objektiv subjektiv. Was ist der Unterschied zwischen Objektivität und Subjektivität?

Praktisch gesehen

Es geht in diesem Artikel um das Wortpaar objektiv subjektiv, seinen Zusammenhang und Gegensatz.

Man versteht die Begriffe „objektiv“ und „subjektiv“ als Unterscheidung der Wertigkeit einer Meinung, Aussage oder Tatsachenbehauptung. Praktisch gesehen ist „objektiv“ das Richtige, das was alle so sehen. Und „subjektiv“ das Abweichende, was lediglich aus einer Einzelsichtweise heraus Gültigkeit haben mag – man könnte auch sagen, das, was nie ganz richtig sein kann.

Das Objekt ist der Gegenstand der Beobachtung, das Subjekt ist der Beobachter.

Herkunft: materialistisches Weltbild

Die Logik, die der Unterscheidung objektiv subjektiv zu Grunde liegt, stammt aus dem materialistischen Weltbild, das voraussetzt, wir seien Beobachter einer festliegenden, statischen Außenwelt. „Objektiv“ hieße demnach letztendlich: „außerhalb“ des (menschlichen) Bewusstseins. Die außerhalb unserer selbst befindliche Realität, oder die Objekte, die wir vor uns sehen – sie sind das Objektive. Während wir, die davon getrennten Beobachter, mit unserem Geist das Objektive nachformen. Weil wir als Beobachter nur nachformen, weil wir gegenüber dem Objektiven eine nur relative Position einnehmen, kann der Subjektivblick nie das ganze Objekt in seiner gesamten, objektiv-richtigen Gestalt, erfassen.

Man sieht, dass die Worte in uns ein Bild entstehen lassen, als würden wir bei der Betrachtung der äußerlichen Realität um eine Statue herumgehen.

Mehr Sichtweisen verstärken die Objektivität

Und daher, so die materialistische Logik, stärkt es die Wahrhaftigkeit der Beobachtung, wenn sie aus verschiedenen Blickwinkeln erfolgt. Wiederum so, als würde man um eine Statue herumgehen. Geht man um eine Statue herum, sieht man sie ganz – aus jeder Perspektive. Und hat so den vollkommenen Einblick, was genau die Statue ist. Was sie „objektiv“ ist.

subjektiv und objektiv
subjektiv und objektiv

 

Widersprüche im Tatsächlichen

Eine Erfahrung, die ich in Alles ist Geist beschrieb, war, dass sich nichts völlig Objektives finden lässt. Und, wie ich später erfuhr, haben diese Erfahrung viele vor mir gemacht. Genannt seien Hume, Kant, Schopenhauer. Wilhelm Busch drückte es einmal treffend so aus: Auch das kleinste Ding hat seine Wurzel in der Unendlichkeit, ist also nicht völlig zu ergründen.
Obwohl es also keine Objektivität gibt, in dem Sinne, dass man sie im Letzten irgendwo zu fassen bekommen könnte, reden wir von Objektivität, so als sei es der Mensch, der zwischen objektiv und subjektiv völlig unterscheiden könne.

Dabei ist der eigentliche Anspruch an Objektivität, dass jeder kosmische Beobachter die gleiche Erfahrung machen müsste. Aber eben dies ist nicht vorstellbar, wo es bereits unter den Menschen scheitert.

objektiv subjektiv spirealistisch gesehen

Die Tatsache der fehlenden bzw. nicht beobachtbaren Objektivität nimmt der Spirealismus als Denkvoraussetzung – es gibt sie nicht. Was der Mensch gemeinhin objektiv nennt, nennt der Spirealismus „supersubjektiv„, und macht damit deutlich, dass es sich um eine abgestimmte Beobachtung handelt, aber wiederum eine subjektive Beobachtung. Also eine Beobachtung, die keineswegs von anderen kosmischen Beobachtern geteilt werden müsste. Und zwar deshalb, weil es das im Materialismus vorgestellte Objekt, das unabhängig vom Geist da sein soll, nicht gibt, weil es nicht im materialistischen Sinn existiert. Die sogenannte Realität ergibt sich für den Spirealismus aus Kommunikation, wobei der Spirealismus den Begriff Kommunikation weiter fasst als der Materialismus, der Kommunikation als den willentlich hervorgebrachten Austausch von Informationen zwischen Menschen sieht.

Vielmehr stellt der Spirealismus fest, dass jede Aussage über Objektivität aus einer subjektiven Position heraus gemacht wird.

Unser Eindruck einer von uns beschreibbaren Objektivität, und mithin einer abgetrennten Außenwelt, ist durch nichts gestützt, außer unsere materialistische Weltanschauung. Dadurch, dass diese Weltanschauung fast jeder hat, erscheint sie wie bewiesen. Und dem Materialismus ist diese Weltsicht – also, vom Denken unabhängige Objekte – Denkgrundlage, die ihm nicht hinterfragbar erscheint.

 

 

 

objektiv subjektiv. Was ist der Unterschied zwischen Objektivität und Subjektivität? was last modified: März 24th, 2018 by Henrik Geyer