Über den Glauben, der uns besser macht

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Wenn die Menschen den Glauben verlieren, werden sie zu Dämonen.

Brauchen wir Glauben? Glauben jenseits von Religion vielleicht? Wenn ja, wozu?

Der Film „Prisoners“

Neulich sah ich einen äußerst spannenden Film. Er hieß „Prisoners“ („Gefangene“).

Er handelt von der Entführung zweier kleiner, befreundeter Mädchen. Bald wird ein Tatverdächtiger festgenommen – ein geistig Behinderter, den man am Entführungsort zur Tatzeit gesehen hat.

Die Familien der Mädchen sind erklärlicherweise am Boden zerstört. Die Väter fragen den ermittelnden Polizisten (gespielt vom großartigen Jake Gyllenhaal) immer aggressiver, was er denn nun zu tun gedenke, den Festgenommenen Tatverdächtigen zu überführen – schließlich laufe die Zeit davon! Vielleicht verhungern die Mädchen in diesem Augenblick?

Doch statt den Behinderten zu überführen, muss die Polizei ihn laufen lassen, und zwar aus Mangel an Beweisen. Der Behinderte hatte sich nicht zur Tat geäußert – angeblich konnte er nicht. Und ihm ist auch nichts nachzuweisen. Nicht nur der Zuschauer hat an dessen Unschuld aber Zweifel.

Ein Vater, der foltert

Einer der Väter (gespielt von dem nicht weniger großartigen Hugh Jackman), „schnappt“ sich den Verdächtigen in der Nähe von dessen Wohnort. Er bringt ihn in ein verlassenes Haus, und foltert ihn, um eine Aussage zum Versteck der beiden Mädchen zu erlangen. Hinweise im Film (die auch der Zuschauer kennt), deuten darauf hin, dass dieser das Versteck der Mädchen kennen muss.

Ein Priester, der mordet

Eine weitere Facette des Themas Glaube sehen wir in Gestalt eines Priesters, in dessen Haus der Ermittler zufällig eine Leiche findet.

Die Leiche – das ist ein Kindesentführer und -Mörder, der dem Priester während einer Beichte seine jahrelangen Untaten berichtet hatte. Der Priester hatte daraufhin den Mann ermordet und die Leiche in seinem Haus versteckt.

Nun ist der Priester schuldig, dem Alkohol verfallen, sichtlich gequält von Gewissensbissen. Er hat seinen Glauben verraten, denn die Beichte ist geschaffen, um Vergebung zu erlangen, und nicht, um Gottes Gerechtigkeit selbst in die Hand zu nehmen.

Ein Polizist, der die Gesetze dehnt

Noch eine Perspektive auf das Thema Glauben wird durch die Sichtweise des Ermittlers (Gyllenhaal) eröffnet.

Der Glaube des Polizisten (an das Gesetz) ist ihm ein zu enges Korsett. Gyllenhaal dehnt das Gesetz, um dem Verlangen nach Gerechtigkeit, das auch in ihm ist, Genüge zu tun. Er dehnt es hier, weitet es dort. Sein Captain bremst ihn immer wieder, mit dem Hinweis auf das geltende Recht. Das geltende Recht verkörpert der Chef geradezu selbst – von Gestalt und Wesen ein übergewichtiger, schwerfälliger Bürokrat.

Gyllenhaal ist im Film aber auch Profi, so dass er weiß, dass bei aller verständlichen Sorge um die Mädchen, der Pfad des Rechts aus Prinzip nicht verlassen werden darf. Er bleibt bei seinem Glauben, auch wenn es ihn sichtbar mitnimmt, nicht so agieren zu können, wie er will.

Der Zuschauer mit im Boot

Der Zuschauer kann einerseits sehr gut den Folterer verstehen. Es muss etwas getan werden, jenseits der scheinbar halbherzigen Bemühungen der Polizei-Behörde. Andererseits leidet man geradezu selbst Schmerzen, die grausamen Szenen der Folter ansehen zu müssen – immer auch im Zweifel, ob denn der Verdächtige nicht am Ende doch unschuldig ist.

Ich möchte jenen, die den Film noch nicht gesehen haben, nicht die unglaubliche Spannung verderben – und der Film ist wahnsinnig fesselnd, und wirklich sehr zu empfehlen. (ab 16 Jahre).

Eine Botschaft über den Glauben

Der Film hat für mich eine vielschichtige Message zum Thema Glauben.

  • Zum einen erleben wir den Facettenreichtum des Begriffes „Glauben“. Im Film: der Glaube an das Gesetz. Der Glaube an Jesus Christus. Der Glaube, dass alles gut wird. Der Glaube an die Zukunft (verkörpert durch die Eltern, die an die Zukunft der Kinder glauben)
  • Frage: Wenn Glaube etwas ist, dem man überall in der Gesellschaft begegnet, und nicht nur religiöser Glaube gemeint ist – was ist dann Glaube im Unterschied zu Unglaube?
  • Im Film ist eindrucksvoll zu sehen, wie Menschen, die den Glauben verlieren, für ihre Mitmenschen zu Dämonen werden.

 

Lesen Sie auch: Beitrag ‚gute Erwartungen und schlechte Erwartungen formen unsere Welt‘

Der Film lässt auch an Länder denken, in denen der Rechtsbegriff in der von uns gekannten Weise nicht existiert – und in denen jeder frei ist, für seine Mitmenschen zum Dämon zu werden. Und wo genau das auch geschieht!

Man denkt an die dünne Hülle des Rechts, die unsere Gesellschaft einhüllt, und die Gesellschaft wie völlig sicher aussehen lässt; wo diese Hülle aber sehr schnell aufbricht, wenn die Menschen den Glauben an Recht und Gesetz verlieren.

Es ist der Glaube, den wir schätzen müssen, die Ordnung. Der Glaube der uns besser macht, realisiert sich erst durch uns. Wenn wir den Glauben verlieren, dann werden wir dämonisch, und leben in einer dämonischen Welt. Den Glauben an Recht und Gesetz. Den Glauben an den Schöpfer, der die Welt zu unserem Besten ständig neu entstehen lässt – wir brauchen ihn. Es ist der Glaube an uns, und an das Gute in uns.
Siehe auch: Artikel ‚Wo ist Gott‘

Siehe auch: Beitrag ‚Es gibt keinen Gott – sagen die einen. Es gibt ihn doch, die anderen‘

Über den Glauben, der uns besser macht was last modified: Februar 20th, 2016 by Henrik Geyer

Glaube Liebe Hoffnung – ohne Glauben geht nichts

Glaube Liebe Hoffnung - der Schöpfer glaubt an dich Ohne Glauben geht nichts

Glaube, Liebe und Hoffnung halten uns auf dem Lebens-Weg. Wie sehr brauchen wir sie? Ist es besser, „Realist“ zu sein?

ohne Glauben geht nichts

Es ist wichtig zu verstehen, welche Rolle der Glaube in unseren Leben spielt. Wir alle glauben – selbst wenn wir nach Außen hin sagen: „Ich glaube an nichts.“ Doch in Wirklichkeit glauben wir immer an ganz viel. Ohne Glauben ginge gar nichts. Wir würden uns nicht einmal ein Butterbrot schmieren können, wenn wir nicht glauben würden, damit fertig zu werden.

Religiöser Glaube, spiritueller Glaube, buddhistischer Glaube, sind jeweils Wissen. Ebenso wie der Glaube, die Welt sei aus unteilbaren Kernen gemacht, sich uns als Wissen darstellt. Glaube, wie ihn sich der Unkundige vorstellt, als eine Art „Nicht Wissen“, ist etwas ganz anderes. Glaube der Kraft hat, ist Wissen. Glaube der in tausend Richtungen zugleich geht, und keine Kraft hat, ist Zweifel.

Der Glaube ist die Kraft der Schöpfung. Denn durch Glauben sind die Dinge für uns da. Wir wissen, sie sind da – und dann sind sie da! Oder hat schon einmal jemand die Liebe in einem chemischen Labor nachweisen können? Nein. Und dennoch ist sie da – durch uns. Durch unsere Liebe zu den Dingen kommt die Hoffnung in die Welt. Wir hoffen auf das Gute. Die Liebe zieht uns hin, zu den Dingen und zu den Menschen.

Element der Schöpfung – nicht Beobachter der Schöpfung

In uns ist die Kraft der Schöpfung. Durch uns wird geschaffen, was wir in unseren Welten sehen. Wir sind nicht nur äußerliche Beobachter eines von uns getrennten Vorganges – der Schöpfung. Sondern wir selbst sind Elemente der Schöpfung – und schöpfen ebenso, wie die Natur schöpft. Durch uns erschafft die Natur. Durch uns erst entstehen Glaube, Liebe und Hoffnung.

die Kraft des Schöpfers ist in uns – als unsere Hoffnungen und Liebe

Die Liebe ist gleichsam das, was wir wollen und was uns anzieht. Sie ist das Prinzip des Strebens nach etwas. Sie treibt uns an – als Kraft des Schöpfers in uns. Man kann es wissenschaftlich sagen: Die Kraft des Lebens. Die Kraft der Natur. Die Energie der Materie-Teilchen. Man kann es religiös sagen: Die Kraft Gottes.

Wir selbst sind Elemente der Schöpfung – und haben Teil an der göttlichen Kraft. Unser Sinn – das ist der Sinn des Schöpfers. Unser Glaube – das ist der Glaube des Schöpfers.

Glaube Liebe Hoffnung – Hoffnung finden

Hoffnung macht uns handlungsfähig. Wenn wir zweifeln und Sinnlosigkeit spüren, dann ist es wichtig, sich auf die Hoffnung zu konzentrieren.

In der Religion bedeutet Konzentration Gebet.

Für den Materialisten heißt Konzentration: Rationales Nachdenken. Aber die Kraft der Schöpfung ist irrational. Daher ist es wichtig, an seinen Überzeugungen, an seinem Glauben, festzuhalten; daran zu arbeiten. Rationales Nachdenken ist nicht der Glaube, den wir benötigen, um unseren Weg zu gehen.

Wir haben keine Ahnung von den Möglichkeiten der Schöpfung, und können sie rational weder erklären, noch begründen, noch erwarten. Es ist es die Kraft des Glaubens, die Kraft der manchmal nicht erklärbaren Hoffnung, die uns auf den rechten Weg zurückführt. Durch Glauben (diesen, wie mancher meint, unnützen, dummen Glauben) können Hoffnung und Liebe in unser Leben zurückkehren.

Glaube, Liebe und Hoffnung sind eine Art Treibstoff, die uns bewegen. So wie Energie die Materie bewegt. Man kann Energie berechnen, aber man kann Glaube, Liebe und Hoffnung nicht berechnen. Daher entziehen sie sich unserer „rationalen“ Überlegung.

Du wirst es schaffen

Manchmal haben wir einen Glauben, der uns zerstört.

Wenn wir glauben, ganz genau zu wissen, dass das Schicksal einen schlechten Weg nehmen muss. Wenn wir glauben, jede Hoffnung sei ausgeschlossen. Wenn wir annehmen, dass die Liebe nicht zu uns zurückkommt.

Dann fehlen uns Kraft und Mut. Deshalb ist es gerade dann wichtig, durch den Glauben die Hoffnung auf Leben und Liebe zu bewahren.

Siehe Artikel positives Denken

Mut und Kraft

Man muss sich immer vorstellen: das Leben nimmt seinen Weg. Immer geht es weiter, selbst wenn es manchmal scheint, als würden alle Wege enden. Ein Sprichwort sagt, dass die Nacht am aller schwärzesten ist, kurz bevor der Tag anbricht.

Du wirst es schaffen! Auch die schwierigsten Zeiten gehen vorbei. Aber Du musst an Dich glauben. Welche Situation sich auch immer einstellt, wir können Hoffnung finden. Was wir am allernotwendigsten brauchen, ist Glaube, Hoffnung und Liebe.

Selbst wenn die Zeiten schlecht sind, oder eine Krankheit uns einschränkt – Glaube, Hoffnung und Liebe sind immer noch da – wir finden sie in uns. Wir müssen lernen, das Kleine anzuerkennen, nicht zu verzweifeln, uns auch selbst nicht zu überfordern. Nur langsam, Schritt für Schritt, geht die Schöpfung ihren Weg. Schneller können auch wir nicht sein, denn wir sind Elemente der Schöpfung, nicht ihre rationalen Beobachter.

Nur durch uns entstehen Glaube, Hoffnung und Liebe.

 

Im Film „König der Könige“, einem Bibelfilm-Klassiker, erhält Johannes der Täufer den Segen Gottes. Er liegt im Kerker, und erwartet seine Bestrafungen – schließlich den Tod. Er zweifelt an Jesus, und damit am Sinn seines Lebenswerkes. Denn er hatte das Kommen von Gottes Sohn angekündigt.

Er zweifelt und leidet, die Hoffnung hat ihn im Kerker verlassen. Da erscheint ihm Jesus, und gibt ihm durch eine Berührung Glauben und Liebe zurück. Eine bewegende und wahre Szene in einem übrigens wunderbaren Film.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Glaube Liebe Hoffnung – ohne Glauben geht nichts was last modified: Januar 21st, 2016 by Henrik Geyer