Bewusstsein und Materie

Wo ist die Grenze zwischen Bewusstsein und Materie?

Wer noch nicht an sich selbst beobachtete, dass die Wandlung einer inneren Auffassung von etwas dieses Etwas selbst verändert, der nennt Menschen, die die Veränderung der eigenen Situation vom Glauben her angehen, vielleicht „Wunschdenker“. Die Vorstellung, mit Bewusstsein die Realität verändern zu wollen, nennt man „unrealistisch“. Man meint einen Kinder-Irrglauben im Anderen zu entdecken, hält das für naiv.

Ein Wort zu Glauben und Wissen, Bewusstsein und Materie

Man sieht nicht, dass es sich bei dem von der Religion gemeinten „Glauben“ aus der subjektiven Sicht nicht um einen Glauben, sondern um Wissen handelt. Nur als felsenfestes Wissen ist Glaube wirksam.

Der Glaube ist als Wissen entstanden, nicht als Wunsch, oder gar als Etwas-nicht-genau-Wissen.

Es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass Gedanken Realität besitzen, sogar die entscheidende. Die Frage ist nur: in welchem Maß lässt sich durch Bewusstsein die Realität beeinflussen? Das ist verbunden mit der Frage, was unsere Wirklichkeit in Wirklichkeit, eigentlich, im Grunde, in der Realität, ist?

Ist die Realität vielleicht der Gedanke an eine Realität … in uns? Oder handelt es sich bei der Realität um Objekte und Vorgänge außerhalb von uns, was beides eindeutig voneinander unterscheidbar machen würde??

Bewusstsein und Materie – wer kann genau unterscheiden?

„Ich weiß nicht, ob ich ein Mann bin, der träumt, ein Schmetterling zu sein, oder ob ich ein Schmetterling bin, der träumt, ein Mann zu sein..“

… dieses Zitat stammt von Dschuang Dsi, einem taoistischen Philosophen etwa 350 – 275 v. Chr.

Sind die Gedanken meines Wachseins genauso real wie die Gedanken meiner Träume? Was unterscheidet beides? Haben Gedanken überhaupt Realität? Scheinbar sind doch die Objekte des Außen, die materiellen Objekte, von einer ganz anderen Beschaffenheit, als Gedanken? Die Tische, die Häuser, die Sterne sind doch scheinbar so grundverschieden von den Gedanken, den Gedanken beispielsweise an Tische, Häuser, Sterne.

Wir erleben zwar ständig, dass Gedanken Realität werden – sich materialisieren, indem sich Dinge aus unserem Geist in der Realität umsetzen. Wir denken an einen Kaffee und haben im nächsten Moment einen Kaffee in der Hand, den wir trinken können. Und wir erleben auch ständig, dass äußere Objekte Gedanken werden, indem wir uns von den äußeren Objekten Begriffe bilden, die dann in unserem Geist existieren. Nur möchten wir etwas Grundverschiedenes, Gegensätzliches in Materie und Geist sehen. Oder besser ausgedrückt: wir sind es gewohnt, diesen Gegensatz zu sehen.

Die Verwandlung des Geistigen in etwas Reales erleben wir also ständig – es ist Normalität. Und doch sehen wir etwas so Gegensätzliches in Geist und Materie, in Phantasie und Realität. Irgendwo muss doch die Umwandlung von der Idee in Materie einsetzen und stattfinden. Wo und wann?

Wenn man sich einen Kaffee macht, dann wird aus dem Gedanken an einen Kaffee eine Tasse in der Hand! Etwas materialisiert sich. Der Gedanke wird zu Stoff, indem der Körper handelt, sich den Kaffee macht, Bewegungsenergie sinnvoll einsetzt, um den Kaffee zu machen – es handelt sich also zumindest um eine Umwandlung von Geist in Bewegungsenergie (nach Einstein ist Energie eine Form der Materie).

Die Welt ist bereits durch und durch geistig

Der Spirealismus vertritt die Auffassung, dass Materie unsere Sichtweise auf Information ist. Die Welt ist Geist, ist Information, und der Versuch unterscheiden zu wollen, zwischen Geist und Materie, ein künstlicher.

In meinen Büchern gehe ich der Frage nach, was die Dinge, die wir sehen, „wirklich“ sind. Was ist der Ursprung und das Wesens unserer Vorstellung von Realität? Was ist ein Objekt? Was ist Zeit und Raum? Wodurch ist die Realität definiert? Die Grenze zwischen Geistigem und Materiellem ist und bleibt weitgehend undefiniert.

Ausgangspunkt für meine Überlegungen war, dass ich am eigenen Leib erfuhr, dass eine Änderung der geistigen Disposition eine Änderung der Welt bewirkt. Meiner Welt immerhin …. aber auch der einzigen Welt, die ich kenne.

Geistig ist materiell. Die Grenze ist zwischen beidem ist eine Vorstellung. Eine Vorstellung des Geistes.

Bewusstsein und Materie was last modified: Juli 19th, 2016 by Henrik Geyer

Glauben und Wissen – Geist und Materie

Glauben und Wissen - Geist und Materie [SPID 1204]

Wo ist die Grenze zwischen Wahrnehmung der Realität und der Realität? Zwischen Glauben und Wissen, zwischen Geist und Materie?

Man kann die Einheit erleben

Diejenigen, die die Wahrheit und Tatsache einer spirituellen Wandlung noch nicht selbst erlebten, die noch nicht bewusst bei sich selbst beobachteten, wie eine Wandlung der inneren Auffassung „von“ einer Situation, die Situation/die Realität selbst verändert, nennen Menschen, die die Veränderung der eigenen Situation vom Glauben her angehen, „Wunschdenker“.

Siehe auch: Beitrag Wunschdenken

Sie nennen die Vorstellung, mit Gedanken die Realität verändern zu wollen, „unrealistisch“. Sie meinen, einen Kinder-Irrglauben in den Anderen, den Gläubigen, den Idealisten, zu entdecken und halten das für schädlich und naiv. Sie sehen nicht, dass es sich bei dem von der Religion gemeinten „Glauben“ aus der subjektiven Sicht nicht um einen Glauben, sondern um Wissen handelt. Nur als felsenfestes Wissen ist der (nur so genannte!) Glaube wirksam.

Glauben und Wissen … Glaube IST Wissen

Religion, religiöser Glaube, ist als Wissen entstanden, nicht als Wunsch, oder gar als Etwas-nicht-genau-wissen.

Dabei ist es eine unbestreitbare Tatsache (auch Materialisten werden es nicht bestreiten), dass Gedanken Realität besitzen. Die Frage ist nur: welche Realität genau, in welchem Maß real? Die Frage, was unsere Wirklichkeit eigentlich ist – vielleicht die Gedanken in uns, oder die Objekte und Vorgänge außerhalb von uns, und was diese beiden Welten eindeutig voneinander unterscheidet, ist uralt.

„Ich weiß nicht, ob ich ein Mann bin, der träumt, ein Schmetterling zu sein, oder ob ich ein Schmetterling bin, der träumt, ein Mann zu sein..“

Dieses Zitat stammt von Dschuang Dsi, einem Philosophen etwa 350 – 275 v. Chr.

Sind die Gedanken meines Wachseins genauso real wie die Gedanken meiner Träume? Was unterscheidet beides? Haben Gedanken überhaupt Realität? Scheinbar sind doch die Objekte des Außen, die materiellen Objekte, von einer ganz anderen Beschaffenheit, als Gedanken? Die Tische, die Häuser, die Sterne sind doch scheinbar so grundverschieden von den Gedanken, den Gedanken beispielsweise an Tische, Häuser, Sterne.

Gedanken materialisieren sich … ständig

Wir erleben zwar ständig, dass Gedanken Realität werden – sich materialisieren, indem sich Dinge aus unserem Geist in der Realität umsetzen. Wir denken an einen Kaffee und haben im nächsten Moment einen Kaffee in der Hand, den wir trinken können. Und wir erleben auch ständig, dass äußere Objekte Gedanken werden, indem wir uns von den äußeren Objekten Begriffe bilden, die dann in unserem Geist existieren. Nur möchten wir etwas Grundverschiedenes, Gegensätzliches in Materie und Geist sehen. Oder besser ausgedrückt: wir sind es gewohnt, diesen Gegensatz zu sehen.

Die Verwandlung des Geistigen in etwas Reales erleben wir also ständig – es ist Normalität. Und doch sehen wir etwas so Gegensätzliches in Geist und Materie, in Phantasie und Realität. Irgendwo muss doch die Umwandlung von der Idee in Materie einsetzen und stattfinden. Wo und wann?

Wir machen uns einen Kaffee – und dadurch materialisiert sich ein Gedanke …. aus Geist wird Materie! Der Gedanke wird zu Stoff, indem mein Körper handelt, sich den Kaffee macht, Bewegungsenergie einsetzt, um den Kaffee zu machen. Es handelt sich also mindestens um eine Umwandlung von Geist in Bewegungsenergie (nach Einstein ist Energie eine Form der Materie).

Glauben und Wissen – Geist und Materie

Die Frage nach dem Unterschied zwischen Glauben und Wissen – Geist und Materie ist die grundlegendste, ursprünglichste aller Fragen. Wir gehen von einem Unterschied aus (nicht so der Spirealismus), können ihn aber nicht definieren.

Mindestens seit Kants vergeblicher Suche nach den Dingen in ihrer eigentlichen Wesensart, den Dingen „an sich“ ist deutlich, dass die Dinge und unsere Phantasie von den Dingen, sich vermischen. Es gibt keine Grenze. Gäbe es sie, müssten wir sagen, wir können sie nicht kennen – und kommen somit wieder auf die Aussage zurück: Für uns Menschen gibt es sie nicht. Da wir nur unsere menschliche Sichtweise zur Verfügung haben, und alles nur von unserer Warte sehen, können wir mit Fug und Recht sagen: Es gibt keine Grenze.

 

Als Resultat dieser Überlegungen legt Spirealismus dar: Eine Änderung des Geistigen (der Gedanken) bewirkt eine Änderung der Welt. Geistig ist Materiell. Die Grenze ist zwischen beidem ist eine Vorstellung, nichts anderes.

Siehe auch: Artikel Spiritualität leben – wir sind spritituelle Wesen

Ähnliches Thema: Was ist Glück?

Glauben und Wissen – Geist und Materie was last modified: Juli 3rd, 2016 by Henrik Geyer

Phantasie und Wirklichkeit – Zufall, Kreativität und Kausalität

Was haben Phantasie und Wirklichkeit miteinander zu tun? Gemeinhin versteht man sie als Gegensätze. Doch, so einfach ist es gar nicht, zu sagen, was eigentlich die (eine) Wirklichkeit ist – denn jeder hat eine andere. Und Phantasie wiederum erweist sich immer wieder als das Element, das die Wirklichkeit formt, z.B. als  Erfindung. Oder als Vorhersage, wenn zum Beispiel in einem Roman von Jules Verne aus der Mitte des 19. Jahrhunderts U-Boote Gestalt annehmen.

Phantasie und Wirklichkeit: U-Boot im Roman

Was trennt Phantasie und Wirklichkeit?

In der materialistischen Denkweise ist es einfach den Unterschied zu benennen: Phantasie ist das „nur Gedachte“, Wirklichkeit ist das, was tatsächlich ist.

philosophische Betrachtung

Genauer betrachtet ist es nicht einfach zu sagen, was der Unterschied zwischen Phantasie und Realität ist. Dies sei nur Denken, jenes sei „wirklich“ … Man bedenke: Das, was ist, ist ja auch gedacht. Nichts Bestehendes kann erfasst werden, wenn nicht durch einen Gedanken.

Und die Gedanken aufzuspalten in solche, die das Wirkliche widerspiegeln, und solche, die Nicht-Wirkliches beinhalten, ist im Grunde unmöglich.

Wenn man sich vorstellt, das Wirkliche sei beispielsweise ein Baum, weil „alle“ ihn sehen können, dann beginnt das Nicht-Wirkliche bereits dort, wo wir eigentlich auch uneingeschränkte Existenz vermuten, aber keinerlei äußerliche Anzeichen davon sehen können. Man denke an Landes-Grenzen, die es nur auf der Landkarte gibt. Man denke an Gott und die Frage: Gibt es ihn?  Oder man denke an ein beliebiges Objekt, das wir nicht mit Augen vor uns sehen, aber das vor dem geistigen Auge sehr wohl „da“ ist, so dass wir ganz sicher vermuten, es sei existent. Das Atom. Die Liebe, der Hass. Das Morgen und das Gestern…

Generationen von Philosophen haben sich darüber den Kopf zerbrochen – Stichwort Kant und das Ding „an sich“. Oder das Wort Noumenon, das seit dem Altertum das Gedachte einteilen will in das nur vom Geist zu Erkennende (zu Schlussfolgernde), und das, was der Geist mit Notwendigkeit spiegeln muss (weil die Augen etwas sehen). In diese Kategorie gehört, als allgemeinster Ausdruck der Frage was „wirklich“ ist.

Ich weiß nicht, ob ich ein Mann bin, der träumt, ein Schmetterling zu sein, oder ob ich ein Schmetterling bin, der träumt, ein Mann zu sein.

Dschuang Dsi fragt nach der Wirklichkeit der eigenen Person, bzw. ihrer Identität.

 

Spirealistisch gesehen ist der Unterschied tatsächlich nicht zu definieren, weil er nicht im eigentlichen Sinn „existiert“. Alles ist geistig, und der Unterschied zwischen Phantasie und Wirklichkeit nur graduell – sozusagen als Produkt des Geistes, nicht aber seine Voraussetzung. Es gibt diesen Unterschied also nicht in einer Welt außerhalb von uns, denn eine solche, von uns unabhängige Außenwelt, existiert selbst nicht.

Was haben Phantasie und Wirklichkeit gemeinsam?

Und umgekehrt lässt sich ebenso graduell eine Gemeinsamkeit von Phantasie und Wirklichkeit formulieren, indem wir gleich sagen, dass alles, was wir uns denken, ja auch potentiell Realität sein oder werden könnte. Während …  das, was wir nicht denken – welche Realität könnte das je haben??

Aus spirealistischer Sicht beginnt die Realisierung mit dem Gedanken, oder anders herum: Der Gedanke ist die erste, zunächst noch schwache Form, der Realisierung. So gesehen hat jeder Gedanke auch Realität, denn die Voraussetzung des Bestehens jeglichen Objektes ist ja Geist.  Durch eine erfolgreiche Erfindung beispielsweise gewinnt der Gedanke mehr und mehr Schwere, er „materialisiert“ sich. Und durch eine phantasievolle Gestaltung eines Romanes durch den Autor (ich nannte als Beispiel Jules Verne) erlangt ein Gedanke Verbreitung und „materialisiert“ sich auf diese Weise ebenso. Indem beispielsweise der Gedanke an ein Untersee-Boot durch Jules Verne populär wurde, beherrscht er nunmehr das Denken all jener, die Jules Vernes Bücher kennen, und wird zur Sehnsucht derjenigen, die die Vorteile eines solchen Schiffes nutzen wollen. In der Folge wird es zur äußerlichen Realität – es wird gebaut.

Welche Notwendigkeit gibt es für Phantasie und Wirklichkeit?

Welche Notwendigkeit gibt es für Phantasie?

Man wird sagen: Für die Phantasie gibt es keine Notwendigkeit, denn man kann sich ja ausdenken was man will.

Andererseits könnte man sagen: Jules Verne konnte die Phantasie des Untersee-Bootes nur entwickeln, weil das Wissen und die technischen Möglichkeiten seiner Zeit entsprechend waren. Eigentlich wurde bereits im amerikanischen Bürgerkrieg (1860-1865) ein muskelgetriebenes U-Boot eingesetzt, also ca 10 Jahre bevor der Roman „Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer“ 1874 erschien.

Was Jules Verne entwickelte war eher die Phantasie eines modernen Untersee-Bootes, während die allgemeine Idee für ein U-Boot schon im 14.Jahrhundert nachweisbar ist.

Also, und das sollte gesagt werden, könnte man aus dieser Perspektive eine Notwendigkeit für Jules Vernes Phantasien herleiten. Und diese Notwendigkeit besteht darin, dass sich der Autor ja niemals trennen lässt von den Ideen der Zeit, in der er seine Werke schafft. Die Ideen der Zeit sind in ihm, und nur sie kann er verarbeiten.

Nebenbei gesagt würden Ideen, die nicht mit den vorhandenen Begriffen in der Gesellschaft korrespondieren, vom Publikum auch nicht verstanden werden.

Ähnliches Thema: Kreativ sein – die 80 % Regel

Welche Notwendigkeit gibt es für Wirklichkeit?

Für die Wirklichkeit hingegen sehen wir in der materialistischen Sichtweise eine vollständige Notwendigkeit – die Wirklichkeit ist eben „da“! Die Notwendigkeit der Wirklichkeit (im Sinne einer völligen Folgerichtigkeit) zu bestreiten, das hieße sich dem Vorwurf auszusetzen, kein Realist zu sein, etc..

Doch die Vorstellung von der absoluten Notwendigkeit der Wirklichkeit wird durch das bereits Gesagte über das Ding „an sich“, das Noumenon etc.., aufgeweicht. Denn, wenn die Dinge des Außen die Wirklichkeit repräsentieren, man sich aber über ihre letztendliche Gestalt, über ihr Wesen „an sich“, oder ihre objektive (objektiv als: jenseits und unabhängig vom menschlichen Bewusstsein) Gestalt kein Urteil bilden kann, dann lässt sich in letzter Konsequenz auch nicht genau sagen, was denn „die“ Wirklichkeit überhaupt ist.

Spirealistisch gesehen gibt es nicht „die“ Wirklichkeit. Es gibt immr nur die Wirklichkeiten einzelner Ich-Universen – als Gedanken.

Unsere Vorstellung von Kausalität

Es gehört an diese Stelle, die verschiedenen Querverbindungen aufzuzeigen, die die Vorstellung von Wirklichkeit / Realität mit der Vorstellung von Kausalität hat. Ebenso ist aufzuzeigen, dass Kausalität wiederum engstens verbunden ist mit dem Zeit-Begriff.

Wie bereits gesagt ist uns die Realität, bzw. die Wirklichkeit, folgerichtig und notwendig, denn sie ergibt sich aus allem, was vorher da war, und sie ist bestimmend für alles was danach kommt (Zeit). Die kausalen Zusammenhänge sind es, die die sichtbaren Phänomene wie „nicht anders möglich“ erscheinen lassen.

Aber dennoch muss man feststellen, dass „die Wirklichkeit“ des Momentes nicht eigentlich folgerichtig ist, sondern sie selbst ist der Beginn allen Folgerns. Man kann die Kausalketten in die Zukunft oder auch die Vergangenheit denken – der eigentlich feste Anker, der Urgrund allen Folgerns ist das, was wir als die Realität im Hier und Jetzt bezeichnen, und nicht umgekehrt. Der Urgrund ist das Phänomen, die Erscheinung im Jetzt. Um das an einem Beispiel zu illustrieren: nicht die Elemente, die wir in das Periodensystem der Elemente eingezeichnet haben sind der Grund für unsere Beobachtungen an den Dingen. Sondern unsere Sichtweise, Beobachter von Dingen zu sein, ist der Grund, dass ein Periodensystem der Elemente erstellt wurde.

 

Wenn man nun die Aussage, dass es keine Objektivität gibt, die sich in den Aussagen so vieler Philosophen und Wissenschaftler (Kernphysiker) wieder und wieder bestätigte, zutiefst verinnerlicht, dann muss man auch sagen, es gibt keine objektive Kausalität. Anders gesagt ist die Vorstellung einer eindeutigen Folgerichtigkeit selbst eine Phantasie. Wenn das Phänomen, oder die Wirklichkeit, oder die Realität, nicht in einem objektiven  Tatbestand erfassbar ist, dann ist alles, was sich aus diesem Gedachten folgern oder ableiten lässt, ebenfalls kein objektiver Tatbestand.

Es sei noch einmal auf die spirealistische Sichtweise hingewiesen, die sich von der des Materialismus fundamental unterscheidet, und der hier Erklärung ist, für dieses Phänomen, das vom Standpunkt des Materialismus zutiefst paradox wirkt. Einerseits erscheinen die Begriffe der Kausalität, der Zeit, des Zufalls, überhaupt der Trennung von Wirklichkeit und Phantasie wie eindeutig, wie festgelegt und greifbar. Glauben wir denn nicht alle stets und ständig, wir hätten einen eindeutigen und unleugbaren Begriff von allem, was uns umgibt? Und doch lässt sich nirgends ein solcher Begriff in Eindeutigkeit packen, sondern verschwimmt in der Unendlichkeit der Relationen. Zitat Wilhelm Busch: „Auch das kleinste Ding hat seine Wurzel in der Unendlichkeit, ist also nicht völlig zu ergründen.“

So als sei die Welt gar nicht aus festen Körpern gemacht, die eindeutige Informationen bereits in sich tragen (die wir Menschen dann mit unserem Geist „abrufen“) – gerade das aber, das Bestehen dieser objektiven Welt außerhalb von uns, in Form von Materie, ist dem Materialismus fundamentalste Denkvoraussetzung.

Der Spirealismus hingegen sieht die Welten nicht ausgehen von Materie, sondern vom Gedanken. Das übersetzt sich in diesem Zusammenhang zu: das Folgern selbst, die Kausalität, ist das Entstehungsprinzip der Welt. Daher geht für den Spirealismus die Welt des materialistisch Denkenden, aus, von dem Gedanken an Materie. Das wichtige Prinzip, das der Materie zu Grunde liegt, ist der Gedanke – und nicht Materie, die den Geist in Form des Gehirns erst erschafft. Durch das Letztgesagte wird einmal mehr klar, dass der Spirealismus als Sitz des Geistes nicht das (menschliche) Gehirn ansieht. Wenn „alles Geist ist“, dann ist Geist eben nicht „nur“ hier oder dort.

Seltsamer Zufall, dass alle die Menschen, deren Schädel man geöffnet hat, ein Gehirn hatten.
Ludwig Wittgenstein

Kausalität im Widerstreit mit dem Zufall

Noch ein letzter Gedanke zum Begriff des Zufalls, der mit dem Begriff der Kausalität in engem Zusammenhang steht.  Das, was wir begründen können, nennen wir nicht „zufällig“; und umgekehrt ist der Zufall etwas, das wir als Phänomen bemerken, dessen Grund wir aber nicht kennen.

Die in der materialistischen Denkweise als so fest und statisch wahrgenommene Kausalität kann man (spirealistisch) auch ganz anders wahrnehmen – als Phantasie, als Realität erschaffenden Gedanken. Und zwar, wenn man bedenkt, auf welche Art und Weise wir gewohnt sind, Zufall von einer notwendigen Abfolge von Geschehnissen (Kausalität) zu unterscheiden.

Ausgangspunkt ist das wahrgenommene Phänomen, von dem wir bereits sagten, es sei nicht objektiv erkennbar, und daher seien alle Ableitungen aus ihm ebenfalls nicht objektiv.

Zweitens aber sagten wir, dass uns nur alles das zufällig ist, für was wir keine Begründung finden.  Für was aber finden wir keine Begründung? Ich denke, wir finden für alles eine Begründung, in Abhängigkeit davon, ob wir uns auf ein bestimmtes Phänomen konzentrieren, und es in Verbindung mit einem anderen Phänomen bringen. Und das wiederum ist die Definition von Phantasie: Querverbindungen zwischen Phänomenen herzustellen, ungewöhnliche Querverbindungen oft.  Es ist somit eine eine Frage der Phantasie, in welcher Weise sich Kausalität fortschreibt.

Phantasie & Einstein - Einstein/Münchhausen - Ritt auf der Photonen-Kugel. Was ist Phantasie? Was ist Inspiration?
Phantasie & Einstein – Einstein/Münchhausen – Ritt auf der Photonen-Kugel. Was ist Phantasie? Was ist Inspiration?

Man denke z.B. an Einstein und seine Relativitätstheorie, die er auf Grund sehr phantasievoller Überlegungen entwickelte. Er stellte sich vor, selbst auf einem Photon zu reiten, eine Taschenlampe in der Hand haltend, und nun sehend, wie die Photonen (Photon=Lichtteilchen) aus der leuchtenden Taschenlampe kommen und enteilen. Er fragte sich, ob die Geschwindigkeit der Taschenlampen-Photonen sich zu der Geschwindigkeit des Photons auf dem er bereits saß (und das sich mit Lichtgeschwindigkeit bewegt), hinzuaddieren würden. Auf diese Art und Weise kam er zu einer Sichtweise, die in die Überlegung die Zeit mit einbezog – Die Geschwindigkeit (Bewegung im Raum) und die Zeit sind relativ zueinander.

Durch Einstein sind heute unsere Vorstellungen von Raum, Zeit und Masse, miteinander verknüpft, während sie vorher wie völlig unabhängig voneinander erschienen.

Mit welcher Notwendigkeit kam Einstein auf seine Erkenntnis? Man muss sagen (und Einstein selbst hätte das auch so gesehen): mit keiner. Die Phantasie des Einstein kam mit keiner vorhersagbaren oder begründbaren Folgerichtigkeit in die Welt, und seine Phantasien zu Raum und Zeit somit auch nicht. Man könnte auch sagen: Es war Zufall. Im Nachhinein mag man zwar immer konstruieren: „Es musste ja so kommen!“ … aber nein, es musste nicht. Und wie gesagt hat Einstein selbst diese Nichtnotwendigkeit des In-die-Welt-Kommens scheinbar ganz logischer Schlussfolgerungen einmal formuliert.

Somit ist die Vorstellung der Relativität von Zeit und Raum ebenfalls ohne völlige Notwendigkeit in der Welt. Anders gesagt. Wir könnten nach wie vor ebenso gut der trennenden Denkweise anhaften, und würden nichts vermissen.

 

Ähnliches Thema: Artikel „Gott würfelt nicht“, sagte Einstein. Aber warum würfelt Gott nicht?

Siehe auch: Artikel Kausalkette – philosophisch (spirealistisch) gesehen

Siehe auch: Mindfuck Philosophy – der Beginn eines neuen Denkens

Phantasie und Wirklichkeit – Zufall, Kreativität und Kausalität was last modified: Mai 2nd, 2016 by Henrik Geyer

Was ist Wahrheit? Wahrheit als Weltanschauung.

Thema: Was ist Wahrheit? Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Wahrheit ist eine Relation.Das Ich ist ein Teil der Relation.

Was ist Wahrheit? Ist das Wort Wahrheit, wie wir es verstehen, Ausdruck einer Weltanschauung?

Gibt es einen Zusammenhang gibt es zwischen unserer Auffassung von Wahrheit und unserer Sichtweise auf die Materie? Was ist der Zusammenhang?

Wahrheit und die materielle Außenwelt

Der materialistischen Weltanschauung zufolge hängen wir ab von einer von uns unabhängigen Außenwelt. Diese Außenwelt beobachten wir, lesen ihre Gesetzmäßigkeiten von ihr ab – diese von uns unabhängige Außenwelt ist unsere Kernvorstellung von Realität. 

Wir verbinden so viel mit dieser äußerlichen Realität. Alle sind wir wir Realisten, und wollen es auch sein! Realist zu sein, auf diese äußerliche Realität bezogen – das ist uns das höchste Lob.

Der zentrale Begriff für die von uns unabhängige Außenwelt, mit ihrer Objektivität, und ihrer Realität, von der jeder Einzelne von uns am allermeisten verstehen will, ist das Wort „Materie“. Das nenne ich die materialistische Weltanschauung: Der Glaube, wir wären geistige Beobachter einer von uns unabhängigen Außenwelt.

Was ist Wahrheit?

In Bezug auf den Begriff „Wahrheit“, der letztlich ebenso zentral für unsere Vorstellungen ist, wie der Begriff Materie (im Grunde sind beide Begriffe austauschbar), will ich einige Konstellationen nennen, die diese enge Verbindungen deutlich machen.

Wahrheit und Außen

Die Wahrheit ist uns nicht das, was ein Einzelner meint, oder ein Einzelner sieht. Was auch immer eine Mehrheit sieht, eine Mehrheit meint, eine Mehrheit denkt, eine Mehrheit glaubt richtig zu verstehen – das überwiegt alles, was ein Einzelner denkt. Dessen Gedanken werden dann zu einer Einzelmeinung, die nicht so wichtig ist.

Dieser Prozess funktioniert in beiden Richtungen. Die Meinung, die der Einzelne in seinem Außen überwiegen sieht, ist für ihn letztlich auch die Wahrheit.

Siehe auch: Innere Wahrheit – Äußere Wahrheit

Ähnliches Thema: Shitstorm. Wie wichtig ist die Meinung anderer?

objektive Wahrheit

Verbunden mit der Vorstellung der „einen und letztendlichen Wahrheit“ ist der Begriff der Objektivität. Objektivität, also etwas (eine Wahrheit), das außerhalb und unabhängig des menschlichen Bewusstseins sei. Etwas, das man nur so begreifen könne, also etwas, für das es nur eine einzige Möglichkeit gibt. Objektivität ist die Vorstellung von einer Welt außerhalb von uns, auf das alle Subjekte zugleich schauen, und worüber es letztlich keine zwei Meinungen geben kann.

Objektivität und materialistisches Weltkonzept sind Synonyme. Zum materialistischen Weltkonzept gehört auch die Vorstellung der einen und unbestreitbaren Wahrheit.

 

Wahrheit und Materie

So ist Wahrheit mit dem Begriff Materie verbunden. Materie als das Sinnbild des Materialismus. Das, worauf wir alle schauen, und was sich unserem gemeinsamen Blick durch seine Festigkeit und Greifbarkeit nicht entzieht. Materie als das Wirkliche, als das Reale. Die eigentliche Realität, so meint der Materialist (und damit auch die Wahrheit), läge in der Materie, nicht im Geist.

Materie ist der Zentralbegriff des Materialismus. Wir studieren die objektive Wahrheit der Materie, und glauben die letzten Wahrheiten in den objektiven materialistischen Wissenschaften zu finden.

Weiterlesen: Beitrag Glaube vs wissenschaftliches Wissen. Was ist Glaube?

Aber was ist Wahrheit in Wahrheit?

Wer die Wahrheit beschreiben will, überlasse die Eleganz dem Schneider.
Albert Einstein

Was ist Wahrheit nun wirklich? Was ist Wahrheit in Wahrheit?

Was ich in diesem Blog immer schreibe, immer aussagen will: Die Wahrheit ist nicht objektiv, nicht feststehend, letztendlich nicht zu fassen, ebenso wenig wie das Objektive. Die Materie in der vorgestellten Form gibt es nicht.

Nun wird man sich fragen: Welchen Wahrheitsgehalt hat zum Beispiel dieser Artikel? Was ist denn dann Wahrheit?

Wahrheit spirealistisch verstanden

Insofern ist zu klären, wie der spirealistische Ansatz zur Erklärung des Begriffes „Wahrheit“ aussieht. Es ist aber vorauszuschicken, dass sich dieser Ansatz eigentlich nur erschließt, wenn man vorher begriffen und verinnerlicht hat, dass es Objektivität nicht gibt. Wenn man die Vieldeutigkeit jedes einzelnen Begriffes in sich spüren kann. Das ist möglich, es ist aber auch ein langwieriger Lernprozess, wenn man diese Sichtweise nicht bereits mit der Muttermilch aufgesogen hat.

Die Realität der Begriffe

Erstens ist, gemäß Spirealismus, die Realität unserer Begriffe selbst die Realität. Anders gesagt: die Gedanken sind die Realität. Noch einmal anders formuliert: die Gedanken über die Realität, und die Realität, sind eins.

Die Welt, wie auch immer wir sie individuell auffassen, ist die Existenz für uns. Die einzige Existenz, von der wir wissen.

Daher ist zum Beispiel auch ein „falsch“ verstandener Wahrheitsbegriff aus der Sicht des Individuums nicht falsch. Denn wahr und falsch sind immer nur Relationen, die von den Begriffen des Denkens abhängen. Würden wir zum Beispiel in der Mehrheit an die Existenz von Hexen glauben, wer könnte uns das Gegenteil beweisen? Aus dieser (angenommen) Sichtweise sind Hexen existent.

Aus der Perspektive Desjenigen, der einen bestimmten Begriff als Wahrheit in sich trägt, ist dieser Begriff wahr. Das gilt ebenso für eine Gruppe von Individuen, die sich sich auf einen Begriff einigen. Siehe Supersubjektivität.

Wahrheit ist relativ

Wahr und falsch sind somit nur auseinander zu halten, aus der Perspektive der individuellen Wahrheit. Wahr und falsch sind stets eine Relation – und Teil der Relation ist das Individuum selbst, bzw. die Begriffe in ihm. Hierzu wiederum muss man verstehen, dass die Begriffe in jedem Einzelnen eine eigene Form annehmen – sie sind nie völlig gleich.

Wahrheit ist demgemäß subjektiv – nie objektiv.

Wahrheit als Ergebnis von Kommunikation

Das, was wir als die unumstößliche Wahrheit ansehen, ist das Ergebnis einer Kommunikation. Man könnte sich das vorstellen wie eine demokratische Wahl, der sich jeder unterwirft. Am Ende ist der Wahlsieger das, was die Wähler als existent begreifen müssen, solange sie sich an der Wahl (Kommunikation) beteiligen. Der Wahlsieger repräsentiert zugleich die Wahrheit. Nun stelle man sich vor, dass eine solche Wahl stets und ständig abläuft, mit jedem Gedanken verändert sich die Konstellation, das Wahlergebnis.

Spirealismus – die innere Wahrheit als die Quelle bzw. Existenz vieler Welten

Die Vorstellung vieler Welten geht aus von der spirealistischen Grundauffassung, dass es keine von uns unabhängige Außenwelt gibt. Woher kommt dann „die Welt“? Der Spirealismus besagt: es gibt sie nicht, „die Welt“. Sondern es gibt nur viele Welten. Wir Menschen (unter anderem) repräsentieren sie, in uns sind sie. Ebenso wie in jedem Objekt das wir sehen. Durch uns entstehen die Objekte, durch die Objekte entstehen wir. Wir selbst sind Elemente der Schöpfung, nicht ihre unabhängigen Beobachter. Und aus uns, unseren Ich-Universen, formt sich das, was wir für die von uns unabhängige Welt, und mithin auch für die von uns unabhängige Wahrheit halten.

Siehe auch: Artikel Die Entstehung der Realität – Bewusstsein erschafft Realität

Weiterlesen: Beitrag die Schwere und die Leichtigkeit des Spirealismus

 

Was ist Wahrheit? Wahrheit als Weltanschauung. was last modified: April 10th, 2016 by Henrik Geyer

Die Ontologie des Spirealismus

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort Thema Ontologie des Spirealismus: Es ist eine Illusion anzunehmen, die materielle Existenz habe etwas Faktisches. Dieser Illusion sehen wir uns in der alltäglichen Welt ebenso gegenüber, wie in der Teilchenwelt. Es gibt keinen Unterschied. Die Brille, mit der wir in unsere Welten sehen, ist immer Geist. Geist ist das einzig Faktische.

Im Artikel Die Ontologie des Materialismus wurde das allgegenwärtige Seins-Konzept des Materialismus beschrieben. Was steht diesem Konzept gegenüber? Und zwar wirklich gegenüber, nicht als materialistische Weltanschaungs-Variante oder eine weitere Sichtweise des Materialismus? Es ist die Ontologie des Spirealismus: Alles ist Geist.

Thema: Beitrag ‚Die Ontologie des Materialismus‘

Ist das Sein etwas Kompliziertes?

Ich glaube, viele meinen, das Sein zu beschreiben sei sehr schwierig. Es ginge dabei um die kleinsten Teilchen der Materie. So sieht es der Materialismus – und beim allgegenwärtigen Materialismus betrachten wir ja alles aus der Sichtweise des Materialismus. Das Sein, so meinen wir, sei damit in Formeln verborgen, in Teilchenbeschleunigern, etc..

So sieht es der Spirealismus nicht.

Die Ontologie des Spirealismus ist: das Sein ist geistig; die Objekte denen wir uns gegenüber sehen, sind eine Vorstellung.

Daher geht es letztlich nicht um Atome, denn was Atome sind, ist ja selbst eine Vorstellung. Wenn man also vom Sein spricht, so kann man das getrost tun, indem man sagt: das Sein ist eine Vorstellung im Geistigen. Man denke an Schopenhauer: „Die Welt als Wille und Vorstellung“

Die Frage ist eher: Was kann man nun über Vorstellungen sagen?

Das Atom eine Vorstellung?

Dass das Sein eine Vorstellung ist, leitet sich durchaus auch aus dem ab, was namhafte Atomphysiker selbst über die Teilchen sagen. Sie ringen mit ihren Vorstellungen, sagen, das Atom sei dies, dann wieder das. Je nachdem, wie sie das Atom begreifen, so ist ihnen das Atom letztlich.

Einem Zitat Werner Heisenbergs folgend, könnte man formulieren, dass er die Existenz im „unmittelbar Faktischen der uns umgebenden Welt“ sieht. Hier das Zitat:

Die Ontologie des Materialismus beruhte auf der Illusion, daß man die Art der Existenz, das unmittelbar Faktische der uns umgebenden Welt, auf die Verhältnisse im atomaren Bereich extrapolieren könne.
Werner Heisenberg

Doch – was ist das „unmittelbar Faktische“? Das unmittelbar Faktische ist für Heisenberg eine direkte Beobachtung: „Dort ist ein Baum.“

kann ein Baum eine Vorstellung sein?

Ja. In Alles ist Geist beschreibe ich, wie das „unmittelbar Faktische“ für mich das Faktische verlor. Ich stellte fest: Jede Wahrheit ist auch ein Glaube. Das gilt letztlich auch für das, was wir sehen. Denn das was wir sehen ist nicht zu trennen von einer Vorstellung, die wir davon haben.

Für mich ist der Weg dieses Erkennens das Interessante. Denn es zeigt, dass man auf tausenderlei Wegen immer auf dieselbe Frage stößt.

Anders als Heisenberg, ging ich den umgekehrten Weg. Ich untersuchte nicht Teilchen, sondern das sogenannte Faktische und stellte fest: Es ist nicht da.

Meine Um-Formulierung des obigen Zitates wäre:

Es ist eine Illusion anzunehmen, die materielle Existenz habe etwas Faktisches. Dieser Illusion sehen wir uns in der alltäglichen Welt ebenso gegenüber, wie in der Teilchenwelt. Es gibt keinen Unterschied. Die Brillen, mit denen wir in unsere Welten sehen, ist immer Geist. Geist ist das einzig Faktische.

Die Ontologie des Spirealismus und das unmittelbar Faktische. Die Wahrheit.

Die materialistische Vorstellung von der „existierenden Außenwelt“, dem Objektiven, dem unmittelbar Faktischen, dem Realen, dem Wirklichen, ist auch immer verbunden mit dem materialistischen Verständnis von Wahrheit.

Und insofern nehme ich auch folgendes Einstein-Zitat als Hinweis auf das Fehlen des unmittelbar Faktischen:

Wer die Wahrheit beschreiben will, überlasse die Eleganz dem Schneider.
Albert Einstein

Die Ontologie des Spirealismus

Die Ontologie des Spirealismus ist zusammengefasst: Alles ist Geist. Geist steht nicht Materie gegenüber, sondern wieder Geist. Geist, in jeder seiner Formen, nennen wir es Materie, Traum, Erleben, Faktisches, ist das Wirkliche. Geist ist die Existenz.

Geist ist „nur“ relativ, immer subjektiv – nie objektiv. Das Beobachtete (gemeinhin „Objekt“ genannt) gibt es in der Form, wie der Beobachter es sieht, nur im Beobachter. Das Objektive gibt es nicht, sondern immer nur Subjektivität.

Und daraus folgt auch: Man kann nichts beobachten, das vom Beobachter zu trennen wäre.

 

Siehe auch:  ‚Materialismus Philosophie. Spirealismus vs Materialismus‘

Die Ontologie des Spirealismus was last modified: März 7th, 2016 by Henrik Geyer

Die Ontologie des Materialismus

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Die Ontologie des Materialismus bestehtin der grundsätzlichen Auffassung, dass Materie dem Geist GEGENÜBER steht.Der Geist habe die Materie abzubilden.

Es geht auf Spireo viel darum, was „die Welt“ wirklich ist. Ist sie Geist? Der Spirealismus bejaht das. Aber was heißt das? Was bedeutet „Alles ist Geist“? Die Bedeutung dessen wird erst in einer Gegenüberstellung klarer – im Allgemeinen verstehen wir unter Existenz „das Wirkliche“, versinnbildlicht im Außen, in der Materie. Das ist die Ontologie des Materialismus – die Seins-Lehre des Materialismus.

Dem unabhängigen Außen steht Geist gegenüber

Die Ontologie des Materialismus (Seinslehre des Materialismus) beruht auf der Grundvoraussetzung, dass dem Geist eine materielle Außenwelt gegenübersteht. Diese materielle Außenwelt, wird im Gehirn abgebildet.

Die Vorstellung von einer materiellen Außenwelt wird mit verschiedenen Eigenschaften dieser Außenwelt in Verbindung gebracht.

  1. Die materielle Außenwelt sei vom Beobachter unabhängig
  2. Die materielle Außenwelt beherberge das Objektive (das Objektive ist letztlich ein Synonym für „Außenwelt“, denn es betrifft das Begriffspaar objektiv/subjektiv. Ähnliches Thema: Artikel ‚objektiv subjektiv. Was ist der Unterschied zwischen Objektivität und Subjektivität?‘)
  3. Die materielle Außenwelt beherberge also Dinge, die der Geist lediglich versucht in ihrem wirklichen Wesen mehr und mehr zu begreifen. Damit ist, in der materialistischen Sichtweise, diese Außenwelt verbunden mit dem Wirklichen, der Wahrheit, oder auch dem Kantschen Ding „an sich“.
  4. Umgekehrt ist der Geist demnach das Nicht-so-Wirkliche

 

Materialismus - was ist das?
Materialismus – was ist das?

 

Der Geist ist das weniger Wirkliche

Damit ist also beschrieben, dass die Ontologie des Materialismus das wesentliche Begriffspaar Materie und Geist beinhaltet.

Der Geist ist dabei das Nicht-Wirkliche, oder, wie immer man es nennen möchte … das „nicht so Wirkliche“, das Noumenon als eine Beschreibung oder Umschreibung des Wirklichen, und so weiter.

Auch wenn dieser Artikel die Ontologie des Materialismus zum Gegenstand hat, sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass mit gerade geschriebenem Satz sofort die Frage auftaucht: Warum sollte gerade das elemantare Ding, welches uns doch Kunde von unserer Welt gibt, nämlich der Gedanke, nicht wirklich sein?

Siehe auch:  ‚Die Ontologie des Spirealismus‘

Die Untersuchung der Materie

Daher meint der Materialismus, sich auf Grund seiner Ontologie auf die materialistische Wissenschaft verlassen zu können. Sie sei Instrument des Seins-Erkennens – indem sie objektiv untersucht, objektiv erkennt.

Man untersucht im Teilchenbeschleuniger CERN die Teilchen und meint, dem wahren Wesen des Seins immer mehr auf die Spur zu kommen. Man nennt die Teilchen, die man zu finden gedenkt, „Gottesteilchen“.

die Ontologie des Materialismus findet sich in jedem Gedanken, den wir denken

Abschließend sei noch darauf hingewiesen, dass die Ontologie des Materialismus in jedem Gedanken von uns steckt. Die Sprache, derer wir uns bedienen, enthält als Basis all unseres Verständnisses Begriffspaare wie objektiv/subjektiv, Materie/Geist, wirklich/unwirklich, Traum/Realität.

Indem wir sie denken und aussprechen, bewegen wir uns innerhalb des Gedankengebäudes des Materialismus. Das bedeutet, wir können jedes andere Gedankengebäude nur von der Warte des Materialismus aus sehen und beurteilen.

Die Ontologie des Materialismus bedingt, dass er sich nur selbst für möglich hält

Der Materialismus, mit seiner real existierenden Außenwelt, die es gilt im Geist genau abzubilden, mit seiner Objektivität als Inbegriff des Nicht-anders-Denkbaren, hält natürlich nur letztlich eine einzige Wahrheit für richtig. Wie könnte es anders sein … natürlich ist es seine eigene.

 

Lesen Sie auch: Artikel ‚Die Entstehung der Realität – Bewusstsein erschafft Realität‘

 

 

Die Ontologie des Materialismus was last modified: November 20th, 2016 by Henrik Geyer

Materialismus – was ist das?

Materialismus - was ist das?

Materialismus – ist die Sichtweise, dass die Welt aus Materie-Objekten besteht, die von Geist (dem Menschen) beobachtet werden

Der Mensch bildet Materie-Objekte im Denken ab

Materialismus eine Denkweise, die die Existenz von Materie für eine fundamentale Denkvoraussetzung hält.

Materialismus ist, so gesehen, die verbreitetste Weltanschauung – es fällt daher schwer, anders zu denken. Sind denn die Dinge, die wir im Außen beobachten, etwa nicht aus Materie (Stoff)?

Materie ist Stoff

Dass die Welt aus Materie (Stoff) besteht, sagt uns erst einmal nicht so viel. Erst wenn wir die gedanklichen Verbindungen anschauen, mit dem Wort Materie mitschwingen, und die ins Unendliche reichen, wird daraus eine ganze Welt von Anschauungen.

Es ist unsere Logik zu sagen, dass eins das Andere aufbaut. Daher ist die Materie geschaffen aus Teilen. Und die Teile bestehen wieder aus Teilen. Im alten Griechenland gab es die Vorstellung, dass die Materie aus nicht mehr weiter teilbaren Teilchen besteht (Atomen). Diese Vorstellung ist einerseits längst überholt, andererseits ist das Denken in Kernen, bzw. nicht weiter teilbaren Einheiten, das Wesen des Materialismus, und so gesehen in der Praxis des täglichen Denkens längst nicht überholt.

Umgekehrt lassen sich aus Materie immer noch größere Formen machen, durch Vervielfachung – auch hier ist Unendlichkeit.

Eins baut das Andere auf – eins ist der Grund für das Andere

Ebenso wie wir meinen, dass das Eine das Andere aufbaut, und aus demselben Grund, ist es gleichermaßen unsere Auffassung, dass sich mit Notwendigkeit das Eine vom Anderen ableitet. Das Eine ist der Grund vom Anderen. Das nennen wir auch Kausalität.

Gier, Geiz, Geld, Besitz = Materialismus?

Erst einmal: Nein, nicht unbedingt. Die Auffassung, die Welt bestünde aus Materie, hat mit Gier nichts zu tun.

Dennoch ist das Für-wahr-Halten objektiver Dinge, und somit das Anstreben von (scheinbar nicht anders sehbaren) Werten, eine Eigenart, die der materialistischen Sichtweise, mit ihren ganz objektiv existierenden Dingen, als Logik folgt. Daraus erwächst, als Übertreibung, Gier.

Dies ergibt sich aber erst in der Gegenüberstellung zu anderen Denkweisen.

Die Gegenüberstellung mit anderen Denkweisen ist allerdings für den Materialismus schwierig, denn er hält sich für selbstverständlich und unumgänglich. Einen gültigen Vergleich zu anderen Weltanschauungen lässt die Sichtweise des Materialismus nicht zu, denn aus ihrer Sicht kann es letztlich nur eine einzige richtige Anschauung geben (es gibt nur eine Wahrheit). Und diese letztendliche Wahrheit findet der Materialismus natürlich bei sich.

Widersprüchlichkeit des Materialismus

Materialismus ist widersprüchlich, denn es hat keine Erklärung für die ihm eigenen Paradoxien

Ein Beispiel: einerseits soll es all das geben, was wir beobachten. Andererseits scheint das, was wir beobachten, unendlich zu sein. Das kommt uns selbst oft genug merkwürdig vor – man denke nur an den rätselhaften Begriff der Unendlichkeit. Hinzu kommt, dass wir im Prinzip immer bemerken können (Achtsamkeit vorausgesetzt), dass unsere Erwartungen unser Erleben steuern. Die Natur hat also alles das, was wir beobachten können, in einer Unendlichkeit bereits vorausgesehen und geschaffen?

So stellen sich in der Kernphysik  eben diese Fragen heute umso mehr und umso drängender, denn hier trifft der materialistische Gedanke auf seine Grundvoraussetzung: das Enden der materialistischen Kausalkette in irgendeinem(!) objektiven Kern – und er erweist sich auch hier als falsch.

Materialismus-Gegensatz: Spirealismus

Spirealismus ist, im Gegensatz zu Materialismus, eine Denkweise, die aus bestimmten Sichtweisen bestimmte Realisierungen hervorgehen sieht. Anders gesagt: Was man sehen kann, ist abhängig von der geistigen Brille, die man trägt – egal, ob nun in Gesellschaft oder Wissenschaft und Technik.

Das bedeutet: Die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse der Menschheit sind Teil der Schöpfung, nicht deren Widerspiegelung.

Im Gegensatz zu Materialismus sieht der Spirealismus nicht sich selbst nur als mögliche Sichtweise an – der beste Beweis hierfür ist die Tatsache, dass der Materialismus in der Welt ist, und als Weltanschauung der Materialisten funktioniert.

siehe auch Spirealismus

Materialismus – was ist das? was last modified: Februar 13th, 2016 by Henrik Geyer