Was ist Philosophie und was bedeutet Philosophie heute noch?

Was ist philosophie? Warum findet Philosophie kein Ende?

Was ist Philosophie?

Philosophie bedeutet Liebe zur Weisheit und ist in der griechischen Antike als Wissenschaft entstanden. Heute versteht man die Philosophie nicht als Wissenschaft im eigentlichen Sinne – sie ist eine Geisteswissenschaft, die im Selbstverständnis der Philosophen mal diese, mal jene Ergebnisse hervorbringen kann – und … welche ernsthafte und nutzbringende Wissenschaft kann sich dergleichen schon leisten?

Die Philosophie ist außer Ansehn gekommen: und doch war sie die höchste Beschäftigung der Weisen. Die Wissenschaft der Denker hat alle Achtung verloren. Seneka führte sie in Rom ein; eine Zeit lang fand sie Gunst bei Hofe: jetzt gilt sie für eine Ungebührlichkeit. Und doch war stets die Aufdeckung des Trugs die Nahrung des denkenden Geistes, die Freude der Rechtschaffenen.
Gracian’s Orakel der Weltklugheit, Balthasar Gracian

Dabei waren die Anfänge der Philosophie und die Anfänge der strengen Wissenschaften durchaus verbunden – die Philosophen waren meist gleichzeitig Naturkundler ersten Ranges …

Ein weiterer Grund mag sein, dass sich die Philosophie allzu weit davon entfernt hat, ein Wert des öffentlichen Bewußtseins zu sein – sie scheint sich (für den Außenstehenden) allzusehr mit Themen zu beschäftigen, die keinen praktischen Wert haben, sie kann nichts lehren das als hoher gesellschaftlicher Wert verstanden würde, oder das man als persönlichen Gewinn ansehen würde, hätte man nur Anteil …

Vorbei die Zeiten, als (vor mehr als 2000 Jahren) einige der griechischen Sophisten hochangesehene Lehrer der Tugenden waren, wie beispielsweise des Sprechens (der Rhetorik), und damit viel Geld verdienten.

 

Die Kompliziertheit der in der modernen Philosophie behandelten Themen förderte auch eine recht komplizierte Sprache, was ebenfalls zum Rückzug der Philosophie aus dem öffentlichen Bewusstsein beitrug.

Offenbar waren viele Philosophen aus einer gewissen intellektuellen Überheblichkeit recht zufrieden damit, sich einer kryptischen Sprache zu bedienen. Dennoch darf man wohl davon ausgehen, dass gerade jene, die diesen Missstand erkannten und erkennen, und versuchen ihn zu beheben, die Hoffnung der modernen Philosophie sind …

Warum aber hat Kant seine »Kritik der reinen Vernunft« in einem so grauen, trockenen Packpapierstil geschrieben? Ich glaube, weil er die mathematische Form der Descartes-Leibniz-Wolfianer verwarf, fürchtete er, die Wissenschaft möchte etwas von ihrer Würde einbüßen, wenn sie sich in einem leichten, zuvorkommend heiteren Tone ausspräche. Er verlieh ihr daher eine steife, abstrakte Form, die alle Vertraulichkeit der niederen Geistesklassen kalt ablehnte. Er wollte sich von den damaligen Popularphilosophen, die nach bürgerlichster Deutlichkeit strebten, vornehm absondern, und er kleidete seine Gedanken in eine hofmännisch abgekältete Kanzeleisprache. Hier zeigt sich ganz der Philister.

„Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland“ von Heinrich Heine

denn was nützt schon etwas, das in seiner Allgemeingültigkeit zwar eigentlich äußerste Wichtigkeit hat, das aber kaum jemand lesen, geschweige denn begreifen mag?

Alles, was überhaupt gedacht werden kann, kann klar gedacht werden. Alles, was sich aussprechen lässt, lässt sich klar aussprechen.
Ludwig Wittgenstein

Jedenfalls erscheint mit dem Siegeszug der strengen Naturwissenschaften in den letzten Jahrhunderten die Philosophie geradezu wie eine aus dem Fokus entschwundene Wissenschaft; eine Wissenschaft der man im Grunde nicht mehr bedarf; eine Wissenschaft, die nur dann betrieben wird, wenn jemand eine gewisse Liebe dafür aufbringt … und somit eine Wissenschaft, die nicht aus keiner besonderen Notwendigkeit heraus betrieben wird.

Eine Wissenschaft, die nicht immer und überall reproduzierbare Ergebnisse liefert, gilt heute wenig. Weisheit … was ist das?

Was nun macht die Philosophie so schwierig?

Dass nun die Philosophie gleichzeitig die schwierigste Wissenschaft ist, ist zumindest aus spirealistischer Sicht verständlich.

Einerseits versucht diese Wissenschaft die grundlegendsten Prinzipien des Kosmos zu ergründen, also jene Prinzipien, die den Gesetzen und Naturgesetzen übergeordnet sind. Somit strebt die Philosphie die Formulierung der fundamentalsten Grundsätze an, will die aller-allgemeinsten Aussagen treffen. Und findet nun die Schwierigkeit vor, dass sich nichts Allgemeines sagen lässt, ohne das vorherige Formulieren des Speziellen. Ohne das Erkennen der Einzeldinge lässt sich keine Aussage über die Gesamtheit treffen. Das Begreifen der Gesamtheit wiederum wirkt sich auf das Verstehen der Einzeldinge aus. Dieser Zirkelschluss führt dazu, dass man mit dem Justieren der Aussagen zu keinem Ende kommen kann.

Ich will das an einer Analogie deutlich machen.

Wenn wir eine Aussage über das Universum machen wollen, dann müssen wir die Konkretheit der Himmelskörper beobachten. Wenn wir eine Aussage über die Himmelskörper machen wollen, dann müssen wir die Konkretheit der Elemente beobachten, aus denen sie bestehen.

Nun scheint es dem materialistischen Verstand so zu sein, als beobachteten wir eine außerhalb unserer selbst liegende Realität, die in den Möglichkeiten der Materie begrenzt ist. Insofern müssten wir mit den Beobachtungen dieser einen Realität irgendwann an ein Ende gelangen.

Der Spirealismus sieht das Wesen der Welt als geistig, und das Wesen des Geistes als die Relation an. Die Relationen bestehen zwischen allen Begriffen, so dass das Erkennen des Einzelnen auf das Erkennen des Gesamtzusammenhanges wirkt, aber ebenso auch umgekehrt: jede Formulierung eines Gesamtzusammenhanges wirkt auf das Erkennen des Einzelnen zurück.

Anders ausgedrückt: als was wir das Universum sehen, wirkt auf das Verständnis der Planeten zurück. Etwas Einzelnes, das sich nur aus sich heraus begreifen ließe, gibt es nicht.

Nun wollen wir uns das Ganze aber als ein Universum aus Begriffen denken. Also nicht ein Universum aus Planeten, Galaxien, etc., sondern ein Universum aus Worten, ein Universum der Semantik gewissermaßen. Die Worte dieser Semantik bezeichnen alles, was wir begreifen können, also zum Beispiel ein Universum, hierfür gibt es die Begriffe Erde, Planet, Galaxie, etc.. Aber auch ein Haus, hierfür gibt es die Begriffe Wand, Dach, Tür, Fenster, Raum. Oder einen Kirschbaum, hierfür gibt es die Begriffe Stamm, Zweig, Kirsche, Kirschkern, etc..

Wer nun meint, all dies, also Universum, Haus, Kirschbaum, seien Dinge, die miteinander nichts zu tun haben, der irrt. Das Universum enthält nicht nur Erde, Planeten, Galaxien, sondern auch Häuser, Türen, Fenster, Äste, Kirschen, etc.. Umgekehrt bezeichnet man Teile von Galaxien als Zweige, wir suchen nach Kernen in allen Dingen, so als hätten wir immer Kirschen vor uns, man denke an den Erdkern, den Atomkern, des Pudels Kern, etc.. Ein Haus in Verbindung mit Universum ergibt zum Beispiel „Tür in eine andere Dimension“.  Das bedeutet: Alles steht in einer Verbindung mit allem anderen. Alles ist eingebunden in ein schwingendes Netzwerk aus Relationen, aus Sinnverbindungen. Das Verständnis was ein Kirschkern ist, lässt uns sowohl Mikrokosmos wie auch Makrokosmos in einer ganz bestimmten Weise begreifen. Nichts steht für sich allein. Alles ist eine Metapher. Und daher: Ändert sich ein Begriff, ändert sich der Kosmos der Begriffe … das Universum ist nichts anderes als das Einzelne in seinem Zusammenhang, in seiner Konstellation. Und das Einzelne wiederum ist nichts anderes als ein Kosmos im Kosmos – es lässt sich nicht verstehen, wenn man es nicht als Teil einer Gesamtheit begreift.

 

Die Naturwissenschaften machen es sich in einer gewissen Weise leicht. Sie zweifeln ihre Paradigmen nicht an. Für die Mathematik sind die Zahlen unzweifelhafte Wesenheiten, die Chemie vertraut ihrem Periodensystem der Elemente, die Physik ihren Gesetzmäßigkeiten. Würden die Naturwissenschaften ihre Grundbegriffe hinterfragen, was durchaus berechtigt wäre, und was die gesamte Wissenschaft ändern würde (man denke an den Paradigmenwechsel in der Physik durch Einsteins Relativitätstheorie), dann würde sie sich sozusagen philosophischer Methoden bedienen.

Denn das macht die Philosophie – sie ist dem Wesen der Dinge auf der Spur. Sie will nicht wissen, wie man mit Zahlen rechnen kann, sondern sie will wissen was Eins ist. Sie will nicht den Urknall logisch ergründen, sondern will wissen wie wir von Einem zum Anderen kommen, so dass wir logische Ableitungen erhalten.

Nun stellt aber insbesondere der Philosoph fest, dass er in der Erforschung des Allgemeinen nie zu einem Ende gelangen kann, denn, wie gesagt, die Interpretation eines Begriffes, die Definition eines Tatbestandes, welcher es auch sei, seine Verschiebung innerhalb eines semantischen Sinn-Netzwerkes, bringt einen geänderten Kosmos der Begriffe hervor, der nun erneut beschrieben werden könnte.

Innerhalb der materialistischen Vorstellungswelt erschließt es sich uns eben nicht, dass wir nicht Beobachter eines äußerlichen Prozesses sind, sondern Elemente dieses Prozesses. Wir beobachten nicht, sondern erschaffen. Und der Philosoph ist dieser Wahrheit eigentlich am nächsten, kann sie aber ebenso wenig erkennen wie die materialistische Wissenschaft, solange er glaubt, mit seinen Worten eine äußerliche Realität zu beschreiben.

 

 

 

Was ist Philosophie nicht – im Gegensatz zur exakten Naturwissenschaft?

Geisteswissenschaften wie Philosophie liefern nur Subjektives. Diese Auffassung geht von der materialistischen Sichtweise aus, der zufolge der Mensch Beobachter eines von ihm selbst unabhängigen Außen ist.

Die Ergebnisse der Naturwissenschaften seien demzufolge objektiv, also außerhalb und unabhängig des menschlichen Bewußtseins gültig und „vorhanden“, die Wissenschaft der Philosophie jedoch eher eine Sammlung von Sichtweisen.

Die Subjektivität der Naturwissenschaft

Im Rahmen der Besprechungen zum Spirealismus wurde auf diesem Blog dargelegt, warum die Naturwissenschaften keine Objektivität aufweisen. Man denke auch an Schopenhauers „Die Welt ist eine Vorstellung“ …

Siehe auch: Artikel Was bedeutet subjektiv? Ist ein wissenschaftlicher Versuch objektiv?

Ähnliches Thema: Mengenlehre, Worte, Zahlen. Sind Zahlen objektiver als Worte?

Siehe auch: Beitrag Was ist das Nichts?

So gesehen sind in einem absoluten Sinn die Weisheiten der Philosophie nicht weniger objektiv als die der Naturwissenschaften. Oder, besser gesagt, die Naturwissenschaften sind gleichermaßen subjektiv. Der Unterschied ist lediglich ein gradueller – er trägt den Charakter einer Einigung.

Während die Philosophie als Arbeitswerkzeug die Alltags-Sprache hat, und sich jeder Philosoph seine eigenen Begriffe prägt, nutzt die Naturwissenschaft seit Jahrtausenden die gleichen Begriffe und kommt so auf die Idee, es könne keine anderen geben – man denke an die Idee, alles sei aus „Kernen“ aufgebaut, die Dinge enthielten Atome (und diese wiederum Atomkerne), so wie die Kirsche einen Kern hat.

Die Naturwissenschaft setzt voraus, den Gedanken der eigenen Objektivität stets hegend, dass es keine andere Sichtweise geben könne, als die eigene, daher hat jeder, der Naturwissenschaft betreiben möchte, die vorhandene Sprache zu lernen und anzuwenden, was wiederum zu einer Stabilisierung und Kontinuität der soeben besprochenen  Vorstellung von der eigenen Objektivität führt – anders gesagt: ein anderes zum Vergleich taugendes Wissenschaftssystem steht nicht zur Verfügung; ein ewig auf sich selbst zurückführender Zirkelschluss.

Und als vergleichbar und ebenbürtig wird die Wissenschaft ja eben nicht angesehen, es ist noch nicht einmal die Vorstellung der Philosophie von sich selbst, ebenbürtig zu sein. Wie oft schon habe ich selbst studierte Philosophen mit Geringschätzung über die Philosophie sprechen hören – dies oder jenes sei nur Philosophie …

Die wahre Bedeutung der Philosophie

Doch, wie das wahre Verständnis des Spirealismus, oder von Philosophen wie Schopenhauer oder Kant zeigt: Umfassendere Wahrheiten wie die des Fehlenden Objektiven, der Fortentwicklung der Menschheit als einer Fortentwicklung seiner Begriffe, sind aus den Naturwissenschaften mit ihrem materialistischen Objektivitätsdenken nicht zu erwarten.

Die Philosophie tut sich keinen Gefallen, wenn sie sich ebenfalls diesem Maßstab unterwirft, ganz freiwillig sozusagen und unter Negation ihrer wichtigsten geistigen Errungenschaften. (Ganz Ähnliches gilt übrigens für die Psychologie).

Weiterlesen: Beitrag Naturwissenschaften vs Geisteswissenschaften. Die Psychologie in der Naturwissenschaft und der Geisteswissenschaft

Vielmehr muss sie versuchen ihre Resultate in klarere Worte zu fassen um in der Gesellschaft als wichtige und wirkliche Wissenschaft wahrgenommen werden zu können; eine Wissenschaft sogar, die, wie sich herausstellen könnte, die weiterführendsten Erkenntnisse für die Menschheit hervorbringt.

Diese Erkenntnis von der ich spreche, das ist in ihrem Wesen die, dass die Begriffe in ihrer Weiterentwicklung wieder neue Begriffe und Probleme hervorbringen müssen, ganz ähnlich einem Esel, dem der Reiter eine an einer Angel hängende Möhre vorhält – der Esel kann die Möhre zwar nicht erlangen, aber er schreitet fort. Die Menschheit entwickelt ihr Universum (auch) aus sich heraus fort. Und das unterscheidet die Naturwissenschaften eben nicht von der Philosophie. Das ist im Übrigen die Folge des spirealistischen Grundsatzes der fehlenden Objektivität, das ist die Folge von: „Die Welt ist eine Vorstellung“. Sie ist eine Möglichkeit.

Die Ergebnisse der Philosophie sind die Entdeckung irgendeines schlichten Unsinns und die Beulen, die sich der Verstand beim Anrennen an die Grenze der Sprache geholt hat. Sie, die Beulen, lassen uns den Wert jener Entdeckung erkennen.
Ludwig Wittgenstein

 

 

Siehe auch: Artikel Lebensweisheiten

 

 

Was ist Philosophie und was bedeutet Philosophie heute noch? was last modified: Juni 7th, 2016 by Henrik Geyer

Beweisbarkeit des Spirealismus

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Beweisbarkeit des Spirealismus: Eins plus Eins gleich Zwei... aber was ist Eins?

Wie läßt sich der Spirealismus beweisen? Wenn der Spirealismus aussagt, dass die Realität in den Gedanken liegt, ist seine Beweisbarkeit dann eine Frage der Phantasie?

fehlende Objektivität

Man muss sagen: Genau so ist es!

Das leitet sich bereits aus dem über Objektivität Gesagten ab.

Einerseits habe ich häufig dargelegt, warum es keine Objektivität gibt, wie das gemeint ist, woran man es sehen kann, etc.. Andererseits bedeutet das natürlich auch (und es hat mir selbst lange Kopfzerbrechen bereitet), dass der Spirealismus selbst nicht objektiv sein kann.

Eine Weile dachte ich so: Fehlende Objektivität ist die einzige IMMER feststellbare Tatsache – und somit dem am allernächsten, was man objektiv nennen könnte. Doch, nein, die ehrliche Antwort ist: Nicht existierende Objektivität läßt sich auch nicht objektiv beweisen!

Wie schwer es fällt, diese Denkhürde zu überwinden beweist jedoch, wie sehr unsere Vorstellungen auch Denkgrenzen sind.

Lesen Sie auch: objektiv subjektiv. Was ist der Unterschied zwischen Objektivität und Subjektivität?

eine Frage der Phantasie

Wenn man nun in dieser Welt (spirealistisch: in diesen Welten) keine Objektivität finden kann, dann bedeutet das, dass die Dinge, so wie sie uns vor Augen stehen, als Vorstellungen in die Welt(en) kommen.

Spruchbild: Nicht "unser" Denken im Gehirn erzeugt Realität - das Denken geht nicht von unserem Gehirn aus, sondern umschließt und erschafft uns. Ebenso wenig erzeugt eine Quelle Wasser. In einer Quelle tritt Wasser nur zu Tage.(Aus spirealistischer Sicht sind dies allerdings Vorstellungen eines kollektiven Bewusstseins, eines panpsychischen Bewußtseins sozusagen. Nicht so, wie wir uns Bewußtsein gemeinhin vorstellen, als nur im Menschen zu verorten, nur der Mensch erbringe den Beweis für Bewußtsein und zwar durch „sein“ Bewußtsein, u.s.w.).

 

 

Dass die Phantasie hier die entscheidende Instanz eines Beweises ist, will ich wie folgt illustrieren:

Seit Jahrtausenden gibt es in der Philosophie Überlegungen, die die spirealistischen Thesen stützen, und die ich daher in verschiedensten Beiträgen zitierte. Diesmal erinnere ich an den bekannten Ausspruch des Heraklit

Alles fließt.

oder auch (ebenfalls von Heraklit)

Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen.

Dies bereits mag ein wenig schwierig sein, sich vorzustellen, aber es ist eigentlich logisch: Wer zu zwei verschiedenen Zeitpunkten in den Fluss steigt, findet nicht denselben Fluss vor, sondern eigentlich zwei verschiedene. Der Stoff des Flusses hat sich sowohl in seiner Identität (der Stoff: das Wasser) gewandelt, wie auch in der Zusammensetzung, der Menge, etc..

Man mag nun denken: Der Fluss ist ein Sonderfall – das flüssig-flüchtige Element Wasser, aus dem er besteht, ist nicht in den (festen) Dingen. Doch, was für den Fluss gilt, muss man sich nun für alle Dinge denken, so verlangt Heraklit, denn alles fließt.

Warum sagt er das? Weil, was für den Fluss zutrifft, der ja im Grunde eine ganz alltägliche Erscheinung ist, nicht in seinem Wesen völlig verschieden sein kann, von allem anderen. Nein, in einem Kontinuum der Wahrnehmungen ist der Fluss eine Erscheinung, die sich nur graduell unterscheidet, nicht jedoch wesenhaft. Dies ist übrigens auch exakt die Aussage vieler Teilchenphysiker der Moderne, die sich mit dem Wesen der Materie beschäftigen.

Nun kann man aber – auch das gibt es bereits seit Jahrtausenden – konsequenterweise weiter sagen:

Man kann nicht einmal in denselben Fluss steigen.

Dies ergibt sich als logische Konsequenz, wenn man versteht, dass Wissen Erinnerung ist (Platon), und dass, wenn man einen Fluss sieht, und ihn bereits in einem zweiten Gedanken ergründen will, seinem Wesen auf die Spur kommen will, dieser Fluss bereits im zweiten Moment verändert ist – es gilt also auch hier das bereits Gesagte: Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen.

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen. Heraklit … Man kann nicht einmal in denselben Fluss steigen.

Das wiederum ist identisch mit der spirealistischen Sichtweise des fehlenden Objektiven … es gibt kein Ding, das ein eigenes, vom Denken unabhängiges Wesen hätte, es gibt kein unabhängiges Außen, das wir beobachten. Sondern, die Existenz der Welt(en) IST Denken, IST Relativität, IST Subjektivität – das ist die spirealistische Grundüberzeugung.

 

 

 

Art und Weise des Beweises

Wie also könnte ein Beweis für dieses Denken aussehen?

In der quasi einzig gewünschten Form, in Form des Beweises eines objektiven Tatbestandes, kann er nicht stattfinden, denn das würde die Negation dessen erfordern, was der Spirealismus proklamiert und was ja gerade bewiesen werden soll.

Anders gesagt: Wenn die (weltanschaulichen) Brillen der Ichs dafür verantwortlich sind, was für eine Welt ihnen entsteht, was für sie also „sichtbar“ ist, dann ist für den materialistischen Denker die Geisteswelt des Spirealismus unsichtbar, undenkbar, nicht nachweisbar.

Es bleibt dem Spirealisten nichts anderes übrig, als die Phantasie des Materialisten anzuregen, ihn an Alltagserfahrungen zu gemahnen die seiner materialistischen Grundüberzeugung widersprechen, also die Widersprüche des Materialismus aufzuzeigen, und auf der anderen Seite die Logik, den Nutzen und die letztliche Unabwendbarkeit des Spirealismus aufzuzeigen.

Das ist aber nicht einfach – gerade der Spirealismus in seiner Konsequenz zeigt ja, dass die Welten (welche es auch seien) immer in sich logisch und vollständig wirken müssen, es gibt für sie jeweils kein „fehlendes“ Element, keine Notwendigkeit, eine andere Welt zu erschaffen. Sondern es gibt innerhalb des Materialismus nur die Notwendigkeit den Materialismus weiterzuentwickeln. Ich möchte das mit einem provokativen Beispiel illustrieren – dem Wunderglauben des Mittelalters. Vorausgesetzt man glaubt an die Existenz von Hexen ist die daraus folgende Konsequenz ja nicht, die Existenz von Hexen in Zweifel zu ziehen, sondern die Konsequenz ist, die Auffindbarkeit des Hexenunwesens zu ergründen, die Hexen zu vernichten, etc.. Das bedeutet, der Glaube, jede Vorstellungswelt, auch die des Materialismus, stabilisiert sich selbst. Und das ist es, was wir ja auch tatsächlich stets und ständig sehen.

Die Notwendigkeit des Spirealismus im Heute

… und … gilt das soeben Gesagte nicht auch für den Spirealismus? Stabilisiert er sich dann demzufolge nicht auch selbst?

Doch. Das Gesagte gilt auch für den Spirealismus, der allerdings von vorn herein weniger in festen Begriffen denkt, sondern ja eben gerade die Relativität jedes Begriffes betont. Insofern glaubt der Spirealismus die Welt(en) besser beschreiben zu können und unseren Vorstellungen nützlich zu sein.

Und .. wenn jede Weltvorstellung sich selbst völlig genügt, welche Notwendigkeit und besondere Dringlichkeit besteht dann, in spirealistischen Begriffen zu denken?

Die heutige Zeit sehe ich geprägt durch eine stark entwickelten Materialismus, in dem für Wunderglauben und den Gedanken an etwas „Höheres“ (als den menschlichen Geist) kein Platz zu sein scheint – was die Gegenposition zum Spirealismus ist. Aber auch geprägt durch tausenderlei Widersprüchlichkeiten, beispielsweise aus der häufig von mir ins Feld geführten Teilchenphysik. Weiterhin wird ind er Popkultur zunehmend die Frage gestellt, was überhaupt die Realität ist – man denke an den Film Matrix, aber auch diverse Science Fiction-Romane (auch Filme), beispielsweise von Philip K. Dick. Diese populär werdenden Fragestellungen werden angereichert durch eine jahrtausendelange reiche philosophische Überlegungen … Heraklit, Plato, Kant, Hegel, Schopenhauer, Wittgenstein, Bohr, Einstein, Heisenberg … nun müssten deren Überlegungen „nur noch“ Gegenstand des Alltagsdenkens werden. Und schlussendlich – und vielleicht am wichtigsten – sind es die ganz praktischen Ergebnisse der materialistischen Wissenschaft, die selbst die entscheidenden Fragen immer unvermeidbarer werden lassen: der Computer, die weltweite Vernetzung, die künstliche Intelligenz.

Lesen Sie auch: Beitrag Roboter Mensch. Ist der Mensch ein humanoider Roboter?

Wenn es eine Frage der Nützlichkeit (und nicht einer schlichten Wahrheit) sein sollte: Der Spirealismus hat, richtig verstanden, Nützlichkeit. Und: Er fügt sich in das bestehende Denken nahtlos ein, will z.B. die Wissenschaft nicht etwa überflüssig machen, nur weil er die Wahrheit spirituellen Denkens darlegt – denn er stellt die Relativität der Welt(en) fest, und postuliert ihre jeweilige „Gültigkeit“. Gleichzeitig stellt er keineswegs die Existenz in Frage, auch wenn er die Welt(en) als „gedacht“ bezeichnet. Jedoch hat der Spirealismus einen eigenen Existenzbegriff, der von dem des Materialismus abweicht.

Der Beweis …

… ist also keine nachrechenbare Formel, das kann es nicht sein. Auch (verständlicherweise) kein: „Seht, dort ist das Nichts!“

Sondern es ist ein Aufzeigen stets und ständig vorhandener unendlicher anderer Denkmöglichkeiten, als sie gerade im öffentlichen (supersubjektiven) oder individuellen Bewusstsein vorherrschen. Es ist ein Denken in Metaphern, in Symbolen, ein Quer- und Andersdenken, und ein Aufzeigen von dessen Wahrheit.

 

Lesen Sie auch: Die Metapher – wozu ist es gut, in Metaphern zu denken?

Ähnliches Thema: Phantasie und Wirklichkeit – Zufall, Kreativität und Kausalität

Siehe auch: Artikel merkwürdig! Merkwürdigkeiten des Alltags

Weiterlesen: Artikel Die Zahl Vier – Symbol für die ganze Welt

Beweisbarkeit des Spirealismus was last modified: Mai 20th, 2016 by Henrik Geyer

Das Ding an sich und die Suche nach Wahrheit

Das Ding an sich und die Frage nach Wahrheit: Wahrscheinlichkeit, aber keine Wahrheit: Freischeinlichkeit, aber keine Freiheit, - diese beiden Früchte sind es, derentwegen der Baum der Erkenntnis nicht mit dem Baum des Lebens verwechselt werden kann. Friedrich Nietzsche - Lebensweisheit Spruchbild

Wenn Immanuel Kant feststellt, dass sich das Ding an sich nicht beschreiben lässt .. Was bedeutet das für unsere Vorstellung von Wahrheit? Eine kurze Überlegung.

Ding „an sich“ – und Suche nach Wahrheit

Umkehr der Sichtweise

Ich hatte, wie ich es in „Alles ist Geist“ beschrieb, für mich gefunden, dass es keine Objektivität gibt. Nach einem Prozess persönlicher Erfahrungen wusste ich, dass die Realität im Denken liegt und nicht an äußerliche Dinge gebunden ist.

An einen solchen Gedanken schließt sich die notwendige Frage an: Was sind dann die Dinge, die im Denken auftauchen? Gibt es sie denn nicht? Wenn man sagt, die Realität – das sind die Gedanken, dann kehrt man ja die normale Sichtweise um. Normalerweise meint man, die Gedanken seien das Nicht-Reale. Das Reale hingegen liege in den Dingen, von denen das Denken gewissermaßen ein Abklatsch ist.

Dass man die Realität durchweg als subjektive Wahrnehmung beschreibt, ist durchaus so gemeint, wie es der Physiker Heisenberg („Der Teil und das Ganze“) beschreibt:

Daher empfinde ich es als eine Befreiung unseres Denkens, daß wir aus der Entwicklung der Physik in den letzten Jahrzehnten gelernt haben, wie problematisch die Begriffe ›objektiv‹ und ›subjektiv‹ sind. Das hat ja schon mit der Relativitätstheorie angefangen. Früher galt die Aussage, daß zwei Ereignisse gleichzeitig seien, als eine objektive Feststellung, die durch die Sprache eindeutig weitergegeben werden könne und damit auch der Kontrolle durch jeden beliebigen Beobachter offen stehe. Heute wissen wir, daß der Begriff ›gleichzeitig‹ ein subjektives Element enthält, insofern, als zwei Ereignisse, die für einen ruhenden Beobachter als gleichzeitig gelten müssen, für einen bewegten Beobachter nicht notwendig gleichzeitig sind. Die relativistische Beschreibung ist aber doch insofern objektiv, als ja jeder Beobachter durch Umrechnung ermitteln kann, was der andere Beobachter wahrnehmen wird oder wahrgenommen hat. Immerhin, vom Ideal einer objektiven Beschreibung im Sinne der alten klassischen Physik hat man sich doch schon ein Stück weit entfernt.

… wenn also alles subjektiv ist, was sind dann die Dinge? Die Objekte? Das Objektive? Was sind die Dinge eigentlich (an sich)?

Im Spirealismus gibt es das Objektive nicht mehr, ich verstehe das Gegensatzpaar subjektiv / objektiv anders, weitergehend, grundsätzlicher. Denn während Heisenberg meint, eine gemeinsam gemachte Beobachtung (physikalisches Experiment) sei dann notwendigerweise objektiv, begründet der Spirealismus, warum sie das nicht ist, sondern supersubjektiv.

Kant und die Dinge an sich

Immanuel Kant hatte sich die Frage ganz ähnlich gestellt – er fragte, was die Dinge „an sich“ sind. In der Sichtweise (die ich „Materialismus“ nenne), der zufolge wir Materie-Dinge in unserem Außen beobachten, fragt es sich: Wenn die Gedanken die letztendliche Vorstellung des Realen sind, was sind dann die Dinge ‚wirklich‘? Was sind sie „an sich“? „An sich“ – also jenseits unserer Worte, jenseits unserer Beschreibungen, jenseits unserer Gedanken.

Kant war zu demselben Schluss wie ich gekommen. Ich hatte formuliert, es gibt keine Objektivität. Kant sagte, die Dinge sind nicht als „Dinge an sich“ erkennbar – man kann darüber keine Aussage machen.

 

Anders als ich, stellte Kant nicht das materialistische Weltbild in Frage – sondern er sagt: Die Dinge sind nicht „an sich“ erkennbar, gleichwohl müsse es sie geben.

Während ich sage (spirealistisch): Die Dinge sind nicht „an sich“ erkennbar, daher gibt es auch keine Notwendigkeit, von ihrer Existenz „an sich“ zu sprechen. Wenn dieses „an sich“ also wegfällt, dann existieren die Dinge nicht „an sich“, sondern „nur“ als unsere Vorstellung.

Das Ding an sich ist nicht erkennbar – Jede Aussage ist nur eine Möglichkeit

Ob man nun sagt, die Dinge „gibt“ es, oder man sagt (wie der Spirealismus es tut): Die Dinge existieren nicht in dem von uns vorgestellten Sinn, als von uns unabhängige Entitäten – die Konsequenz aus der allerersten Beobachtung, nämlich, dass sich keine objektive Aussage machen lässt, führt zu Folgendem: Dem Umkehrschluss, dass jede unserer Aussagen eine gewisse Beliebigkeit aufweisen muss.

Das heißt: Alles was man feststellt, definiert, konstatiert, wissenschaftlich beweist, ist eine Möglichkeit, aber keine Notwendigkeit. Denn: woran sollte sich die absolute Notwendigkeit einer Aussage messen oder prüfen lassen, wenn die von uns vorgestellte Außenwelt ihren Dienst versagt, indem sie nicht objektiv erkennbar ist?

Der Wahrheits-Begriff

Es ergeben sich sofort daraus resultierende Fragen.

Zum Beispiel: Was ist Wahrheit? Wir sagen ja immer „Was ist DIE Wahrheit„, so als gäbe es nur eine Wahrheit. Aber wenn jede Aussage nur eine Möglichkeit ist, und keine Notwendigkeit, dann gibt es auch nicht DIE Wahrheit.

Die Frage nach DER Wahrheit ist uns ja immer ganz wichtig. Die materialistische Wissenschaft lebt davon und damit.

Und da ist auch der immerwährende Streit zwischen der Wissenschaft und den Religionen. Wer hat die Wahrheit? Oder der ewig währende Streit innerhalb der Wissenschaft – welcher Wissenschaftler hat DIE Wahrheit?

Was also ist Wahrheit?

Wenn sich kein Ding an sich definieren lässt (wie Kant formuliert), oder, wenn es keine Objektivität gibt, wie es der Spirealismus formuliert, dann gibt es auch nicht DIE Wahrheit.

Sondern es gibt, ganz offenbar, nur die Wahrheit des subjektiven Dafür-Haltens.

Wahrheitsbegriff des Spirealismus

Der Wahrheitsbegriff des Spirealismus ist, wie die ganze spirealistische Weltsicht, von der materialistischen Weltsicht fundamental verschieden.

Was der Materialismus als „die Wahrheit“ bezeichnet, ist dem Spirealismus nur beschreibbar als das „Vorkommen in Vielem“.

Es geht dem Spirealismus also erstens nicht darum, ganz klar zu sagen, „was DIE Wahrheit ist“, denn der Spirealismus selbst stellt ja fest, dass es DIE Wahrheit nicht gibt. DIE Wahrheit ist eine Vorstellung der materialistischen Denkweise, die sich ebenso wenig antreffen lässt, wie das Ding an sich. Im Grunde genommen sind DIE Wahrheit und DAS Ding an sich ein-und dasselbe. Denn, gäbe es DAS Ding an sich, gäbe es auch DIE Wahrheit.

Es kann sich bei der Frage nach Wahrheit auch nicht darum handeln, zu sagen, Wahrheit wäre etwas, das sich „in Allem“ zeigt. Denn das Alles verschließt sich der menschlichen Wahrnehmung ebenso wie das Nichts. Es ist außerdem sehr leicht nachweisbar, dass keine einzige menschliche Wahrheit sich in allen Menschen findet. Am einfachsten wieder über das Ding an sich – was wäre das, was alle gleich sehen müssten?

Vergleiche Artikel Was ist das Nichts und Alles und Nichts – zwei Seiten der gleichen Medaille

Existenzbegriff des Spirealismus

Es sei an dieser Stelle noch einmal darauf hingewiesen, dass der Spirealismus einen anderen Existenzbegriff hat, als den materialistischen. Denn an dieser Stelle wird auch sehr klar, warum die Frage nach dem Ding an sich zu einem anderen Existenzbegriff führen muss.

Wenn es die Dinge nicht „an sich“ gibt – wie dann? Wenn Existenz nicht die Existenz in dem von uns gemeinhin (unter materialistischen Aspekten) vorgestellten Sinn „gibt“, wie und auf welche Weise existieren die Dinge? „An sich“? – Oder existieren die Dinge vielleicht „an sich“ gar nicht?

SpiRealismus sagt: nein, tatsächlich existieren sie nicht „an sich“, sondern sie existieren als unsere Vorstellung. Unsere Gedanken sind die Realität. Eine davon noch einmal verschiedene Realität, die extra „existierte“, ist nicht vorhanden.

Was folgt nun daraus?

Was folgt nun daraus? Ganz Vieles. Eine umfassend andere Weltsicht bringt an jedem Punkt neue Aspekte hervor. Ganz Vieles muss neu überlegt werden.

Was, zum Beispiel, ist Glaube im Unterschied zu Wissen? Wenn wir sagen, dies sei Wissen – und im Gegensatz dazu sei jenes „nur“ Glaube – was bedeutet das eigentlich, wenn man in Betracht zieht, dass es „DIE Wahrheit“ gar nicht zu geben scheint?

 

 

 

 

Das Ding an sich und die Suche nach Wahrheit was last modified: Februar 20th, 2016 by Henrik Geyer

Objektivität – was ist das? Warum wir keine Objektivität finden

Objektivität - was ist das? Warum finden wir keine Objektivität?

Ein wichtiges Problem vieler Philosophen, der Naturwissenschaft, und auch des Spirealismus, ist die Frage nach Objektivität.

Für den Spirealismus gilt, dass er die Nichtexistenz von Objektivität voraussetzt. Wenn der Spirealismus nach Objektivität fragt, dann geht es für ihn eher darum zu zeigen, wie und warum der Eindruck von Objektivität überhaupt in die Welt kommt. Was verstehen die Menschen, wenn sie das Wort verwenden? Was ist eigentlich Objektivität und warum scheint sich das Fehlen von Objektivität dem Normalmenschen nicht zu offenbaren? Warum ist dieses Fehlen eine Spezialentdeckung von Wissenschaftlern und Philosophen, die wohl in jedem Jahrhundert erneut gemacht wird, sich aber dennoch nicht auf das Weltbild der Vielen auswirkt?

die Definition

Zunächst zur Definition: Was ist Objektivität? Hier die Definition aus meinen Studienzeiten: „‚Objektiv bedeutet außerhalb und unabhängig des menschlichen Bewusstseins.“

Manchem wird sofort auffallen: Was soll denn der Mensch formulieren, was dann wiederum unabhängig von ihm ist? Allein der gedankliche Ansatz wirkt schräg. Das wäre so, als wenn der Maulwurf formuliert, dass das, was er denkt, außerhalb und unabhängig vom Maulwurfsdenken sein soll. Das klingt absurd.

Ich denke, es reicht aus, zu sagen: „Objektivität ist eine Sichtweise unabhängig von subjektiv-menschlichem Denken.“

Auch das ist widersprüchlich genug, denn hier wäre nun die Frage: Wer kann, subjektiv sprechend, etwas Objektives formulieren?

siehe auch den Artikel objektiv-subjektiv .. was ist der Unterschied?

Objektivität als wichtiger Teil der materialistischen Weltanschauung

Objektivität ist ein Begriff der materialistischen Weltsicht, der zufolge der Mensch Beobachter einer außerhalb seiner selbst befindlichen Realität ist.  Er beobachtet aus einer Innensicht (subjektiv) Objekte in seinem Außen, die das Objektive in sich tragen; also eine Information, die „da“ ist, und die der Mensch durch sein Beobachten abruft.

Aus dieser Sicht heraus entwickelt der Materialismus das Verständnis, in den beobachteten Objekten sei Information bereits „vorhanden“, die einzigartig und genau bestimmbar sei. In den Objekten die er beobachte, liegt eine Begrenzung. Wie sonst sei es möglich, dass Menschen alle dasselbe beobachten? Die Objekte des Außen seien objektiv vorhanden.

Im Umgangssprachlichen wird das materialistische Weltbild selbstverständlicher Gegenstand der menschlichen Vorstellungen. Hier klingt „objektiv“ wie

  • „ganz genau“
  • „unbestreitbar“
  • „alle müssen das so sehen“

Interessant ist insofern der ewig währende Streit um das Objektive. Jeder glaubt im Besitz einer zwar subjektiv beobachteten, aber dann doch objektiven Wahrheit zu sein. Jeder bezeichnet sich als Realist, was die logische Schlussfolgerung in sich trägt, dass alle anderen weniger realistisch sind. Realismus wird verstanden als die unumgänglich „richtige“ Weltsicht.

Gegensatz: Sichtweise des Spirealismus

Der Spirealismus hat eine ganz andere Sicht auf die Information. Im Spirealismus wird die Information im Zuge der Beobachtung erzeugt. Im Spirealismus ist der Gedanke die eigentliche Existenz. Der Gedanke ist zugleich die Information.

Dass eine Welt entstehen könnte, wie wir sie vor uns sehen, dafür braucht es nicht die Welt materialistischen Glaubens. Sondern eine Welt, besser: Welten der Relation, Ich-Universen, können auch ganz anders entstehen.

Die oben gestellte Frage, warum Menschen immer dasselbe beobachten, beantwortet der Spirealismus so:

Tatsächlich beobachten die Menschen gar nicht immer dasselbe. Sondern, die Information ist immer einzigartig. Kein Gedanke ist genau wie der andere. Daher gibt es im Spirealismus auch keine Information, die genau gleich einer anderen wäre – und daher ist Information im Spirealismus auch nirgendwo einfach „abrufbar“. Ebenso wenig, wie es zwei Punkte in der Raumzeit gibt, die völlig gleich wären. Zwei Punkte in der Raumzeit, die völlig gleich sind, wären nicht zwei Punkte, sondern einer – ein- und derselbe nämlich.

Ebenso wenig gibt es zwei Personen, die an genau derselben Stelle stehen können, und ein Objekt in genau derselben Sichtweise sehen können. Die resultierende Information ist immer unterschiedlich.

Der Mensch selbst ist Ausdruck der Information. Er bildet keine Information ab, die er von Außen abrufen würde.

Was der Mensch „objektiv“ nennt, was so gemeint ist wie „nicht anders beobachtbar“, ist das Resultat einer kommunikativen Abstimmung. Im Spirealismus heißt das Supersubjektivität.

Objektivität im Alltag

Das Problem des Spirealismus ist, dass dies zu verstehen, im Allgemeinen fast unmöglich ist. Denn täglich sind die Menschen gewohnt, mit Zahlen und Daten umzugehen, die sie für unbestreitbar, objektiv, in jeder Sichtweise immer gleich, ansehen.

Daher ist es wichtig, über das Problematische am Begriff Objektivität zu sprechen. Inwiefern kann man sagen, dass niemals und nirgends eine Information auftreten kann, die völlig unbestreitbar ist?

In meinem Buch „Alles ist Geist“ habe ich das begründet, in dem ich mich, die Phantasie bemühend, aus der menschlichen Vorstellungswelt hinaustrete, und feststelle: Jenseits der menschlichen Vorstellungen gibt es nicht menschliches Begreifen. Was der Mensch innerhalb der Begriffe seiner supersubjektiven Anschauungen für selbstverständlich hält, ist außerhalb dieser Begriffe nicht vorhanden.

Die Suche nach Objektivität im „Ding and sich“

Oft können Philosophen sehr gut über Immanuel Kant, und dessen Frage nach dem „Ding an sich“, sprechen. Doch können sie auch verstehen, worum es dabei geht? Ich habe des Öfteren mit Philosophen darüber diskutiert. Während sie das Theoretische irgendwie gedanklich behandeln können, trennen sie meist die ganz praktische Frage davon ab, was man wohl vor sich habe, wenn man irgendeinen beliebigen Gegenstand vor sich sieht. Das hielten sie, jedenfalls so oft ich das besprach, für eine ganz andere Frage. Doch, darauf läuft die Frage nach Objektivität letztlich hinaus. Nämlich auf: Was formt die Welt, wenn es nicht objektive Informationen sind, die bereits in Form von Materie in einem Außen existieren? Was also sind die Dinge, die wir direkt vor uns haben? Was sind sie wirklich?

Denn das materialistische Weltbild sagt uns ja, wir würden die Informationen aus den „wirklich existierenden Dingen“ gewinnen. Und Immanuel Kant war der Meinung, die Dinge sind von unseren Vorstellungen nicht zu lösen. Er fragt: was also sind die Dinge „an sich“, jenseits der Vorstellungen? Man kann es benennen. Aber man kann es nicht in seinem eigentlichen Wesen erfassen.

Der Philosoph Schopenhauer entwickelte den Gedanken weiter, und nannte die Welt eine Vorstellung.

 

Die Vorstellung von „Existenz“ formuliert Spirealismus anders

Die oben genannte Frage, was denn die Dinge in Wirklichkeit sind, sieht der Spirealismus aus der materialistischen Grundüberzeugung erwachsen, der Mensch würde eine außerhalb seiner selbst befindliche, objektive Existenz beobachten.

Diese materialistische Grundüberzeugung teilt der Spirealismus aber nicht. Wenn also der Spirealismus eine solche, unabhängig vom Menschen existierende Realität, bestreitet, dann ist auch die Frage danach, was die „Dinge“ in Wirklichkeit sind, unzulässig. Die „Dinge“ können nie etwas anderes sein, als der Mensch darin sieht.

 

Während Kant zu dem Schluss kam, das Ding an sich sei nicht beschreibbar, dennoch wohl vorhanden – ähnlich wie Hume, der formulierte, eine existierende Außenwelt sei nicht feststellbar, dennoch komme man nicht umhin an sie zu glauben – geht der Spirealismus einen anderen Weg.

Spirealismus sagt:  Eine bereits „existierende“ Außenwelt gibt es nicht. Damit unsere Vorstellung von einer existierenden Außenwelt aber in die Existenz der Gedanken kommt, braucht es keine wirklich existierende Außenwelt, im Sinn der Vorstellung. (In dieser Formulierung ist übrigens Bruch der materialistisch-gewohnten Kausalität enthalten, was eine weitere kaum zu überwindende Denkschwierigkeit sein dürfte. Denn der Materialist meint, das Denken existiere, weil es die Materie gibt, und zwar Materie in Form des Gehirns. Der Spirealismus hingegen stellt fest, dass es unsere Vorstellung von Materie nicht gäbe, wäre nicht der Gedanke daran da).

Wenn  Existenz ohnehin aus Denken besteht, wie es der Spirealismus feststellt, kann „die Welt“ jede Form annehmen. Auch die der materialistischen Vorstellungen. Und eben das sehen wir vor uns. „Die Welt“ existiert immer subjektiv und immer verschieden – objektiv und „endgültig“ ist sie nirgendwo feststellbar.

Das ist das letztendliche Resultat der Frage nach dem Objektiven.

Der Mensch: Ausschnitt aus einer Skala

Warum aber sind „feste“ Objekte unsere Welt – viel mehr als die Vorstellung einer sich stets wandelnden Relation, wie sie ähnlich in der griechischen Antike formuliert wurde: „Alles fließt“ ?

Jede Beobachtung, die wir machen, erscheint uns wie ein Ausschnitt aus einer Skala, die zu beiden Seiten unbegrenzt ist, und in der wir selbst wie in der Mitte stehend, erscheinen. In dieser, in uns selbst liegenden Systematik, liegt die Begrenzung.

Unsere Beobachtung erscheint uns nicht wie eine Möglichkeit in der Unendlichkeit, sondern wie eine Notwendigkeit, inmitten einer rätselhaften Unbegrenztheit. Man denke an die Unbegrenztheit des Universums, oder des Mikrokosmos, aus unserer Sicht. Oder man denke an unsere  Vorstellungslosigkeit, wo wohl die beiden Seiten des vorgestellten Zeitstrahls enden … Irgendwo im Nirgendwo. Und dennoch meinen wir, uns in der scheinbaren Mitte dieser Unendlichkeiten befindend, eine objektive Welt vor uns zu haben. Wir glauben, das, was wir gerade sehen, sei objektiv.

 

Erst der Spirealismus vermag, diese in sich widersprüchliche Vorstellung vom Kopf auf die Füße zu stellen. Sein wichtigstes Mittel dazu ist, das Nichtvorhandensein des Objektiven, das nun so oft festgestellt wurde, zur Kenntnis zu nehmen, und zur Denkvoraussetzung aller weiteren Schlüsse zu machen. Und nicht, wie der bereits angeführte Hume es ausdrückte, zu sagen, man müsse dennoch an Objektivität glauben.

Wenn es Objektivität nicht gibt, dann gibt es nicht die vorgestellte Beziehung Subjekt-Objekt / Beobachter-beobachtetes objektives Außen. Sondern: Alles ist relativ, alles ist Geist.

Worin liegen nun also die Grenzen? Worin liegen die Grenzen der Objekte, die wir sehen? Die Sichtweise des Spirealismus ist: Der Mensch selbst ist begrenzt. Als Element eines umfassenden Denkens (das sich nicht in seinem Kopf abspielt!), bringt er die Information erst in die Existenz. Er ist nicht etwa ein „Abrufer“ von Information, der die Information durch Beobachtung aus Äußerlichem gewinnt.

Die Begrenztheit der menschlichen Vorstellungen, die dem Wesen von Information entspricht, immer nur ein Punkt in der Unendlichkeit zu sein, erschafft erschafft erst die Vorstellung eines „Dinges an sich“; oder auch von Dingen, von Materie.

Erinnert sei in diesem Zusammenhang noch einmal an den spirealistischen Grundsatz, dass das, was wir „das Existierende“ nennen, oder „die Realität“, immer nur das sein kann, was das subjektive Ich-Universum kennt. Nichts anderes. Ein Ding „an sich“ existiert wohl als Name und als Vorstellung, aber es ist nicht das eigentliche Ding „an sich“ im Sinne dieser Vorstellung, also als unbestreitbare Entität außerhalb von uns.

Die Welt als Glaubensfrage

Die Vorstellung, die Menschen würden eine Welt beobachten, ist in allen, die materialistischen Glaubens sind.

Kann man das anders sehen? Der Materialist meint, nein. Doch, in mir (Henrik Geyer) zum Beispiel ist diese Vorstellung nicht, was doch immerhin zeigt, dass die Aussage, „man könne nicht umhin, man müsse die Existenz einer Außenwelt anerkennen“ (Hume), zumindest im Einzelnen falsch ist. Ich persönlich kann sehr gut umhin – obwohl auch ich ja ein Teil von „man“ bin.

 

Der materialistische Glaube ist in der Menschheit verbreitet. Die Vorstellung der Vielen hält der Einzelne für eine Notwendigkeit.

Daher ensteht aus der Vorstellung von Vielen: Eine Welt. Eine objektive Welt sogar. Und die Vorstellung der Vielen wirkt auf den Einzelnen zurück – er kann nicht anders, als die Vorstellung der Vielen für sich zu adaptieren, und sie „wahr“ zu nennen. Das ist zugleich eine Beschreibung des spirealistischen Begriffes Supersubjektivität, der beinhaltet: Die Sichtweise der Vielen wird zu einer Wahrheit eigener Art, die dem Einzelnen völlig unbestreitbar, und im materialistischen Weltbild sogar „objektiv“ erscheint – es aber nicht ist. Man kann sie nie anders als „subjektiv“ nennen.

Das Fehlen von Objektivität erschließt sich dem Materialismus-Gläubigen nicht

Überall und in allem sind wir durchdrungen von der materialistischen Logik – wir finden sie in jedem Wort, dem Begreifen der Mathematik, etc.. Wir finden sie in den Paradoxien des Materialismus, die wir nicht verstehen, aber geflissentlich gewohnheitsmäßig wegdenken – ich spreche von den Begriffen „das Nichts„, „das Unendliche„, „das Unbewusste“, etc..

 

 

Objektivität – was ist das? Warum wir keine Objektivität finden was last modified: Mai 23rd, 2016 by Henrik Geyer

objektiv subjektiv. Was ist der Unterschied zwischen Objektivität und Subjektivität?

objektiv subjektiv: Spireo Unendlichkeit Auch das kleinste Ding hat - Lebensweisheit Spruchbild

Praktisch gesehen

Es geht in diesem Artikel um das Wortpaar objektiv subjektiv, seinen Zusammenhang und Gegensatz.

Praktisch gesehen ist „objektiv“ das Richtige, und „subjektiv“ das Abweichende – man könnte auch sagen, das, was nie ganz richtig sein kann.

Das Objekt ist der Gegenstand der Beobachtung, das Subjekt ist der Beobachter.

Herkunft: materialistisches Weltbild

Die Logik, die der Unterscheidung objektiv subjektiv zu Grunde liegt, stammt aus dem materialistischen Weltbild, das voraussetzt, wir seien Beobachter einer festliegenden, statischen Außenwelt. Die außerhalb unserer selbst befindliche Realität, oder die Objekte, die wir vor uns sehen – sie sind das Objektive. Während wir, die davon getrennten Beobachter, mit unserem Geist das Objektive nachformen. Weil wir nur nachformen, weil wir gegenüber dem Objektiven eine nur relative Position einnehmen, kann der Subjektivblick nie das ganze Objekt in seiner gesamten, objektiven Gestalt, erfassen.

Man sieht, dass die Worte in uns ein Bild entstehen lassen, als würden wir bei der Betrachtung der äußerlichen Realität um eine Statue herumgehen.

Mehr Sichtweisen verstärken die Objektivität

Und daher, so die materialistische Logik, stärkt es die Wahrhaftigkeit der Beobachtung, wenn sie aus verschiedenen Blickwinkeln erfolgt. Wiederum so, als würde man um eine Statue herumgehen. Geht man um eine Statue herum, sieht man sie ganz – aus jeder Perspektive. Und hat so den vollkommenen Einblick, was genau die Statue ist. Was sie „objektiv“ ist.

subjektiv und objektiv
subjektiv und objektiv

 

Widersprüche im Tatsächlichen

Eine Erfahrung, die ich in Alles ist Geist beschrieb, war, dass sich nichts völlig Objektives finden lässt. Und, wie ich später erfuhr, haben diese Erfahrung viele vor mir gemacht. Genannt seien Hume, Kant, Schopenhauer. Wilhelm Busch drückte es einmal treffend so aus: Auch das kleinste Ding hat seine Wurzel in der Unendlichkeit, ist also nicht völlig zu ergründen.
Obwohl es also keine Objektivität gibt, in dem Sinne, dass man sie im Letzten irgendwo zu fassen bekommen könnte, reden wir von Objektivität, so als sei es der Mensch, der zwischen objektiv und subjektiv völlig unterscheiden könne.

Dabei ist der eigentliche Anspruch an Objektivität, dass jeder kosmische Beobachter die gleiche Erfahrung machen müsste. Aber eben dies ist nicht vorstellbar, wo es bereits unter den Menschen scheitert.

objektiv subjektiv spirealistisch gesehen

Die Tatsache der nicht beobachtbaren Objektivität nimmt der Spirealismus als Denkvoraussetzung, und stellt fest: es gibt sie nicht. Was der Mensch gemeinhin objektiv nennt, nennt der Spirealismus „supersubjektiv„, und macht damit deutlich, dass es sich um eine abgestimmte Beobachtung handelt, aber wiederum eine subjektive Beobachtung. Also eine Beobachtung, die keineswegs von anderen kosmischen Beobachtern geteilt werden müsste.

Vielmehr stellt der Spirealismus fest, dass jede Aussage über Objektivität aus einer subjektiven Position heraus gemacht wird.

Unser Eindruck einer von uns beschreibbaren Objektivität, und mithin einer abgetrennten Außenwelt, ist durch nichts gestützt, außer unsere materialistische Weltanschauung, die allerdings fast jeder hat. Und dem Materialismus ist dies Denkgrundlage, und nicht hinterfragbar.

Unsere Vorstellung, die Welt sei objektiv, und von uns, die wir nur die Beobachter der Welt sind, getrennt, resultiert aus Kommunikation.

 

 

objektiv subjektiv. Was ist der Unterschied zwischen Objektivität und Subjektivität? was last modified: Januar 28th, 2016 by Henrik Geyer

Supersubjektivität

Was ist Supersubjektivität?

Was ist supersubjektiv? Supersubjektivität ist eine Kategorie des Spirealismus, die ausdrückt, dass, da es Objektivität nicht gibt, jede Beobachtung, auch wenn sie von vielen gemacht wird, subjektiv ist und bleibt. Anders gesagt: Auch wenn eine Beobachtung von vielen gemacht wird, bleibt es im kosmischen Maßstab eine mögliche Sichtweise. (Nur den Menschen selbst erscheinen ihre Sichtweisen als notwendig, als unabänderliche Gesetzmäßigkeiten, und so, als müsse jede Erkenntnis mit Notwendigkeit gemacht werden. Denn ihr Bezugssystem der Beweisführung ist in sich geschlossen – menschlich supersubjektiv.)

Supersubjektiv ist die dem Individuum übergeordnete Sichtweise.

Woher der Begriff kommt

Supersubjektivität ist ein Begriff des Spirealismus, der in dem Buch „Alles ist Geist“ von Henrik Geyer verwendet wird. Der Begriff wurde verwendet, weil in „Alles ist Geist“ dargelegt wird, dass es Objektivität nicht gibt.

Also fragt es sich, was gemeint ist, wenn man sagt: Objektiv gesehen sei etwas so und so.

Wenn es Objektivität nicht gibt, dann kann, was heute als objektiv bezeichnet wird, nicht objektiv sein. Dass es Objektivität nicht gibt, ist eine Beobachtung, die viele machen oder machten. Sie wird in „Alles ist Geist“ als eine Beobachtung des Autors geschildert. Das ist keine belanglose Feststellung, sie führt, konsequent durchdacht, zu einer Fülle von Ableitungen. (Das fehlende Objektive führt im Spirealismus zu einer anderen Auffassung des Begriffes „Existenz“. Denn das Objektive ist, mehr noch als ein Wort, das eine Informationsbeziehung zwischen Subjekt und Objekt charakterisiert, mit der Auffassung verbunden, der Mensch (Geist) beobachte das Nicht-Geistige, er beobachte starre Materie-Objekte (die Objekte sind das Objektive) in seinem Außen, von denen er mithilfe seiner Sinnesorgane Informationen „abrufe“. Er rufe Informationen ab, die vorher schon am Objekt vorhanden waren, und die nun in seinem Kopf sind.)

obwohl viele etwas „so sehen“, bleibt es eine subjektive Sichtweise / eine mögliche Sichtweise

Supersubjektivität bezeichnet eine Sichtweise, die der des Einzelnen und dessen subjektiver Sichtweise
übergeordnet ist, aber gleichwohl subjektiv bleibt.

Existenzialismus Es ist unmoeglich zweimal [SPID 905]Objektiv bedeutet „außerhalb und unabhängig des menschlichen Denkens“. Es gibt aber nichts, das sich menschlich denken oder beobachten ließe, dass außerhalb und unabhängig vom menschlichen Denken wäre.

Daher ist alles, was der Mensch „objektiv“ nennt, nicht objektiv. Da gemeinhin das Wort objektiv immer dann verwendet wird, wenn viele Menschen derselben Meinung sind, so, als wäre dies der eindeutige Beweis für eine als feststehend anzusehende Eigenschaft an irgendeinem Objekt des Denkens, bezeichnet das Wort supersubjektiv ebenfalls eine Sichtweise, die viele Menschen gleich haben, die also daher der Sichtweise des Einzelnen übergeordnet ist (super=über), und die dennoch subjektiv bleibt – d.h. also eine mögliche Sichtweise. Eine mögliche Sichtweise, das bedeutet, es ist keine notwendige Sichtweise. Mithin beruht eine solche Wahrnehmung nicht auf Objektivität, d.h., es gibt kein Objekt, von dem diese, so wahrgenommene Information, immer auf gleiche Weise abrufbar wäre bzw. schon vorläge, so dass, welches kosmische Bewusstsein man auch immer heranzöge, stets dieselbe Wahrnehmung gemacht werden müsste.
Ähnliches Thema: Artikel objektiv subjektiv. Was ist der Unterschied zwischen Objektivität und Subjektivität?

Und es gibt auch nichts, was irgendein anderes (nichtmenschliches) Subjekt beobachten könnte, was dann objektiv im oben genannten Sinn wäre – also wiederum unabhängig von dessen Subjektivblick beobachtbar. Dies ist das Grundverständnis des Spirealismus. Das wiederum hängt mit dem spirealistischen Verständnis von Information zusammen. Demgemäß entsteht Information im Subjekt und ist in jedem Moment einzigartig. Information ist also in keinem Außen bereits vorhanden, so dass sie vom Menschen nur noch abgelesen werden könnte. Information entsteht erst – durch Beobachtung.

Das Subjekt kann die Subjektivsicht nicht verlassen

Das Subjekt kann die Subjektivsicht nicht verlassen, bedeutet, dass das Individuum nicht selbst die supersubjektive Sichtweise im Eigentlichen einnehmen kann. Zum Beispiel kann man die Existenz einer supersubjektiven Sichtweise im  Munde führen, aber das Subjekt sieht diese supersubjektive Sichtweise dennoch aus Subjektivsicht, kann sich also nicht im eigentlichen Sinn das Supersubjektive zu eigen machen. Beispielsweise kann der einzelne Mensch davon sprechen was die Menschheit will, was sie anstrebt und so weiter, er kann das aber nicht in einer eindeutigen Art und Weise tun. Was die Menschheit ist, oder was die Menschheit will, bleibt, als Aussage eines einzelnen Menschen, dessen subjektive Sicht, auch wenn er meint, als Element dieser Menschheit eine recht gute Aussage darüber treffen zu können, was diese wolle.

Das ist nicht identisch mit der materialistischen Aussage, das Subjekt könne keine objektive Aussage treffen. Denn verbunden mit der materialistischen Sichtweise ist die Vorstellung, der Mensch würde, je mehr objektive „Fakten“ er gewinnt, sich einer objektiven Wahrheit nähern. Dies sieht der Spirealismus grundlegend anders – und hierzu benötigt der Spirealismus auch den Begriff der Supersubjektivität. Denn, wenn es keine Objektivität gibt, dann kann sich der Mensch auch keiner objektiven Wahrheit annähern.

Wenn man sagt, dass das Subjekt seine Subjektivsicht nicht verlassen kann, dann geht das Hand in Hand mit der Vorstellung von Ich-Universen, die immer einzigartig sind, immer voneinander verschieden, und die nicht gegenseitig betretbar oder im materialistischen Sinn gegenseitig „völlig verständlich“ sind.

Und, es führt auch wieder auf die Aussage des Spirealismus zurück, dass es keine zwei völlig gleichen Informationen gibt. Zwei völlig gleiche Informationen, vorgestellt auch als zwei völlig gleiche Dinge, sind dieselbe Information und nicht zwei, bzw. sind dasselbe Ding und nicht zwei Dinge.

Das Individuum wird zu einem übergeordneten Individuum

Aus einer Menge (Menschen), also vielen Ichs, wird ein neues, übergeordetes Ich. Wiederum ein Subjekt, das, und sei die Menge der beteiligten Ichs noch so groß, nichts Objektives feststellen kann. (Dabei ist doch die gängige Auffassung die, dass, wenn hundert Leute etwas feststellen, dies eine objektive Wahrheit sei).

Wo ist dieses Supersubjekt zu beobachten?

Wenn wir davon sprechen aus den Individuen bilde sich ein übergeordetes Individuum, dann fragt es sich, wo dieses Super-Ich, Über-Ich  oder nennen wir es Supersubjekt, denn zu beobachten ist. Man kann es sich ja durchaus wie ein lebendiges Wesen vorstellen …. Und wenn es nicht beobachtbar ist, dann ist es (nach materialistischer Auffassung) auch nicht „vorhanden“ – und mithin stirbt das ganze Supersubjektivitäts-Konzept.

Doch wie gesagt kann das Subjekt seine Subjektivsicht nicht verlassen. Noch einmal zu den Grundsätzen des Spirealismus: Der Spirealismus geht erstens nicht davon aus, dass wir im eigentlichen Sinn etwas „beobachten“ können, also etwas sehen, das unabhängig von uns selbst wäre. Das von uns völlig Unabhängige, das Objektive, ist nicht vorhanden. Vielmehr ist das Sein Kommunikation, Bilden von Relationen – somit ist alles „Andere“ notwendigerweise auch ein Teil von uns. Man kann es auch so sagen: Alles was man begreift, begreift man mithilfe und durch die eigene, einzigartige, individuelle Vorstellungswelt. Man integriert immer in das eigene Ich-Universum; das Äußerliche ist nicht im eigentlichen Sinn begriffen (und existiert in der materialistischen Weise auch nicht).

Ein Beispiel hierzu: Angenommen ein außerirdisches Wesen käme in den Kontakt mit der Menschheit. Würde es die Menschheit als eine riesige Menge von Einzelwesen begreifen, oder als EIN Wesen? Letzteres ist zumindest möglich, es ist sehr gut vorstellbar. Dieser Eindruck entstünde durch das gemeinsame Handeln des Supersubjektes „Menschheit“.

Und dabei käme es gar nicht darauf an, ob es nicht innerhalb des Supersubjektes „Menschheit“ miteinander widerstreitende Strömungen gäbe, ob also die „Menschheit“ wirklich geeint denkt und handelt. Sondern entscheidend wäre der Begriff oder der Eindruck des außerirdischen Wesens, und was, diesem Eindruck gemäß, für dieses Wesen die Menschheit ist. Ein sehr geeintes Denken und Handeln des Supersubjektes würde er als „starken Partner“ oder „starke Opposition“ erleben. Ein sehr in sich widersprüchliches Auftreten würde er als ein Sich-Auflösen, ein Verschwinden des Supersubjektes, erleben …. 

Außerdem kommt es bei dieser Überlegung auch nicht darauf an, ob das hypothetische außerirdische Wesen „wirklich existiert“, damit man dieser Überlegung Glauben schenken kann. Denn dann wären wir ja wieder bei der Frage, ob der Mensch jede mögliche Sichtweise erkennen kann, die es „gibt“. Und wir wären wieder bei der offensichtlichen Tatsache, dass er das nicht kann. Er kann nicht sagen, was das Nichts beinhaltet. Er kann nicht denken, was er nicht denkt. Er kann nicht über das Auskunft geben, was er nicht sieht.

Vielmehr ist für diese Überlegung entscheidend, dass man es in diesem Augenblick selbst denken kann (und dabei kommt es einfach auf die Phantasie desjenigen an), um es als „denkbar“ zu bezeichnen. 

Anders gesagt: Das Individuum Mensch kann nicht genau die Sichtweise eines außerirdischen Lebewesens annehmen, auch nicht die Sichtweise eines Baumes, auch nicht einer Blume, auch nicht die eines Hundes und auch nicht genau die eines Mitmenschen. Was er über die Sichtweise anderer Individuen aussagen kann, ist immer seiner Phantasie überlassen. Dennoch neigt übrigens der Spirealismus nicht dem Solipsismus zu (es gibt nur mich). Der Solipsismus ist dem Spirealismus als Fragestellung fremd, da der Spirealismus einen anderen Existenzbegriff hat, und nicht danach fragen kann, was es gibt. Einen Existenzbegriff in folgendem Sinne: In die Existenz kommt etwas durch den Gedanken daran. Da ein Gedanke einzig und allein mit sich selbst identisch sein kann, nie mit einem anderen, ist die einzig ‚wahre‘ Existenz dieses Gedankens er selbst. Wie also soll ein Gedanke etwas zeigen, das genau gleich etwas anderem ist? Oder, wieder bezogen auf unser Beispiel: Ein außerirdisches Wesen könnte nie genau so denken, wie ich mir seine Gedanken vorstelle. Und ich kann nicht so denken wie ein außerirdisches Wesen. Meine Vorstellung der Gedanken eines außerirdischen Wesens können in dieser Form nur in mir sein.  

Doch ich kann nicht nur nicht so denken wie ein außerirdisches Wesen. Ich kann auch nie genau so denken wie der mir Nächste. So ist es uns in der materialistischen Sichtweise bereits schleierhaft, dass wir das Ich unseres Nächsten („Du“) nie im eigentlichen Sinn „verstehen“ können. (Der Spirealismus erkennt das zwar, die Folge daraus ist aber nicht, dass dem abgeholfen werden kann. Die Folge ist viel mehr, dass man sich der Notwendigkeit des Unterschiedes bewusst wird, der in keiner Weise abzuhelfen ist. Vielmehr ist der Unterschied ein kosmisches Prinzip, das die Welten ins Enstehen bringt.

 

Uns ist das Über-Ich, das aus uns (uns Menschen, oder einer Gruppe von Menschen) entsteht, uns selbst nicht als solches „sichtbar“, alles was wir verstehen können, ist die individuelle Vorstellung des „Wir“, das ein erweitertes „Ich“ ist.

Um das ein wenig zu illustrieren noch ein Beispiel: In das von Ureinwohnern bewohnte Amerika kamen im 16. Jhd. die Weißen als Eroberer. Sie kamen beritten. Die Indianer kannten keine Pferde. Sie nahmen die weißen Reiter als eine Art Centauren (Mischwesen aus Pferd und Mensch) wahr. Dies wurde bekannt, weil Indianer das sagten. Als was aber wird etwas wahrgenommen, wo es keine (mündliche) Kommunikation gibt? Die Antwort ist: Man kann es nicht wissen. Frage: Gibt es überhaupt Kommunikation (In-Beziehung-Setzen) jenseits der menschlichen Wahrnehmungen? Ja. Unser Sein ist Kommunikation. Warum? Weil es nichts Objektives gibt. Wenn es nichts Objektives „gibt“, dann kann das Sein nur Relation sein. Die Relation ist als Verhältnis zu verstehen, zwischen „etwas“ und „etwas anderem“. 

Weiterlesen: Die Zahl Zwei

Ähnliches Thema: Das Eine und das Andere

Das Ich ist ein Supersubjekt

Dies sieht der Spirealismus als ein kosmisches Prinzip an. Man könnte das Prinzip der Supersubjektivität als das hermetische „Alles wird immer wieder Eins“ sehen. Auch wir Menschen unterliegen diesen Prinzipien, denn wie gesagt, wir sind nicht Beobachter eines Prozesses, sondern dessen Element.

Daher kann das, was wir von „der Welt“ wissen (spirealistisch; den Welten, denn die Welt gibt es nicht), unser Bewusstsein, nichts anderes sein als das Ergebnis dieses Prinzips. Das bedeutet, das Ich-Bewusstsein ist das Supersubjekt anderer Subjekte. Anderer Gedanken

weitere Folgerungen

Die Folgen des Gedankens „Supersubjektivität“, mit seiner fehlenden Objektivität sind wiederum von dem Gedankengebäude des Spirealismus nicht zu trennen.

Der Begriff der Supersubjektivität selbst ist zunächst eigentlich logisch und unbestreitbar. Wo gibt es Objektivität? Nirgends. Wo gibt es Subjektivität? Überall. Das Fehlen von Objektivität ist uns schwer vorstellbar, wo es doch das Fundament des materialistischen Denkens ist. In „Alles ist Geist“ nannte ich diese Denkvoraussetzung es eine Denkgrenze, die aus Wissen entsteht. Denn das Objektive selbst unterliegt keinem Hinterfragen (außer in der letztlich wenig beachteteten und unverstandenen Philosophie vielleicht). Das Vorhandensein des Objektiven ist wie gesagt Denkvoraussetzung, Wissen.

Genau dies übrigens, im Umkehrschluss, bedeutet für den Spirealismus einmal mehr, dass für uns existent ist, was wir denken. Und nicht das, was es wirklich „gibt“ in dem Sinne, was es wirklich „gibt“ wäre „da“, auch ohne das wir es denken. Der Spirealismus hat einen anderen Existenzbegriff.

Wie kommt man auf die Vorstellung von Supersubjektivität?

Man kann sich Supersubjektivität in einem Gedankenexperiment eigentlich gut begreiflich machen, wenn man versucht, die menschliche Sichtweise zu verlassen. Man kommt zwangsläufig zu der Überlegung, dass es Objektivität nicht gibt – somit sind unsere menschlichen Sichtweisen immer subjektiv.

Und dann kommt man auf die Frage, was gemeint ist, wenn wir sagen, etwas sei „objektiv“? Ganz offenbar ist es schlicht die Sichtweise vieler – sie nennen wir „objektiv“!

Viele – das sind immer nur die, die wir kennen, nie „alle“. Und niemals ist es eine Sichtweise, die auch jenseits des menschlichen Denkens Gültigkeit hätte, also im  wahrsten Sinn des Wortes „objektiv“ wäre.

 

Supersubjektivität, supersubjektiv, subjektiv und objektiv
supersubjektiv, subjektiv und objektiv

Eine Zwangsläufigkeit dieser Überlegung ist, dass Supersubjektivität etwas bezeichnet, das zwar aus dem Einzelnen besteht, jedoch in keinem Einzelnen ganz zu finden ist. Dies hebt die Vorstellung unserer menschlichen Individualität nebenbei gesagt auf … wir sehen das daran (das nötige Verständnis vorausgesetzt), dass wir uns mit unserem Wahrheitsverständnis immer auf das Supersubjekt berufen – die Mehrheit sagt etwas, oder dieser oder jener (der es wissen muss) sagt etwas. Aus vielen Individuen entsteht ein eigenes Individuum der Vielen, mit eigenen Gedanken, eigener Psychologie (Bsp: „Was ist die Haltung Amerikas in dieser Frage?“) – und umgekehrt ist das Denken der Vielheit in einem, im Individuum. Man denkt an den hermetischen Grundsatz, dass sich das Eine in dem Allem findet, und Alles ist auch in Einem.

Ein Beispiel:

Es erscheint dem Einzelnen unbestreitbar, dass es das Atom gibt. Woher weiß er das? Hat er es gesehen? Nein. Hat es der Nachbar gesehen? Nein. Hat es irgendein Mensch gesehen? Nein.

Woher wissen wir dann, dass es da ist?

Wir setzen es voraus, weil es ein Schluss des materialistischen Weltbildes ist. Es muss da sein, weil die Dinge da sind … der Materialismus glaubt, die Dinge, an die wir denken, seien auch ganz ohne uns „da“.

Und die Dinge bestehen wieder aus Dingen. Und schließlich muss es ein kleinstes Ding geben, genau wie es das Ding gibt, das wir vor uns haben (was immer es sei, ein Baum, ein Haus, etc..) Vor Jahrtausenden wurde im antiken Griechenland der Begriff des Atoms geprägt. Auch wenn die heutige Wissenschaft sagt, dass Atome nicht im eigentlichen Sinn „da“ sind, glaubt doch der Einzelne, es sei unbestreitbar, dass es sie gibt.

 

So hat die Vielzahl der Menschen (auch Vielzahl der längst vergangenen Menschen) nicht etwas gesehen, was „da“ ist, sondern etwas hervorgebracht. Etwas, das dem Supersubjekt nun wie selbstverständlich erscheint – und nicht mehr wegzudenken ist.

 

Hier noch ein Zitat, das eine der Erscheinungsformen von Supersubjektivität gut beschreibt – und unseren ungerechtfertigten Glauben, dass etwas, das Viele so sehen, dann auch endgültig stimmen müsse.

Denken können sehr Wenige, aber Meinungen wollen Alle haben: was bleibt da anderes übrig, als daß sie solche, statt sie sich selber zu machen, ganz fertig von Andern aufnehmen? – Da es so zugeht, was gilt noch die Stimme von hundert Millionen Menschen? – So viel wie etwa ein historisches Faktum, das man in hundert Geschichtsschreibern findet, dann aber nachweist, daß sie alle einer den andern ausgeschrieben haben, wodurch zuletzt alles auf die Aussage eines Einzigen zurückläuft.
Arthur Schopenhauer

 

Zusammenfassend: Der Begriff Supersubjektivität besagt, dass das Urteil vieler Menschen zusammen nicht objektiv ist, sondern  supersubjektiv.

Supersubjektivität was last modified: Juni 3rd, 2017 by Henrik Geyer