Suche nach Kreativität – Wie ich zum Schreiben kam

Suche nach Kreativität - Wie ich zum Schreiben kam

Wie kam ich zum Schreiben? Es war eine Suche nach Kreativität … ich fragte mich: Was ist Kreativität, wie drückt sie sich aus? Was ist wirklich neu in der Welt?

In „Alles ist Geist“ beschrieb ich eine persönliche Erfahrung, die ich so formulierte: „Das Denken ist die Realität“ – sie steht im Gegensatz zu: Das Denken spiegelt die Realität wieder. Eine Facette dieser Überlegung ist: Was ist etwas völlig Neues? Was ist kreativ – schöpferisch im eigentlichen Sinn?

Weil die Überlegung „Das Denken ist die Realität“ zu diesem Zeitpunkt mein Leben neu formte, war es mir wichtig, der Frage nach Kreativität auf die Spur zu kommen.

Was ist der Knackpunkt?

Die Frage „was ist Kreativität“ wird vielen vielleicht nicht besonders interessant erscheinen – ist denn nicht bereits bestens bekannt, was Kreativität ist??

Für mich nicht. Ein sehr treffendes Arthur-Schopenhauer-Zitat formuliert, was hinter der Frage steckt:

Denken können sehr Wenige, aber Meinungen wollen Alle haben: was bleibt da anderes übrig, als daß sie solche, statt sie sich selber zu machen, ganz fertig von Andern aufnehmen? – Da es so zugeht, was gilt noch die Stimme von hundert Millionen Menschen? – So viel wie etwa ein historisches Faktum, das man in hundert Geschichtsschreibern findet, dann aber nachweist, daß sie alle einer den andern ausgeschrieben haben, wodurch zuletzt alles auf die Aussage eines Einzigen zurückläuft.

Schopenhauer weist damit auf die Tatsache hin, dass doch vieles von dem, was wir als „persönliches Wissen“ zu haben glauben (so als hätten wir es selbst entdeckt und wüssten es daher ganz zuverlässig), übernommen ist, oft aus letztlich nicht benennbaren Quellen.

Wir reden die Dinge zwar wieder und wieder, glauben an eine besondere Beweiskraft wenn viele Menschen dasselbe sagen. Doch – wie Schopenhauer es formuliert – welche Beweiskraft hat die Stimme von hundert Millionen Menschen wirklich? Letztlich keine besondere – alles führt zurück auf eine subjektive Sichtweise.

Was ist nun auch Kreativität eigentlich, wenn „der eine vom anderen nur abschreibt“, anders ausgedrückt: die vorgefundenen geistigen Inhalte übernimmt und bestenfalls neu formt?

(Schopenhauer bezieht sich in dem Zitat auf Geschichtsschreibung, aber was er sagt, gilt letztlich für jeden Wissensbereich. Man denke an die Wissenschaft, oder bereits an die Sprache selbst, in der die Bedeutungen all dessen, was sagbar ist, bereits vorgegeben sind. Was genau ist völlig „neu“?)

Suche nach Kreativität – Neugierde auf Schöpfertum

Ich wollte ein Buch schreiben und mir selbst diese Frage beantworten. Ich begann zu schreiben. Weil das Zentrum meines Interesses damals das Nachdenken über die Welt war, war es ein philosophisches Buch, das da entstand; es war „Alles ist Geist“.

Das Thema, so fühlte ich, war in dieser Form nur in mir – das war es auch, was ich wollte. Allbekanntes neu zu formulieren, kam mir nicht interessant genug vor – es schien auf der Suche nach Kreativität auch nicht wirklich weiter zu führen. Es sollte auch kein Fantasy-Buch sein; als nützlich und interessant empfand ich Philosophie.

Siehe auch Artikel zum Thema: Ist Philosophie Wissenschaft? Warum Philosophie die wichtigste Wissenschaft ist.

Es dämmerte mir allerdings erst nach und nach, dass der unwillkommene Umkehrschluss dieser Neuartigkeit ist, dass sich das Thema im Grunde dem normalen Verständnis entzieht. Der Spirealismus, den ich in „Alles ist Geist“ erstmalig formulierte, besagt selbst, dass Voraussetzung für ein wirkliches Verständnis ein fundamentales Neubegreifen der selbstverständlichsten Worte ist – eine „Überwindung des Materialismus“, wie ich es nannte. Aber welcher Leser will so etwas?

Zögerlich wurde mir klarer, wie schwierig es für den Leser ist, Begriffe jenseits des normalen Verständnisses (neu) aufzufassen, und wie selten man sich darauf einlassen wird. Mir wurde auch klar, dass diese Form der Kreativität den Nachteil hat, nicht besonders populär sein zu können. Denn bei aller Kreativität sucht der Lesende doch das Bekannte – und der Schreibende sucht letztlich den Lesenden.

Siehe auch Artikel zum Thema kreativ sein : Kreativ sein – die 80 % Regel

Jedoch wurde durch meine ganz praktisch angegangene Suche nach Kreativität tatsächlich bewusster, was Kreativität überhaupt ist und wie man sie lebt.

Suche nach Kreativität – Wie ich zum Schreiben kam was last modified: Februar 10th, 2016 by Henrik Geyer

Kreativitätstechniken – wie bin ich am effektivsten kreativ?

Kreativitätstechniken Spruchbild: Einer der Vorteile der Unordnung liegt darin, dass man dauernd tolle Entdeckungen macht.

in diesem Artikel soll es um einige sehr allgemeine Kreativitätstechniken gehen

Kreativitätstechniken: Kreativität als Gewohnheit

Zunächst einmal kann Kreativität zur Gewohnheit werden – vorausgesetzt, man hat eine kreative Tätigkeit. Das berühmte Schraube-Anziehen am Fließband wäre ungeeignet, um Kreativität  zu „lernen“, und zur Gewohnheit werden zu lassen.

Damit Kreativität zur Gewohnheit wird, sollte man möglichst jeden Tag innerhalb einer bestimmten Zeitspanne kreativ sein. Kreativität ist als Arbeit zu sehen, die auch Disziplin erfordert.

Gerade Kreativität braucht einen wachen Geist, und es gibt von Mensch zu Mensch unterschiedliche Tageszeiten, an denen der Quell der Kreativität sprudelt, wie auch nicht-kreative Tageszeiten. Jeder muss für sich ausprobieren, wann die beste Zeit des Tages für kreatives Schaffen ist.

Gedanken würfeln

Eine der wichtigsten Kreativitätstechniken ist es, verschiedenste Einflüsse auf sich wirken zu lassen, zu kombinieren, zusammenzufügen. Vielleicht könnte man auch sagen: Naiv sein ist wichtig, und so zu tun, als wüsste man nichts. Das Vorhandene ist ohnehin nicht, was man sucht.

Warum ist das so? Weil Kreativität nichts anderes ist, als das Neuzusammenfügen von Bekanntem. Wer also glaubt, alles Richtige und alles Schöne gäbe es schon, kann nicht kreativ sein.

Wolfram von Eschenbach, der mittelalterliche Schöpfer des „Parzival“, nannte die Dichtkunst einmal einen „Würfelbecher“ der Schöpferkraft.

nur träumen

Man kann dem Geist aber auch einmal Ruhe gönnen – Kreativität ist letztlich nicht erzwingbar und hat auch wenig mit dem logisch-rationalen Denken zu tun, das wir im Alltag gewohnt sind zu nutzen, z.B. für die Terminplanung.

Wenn man bei einem bestimmten kreativen Problem nicht weiterkommt, dann nicht forcieren! Der Geist, diese unerklärliche und kraftvolle Quelle der Schöpfung, kommt oft von ganz allein auf die mögliche Lösung. Das Problem bleibt irgendwo im Unterbewusstsein – und es wird gelöst.

Ideen sammeln

Weil die besten und kreativsten Ideen manchmal aus dem Nichts auftauchen, weil sie sich oft auf bestimmte Ideen beziehen, die man schon hatte, muss man sich angewöhnen, die Ideen zu sammeln, und zwar sofort, wenn sie auftauchen. Es ist oft schade, wenn sie verloren gehen.

Das ist ganz ähnlich dem Träumen – wenn man Träume nicht sofort aufschreibt, kann man sich manchmal schon im nächsten Augenblick nicht mehr an sie erinnern. Beim besten Willen nicht.

Tun!

Natürlich kann das alles nicht davon ablenken, dass auch kreative Arbeit letztlich Arbeit ist, die Disziplin und Ausdauer erfordert. Kreativität ist eine Art Handwerk.

Welche kreative Aufgabe man auch immer lösen möchte, ob man malt, Musik macht, schreibt, vielleicht Businesses erfindet – was immer; man muss das spezifische Handwerk lernen. Und das geht natürlich nicht ohne Mühe, ohne Tun, ohne Versuche, ohne Enttäuschung.

Man könnte die Fertigkeiten des jeweiligen „Kreativ-Handwerks“ auch selbst als Kreativitätstechniken sehen. Wer auf der Klaviatur seines jeweiligen „Kreativhandwerkes“ zu spielen versteht, hat die besten (handwerklichen) Möglichkeiten, erstaunliche Resultate  zu erschaffen.

siehe auch Artikel Schreibblockade überwinden

 

 

Kreativitätstechniken – wie bin ich am effektivsten kreativ? was last modified: Januar 10th, 2016 by Henrik Geyer