Materialismus Philosophie. Spirealismus vs Materialismus

Was ist Materialismus Philosophie? Spirealismus vs Materialismus? Woraus besteht die Welt?

In diesem kurzen Beitrag soll es darum gehen, was Materialismus als Philosophie ist, und wie sich Spirealismus davon unterscheidet. Was Spirealismus ist, lässt sich in der Gegenüberstellung gut darlegen.

Materialismus Philosophie – das ist die Annahme, dass die Ergebnisse der materialistischen Wissenschaft, ihre Festlegungen also, das universelle Schöpfungsprinzip beschreiben.

(Hingegen ist es der Ansatz des Spirealismus, in den der Schöpfungskraft z.B. der materialistischen Wissenschaften selbst das Schöpfungsprinzip zu sehen).

Materialismus Philosophie – was ist das?

In der Materialismus als Philosophie steht der Materie der Geist gegenüber. Der Geist als ein anderes Prinzip als die Materie. Der Geist abbildend, während die Materie das Objektive (das Objekt der Betrachtung) ist.

Der Materialismus sieht also die Materie als die Substanz der Welt an, die der Geist (Mensch) beobachtet, bzw. widerspiegelt.

Sichtweise des Spirealismus

Der Spirealismus sieht den Menschen aus Geistigem entstehen. Er sieht ihn als Element des Schöpfungsprozesses weiter erschaffen. Etwa so, wie eine Blume Resultat des Schöpfungsprozesses ist, ist sie dem Spirealismus zugleich auch selbst Schöpferin.

 

Die Materialismus Philosophie geht davon aus, dass der Mensch, eine Blume sehend, meint, er konstruiere die Blume in seinem Gehirn noch einmal neu, sei also der Beobachter des Schöpfungsprozesses (mit dem er im Grunde nichts zu tun hat, während er beobachtet).

Dem gegenüber sagt der Spirealismus, dass Beobachtung und Schöpfung eins sind.

Das ist die Folge der spirealistischen Feststellung, dass die Gedanken selbst die Realität sind. Es gibt die Realität nicht noch einmal „extra„.
Der Spirealismus sagt somit, dass dem Geist nichts anderes gegenübersteht, als er selbst ist. Der Beobachter ist in einer relativen Position – aber das Beobachtete ist ebenso wenig objektiv wie er selbst, sondern vielmehr ist das Beobachtete ebenso relativ.

Neusicht des Begriffes „Wahrheit“

Nun gibt in der Materialismus-Philosophie die Vorstellung, es gäbe eine einzige Wahrheit.

Der Spirealismus sieht die materialistische Vorstellung von Wahrheit mit der generellen Vorstellung einer Existenz außerhalb des Beobachters verknüpft. Wenn der Spirealismus aber darlegt, dass es eine solche, vom Beobachter unabhängige Existenz nicht gibt, so ist damit auch gesagt, dass es eine vom Beobachter getrennte Wahrheit nicht gibt.

Ist Spirealismus „wahr“?

Es taucht die Frage auf, inwiefern der Spirealismus sich selbst „wahr“ nennen kann? Da der Spirealismus das Vorhandensein einer absoluten Wahrheit verneint, kann er sich selbst nur „wahrer“ nennen, als andere geistige Richtungen. Wahrer als der Materialismus.

Dennoch ist Spirealismus nicht trivial, und auch keine „beliebige“ Sichtweise. Spirealismus ist nicht trivial (im Sinne von „einfach zu verstehen“), weil es sich dem materialistischen Denken nur sehr sehr schwer erschließt – es ist mit der Umdeutung der fundamentalsten Grundannahmen verbunden.

Und Spirealismus ist keine „beliebige“ Sichtweise, etwa weil Spirealismus von einem Nicht-Vorhandensein absoluter Wahrheit ausgeht (was mancher so versteht, daraus entstünde eine „beliebige“ Weltsicht). Vielmehr setzt der Spirealismus die dem Materialismus rätselhafte Unbestimmtheit, die gleichwohl unleugbar ist, als Grundprinzip voraus – uns zieht daraus wichtige, sehr greifbar formulierbare Folgerungen.

Spirealismus führt zu neuartigen Denkansätzen, die mit unseren Beobachtungen in harmonischem Einklang stehen; ein Einklang, den man mit materialistischem Denken nicht erreichen kann.

Beispiele von Schlussfolgerungen

Beispielsweise ist es ein spirealistisches Grundverständnis, dass es gibt nichts geben kann, das vom Blick des Beobachters unbeeinflusst wäre. Was bedeutet das? Das bedeutet, dass wir durch Denken die Realität beeinflussen – schon allein deshalb, weil die Realität nichts anderes ist, als die im individuellen Denken vorhandene Realität. So ist Spirealismus Erklärung, warum naturwissenschaftliche Experimente zu der Einsicht führen können, dass der Mensch durch seine Beobachtung die Resultate erschafft (Doppelspaltexperiment).

Als eine unabdingbare Folge des Spirealismus gibt es die Überlegung zur Supersubjektivität. Supersubjektivität erklärt, warum wir uns als vernetzte und voneinander abhängende Subjekte sehen können, deren scheinbar außerhalb ihrer selbst liegende objektive Realität durch den Subjektivblick der Vielen erschaffen wird.

 

Der Spirealismus sieht das Eine nur DURCH das Andere entstehen. Durch den Blick auf die Dinge kommen diese in eine spezifische Existenz.

Der Materialismus hingegen sieht die Dinge als einzeln. Als absolute Existenzen. Daher glaubt er auch, der Mensch selbst wäre ein von den Dingen abgetrennter Beobachter.

Aus dieser Sichtweise kommen all die dem Materialismus unerklärlichen Paradoxien, wie zum Beispiel die schon erwähnte naturwissenschaftliche Beobachtung der Beeinflussung scheinbar unabhängiger Materie nur durch Denken. Oder die der Materialismus-Philosophie unverständliche Frage, was „das Undenkbare“ eigentlich ist – kann denn der Mensch etwa nicht alles denken? (dies wird in einem anderen Beitrag behandelt)

 

Materialismus Philosophie. Spirealismus vs Materialismus was last modified: Februar 13th, 2016 by Henrik Geyer

Herz und Verstand. Was bedeutet es, auf „das Herz zu hören“?

Metropolis - Mit Herz und Verstand zum Tun

ohne Herz und Verstand: kopfgesteuert aber uninspiriert

Kopfgesteuert aber uninspiriert – so könnte man unsere heutige Welt bezeichnen. Herz und Verstand sind nicht vereint. Magisches Denken, Wissen um das Nichtwissen („Ich weiß, dass ich nichts weiß“, Cicero), liegt uns nicht mehr. Denn wir meinen, die Welt sozusagen fast völlig erkannt zu haben.

Aber – was aber ist dann dieses geheimnisvolle „Auf das Herz hören?“ Was sind Zufall, was sind die Dinge, die wir nicht wissen können? Obwohl unsere Welt scheinbar bis in das letzte Atom erkannt ist, begleiten uns Rätsel auf Schritt und Tritt. Wir können sie vor lauter Wissen nur nicht mehr sehen.

Wir glauben, der Geist sitzt im Gehirn – das Gehirn assoziieren wir mit Denken. Inspiration tritt auch im Geist auf – wiederum ist Inspiration dem Denken unerklärlich. Inspiration kann man sich nicht ausdenken. Ganz offenbar stößt hier unsere Vorstellung von „unserem Denken“ an die Grenzen seiner selbst.  Das Rätselhafte, das Unerklärliche, mag man es Inspiration nennen, mag man es Unterbewusstes nennen – es bleibt rätselhaft und unerklärlich.

Was bedeutet „höre auf dein Herz“? Wo und wann hört man das Herz?

Daher sagt man mit Recht: „Höre auf dein Herz“ – und bezieht das Rätselhafte, das nicht Begründbare, in eine scheinbar rationale Entscheidung ein. Man meint damit: „Fühle, welchen Weg du gehen willst. Beziehe Vorahnungen in deine Entscheidung ein. Erklär es nicht. Nimm deine Zuneigungen und Abneigungen ernst. Nimm ernst, was du über Gut und Böse weißt. Herz und Verstand müssen eine Einheit sein.“

Aber andererseits: Was man über Gut und Böse weiß, vielleicht aus Märchen – was soll das bei rationalen Entscheidungen helfen? Wäre das nicht naiv? Wäre es nicht besser, noch genauer zu überlegen?
Nein, denn genaueres Überlegen führt nicht zu mehr Wahrheit. Es ist eben falsch, den Menschen als ein durch und durch rationales Wesen zu sehen. Es ist das, was wir auf dieser Web-Seite immer wieder schreiben: Das Denken IST die Realität, nicht eine Spiegelung einer äußerlichen Realität. Mithin ist alles, was wir über uns sagen können, also auch unsere Gefühle, unsere Werte, Teil unserer Realität. Einer Realität, die ihre Wurzeln im Unendlichen hat. Die Wurzeln liegen nicht in einem Kleinsten, nicht weiter Spaltbaren, und somit Erkennbaren. So gesehen würden wir gegen die eigentliche Realität handeln, klammerten wir Gefühle aus.
Es ist vernünftiges, intuitives Wissen, dass man auf das Herz hören muss – dieses Wissen geht in unserer materialistischen Zeit nur ein wenig unter, und wird oft gar nicht als Wissen gesehen.

Mittler zwischen Hirn und Hand muss das Herz sein.

Ein berühmter Film, der den Zusammenhang zwischen kopfgesteuertem, materialistischem Denken, und menschlichem Mit-Fühlen, thematisiert, ist „Metropolis“ von Fritz Lang.
Der Science-Fiction-Riesenstadt Metropolis droht der Untergang, weil sie sich dem Wahn der Machbarkeit, der äußersten Effektivität verschrieben hat, ohne das Menschliche in die Überlegungen einzubeziehen. Die Oberstadt der Reichen und Intellektuellen (Kopf) will mit der Unterstadt der geknechteten Maschinenarbeiter (Hand) nichts zu tun haben. Nur Oberstadt und Unterstadt zusammen sind Metropolis – doch der gedankliche Gegensatz lässt beide Teile zu Feinden werden – und bedroht die Existenz des Ganzen. Erst der gefühlvolle Held des Films ist in der Lage, durch Menschlichkeit beide Lager zu verbinden.

Der letzte Satz in Metropolis (weil es ein Stummfilm ist, wird der Satz auf eine Tafel geschrieben ins Bild gebracht), ist: „Mittler zwischen Hirn und Händen  muss das Herz sein.“ Mit Hirn ist die Oberstadt gemeint, mit Hand die Unterstadt. Und der Mittler, also das Herz, ist im Film der jugendliche, gefühlvolle Held.

Metropolis - Sakrales.
Metropolis – Sakrales. Mit Herz und Verstand zum Tun

 Tun mit Herz und Verstand – wie innen  so außen

Der Film ist auch ein schönes Beispiel für ein Gleichnis, dass uns bewusst macht, dass für das Große (die Stadt), das Gleiche gilt, wie für das Kleine (den einzelnen Menschen); der Film versinnbildlicht auf vielen Ebenen die hermetische Weisheit: Wie oben so unten. Wie innen so außen (man könnte auch sagen: Unser Innen IST unser Außen)

Der bildgewaltige Film verbindet auf eindrucksvolle Weise Sakrales mit Science Fiction, intuitives Wissen mit Wissenschaft. Er macht verständlich, dass menschlich-Sinnvolles nur ganzheitlich entstehen kann – mit Herz UND Verstand, denn man kann beides nicht trennen.

Herz und Verstand. Was bedeutet es, auf „das Herz zu hören“? was last modified: Dezember 2nd, 2015 by Henrik Geyer