Is mir egal! Der Philosoph und die „Alles ist Wurscht“-Mentalität

Der Philosoph und das "Is mir egal"-Prinzip

Ich kenne einige studierte Philosophen, die kurioserweise selbst die Philosophie als eine recht nutzlose Wissenschaft ansehen. Teilweise sind sie sehr gute Kenner tiefschürfender philosophischer Sachverhalte, so dass sie Auskunft geben können über Buddha, Tao, sogar Sanskrit, also die alte indische Sprache, in der die wichtigsten philosophischen Schriften verfasst sind.

Von dem ganzen „Rumphilosophieren“ halten sie nicht viel.

Wie es unter Philosophen so schön heißt: Eine nackte Frau ist stärker als die ganze Philosophie – was wohl in etwa so viel heißt, dass die Triebhaftigkeit noch immer über die Gedanken höherer Art gesiegt hat.

Einer präsentierte den Spruch Eine nackte Frau ist stärker als die ganze Philosophie mit der Erweiterung Eine nackte Frau ist stärker als die ganze Philosophie Kants, und meinte, das „Ding“ sei die nackte Frau, was jede weitere Frage nach einem „an sich“ überflüssig mache.

Ich wurde einmal gefragt, warum ich z.B. den Leuten „auf den Zeiger“ ginge, mit philosophischen Gespinsten. Reicht es nicht, wenn man etwas über Buddha oder Plato liest – muss man dann auch noch andere Menschen damit belästigen, die haben doch ganz andere Sorgen! Ich sagte, dass man diese Frage auch Plato hätte stellen können. Warum geht er mit Fragen nach „dem Nichts“ und ähnlichem Schwachsinn den Leuten eigentlich „auf den Zeiger“? Es ist wohl einfach, dass man an irgendetwas Interesse hat. Es ist die Liebe dazu. Mehr kann man dazu gar nicht sagen.

Komisch, dass Philosophen oft gar nicht so viel Liebe zur Philosophie haben.

Es liegt wohl daran, dass Philosophie als weithin nutzlos in der materialistischen Gesellschaft wahrgenommen wird – und die Philosophen sehen das letztlich ebenso, auch wenn ihnen die Philosophie ansonsten durchaus interessant ist.

Is mir egal! Der Philosoph und die „Alles ist Wurscht“ – Mentalität

Aber, viel mehr wundert mich eigentlich umgekehrt die Mentalität der Philosophen, zumindest derer, die ich kenne. (Das sind nur ein paar; da gibt es sicher andere Beispiele). Dass die von „der ganzen Philosophiererei“ nicht viel halten – das ist doch interessant! Ist, wenn man ganz viele Sichtweisen studiert hat, die höchste Weisheit vielleicht: „Alles is Wurscht?“. „Is mir egal“? Es scheint fast so. Erstaunlich.

Der dickste Bauer mit den dicksten Kartoffeln

Einmal zitierte ein Gesprächspartner einen denkwürdigen Ausspruch: „Der dickste Bauer hat die dicksten Kartoffeln“ – so, oder so ähnlich doof … Irgendeine dieser Binsenweisheiten, auf die immer alles hinauszulaufen scheint. DAS sei doch das Wichtige, sagte er. Wir mussten lachen.

Auf 2 % kommt es an

Hier noch ein dazu passender Witz:

Ein älterer Herr geht über die Straße. Plötzlich quietschen Reifen, und ein großer, teurer Wagen hält knapp vor dem Herrn. Ein Mann in mittleren Jahren steigt aus und sagt „Mensch, Professor Rüttli, watt machen Sie denn hier? Sind Sie nich mehr am Gymnasium?“

Der ältere Herr sagt: „Nein, ich bin im Ruhestand. Und Sie, Schmitz, Sie waren doch bei mir Schüler! Was machen Sie denn hier, mit diesem großen teuren Wagen?“

„Jeschäfte, Herr Professor.“

„Wie machen Sie denn das? Sie waren doch immer so schlecht in Mathematik, können Sie denn da in Ihren Geschäften richtig rechnen? Was für Geschäfte sind das denn?“

„Ick koofe alte Holzkisten am Hafen für n‘ Taler, und verkoofe sie für 3 Taler oben in der Stadt. Und ditt, wat dazwischen is, diese 2 %, ditt isset, wovon ick lebe! Et is schwierich, bei ne Jewinnspanne von nur 2 % zu leben. Aba et jeht irjendwie.“

Vielleicht kommt es wirklich einfach auf die 2 % Gewinnspanne an. Darauf, dass es irgendwie läuft, verstehen muss man es nicht. Dann ist vielleicht wirklich die allerhöchste Weisheit „Alles ist Wurscht“.

 

Is mir egal! Der Philosoph und die „Alles ist Wurscht“-Mentalität was last modified: Juni 7th, 2016 by Henrik Geyer