Spirealismus als Lebenshaltung – durch Gedanken entsteht Realität

 

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Eine Philosophie ist eine grundsätzliche Denkrichtung – eine Weltanschauung. Meine Denkrichtung kommt letztlich immer auch in meinen Büchern zum Ausdruck. Meine Philosophie nenne ich „Spirealismus“.

Was macht Spirealismus verständlicher?

Spirealismus erklärt, warum der Gedanke Kraft und Realität hat, warum die Religionen in ihren grundlegenden Aussagen immer Recht haben – der Glaube erschafft. Er erklärt, warum das Gesetz der Anziehung funktionieren muss.

Der Spirealismus sieht die Wissenschaft nicht als etwas völlig anderes an, als Spiritualität. Schließlich ist Spiritualität als Geistigkeit eine Beschäftigung mit den Gedanken, es ist Gedankentiefe – auf was würde das mehr zutreffen, als auf die Wissenschaft?

Ganz allgemein sieht der Spirealismus aber immer das eine grundsätzliche Prinzip, das alles verbindet. Und dieses Prinzip ist, dass wir Menschen Teil sind, nicht abgetrennter Beobachter eines unabhängigen Außen.

Denken umschließt uns, hüllt uns ein, bezieht uns ein. Völlig absichtslos. Das bedeutet, dass wir nichts beobachten können, das völlig unabhängig von unserem Blick wäre.

Jedes Existierende ist ein Analogon alles Existierenden; daher erscheint uns das Dasein immer zu gleicher Zeit gesondert und verknüpft.
Johann Wolfgang von Goethe

Als Lebenshaltung

Die Wirkungen für die individuelle Realität sind vielfältig. Als Lebenshaltung leitet sich aus dem Spirealismus ab, sich der Gedanken bewusst zu werden. Paradoxerweise glauben wir ja, wir wären uns in nichts bewusster, als unserer Gedanken. Es ist aber keineswegs so.

Wenn Gedanken selbst bereits erschaffen, dann ist es umso wichtiger, mit Bewusstheit – und durchaus mit Vorsicht – zu denken. Es bedeutet, Gedanken eben nicht als bloße Reflexionen zu sehen – sondern hier entsteht die Realität. Es bedeutet, bestimmte Gedanken zu meiden, andere zu fördern.

 

Spirealismus bedeutet mystisches Denken, Denken in metaphysischen/philosophischen Zusammenhängen, auch und gerade im Alltag. Man spürt doch, dass nichts auf nur eine einzige Art und Weise begriffen werden kann, daher ist es ein Wesenszug des Spirealisten, Metaphern zu gebrauchen, symbolhaft zu denken.

In Spirealismus liegt die Überzeugung, dass Wahrheit zuallererst im eigenen Ich zu suchen ist; es liegt die Empfehlung darin, sich nicht an der Widersprüchlichkeit des sonst absolut gehaltenen „Außen“ aufzureiben.

Aus diesem Grund auch spürt und erfährt der Spirealist, wie er Wahrheit und Existenz aus Denken erschaffen kann. In Spirealismus liegt die Überzeugung, alles sein zu können, was das persönliche Denken für wahr halten kann. Daher beinhaltet das die Möglichkeit, das auch willentlich zu beeinflussen.

Andererseits wird man erst auf diese Weise gewahr, wie schwierig es ist, etwas für wahr zu halten, was nicht gesehen werden kann, und was man erst entstehen lassen möchte.

 

In Spirealismus liegt Harmonie. Es ist das Für-wahr-Halten des Selbst – und auf der anderen Seite die Akzeptanz des „anderen“ (Menschen, Themas, Lebensentwurfs, Tieres, Dinges). Wenn man so will ist das das Gegenteil von political Correctness, weil man sich doch der Tatsache bewusst ist, mit dem anderen  nie ganz übereinstimmen zu können.  Meine Welt ist einzigartig – und muss es sein! Bedarf an political Correctness besteht so gesehen nur innerhalb weiter Grenzen … Die Notwendigkeit, andere ständig überzeugen zu müssen, oder sich selbst überzeugen zu lassen, sieht man weniger.

So ist Spirealismus ist z.B. auch ein Gegensatz zu diktatorischem Denken, das immer nur eins für wirklich wahr und richtig halten kann. Warum? Weil die innere Wahrheit zu erkennen und zu akzeptieren auch bedeutet, dass man die abweichende innere Wahrheit im anderen zur Kenntnis nimmt, und akzeptiert. Einfach aus dem Verständnis heraus, dass es nicht anders sein kann, und dass in der Unterschiedlichkeit der Gedanken das Fundament der Welten liegt, deren Teil wir sind.

Spirealismus hat einen zutiefst humanistischen Wesenszug, weil verständlich wird, dass man die (Denk)welten anderer Individuen nur von außen beurteilen kann –  denn es gibt keine Beobachtung, die vom eigenen Blick unabhängig wäre. Somit sieht man nie wirklich „das Andere“ in seinem Selbstverständnis – was man im anderen sehen kann, ist eher das Spiegelbild dessen, was man selbst denkt.

In Spirealismus liegt die Aufforderung, sich der Worte bewusst zu werden, die man spricht oder denkt. Ganz allgemein gesagt liegt Achtsamkeit darin, und die Möglichkeit, „die Welt“, die eigentlich die Welt des Ich-Universums ist, in Gedanken zu gestalten.

Verständnis für das Wesen der Dinge

Spirealismus verschafft ein neues, besseres Verständnis für das Wesen der Dinge. Der Mensch, nicht abgetrennt von den Dingen, sondern ihr Teil, mit ihnen verbunden, von ihnen abhängig.

Dem materialistischen Denker ist dies fremd, denn er glaubt sich in einer unabhängigen Beobachterposition, ganz ähnlich einem Gott. Doch, bei dieser religiösen Sprache bleibend, der Spirealismus sieht den Menschen als Teil, man könnte auch sagen als Teil Gottes, als Kreatur Gottes. Und diese Sichtweise bringt ganz andere Folgerungen hervor, als die materialistische.

Der materialistische Denker, der sich als getrennt von allem sieht, fragt nur nach dem unmittelbaren Nutzen für sich selbst, oder, bestenfalls, für „den Menschen“. Er mag fragen: „Nützt all dies dem Menschen denn genug, dass ich es überhaupt bedenken sollte?“

Selbst wenn man die Frage aus diesem Blickwinkel heraus stellt, muss man sagen, dass „dem Menschen“ jedes Verständnis natürlich nützlich ist, welches ihn seine wahre Natur besser begreifen lässt. Denn nur so wird verständnisvolles Handeln ermöglicht. Verständnisvoll der Natur (deren Teil er ist) gegenüber, und auch den Dingen. Nur aus Verständnis kann der Mensch willentlich handeln – die Alternative ist das Wirken der Naturkräfte einfach auf sich zu nehmen.

Nur aus Verständnis kann „der Mensch“ Krieg und Krise meistern, oder schließlich sogar aus der Welt schaffen – er wird hingegen vergeblich darauf warten, dass sich beides von selbst in einem Außen auflöst. Schließlich ist er selbst, „der Mensch“, es auch, der beides erst hervorbringt.

Wichtige Folgerungen

Wichtige, sich aus dem Spirealismus ergebende (oder ihm zu Grunde liegende) Grundsätze sind, dass es keine Objektivität gibt, sondern „nur“ subjektive Welten. „Die eine Welt“, von der wir immer sprechen, ist in Wirklichkeit aus Kommunikation zusammengesetzt – in einem objektiven Sinn gibt es sie gar nicht.

Ich nenne diese Welten Ich – Universen – es ist das jeweils konkrete, subjektive Universum, das jedes Ich kennt. „Eine“ Welt, die außerhalb von uns allen ist, auf die wir alle schauen, und deren Eigenschaften wir quasi nur ablesen (erforschen), gibt es nicht. Das wiederum bedeutet, dass es keine Beobachtung geben kann, die von dem subjektiven Blick unabhängig wäre.

Ist die Welt nur erdacht?

Will der Spirealismus behaupten, die Welt sei nicht real, sondern nur erdacht?

Nein. Der Spirealismus hat ein ganz anderes Konzept von Realität (Existenz). Existenz ist ihm nicht eine Welt außerhalb des Denkers, sondern Existenz ist Denken. Denken, das nicht verortet ist im menschlichen Gehirn, sondern Denken, das den Menschen umschließt und hervorbringt.

Das Denken, von dem der Spirealismus spricht, ist somit im Menschen, aber auch in jedem Objekt, das er sieht.

Der Spirealismus geht davon aus, dass die Realität des Individuums stets individuell ist – und diese Realität ist die einzige Realität, Existenz und Wahrheit, von der das Individuum sprechen kann. Insofern geht der SpiRealismus von der individuellen Realität aus, hält diese für wahr und existent, wohingegen die Frage „Ist die Welt nur erdacht?“ als falsch gestellt (aus der materialistischen Sichtweise kommend) bezeichnet werden muss.

Grundgedanke des Spirealismus kurz erklärt

Die grundlegende Aussage des Spirealismus ist, dass der Geist, dass der Gedanke, die ursprüngliche und realste Existenz ist, die wir wahrnehmen können. Daher ist Wortbestandteil von Spirealismus „Realismus“. Das bedeutet, dass das, was wir denken, uneingeschränkt die Realität ist – die einzige, die wir kennen können.

Im Allgemeinen wird es genau umgekehrt gesehen. Normalerweise ist gerade der Gedanke der Inbegriff des Nicht-Realen. Des „nur“ Gedachten. Doch im persönlichen Erleben spüren wir sehr genau, welche Bedeutung das Geistige für uns hat. Wir glauben nur nicht, dass uns Geist auch umgibt, dass uns Geist entgegentritt, in mannigfacher Form – und oft undurchdringlich fest. Wir glauben, wir haben den Geist, während der Rest von uns beobachtete Materie ist.

Jedoch bringen mehr und mehr Wissenschaftler, Physiker, Professoren, Erforscher der Materie, zum Ausdruck, was ich in „Alles ist Geist“ formulierte. Und was auch namhafte Philosophen, teils bereits vor Jahrhunderten, bereits formulierten. Es sind Bücher wie „Es gibt keine Materie“, und andere Werke. Interessanterweise gingen meine Schlüsse von einer achtsamen Beobachtung des Alltags aus, nicht von Untersuchungen von Materie in Teilchenbeschleunigern. Erst später fiel mir auf, wie sehr sich die Aussagen ähneln. Um die Aussage des Spirealismus für richtig zu halten muss man also nicht unbedingt die Hochtechnologie von Teilchenbeschleunigern bemühen. Im Grunde reicht die Beobachtung des Alltäglichen aus.

Ich halte Denkrichtungen wie Spirealismus für den Beginn einer Entwicklung, die uns zu noch ganz anderen Erkenntnissen führen wird, zu ganz neuen Einsichten und Weltanschauungen – da bin ich mir sehr sicher. Denn die unausweichliche Folge dieses Gedankens – des Grundgedankens des Spirealismus – ist, sich zu fragen, was denn unsere Wirklichkeit hervorbringt, wenn es nicht die festen Objekte eines Außen sind, die sich in einer unbeeinflussbaren Weise beobachten lassen. Am Ende wird man feststellen (und das ist ja die Grundaussage des Spirealismus), dass wir mit unseren Gedanken bereits Schöpfer sind.

Was hat Spirealismus mit Spiritualität zu tun?

Um Spirealismus zu verstehen halte ich Spiritualität (als Geistigkeit) für wichtig, eigentlich sogar unabdingbar, denn der Untersuchungsgegenstand sind die Gedanken selbst, nicht so sehr die mannigfachen Formen, die die Gedanken hervorbringen – um genauer zu sein: die Materie. Aus diesem Grund nehme ich häufig Bezug auf den Taoismus, der von einer „Schein-„Welt aus zehntausend Namen spricht. Um das richtig zu formulieren: Ich spreche nicht von einer Scheinwelt, die der Einzelne hätte, sondern davon, dass jeder seine individuelle Realität hat – und die kann jede Form annehmen. Den schmerzlichen Prozess, der mich das verstehen ließ, habe ich in Alles ist Geist geschildert.

 

Spirealismus als Lebenshaltung – durch Gedanken entsteht Realität was last modified: Juni 7th, 2016 by Henrik Geyer