Gut ist böse, böse ist gut

Gut ist böse, böse ist gut - Dr. Manhattan sieht mehr [SPID 3992]

in diesem Artikel bespreche ich die philosophisch- spirituellen Aspekte des Films Watchmen und die Frage: gut und böse – was ist das?

Watchmen ist vordergründig ein Film um eine Gruppe Superhelden, die Watchmen. Der Film spielt in einer parallelen Realität, im Jahr 1985. Der Name Watchmen (Wachmänner) ist Programm, die Watchmen haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Böse zu bekämpfen, und wo es geht, es auszumerzen. Und – man möge es glauben – sie sind wirklich nicht böse, sondern gut!

Gut ist böse, böse ist gut - völlig fremde Welten im Welten-Raum [SPID 3991]
Gut ist böse, böse ist gut – völlig fremde Welten im Welten-Raum

Watchmen ist kein „Kinospaß“

Ich habe den Film vor Jahren im Kino gesehen, er kam mir damals verworren, zynisch, gewalttätig und überlang vor. Er hatte aber eine faszinierende Bildsprache, wie ich damals fand. Entgegen zeitweiliger Impulse das Kino zu verlassen, blieben wir bis zum Ende.

Nun habe ich den Film noch einmal gesehen, habe auf Wikipedia die Geschichte der Watchmen gelesen, die ich vorher nicht kannte. Das hat mir manche Logiklücke geschlossen, und ich konnte die spirituell-philosophische Tiefe von Watchmen würdigen. Und die hat mich zutiefst beeindruckt, daher schreibe ich diesen Artikel.

Dennoch sei noch einmal gesagt: Watchmen ist kein Kinospaß, kein Actionkracher, kein Buddyfilm und auch eigentlich kein „richtiger“ Superheldenfilm, denn die Superhelden sind doch allzu menschlich. Watchmen ist oft explizit gewalttätig, enthält Sexszenen und ist oft, wie mancher es empfinden wird, zynisch.

Doch Watchmen ist ein bildgewaltiges Epos um Gut und Böse, und könnte (Erwachsene!) kaum mehr faszinieren. Seine Länge von über 2 Stunden ist eigentlich wohlbemessen. Der Film ist eine lange Meditation über Gewalt, den Kampf der Gegensätze in der Welt, und wie es dem Menschen möglich ist, sich daraus zu lösen.

Gut ist böse, böse ist gut - Liebe in Zeiten des Atomkrieges [SPID 3990]
Gut ist böse, böse ist gut – Liebe in Zeiten des Atomkrieges

3D Superhelden

Die Superhelden in Watchmen werden uns dreidimensional gezeigt – sie wollen wahrhaftig nur das Gute, doch erscheinen sie im Film teilweise alles andere als gut, oft alles andere als menschlich. Sie haben, um dem Recht Geltung zu verschaffen, ganz andere Mittel zur Verfügung als der Normalmensch, doch unterliegen sie den Zweifeln und den Schwingungen des menschlichen Gemütes. Und ihre Methoden reichen je nach charakterlicher Disposition von Splatterbrutalität (Rohrschach) zu philosophischer Gleichgültigkeit (Dr. Manhattan).

Und das Faszinierende ist: wir sehen den Superhelden-Charakteren dabei zu, wie sie sich entwickeln. Sie stellen sich Fragen, beantworten sie, kommen weiter…

Gut ist böse, böse ist gut - Kriegsverbrechen in Vietnam [SPID 3988]
Gut ist böse, böse ist gut – Kriegsverbrechen in Vietnam

Die Ambivalenz von gut und böse

Die Filmrealität von Watchmen spielt in einer Zeit des Vietnamkrieges, einer Zeit der nuklearen Konfrontation der Supermächte, in der die nukleare Apokalypse wie zwangsläufig, wie nur noch eine Minute entfernt, erscheint.

Die Superhelden werden von der Regierung im Vietnam-Krieg eingesetzt, wo sie ihre Pflicht tun, und die Kapitulation Nordvietnams herbeiführen. Doch sie machen sich auch die Hände schmutzig, werden Schuldige an Kriegsverbrechen – ganz ungewollt. So wie die Soldaten dieses Krieges … jedes Krieges.

Der faszinierende Comedian ist ein zynischer Realist – ihm macht es Spaß, gegen Verbrecher mit aller Härte vorzugehen. In Vietnam begeht er ein dem Zuschauer kaum erträgliches Verbrechen. Doch, wie der Film zum Ende hin zeigt, liegt auch im Comedian die Saat des Guten.

Dr. Manhattan hat von allen Superhelden eine übernatürliche Einsicht in Vergangenheit und Zukunft. Doch das führt nicht etwa dazu, dass er sich umso effektiver für das Gute einsetzt. Sondern, er scheint nicht mehr zu wissen, was das Gute ist. Das Gute erscheint ihm belanglos, sich aufhebend, gleich dem Bösen. Er löst sich von der Menschheit und ist nur durch den intensiven Appell seiner Ex-Geliebten dazu zu bewegen, eine letzte Anstrengung zu unternehmen, die Menschheit vor dem endgültigen Untergang zu bewahren. Und kommt dabei, im Gleichklang mit Superheld Ozymandias, dem „klügsten Menschen der Welt“, zu einer überraschenden, brutalen, aber wirkungsvollen Lösung.

Das Gute ist im Bösen. Das Böse ist im Guten

Ich möchte in diesem Artikel nicht den Film wiedergeben, auch nicht seine Pointen verraten.

Ich will nur so viel sagen: wer sich auf diesen Film einlässt, nicht wie man sich auf einen Superheldenfilm einlässt, sondern auf einen schwierigen, vielschichtigen Film, bekommt hier einiges geboten. Einiges auch, was mehr als schwer verdaulich scheint. Und was doch, wie ich glaube, in unserer Zeit mehr und mehr Realität gewinnt. Und was zum Teil mitten ins Herz trifft.

Der Film wirft einen Blick auf den Menschen, aber ohne sein verklärendes Selbstbild vom „gottähnlichen Menschen“. Es stellt die ganz ehrlich gemeinte Frage „Wie können wir der Selbstvernichtung entgehen?“ – und gelangt zu überraschenden Einsichten.

Taugt etwa unser Gut-Böse-Schema in Wirklichkeit gar nicht, um die wirklich wichtigen Fragen zu beantworten? Man bedenke: Sind wir denn nicht immer auf der Seite des Guten, was immer wir tun? Liegt daher denn nicht … im Guten das Böse?

Wie sagte Dr. Manhattan so treffend: „Ich kann alles ändern. Nur das menschliche Wesen, das kann ich nicht ändern.“ Was wir brauchen sind neue Antworten.

Gut ist böse, böse ist gut - ist der Holocaust die beste Prävention des Holocaustes? [SPID 3986]
Gut ist böse, böse ist gut – ist der Holocaust die beste Prävention des Holocaustes?

Gut ist böse, böse ist gut was last modified: September 26th, 2016 by Henrik Geyer

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

http://spireo.de: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Author: Henrik Geyer Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Oder: Es gib nichts Schlechtes, vorausgesetzt, man lässt es.

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es – Man kann diesen Spruch es als Aufforderung sehen, immer das Gute zu tun.

Das eigentlich Entscheidende aber, das der Spruch ausdrückt, ist: Handle! Was immer man für gut hält – es gilt, den Gedanken zu Ende zu denken. Den Gedanken in Tun verwandeln. Was man verwirklicht sehen möchte, das muss man auch durch Tun verfolgen.

Lesen Sie auch: Kann man sich selbst belügen? ‚Lüge – was ist das? Über das Lügen‘

Den Gedanken zu Ende denken – Handeln!

Der Spirealismus sieht im Tun nichts grundlegend anderes, als Denken. Schon allein deshalb, weil ohne Gedanken keinerlei Tun möglich ist.

Auch Tun bedeutet, dass man einen Gedanken, den man  gefasst hat, konzentriert weiter verfolgt. Denn man kann nichts tun, an das man nicht auch denkt. Was man in seinem Leben sehen möchte – darauf muss man sich konzentrieren. Das kosmische Denken, dessen Teil wir sind, erschafft. So kommt das Gute in unsere Welt.

Bitte lesen Sie auch: Artikel ‚Wunschdenken – ist die Realität automatisch das, was man denkt?‘

Es gibt nichts Schlechtes, vorausgesetzt, man lässt es

Den Spruch kann man umdrehen, als: Es gibt nichts Schlechtes, vorausgesetzt, man lässt es.

Auch das Schlechte kann nicht anders in unsere Welt kommen, als durch uns – wenn wir uns auf Schlechtes konzentrieren. Wenn wir schlechte Gedanken nicht denken, wenn wir das Schlechte nicht tun – woher soll es kommen?

Kein Gott, kein Schöpfer schafft es für uns, nur wir. Wenn wir es nicht verwirklichen, dann bleibt das Schlechte unerschaffen.

 

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es was last modified: Februar 16th, 2016 by Henrik Geyer

gute Erwartungen und schlechte Erwartungen formen unsere Welt

Erwartungen .. das Gute erwarten: Hoffnung, Zuversicht.

Die Erwartung, etwas Gutes würde wahr werden, nennen wir Hoffnung, oder besser noch Zuversicht. Die Hoffnung wiederum, die Erwartung des Guten, definiert sich durch die Unterscheidung – von der Befürchtung, der Erwartung des Schlechten.
Das Wort Hoffnung drückt den Zwiespalt unserer Erwartungen aus, die optimistische Seite betonend. Das Wort Befürchtung hingegen betont die pessimistische Seite.

Erwartung des Guten – Hoffnung und Zuversicht

Ich hatte in einem Artikel über Zuversicht gesprochen. Das Beitrags-Bild dieses Artikels heißt eigentlich so: „Zuversicht“. Eine Frau schrieb mir, dass Zuversicht die Erwartung des Guten ist.

So kann man es sehen. Zuversicht ist, mehr noch als Hoffnung, die feste Erwartung des Guten.

Das Bild zeigt einen Mann, der ein Schiff in schwieriger Lage steuert. Er hält ein Steuer in Form eines Uhr-Ziffernblattes in der Hand, und dieses Ziffernblatt zeigt Fünf vor Zwölf an. Dennoch macht der Mann einen mutigen und handelnden Eindruck… er erwartet das Gute. Er erwartet es, vielleicht ganz ohne Grund, ganz ohne Abwägen der Chancen. Er ist sich sicher, dass das Gute eintreten kann, wenn er in dessen Erwartung handelt.

Erwartungen des Schlechten – Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Tod

Nun können wir uns vorstellen, was der Mann täte, wenn er fest mit dem Schlechten rechnete.  Er täte wohl nichts, würde seinen  letzten Minuten in Verzweiflung verdämmern. Er wüsste (und dies erschiene ihm als ganz „vernünftig“) dass bald „alles zu spät“ ist. Der Uhrzeiger würde mit Notwendigkeit auf die Zwölf vorrücken.

Hoffnung erlangen

Hoffnung zu erlangen – also den Konflikt des Zweifels weg von den Befürchtungen, hin zur Erwartung des Guten zu bewegen – das geht auf verschiedenen Ebenen.

Erstens kann man sich sich ansehen, was man überhaupt für Erwartungen hat. Oft hilft es schon, von Erwartungen loszulassen, um sich von Hoffnungen zu befreien, die eine Fülle von Befürchtungen mit sich bringen – und die eigentlich eine Belastung sind.

Zweitens hilft es, an die Stelle des Grübelns über Hoffnungen die Tat zu setzen. Ganz im Sinne des Beitragsbildes – es kann nur geben, woran wir auch glauben können; was wir sicher erwarten. Durch uns kommt es in die Welt. Durch unseren Glauben, es würde geschehen, aber nicht durch Zweifel.

Aus demselben Grund sollte man sich drittens nicht geistig fixieren, auf eine Hoffnung, oder eine Furcht. Epiktet: Man darf das Schiff nicht an einen einzigen Anker und das Leben nicht an eine einzige Hoffnung binden.

Vieles kann geschehen – durch unsere positiven  Erwartungen, die feste Erwartung des Guten, machen wir es wahrscheinlich. 

 

 

gute Erwartungen und schlechte Erwartungen formen unsere Welt was last modified: Dezember 10th, 2015 by Henrik Geyer