Gender-Bending im Alltag

männlich / weiblich / Gender-Bending [SPID 4069]

Gender-Bending, das ist Ausdehnen der Geschlechtsgrenzen über das normale (bekannte) Maß. Gender-Bending bedeutet zum Beispiel in der Modewelt, dass Männlein und Weiblein ihre Klamotten tauschen, bzw. dass das, was bisher für Frauen kreiert wurde, nun für Männer gemacht wird, in ein wenig abgewandelter Form natürlich. Und natürlich auch umgekehrt, Männerklamotten für Frauen (was ja bisher schon nicht ungewöhnlich war, man denke an den Siegeszug der Jeans-Hose). Gender-Bending bedeutet irgendwie ein weiteres Stretching des Genderwahnsinns.

Genderdenken bedeutet beim Fahrenlernen beispielsweise, man solle ja nicht denken, „der Fahrer“ sei unbedingt männlich, sondern jeder soll wissen, der Fahrer, der kann jedes Geschlecht haben(!) – daher muss nun in der STVO stehen: „Der Fahrer oder die Fahrerin“, oder „der/die Fahrer-in“, oder so ähnlich. Vielleicht muss die STVO in naher Zukunft noch ergänzt werden mit: “ … oder das selbstfahrende Auto (Neutrum).“

Und jetzt, mit dem Gender-Bending, soll man sich nicht nur denken dass jedes Geschlecht alles tun kann, sondern jetzt kann sich jedes Geschlecht auch in jedes andere Geschlecht wandeln.

Mir fällt in diesem Zusammenhang der Name Kris Jenner ein, ein Verwandter (Vater?) von Kim Kardashian. Mir fällt der Name Jenner vielleicht auch deshalb ein, weil Jenner und Gender so einen Gleichklang haben. Herr Jenner jedenfalls hatte sich vor einigen Jahren entschlossen, sich zur Frau umgestalten zu lassen, weshalb man eigentlich nun von Frau Jenner, Mutter von Frau Kardashian, sprechen muss. Ich weiß es wirklich nicht genau, glaube nur, dass er (sie) den Namen Kris einfach beibehalten hat, denn der passt ja zu beiden Geschlechtern. Jüngst las ich nun, dass sich Frau Jenner wieder zurückwünscht in das männliche Fach. Übelzunehmen ist es ihr nicht, denn erst wenn man beide Seiten kennt, hat man sicherlich auch Einsicht in die entscheidenden Unterschiede, und kann überhaupt mitreden.

Jedenfalls macht Kris Jenner deutlich, worauf Gender-Bending schließlich hinauslaufen kann, insbesondere, wenn sich die chirurgischen Möglichkeiten weiter so rasant entwickeln und irgendwann mit ähnlicher Selbstverständlichkeit in Anspruch genommen werden, wie heute Brustvergrößerungen. Dann heißt es irgendwann nicht mehr nur „Silikonbeutel rein, Silikonbeutel raus“, sondern auch Switching zwischen den Geschlechtern … und zwar immer wieder hin und her. Ein beunruhigender Gedanke.

Doch auch in unserer Familie ist Gender-Bending zu beobachten. Innerhalb der Familie hatte sich vor einiger Zeit eine Gruppierung gebildet, die durch gemeinsames Rufen von „Frauenpower!!“ ihrem Zusammenhalt äußerlich Stimme verlieh. Teil dessen waren zunächst meine Frau und meine Tochter. Als diese Bewegung immer mehr Momentum bekam, fing ich an, als Gegengewicht das maskulistische „Männerpower!“ zu rufen, und zu versuchen, dass mein großer Sohn in die entgegengestreckte Hand zum Zeichen der Verbundenheit einschlägt. Das gelang auch zunehmend besser, schließlich war sogar der Zweijährige mit von der Partie und rief fröhlich „Mennapauaaa“. Das war schon recht ernst zu nehmen, und man sah zunehmend sorgenvolle und zerfurchte Gesichter auf der Gegenseite. Hier entwickelte sich also etwas in die richtige Richtung. Weniger erfreulich war hingegen, dass insbesondere der Zweijährige ebenso einfach dazu zu bewegen war, bei den Frauen mitzumachen; dann hieß es eben „Frauenpauaaaa!“. Ihm war es scheinbar völlig egal!

Als ich neulich mit beiden Frauen zusammen am Tisch saß und es zur Erörterung gegensätzlicher Themen kam, ergriff ich plötzlich einem Impuls folgend die Seite der Frauen und rief „Frauenpower!“ und hielt meiner überraschten Frau die Hand zum High Five hin. Verblüfft schlug sie ein, während meine Tochter sie noch mahnte: „Das kann man doch nicht …“

Doch, man kann. Mann kann. Das ist eben die Macht des Gender-Bending. Es hält immer mehr Einzug in den Alltag. Wer Gender-Bending beherrscht, hat Power. Nicht Frauen-Power, nicht Männer-Power, sondern Gender-Bending-Power. Wer klug ist, bendet.

Gender-Bending im Alltag was last modified: Oktober 3rd, 2016 by Henrik Geyer

Ein Kommentar auf “Gender-Bending im Alltag

  1. Wer klug ist, bendet.! Amen so muß es sein 🙂 Was ist ist in der neuen terminologie dann eine Stretchlimo? Evtl. „Bender-Chevi“? Und die langen musclecars „das Jeepy“?

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