Patient gebessert, aber nicht gesund


Dienstag, 26. September 2017

Der Bundestag hat wieder eine Opposition, das ist die gute Nachricht. In der Wirkung war diese Medizin erstaunlich hilfreich, man sah es gleich am Wahlabend. Statt müde-dämmernder Pseudoaufbruchstimmung – diesmal ein deutliches Zähneklappern, ein Resonieren „wie konnte das nur passieren?“.

Und absurderweise ein: „ARD und ZDF sind Schuld, die haben den Rechtsextremen zu viel Raum eingeräumt!“ Man muss sich einmal vorstellen wes Geistes Kind diese Leute sind, dass sie wie selbstverständlich die Berichterstattung der Staatsmedien als Beute ihrer politisierenden Klauen betrachten, und das noch, obwohl doch der staatliche Rundfunk ganze Arbeit geleistet hatte, im Sinne einer DDR-Medien Agitation und Propaganda! Noch besser ist vielleicht nur Kim Jong Un in der Lage, seine Medien zu bürsten und auf Linie zu bringen. Ohne die politisch gelenkte Medienberichterstattung wäre eine vierte Amtszeit Merkels gar nicht möglich. So viel zur Alternativlosigkeit der Gegenwart.

So gut die Medizin wirkt – man darf man nicht übersehen, dass die Saat der Indoktrination und des Einheitsdenkens weiterhin aufgeht. Wir werden weiterhin die faule Frucht der parteigelenkten Meinungsmache in den Medien bestaunen dürfen, wodurch es sich übrigens erübrigt darüber nachzudenken, darüber zu diskutieren, und eigentlich auch, sie überhaupt zu sehen respektive zu lesen. Jedoch – wer nicht internetaffin ist – woher soll er andere Nachrichten haben?

Wir werden weiterhin den Wildwuchs der Antifa als durchaus körperliche Bedrohung jedes Andersdenkenden, eigentlich jedes „Normalos“, in dieser Gesellschaft spüren. Sie werden ja auch weiterhin staatlich alimentiert und haben die volle Unterstützung der Medienclaque, wenn es zum Kampf der Gerechten gegen die Abartigen geht. Fast schon hätte es die ersten Gehenkten am Wahlabend gegeben, so geriet die Furie der Gerechtigkeit gegen Politiker der AfD außer Rand und Band – dank des beherzten Einsatzes der Polizei wurde das verhindert.

Aus der Schule meines Kindes höre ich gleichzeitig, dass den Kindern nicht etwa die Werte der Demokratie, vielleicht des philosophischen Untersuchens der Kampfbegriffe des aktuellen politischen Diskurses, nein, sondern linksgrüne Werte vermittelt werden, verbunden mit der Frage, was man gegen den Leibhaftigen, die AfD, tun könne. Nicht etwa die Frage, was wohl Millionen Wähler dazu treibt, die AfD zu wählen, oder die neuerdings ganz ähnliche Meinungen vertretende FDP, nein, die Antworten auf diese Fragen zu kennen, das setzen die Lehrer ja bereits voraus. Sind denn die AfD-Jünger etwa keine Nazis? Das steht doch in der Zeitung!

Mir stößt das bitter auf, denn ich kenne ganz Ähnliches natürlich aus meiner Kindheit, als mir und den anderen Kindern stets eingetrichtert wurde, von ebenso sauberen und unbescholtenen Pädagogen: Den Sozialismus in seinem Lauf, halten nicht Ochs noch Esel auf.*  (**Zur Erläuterung: Ochs und Esel – damit waren Andersdenkende gemeint; was für eine subtile Metapher). Und wir Kinder haben geglaubt! Oh, wie wir glaubten: dass der Sozialismus gut sei, und dass er das genaue Gegenteil des Faschismus sei, dass die faschistische Katastrophe eine singuläre Katastrophe sei und nirgendwo anders ein solches Abschlachten stattfinden könne oder stattgefunden habe … wodurch sich für mich ein jahrzehntelanges Nachdenken über die Frage anschloss, warum nur die Deutschen so singulär schlecht seien?

Die Sorge ist: Was wird man den Kindern in der Schule als nächstes beibringen? Die queere Genderideologie, die im linksgrünen Spektrum so en vogue ist, so als sei es endlich an der Zeit, dass der Mensch der Natur mal „kräftig eins in die Fresse“ haut? Oder die Segnungen der Friedensreligion Islam, der Kuffar auf der ganzen Welt jetzt schon das Fürchten lehrt? Aus manchen Schulen wird dergleichen ja bereits berichtet.

Sich selbst philosophisch zu hinterfragen, die Demokratie selbst, nicht aber eine bestimmte politische Meinung als den Segen zu sehen, darin nun gerade liegt der Sinn des Zitats …

Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus.

Ignazio Silone

* 1. Mai 1900 in Pescina/Abruzzen; † 22. August 1978 in Genf

oder auch dieses Zitats …

Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, daß Sie sie äußern dürfen.

Voltaire (François-Marie Arouet)
französischer Philosoph und Schriftsteller
geb. 21. November 1694 in Paris; gest. 30. Mai 1778 ebendort

.. und es ist erschreckend für mich, wie gering das Verständnis vieler Deutscher für diesen Zusammenhang ist. Insofern wurde aus den urdeutschen Katastrophen, auf die man sich wohl ständig beruft, wenig gelernt, außer vielleicht, dass Katastrophen sehr schlecht sind. Viele Deutsche folgen weiterhin bereitwillig einem Führer, der ihnen nur verspricht, er sei „gut für die Menschen“ und wolle die Welt im Handstreich nehmen, und somit retten! – das Grundhandwerkszeug jedes Demagogen. Sie erkennen aber nicht den wahren Wert eines Meinungsstreites, denken, dieser sei überflüssig, denn das notwendig folgende Resultat sei ihnen ja schon bekannt. Hier ist er wieder: der Grundgedanke der Alternativlosigkeit.

Und sie verstehen natürlich auch nicht, dass ein Streit immer nur innerhalb eines gemeinsamen Verständnisses Sinn haben kann (weil dies ein philosophisch-spiritueller Blog ist: man denke an die Einheit von Yin und Yang, innerhalb derer sich die Unterschiede entfalten können), und warum es Sinn hat von „den Deutschen“ zu sprechen und sich auf die gemeinsame deutsche Kultur zu berufen, gar auf sie stolz zu sein! Oder soll man besser sagen: wollen nicht verstehen, denn die Annahme, der Nationalstaat sei die Wurzel alles Bösen in der Welt, ist ihnen Denkvoraussetzung, und somit nicht hinterfragbar; anders ausgedrückt: das Denken endet hier. Möglicherweise aber auch wissen sie tatsächlich nicht, in unserer geschichtsvergessenen Zeit der alles gleichmachenden Parallel-Glotzen-Realität, worin diese Kultur besteht.

 


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Hoffnung für Deutschland?


Samstag, 23. September 2017

Merkel und Seehofer wurden auf der Abschlussveranstaltung ihrer Wahlkampagne ausgebuht und ausgepfiffen (hier). Besteht Hoffnung für Deutschland, dass der Weg der Gleichschaltung der Medien, der Weg hinein in Zensur und Diktatur, rechtzeitig beendet wird?
Die Hoffnung kann nur darin bestehen, dass die Selbstzensur der Leute endet. Dass sie aufhören, nur hinter vorgehaltener Hand zu sagen was sie bewegt. Dass sie merken, wie stark sie sind, wenn sie nur einmal die Stimme erheben. Dass sie das vorhersehbare Desaster klar benennen und Merkel und ihrer Nomenklatura ein kräftiges NEIN! entbieten. Dass sie sich von den Leuten, die dieses Land medial und politisch zu einer Bananenrepublik machen, nicht länger für dumm verkaufen lassen. Dass sie sich nicht ungestraft als Pack, Pöbel, Extremisten oder postfaktisch bezeichnen lassen, wenn sie in ihrer Meinung von der vermeintlichen „political correctness“, also der Ansicht der Regierungsparteien, abweichen. Dass sie in die größtmögliche Opposition zu Merkel gehen, die Deutschland mit einer neuen Einheitspartei ausgestattet hat. Dass sie den Bundestag mit einer funktionierenden Opposition ausstatten – und die unheilige „Einigkeit“ der Parteien des Parlamentes beenden.
Sonst hätten sie vom Ende der Weimarer Republik, der Zeit der „Machtergreifung“, nichts gelernt. Und aus der Zeit der SED-Diktatur auch nichts.


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Zeitenwende? Nein, das Alte kommt in neuer Gestalt.


Freitag, 22. September 2017

Deutschland muss zuallererst den eigenen Staat schützen. Alle Politiker die ich früher kannte, Brandt, Schmidt, Kohl, wussten das, nahmen das ernst. Deutschlands Sicherheit zuerst, Deutschlands Zukunft zuerst – das muss der Grundsatz für Politiker sein, zumindest für deutsche Politiker. Die neue Politikergeneration unter Merkel gibt sich einer Ideologie hin, in der das nicht mehr wichtig scheint, innerhalb der es so aussieht, als seien revolutionäre neue Zeiten angebrochen, in denen sich jahrtausendealte Prinzipien innerhalb weniger Jahre überlebt hätten. Sie möchten es so aussehen lassen als seien die Worte deutsch, Patriotismus, Staat, Nation, Grenzen, Verantwortung für uns selbst, überholte und schlimme Worte. Als sei die Zuwanderung von Kulturfremden in die Sozialsysteme dieses Landes Nebensache, jedoch ginge es darum, die surreale Parallelwirklichkeit des ZDF-Fernsehens für die Zukunft zu erhalten. Das gelingt insofern, als Deutschland zu einer Fernsehnation geworden ist, die sich leicht und willig von den zu Staatssendern mutierten „Öffentlich-Rechtlichen“ führen lässt. Auch die sogenannten Freien Medien unterliegen nach 70 Jahren Nachkriegsdeutschland einer intern streng geregelten politischen Interessenlage. Die Medien lassen es so aussehen, als denke eine Mehrheit wie Merkel – und, was die Mehrheit denkt könne ja nicht falsch sein, meint der Durchschnittsbürger. Keiner möchte aus der Reihe tanzen, keiner möchte Extremist sein, besonders in Deutschland nicht.

Doch das stimmt nicht, ist Lüge. Die Mehrheit der Deutschen denkt nicht wie Merkel, und hätte Deutschland freie Medien, die über die Zustände berichteten wie sie sind, und die sich nicht schon selbst an die Kandare nehmen, u.a. in einer „freiwilligen Selbstverpflichtung“, hätte Merkel keine Chance auf Wiederwahl. Die Medien orchestrieren die Handlungen der Regierung in Einigkeit – das müsse so sein, das ginge nicht anders, man dürfe nur so und so denken. Gar: Der zunehmende Terror im Großen und Kleinen sei völlig normal und schon immer so gewesen. Oder, noch besser, eigentlich gäbe es ihn gar nicht. Zunehmend wird Gewalt gegen Andersdenkende spürbar. Die Gefahr einer immer unfreier werdenden Gesellschaft, einer Diktatur, besteht. Die Demokratie von einst ist Deutschland schon jetzt nicht mehr.

Basiert die Staats-Ideologie auf Menschenfreundlichkeit? Nein, jede Diktatur hat eine Ideologie, die sie prägt, und neben der nicht gedacht werden soll. Eine solche Ideologie kann JEDE Form annehmen und ist nicht beschränkt auf das, was man gemeinhin als links oder rechts bezeichnet. Eine Diktatur kann auch ein religiöses Wesen annehmen, oder Personenkult, oder eine Mischform. Die Ideologie ist, der äußeren Form nach, nie gegen die Menschen, sondern für sie. Das war noch in keiner Diktatur anders. Letztlich aber geht es um Macht – die Macht der herrschenden Nomenklatura.

Der Wähler darf sich nicht dumm machen lassen, sich nicht erzählen lassen, er sei nicht artig, wenn er XXX wählt. Das WESEN DER DEMOKRATIE ist der MEINUNGSSTREIT IM PARLAMENT. Eine Diktatur erkennt man an der Einigkeit – bei Anwesenheit existenzieller Probleme. Wir brauchen eine Opposition, die die Meinung einer Mehrheit der Bevölkerung vertritt.

 

Wir müssen wählen gehen. Und wir sollten eine Partei wählen, die ins Parlament kommt.


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Wo finden wir Fakenews?


Mittwoch, 20. September 2017

Alexander Wendt macht auf Fake News aus dem Munde unserer höchstdero Kanzlerin, also praktisch Premium-Fake-News, aufmerksam. Merkel hat neulich in der TV-„Bürgersprechstunde“, deren Publikum und Fragestellerzirkel mindestens ebenso streng handverlesen waren wie bei eine TV-Runde mit Putin, verkündet: „Strafdelikte sind bei uns nicht erlaubt. Und wer sie begeht, der muss unser Land verlassen, das haben wir gesetzlich so geregelt.“ (Oh dieses Deutsch, dieses gefinkelte, gemütsverrottete Deutsch!) Das ist gleich eine doppelte Lüge. Zum einen muss so gut wie niemand das Land verlassen (und wer doch, kann ja jederzeit als Syrer zurückkommen), zum anderen hat Merkels Regierung überhaupt nichts geregelt, weil alles lange schon durch Paragraph 58a des Aufenthaltsgesetzes geregelt war. Nur: Paragraph 58a wird nicht angewandt.

aus Klonovskys acta diurna


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Wer zum Nichtwählen aufruft hilft den Regierungsparteien an der Macht zu bleiben


Jüngst rief Kanzleramtsminister (!) Altmaier dazu auf, lieber nicht zu wählen, als eine bestimmte Partei zu wählen. Das ist falsch und zeigt ein verkommenes Verständnis von Sinn und Wirkungsweise der Demokratie.

Die Demokratie lebt vom Streit der Meinungen – findet kein Streit mehr statt, findet auch keine Demokratie statt. In der Demokratie findet der Streit im Parlament statt, in der Anarchie auf der Straße. In der Diktatur gibt es offiziell keinen Streit mehr, bis sich der schwelende Unmut in einem Befreiungsschlag Bahn bricht.

Die Demokratie lebt davon, dass das, was die Bürger bewegt, im Parlament zur Sprache kommt und diskutiert wird. Denn um die Bürger geht es ja, wenn wir von einem Staat sprechen. Es geht nicht um Ideen im Kopf einer Kanzlerin.

Wie der Begriff „Kanzler“ schon sagt, hat der Inhaber dieser Funktion die Aufgabe, die verschiedenen Interessen des Volkes in seinem Büro, seiner Kanzlei, zusammenzuführen und zu verwalten. Es ist nicht seine Aufgabe wie von einer Kirchen-Kanzel herab die eigenen Ziele als die Ziele des Volkes auszugeben und durchzusetzen.

Wer zum Nichtwählen aufruft, hilft den Regierungsparteien an der Macht zu bleiben. Daher ist es geradezu die Pflicht eines jeden, der in diesem Land etwas ändern möchte, wählen zu gehen.

DAS ist demokratisches Verständnis, DAS ist die Ehre, die wir Denjenigen erweisen können, die für dieses Land ihre Freiheit gegeben haben, manchmal auch das Leben. DAS ist die Sorgfalt und die Verantwortung, die wir für zukünftige Generationen haben und nicht einfach von uns weisen dürfen!

Wir sollten wählen – wir sollten eine Partei wählen, die Chancen hat in den Bundestag zu kommen.

 


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Schicksalswahl 2017 – meine Meinung


Montag, 18. September 2017

Hunderte und tausende deutscher Patrioten haben sich in den vergangenen Jahrhunderten den Hintern aufgerissen für dieses Land, haben gestritten für Demokratie, eine intelligente Verwaltung, für Vernunft, für Rechte für die Deutschen. Haben Deutschland zu dem Land gemacht, das es heute ist, und auf das viele (wenn auch nicht alle) zu Recht stolz sind. Oft genug haben sie ihr Leben gegeben. Und nun erklärt Frau Dr. (!) Merkel all dies für nicht so wichtig, Deutschland solle aufgehen in einem Phantasieeuropa in dem es keine verschiedenen Interessen mehr gibt! Auch Dr. (!) Schäuble fürchtet, die Deutschen würden in Inzucht degenerieren, wenn sie nicht ihr Deutschland und ihr Erspartes jenen überlassen, die so über die Grenzen hinwegflockieren wollen. Natürlich habe man vor Kriminalität und Terror keine Angst zu haben, das sei eben so, wenn man weltoffen sei … ganz so, wie auch der islamische Bürgermeister Londons formulierte, im Angesicht eines verheerenden Terroranschlags: (Terror) sei „part and parcel of living in a big city“. Also quasi normal, wer kann schon gegen Großstädte sein?

Ich kann nur hoffen, dass sich die Wähler von solchen „Intelligenzbolzen“ abwenden, und einfach an das denken, was von fast ewigem Bestand ist, und niemals durch eine Änderung des Zeitgeistes seine Gültigkeit verliert: Die Menschen haben IMMER verschiedene Interessen. DARAUS generieren sich die Kämpfe der Welt. Damit muss klug umgegangen werden – verleugnen dieser Tatsache ist das Dümmste! Jeder Einzelne muss auf Grenzübertretungen im Persönlichen achten – ganz so muss es auch jeder Staat. Sonst gibt es ihn bald nicht mehr.

Die Deutschen haben eine schützenswerte Kultur! Nur für die Dümmsten kann unklar sein, worin sie besteht. Sie steckt in jedem Wort unserer Sprache, in den Geschichten, in den Märchen die wir den Kindern erzählen. In den Erzählungen der deutschen Dichtkunst, in den Romanen. In der Art und Weise der Deutschen sich auszudrücken, in den Gebäuden und wunderschönen Landschaften. In den Großtaten unserer Helden, und auch den Missetaten, derer man sich erinnern muss, und zu denen man stehen muss, und zwar in dem Sinne, dass man Fehler nicht zweimal macht!
All das gering zu achten, es wegzugeben und zu verhökern, es zu verDEALEN, kann nur jemandem einfallen, der dieses Land und seine Menschen nicht liebt. So jemand sollte niemals Bundeskanzler sein. Jemand, der behauptet, er wolle allen Menschen dienen, aber nicht unbedingt jenen, denen er einen Eid auf die Verfassung geleistet hat, lügt. Die Interessen der Menschen sind IMMER verschieden, und man kann NIEMALS die Interessen ALLER Menschen vertreten. So jemand vertritt nur die eigenen Interessen.
Es kann niemand Bundeskanzler sein, der zulässt, dass die Presse sich von einer freien Presse in ein Organ des Staates verwandelt. Denn derjenige wirft die Demokratie weg – ein nicht gut zumachendes Verbrechen. Die Diktatur ist es und war es, und wird es wieder sein, die mit leichter Hand jene Zustände erzeugt, unter denen Generationen zu leiden haben. Die Presse muss frei sein, damit man von Demokratie sprechen kann.

Es ist jedem erlaubt, zu sagen, was er will; aber es steht der Presse frei, davon Kenntnis zu nehmen oder nicht. Sie kann jede Wahrheit zum Tode verurteilen, indem sie ihre Vermittlung an die Welt nicht übernimmt. Es ist die furchtbare Zensur des Schweigens, die umso allmächtiger ist, als die Sklavenmasse der Zeitungsleser ihr Vorhandensein gar nicht bemerkt . . . . An die Stelle der Scheiterhaufen tritt das große Schweigen. Hier erfahren die Leserscharen nur noch, was sie wissen sollen. Das ist das Ende der Demokratie.

Oswald Spengler, politischer Schriftsteller
geb. 29. Mai 1880 in Blankenburg am Harz; gest. 8. Mai 1936 in München

Und … BITTE …. Wählen Sie!!


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Warum spricht Gott nur zu Dummen?


Sonntag, 17. September 2017

„Why does god only speak to stupid people?“ – neulich las ich diese rhetorische Frage auf der Webseite eines Freundes und konnte mich eines kleinen Kommentars nicht enthalten, der etwa folgenden Wortlaut hatte: Erstens tut Gott das nicht – er spricht nicht nur mit oder zu Dummen. Denn viele waren Gott so nah, dass man von ihnen sagt, oder sie von sich, sie wären im Dialog mit Gott. Denken wir an Luther, oder Meister Eckhart, oder Eckhart Tolle, und viele mehr. Das waren und sind nicht die Dümmsten. Oder Jesus selbst … war er vielleicht dumm oder vielleicht naiv, weil er ja am Kreuz endete? Also ich glaube das nicht.

Wenn man aber zweitens Materialismus mit Klugheit gleichsetzt, und Idealismus der sagt „alles ist Geist“ (es gibt auch einen Idealismus der das nicht tut) mit Dummheit, dann allerdings ist eine gewisse Unwissenheit, eine gewisse Naivität, für den Dialog mit Gott durchaus förderlich. Und hier liegt das wahre Verständnis des „Selig sind die geistig Armen, denn ihrer ist das Himmelreich“. Man muss die materialistischen Schlauheiten dieser armen Welt vergessen, um die Wunder sehen zu können. Es ist genau dasselbe, das Gustav Meyrink so ausdrückt:

Jahrelang hatte ich den irrigen Grundsatz der Maler, man müsse die äußere Natur studieren, um künstlerisch schaffen zu können, stumpfsinnig nachgebetet und befolgt; erst, seit Hillel mich in jener Nacht erweckt, war mir das innere Schauen aufgegangen: das wahre Sehenkönnen hinter geschlossenen Lidern, das sofort erlischt, wenn man die Augen aufschlägt, – die Gabe, die sie alle zu haben glauben und die doch unter Millionen keiner wirklich besitzt.

Gustav Meyrink
österreichischer Schriftsteller
geb. 19. Januar 1868 in Wien; gest. 4. Dezember 1932 in Starnberg

In meinem Buch Gespräche mit dem Schöpfer habe ich versucht diesen Dialog zu zeigen. Mein Ziel war dabei, den Dialog wiederzugeben, nicht so sehr die philosophische Frage zu stellen, wie man in einem Dialog mit jemandem sein kann, der überall ist, der keine Person ist, dessen Vorstellung in jedem Moment zugleich dinglich und falsch ist.

Alles, was man von Gott aussagen kann, das ist Gott nicht.

Meister Eckhart
spätmittelalterlicher Theologe und Philosoph
geb. um 1260, gest. 30. April 1328 in Avignon

Ich musste dafür einen Brückenschlag machen. Ich habe den Dialog so dargestellt wie ein Gespräch zwischen zwei Personen. Denn das entspricht der Vorstelllung der meisten Menschen, ein Dialog könne immer nur zwischen zwei Menschen stattfinden, zwei Personen. Das benötigt die im allgemeinen gängige Vorstellung, Gott wäre ein alter weiser Mann, der zwischen den Wolken wohnt, oder eine ähnliche.

Doch, das ist nicht meine Vorstellung, nicht mein Glaube. Meine Vorstellung ist: Alles ist Geist. Wir sind Elemente der Schöpfung, nicht deren Beobachter. Während wir glauben eine Schöpfung zu beobachten, erschaffen wir, in unseren Phantasien, unseren Gedanken, unseren Vorstellungen.

Gott spricht nicht zu uns, oder mit uns, sondern durch uns!

Das ist etwas, das jenen unbegreiflich ist, die nie gelernt haben, den ständigen inneren Dialog in sich wahrzunehmen. Als etwas wahrzunehmen zudem, das ganz willenlos und selbstverständlich vor sich geht. Ein Dialog, oder Multilog, aus dem wir entstehen, und unsere Vorstellung von der Welt, und schließlich von uns selbst.


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Die Bremer Stadtmusikanten – philosophisch durchleuchtet


Mittwoch, 16. August 2017

Neulich, als ich meinem kleinen Sohn das Märchen von den Bremer Stadtmusikanten vorlas, fiel mir wieder einmal auf, was für ein schönes Märchen das doch ist. Es erinnerte mich an das Buch „Der Apotheker“ von Paulo Coelho (einen Bestsellerautor, der in seinen Romanen spirituelle Weisheiten mit flüssiger Erzählweise verbindet), in dem ein Mann loszieht sein Glück zu finden, und dann das Hauptelement seines Glückes bei sich zu Hause findet, als er nach Jahren des Suchens aus der Fremde zurückkehrt.

Die Bremer Stadtmusikanten im philosophischen Sinn kurz erzählt: Vier Geschöpfe in einer existenziellen Lebenskrise suchen nach einem Ausweg ihrer misslichen Lage. Was an sich als die verteufelt schlechteste Idee erscheinen mag, zieht man ihr jeweiliges stimmliches Vermögen in Betracht, erscheint ihnen angesichts der verzweifelten Situation in der sie stecken als erstrebenswertes Ziel; als, in ihrer Vorstellung, geradezu göttliche Verlockung: Sie wollen Musikanten werden, und mit ihren holden Sangeskünsten die geplagte Stadtbevölkerung Bremens umgarnen. So muss es sich doch gut leben lassen!  Der an sich morgentliche Hahnenschrei könnte als Dauerbeschallung dienen, der Esel machte auf wunderschöne Art „IIII AAA“ dazu, die Katze verstünde sich auf Nachtmusik und das Bellen des Hundes könnte man als Percussions gebrauchen! Man ahnt schon, auf welch spektakuläre Weise dieser Plan scheitern muss, sollten diese „Musiker“ Bremen erreichen.

Doch – keine Angst! Die Stadtmusikanten werden in Wirklichkeit niemals Musikanten und erreichten auch die Stadt Bremen nicht. Sondern, man denke an die Heldenreise des Narren im Tarot, auf ihrer wechselvollen Wanderung gen Bremen werden sie mit Räubern konfrontiert, und es gelingt ihnen durch den schrecklichen Missklang ihrer Stimmen, diese hart gesottenen Bösewichte in die Flucht jagen! So wachsen doch jedem Narren, der nur nicht aufgibt, sondern der sich versucht, auf geradezu magische Weise Kräfte und Mittel zu!

Die vier Tiere finden ihr Glück. Sie erreichen zwar das zuerst beschlossene Ziel nicht, aber sie finden auf ihrer Heldenreise etwas viel Besseres. Etwas, das sie sich niemals hätten vorher ausdenken können. Tja, der Narr ist doch zugleich auch der Magier, der das Schicksal beherrscht und die göttliche Fügung entfesselt, ganz wie in der Heldenreise, ganz wie bei Coelho.

Dass all das gar nicht so besonders ernst ist (auch dieser Artikel nicht) – die Geschichte von den Bremer Stadtmusikanten ist dennoch überaus ernst zu nehmen, und ihr Humor und die Kraft spendende spirituelle Weisheit passen gut zum Leben, denn:

Sie möchten gern lachen – aber so tun Sie es doch. Die Welt ist durchaus nicht zu ernst dazu. Sie ist weder ernst noch lächerlich, sondern in jeder Sekunde anders, anders, anders.

Christian Morgenstern


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Der Ouroboros und das Yin-Yang Symbol


Sonntag, 13. August 2017

Ouroboros, Oroboro [SPID 3981]Der Vollständigkeit halber möchte ich noch einige Gedanken formulieren zum Zusammenhang des Yin-Yang Symbols mit dem Ouroboros. Es erscheint ja für Einige so, als habe das Eine nichts mit dem Anderen zu tun und so, als führte es stets sehr weit, wenn man die Dinge zergliedert und ihr Nichtzusammenhängen betont und definiert. Man nennt es differenzieren und hält es oft für die wirkungsvollst Methode des Erkennens. Im Gegensatz dazu versuche ich, im Sinne des Spirealismus, die Zusammenhänge des Verschiedenen darzulegen, nicht aber weiter zu zergliedern und zu unterscheiden. Denn für den Spirealismus gibt es nichts, das mit irgendetwas anderem keine Verbindung aufwiese, allein schon aus dem Gedanken heraus, dass alles Geist ist. Da alles im Geist entsteht und durch Geist verbunden ist (Materie ist ebenfalls Geist) gibt es keine absolute Trennung des Einen vom Anderen. Und ganz in diesem Sinne ist die Aussage des Yin-Yang-Symbols, das wiederum eine starke Ähnlichkeit zum Ourobos aufweist, ich will kurz darlegen, in welcher Weise.

Yin und Yang [SPID 4000]Zunächst sind beide Symbole rund, und drücken in dieser geometrischen Figur eine in sich geschlossene Ganzheit aus. Bereits wenn man sie sich ansieht, kann man in der Verbindung des Yin mit des Yang die sich in den Schwanz beißende Schlange erahnen.

Das Yin-Yang-Symbol drückt den Kampf und die Einheit von Gegensätzen aus (siehe auch Dialektik). Die Welt – das ist das beständige Generieren von Objekten, die, indem sie entstehen, Gegensätze hervorbringen … das ist also die Gegensätzlichkeit des dunklen Yin und des hellen Yang. Sie zerfließen ineinander und sind, so gesehen, nahezu ununterscheidbar, doch gerade das Unterscheiden, die Unterschiedlichkeit – das sind die Objekte dieser Welt. Yin und Yang wollen sich miteinander verbinden und nähern sich auf die größtmögliche Weise einander an, doch können dieses Ziel nie ganz erreichen, denn die Gegensätzlichkeit ist das Prinzip der Welt, während das Alles, das Nicht-definiert-Sein, das eigentliche Nichts im wohlverstandenen Sinn ist. Und so haben die krassesten Gegensätzlichkeiten der Welt im Grunde viel mehr miteinander zu tun, als sie einander verschieden sind. Sie sind sich einander so ähnlich wie eine Eins und eine Minus-Eins. Die Eins definiert die Minus-Eins, beide sind nicht ohne einander denkbar, bedingen einander, brauchen einander. Um sich vorzustellen, dass die größten Gegensätze miteinander verbunden sind, muss man sich aber das Nichts anders denken, als es in der materialistischen Denkweise üblich ist.

Das Nichts, als das, was wir nicht denken (Alles ist Geist bedeutet: Die Welt ist der Gedanke an eine Welt), bietet eine Unendlichkeit von Möglichkeiten des Gegensätzlichen. Wir jedoch stellen uns unter etwas völlig Gegensätzlichem genau eine Sache vor, und zwar genau jene Sache, die die negativen Eigenschaften einer anderen bestimmten Sache hat. Im Grunde ist auf diese Weise eine gegensätzliche Sache dadurch definiert, dass sie die umgekehrten Eigenschaften einer bestimmten Sache hat – und das meine ich damit, wenn ich sage, dass die scheinbar gegensätzlichsten Dinge mehr miteinander zu tun haben, als sie tatsächlich etwas jeweils „völlig anderes“ sind.

Das ist der Gedanke des Yin und Yang, das ist der Gedanke des Kampfes und der Einheit von Gegensätzen (Dialektik) … und das ist auch der Gedanke des Ourobos.

Der Ourobos ist die Gegensätzlichkeit in der Einheit, denn der Ourobos, indem er sich in den Schwanz beißt, verbindet das Ende mit dem Anfang, in einer selbstgenügsamen, in sich geschlossenen Weise. Das Ende ist ein Anfang – und jeder Anfang ist ein Ende. Der Ourobos, indem er sich in den Schwanz beisst, nährt sich aus sich selbst. Das Ende und der Anfang sind als Elemente der Weltenentstehung ununterscheidbar, bedingen einander, sind eins, sind ein in sich geschlossener Kreis. Und doch ist es gerade die Unterscheidung (im spirealistischen Sinn ließe sich auch formulieren: das Hineingehen/Hineinzoomen in die Objekt-Welten), die Differenz zwischen schwarz und weiß beim Yin-Yang-Symbol, das Ende und der Anfang beim Ourobos, der Kampf des Einen gegen das Andere in der Dialektik, die unsere Welten entstehen lassen.

Das Grau der Durchmischung der Verschiedenheit von Schwarz und Weiß, das Brummen der verschiedensten Töne wenn sie zugleich erklingen, das Nirgendwo-Sein wenn etwas überall ist, das ist das eigentliche Nichtsein. Das Nichts ist: keine Information. Und alles was ist, ist Information. Denn alles ist Geist und jeder Gedanke ist Sein.

 


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Warum der Ouroboros gut den Grundgedanken des Spirealismus ausdrückt


Freitag, 11. August 2017

Der Ouroboros, die sich in den Schwanz beißende Schlange, ist ein antikes Symbol. Es drückt die Selbstgenügsamkeit dieser Welt, weil Selbstbezogenheit, in vielen Aspekten aus. Der Ouroboros ist ein Symbol für das ständige Werden und Vergehen aus sich heraus … der Ouroboros nährt sich von sich selbst und benötigt keine Nahrung von Außen, der Ouroboros kann und muss nirgendwo hingelangen, denn der Raum ist nur IN ihm.
Der Spirealismus, dessen Grundgedanke es ja ist, dass es nichts Objektives gibt, mithin keine Objekte die im eigentlichen Sinn „außerhalb“ von uns sind, mithin keine Materie im von uns materialistisch verstandenen Sinn (außerhalb und unabhängig des menschlichen Bewusstseins), ist der philosophische Ausdruck des Ouroboros.
Während der Ouroboros mystisch bleibt, versucht der Spirealismus denselben Gedanken in verständliche Worte zu kleiden – er versucht darzulegen und verständlich zu machen, dass alle unsere Aussagen, die, wie wir glauben, Aussagen ÜBER feste Objekte des Außens sind, in Wirklichkeit durch uns generiert werden. Die Information ENTSTEHT in uns, Information ist keine Widerspiegelung fester Materieobjekte.

Ouroboros, Oroboro [SPID 3981]Dass der Spirealismus dabei Grenzen des Vorstellbaren erreicht, ist verständlich, denn er versucht das in einer materialistischen Sprache Nicht-Ausdrückbare auszudrücken, und zwar notgedrungen in einer materialistischen Sprache – wodurch die Berechtigung solcher vielsagenden, wie im materialistischen Sinn unverständlichen Symbole wie dem des Ouroboros, um so offensichtlicher wird. Ähnliches gilt übrigens für das Yin-Yang Symbol, das sehr viel mit dem Ouroboros gemein hat.

Spirealismus ist, wie der Ouroboros, der Gedanke an einen in sich geschlossenen geistigen Kreis. Es ist die Vorstellung des Entstehens der Welten ohne festen äußerlichen Bezugspunkt; mithin ist es auch der Gedanke der völligen Freiheit der kosmischen Möglichkeiten – wohlgemerkt nicht der völligen Freiheit der menschlich-geistigen Möglichkeiten! Man nennt diese völlige Freiheit in der Philosophie auch Kontingenz – so manchem unserer Zeitgenossen, der zum Beispiel dieser Tage von „Alternativlosigkeit“ redet, ist dieses Konzept in seinem Wesen völlig fremd. Der Ouroboros und der Spirealismus zeichnen das Bild einer Welt, die aus sich heraus entsteht und deren eigentlicher Grund nicht formulierbar ist. Nein, besser, deren eigentlicher Grund unendlich oft und auf unendliche Weise formulierbar ist und, daher (so paradox das dem materialistischem Ohr klingt, denn wir finden ja Gründe, sogar jede Menge!), unbestimmt ist und unbestimmbar bleibt.


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