Das Unbewusste als das Unbekannte

Das Unbewusste als das Unbekannte

Ich möchte in diesem Artikel ein anderes Konzept für das Unbewusste darstellen. Das Unbewusste als das Unbekannte. Das Unbewusste als das, was wir nicht wissen, und aus systemischem Grund nicht wissen können. Das Unbewusste als Synonym für das Nichts.

Im hier vorgestellten Sinn ist das Unbewusste Ausdruck des spirealistischen Weltbildes. Der spirealistische Begriff des Unbewussten steht im Gegensatz zum materialistischen Begriff des Unbewussten, als erkennbar (und damit bereits erkannt).

Ähnliches Thema: Artikel ‚Materialismus – was ist das?‘

Das Unbewusste als das Unbekannte – wozu soll das gut sein?

Zunächst einmal zu einer Frage, die mir öfters begegnet. Wenn man schlicht sagt, das Unbewusste sei quasi einfach das Unbekannte, ist das nicht ein Rückschritt? Gibt man damit nicht Wissen auf, das man hat – nämlich das Wissen über das Unbewusste?

Ist das überhaupt Wissen, was der Spirealismus da ausdrückt, oder nicht einfach „Wissen, dass man nichts weiß“, was wiederum ziemlich überflüssig klingt?

Nein.

Erstens: Man gibt kein Wissen auf, denn man vergisst ja nichts. Man muss auch nicht alles Hoffen und Streben aufgeben, nur weil man feststellt, dass das, was man Wissen nennt, eine andere Bedeutung haben könnte.

Zweitens: die Sichtweise, das Unbewusste als das Unbekannte zu sehen, ist einfach eine andere Wahrnehmung des Bewusstseins. Diese Wahrnehmung verbindet sich im Spirealismus mit einer anderen Wahrnehmung was der Mensch ist, was Erkenntnis ist und Wahrheit. Und was das Wesen des Kosmos ist. (Denn alles, was ist, was das All ist, sehen wir ja durch das Bewussstein)

Weiterlesen: Artikel ‚Weltall – All – Alles. Was ist alles? Das Weltall als Vorstellung‘

Drittens: Spirealismus führt in seinen Schlüssen sehr viel weiter, und in eine ganz andere Richtung, als der Materialismus. Erst einmal führt er weltanschaulich weiter, aber später sicherlich auch wissenschaftlich.

Warum ist das Unbewusste gleich dem Unbekannten?

Man redet vom Unbewussten, und glaubt, dieses benennen zu können. Doch wie will man etwas benennen, das man nicht kennt? Schließlich ist doch alles, von dem wir denken oder sprechen können, definitionsgemäß IM Bewusstsein, und nicht außerhalb.

Plato hatte einen ganz ähnlichen Einwand (eigentlich denselben) zum Nichts gemacht. Was kann man über das Nichts sagen, wenn der Begriff des Nichts doch nichts beinhaltet? Und ebenso verhält es sich mit dem Unbewussten.

Das Unbewusste ist das, was wir nicht wissen

Demgemäß ist das Unbewusste das, was wir nicht wissen.

Genauso gut könnte man technische Wissen, wie ein Elektromotor funktioniert, angenommen man hat dieses Wissen nicht, „unbewusst“ nennen. Oder man nennt jemanden, der dumm ist, unbewusst.

Dummheit ist unbewusste Unwissenheit.
Josh Billings

Oder man könnte das Wissen, wie Photosynthese funktioniert „unbewusst“ nennen. (die Besonderheit ist hier, dass es kein menschliches Wissen gibt, wie Photosynthese funktioniert).

Oder man könnte all das Denken, das die Funktionalität des Körpers betrifft, unbewusst nennen. Der Körper „handelt“, er funktioniert, all das ist etwas, was „Ich mache“ – und zwar aus Gründen und aus Gedanken heraus, die ich nicht kenne. Also trifft hier alles zu, was wir über das Unbewusste wissen – es ist uns eben nicht bewusst. Es ist uns unbekannt.

Das Bewusste ist das, was wir wissen

Das Bewusste wiederum – das sind die Gedanken die wir von Moment zu Moment denken, und die eine gewisse Redundanz aufweisen, was wir Erinnerung nennen.

Was wir über die Funktionalität des Magens wissen, ist uns bewusst. Was wir über die Gründe von uns selbst wissen, unsere geistigen Wurzeln in der Jugend etwa, etc., ist uns bewusst. Man kann all das nicht unbewusst nennen.

Den Grenzbereich zwischen Bewusstem und Unbewusstem nenne ich Phantasie, Assoziieren, Traum.

Weiterlesen:  ‚Kreativität und Phantasie‘

 

Das Unbewusste in der Vorstellung C.G.Jungs, als etwas Unter-der-Oberfläche-Liegendes / Bewusstsein wie Inseln im Meer
Das Unbewusste in der Vorstellung C.G.Jungs, als etwas Unter-der-Oberfläche-Liegendes / Bewusstsein wie Inseln im Meer

In der obigen Grafik kommt die Sichtweise von C.G.Jung auf das Bewusstsein, bzw. Unterbewusstsein zum Ausdruck. In Weiterentwicklung der Anschauungen Sigmund Freuds sah er das Unbewusste als teilweise individuell an, teilweise kollektiv.  D.h., dass das, was sich dem Menschen als Inhalt seines Unterbewusstsein entlocken lässt, ist teilweise seine eigene, individuelle Erfahrung, teilweise kommt in jedem Individuum eine Menschheitserfahrung (kollektives Unterbewussstein/Archetypen) zum Ausdruck, die nicht erlernt werden muss.

 

Das Unbewusste / Nicht Bewusste als das Unbekannte
Das Unbewusste / Nicht Bewusste als das Unbekannte

Im obigen Bild wird die vorhergehende Grafik so abgewandelt, dass man das Unbewusste, also das Nicht-Bewusste, als unbekannt darstellt. Doch auch das sieht im Bild zu sehr danach aus, als könne man eine klare Grenze ziehen. Und das wäre nicht der Sinn von „etwas ist unbekannt“. Man könnte beispielsweise denken, man wüsste, wo die Inseln sind (man hat zur Orientierung die Wasseroberfläche), wo das Unbekannte beginnt, was es ist… Daher die nächste Grafik…

 

Das Unbewusste / nicht Bewusste konsequent als das Unbekannte verstanden, das Nichtwissen, das Nichts
Das Unbewusste / nicht Bewusste konsequent als das Unbekannte verstanden, das Nichtwissen, das Nichts

Der Sinn dieser Grafik ist es, offen zu lassen was das Unbewusste (im Sinn von „das Unbekannte“) ist, wo es ist, wo es endet und beginnt, wie groß es ist. Es ist die spirealistische Auffassung des Unbewussten.

Man sieht, dass das, was wir zu unserem Ich-Universum rechnen, zu unserem Bewusstsein, als relativ scharf erscheint. An den Rändern jedoch löst es sich auf (in dieser Grafik nach unten hin), und wird zu Erinnerungen, Träumen, Gedanken. Es ist dieses Auflösen in der Unendlichkeit, das Generationen fragen ließ, was der Unterschied zwischen Traum und Realität, zwischen Gedachtem und „realem“ Objekt ist. (Ich weiß nicht, ob ich ein Mann bin, der träumt, ein Schmetterling zu sein, oder ob ich ein Schmetterling bin, der träumt, ein Mann zu sein. Dschuang Dsi)

In der Grafik repräsentiert jede Spitze ein Ich – das Ich ist das Zentrum jedes Ich-Universums.

So gesehen ist das Weiße, das die Spitzen, bzw. Inseln umgibt, das Unbekannte. Es trennt die Spitzen voneinander. Zugleich verbindet das Unbekannte alles, auf eine dem Ich unbekannte Weise. Dass eine Verbindung besteht und bestehen muss, über das hinaus, was wir gemeinhin wahrnehmen, ist das Konzept beispielsweise des Begriffes „kollektives Unterbewusstsein“.

Wir können zwar im Einzelnen benennen, wie geistige Inhalte in ähnlicher Form immer wieder auftauchen (Sprache, Kommunikation) – doch es gibt eine Kommunikation jenseits des uns Sichtbaren.

Diese Grenze des Denkens, also das Nicht-Wissen um die Form und die Inhalte des uns Unbekannten, ist mit Notwendigkeit da, und nicht überwindbar so sieht es der Spirealismus. Das Ich muss in seinen Fähigkeiten begrenzt sein, denn es ist Teil, nicht alles. „Alles“ zu sein würde zugleich die individuelle Existenz des Ich auflösen.

Weiterlesen: Artikel ‚Alles und Nichts – kann das Alles zugleich das Nichts sein?‘

 

Das Unbewusste als das Unbekannte was last modified: März 25th, 2016 by Henrik Geyer

Zufall – Über den Begriff des Zufalls

Zufall - Über den Begriff des Zufalls

Der Zufall ist ein weiterer Begriff des Materialismus, der uns etwas, das wir nicht kennen, wie erkannt erscheinen lässt – und zwar Zufall als Wahrscheinlichkeit. Es ist eine stets wieder auftretende Selbstverständlichkeit, dieses Für-erkannt-Halten des nicht Erkennbaren, aber es ist auch eine Selbstverständlichkeit, die verwundert, wenn man darüber nachdenkt.

Gerade der Begriff des Zufalls lädt zum Nachdenken ein. Warum kommt uns alles, was wir benennen, wie bekannt vor?

Siehe auch Artikel Das Undenkbare. Was ist undenkbar?

So haben wir auch den Zufall eingekreist und er ist jetzt für uns nichts Unbekanntes, sondern etwas Bekanntes. Der Begriff des Zufalls ist mit dem Begriff der Wahrheit verbunden – das Sein ist uns das Wahre; und der (nun gebändigte) Zufall bringt ebenfalls Wahrheit und Sein hervor, in Form des Wahrscheinlichen. So gesehen könnte man die Zukunft wie geklärt ansehen, aber das unerklärliche Element bleibt: der Zufall.

Aspekte des Zufalls

Zufall ist ein Begriff, der uns eigentlich sagt, dass wir den Grund für etwas nicht kennen.

Wir nehmen aber an, dass es für alles einen Grund geben muss. Wir benennen daher, und forschen.. und finden Gründe. Dennoch scheint man den Zufall nicht ausmerzen zu können. Denn wir können nicht für alles Gründe finden. Allein schon, weil die Zahl der möglichen Kausalketten einfach kein Ende nehmen will. Der Zufall verschiebt sich einfach weiter, gemeinsam mit unserem Wissen. Je mehr wir wissen, und damit den Zufall an einem einem Ende ausdünnen, je mehr mögliche Kausalketten eröffnen sich. Der Zufall wandert, gemeinsam mit dem Rand unseres Wissens.

Er ist ein stetiges Element des (Ich – )Universums, man findet ihn stets dort, wo das Bekannte in das Unbekannte übergeht. Er lässt sich nicht überwinden – weil er sich flexibel verschiebt.

der Zufall als das, was wir nicht begründen können

Kann man sagen, es gibt etwas, das wir nie kennen können, und für das wir demzufolge auch keinen Grund finden? Es scheint wie Ketzerei, so etwas zu sagen, da doch der Mensch glaubt, alles wissen und erforschen zu können. Etwas das man nie finden kann? Wie soll das gehen? Wenn es da ist, dann werden wir es doch auch finden, nicht wahr? Das materialistische Weltbild sieht den Menschen als Beobachter all dessen, was da ist – der Materie. Und so gesehen ist auch der Zufall „da“ – indem wir ihn benennen, haben wir ihn auch schon erkannt.

 

Aus spirealistischer Sicht ist die Lage klar, aber ganz anders: „Nein, den Zufall werden wir nie überwinden. Er markiert die unsichtbare, nicht greifbare Grenze zum Unbekannten. Und das Unbekannte eingrenzen – wie soll das gehen?“

Der Zufall ist dem Spirealismus nicht im materialistischen Sinn begreifbar, auch nicht durch den Begriff „Wahrscheinlichkeit“, der Wahrheit suggeriert (das Wort „Begriff“ suggeriert Begreifen). Denn der Zufall hängt ab, besser gesagt, er entsteht, durch eine bestimmte subjektive Sichtweise, die zur Voraussetzung für weiteren Annahmen wird.

Man sehe sich an, wie wissenschaftliche Experimente gemacht werden. Sie kommen nicht ohne Annahmen aus. Daher hängt, was wir beobachten, von dem ab, was wir voraussetzen. Von einer bestimmten Sichtweise, einer Perspektive.

Albert Einstein: »Erst die Theorie entscheidet darüber, was man beobachten kann.«

Nun sehen wir unsere Annahmen als objektives Wissen an (Wissen also, das wir als völlig eindeutig sehen, als sei es nicht anders denkbar) , und glauben so, unsere Annahmen zu Wahrscheinlichkeit und Zufall seien ebenso objektiv und eindeutig. Dass aber unser Wissen nicht im eigentlichen Sinne objektiv ist, wurde in mehreren Artikeln dargelegt. Wenn unser Wissen, also unsere Denkvoraussetzungen, nicht objektiv sind, können es die Folgerungen daraus auch nicht sein.

Siehe auch Artikel zum Thema : Mengenlehre, Worte, Zahlen. Sind Zahlen objektiver als Worte?

Die mangelnde Objektivität lässt sich im Denkversuch nachweisen, wenn man verschiedene Perspektiven einnimmt. Man muss sozusagen die Phantasie bemühen.

Siehe auch Artikel zum Thema : Was ist Phantasie? Ist Phantasieren nötig – oder nur Spinnerei?

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Den Zufall findet man stets am Rand der Erfahrung,dort, wo das Wissen in das Unbekannte übergeht.
Den Zufall findet man stets am Rand der Erfahrung,dort, wo das Wissen in das Unbekannte übergeht.

Wozu fremde Perspektiven einnehmen?

Es ist eine weitere Eigentümlichkeit des Materialismus, den Menschen und seine Sichtweise als stets im Mittelpunkt zu sehen. Im Zentrum des Wissens, der Logik, überhaupt jeder Vernunft. Daher ist es ihm unnötig, andere  Perspektiven als die eigene einzunehmen. Bzw., solche Phantasien erscheinen absurd, denn der Mensch geht davon aus, nur er selbst habe die einzig gültige Perspektive; wie gesagt, seine Sichtweise sei notwendigerweise objektiv.

Dennoch ist es sinnvoll, wenn man sich vorstellen will, was Zufall überhaupt ist, eine andere Perspektive einzunehmen. Wieder eine subjektive Perspektive, daran ändert sich nichts … einfach eine andere Sichtweise.

Ritt auf dem Asteroiden

Angenommen ein Asteroid schlägt auf der Erde ein. Man wird sagen, dass sei Zufall.

Doch nehmen wir an, wir würden selbst auf dem Asteroiden reiten, und genau sehen, auf welchen Planeten er zusteuert. Würden wir sein Auftreffen dann Zufall nennen? Nein, wir hätten es kommen sehen, und würden sagen, dass dies kein Zufall sei.

Das zeigt: Zufall ist eine Frage der Perspektive.

 

Beispiel Diebstahl

Um den Zufall als eine Frage der Perspektive zu beschreiben, hier noch ein weiteres Beispiel:

Ich gehe durch die Fußgängerzone und mir wird die Brieftasche gestohlen. Ich nenne es „zufällig“ – das Auftreten des Diebes und damit der Diebstahl war nicht vorherzusehen.

Aus der Sicht des Taschendiebes sieht das ganz anders aus. Alle seine Gründe lassen ihn ganz genau darlegen, warum er vor Ort war.

Aus seiner Sicht ist das Auftreten des Bestohlenen, also von mir, reiner Zufall.

Wie viele Perspektiven gibt es?

Nun stellt sich die Frage: wie viele fremde Perspektiven gibt es, die ich kennen müsste, um den Zufall auszumerzen? Die Antwort muss lauten: Für uns unsagbar viele – eine Unendlichkeit. Warum? Weil jede denkbare (andere) Perspektive, von der ich wissen kann, auch mit mir selbst zu tun hat – da sie sich ja auch in irgendeiner Weise auf mich bezieht. Es ist eine Relation. Eine Relation, in der das Ich ein Teil ist, hängt auch vom Ich ab. Somit ist das Ich ebenso der Erzeuger der fremden Perspektive, wie der eigenen. Als Quelle von Perspektiven kann das Ich nicht von einer Endlichkeit von Perspektiven ausgehen. Anders gesagt: Der Zufall lässt sich nicht ausmerzen.

Das ist ganz ähnlich der Aussage, dass die menschliche Perspektive immer subjektiv bleibt – sie ist stets eine Relation zum „Anderen“. Unsere eigene Perspektive ist die einzige, die wir aus dem Innerlichen heraus kennen können. Das „Andere“, worum auch immer es sich dabei handelt, nehmen wir nicht in seiner inneren Gestalt auf, objektiv, als Ding „an sich“ wie Immanuel Kant sagte, sondern wir integrieren es, mit unseren eigenen Begriffen. Allein aus diesem Grund bereits, kann man nicht sagen, man könne jede Fremdperspektive einnehmen. Selbst angenommen die Zahl der Fremdperspektiven wäre begrenzt, würde doch unsere Auffassung von etwas Fremden stets von unserer eigenen, subjektiven Perspektive abhängen – womit wir wieder bei der zwar vorausgesetzten, aber nie findbaren Objektivität sind.

Um es in einem Satz zusammenzufassen: Was nicht objektiv ist, kann man auch als eine Form von Beliebigkeit bezeichnen. Und Beliebigkeit ist und bleibt unvorhersagbar.

Eine Frage der Perspektive

Wenn ich jede Perspektive einnehmen könnte – dann müsste der Zufall verschwinden. Dann hätte ich die Welt erkannt.

Es geht also letztlich wieder um die Frage, ob der Mensch die allein gültige Perspektive hat, eine objektive Sichtweise also, wie er in der materialistischen Sichtweise annimmt.

Jedoch machen die gezeigten Beispiele deutlich, dass dies nicht eintreten kann, weil bereits eine andere subjektive Perspektive eine ganz andere Auffassung von Zufall erzeugt. Und damit eine unzählbare Vielfalt an zufälligen Ereignissen, die wir nicht kennen, und aus systemischen Gründen (unüberwindlichen Gründen also), nie kennen können. Denn wir können aus der Einseitigkeit unserer subjektiven Betrachtung letztlich nicht heraustreten.

Man sieht hier auch, dass der Schlüsselbegriff zum Verständnis des Zufalls wieder das Verständnis von Objektivität ist. Und es wird deutlich, dass der Begriff des Zufalls wichtig ist, im Zusammenhang mit der Frage nach der Erkennbarkeit der Welt. Denn wenn ich den Zufall nicht ausmerzen kann, oder in eine letzte Ecke drängen, dann wird sich das mir Unbegreifliche, zusammen mit allen anderen Begriffen, die es fassen wollen (aber nicht können), einfach nur verschieben. Das Unbegreifliche selbst kann aber nicht enden.

 

Kausalität merzt nur scheinbar den Zufall aus

Siehe auch Artikel zum Thema : Kausalität – was ist das? Über das „Warum“ in der Natur.

Noch einmal das Vorhergesagte aus einer anderen Sichtweise – der Kausalität.

Unsere Vorstellung von Kausalität ist, dass alles einen Grund hat. Einen Grund – das ist wichtig! Nicht zwei, nicht tausend.

Eigentlich nehmen wir wahr, dass es für alles unzählige Gründe gibt, je nachdem, was wir als Denkvoraussetzung annehmen. Doch wir tun diese Beobachtung ab, sie passt nicht in unser Weltbild.

Was hieße das, wenn es für alles unzählbare Gründe gäbe? Dann stellte sich doch die Frage, was überhaupt ein Grund ist. Eine Beliebigkeit etwa? Es geht doch um das Erkennen der einen Welt, nicht unendlicher Welten, mit unendlichen Objekten darin, die unendliche Gründe hätten! Das materialistische Weltbild mit seiner Eindeutigkeit des Außen, seiner Objektivität, würde völlig durcheinander geraten.

Siehe auch: merkwürdig! Die Merwürdigkeiten des Materialismus

Auffassung des Spirealismus

Die Auffassung des Spirealismus ist, dass wir nicht Beobachter der Welt sind. Sondern sie entsteht in diesem Augenblick – (auch) durch uns.

Unsere Feststellungen, unser Wissen, ist subjektives Wissen, und kann nie anders als subjektiv sein, und damit nie anders als relativ zum Anderen. Teil der Relation sind immer wir selbst. Somit fließt die Schöpfung durch uns hindurch, wir sind nicht ihre Beobachter.

In uns wird nicht das Universum abgebildet, sondern wir tragen unzählige Ich-Universen in uns.

Unsere Fragen und auch unsere Antworten sind Teil der Schöpfung und sind selbst schöpferisch. Sie sind keine bloße Widerspiegelung eines von uns unabhängigen Außen.

Siehe auch Artikel zum Thema : Nichts geschieht ohne Grund (nihil fit sine causa). Der Grund „an sich“

 

Zufall – Über den Begriff des Zufalls was last modified: Februar 28th, 2016 by Henrik Geyer