Dreifaltigkeit – Interpretationen

Dreifaltigkeit: Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Das Dritte. Es ist nicht das Eine, und nicht das Andere.

Artikel über den Begriff der Dreifaltigkeit.

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Das eine kann nicht das andere sein. Das eine kann nicht ohne das andere sein.

Im Artikel über die Zahl Drei ging es um das Wesen der Welt, das aus einem nicht näher erklärbaren Grund mit der Zahl Drei zusammenhängt, was sich in vielerlei Sichtweisen wiederfindet, zum Beispiel als Synthese (3) aus These (1) und Antithese (2).

Siehe auch: Artikel Die Zahl Drei

die Dreifaltigkeit

Die Dreifaltigkeit Gottes, seine Dreifachheit, Trinität, Trinity, ist eine solche Sichtweise, das Dreifache betonend.

Gott ist eigentlich eins (alles) – sein Symbol ist der Kreis mit einem Punkt in der Mitte, was bedeutet, dass das Eine gleichzeitig Alles ist. Und dass Alles sich in Einem wiederfindet.

Gott wird auch häufig symbolisiert durch ein Dreieck in einem Kreis, was wiederum das Prinzip der Dreifaltigkeit innerhalb des allumfassenden Rahmens Gottes darstellt.

Symbol der Dreifaltigkeit

Gott ist dreifach von Person und doch einfach von Natur. Gott ist auch an allen Orten, und an jedem Ort ist Gott ganz. Das will so viel sagen, daß alle Orte ein Ort Gottes sind.
Meister Eckhart

 

So tritt Gott in der Bibel dem Gläubigen als Dreiheit (Dreifaltigkeit) gegenüber: Als Gott selbst, als sein Sohn Jesus und als Heiliger Geist. Es sind drei Formen, und doch immer derselbe: Gott.

Prinzip der Dreifaltigkeit

Das Prinzip der Dreifachheit findet sich auch im Visionären Werk P.D. Ouspenskys, Zitat aus A new Model of the Universe:

But as opposed to dead ideas which did not exist anywhere, there were on the other hand living ideas incessantly recurring always and everywhere and constantly present in everything I thought, learned and understood at that time. First there was the idea of the triad, or the trinity, which entered into everything. Then a very important place was occupied and much was explained by the idea of the four elements: fire, water, air and earth. This was a real idea, and during the experiments, in the new state of consciousness, I understood how it entered into everything and was connected with everything through the triad.

But in the ordinary state the significance and connection of these two ideas eluded me. Further, there was the idea of cause and effect. As I have already mentioned, this idea was expressed in hieroglyphs in a very definite way. But it was in no way connected with the idea of ” reincarnation “, and referred entirely to ordinary earthly life.

Aber wie als Gegenstück zu toten Ideen, die nirgendwo sonst existieren, gab es auf der anderen Seite lebendige Ideen, die immer und überall wiederkehren und stets präsent sind, in allem was ich dachte, erfuhr und zu dieser Zeit verstand. Zuerst war da die Vorstellung einer Triade, oder Trinität, die in alles eindrang. Ein weiterer sehr wichtiger Platz wurde durch die Vorstellung von den vier Elementen eingenommen: Feuer, Wasser, Luft und Erde. Dies war eine reale Vorstellung, und während der Experimente, im neuen Zustand der Bewusstheit, verstand ich, wie alles von der Triade durchdrungen und verbunden war. Doch im Normalzustand verließ mich der Sinn für die Wichtigkeit und die Verbindung dieser beiden Ideen.

Außerdem war da die Idee von Ursache und Wirkung. Wie schon gesagt war diese Vorstellung sehr deutlich in Hyroglyphen (Bildzeichen) ausgedrückt. Aber es hatte nicht mit „Wiedergeburt“ zu tun, sondern bezog sich vollständig auf das normale Erdenleben.

Dreifaltigkeit als Prinzip des Unterschiedes, aus dem ALLES ist

Ouspensky’s Vision, das drückt er auch noch an anderer Stelle aus, ist, dass sich aus zwei verschiedenen Ursachen ein Drittes ergibt.

Es ist das Prinzip des Unterschiedes – wenn es Eins gibt, dann muss es auch das Andere geben (Zwei), denn es gibt kein Eins ohne noch etwas anderes. Im spirealistischen Verständnis gibt es nichts Einzelnes – denn wie sollte es sich definieren, wenn es ganz für sich allein steht?

Die Grenze des einen Dinges ist gleichzeitig die Grenze eines anderen Dinges
Anaximander, griechischer Philosoph

Und – das versteht sich von selbst: Die Dinge unterscheiden sich untereinander, denn wie könnte man sonst von dem Einen und dem Anderen sprechen? Es ist eine Differenz vorhanden.

Das Vorkommen der Differenz schließlich ist das Prinzip der Welt, denn innerhalb der Welt vorzukommen, bedeutet für die Differenz, Wirkungen zu haben. Es ist in der Philosophie die Dialektik – die Einheit und der gleichzeitige Kampf der Gegensätze.

In der Physik ist es ein Höhenunterschied, der das Wasser zum Fließen bringt, ein Temperaturunterschied, der chemische Reaktionen bewirkt, eine Differenz der Gravitation, die Bewegung erzeugt.

In der Politik ist es der Kampf der Politiker, im Krieg der Kampf der Fronten, in der Rhetorik Rede und Gegenrede.

Die Welt als Gesamtheit des Dreifach-Prinzips

Aus der Differenz entsteht schließlich das Dritte – das Dritte macht die Dreiheit der Dinge komplett, es ist die Dreifaltigkeit, aus der unsere Welten sind. Das Dritte ist das alles durchdringende, alles verändernde Entstehen und Vergehen, angetrieben aus der Differenz. Das Dritte ist das Wesen der Welt, der alles durchdringende göttliche Geist … es ist die Dreifaltigkeit des Schöpfers in seiner Gesamtheit.

 

Weiterlesen: Beitrag Was ist Gott? Die Notwendigkeit der Götter

Siehe auch: Bild Gottes: Was ist mein Bild?

Siehe auch: Artikel Es gibt keinen Gott – sagen die einen. Es gibt ihn doch, die anderen

 

Dreifaltigkeit – Interpretationen was last modified: Mai 19th, 2016 by Henrik Geyer

Krieg – woher kommt er? Muss es ihn geben?

Spruchbild: Bevor es den Menschen gab, wartete der Krieg schon auf ihn. Das ultimative Handwerk, das auf den ultimativen Handwerker wartet

Warum muss Krieg sein? Es gibt Menschen, die Gott dafür die Schuld geben.

Aber alles, was für Krieg nötig ist, machen doch wir! Wir bauen die Waffen, halten das Pulver trocken, schießen…

Die Notwendigkeit des Krieges – seine Selbstverständlichkeit liegt in uns

Ganz offensichtlich sind wir Menschen es, die den Krieg vorbereiten und durchführen. Warum suchen wir irgendwo anders?

Müssen wir den Krieg erschaffen?

John Updike sagte einmal, dass ihn die „Anti-Kriegs“-Konzepte verwirren. Er fühlte, … „Anti-Kriegs“ – das ist ähnlich „Anti-Nahrungs..“ oder „Anti-Sex..“, denn Krieg war für ihn etwas Unabdingbares in der menschlichen Erfahrung.

John Updike once said that he was confused by the very concept of “antiwar,” which he felt, and I’m paraphrasing him here, was like being “anti-food” or “anti-sex,” since war was such an essential element of human experience.

Aus: Black Hawk Down, von Mark Bowden, ISBN 978-3453868311

John Updike hält Krieg also für eine Notwendigkeit, ähnlich der Notwendigkeit zu essen, oder der Fortpflanzung. Und dennoch ist Krieg eigentlich Irrsinn. Ist Irrsinn in uns?
Noch ein Zitat, das die Natürlichkeit des Krieges zum Inhalt hat:
aus McCarthy’s Roman Blood Meridian:
„Krieg dauert fort. Man kann Männer fragen, was sie von Stein halten. Krieg gab es immer. Bevor es den Menschen gab, wartete der Krieg schon auf ihn. Das ultimative Handwerk, das auf den ultimativen Handwerker wartet.“
“War endures. As well ask men what they think of stone. War was always here. Before man was, war waited for him. The ultimate trade awaiting the ultimate practitioner.”

Die Überflüssigkeit des Krieges

Wie so oft in diesem Blog, beschreibe ich die Notwendigkeit der Welt als eine Notwendigkeit unserer Gedanken.

Gerade am Krieg sehen wir, dass wir zwar glauben, unsere Gedanken seien frei, doch sind sie es nicht. Die Notwendigkeit des Krieges liegt in uns, jedoch können wir scheinbar so gar nichts tun, ihn aus der Welt zu schaffen.

Die Grenzen unserer Gedanken zu sprengen ist schwierig. Den Krieg aus unserer Realität zu verbannen, hieße, den Krieg aus den Köpfen aller zu verbannen. Unser kollektives Denken wird zu unserer kollektiven Realität.
Lesen Sie auch: Gott und Leid – wo liegt die Quelle von Frieden und Krieg?

Krieg ist überflüssig – ein anderes Menschenbild

Offenbar braucht es ein völlig anderes Denken, um den Krieg zu verbannen.

Der Spirealismus ist eine dem materialistischen Weltbild entgegengesetzte Weltanschauung. Sein Menschenbild ist nicht das, eines unabhängigen Denkers, also eines Individuums, das einen äußerlichen Prozess (die Realität) in seinem Gehirn nachbildet.

Sondern Spirealismus sieht den Menschen als Element der Schöpfung – in ihm selbst „materialisieren“ sich alle Begriffe, die er meint, in seinem Außen zu sehen. Die Existenz ist Denken. Das Denken aber ist nicht frei. Die Grenzen des Denkens bilden sich, und sind existent, im Menschen.

wahres Verständnis

Erst wenn der Mensch dies versteht, und an den Grundfesten seiner  Begriffe rütteln kann, dann wird es ihm möglich, sein Denken zu regieren.

Was er für selbstverständlich hält, sogar für „gut so!“ – das eben ist zum Teil seine Hölle. Umzudenken – das hieße, das für falsch zu halten, was heute richtig erscheint.

Erst dann könnte die Selbstverständlichkeit des Krieges, und der Krieg selbst, verschwinden.
Siehe auch: Artikel Wachstumswahn – wie viel ist genug? Ist ein Ende des Wachstums erst dann erreicht, wenn wir die Schnauze voll haben?

Lesen Sie auch: Artikel Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

 

Krieg – woher kommt er? Muss es ihn geben? was last modified: April 23rd, 2016 by Henrik Geyer