Krieg – woher kommt er? Muss es ihn geben?

Spruchbild: Bevor es den Menschen gab, wartete der Krieg schon auf ihn. Das ultimative Handwerk, das auf den ultimativen Handwerker wartet

Warum muss Krieg sein? Es gibt Menschen, die Gott dafür die Schuld geben.

Aber alles, was für Krieg nötig ist, machen doch wir! Wir bauen die Waffen, halten das Pulver trocken, schießen…

Die Notwendigkeit des Krieges – seine Selbstverständlichkeit liegt in uns

Ganz offensichtlich sind wir Menschen es, die den Krieg vorbereiten und durchführen. Warum suchen wir irgendwo anders?

Müssen wir den Krieg erschaffen?

John Updike sagte einmal, dass ihn die „Anti-Kriegs“-Konzepte verwirren. Er fühlte, … „Anti-Kriegs“ – das ist ähnlich „Anti-Nahrungs..“ oder „Anti-Sex..“, denn Krieg war für ihn etwas Unabdingbares in der menschlichen Erfahrung.

John Updike once said that he was confused by the very concept of “antiwar,” which he felt, and I’m paraphrasing him here, was like being “anti-food” or “anti-sex,” since war was such an essential element of human experience.

Aus: Black Hawk Down, von Mark Bowden, ISBN 978-3453868311

John Updike hält Krieg also für eine Notwendigkeit, ähnlich der Notwendigkeit zu essen, oder der Fortpflanzung. Und dennoch ist Krieg eigentlich Irrsinn. Ist Irrsinn in uns?
Noch ein Zitat, das die Natürlichkeit des Krieges zum Inhalt hat:
aus McCarthy’s Roman Blood Meridian:
„Krieg dauert fort. Man kann Männer fragen, was sie von Stein halten. Krieg gab es immer. Bevor es den Menschen gab, wartete der Krieg schon auf ihn. Das ultimative Handwerk, das auf den ultimativen Handwerker wartet.“
“War endures. As well ask men what they think of stone. War was always here. Before man was, war waited for him. The ultimate trade awaiting the ultimate practitioner.”

Die Überflüssigkeit des Krieges

Wie so oft in diesem Blog, beschreibe ich die Notwendigkeit der Welt als eine Notwendigkeit unserer Gedanken.

Gerade am Krieg sehen wir, dass wir zwar glauben, unsere Gedanken seien frei, doch sind sie es nicht. Die Notwendigkeit des Krieges liegt in uns, jedoch können wir scheinbar so gar nichts tun, ihn aus der Welt zu schaffen.

Die Grenzen unserer Gedanken zu sprengen ist schwierig. Den Krieg aus unserer Realität zu verbannen, hieße, den Krieg aus den Köpfen aller zu verbannen. Unser kollektives Denken wird zu unserer kollektiven Realität.
Lesen Sie auch: Gott und Leid – wo liegt die Quelle von Frieden und Krieg?

Krieg ist überflüssig – ein anderes Menschenbild

Offenbar braucht es ein völlig anderes Denken, um den Krieg zu verbannen.

Der Spirealismus ist eine dem materialistischen Weltbild entgegengesetzte Weltanschauung. Sein Menschenbild ist nicht das, eines unabhängigen Denkers, also eines Individuums, das einen äußerlichen Prozess (die Realität) in seinem Gehirn nachbildet.

Sondern Spirealismus sieht den Menschen als Element der Schöpfung – in ihm selbst „materialisieren“ sich alle Begriffe, die er meint, in seinem Außen zu sehen. Die Existenz ist Denken. Das Denken aber ist nicht frei. Die Grenzen des Denkens bilden sich, und sind existent, im Menschen.

wahres Verständnis

Erst wenn der Mensch dies versteht, und an den Grundfesten seiner  Begriffe rütteln kann, dann wird es ihm möglich, sein Denken zu regieren.

Was er für selbstverständlich hält, sogar für „gut so!“ – das eben ist zum Teil seine Hölle. Umzudenken – das hieße, das für falsch zu halten, was heute richtig erscheint.

Erst dann könnte die Selbstverständlichkeit des Krieges, und der Krieg selbst, verschwinden.
Siehe auch: Artikel Wachstumswahn – wie viel ist genug? Ist ein Ende des Wachstums erst dann erreicht, wenn wir die Schnauze voll haben?

Lesen Sie auch: Artikel Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

 

Krieg – woher kommt er? Muss es ihn geben? was last modified: April 23rd, 2016 by Henrik Geyer

gute Erwartungen und schlechte Erwartungen formen unsere Welt

Erwartungen .. das Gute erwarten: Hoffnung, Zuversicht.

Die Erwartung, etwas Gutes würde wahr werden, nennen wir Hoffnung, oder besser noch Zuversicht. Die Hoffnung wiederum, die Erwartung des Guten, definiert sich durch die Unterscheidung – von der Befürchtung, der Erwartung des Schlechten.
Das Wort Hoffnung drückt den Zwiespalt unserer Erwartungen aus, die optimistische Seite betonend. Das Wort Befürchtung hingegen betont die pessimistische Seite.

Erwartung des Guten – Hoffnung und Zuversicht

Ich hatte in einem Artikel über Zuversicht gesprochen. Das Beitrags-Bild dieses Artikels heißt eigentlich so: „Zuversicht“. Eine Frau schrieb mir, dass Zuversicht die Erwartung des Guten ist.

So kann man es sehen. Zuversicht ist, mehr noch als Hoffnung, die feste Erwartung des Guten.

Das Bild zeigt einen Mann, der ein Schiff in schwieriger Lage steuert. Er hält ein Steuer in Form eines Uhr-Ziffernblattes in der Hand, und dieses Ziffernblatt zeigt Fünf vor Zwölf an. Dennoch macht der Mann einen mutigen und handelnden Eindruck… er erwartet das Gute. Er erwartet es, vielleicht ganz ohne Grund, ganz ohne Abwägen der Chancen. Er ist sich sicher, dass das Gute eintreten kann, wenn er in dessen Erwartung handelt.

Erwartungen des Schlechten – Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Tod

Nun können wir uns vorstellen, was der Mann täte, wenn er fest mit dem Schlechten rechnete.  Er täte wohl nichts, würde seinen  letzten Minuten in Verzweiflung verdämmern. Er wüsste (und dies erschiene ihm als ganz „vernünftig“) dass bald „alles zu spät“ ist. Der Uhrzeiger würde mit Notwendigkeit auf die Zwölf vorrücken.

Hoffnung erlangen

Hoffnung zu erlangen – also den Konflikt des Zweifels weg von den Befürchtungen, hin zur Erwartung des Guten zu bewegen – das geht auf verschiedenen Ebenen.

Erstens kann man sich sich ansehen, was man überhaupt für Erwartungen hat. Oft hilft es schon, von Erwartungen loszulassen, um sich von Hoffnungen zu befreien, die eine Fülle von Befürchtungen mit sich bringen – und die eigentlich eine Belastung sind.

Zweitens hilft es, an die Stelle des Grübelns über Hoffnungen die Tat zu setzen. Ganz im Sinne des Beitragsbildes – es kann nur geben, woran wir auch glauben können; was wir sicher erwarten. Durch uns kommt es in die Welt. Durch unseren Glauben, es würde geschehen, aber nicht durch Zweifel.

Aus demselben Grund sollte man sich drittens nicht geistig fixieren, auf eine Hoffnung, oder eine Furcht. Epiktet: Man darf das Schiff nicht an einen einzigen Anker und das Leben nicht an eine einzige Hoffnung binden.

Vieles kann geschehen – durch unsere positiven  Erwartungen, die feste Erwartung des Guten, machen wir es wahrscheinlich. 

 

 

gute Erwartungen und schlechte Erwartungen formen unsere Welt was last modified: Dezember 10th, 2015 by Henrik Geyer