Glauben und Wissen – Geist und Materie

Glauben und Wissen - Geist und Materie [SPID 1204]

Wo ist die Grenze zwischen Wahrnehmung der Realität und der Realität? Zwischen Glauben und Wissen, zwischen Geist und Materie?

Man kann die Einheit erleben

Diejenigen, die die Wahrheit und Tatsache einer spirituellen Wandlung noch nicht selbst erlebten, die noch nicht bewusst bei sich selbst beobachteten, wie eine Wandlung der inneren Auffassung „von“ einer Situation, die Situation/die Realität selbst verändert, nennen Menschen, die die Veränderung der eigenen Situation vom Glauben her angehen, „Wunschdenker“.

Siehe auch: Beitrag Wunschdenken

Sie nennen die Vorstellung, mit Gedanken die Realität verändern zu wollen, „unrealistisch“. Sie meinen, einen Kinder-Irrglauben in den Anderen, den Gläubigen, den Idealisten, zu entdecken und halten das für schädlich und naiv. Sie sehen nicht, dass es sich bei dem von der Religion gemeinten „Glauben“ aus der subjektiven Sicht nicht um einen Glauben, sondern um Wissen handelt. Nur als felsenfestes Wissen ist der (nur so genannte!) Glaube wirksam.

Glauben und Wissen … Glaube IST Wissen

Religion, religiöser Glaube, ist als Wissen entstanden, nicht als Wunsch, oder gar als Etwas-nicht-genau-wissen.

Dabei ist es eine unbestreitbare Tatsache (auch Materialisten werden es nicht bestreiten), dass Gedanken Realität besitzen. Die Frage ist nur: welche Realität genau, in welchem Maß real? Die Frage, was unsere Wirklichkeit eigentlich ist – vielleicht die Gedanken in uns, oder die Objekte und Vorgänge außerhalb von uns, und was diese beiden Welten eindeutig voneinander unterscheidet, ist uralt.

„Ich weiß nicht, ob ich ein Mann bin, der träumt, ein Schmetterling zu sein, oder ob ich ein Schmetterling bin, der träumt, ein Mann zu sein..“

Dieses Zitat stammt von Dschuang Dsi, einem Philosophen etwa 350 – 275 v. Chr.

Sind die Gedanken meines Wachseins genauso real wie die Gedanken meiner Träume? Was unterscheidet beides? Haben Gedanken überhaupt Realität? Scheinbar sind doch die Objekte des Außen, die materiellen Objekte, von einer ganz anderen Beschaffenheit, als Gedanken? Die Tische, die Häuser, die Sterne sind doch scheinbar so grundverschieden von den Gedanken, den Gedanken beispielsweise an Tische, Häuser, Sterne.

Gedanken materialisieren sich … ständig

Wir erleben zwar ständig, dass Gedanken Realität werden – sich materialisieren, indem sich Dinge aus unserem Geist in der Realität umsetzen. Wir denken an einen Kaffee und haben im nächsten Moment einen Kaffee in der Hand, den wir trinken können. Und wir erleben auch ständig, dass äußere Objekte Gedanken werden, indem wir uns von den äußeren Objekten Begriffe bilden, die dann in unserem Geist existieren. Nur möchten wir etwas Grundverschiedenes, Gegensätzliches in Materie und Geist sehen. Oder besser ausgedrückt: wir sind es gewohnt, diesen Gegensatz zu sehen.

Die Verwandlung des Geistigen in etwas Reales erleben wir also ständig – es ist Normalität. Und doch sehen wir etwas so Gegensätzliches in Geist und Materie, in Phantasie und Realität. Irgendwo muss doch die Umwandlung von der Idee in Materie einsetzen und stattfinden. Wo und wann?

Wir machen uns einen Kaffee – und dadurch materialisiert sich ein Gedanke …. aus Geist wird Materie! Der Gedanke wird zu Stoff, indem mein Körper handelt, sich den Kaffee macht, Bewegungsenergie einsetzt, um den Kaffee zu machen. Es handelt sich also mindestens um eine Umwandlung von Geist in Bewegungsenergie (nach Einstein ist Energie eine Form der Materie).

Glauben und Wissen – Geist und Materie

Die Frage nach dem Unterschied zwischen Glauben und Wissen – Geist und Materie ist die grundlegendste, ursprünglichste aller Fragen. Wir gehen von einem Unterschied aus (nicht so der Spirealismus), können ihn aber nicht definieren.

Mindestens seit Kants vergeblicher Suche nach den Dingen in ihrer eigentlichen Wesensart, den Dingen „an sich“ ist deutlich, dass die Dinge und unsere Phantasie von den Dingen, sich vermischen. Es gibt keine Grenze. Gäbe es sie, müssten wir sagen, wir können sie nicht kennen – und kommen somit wieder auf die Aussage zurück: Für uns Menschen gibt es sie nicht. Da wir nur unsere menschliche Sichtweise zur Verfügung haben, und alles nur von unserer Warte sehen, können wir mit Fug und Recht sagen: Es gibt keine Grenze.

 

Als Resultat dieser Überlegungen legt Spirealismus dar: Eine Änderung des Geistigen (der Gedanken) bewirkt eine Änderung der Welt. Geistig ist Materiell. Die Grenze ist zwischen beidem ist eine Vorstellung, nichts anderes.

Siehe auch: Artikel Spiritualität leben – wir sind spritituelle Wesen

Ähnliches Thema: Was ist Glück?

Glauben und Wissen – Geist und Materie was last modified: Juli 3rd, 2016 by Henrik Geyer

Phantasie und Wirklichkeit – Zufall, Kreativität und Kausalität

Was haben Phantasie und Wirklichkeit miteinander zu tun? Gemeinhin versteht man sie als Gegensätze. Doch, so einfach ist es gar nicht, zu sagen, was eigentlich die (eine) Wirklichkeit ist – denn jeder hat eine andere. Und Phantasie wiederum erweist sich immer wieder als das Element, das die Wirklichkeit formt, z.B. als  Erfindung. Oder als Vorhersage, wenn zum Beispiel in einem Roman von Jules Verne aus der Mitte des 19. Jahrhunderts U-Boote Gestalt annehmen.

Phantasie und Wirklichkeit: U-Boot im Roman

Was trennt Phantasie und Wirklichkeit?

In der materialistischen Denkweise ist es einfach den Unterschied zu benennen: Phantasie ist das „nur Gedachte“, Wirklichkeit ist das, was tatsächlich ist.

philosophische Betrachtung

Genauer betrachtet ist es nicht einfach zu sagen, was der Unterschied zwischen Phantasie und Realität ist. Dies sei nur Denken, jenes sei „wirklich“ … Man bedenke: Das, was ist, ist ja auch gedacht. Nichts Bestehendes kann erfasst werden, wenn nicht durch einen Gedanken.

Und die Gedanken aufzuspalten in solche, die das Wirkliche widerspiegeln, und solche, die Nicht-Wirkliches beinhalten, ist im Grunde unmöglich.

Wenn man sich vorstellt, das Wirkliche sei beispielsweise ein Baum, weil „alle“ ihn sehen können, dann beginnt das Nicht-Wirkliche bereits dort, wo wir eigentlich auch uneingeschränkte Existenz vermuten, aber keinerlei äußerliche Anzeichen davon sehen können. Man denke an Landes-Grenzen, die es nur auf der Landkarte gibt. Man denke an Gott und die Frage: Gibt es ihn?  Oder man denke an ein beliebiges Objekt, das wir nicht mit Augen vor uns sehen, aber das vor dem geistigen Auge sehr wohl „da“ ist, so dass wir ganz sicher vermuten, es sei existent. Das Atom. Die Liebe, der Hass. Das Morgen und das Gestern…

Generationen von Philosophen haben sich darüber den Kopf zerbrochen – Stichwort Kant und das Ding „an sich“. Oder das Wort Noumenon, das seit dem Altertum das Gedachte einteilen will in das nur vom Geist zu Erkennende (zu Schlussfolgernde), und das, was der Geist mit Notwendigkeit spiegeln muss (weil die Augen etwas sehen). In diese Kategorie gehört, als allgemeinster Ausdruck der Frage was „wirklich“ ist.

Ich weiß nicht, ob ich ein Mann bin, der träumt, ein Schmetterling zu sein, oder ob ich ein Schmetterling bin, der träumt, ein Mann zu sein.

Dschuang Dsi fragt nach der Wirklichkeit der eigenen Person, bzw. ihrer Identität.

 

Spirealistisch gesehen ist der Unterschied tatsächlich nicht zu definieren, weil er nicht im eigentlichen Sinn „existiert“. Alles ist geistig, und der Unterschied zwischen Phantasie und Wirklichkeit nur graduell – sozusagen als Produkt des Geistes, nicht aber seine Voraussetzung. Es gibt diesen Unterschied also nicht in einer Welt außerhalb von uns, denn eine solche, von uns unabhängige Außenwelt, existiert selbst nicht.

Was haben Phantasie und Wirklichkeit gemeinsam?

Und umgekehrt lässt sich ebenso graduell eine Gemeinsamkeit von Phantasie und Wirklichkeit formulieren, indem wir gleich sagen, dass alles, was wir uns denken, ja auch potentiell Realität sein oder werden könnte. Während …  das, was wir nicht denken – welche Realität könnte das je haben??

Aus spirealistischer Sicht beginnt die Realisierung mit dem Gedanken, oder anders herum: Der Gedanke ist die erste, zunächst noch schwache Form, der Realisierung. So gesehen hat jeder Gedanke auch Realität, denn die Voraussetzung des Bestehens jeglichen Objektes ist ja Geist.  Durch eine erfolgreiche Erfindung beispielsweise gewinnt der Gedanke mehr und mehr Schwere, er „materialisiert“ sich. Und durch eine phantasievolle Gestaltung eines Romanes durch den Autor (ich nannte als Beispiel Jules Verne) erlangt ein Gedanke Verbreitung und „materialisiert“ sich auf diese Weise ebenso. Indem beispielsweise der Gedanke an ein Untersee-Boot durch Jules Verne populär wurde, beherrscht er nunmehr das Denken all jener, die Jules Vernes Bücher kennen, und wird zur Sehnsucht derjenigen, die die Vorteile eines solchen Schiffes nutzen wollen. In der Folge wird es zur äußerlichen Realität – es wird gebaut.

Welche Notwendigkeit gibt es für Phantasie und Wirklichkeit?

Welche Notwendigkeit gibt es für Phantasie?

Man wird sagen: Für die Phantasie gibt es keine Notwendigkeit, denn man kann sich ja ausdenken was man will.

Andererseits könnte man sagen: Jules Verne konnte die Phantasie des Untersee-Bootes nur entwickeln, weil das Wissen und die technischen Möglichkeiten seiner Zeit entsprechend waren. Eigentlich wurde bereits im amerikanischen Bürgerkrieg (1860-1865) ein muskelgetriebenes U-Boot eingesetzt, also ca 10 Jahre bevor der Roman „Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer“ 1874 erschien.

Was Jules Verne entwickelte war eher die Phantasie eines modernen Untersee-Bootes, während die allgemeine Idee für ein U-Boot schon im 14.Jahrhundert nachweisbar ist.

Also, und das sollte gesagt werden, könnte man aus dieser Perspektive eine Notwendigkeit für Jules Vernes Phantasien herleiten. Und diese Notwendigkeit besteht darin, dass sich der Autor ja niemals trennen lässt von den Ideen der Zeit, in der er seine Werke schafft. Die Ideen der Zeit sind in ihm, und nur sie kann er verarbeiten.

Nebenbei gesagt würden Ideen, die nicht mit den vorhandenen Begriffen in der Gesellschaft korrespondieren, vom Publikum auch nicht verstanden werden.

Ähnliches Thema: Kreativ sein – die 80 % Regel

Welche Notwendigkeit gibt es für Wirklichkeit?

Für die Wirklichkeit hingegen sehen wir in der materialistischen Sichtweise eine vollständige Notwendigkeit – die Wirklichkeit ist eben „da“! Die Notwendigkeit der Wirklichkeit (im Sinne einer völligen Folgerichtigkeit) zu bestreiten, das hieße sich dem Vorwurf auszusetzen, kein Realist zu sein, etc..

Doch die Vorstellung von der absoluten Notwendigkeit der Wirklichkeit wird durch das bereits Gesagte über das Ding „an sich“, das Noumenon etc.., aufgeweicht. Denn, wenn die Dinge des Außen die Wirklichkeit repräsentieren, man sich aber über ihre letztendliche Gestalt, über ihr Wesen „an sich“, oder ihre objektive (objektiv als: jenseits und unabhängig vom menschlichen Bewusstsein) Gestalt kein Urteil bilden kann, dann lässt sich in letzter Konsequenz auch nicht genau sagen, was denn „die“ Wirklichkeit überhaupt ist.

Spirealistisch gesehen gibt es nicht „die“ Wirklichkeit. Es gibt immr nur die Wirklichkeiten einzelner Ich-Universen – als Gedanken.

Unsere Vorstellung von Kausalität

Es gehört an diese Stelle, die verschiedenen Querverbindungen aufzuzeigen, die die Vorstellung von Wirklichkeit / Realität mit der Vorstellung von Kausalität hat. Ebenso ist aufzuzeigen, dass Kausalität wiederum engstens verbunden ist mit dem Zeit-Begriff.

Wie bereits gesagt ist uns die Realität, bzw. die Wirklichkeit, folgerichtig und notwendig, denn sie ergibt sich aus allem, was vorher da war, und sie ist bestimmend für alles was danach kommt (Zeit). Die kausalen Zusammenhänge sind es, die die sichtbaren Phänomene wie „nicht anders möglich“ erscheinen lassen.

Aber dennoch muss man feststellen, dass „die Wirklichkeit“ des Momentes nicht eigentlich folgerichtig ist, sondern sie selbst ist der Beginn allen Folgerns. Man kann die Kausalketten in die Zukunft oder auch die Vergangenheit denken – der eigentlich feste Anker, der Urgrund allen Folgerns ist das, was wir als die Realität im Hier und Jetzt bezeichnen, und nicht umgekehrt. Der Urgrund ist das Phänomen, die Erscheinung im Jetzt. Um das an einem Beispiel zu illustrieren: nicht die Elemente, die wir in das Periodensystem der Elemente eingezeichnet haben sind der Grund für unsere Beobachtungen an den Dingen. Sondern unsere Sichtweise, Beobachter von Dingen zu sein, ist der Grund, dass ein Periodensystem der Elemente erstellt wurde.

 

Wenn man nun die Aussage, dass es keine Objektivität gibt, die sich in den Aussagen so vieler Philosophen und Wissenschaftler (Kernphysiker) wieder und wieder bestätigte, zutiefst verinnerlicht, dann muss man auch sagen, es gibt keine objektive Kausalität. Anders gesagt ist die Vorstellung einer eindeutigen Folgerichtigkeit selbst eine Phantasie. Wenn das Phänomen, oder die Wirklichkeit, oder die Realität, nicht in einem objektiven  Tatbestand erfassbar ist, dann ist alles, was sich aus diesem Gedachten folgern oder ableiten lässt, ebenfalls kein objektiver Tatbestand.

Es sei noch einmal auf die spirealistische Sichtweise hingewiesen, die sich von der des Materialismus fundamental unterscheidet, und der hier Erklärung ist, für dieses Phänomen, das vom Standpunkt des Materialismus zutiefst paradox wirkt. Einerseits erscheinen die Begriffe der Kausalität, der Zeit, des Zufalls, überhaupt der Trennung von Wirklichkeit und Phantasie wie eindeutig, wie festgelegt und greifbar. Glauben wir denn nicht alle stets und ständig, wir hätten einen eindeutigen und unleugbaren Begriff von allem, was uns umgibt? Und doch lässt sich nirgends ein solcher Begriff in Eindeutigkeit packen, sondern verschwimmt in der Unendlichkeit der Relationen. Zitat Wilhelm Busch: „Auch das kleinste Ding hat seine Wurzel in der Unendlichkeit, ist also nicht völlig zu ergründen.“

So als sei die Welt gar nicht aus festen Körpern gemacht, die eindeutige Informationen bereits in sich tragen (die wir Menschen dann mit unserem Geist „abrufen“) – gerade das aber, das Bestehen dieser objektiven Welt außerhalb von uns, in Form von Materie, ist dem Materialismus fundamentalste Denkvoraussetzung.

Der Spirealismus hingegen sieht die Welten nicht ausgehen von Materie, sondern vom Gedanken. Das übersetzt sich in diesem Zusammenhang zu: das Folgern selbst, die Kausalität, ist das Entstehungsprinzip der Welt. Daher geht für den Spirealismus die Welt des materialistisch Denkenden, aus, von dem Gedanken an Materie. Das wichtige Prinzip, das der Materie zu Grunde liegt, ist der Gedanke – und nicht Materie, die den Geist in Form des Gehirns erst erschafft. Durch das Letztgesagte wird einmal mehr klar, dass der Spirealismus als Sitz des Geistes nicht das (menschliche) Gehirn ansieht. Wenn „alles Geist ist“, dann ist Geist eben nicht „nur“ hier oder dort.

Seltsamer Zufall, dass alle die Menschen, deren Schädel man geöffnet hat, ein Gehirn hatten.
Ludwig Wittgenstein

Kausalität im Widerstreit mit dem Zufall

Noch ein letzter Gedanke zum Begriff des Zufalls, der mit dem Begriff der Kausalität in engem Zusammenhang steht.  Das, was wir begründen können, nennen wir nicht „zufällig“; und umgekehrt ist der Zufall etwas, das wir als Phänomen bemerken, dessen Grund wir aber nicht kennen.

Die in der materialistischen Denkweise als so fest und statisch wahrgenommene Kausalität kann man (spirealistisch) auch ganz anders wahrnehmen – als Phantasie, als Realität erschaffenden Gedanken. Und zwar, wenn man bedenkt, auf welche Art und Weise wir gewohnt sind, Zufall von einer notwendigen Abfolge von Geschehnissen (Kausalität) zu unterscheiden.

Ausgangspunkt ist das wahrgenommene Phänomen, von dem wir bereits sagten, es sei nicht objektiv erkennbar, und daher seien alle Ableitungen aus ihm ebenfalls nicht objektiv.

Zweitens aber sagten wir, dass uns nur alles das zufällig ist, für was wir keine Begründung finden.  Für was aber finden wir keine Begründung? Ich denke, wir finden für alles eine Begründung, in Abhängigkeit davon, ob wir uns auf ein bestimmtes Phänomen konzentrieren, und es in Verbindung mit einem anderen Phänomen bringen. Und das wiederum ist die Definition von Phantasie: Querverbindungen zwischen Phänomenen herzustellen, ungewöhnliche Querverbindungen oft.  Es ist somit eine eine Frage der Phantasie, in welcher Weise sich Kausalität fortschreibt.

Phantasie & Einstein - Einstein/Münchhausen - Ritt auf der Photonen-Kugel. Was ist Phantasie? Was ist Inspiration?
Phantasie & Einstein – Einstein/Münchhausen – Ritt auf der Photonen-Kugel. Was ist Phantasie? Was ist Inspiration?

Man denke z.B. an Einstein und seine Relativitätstheorie, die er auf Grund sehr phantasievoller Überlegungen entwickelte. Er stellte sich vor, selbst auf einem Photon zu reiten, eine Taschenlampe in der Hand haltend, und nun sehend, wie die Photonen (Photon=Lichtteilchen) aus der leuchtenden Taschenlampe kommen und enteilen. Er fragte sich, ob die Geschwindigkeit der Taschenlampen-Photonen sich zu der Geschwindigkeit des Photons auf dem er bereits saß (und das sich mit Lichtgeschwindigkeit bewegt), hinzuaddieren würden. Auf diese Art und Weise kam er zu einer Sichtweise, die in die Überlegung die Zeit mit einbezog – Die Geschwindigkeit (Bewegung im Raum) und die Zeit sind relativ zueinander.

Durch Einstein sind heute unsere Vorstellungen von Raum, Zeit und Masse, miteinander verknüpft, während sie vorher wie völlig unabhängig voneinander erschienen.

Mit welcher Notwendigkeit kam Einstein auf seine Erkenntnis? Man muss sagen (und Einstein selbst hätte das auch so gesehen): mit keiner. Die Phantasie des Einstein kam mit keiner vorhersagbaren oder begründbaren Folgerichtigkeit in die Welt, und seine Phantasien zu Raum und Zeit somit auch nicht. Man könnte auch sagen: Es war Zufall. Im Nachhinein mag man zwar immer konstruieren: „Es musste ja so kommen!“ … aber nein, es musste nicht. Und wie gesagt hat Einstein selbst diese Nichtnotwendigkeit des In-die-Welt-Kommens scheinbar ganz logischer Schlussfolgerungen einmal formuliert.

Somit ist die Vorstellung der Relativität von Zeit und Raum ebenfalls ohne völlige Notwendigkeit in der Welt. Anders gesagt. Wir könnten nach wie vor ebenso gut der trennenden Denkweise anhaften, und würden nichts vermissen.

 

Ähnliches Thema: Artikel „Gott würfelt nicht“, sagte Einstein. Aber warum würfelt Gott nicht?

Siehe auch: Artikel Kausalkette – philosophisch (spirealistisch) gesehen

Siehe auch: Mindfuck Philosophy – der Beginn eines neuen Denkens

Phantasie und Wirklichkeit – Zufall, Kreativität und Kausalität was last modified: Mai 2nd, 2016 by Henrik Geyer

Anthropozentrismus – seine Ursache und Funktion

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Anthropozentrismus ist die beim Menschen stets anzutreffende Vermutung, er befände sich im Zentrumgeografischer wie kosmischer Gegebenheiten, im Zentrum der Vernunft, im Zentrum des Interesses seiner Götter etc..Es ist zugleich die Zentralsicht jedes Einzelnen auf sich selbst,als das Zentrum des jeweiligen Ich-Universums.

Im Sprealismus hat der Anthropozentrismus eine bestimmte Funktion und Logik. In diesem Artikel geht es darum, welche das ist

Was ist Anthropozentrismus?

Anthropozentrismus ist die dem Menschen selbst rätselhafte Selbstsicht des Menschen seiner selbst als zentral/in der Mitte stehend.

Ausdruck des Anthropozentrismus … Beispiele

Zitat: „Der Mensch ist das Maß aller Dinge“ (antiker Philosoph Protagoras)

Geografisch: Die immer wieder auftretende Vermutung, „der Mensch“, oder Teile von „dem Menschen“, befänden sich in der Mitte geografischer Begebenheiten. Reich der Mitte. Mittelmeer.

Objektivitäts-Denken: Die dem Menschen geläufigen Begriffe empfindet er als objektiv, das heißt, er glaubt, es gäbe sie außerhalb und unabhängig von seinem Denken. Wenn das was er sagt für alle und alles gilt – dann empfindet er sich selbst sozusagen als das Zentrum der Vernunft (man kennt: Der Mensch als die Krone der Schöpfung). Das äußert sich auch in seiner Vermutung, nur er selbst könne denken, während die ihn umgebende Natur „geistlos“ sei.

Beitrag: ‚objektiv subjektiv. Was ist der Unterschied zwischen Objektivität und Subjektivität?‘

Menschliche Kausalität:  Die menschliche Kausalität versteht der Mensch nicht als schöpferisch, sondern als unabdingbar (siehe Objektivitätsdenken). Wenn seine kausalen Ableitungen keine Schöpfung sind, sondern eine geistige Notwendigkeit, dann sieht er sich wieder in der Rolle des genialen Erkenners einer Realität außerhalb seiner selbst.

Religiös: Seine Vermutung, er selbst stünde im zentralen Interesse des Schöpfers/Gottes, während alle andere Natur dazu geschaffen sei, von ihm genutzt/ausgebeutet zu werden

Im Individuum: Die stets anzutreffende Vermutung, man selbst befände sich in der Mitte der menschlichen Vernunft. Im Zentrum dessen, was man „den gesunden Menschenverstand“ nennt. „Ich bin Realist…“

Welche Ursache hat Anthropozentrismus?

Die Ursache und Notwendigkeit für den Anthropozentrismus sieht der Spirealismus im Entstehen des Bewusstseins.

Das Ich-Universum jedes Menschen bildet sich um einen Punkt herum: das Ich. Das Zentrum jedes individuellen Universums ist immer das Subjekt. Das ist verständlich, denn jedes sichtbare Objekt wird in Verbindung gebracht mit der Perspektive, aus der es beobachtet wird. Dem Ich, dem zentralen Punkt.

Ein zentraler Begriff des Spirealismus ist Supersubjektivität. Dieser Begriff besagt einerseits, dass die Beobachtung vieler Ichs wieder subjektiv ist, und nicht, wie diese annehmen, objektiv (im Sinne von: man kann es nicht anders sehen). Andererseits ist die Folgerung des Begriffes Supersubjektivität, dass aus vielen Subjekten ein neues Subjekt wird. Aus den Menschen wird die Menschheit. Der Mensch als Teil eines größeren Subjektes.

Dieses größere Subjekt hat eine eigene Wirkung, eine eigene Psychologie, eine eigene Subjektivsicht. Auch im Supersubjekt Menschheit ist der Anthropozentrismus anzutreffen.

(Man beachte: im Grunde genommen wird der Begriff Anthropozentrismus meist genau umgekehrt gesehen: er tritt in vielen Menschen auf, aber nicht im Einzelnen).

Materialistisches Weltbild

Das materialistische Weltbild, das den Menschen als einzigartigen Beobachter der Schöpfung sieht, nicht als Element der Schöpfung, kann man ebenso als Ursache des allgegenwärtigen Anthropozentrismus sehen.

Ebenso allgegenwärtig wie der Materialismus ist der Anthropozentrismus.

Welche Wirkung hat Anthropozentrismus?

Der Anthropozentrismus bewirkt, dass sich der Mensch als Individuum begreift, es zugleich aber für selbstverständlich hält, dass das Wissen und das Können der Menschheit auch in ihm selbst zum Ausdruck kommt. Er hält sich selbst für „den Menschen“.

Weiterlesen:  ‚Supermensch – Übermensch – Superman = der Mensch‘

Eine der Wirkungen und zugleich Ursachen des Anthropozentrismus ist die Annahme, es gäbe nur eine Wahrheit, nur eine Realität, nur eine Welt. Daher brauchen wir auch nur eine Wissenschaft.

Die positive Seite dieses Anthropozentrismus kann man darin sehen, dass sich die Wirkkraft der vielen Menschen nicht zersplittert. Im Grunde sind die Menschen Eins – ein Organismus. Die Wissenschaft, an der nahezu alle arbeiten, bedient sich stets der gleichen Termini, Resultate, der selben Sprache.

Die negative Seite ist eine falsche Weltsicht. Eine falsche Sicht auf die Gründe des eigenen Seins. Denn der Anthropozentrismus suggeriert dem Menschen fälschlich, in einem Mittelpunkt zu stehen. Der Mittelpunkt des menschlichen Denkens bleibt daher letztlich nur er selbst – und das findet er ganz normal. Seine Wirkungen auf das Ganze sind dem Menschen auf diese Weise unbegreiflich.

Spirealistisches Weltbild

Anthropozentrismus, Bewusstsein, im spirealistischen Verständnis
Anthropozentrismus, im spirealistischen Verständnis

In der Grafik abgebildet: die spirealistische Vorstellung von Anthropozentrismus. Das größere Ganze bildet sich aus einer Vielzahl von Ichs (im Bild links die blauen Kreise). Die Kreise haben jeweils Zentren, überschneiden sich aber auch (das sind die geistigen Inhalte des Anderen, die auch in mir sind).

Im Bild rechts wird aus den vielen blauen  Kreisen ein größerer, dunkelblauer Kreis – aus vielen Menschen wird die Menschheit, oder aus einigen Menschen wird eine Gruppe.

Das kosmische Kontinuum: Diese Abbildung suggeriert ein Statisch-Sein der Begriffe. Das soll aber nicht gesagt sein. Im Grunde sind diese sich bildenden Einheiten stufenlos variierbar. Je nachdem, wie es in diesem Augenblick verstanden wird.

Am Rand des Bildes sieht man Kreise, die sich in der Farbe verändern. Das sind nicht-menschliche Ich-Universen/Informationen. Wir nehmen sie nicht als „Ich“ war, sie stehen aber dennoch in einem relativen Verhältnis zum Ich/gehören zu ihm/bedingen es.

 

 

Siehe auch: Artikel ‚Der Mensch als geistige Singularität. Kausalitäts-Monster Bewusstsein‘

 

 

 

Anthropozentrismus – seine Ursache und Funktion was last modified: Februar 20th, 2016 by Henrik Geyer

Die Ontologie des Spirealismus

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort Thema Ontologie des Spirealismus: Es ist eine Illusion anzunehmen, die materielle Existenz habe etwas Faktisches. Dieser Illusion sehen wir uns in der alltäglichen Welt ebenso gegenüber, wie in der Teilchenwelt. Es gibt keinen Unterschied. Die Brille, mit der wir in unsere Welten sehen, ist immer Geist. Geist ist das einzig Faktische.

Im Artikel Die Ontologie des Materialismus wurde das allgegenwärtige Seins-Konzept des Materialismus beschrieben. Was steht diesem Konzept gegenüber? Und zwar wirklich gegenüber, nicht als materialistische Weltanschaungs-Variante oder eine weitere Sichtweise des Materialismus? Es ist die Ontologie des Spirealismus: Alles ist Geist.

Thema: Beitrag ‚Die Ontologie des Materialismus‘

Ist das Sein etwas Kompliziertes?

Ich glaube, viele meinen, das Sein zu beschreiben sei sehr schwierig. Es ginge dabei um die kleinsten Teilchen der Materie. So sieht es der Materialismus – und beim allgegenwärtigen Materialismus betrachten wir ja alles aus der Sichtweise des Materialismus. Das Sein, so meinen wir, sei damit in Formeln verborgen, in Teilchenbeschleunigern, etc..

So sieht es der Spirealismus nicht.

Die Ontologie des Spirealismus ist: das Sein ist geistig; die Objekte denen wir uns gegenüber sehen, sind eine Vorstellung.

Daher geht es letztlich nicht um Atome, denn was Atome sind, ist ja selbst eine Vorstellung. Wenn man also vom Sein spricht, so kann man das getrost tun, indem man sagt: das Sein ist eine Vorstellung im Geistigen. Man denke an Schopenhauer: „Die Welt als Wille und Vorstellung“

Die Frage ist eher: Was kann man nun über Vorstellungen sagen?

Das Atom eine Vorstellung?

Dass das Sein eine Vorstellung ist, leitet sich durchaus auch aus dem ab, was namhafte Atomphysiker selbst über die Teilchen sagen. Sie ringen mit ihren Vorstellungen, sagen, das Atom sei dies, dann wieder das. Je nachdem, wie sie das Atom begreifen, so ist ihnen das Atom letztlich.

Einem Zitat Werner Heisenbergs folgend, könnte man formulieren, dass er die Existenz im „unmittelbar Faktischen der uns umgebenden Welt“ sieht. Hier das Zitat:

Die Ontologie des Materialismus beruhte auf der Illusion, daß man die Art der Existenz, das unmittelbar Faktische der uns umgebenden Welt, auf die Verhältnisse im atomaren Bereich extrapolieren könne.
Werner Heisenberg

Doch – was ist das „unmittelbar Faktische“? Das unmittelbar Faktische ist für Heisenberg eine direkte Beobachtung: „Dort ist ein Baum.“

kann ein Baum eine Vorstellung sein?

Ja. In Alles ist Geist beschreibe ich, wie das „unmittelbar Faktische“ für mich das Faktische verlor. Ich stellte fest: Jede Wahrheit ist auch ein Glaube. Das gilt letztlich auch für das, was wir sehen. Denn das was wir sehen ist nicht zu trennen von einer Vorstellung, die wir davon haben.

Für mich ist der Weg dieses Erkennens das Interessante. Denn es zeigt, dass man auf tausenderlei Wegen immer auf dieselbe Frage stößt.

Anders als Heisenberg, ging ich den umgekehrten Weg. Ich untersuchte nicht Teilchen, sondern das sogenannte Faktische und stellte fest: Es ist nicht da.

Meine Um-Formulierung des obigen Zitates wäre:

Es ist eine Illusion anzunehmen, die materielle Existenz habe etwas Faktisches. Dieser Illusion sehen wir uns in der alltäglichen Welt ebenso gegenüber, wie in der Teilchenwelt. Es gibt keinen Unterschied. Die Brillen, mit denen wir in unsere Welten sehen, ist immer Geist. Geist ist das einzig Faktische.

Die Ontologie des Spirealismus und das unmittelbar Faktische. Die Wahrheit.

Die materialistische Vorstellung von der „existierenden Außenwelt“, dem Objektiven, dem unmittelbar Faktischen, dem Realen, dem Wirklichen, ist auch immer verbunden mit dem materialistischen Verständnis von Wahrheit.

Und insofern nehme ich auch folgendes Einstein-Zitat als Hinweis auf das Fehlen des unmittelbar Faktischen:

Wer die Wahrheit beschreiben will, überlasse die Eleganz dem Schneider.
Albert Einstein

Die Ontologie des Spirealismus

Die Ontologie des Spirealismus ist zusammengefasst: Alles ist Geist. Geist steht nicht Materie gegenüber, sondern wieder Geist. Geist, in jeder seiner Formen, nennen wir es Materie, Traum, Erleben, Faktisches, ist das Wirkliche. Geist ist die Existenz.

Geist ist „nur“ relativ, immer subjektiv – nie objektiv. Das Beobachtete (gemeinhin „Objekt“ genannt) gibt es in der Form, wie der Beobachter es sieht, nur im Beobachter. Das Objektive gibt es nicht, sondern immer nur Subjektivität.

Und daraus folgt auch: Man kann nichts beobachten, das vom Beobachter zu trennen wäre.

 

Siehe auch:  ‚Materialismus Philosophie. Spirealismus vs Materialismus‘

Die Ontologie des Spirealismus was last modified: März 7th, 2016 by Henrik Geyer

Die Ontologie des Materialismus

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Die Ontologie des Materialismus bestehtin der grundsätzlichen Auffassung, dass Materie dem Geist GEGENÜBER steht.Der Geist habe die Materie abzubilden.

Es geht auf Spireo viel darum, was „die Welt“ wirklich ist. Ist sie Geist? Der Spirealismus bejaht das. Aber was heißt das? Was bedeutet „Alles ist Geist“? Die Bedeutung dessen wird erst in einer Gegenüberstellung klarer – im Allgemeinen verstehen wir unter Existenz „das Wirkliche“, versinnbildlicht im Außen, in der Materie. Das ist die Ontologie des Materialismus – die Seins-Lehre des Materialismus.

Dem unabhängigen Außen steht Geist gegenüber

Die Ontologie des Materialismus (Seinslehre des Materialismus) beruht auf der Grundvoraussetzung, dass dem Geist eine materielle Außenwelt gegenübersteht. Diese materielle Außenwelt, wird im Gehirn abgebildet.

Die Vorstellung von einer materiellen Außenwelt wird mit verschiedenen Eigenschaften dieser Außenwelt in Verbindung gebracht.

  1. Die materielle Außenwelt sei vom Beobachter unabhängig
  2. Die materielle Außenwelt beherberge das Objektive (das Objektive ist letztlich ein Synonym für „Außenwelt“, denn es betrifft das Begriffspaar objektiv/subjektiv. Ähnliches Thema: Artikel ‚objektiv subjektiv. Was ist der Unterschied zwischen Objektivität und Subjektivität?‘)
  3. Die materielle Außenwelt beherberge also Dinge, die der Geist lediglich versucht in ihrem wirklichen Wesen mehr und mehr zu begreifen. Damit ist, in der materialistischen Sichtweise, diese Außenwelt verbunden mit dem Wirklichen, der Wahrheit, oder auch dem Kantschen Ding „an sich“.
  4. Umgekehrt ist der Geist demnach das Nicht-so-Wirkliche

 

Materialismus - was ist das?
Materialismus – was ist das?

 

Der Geist ist das weniger Wirkliche

Damit ist also beschrieben, dass die Ontologie des Materialismus das wesentliche Begriffspaar Materie und Geist beinhaltet.

Der Geist ist dabei das Nicht-Wirkliche, oder, wie immer man es nennen möchte … das „nicht so Wirkliche“, das Noumenon als eine Beschreibung oder Umschreibung des Wirklichen, und so weiter.

Auch wenn dieser Artikel die Ontologie des Materialismus zum Gegenstand hat, sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass mit gerade geschriebenem Satz sofort die Frage auftaucht: Warum sollte gerade das elemantare Ding, welches uns doch Kunde von unserer Welt gibt, nämlich der Gedanke, nicht wirklich sein?

Siehe auch:  ‚Die Ontologie des Spirealismus‘

Die Untersuchung der Materie

Daher meint der Materialismus, sich auf Grund seiner Ontologie auf die materialistische Wissenschaft verlassen zu können. Sie sei Instrument des Seins-Erkennens – indem sie objektiv untersucht, objektiv erkennt.

Man untersucht im Teilchenbeschleuniger CERN die Teilchen und meint, dem wahren Wesen des Seins immer mehr auf die Spur zu kommen. Man nennt die Teilchen, die man zu finden gedenkt, „Gottesteilchen“.

die Ontologie des Materialismus findet sich in jedem Gedanken, den wir denken

Abschließend sei noch darauf hingewiesen, dass die Ontologie des Materialismus in jedem Gedanken von uns steckt. Die Sprache, derer wir uns bedienen, enthält als Basis all unseres Verständnisses Begriffspaare wie objektiv/subjektiv, Materie/Geist, wirklich/unwirklich, Traum/Realität.

Indem wir sie denken und aussprechen, bewegen wir uns innerhalb des Gedankengebäudes des Materialismus. Das bedeutet, wir können jedes andere Gedankengebäude nur von der Warte des Materialismus aus sehen und beurteilen.

Die Ontologie des Materialismus bedingt, dass er sich nur selbst für möglich hält

Der Materialismus, mit seiner real existierenden Außenwelt, die es gilt im Geist genau abzubilden, mit seiner Objektivität als Inbegriff des Nicht-anders-Denkbaren, hält natürlich nur letztlich eine einzige Wahrheit für richtig. Wie könnte es anders sein … natürlich ist es seine eigene.

 

Lesen Sie auch: Artikel ‚Die Entstehung der Realität – Bewusstsein erschafft Realität‘

 

 

Die Ontologie des Materialismus was last modified: November 20th, 2016 by Henrik Geyer

Denken erschafft. Spirealismus und Spiritualität

Spruchbild: Man kommt nicht umhin festzustellen, dass Wissenschaft und spirituelles Denken aus demselben Grund Wahrheit haben. Das Denken erschafft.Henrik Geyer

Auf diesem Blog schreibe ich oft zu spirituellen Themen und auch zu philosophischen Themen. Philosophie – das heißt bei mir Spirealismus. Was hat nun Spirealismus mit Spiritualität zu tun? Denken erschafft! Ich will es kurz erläutern.

das Denken erschafft

Es war meine persönliche Erfahrung, dass Denken die Kraft hat, zu erschaffen (wenn auch nicht alles zu erschaffen, was man „will“). Ich beschrieb das in „Alles ist Geist“ – einem philosophischen Buch, in dem ich auch Kerngedanken meines Spirealismus erläutere.

nichts ist unabhängig vom Beobachter

Man kann es wissenschaftlich ausdrücken, indem man sagt: Es gibt keine Objektivität. Oder: Es gibt nichts Beobachtbares, das vom Beobachter unabhängig ist. Oder: Alles ist relativ, alles ist subjektiv. Dieses durchgängig Subjektive (das von der materialistischen Wissenschaft durchaus wahrgenommen wird) thematisiere ich in ganz vielen Artikeln. Daher will ich es an dieser Stelle nicht noch einmal ausführen.

Man kann es auch umgekehrt ausdrücken: Alles was wir sehen ist ein Gedanke. Alles ist eine Art Glaube.

siehe z.B. folgenden Artikel: Wenn Immanuel Kant feststellt, dass sich das Ding an sich nicht beschreiben lässt .. Was bedeutet das für unsere Vorstellung von Wahrheit?

der Glaube erschafft

Das oben Gesagte kann man spirituell sagen: Die Kraft des Schöpfers ist in jedem von uns. Wir erschaffen, indem wir schauen, indem wir reden, indem wir überlegen.

Man kann das religiös ausdrücken, indem man sagt: Der Glaube erschafft. Oder: „Gottes Reich ist inwendig“ (so steht es in der Bibel). Das bedeutet, die Kraft des Schöpfers beginnt an dem uns allernächsten Ort: den Gedanken in uns.

 Auf das Denken achten

Aus diesem Grund schreibe ich auch ermutigende, spirituelle Texte, nicht nur Philosophisches. Spiritualität und Achtsamkeit ist sozusagen die praktische Seite des Spirealismus.

Religionen und fernöstliche Weisheitslehren beschäftigen sich seit Jahrtausenden damit, diese für den materialistischen Denker widersprüchlichen Sachverhalte auf praktische Art zu erklären. Sie sagen immer wieder: Achte auf dein Denken! Der Spirealismus geht in genau dieselbe Richtung, denn der Endpunkt dieser philosophischen Überlegung ist, dass sich Realität durch Denken beeinflussen lässt.

Spirealismus und Spiritualität nicht im Widerspruch

Somit steht der Spirealimus, der sich als ernstgemeinte Philosophie sieht, die real machbare Erfahrungen wie auch wissenschaftliche Aspekte verarbeitet, nicht im Widerspruch zu spirituellen Weisheiten. Im Gegenteil – gerade in der spirealistischen Sichtweise wird die Wichtigkeit spiritueller Weisheiten deutlich.

Frage des Spirealismus

Wenn unser Denken erschaffen kann – Wie können wir es erfahren, wenn es doch so scheint, als habe unser Denken mit der „wirklichen“ Realität nichts zu tun? Dies ist die Frage des Spirealismus.

praktische Umsetzung

Was müssen wir also tun? Unser Denken formen, die Gedanken achtsam verfolgen. Die praktische Umsetzung und Beobachtbarkeit der Wahrheit des „Denken erschafft“ – liegt letztlich in spirituellem Denken.

Aus diesem Grund sind sowohl philosophische wie auch spirituelle Themen auf meiner Webseite anzutreffen.

 

 

 

 

 

Denken erschafft. Spirealismus und Spiritualität was last modified: Mai 26th, 2016 by Henrik Geyer

Erkenntnis – was ist das? Die Chance und der Preis des Erkennens.

Erkenntnis - was ist das? Was ist die Chance des Erkennens - und sein Preis? Platos Höhlengleichnis und die Transformation einer Realität in die nächste.

Erkenntnis – erkennen. Etwas etwas er-kennen (im Sinne von „sehen“), und es dann kennen (also wissen). Etwas anfassen (angreifen), und dadurch etwas be-greifen. Erkenntnis ist ein Zuwachs an Wissen über die Welt.

Erkennen für den Spirealismus, bzw. den Materialismus. Wie erkennt man?

an dieser Stelle nur kurz der Unterschied in den Sichtweisen:

Der Materialismus geht davon aus, dass Geist (der Mensch) einen äußerlichen (materiellen) Prozess beobachtet. Erkenntnisprozess ist daher dem Materialismus vor allem das Beobachten der äußerlichen Zusammenhänge – also der Natur, des Stoffes, der Materie …

Dem Spirealismus, dessen Grundauffassung „alles ist Geist“ heißt, ist das Erkennen des Selbst identisch mit dem Erkennen der Welt. Denn die Frage WIE erkannt wird ist für den Spirealismus der Schlüssel dafür, WAS erkannt wird. Oder, anders gesagt: Die Denkvoraussetzungen entscheiden über die Folgerungen. Es ist somit das „Erkenne dich selbst“ des antiken Griechenlandes, das der Spirealismus für den Schlüssel der Erkenntnis hält.

Siehe auch Artikel zum Thema „Worte formen die Realität“

Erkenntnis in Platos Höhlengleichnis – mit dem Wissen ändert sich die Welt

Erkenntnis hat zwei Seiten.

Einerseits ist Erkenntnis das Begreifen der Welt in einer neuen Weise. Spirealistisch gesehen ist es die Erweiterung des Ich-Universums um Begriffe – um Festlegungen des Denkens in einer neuen Konstellation (Zitat: „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“ Ludwig Wittgenstein)

der Preis der Erkenntnis

Daher bedeutet Erkenntnis andererseits durchaus auch das Verlassen einer Denkrealität zugunsten einer anderen. Da jede Denkrealität in sich logisch und vollständig zu sein scheint, ist das Verlassen einer Denkrealität zugunsten einer anderen nicht nur schön, und nicht nur bequem, sondern immer auch mit einem Verlust verbunden. Wenn man so will dem Verlust einer Welt.

Plato beschreibt das sehr schön in seinem Höhlengleichnis.

Er beschreibt Erkenntnis wie das Verlassen einer Höhle, aus der heraus man in das offene Sonnenlicht tritt. Das helle Licht des Tages ist das Erkennen der Welt in einem neuen Licht. In der Höhle hatte man die ganze Zeit Schatten an der Wand beobachtet, und diese Schatten als die Realität angesehen. Und nun begreift man: Die Realität liegt draußen, im gleißenden Sonnenlicht des Tages.

Mancher sehnt sich zurück in die Heimeligkeit der Höhlenschatten. Wenn es auch in der Höhle muffig und dumpf war, dennoch war auch die Welt der Höhlenschatten in sich vollständig. Es mangelte nichts. Die gleißende Sonne des Außen kann manches aufdecken, die Illusionen rauben….

Wer aber zurück will, der stellt fest: Ein Zurück gibt es nicht. Im spirealistischen Verständnis heißt das: Der Mensch kann die Objekte seines Ich-Universums nicht einfach willentlich verschwinden lassen. Die Objekte des Denkens sind seine Welt. Erweitert er diese Welt um das Sonnenlicht des Außen, kann er nicht ohne weiteres in die Höhle zurück: Er kann sich sich die Welt nie mehr als nur aus Schatten bestehend, denken.

Siehe auch Martin Eden – die negative Seite des Erkennens

Ende der Erkenntnis. Oder kommen wir von einer Höhle in die nächste?

Aus spirealistischer Sicht gibt es hier folgenden Aspekt. Das Denken ist mit einem Erkenntnisschritt in eine neue Realität getreten, aber es kann nach Verständnis des Spirealismus nicht „die Realität“ sein. Nicht die eine Realität, die einzige, die endgültige Realität – es gibt sie aus spirealistischer Sicht nicht.

Somit ist das Gleichnis der Höhle unvollkommen, denn aus dem Sonnenlicht des Gleichnisses kann man nicht in ein weiteres Sonnenlicht treten – das ist schwer vorstellbar. Doch genau das ist die Auffassung des Spirealismus – es gibt kein Ende der Erkenntnis. Insofern komme ich einmal mehr auf das Grundthema dieses Blogs zurück: die fehlende Objektivität.

Wir haben in nichts, nicht einmal dem kleinsten Begriff, Objektivität erlangt – und können das auch nicht. Denn es gibt kein Ende der Information zu irgendeinem Objekt. Wir können zu dem winzigsten Gegenstand immer weiterführende Überlegungen anstellen (und tun das auch), immer weiterführende Erkenntnisse erlangen, und kommen nie zu einem Ende. Eine Monade im eigentlichen Sinn, als äußerliches Objekt, gibt es nicht. Was also könnte ein endgültiges Erkennen sein? 

Erkenntnis – was ist das? Die Chance und der Preis des Erkennens. was last modified: Januar 14th, 2016 by Henrik Geyer

Worte. Die Unvollkommenheit der Worte und Begriffe

Worte. Die Unvollkommenheit der Worte und Begriffe

Beschreiben Worte und Begriffe die Welt … richtig?

Die Unvollkommenheit der Worte und Begriffe

Im Artikel um das Alles und das Nichts habe ich dargelegt, welch fundamentalen Unterschied es in der Auffassung dieser Worte geben kann. Ich habe zugleich dargelegt, warum unter spirealistischem Sehen das Alles (das All, das Universum, der Kosmos) eine Möglichkeit ist, keine Notwendigkeit.

In dem Artikel ging es um die bombastischen Begriffe „das Alles“ und „das Nichts“ – es stellt sich, nachdem diese Begriffe besprochen wurden, die Frage, inwieweit man in der Betrachtung von Worten etwas über die Realität aussagen kann.

In diesem Artikel möchte ich darlegen, warum es unsere Vorstellungen / Worte, und unsere Realität, eins sind.

Das sind doch nur Worte!! Worte als Denkgrenzen

Viele sagen aus der Logik der materialistischen Weltsicht: „Das sind doch alles nur Worte!!! Und derjenige, der sich um die Worte sorgt, ist ein neumalkluger Formalist ohne Bezug zur Realität! Worte beschreiben die Realität nur!“

 

Doch gerade am Beispiel der zwei Worte „alles“ und „nichts“ lässt sich zeigen, was ich bereits in anderen Artikeln darlegte: die Worte halten uns in einer bestimmten Realität fest. Sie sind nicht Mittel, Informationen über die Realität auszutauschen, sondern erzeugen selbst unsere Realität.

Ein Beispiel: wenn die spirealistische Auffassung von dem Bedeutungsinhalt der Worte Alles und Nichts in so dramatischer Weise von der materialistischen unterscheiden, wie ich das in dem anderen Artikel beschrieb … wie kann ich das kommunizieren? Mit Hilfe der Worte, mit denen ich angeblich alles beschreiben kann, müsste das doch möglich sein!

Doch: Einerseits will ich etwas ausdrücken, das der materialistischen Erfahrung zutiefst widerspricht. Etwas, das ich mit „alles“ oder „nichts“ eigentlich nicht ausdrücken möchte. Andererseits bin ich auf die Worte „alles“ und „nichts“ angewiesen – es sind sehr zentrale Worte der deutschen Sprache. Kann man ohne sie auskommen? Nein.

Ich kann mit diesen Worten nichts ausdrücken, was so begriffen werden soll, wie ich das wünsche. Sondern ich kann nur ausdrücken, was die Menschen begreifen, wenn sie diese Worte hören.

Wer diese Worte hört, hat die widersprüchliche Auffassung des Materialismus im Kopf. Er begreift nur den erlernten Wortinhalt, nichts anderes. Das Wort selbst, im Zusammenhang mit den Denkvoraussetzungen, die es in sich trägt, ist uns daher eine kaum überwindbare „Denkgrenze“.

Daraus erklärt sich, warum das Platosche Paradox, von dem in „Was ist das Nichts?“ die Rede war, zwar seit Jahrtausenden bekannt ist, aber dennoch der Erklärung harrt.

Erst die Theorie entscheidet darüber, was man beobachten kann.

Man kann das eben Gesagte auch als andere Formulierung des Einstein-Zitates »Erst die Theorie entscheidet darüber, was man beobachten kann.«, sehen.

Wenn das, was wir beobachten können, mit unseren Theorien über eben das zusammenhängt, was wir (aus dritter Position) zu beobachten glauben, dann schließt sich ein Kreis. Das, was Einstein für die Quantenmechanik sagte, trifft ebenso gut auf jeden Lebensbereich zu. Ich formuliere es daher allgemeiner: „Was wir über etwas wissen, entscheidet darüber, als was wir es sehen.“ Und nun bedenke man, dass man ganz verschiedenes Wissen haben kann.

Die Worte wirken nicht nur auf unsere Realität irgendwie zurück – sie sind die Realität.

Bei Worten wie „alles“ und „nichts“ scheint es anders zu sein – wir sehen sie nicht als Teil einer unbewiesenen Theorie, sondern als feststehend, statisch, unbestreitbar. Wir benutzen sie ständig – will man uns unterstellen, wir wüssten nicht, was sie bedeuten? Doch andererseits – wer glaubt, diese Worte seien tatsächlich unbestreitbar, der lese sich den genannten Artikel „Alles und Nichts“ noch einmal durch.

Die Statik der Wortzusammenhänge überwinden – Neulernen

Die Worte „alles“ und „nichts“ stehen nicht für sich allein, sondern sie sind verbunden. Sie bilden eine unumstößliche Statik, mit allen den anderen Worten, die wir verwenden, allen anderen Vorstellungen, die wir haben.

Wie also könnte man die Denkgrenze überwinden, die in den Worten liegt?

Indem man die alten Begriffe und Bedeutungen vergisst, und sie neu lernt.

Doch wer will das tun? Aus der materialistischen Sicht erscheint nur das eigene Weltbild real.  Es ist das scharf eingestellte Fernsehbild des anderen Beitrages „Alles und Nichts“. Demzufolge muss jedes andere Weltbild ein wenig absurd wirken – warum sollte man ein „erwiesenes“ Weltbild aufgeben, zugunsten eines absurden?

Die Statik des Begreifens festigt sich selbst

Worte sind nicht „nur Worte“, die eine davon unabhängige, eigentliche Realität, abbilden. Sondern sie selbst sind die Realität – und die Realität festigt sich selbst; hält uns in der Realität fest.

Siehe auch der Artikel „Entstehung der Realität“, in dem es um die Formung von Realität aus Worten geht, und um die Frage, ob Philosophen den Kontakt zur Wirklichkeit verlieren, wenn sie sich der Analyse von Worten widmen.

Auf Grund des materialistischen Weltbildes folgern wir, erfinden, bilden immer mehr Wissen, immer mehr Vorstellungen.

Das materialistische Weltbild festigt sich selbst, wird immer schärfer „eingestellt“. Man kann es kaum verlassen. Dieses Weltbild ist eine Möglichkeit, die aus dem Rauschen des „Alles“ auftaucht. Es hält uns in „seiner“ Welt, die wir in einem Außen zu sehen glauben, fest.

 

Ich möchte mit einem Wittgenstein-Zitat schließen, das uns die Bedeutung der Worte für unser Weltbild (und ihre Grenzen) vor Augen führt. „Die Ergebnisse der Philosophie sind die Entdeckung irgendeines schlichten Unsinns und die Beulen, die sich der Verstand beim Anrennen an die Grenze der Sprache geholt hat. Sie, die Beulen, lassen uns den Wert jener Entdeckung erkennen.“
Ludwig Wittgenstein

 

 

Worte. Die Unvollkommenheit der Worte und Begriffe was last modified: Januar 13th, 2016 by Henrik Geyer

Wirklichkeit – was ist das?

Wirklichkeit
Ich schrieb in einem Internetportal „Unsere Welten formen sich aus dem, was wir als wahr ansehen.“
Mir wurde zurückgeschrieben. Eine Frau schrieb, ob das heiße, man könne die Wirklichkeit beeinflussen?
„Und .. woher kommt das Wollen, das Denken, das Tun? Wo entsteht es? Wo hat es seinen Ursprung? In uns Menschen oder sind wir sowas wie ein „Werkzeug“?
Bin ich als Mensch vielleicht nur diejenige die alles wahrnehmen kann? Das Wollen, denken, tun?
Und egal ob ich all das bewusst wahrnehme oder nicht – es geschieht was geschieht weil es geschehen will/soll?“

Wirklichkeit, was ist das?

Ich antwortete:
„Ja, man kann die Wirklichkeit durch Denken beeinflussen. Das, „was geschieht“, kommt erst durch den Einzelnen in eine individuelle Existenz. „Alles ist Geist“ ist ein Grundprinzip der Hermetik, das ich zur Basis meiner Philosophie machte, und zum Titel eines Buches.
„Alles ist Geist“ zu Ende gedacht bedeutet, man kommt zu einer anderen Vorstellung von „Existenz“ (oder wie Sie sagen, von den Dingen, wie sie geschehen).
Akzeptiert man „Alles ist Geist“, dann akzeptiert man, Teil zu sein von diesem Geist. Teil heißt, man ist nicht Alles. „Teil“ bedeutet auch, der Geist ist nicht in einem, sondern Geist ist überall, und Geist verbindet alles.
Wenn man wiederum nicht Alles ist, dann kann man den Blick auf das Alles, auf das Höhere, nur aus der Position des Teilchens haben. Dann kann man nicht sagen, was den Prozess betreibt. Warum nicht? Weil das Alles aus den Teilchen besteht, deren Teil auch ich bin. Ohne mich wäre das Alles ein wenig anders. Das bedeutet, es gibt keinen endgültigen Begriff für das Alles – außerhalb von mir.
Wie Meister Eckhart einmal sagte: Wenn man sagt, Gott sei dies oder jenes, dann kann man davon ausgehen, dass er DAS jedenfalls nicht ist.

Sind wir in Wirklichkeit ein Werkzeug einer höheren Macht?

 Man sollte auch nicht annehmen, man sei ein Werkzeug von irgendetwas oder irgendwem. Denn das hieße, die eigenen begrenzten Begriffe auf das Alles anzuwenden.
Die Religion benennt das Höhere – es ist Gott. Gott ist unergründlich. In den materialistischen Wissenschaften ist das Entscheidende und der Grund für alles die Materie. Und doch sieht man in einer Art Gottesblick auf sie herab – was uns dann wieder in Vielem rätselhaft ist. Rätselhaft, denn trotz dieses Gottesblickes, aus dem heraus wir an die letztendliche Erkennbarkeit von Allem glauben, bleibt das Unergründliche, das Rätselhafte, das Unendliche. Ich nenne das das Paradox des Materialismus. In jedem Fall ist das, was wir für wahr halten, unsere Welt.

Sichtweise des Spirealismus

Es geht dem Spirealismus nicht so sehr um die Namen, sondern um das Erkennen, nach welchen Prinzipien die Existenz funktioniert. Zu erkennen, dass alles Geist ist, halte ich für äußerst wichtig. Denn dann können die Menschen, kann die Menschheit, mit der Schöpferkraft, die durch sie hindurchgeht, noch bewusster umgehen. Sieht man alles nur im Außen geschehen, dann geschehen die Dinge einfach so.. irgendwie.
Wirklichkeit – was ist das? was last modified: Dezember 19th, 2015 by Henrik Geyer

Die Entstehung der Realität – Bewusstsein erschafft Realität

Die Entstehung der Realität - Bewusstsein erschafft Realität?

Der Materialist weiß, dass die Entstehung der Realität nichts mit dem Bewusstsein zu tun hat. Denn sein Inbegriff von Realität ist ihm ja gerade NICHT Bewusstsein. Sondern das Außen, die Materie – DAS sei die eigentliche Realität. In diesem Beitrag geht es um die Die Entstehung der Realität, und was unser Denken, was unsere Worte, damit zu tun haben. Wenn auf diesem Blog manchmal Worte diskutiert werden, wie das Nichts, oder das Unbewusste, oder das Undenkbare, dann fragt sich so mancher, welche Relevanz das haben soll. Wie kommt jemand, wie kommen Philosophen überhaupt, darauf, die Realität an Worten festmachen zu wollen?

Ich möchte zeigen, dass die Worte, die wir verwenden, eine bestimmte Vorstellung in uns hervorrufen. Und unsere Vorstellungen VON der Realität, und die Realität selbst, sind eins.

Die Entstehung der Realität – in Gedanken und in Worten

Ich schrieb am Anfang: der Materialist weiß, dass die Entstehung der Realität nichts mit Bewusstsein zu tun hat. Woher weiß er das? Es ist einfach seine erlernte Überzeugung. Eine andere Begründung gibt es nicht. Wie ich, und viele vor mir, feststellte (und in meinen Büchern und Beiträgen begründe), lässt sich die Realität letztlich nicht an unabänderlichen Fakten festmachen. Es gibt keine Objektivität. Ebenso wenig und aus demselben Grund lässt sich das Nicht-mehr-weiter-Spaltbare in der Physik finden.

Wenn der Philosoph über die Dinge in der Welt nachdenkt, was sie IM WESEN ausmacht, dann geht es immer um Worte. Warum? Weil wir zwangsläufig mit Worten operieren müssen, wenn wir die Realität denken. Man könnte auch sagen, über die Realität lässt sich nur in Gedanken nachdenken – und die Gedanken drücken wir in Worten aus.

Unser Denken steckt in einem allgemeinen Sinn bereits in den Worten selbst. Dass wir über die Realität nachdenken, das ist materialistisch gedacht. Der Spirealist würde sagen: wir denken die Realität.

Jeder hat ein eigenes Stückchen Realität in sich

Für den Materialisten aber gibt es nur die (eine) Realität – die ist im Außen, und über die müssen alle nachdenken. Doch so ist es nicht. Jeder hat ein ein Stückchen dessen im Kopf, was uns schließlich wie „die Realität“ erscheint. Und jedes Stückchen ist einzigartig.

Einzigartig? Ja! Denken wir einmal an das, was man versteht, wenn man ein Wort hört. Worte sind stellvertretend für das, was wir denken. Ich nenne es auch unsere „Begriffe“, also das, was wir begreifen. Nur so herum gesehen versteht man, dass ein Wort nicht zwangsläufig ein bestimmtes Bild in jedem Kopf entstehen lässt. Es ist ganz anders. Die Begriffe sind IMMER im Detail verschieden. Das ist interessant – weil der Materialist doch annimmt, Worte seien ein gutes Mittel, um die EINE Realität, die im Außen vorhanden sei, zu BESCHREIBEN. Anders herum gedacht, so wie ich es formulierte, klingt es hingegen, als dienten Worte dazu, Realität ENTSTEHEN zu lassen.

Und genau darum geht es mir auch. Dies ist meine Grundüberzeugung, die ich in meiner Philosophie, dem Spirealismus, formuliere. Sie geht davon aus, dass wir abseits dessen, was wir denken, nichts formulieren können – anders gesagt: das Denken ist unsere Welt. ( Schopenhauer formulierte übrigens ähnlich; er schrieb, die Welt sei eine Vorstellung).

Es erscheint dem Materialisten oft wie  selbstverständlich, die Frage nach der Realität als philosophische „Kuriosität“ zu bezeichnen, oder als „Wortspiel“. Was solle man die Realität schon in Frage stellen – sie existiere eben, und zwar jenseits der Gedanken.

Und nun frage ich immer: was ist dann? Offenbar hat „die Realität“ niemand „richtig“, alle haben nur ihre eigene Vorstellung davon. Was ist sie also, jenseits der Vorstellungen?

 

Damit soll gesagt sein: Die Frage nach der Realität  ist sehr wichtig, es geht um ihre Entstehung. Dies „Wortspiel“ zu nennen, diskreditiert die Frage. Allerdings „nur“ aus materialistischer Sicht. Im Grunde ist der Begriff „Wortspiel“ nicht völlig falsch, weil unsere Realität die Gedanken sind. Mithin ist die Realität auch abhängig von Worten.

Aber unbestreitbar ist doch, dass es nach herkömmlicher Auffassung wohl nichts Wichtigeres gibt, als die Realität. Also sollte man sich auch einmal mit grundlegenden Fragen zu ihr beschäftigen. Wenn die Realität ein Wortspiel ist, dann lohnt es sich, dieses Spiel zu spielen – und darüber nachzudenken.

Bewusstsein erschafft die Realität – denken wir uns die Welt aus?

Nun könnte man auf den Gedanken kommen, dass Bewusstsein die Realität sozusagen „erfindet“. Das wird mir manchmal als Gegenargument präsentiert – das könne ja wohl nicht sein. Und man muss sagen: Das ist auch tatsächlich schwer zu denken, wenn man auf dem materialistischen Weltbild aufbaut, denn es kollidiert (wieder!) mit dessen Grundüberzeugung – der Mensch würde eine äußerliche Realität „abbilden“.  Diese Vorstellung verbindet sich mit willenhaftem Nachgrübeln und „Erfinden“.

Meine Antwort darauf ist: Erstens kann man sich seine Welt tatsächlich herbeidenken, und jeder tut es bereits. Dass die meisten dennoch glauben, selbst der Hort und das Zentrum der einen Realität zu sein, das sich also nahezu jeder gern als „Realisten“ bezeichnet, das ist eine ganz andere Frage.

Aber zweitens ist die Entstehung der Realität durch „freies Herbeidenken“ oder „Ausdenken“ offenbar begrenzt. Aber die Annahme, dass das denken völlig frei sei, ist ja auch wiederum mit der materialistischen Vorstellungswelt verbunden (ein freier Geist beobachtet die Materie). Der Spirealismus hingegen, dessen Grundüberlegung ist: „Die Gedanken sind die Realität“ sieht dagegen aus dieser Grundvoraussetzung die Notwendigkeit vieler Folgerungen entstehen, die dem materialistischen Weltbild völlig widersprechen. Ein Beispiel: es ist unter spirealistischen Gesichtspunkten ganz offensichtlich falsch, von einem „freien Geist“ auszugehen. Allein, wenn man sich fragt: Frei wovon, wenn der Geist doch nichts abbildet, sondern selbst Ausdruck dessen ist, was er nur abzubilden glaubt?

Das Bewusstsein (unser Bewusstsein) selbst wird aus Geist geschaffen, allerdings aus einem Prinzip, das „unserem“ Bewusstsein übergeordnet ist. Das bedeutet, dass die Entstehung der Realität aus „unserem“ Geist so nicht stimmt. Der Geist.. das sind eben nicht (nur) wir einzelnen Menschen – sondern alles ist Geist.

Die Entstehung der Realität – Bewusstsein erschafft Realität was last modified: Dezember 10th, 2015 by Henrik Geyer