Beweisbarkeit des Spirealismus

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Beweisbarkeit des Spirealismus: Eins plus Eins gleich Zwei... aber was ist Eins?

Wie läßt sich der Spirealismus beweisen? Wenn der Spirealismus aussagt, dass die Realität in den Gedanken liegt, ist seine Beweisbarkeit dann eine Frage der Phantasie?

fehlende Objektivität

Man muss sagen: Genau so ist es!

Das leitet sich bereits aus dem über Objektivität Gesagten ab.

Einerseits habe ich häufig dargelegt, warum es keine Objektivität gibt, wie das gemeint ist, woran man es sehen kann, etc.. Andererseits bedeutet das natürlich auch (und es hat mir selbst lange Kopfzerbrechen bereitet), dass der Spirealismus selbst nicht objektiv sein kann.

Eine Weile dachte ich so: Fehlende Objektivität ist die einzige IMMER feststellbare Tatsache – und somit dem am allernächsten, was man objektiv nennen könnte. Doch, nein, die ehrliche Antwort ist: Nicht existierende Objektivität läßt sich auch nicht objektiv beweisen!

Wie schwer es fällt, diese Denkhürde zu überwinden beweist jedoch, wie sehr unsere Vorstellungen auch Denkgrenzen sind.

Lesen Sie auch: objektiv subjektiv. Was ist der Unterschied zwischen Objektivität und Subjektivität?

eine Frage der Phantasie

Wenn man nun in dieser Welt (spirealistisch: in diesen Welten) keine Objektivität finden kann, dann bedeutet das, dass die Dinge, so wie sie uns vor Augen stehen, als Vorstellungen in die Welt(en) kommen.

Spruchbild: Nicht "unser" Denken im Gehirn erzeugt Realität - das Denken geht nicht von unserem Gehirn aus, sondern umschließt und erschafft uns. Ebenso wenig erzeugt eine Quelle Wasser. In einer Quelle tritt Wasser nur zu Tage.(Aus spirealistischer Sicht sind dies allerdings Vorstellungen eines kollektiven Bewusstseins, eines panpsychischen Bewußtseins sozusagen. Nicht so, wie wir uns Bewußtsein gemeinhin vorstellen, als nur im Menschen zu verorten, nur der Mensch erbringe den Beweis für Bewußtsein und zwar durch „sein“ Bewußtsein, u.s.w.).

 

 

Dass die Phantasie hier die entscheidende Instanz eines Beweises ist, will ich wie folgt illustrieren:

Seit Jahrtausenden gibt es in der Philosophie Überlegungen, die die spirealistischen Thesen stützen, und die ich daher in verschiedensten Beiträgen zitierte. Diesmal erinnere ich an den bekannten Ausspruch des Heraklit

Alles fließt.

oder auch (ebenfalls von Heraklit)

Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen.

Dies bereits mag ein wenig schwierig sein, sich vorzustellen, aber es ist eigentlich logisch: Wer zu zwei verschiedenen Zeitpunkten in den Fluss steigt, findet nicht denselben Fluss vor, sondern eigentlich zwei verschiedene. Der Stoff des Flusses hat sich sowohl in seiner Identität (der Stoff: das Wasser) gewandelt, wie auch in der Zusammensetzung, der Menge, etc..

Man mag nun denken: Der Fluss ist ein Sonderfall – das flüssig-flüchtige Element Wasser, aus dem er besteht, ist nicht in den (festen) Dingen. Doch, was für den Fluss gilt, muss man sich nun für alle Dinge denken, so verlangt Heraklit, denn alles fließt.

Warum sagt er das? Weil, was für den Fluss zutrifft, der ja im Grunde eine ganz alltägliche Erscheinung ist, nicht in seinem Wesen völlig verschieden sein kann, von allem anderen. Nein, in einem Kontinuum der Wahrnehmungen ist der Fluss eine Erscheinung, die sich nur graduell unterscheidet, nicht jedoch wesenhaft. Dies ist übrigens auch exakt die Aussage vieler Teilchenphysiker der Moderne, die sich mit dem Wesen der Materie beschäftigen.

Nun kann man aber – auch das gibt es bereits seit Jahrtausenden – konsequenterweise weiter sagen:

Man kann nicht einmal in denselben Fluss steigen.

Dies ergibt sich als logische Konsequenz, wenn man versteht, dass Wissen Erinnerung ist (Platon), und dass, wenn man einen Fluss sieht, und ihn bereits in einem zweiten Gedanken ergründen will, seinem Wesen auf die Spur kommen will, dieser Fluss bereits im zweiten Moment verändert ist – es gilt also auch hier das bereits Gesagte: Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen.

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen. Heraklit … Man kann nicht einmal in denselben Fluss steigen.

Das wiederum ist identisch mit der spirealistischen Sichtweise des fehlenden Objektiven … es gibt kein Ding, das ein eigenes, vom Denken unabhängiges Wesen hätte, es gibt kein unabhängiges Außen, das wir beobachten. Sondern, die Existenz der Welt(en) IST Denken, IST Relativität, IST Subjektivität – das ist die spirealistische Grundüberzeugung.

 

 

 

Art und Weise des Beweises

Wie also könnte ein Beweis für dieses Denken aussehen?

In der quasi einzig gewünschten Form, in Form des Beweises eines objektiven Tatbestandes, kann er nicht stattfinden, denn das würde die Negation dessen erfordern, was der Spirealismus proklamiert und was ja gerade bewiesen werden soll.

Anders gesagt: Wenn die (weltanschaulichen) Brillen der Ichs dafür verantwortlich sind, was für eine Welt ihnen entsteht, was für sie also „sichtbar“ ist, dann ist für den materialistischen Denker die Geisteswelt des Spirealismus unsichtbar, undenkbar, nicht nachweisbar.

Es bleibt dem Spirealisten nichts anderes übrig, als die Phantasie des Materialisten anzuregen, ihn an Alltagserfahrungen zu gemahnen die seiner materialistischen Grundüberzeugung widersprechen, also die Widersprüche des Materialismus aufzuzeigen, und auf der anderen Seite die Logik, den Nutzen und die letztliche Unabwendbarkeit des Spirealismus aufzuzeigen.

Das ist aber nicht einfach – gerade der Spirealismus in seiner Konsequenz zeigt ja, dass die Welten (welche es auch seien) immer in sich logisch und vollständig wirken müssen, es gibt für sie jeweils kein „fehlendes“ Element, keine Notwendigkeit, eine andere Welt zu erschaffen. Sondern es gibt innerhalb des Materialismus nur die Notwendigkeit den Materialismus weiterzuentwickeln. Ich möchte das mit einem provokativen Beispiel illustrieren – dem Wunderglauben des Mittelalters. Vorausgesetzt man glaubt an die Existenz von Hexen ist die daraus folgende Konsequenz ja nicht, die Existenz von Hexen in Zweifel zu ziehen, sondern die Konsequenz ist, die Auffindbarkeit des Hexenunwesens zu ergründen, die Hexen zu vernichten, etc.. Das bedeutet, der Glaube, jede Vorstellungswelt, auch die des Materialismus, stabilisiert sich selbst. Und das ist es, was wir ja auch tatsächlich stets und ständig sehen.

Die Notwendigkeit des Spirealismus im Heute

… und … gilt das soeben Gesagte nicht auch für den Spirealismus? Stabilisiert er sich dann demzufolge nicht auch selbst?

Doch. Das Gesagte gilt auch für den Spirealismus, der allerdings von vorn herein weniger in festen Begriffen denkt, sondern ja eben gerade die Relativität jedes Begriffes betont. Insofern glaubt der Spirealismus die Welt(en) besser beschreiben zu können und unseren Vorstellungen nützlich zu sein.

Und .. wenn jede Weltvorstellung sich selbst völlig genügt, welche Notwendigkeit und besondere Dringlichkeit besteht dann, in spirealistischen Begriffen zu denken?

Die heutige Zeit sehe ich geprägt durch eine stark entwickelten Materialismus, in dem für Wunderglauben und den Gedanken an etwas „Höheres“ (als den menschlichen Geist) kein Platz zu sein scheint – was die Gegenposition zum Spirealismus ist. Aber auch geprägt durch tausenderlei Widersprüchlichkeiten, beispielsweise aus der häufig von mir ins Feld geführten Teilchenphysik. Weiterhin wird ind er Popkultur zunehmend die Frage gestellt, was überhaupt die Realität ist – man denke an den Film Matrix, aber auch diverse Science Fiction-Romane (auch Filme), beispielsweise von Philip K. Dick. Diese populär werdenden Fragestellungen werden angereichert durch eine jahrtausendelange reiche philosophische Überlegungen … Heraklit, Plato, Kant, Hegel, Schopenhauer, Wittgenstein, Bohr, Einstein, Heisenberg … nun müssten deren Überlegungen „nur noch“ Gegenstand des Alltagsdenkens werden. Und schlussendlich – und vielleicht am wichtigsten – sind es die ganz praktischen Ergebnisse der materialistischen Wissenschaft, die selbst die entscheidenden Fragen immer unvermeidbarer werden lassen: der Computer, die weltweite Vernetzung, die künstliche Intelligenz.

Lesen Sie auch: Beitrag Roboter Mensch. Ist der Mensch ein humanoider Roboter?

Wenn es eine Frage der Nützlichkeit (und nicht einer schlichten Wahrheit) sein sollte: Der Spirealismus hat, richtig verstanden, Nützlichkeit. Und: Er fügt sich in das bestehende Denken nahtlos ein, will z.B. die Wissenschaft nicht etwa überflüssig machen, nur weil er die Wahrheit spirituellen Denkens darlegt – denn er stellt die Relativität der Welt(en) fest, und postuliert ihre jeweilige „Gültigkeit“. Gleichzeitig stellt er keineswegs die Existenz in Frage, auch wenn er die Welt(en) als „gedacht“ bezeichnet. Jedoch hat der Spirealismus einen eigenen Existenzbegriff, der von dem des Materialismus abweicht.

Der Beweis …

… ist also keine nachrechenbare Formel, das kann es nicht sein. Auch (verständlicherweise) kein: „Seht, dort ist das Nichts!“

Sondern es ist ein Aufzeigen stets und ständig vorhandener unendlicher anderer Denkmöglichkeiten, als sie gerade im öffentlichen (supersubjektiven) oder individuellen Bewusstsein vorherrschen. Es ist ein Denken in Metaphern, in Symbolen, ein Quer- und Andersdenken, und ein Aufzeigen von dessen Wahrheit.

 

Lesen Sie auch: Die Metapher – wozu ist es gut, in Metaphern zu denken?

Ähnliches Thema: Phantasie und Wirklichkeit – Zufall, Kreativität und Kausalität

Siehe auch: Artikel merkwürdig! Merkwürdigkeiten des Alltags

Weiterlesen: Artikel Die Zahl Vier – Symbol für die ganze Welt

Beweisbarkeit des Spirealismus was last modified: Mai 20th, 2016 by Henrik Geyer

Macht der Gedanken

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Die Macht der Gedanken ist unbegrenzt. Alles ist Geist.Aber Macht über die eigenen Gedankenzu gewinnen, das ist schwer.

Welche Macht haben die Gedanken? Sind sie allmächtig oder begrenzt? Haben Gedanken die Macht Realität zu erschaffen? Über die Macht der Gedanken.

Macht der Gedanken – Spirealismus

In diesem Blog schreibe ich immer aus der Sicht meiner Philosophie – des Spirealismus. Der Spirealismus sieht als die Quelle der Realität die Gedanken an. Allerdings sind nicht (nur) die Gedanken im menschlichen Kopf gemeint – sondern Gedanken verstanden als ein umfassendes, Welten erschaffendes Konzept.

Während also andere kompliziert umschreiben müssen, warum und wie Gedanken Macht haben (wo doch der materialistischen Sichtweise zufolge die „eigentliche“ Realität von dem objektiven Außen ausgeht, also nicht von Gedanken), kann der Spirealist aus tiefster Überzeugung sagen: die Gedanken haben alle vorstellbare Macht. Sie können jede Form annehmen und bringen auch unsere Welten hervor.

Der Spirealismus drückt es so aus: Unsere individuellen Gedanken „von“ der Welt, und „die Welt“, sind eins.

individuelle Wahrheit

Die eigene, individuelle Wahrheit kann von der äußerlichen, die durch einen Abgleich (Kommunikation) entsteht, abweichen. Diese innere Wahrheit zu suchen, zu formen, zu schützen und die Wahrheit nicht nur im Außen zu suchen – das ist der Weg, den eigenen Gedanken zu Macht zu verhelfen. In spirituellen Lehren und in Religionen bedeutet das: sich auf das eigene Geistige zu fokussieren. Die Gedanken auf etwas ruhen lassen. Beten. Kontemplation.

Das hat keine Realität? Doch. Zunächst einmal für uns selbst. Und die eigene Realität ist alles, worüber wir je sprechen können. Die eigene Realität formt auch die Realität anderer – denn wir sind verbunden. Über das, was wir tun, wie das, was wir sagen, (und all dies auf Grund unserer inneren Wahrheiten) formen wir die Welten anderer.

Weiterlesen: Das Denken ist die Realität – und nicht: das Denken erzeugt Realität

Die Macht über die eigenen Gedanken ist begrenzt

Die Gedanken haben einerseits eine umfassende Macht.  Andererseits bedeutet das spirealistische Konzept auch, dass unsere Macht über die eigenen Gedanken begrenzt ist. Dass die Grenzen im Denken liegen. Warum? Weil jeder Begriff den wir fassen, in seiner Definition, begrenzt ist.

Hier liegt ein Widerspruch innerhalb materialistischen Sichtweise. Einerseits wird die Macht der Gedanken im Allgemeinen als groß angesehen. Andererseits betrachtet man die Gedanken im Materialismus als völlig frei. Die Gedanken seien das freie Element, die Festlegungen hingegen bestünden im Außen, in der Materie. Diesem Widerspruch kann man sich innerhalb der materialistischen Sichtweise nicht entziehen.

Doch, je mehr wir lernen, Macht über unsere Gedanken zu gewinnen, umso mehr können wir unsere Welt in Gedanken gestalten. Macht über unsere Gedanken zu gewinnen, das bedeutet auch achtsam zu beobachten, wovon sie abhängen, wie sie immer neue Formen erschaffen.

Begrenztheit der Macht über eigene Gedanken – Beispiele

Mancher wird sagen: Die Macht über die eigenen Gedanken soll begrenzt sein? Ich kann doch jederzeit denken was ich will, und in der Folge tun was ich will!

Der berühmte Philosoph Schopenhauer sagte einmal:

„Der Mensch kann zwar tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will.“ (Schopenhauer)

Das bedeutet, dass, wenn der Mensch bereits in seinem Wollen und Nicht-Wollen nicht frei ist, wenn er darin begrenzt ist, ist auch sein Tun nicht frei. All das, was der Mensch will, geht aus von seiner inneren Logik. Um es in eine populäre Sprache zu bringen: ob er das Glas halb voll oder halb leer sieht, bestimmt, wie er handelt. Insofern ist er nicht frei.

Und … die Gedanken führen ein Eigenleben – meist bemerken wir es nicht. Wir rechnen den Lauf der Gedanken vielmehr unserem Wollen zu.

Nietzsche sagte:

„Es denkt.“

Gute Gewohnheiten, schlechte Gewohnheiten

Man kann die Ohnmacht über die eigenen Gedanken auch daran erkennen, wie wenig es uns möglich ist, von (schlechten) Gewohnheiten zu lassen – gemeint sind alle Arten von Sucht, zu schnelles Fahren, zu viel Essen, etc..

Gemeint sind aber auch die von uns so apostrophierten „guten“ Gewohnheiten des Denkens und Handelns – was zurückführt auf das obige Schopenhauer-Zitat. Auch sie halten uns natürlich in einer bestimmten Realität fest, nur dass wir bei den sogenannten guten Gewohnheiten sagen werden, sie seien unserem freien Willen entsprechend so, wie sie sind.

 

Fazit:

Die Macht der Gedanken ist unbegrenzt. Alles ist Geist.

Die Macht über die eigenen Gedanken zu gewinnen ist hingegen schwer. 

 

Siehe auch: Artikel Definition der Freiheit. Ist Freiheit immer die Freiheit der Andersdenkenden?

Ähnliches Thema: Sind die Gedanken bei den Dingen? Ist das Denken von den Dingen gleich den Dingen?

Macht der Gedanken was last modified: April 2nd, 2016 by Henrik Geyer

„Ich denke, also bin ich“ vs „Ich bin, also denke ich“

"Ich denke, also bin ich" vs "Ich bin, also denke ich" Spruchbild Erläuterung

Descartes Satz „Ich denke, also bin ich“ ist wohl vielen bekannt. Doch was bedeutet er?

Widersprüchlichkeit

Man kann den o.g. Satz wie folgt auffassen: „Obwohl ich doch alles begründen kann, ist die Ursache dafür, dass ich überhaupt begründe, in der Tatsache  zu finden, dass ich denke.“

Dieses Verständnis bleibt aber in der materialistischen Sichtweise rätselhaft. Denn, was besagt die Aussage „Ich denke, also bin ich“, wenn man die Kausalkette der Logik „Ich bin, also denke ich“ nicht loswird? Also einer Kausalkette, die besagt: Die Augen nehmen Information auf, das Gehirn „verarbeitet“ die Information, daraus folgt Denken, u.s.w..

Diese materialistische Kausalität wird nicht verlassen. Und doch stellt der Satz „Ich denke also bin ich“ diese Kausalität auch in Frage. Er muss rätselhaft bleiben, und unerklärbar. Denn, noch einmal: Woher kenne ich all die Zusammenhänge von denen ich spreche, woher kenne ich das Wort „Kausalität“ selbst, wenn nicht aus den Gedanken? Das Denken ist das Primäre. Das Denken ist mir das Nächste. Bevor ich irgendetwas begründen kann, ist der Gedanke da. Aber – und das ist das Rätselhafte: Das Denken ist doch nicht bei den Objekten… Oder doch?

Ich denke, also bin ich, in der spirealistischen Auffassung

Doch. In der spirealistischen Sichtweise löst sich der Widerspruch. In der spirealistischen Sichtweise formt der Gedanke die Objekte. Die spirealistische Auffassung des Satzes „Ich denke, also bin ich“, ist, dass der Gedanke die eigentliche Ursache allen Erkennens ist. So drückt es das obige Schema aus.

Der Gedanke ist frei

Gemäß der allgemeinen Auffassung ist der Gedanke frei, kann also im Prinzip jede Form annehmen. In der materialistischen Auffassung („Ich bin, also denke ich“) ist der Gedanke jedoch an die materielle „Verwirklichung“ in einem Außen gebunden.

materialistische Kausalität

Die Kausalität, die den materialistisch Denkenden im materialistischen Weltmodell gefangen hält, selbst wenn er versucht den Satz „Ich denke, also bin ich“ zu verstehen, steckt bereits in der Grundvoraussetzung: Ich denke, weil ich bin. Weil ich ein Gehirn habe. Weil ich Augen habe. Weil die Welt aus Materie besteht. Weil die Materie aus Atomen besteht. Weil die Materie die Organe formen (Augen, Gehirn). Weil die Atome sich in einem Urknall bildeten, der vor 14 Milliarden Jahren stattfand.

Umkehr der Kausalität

In der spirealistischen Auffassung ist der Gedanke ebenfalls im Prinzip frei, und auch nicht an die o.g. (materialistischen) Denkvoraussetzungen gebunden. Denn den Satz „Ich denke, also bin ich“, versteht der Spirealismus konsequenterweise so, dass der Gedanke die Grundvoraussetzung jedes sich bildenden „Objektes des Denkens“ ist – und mithin auch der Vorstellung von Kausalität. Somit führt die Logik des Spirealismus zur Vorstellung vieler Welten, die repräsentiert sind in den Individuen bzw. Dingen.

Ich denke, also bin ich – materialistisch verstanden

Descartes, der den Satz „Ich denke, also bin ich“ prägte, war natürlich kein Spirealist. Seine Philosophie verließ nicht den materialistischen Ansatz.

 

Hier ist ein schönes Zitat, das den Gedanken „Ich denke, also bin ich“ variiert, und gleichzeitig zeigt, dass der materialistische Ansatz nicht verlassen werden kann, und zwar aus einem geistigen Festgelegt-Sein heraus. Der Spirealismus nennt dies eine Denkgrenze.

Das Zitat ist aus dem Buch „Der Teil und das Ganze: Gespräche im Umkreis der Atomphysik“ (German Edition) von Werner Heisenberg

Heisenberg gibt darin Gespräche wieder, in diesem Fall eine Erörterung eines Jugendfreundes (also nicht seine eigene Aussage).

Der Ansatz „Ich denke, also bin ich“ ist seit langer langer Zeit in der Welt, lange vor Descartes. Doch die Menschen kommen in einer Mehrheit immer wieder auf das materialistische „Ich bin, also denke ich“, zurück.

Man beachte: den eigentlichen Ansatz „Ich denke, also bin ich“, drückt nur der erste Satz aus. In den folgenden Sätzen ist man schon wieder bei „Ich bin, also denke ich“

Was ihr sprecht, kommt doch aus euren Gedanken, nur von ihnen habt ihr unmittelbar Kunde; aber die Gedanken sind ja nicht bei den Dingen. Wir können die Dinge nicht direkt wahrnehmen, wir müssen sie zuerst in Vorstellungen verwandeln und schließlich Begriffe von ihnen bilden. Was bei der sinnlichen Wahrnehmung auf uns von außen einströmt, ist ein ziemlich ungeordnetes Gemisch von sehr verschiedenartigen Eindrücken, denen die Formen oder Qualitäten, die wir nachher wahrnehmen, gar nicht direkt zukommen. Wenn wir etwa ein Quadrat auf einem Blatt Papier anschauen, so wird es weder auf der Netzhaut unseres Auges noch in den Nervenzellen des Gehirns irgend etwas von der Form eines Quadrats geben. Vielmehr müssen wir die sinnlichen Eindrücke unbewußt durch eine Vorstellung ordnen, ihre Gesamtheit gewissermaßen in eine Vorstellung, in ein zusammenhängendes, ›sinnvolles‹ Bild verwandeln. Erst mit dieser Verwandlung, mit dieser Zusammenordnung von Einzeleindrücken zu etwas ›Verständlichem‹ haben wir ›wahrgenommen‹. Daher müßte doch zuerst einmal geprüft werden, woher die Bilder für unsere Vorstellungen kommen, wie sie begrifflich gefaßt werden und in welcher Beziehung sie zu den Dingen stehen, bevor wir so sicher über Erfahrungen urteilen können. Denn die Vorstellungen sind doch offenbar vor der Erfahrung, sie sind die Voraussetzung für die Erfahrung.«

„Ich denke also bin ich“,widersprüchlich verstanden als „Ich bin, also denke ich“

Das o.g. Zitat sehe ich als die spirituelle Variante einer grundsätzlich materialistischen Auffassung. Ich hatte überlegt, wie ich diese Variante in einer Grafik darstellen kann, ganz ähnlich der Grafik oben an diesem Artikel.

Doch letztlich ist das, was das Zitat ausdrückt, bereits in der obigen Grafik verbildlicht, und zwar unter „Ich bin, also denke ich“. Das verdeutlicht die (bleibende) Widersprüchlichkeit, wenn man zwar einerseits den sehr gut nachvollziehbaren Ansatz verfolgt „Ich denke, also bin ich“, andererseits aber nicht anders kann, als dem „Ich bin also denke ich“, verhaftet zu bleiben.

 

„Ich denke, also bin ich“ vs „Ich bin, also denke ich“ was last modified: Januar 25th, 2016 by Henrik Geyer

spirituell sein – wie geht das?

hhtp:// spireo.de: spirituell - was ist das?

Spirituell – der Begriff

Spiritualität bedeutet „Geistigkeit“. In einem allgemeinen Sinn erscheint das Wort „spirituell“ ein wenig unscharf – was besagt es eigentlich? Ist denn nun „spirituell“ mit „religiös“ gleichzusetzen? Oder bedeutet Geistigkeit vielleicht Intellektualität – sind also Intellektuelle, also Geistesarbeiter, auch gleich spirituell?

Ich habe von dem Begriff Geistigkeit eine etwas spezielle Auffassung, die ich kurz erläutern möchte.

Spirituell sein ist ein Für-wahr-Halten der Gedanken

Spiritualität ist für mich ein Für-wahr-Halten der Gedanken, ein „Beachten der inneren Wahrheit“, wie ich es nenne.
Es ist die Eigenschaft dieser inneren Wahrheit, dass sie sich nicht mit Notwendigkeit im Außen zeigt, und daher oft einfach nur im Innen wahrzunehmen ist.

Das bedeutet gleichzeitig eine enge Verbindung zur Schöpfung, und die Wahrnehmung, dass die Entstehung der Schöpfung aus dem Selbst, und durch das Selbst, geschieht.

Siehe auch Artikel zum Thema : Was ist Gott? 

Sich der eigenen, inneren Wahrheit, zuzuwenden, bedeutet gleichzeitig, sich zumindest ein Stück weit von den äußerlichen Wahrheiten zu entfernen. Menschen, die auf das Äußerliche fixiert sind, erscheint eine solche Geisteshaltung oft merkwürdig, oder weltfremd, manchmal auch weise. Jedenfalls ist es für sie nicht offensichtlich, woher solche spirituellen Gedanken und Einstellungen wohl kommen mögen, entstammen sie doch nicht der „beweisbaren“ äußerlichen Welt, die man auch als eine „Konsens-Welt“ bezeichnen könnte.

Siehe auch Artikel zum Thema : Spiritualität

Spiritualität als realer Faktor

Gleichwohl ist doch Spiritualität ein nicht wegzudenkender, realer Faktor in der Gesellschaft. Selbst wenn man der Meinung ist, dass es nur das geben kann, was im „Außen zu sehen“ ist, ist doch die Existenz sehr vieler spiritueller Menschen sehr wohl im Außen zu sehen. Und damit ist Geistigkeit ein realer Faktor – ebenso real wie die Bäume am Straßenrand.

Der Nutzen der Spiritualität

Dieser realen Existenz des Spirituellen verdankt das Spirituelle seine Funktionalität, nicht etwa einer unbegründbaren Irrationalität, wie das oft Materialisten sehen. Soviel sich die Menschen gegenseitig beweisen, was es geben kann, und was nicht, bleiben sie doch immer nur innerhalb der Grenzen des eigenen Denkens – und das Unbekannte, die letztendlich rätselhafte Unschärfe der Realität, die sie vor sich  haben, bleibt. Denken wir nur an die weitgehend offenen Fragen zu Entstehung des Bewusstseins, Tod, Wiedergeburt, Sinn und Ziel des Universums, etc.. Und daraus resultiert der unbestreitbare Nutzen von Spiritualität, den der Einzelne mal mehr, mal weniger für sich erkennt.

Vielfalt des Spirituell-Seins

Wenn man Geistigkeit als ein Für-wahr-halten-der-Gedanken sieht, dann ist damit auch gesagt, dass es viele Formen und Möglichkeiten gibt, spirituell zu sein. Gemeinsam ist diesen Formen die Konzentration, und der Versuch, die Gedanken einen bestimmten Weg nehmen zu lassen.

Wer das versucht, bemerkt, dass es gar nicht so einfach ist, die Gedanken zu beeinflussen. „Es denkt“ sagte Nietzsche. Die Gedanken – sie sind der unendliche Quell unserer Realität – und dieser Quell sprudelt nur aus sich heraus. Darauf Einfluss zu nehmen bedeutet, das ultimative Werkzeug des Menschen – sein Denken – als solches zu erkennen und nutzbar zu machen.

Die vielen Formen des Spirituellen sind denn auch nahezu immer eine Form von Konzentration – wie etwa Yoga, das Gebet, Kontemplation, das Ruhen-Lassen der Gedanken..

Siehe auch Artikel zum Thema: Symbolismus – was ist das? Symbolhaftes Denken

spirituell sein – wie geht das? was last modified: Februar 9th, 2016 by Henrik Geyer

Der Schriftsteller und sein wichtigstes Werkzeug, das Denken – Sport und Gehirn

Der Schriftsteller und das Denken - Sport und Gehirn

Noch vor vielleicht zwanzig oder dreißig Jahren war es üblich, dass im Fernsehen geraucht wurde. In hochkarätigen Diskussionsrunden war die Luft so verqualmt, dass man die Diskutanten gar nicht mehr sehen konnte. Schriftsteller traten oft als Pfeife rauchende Denker auf – man erinnere sich nur an Günther Grass. Es wurde auch gebechert, was das Zeug hielt. Man denke an Hemingway oder Beckett.

Das ist ein geradezu bewunderungswürdiges Verhalten, denn gerade die Geistesarbeit erfordert eigentlich wache Sinne. Insofern erstaunlich, welche hervorragenden Werke manche Schriftsteller unter dem Einfluss von Tabak und Alkohol hervorbrachten, beispielsweise Edgar Allen Poe, als er „Der Rabe“ schrieb – man sagt, er sei betrunken gewesen.

Das Denken als Werkzeug

Dem Schriftsteller ist sein Denken das wichtigste Werkzeug, und insofern sollte er sich darum bemühen, dieses Werkzeug zu entwickeln und zu schärfen. Wie viel leichter fällt es, etwas zu schreiben, wenn man frisch, ausgeruht und klar bei Sinnen ist!

Sport, besonders Ausdauersport fördert den Geist

Es ist sicherlich keine besondere Weisheit, dass Sport die Gesundheit fördert. Vielleicht nicht ganz so offensichtlich ist, wie sehr das Denken von Sport profitiert. Auch das Gehirn ist ein Organ, das besser lebt, wenn es durchblutet ist und nicht zu träge wird. Das Gehirn ist kein Muskel, so dass man es nicht direkt sportlich beanspruchen kann. Aber es profitiert im gleichen Maße von körperlicher Bewegung, wie alle anderen Organe.

Das spürt, wer erfrischt von der kühlen Luft von einem Ausdauerlauf wiederkehrt. Erhitzt von der Anstrengung, aber ausgeruht und geistig erneuert.

Der Schriftsteller und das Denken – Sport und Gehirn

Insofern ist es dem Schriftsteller zu raten, des Öfteren das Augenmerk auf die Gesundheit und Fitness von Körper und Geist zu richten. Ausdauersport, mehr noch als Krafttraining, ist ein ausgezeichnetes Mittel, die Kreativität zu fördern.

Das geniehafte  Die-Sinne-Vernebeln, das früher üblich war, sollte man besser den Genies überlassen.

 

Der Schriftsteller und sein wichtigstes Werkzeug, das Denken – Sport und Gehirn was last modified: November 22nd, 2015 by Henrik Geyer

Herz und Verstand. Was bedeutet es, auf „das Herz zu hören“?

Metropolis - Mit Herz und Verstand zum Tun

ohne Herz und Verstand: kopfgesteuert aber uninspiriert

Kopfgesteuert aber uninspiriert – so könnte man unsere heutige Welt bezeichnen. Herz und Verstand sind nicht vereint. Magisches Denken, Wissen um das Nichtwissen („Ich weiß, dass ich nichts weiß“, Cicero), liegt uns nicht mehr. Denn wir meinen, die Welt sozusagen fast völlig erkannt zu haben.

Aber – was aber ist dann dieses geheimnisvolle „Auf das Herz hören?“ Was sind Zufall, was sind die Dinge, die wir nicht wissen können? Obwohl unsere Welt scheinbar bis in das letzte Atom erkannt ist, begleiten uns Rätsel auf Schritt und Tritt. Wir können sie vor lauter Wissen nur nicht mehr sehen.

Wir glauben, der Geist sitzt im Gehirn – das Gehirn assoziieren wir mit Denken. Inspiration tritt auch im Geist auf – wiederum ist Inspiration dem Denken unerklärlich. Inspiration kann man sich nicht ausdenken. Ganz offenbar stößt hier unsere Vorstellung von „unserem Denken“ an die Grenzen seiner selbst.  Das Rätselhafte, das Unerklärliche, mag man es Inspiration nennen, mag man es Unterbewusstes nennen – es bleibt rätselhaft und unerklärlich.

Was bedeutet „höre auf dein Herz“? Wo und wann hört man das Herz?

Daher sagt man mit Recht: „Höre auf dein Herz“ – und bezieht das Rätselhafte, das nicht Begründbare, in eine scheinbar rationale Entscheidung ein. Man meint damit: „Fühle, welchen Weg du gehen willst. Beziehe Vorahnungen in deine Entscheidung ein. Erklär es nicht. Nimm deine Zuneigungen und Abneigungen ernst. Nimm ernst, was du über Gut und Böse weißt. Herz und Verstand müssen eine Einheit sein.“

Aber andererseits: Was man über Gut und Böse weiß, vielleicht aus Märchen – was soll das bei rationalen Entscheidungen helfen? Wäre das nicht naiv? Wäre es nicht besser, noch genauer zu überlegen?
Nein, denn genaueres Überlegen führt nicht zu mehr Wahrheit. Es ist eben falsch, den Menschen als ein durch und durch rationales Wesen zu sehen. Es ist das, was wir auf dieser Web-Seite immer wieder schreiben: Das Denken IST die Realität, nicht eine Spiegelung einer äußerlichen Realität. Mithin ist alles, was wir über uns sagen können, also auch unsere Gefühle, unsere Werte, Teil unserer Realität. Einer Realität, die ihre Wurzeln im Unendlichen hat. Die Wurzeln liegen nicht in einem Kleinsten, nicht weiter Spaltbaren, und somit Erkennbaren. So gesehen würden wir gegen die eigentliche Realität handeln, klammerten wir Gefühle aus.
Es ist vernünftiges, intuitives Wissen, dass man auf das Herz hören muss – dieses Wissen geht in unserer materialistischen Zeit nur ein wenig unter, und wird oft gar nicht als Wissen gesehen.

Mittler zwischen Hirn und Hand muss das Herz sein.

Ein berühmter Film, der den Zusammenhang zwischen kopfgesteuertem, materialistischem Denken, und menschlichem Mit-Fühlen, thematisiert, ist „Metropolis“ von Fritz Lang.
Der Science-Fiction-Riesenstadt Metropolis droht der Untergang, weil sie sich dem Wahn der Machbarkeit, der äußersten Effektivität verschrieben hat, ohne das Menschliche in die Überlegungen einzubeziehen. Die Oberstadt der Reichen und Intellektuellen (Kopf) will mit der Unterstadt der geknechteten Maschinenarbeiter (Hand) nichts zu tun haben. Nur Oberstadt und Unterstadt zusammen sind Metropolis – doch der gedankliche Gegensatz lässt beide Teile zu Feinden werden – und bedroht die Existenz des Ganzen. Erst der gefühlvolle Held des Films ist in der Lage, durch Menschlichkeit beide Lager zu verbinden.

Der letzte Satz in Metropolis (weil es ein Stummfilm ist, wird der Satz auf eine Tafel geschrieben ins Bild gebracht), ist: „Mittler zwischen Hirn und Händen  muss das Herz sein.“ Mit Hirn ist die Oberstadt gemeint, mit Hand die Unterstadt. Und der Mittler, also das Herz, ist im Film der jugendliche, gefühlvolle Held.

Metropolis - Sakrales.
Metropolis – Sakrales. Mit Herz und Verstand zum Tun

 Tun mit Herz und Verstand – wie innen  so außen

Der Film ist auch ein schönes Beispiel für ein Gleichnis, dass uns bewusst macht, dass für das Große (die Stadt), das Gleiche gilt, wie für das Kleine (den einzelnen Menschen); der Film versinnbildlicht auf vielen Ebenen die hermetische Weisheit: Wie oben so unten. Wie innen so außen (man könnte auch sagen: Unser Innen IST unser Außen)

Der bildgewaltige Film verbindet auf eindrucksvolle Weise Sakrales mit Science Fiction, intuitives Wissen mit Wissenschaft. Er macht verständlich, dass menschlich-Sinnvolles nur ganzheitlich entstehen kann – mit Herz UND Verstand, denn man kann beides nicht trennen.

Herz und Verstand. Was bedeutet es, auf „das Herz zu hören“? was last modified: Dezember 2nd, 2015 by Henrik Geyer

Was ist Glück?

Was ist Glück? Wir brauchen die Nächte, um die Sterne zu entdecken. (Aus Brasilien)

Was ist Glück? Vorausschickend sei gesagt, dass Glück in diesem Zusammenhang als die Empfindung von Glück gemeint ist – nicht als ein Glücksfall beim Würfelspiel beispielsweise.

Was ist Glück nicht?

Zunächst einmal ist es wichtig sich bewusst zu machen, das Glück an keine äußerlichen Bedingungen gebunden ist. Glück hängt nicht ab von irgendeiner Sache, die wir im Außen finden.

Was ist Glück dann?

Glück lässt sich am besten als Relation beschreiben. Eine Relation zu dem, was wir in unserer Welt finden. Was wir in unserer Welt zu finden glauben, hängt von den Bewertungen ab, die wir vergeben.
Unser Glück hängt also davon ab, ob wir gewohnheitsmäßig das Glas halb voll oder halb leer sehen.

Die Welt ist immer durch Gegensätze definiert

Wie glücklich man auch immer sein kann – unser Sein ist ein Sein der Gegensätze.
Wir können uns keinen Begriff denken, von dem nicht auch sein Gegenteil existieren kann.
Wir brauchen die Nächte, um die Sterne zu entdecken. (Aus Brasilien). Wir brauchen Traurigkeit, um zu wissen, was Glück und Fröhlichkeit sind. Wer Phasen fehlenden Glücks nicht verabsolutiert, wer weiß, dass diese Phasen nötig sind, damit Glück eintreten kann, wer immer bedenkt, dass dem Sommer der Winter vorausgehen muss, der wird schwierige Phasen umso weniger als mangelndes Glück empfinden. Traurigkeit gehört zum Glück eben auch dazu.

Das Glück ist überall zu finden

Das Glück dort zu suchen, wo man selbst nicht ist, ist der beste Weg, unglücklich zu sein. Hingegen ist es eine bewährte Methode, die Gedanken gewohnheitsmäßig auf etwas zu lenken, in dem ganz greifbares Glück liegt. Aus dem Bereich der Spiritualität kennen wir Dankgebete, die eben diesem Ziel folgen. Der zur Gewohnheit werdende Dank für das, was man hat (und nicht der Zorn über Dinge, die fehlen!), lassen uns die Gaben bewußt werden, die uns umgeben. So erst können wir sie sehen und anerkennen.

Glück liegt im Sein, nicht im Sehnen

Die eigenen Schwächen anzuerkennen und zu lieben, ist Glück. Machen wir uns bewusst, nicht perfekt sein zu können. Unsere Realität ist ist nur denkbar mit Stärken UND Schwächen. Die Welt ist eben immer durch Gegensätze definiert.
Glück heißt: Seine Grenzen kennen und sie lieben. (Romain Rolland)

Konzentration auf gute Begriffe

Spiritualität, als die Fähigkeit sich auf Geistiges zu konzentrieren, ist eine gute Voraussetzung für Glück. Wer zulässt, dass die Gedanken zerfasern, wer vor den Toren seines Geistes nicht Wache hält, der lässt zu, dass alle denkbaren Einflüsse in das Zentrum dessen gelangen, wo Glück entstehen kann.
Man ist aber nur „seines Glückes Schmied“, wenn man auf eben dieses Zentrum, das Denken, achtet.

Was ist Glück? was last modified: Dezember 2nd, 2015 by Henrik Geyer