen wird erst in einer Gegenüberstellung klarer – im Allgemeinen verstehen wir unter Existenz „das Wirkliche“, versinnbildlicht im Außen, in der Materie. Das ist die Ontologie des Materialismus – die Seins-Lehre des Materialismus.

Dem unabhängigen Außen steht Geist gegenüber

Die Ontologie des Materialismus (Seinslehre des Materialismus) beruht auf der Grundvoraussetzung, dass dem Geist eine materielle Außenwelt gegenübersteht. Diese materielle Außenwelt, wird im Gehirn abgebildet.

Die Vorstellung von einer materiellen Außenwelt wird mit verschiedenen Eigenschaften dieser Außenwelt in Verbindung gebracht.

  1. Die materielle Außenwelt sei vom Beobachter unabhängig
  2. Die materielle Außenwelt beherberge das Objektive (das Objektive ist letztlich ein Synonym für „Außenwelt“, denn es betrifft das Begriffspaar objektiv/subjektiv. Ähnliches Thema: Artikel ‚objektiv subjektiv. Was ist der Unterschied zwischen Objektivität und Subjektivität?‘)
  3. Die materielle Außenwelt beherberge also Dinge, die der Geist lediglich versucht in ihrem wirklichen Wesen mehr und mehr zu begreifen. Damit ist, in der materialistischen Sichtweise, diese Außenwelt verbunden mit dem Wirklichen, der Wahrheit, oder auch dem Kantschen Ding „an sich“.
  4. Umgekehrt ist der Geist demnach das Nicht-so-Wirkliche

 

Materialismus - was ist das?
Materialismus – was ist das?

 

Der Geist ist das weniger Wirkliche

Damit ist also beschrieben, dass die Ontologie des Materialismus das wesentliche Begriffspaar Materie und Geist beinhaltet.

Der Geist ist dabei das Nicht-Wirkliche, oder, wie immer man es nennen möchte … das „nicht so Wirkliche“, das Noumenon als eine Beschreibung oder Umschreibung des Wirklichen, und so weiter.

Auch wenn dieser Artikel die Ontologie des Materialismus zum Gegenstand hat, sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass mit gerade geschriebenem Satz sofort die Frage auftaucht: Warum sollte gerade das elemantare Ding, welches uns doch Kunde von unserer Welt gibt, nämlich der Gedanke, nicht wirklich sein?

Siehe auch:  ‚Die Ontologie des Spirealismus‘

Die Untersuchung der Materie

Daher meint der Materialismus, sich auf Grund seiner Ontologie auf die materialistische Wissenschaft verlassen zu können. Sie sei Instrument des Seins-Erkennens – indem sie objektiv untersucht, objektiv erkennt.

Man untersucht im Teilchenbeschleuniger CERN die Teilchen und meint, dem wahren Wesen des Seins immer mehr auf die Spur zu kommen. Man nennt die Teilchen, die man zu finden gedenkt, „Gottesteilchen“.

die Ontologie des Materialismus findet sich in jedem Gedanken, den wir denken

Abschließend sei noch darauf hingewiesen, dass die Ontologie des Materialismus in jedem Gedanken von uns steckt. Die Sprache, derer wir uns bedienen, enthält als Basis all unseres Verständnisses Begriffspaare wie objektiv/subjektiv, Materie/Geist, wirklich/unwirklich, Traum/Realität.

Indem wir sie denken und aussprechen, bewegen wir uns innerhalb des Gedankengebäudes des Materialismus. Das bedeutet, wir können jedes andere Gedankengebäude nur von der Warte des Materialismus aus sehen und beurteilen.

Die Ontologie des Materialismus bedingt, dass er sich nur selbst für möglich hält

Der Materialismus, mit seiner real existierenden Außenwelt, die es gilt im Geist genau abzubilden, mit seiner Objektivität als Inbegriff des Nicht-anders-Denkbaren, hält natürlich nur letztlich eine einzige Wahrheit für richtig. Wie könnte es anders sein … natürlich ist es seine eigene.

 

Lesen Sie auch: Artikel ‚Die Entstehung der Realität – Bewusstsein erschafft Realität‘

 

 

Die Ontologie des Materialismus was last modified: November 20th, 2016 by Henrik Geyer

Denken erschafft. Spirealismus und Spiritualität

Spruchbild: Man kommt nicht umhin festzustellen, dass Wissenschaft und spirituelles Denken aus demselben Grund Wahrheit haben. Das Denken erschafft.Henrik Geyer

Auf diesem Blog schreibe ich oft zu spirituellen Themen und auch zu philosophischen Themen. Philosophie – das heißt bei mir Spirealismus. Was hat nun Spirealismus mit Spiritualität zu tun? Denken erschafft! Ich will es kurz erläutern.

das Denken erschafft

Es war meine persönliche Erfahrung, dass Denken die Kraft hat, zu erschaffen (wenn auch nicht alles zu erschaffen, was man „will“). Ich beschrieb das in „Alles ist Geist“ – einem philosophischen Buch, in dem ich auch Kerngedanken meines Spirealismus erläutere.

nichts ist unabhängig vom Beobachter

Man kann es wissenschaftlich ausdrücken, indem man sagt: Es gibt keine Objektivität. Oder: Es gibt nichts Beobachtbares, das vom Beobachter unabhängig ist. Oder: Alles ist relativ, alles ist subjektiv. Dieses durchgängig Subjektive (das von der materialistischen Wissenschaft durchaus wahrgenommen wird) thematisiere ich in ganz vielen Artikeln. Daher will ich es an dieser Stelle nicht noch einmal ausführen.

Man kann es auch umgekehrt ausdrücken: Alles was wir sehen ist ein Gedanke. Alles ist eine Art Glaube.

siehe z.B. folgenden Artikel: Wenn Immanuel Kant feststellt, dass sich das Ding an sich nicht beschreiben lässt .. Was bedeutet das für unsere Vorstellung von Wahrheit?

der Glaube erschafft

Das oben Gesagte kann man spirituell sagen: Die Kraft des Schöpfers ist in jedem von uns. Wir erschaffen, indem wir schauen, indem wir reden, indem wir überlegen.

Man kann das religiös ausdrücken, indem man sagt: Der Glaube erschafft. Oder: „Gottes Reich ist inwendig“ (so steht es in der Bibel). Das bedeutet, die Kraft des Schöpfers beginnt an dem uns allernächsten Ort: den Gedanken in uns.

 Auf das Denken achten

Aus diesem Grund schreibe ich auch ermutigende, spirituelle Texte, nicht nur Philosophisches. Spiritualität und Achtsamkeit ist sozusagen die praktische Seite des Spirealismus.

Religionen und fernöstliche Weisheitslehren beschäftigen sich seit Jahrtausenden damit, diese für den materialistischen Denker widersprüchlichen Sachverhalte auf praktische Art zu erklären. Sie sagen immer wieder: Achte auf dein Denken! Der Spirealismus geht in genau dieselbe Richtung, denn der Endpunkt dieser philosophischen Überlegung ist, dass sich Realität durch Denken beeinflussen lässt.

Spirealismus und Spiritualität nicht im Widerspruch

Somit steht der Spirealimus, der sich als ernstgemeinte Philosophie sieht, die real machbare Erfahrungen wie auch wissenschaftliche Aspekte verarbeitet, nicht im Widerspruch zu spirituellen Weisheiten. Im Gegenteil – gerade in der spirealistischen Sichtweise wird die Wichtigkeit spiritueller Weisheiten deutlich.

Frage des Spirealismus

Wenn unser Denken erschaffen kann – Wie können wir es erfahren, wenn es doch so scheint, als habe unser Denken mit der „wirklichen“ Realität nichts zu tun? Dies ist die Frage des Spirealismus.

praktische Umsetzung

Was müssen wir also tun? Unser Denken formen, die Gedanken achtsam verfolgen. Die praktische Umsetzung und Beobachtbarkeit der Wahrheit des „Denken erschafft“ – liegt letztlich in spirituellem Denken.

Aus diesem Grund sind sowohl philosophische wie auch spirituelle Themen auf meiner Webseite anzutreffen.

 

 

 

 

 

Denken erschafft. Spirealismus und Spiritualität was last modified: Mai 26th, 2016 by Henrik Geyer