Das Geheimnis liegt nicht in Atomen


Donnerstag, 16. November 2017

Als ich 2014 mein Buch Alles ist Geist herausbrachte, war ich von einer unmittelbaren Erfahrung ausgegangen, die ich in jenen Jahren gemacht hatte. Nämlich der, dass die Dinge das sind, was wir in ihnen sehen. Ich nahm das damals ganz wörtlich, und im Buch geht es darum, diesen Gedanken weiter zu denken, und zu fragen, wo denn nun die Grenze für diese Aussage ist. Die Formulierung „Alles ist Geist“ erhält ja erst einmal von vielen, die diese Aussage hören, Zustimmung.  Alles ist Geist … was heißt denn nun: Alles? Was ist nicht Geist? Mein damaliges Resüme: Es gibt keine Grenze. Auch die ganz normalen, vor uns liegenden, anfassbaren Dinge, sind jenseits unseres Begreifens nicht als etwas Bestimmtes vorhanden. Sondern das Begreifen erschafft die Dinge.

Das hat eine große Relevanz, denn wenn man nach der Beschaffenheit der Dinge fragt, und zwar der Dinge, die man vor sich sieht und anfassen kann, dann fragt man letztlich nach der Beschaffenheit der Realität und nach dem Wesen von Materie.

Ich hatte ein Begreifen einer persönlichen Situation auf das Begreifen von Dingen übertragen, und damit etwas getan, das nach materialistischem Verständnis eigentlich nicht möglich ist, denn die Dinge sind uns ja, in ihrer objektiven Definiertheit, der Inbegriff des Nicht-Änderbaren, des Festen – eben unserer Vorstellung von Materie. Ganz anders als man gemeinhin eine Vorstellung, eine Meinung, einen Gedanken, sieht.
Jedoch war für mich nun der Blick auf die Dinge, und die Dinge selbst, nichts Verschiedenes mehr. Woraus Dinge entstehen und wie Dinge sich zerteilen lassen, halte ich seitdem für eine Frage ganz ähnlich dem Zerteilen einer Zahl in unendlich kleine Bruchstücke, oder dem Zusammenfassen von Zahlen bis ins Unendliche.

Aus diesem Grund verzierte ich irgendwann die Titelleiste dieses Blogs mit einem Fraktalbild, also einem im Computer berechneten Bild. Dessen Eigenschaft ist es nämlich, dass es sich aus einer ganz einfachen Formel, die der Rechner immer wieder auf sich selbst anwendet, ergibt. Und, ebenso wie unsere Wirklichkeit, haben solche Fraktale die Eigenschaft, dass sie bis ins unendlich Kleinste berechenbar sind, und in diesen Mikrokosmen immer andere, wenn auch ähnliche, Muster ergeben (das erinnert an die chinesische Spruchweisheit der zufolge die Zukunft so werden wird, wie die Gegenwart ist, nur anders). Und, so wie ein Fraktal, kann man auch das Universum sehen: Die Wahrnehmung erschafft Raum. So wie ein Fraktal, das, wenn man weiterrechnet und weiterrechnet, neue Räume erschafft – das heißt, die digitale „Leinwand“ eines Fraktalbildes vergrößert sich mit zunehmender Rechentiefe.

Das Geheimnis unserer Welt liegt nicht in kleinsten Einheiten, auch nicht in einem „großen Ganzen“, sondern das Geheimnis liegt in unserem Begreifen. Man könnte auch sagen, dass Fragen der Wahrnehmung, wenn man so will psychologische Fragen, für das Begreifen in der Wissenschaft ebenso relevant sind, wie für das Begreifen persönlicher Situationen. Nehmen wir wieder die Fraktale. Viele fasziniert, dass sie diese unendliche Tiefe haben, was an grundlegende philosophische Fragen rührt … Was ist das Kleinste?

Aber, wie „tief“ kann ein Fraktal in der Realität sein? So tief, wie man es berechnet. Nicht tiefer. Eine Frage der Wahrnehmung.

Neue Dinge werden erschaffen, so wie man neue Begriffe erschafft. Ebenso wie im Beispiel der zerteilbaren Zahlen können wir neue Begriffe erschaffen, in dem wir vorhandene Begriffe kategorisieren, betrachten, neu ordnen. Alles ist Geist – Erschaffen ist Konzentration. Das eigentliche Geheimnis des Seins findet sich nicht in Atomen, und ich glaube, dass wir von der Welt, die uns eher durchdringt als dass sie uns umgibt, noch wenig verstehen, wenn wir wie hypnotisiert auf die Geheimnisse schauen, die wir in eindeutiger Weise in Dingen vermuten.


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Die Welt als Vorstellung – und der Glaube


Samstag, 11. November 2017

Man kennt das Buch „Die Welt als Wille und Vorstellung“ von Schopenhauer. Die Welt ist eine Vorstellung – dies ist eine Formulierung, der ich sehr anhänge – Spirealismus heißt ja schon als Wort: Der Gedanke (an eine Realität) ist die Realität. Die Welt als der Gedanke an eine Welt. Das bedeutet Umkehrung der Kausalität: das Primat hat der Gedanke, nicht die Dinge. Nicht die Dinge sind der Grund für die Gedanken, sondern die Gedanken sind der Grund für die Dinge. Warum? Weil ein Ding, das nicht in Gedanken ist, überhaupt nicht ist. Aber auch, weil viele Annahmen des Materialismus ganz offensichtlich in sich paradox sind (auf unauflösbare Weise widersprüchlich).

Da nun, im Gegensatz zur gängigen Vorstellung, jenseits der Gedanken keine festen Dinge „vorhanden“ sind, auf die wir uns beziehen, sondern Vorstellungen von Dingen, ist es sinnvoll, den Begriff Vorstellungen genauer unter die Lupe zu nehmen. Was ist das, wer kann Vorstellungen haben? Ist eine Vorstellung, eine Information, ein natürliches Prinzip, jenseits von Dingen, jenseits von Gehirnen? So sieht es der Spirealismus. Gleichzeitig sieht er die Gedanken (unsere) als beste uns zugängliche Repräsentation davon.

Der Spirealismus sieht keinen prinzipiellen Unterschied zwischen Vorstellung und Glaube. Der Glaube, Dinge seien vorhanden, ist das allumfassende Prinzip des heutigen Denkens.

Der Glaube, Gott sei vorhanden, unterscheidet sich im Grunde nicht von dem Glauben, das Atom sei vorhanden, oder dem Glauben, ein Urknall sei vorhanden (gewesen). Das Prinzip ist immer: durch den Gedanken materialisieren sich die Dinge, werden fest. (Weil die Formulierung, durch Gedanken materialisiere sich etwas, der Seins-Definition des Materialismus widerspricht, ist die Formulierung in sich paradox – dem kann aber kaum abgeholfen werden, da nur Worte aus der materialistischen Vorstellungswelt vorhanden sind).

Eine sehr schöne Phantasie zu diesem Thema stammt von Phillip K. Dick, der in „Eye in the Sky“ beschreibt, wie sich die Realität verschiedener Personen, innerhalb der Verschiedenheit ihrer gesamten Vorstellungswelt, jeweils verschieden aber immer harmonisch und innerlich folgerichtig, fügt.


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Wozu ist Philosophie gut?


Donnerstag, 19. Oktober 2017

Philosophie, als die Liebe zur Weisheit, ist Selbsterkenntnis. Nicht unbedingt (nur) Selbsterkenntnis des Einzelnen, sondern Selbsterkenntnis in einem höheren Sinn, für „den Menschen“, für die Menschheit, wenn man so will.

Hat die Menschheit, hat „der Mensch“ überhaupt ein Selbst?

Aus spirealistischer Sicht ein klares „Ja!“. Dieses Selbst ist aber verschieden von jedem individuellen Selbst.

Kann also „der Mensch“ Selbst-Erkenntnis gewinnen! Wozu?

Nun, während uns die Naturwissenschaften sagen können, wie man Atom-Kraftwerke baut und ebenso Atomwaffen zu unserem Schutz, oder, wie man am allerschnellsten einen jahrhundertealten Wald abholzt, wie man am effektivsten produziert, damit die ganze Welt in den Genuss der zweifellos unverzichtbaren Produkte kommt, man könnte auch sagen, geradezu davon überschwemmt wird, ist es die Philosophie, die uns fragen lässt, ob all das überhaupt Sinn hat. Ob das gut ist für uns – für die Welt (gibt es da einen Unterschied?). Oder, ob darin die Methodik eines nahenden Unterganges liegt.

Die Frage ist: Kann „der Mensch“ aus dem eigenen Denken heraustreten und die Welt so betrachten, wie ein anderes Subjekt, das auch eine Welt sieht, mit ihm, dem Menschen, DARIN? Das ist durch Philosophie möglich.

Warum sollte „der Mensch“ das tun? Warum sollte er so weit abstrahieren, und von seinen unmittelbaren Interessen absehen? Sind es denn nicht seine unmittelbaren Interessen, seine Suche nach immer MEHR, denen er, ganz natürlich, auch folgen sollte?

Ein klares „Nein!“. Die unmittelbaren Interessen der Menschheit sind dieser ebenso wenig dienlich, wie es einem Alkoholiker zu dienlich ist, jedem Impuls nachzugehen, und mag dieser Impuls noch so selbstverständlich erscheinen.

Die Menschheit, als die Gesamtheit ihrer Zellen, MUSS Selbsterkenntnis gewinnen. Aus dem gleichen Grund eben, warum Selbsterkenntnis dem einzelnen Menschen wichtig sein muss: Um die eigene Wirkung über den Gedanken des Momentes hinaus abzuschätzen, um sich seiner selbst, „des Menschen“ nämlich, bewusst zu werden. Um zu sehen und zu erfahren, dass alles Grenzen hat, und dass unser Weg der Anbetung des Wachstums, sowohl des Wachstums der Menschen-Zahl als auch unserer materiellen Ansprüche, wie der biblische Tanz um das goldene Kalb ist. Das muss und wird enden.

Können wir es selbst beenden – durch Verstehen, oder wird uns das Ende in einer chaotischen, leidvollen Weise ereilen?

DAS rechtzeitig zu erwägen, das ist, das wäre der Nutzen der Philosophie. Was „der Mensch“ benötigt um Selbsterkenntnis zu gewinnen, wäre die Liebe zur Weisheit, wäre also die Philosophie seiner Zellen, der individuellen Menschen.


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Projekt „Auf der Suche nach Weisheit“


Mittwoch, 11. Oktober 2017

Seit nunmehr etwa 2 Jahren verfolge ich das Projekt, Aphorismenbücher zusammenzustellen. Am Anfang stand die Vorstellung, dass es nützlich wäre die Lebensweisheit zu kennen, die in so vielen Leben gewonnen wurde. Mir ging es dabei um die allgemeinsten Aussagen zu gelungenen oder weniger gelungenen Lebensentwürfen. Das Wesen von Zitaten und überlieferten Spruchweisheiten ist, dass sie genau das bieten – sie formulieren die kondensierte Lebensweisheit der Autoren zu einem bestimmten Themengebiet, und zwar in der denkbar kürzesten Weise, in wenigen Sätzen nämlich.

Die Zeit ist ein wichtiger  Filter. Was überliefert ist, was als für sich allein stehendes Zitat aus einem Kontext herausgenommen wurde, erschien den Menschen ganz offenbar wichtig genug und ausdrucksstark genug, um erinnert , um hervorgehoben zu werden. Inzwischen habe ich es auf vier solche Aphorismenbücher gebracht, und zwar zu den Themen Tod, Erfolg, Glück, Liebe.

Es war mir stets interessant zu erfahren, wie sich die Lebenserfahrung in den genannten Themenbereichen um bestimmte Schwerpunkte herum bewegt, was die grundsätzlichen Aussagen sind, die teilweise wiederholt, in immer neuen, wunderschönen Worten, ausgedrückt werden. Beispielsweise fand ich es bei der Arbeit zum Buch Tod interessant, dass die Rätselhaftigkeit, die mit dem Sterben einhergeht, immer wieder zum Ausdruck kam, ausgedrückt in den verschiedensten Vorstellungen. Verbunden mit Hoffnungen (welchen?), verbunden mit Ängsten (was ängstigt uns am meisten?), verbunden mit der Frage, was uns der Tod überhaupt interessieren muss – wir leben ja noch.

Kann man so Weisheit erlangen? Ich hoffe doch! Mindestens sieht man, dass die Altvorderen auf bestimmte Fragen ebenfalls keine Antworten haben, und man sieht, wie sie sich behelfen. Und natürlich wird so manche sehr konkrete Lebenserfahrung offenbar.

Für mich war und ist die Arbeit an den Aphorismen-Büchern sehr lehrreich – man könnte es ein Projekt „Auf der Suche nach Weisheit“ nennen – und ich möchte noch einige Aphorismenbücher zu interessanten Themenbereichen zusammenstellen.

Buchtitel Zitate und Aphorismen

Tod - das Ende ist ein Anfang. (Zitate und Aphorismen Nr. 1)


Über Tod und Leben, Verzweiflung, Hoffnung, Ende und Anfang, einen Neubeginn, Trauer, Liebe, Schmerz, Furcht, Kraft der Gedanken, Befreiung, Trost
|TNr 1100|ANr 1122|Genre Spruchsammlung|Reihe Zitate und Aphorismen|


Tod - Das Ende ist ein Anfang. 500 Aphorismen und Zitate bekannter Philosophen, Schriftsteller und Staatsleute, zusammengestellt von Henrik Geyer.

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Erfolg, den du verdienst. (Zitate und Aphorismen Nr. 2)


Über Zielstrebigkeit und Konsequenz, Vorsicht und Mut, Klugheit, Fleiß und Können, Zögerlichkeit und Ausreden, Entscheidungen, Ehre und Ehrlichkeit, sowie Leidenschaft
|TNr 1123|ANr 1123|Genre Spruchsammlung|Reihe Zitate und Aphorismen|


Erfolg,
den du verdienst. 500 Aphorismen und Zitate bekannter Philosophen, Schriftsteller und Staatsleute, zusammengestellt von Henrik Geyer.

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Glück in allen Lebenslagen. (Zitate und Aphorismen Nr. 3)


Über Freude und Trauer, Hoffnung, Schicksal und den eigenen Weg, Geist, Sinn finden, Bescheidenheit, Leidenschaft, Melancholie, Reichtum und Armut, Vertrauen, Dankbarkeit
|TNr 1124|ANr 1125|Genre Spruchsammlung|Reihe Zitate und Aphorismen|


Glück in allen Lebenslagen. 500 Aphorismen und Zitate bekannter Philosophen, Schriftsteller und Staatsleute, zusammengestellt von Henrik Geyer.

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Liebe, die Naturgewalt, zusammengestellt von Henrik Geyer


Über Liebe und Schmerz, Leidenschaft und Enttäuschung, Mädchen, Frauen und Männer, über Herz und Seele, Sehnsucht und Erfüllung
|TNr 1102|ANr 1127|Genre Spruchsammlung|Reihe Zitate und Aphorismen|


Liebe, die Naturgewalt. 500 Aphorismen und Zitate bekannter Philosophen, Schriftsteller und Staatsleute, zusammengestellt von Henrik Geyer.

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1001 Spruchweisheiten: Erfolg und Glück


Über Arbeiten, Geld, Dankbarkeit, Akzeptanz, Maß halten, Einfach leben!, Ruhe und Behaglichkeit, Positiv sein, Bescheidenheit, Zufriedenheit, Überarbeitung, BurnOut, Humor, Alter, Tod und Seele, Höflichkeit, Anstand, Selbstfindung
|TNr 1070|ANr 1070|Genre Spruchsammlung Komp.|Reihe Spirituelle Reihe|


1001 Spruchweisheiten: Erfolg und Glück, zusammengestellt
von Henrik Geyer.
Beinhaltet "Erfolg, den du verdienst", Reihe Zitate und Aphorismen No 2, sowie "Glück in allen Lebenslagen", Reihe Zitate und Aphorismen No 3 - jeweils auch einzeln erwerbbar.

In dieser Sammlung finden sich zu beiden Themengebieten Aphorismen und Zitate bekannter Philosophen, Schriftsteller und Staatsleute. Hilfreiches, Antworten auf Fragen, Affirmationen - in Form von Sprüchen, Volksweisheiten und Zitaten, die im Kopf bleiben.

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Trost


Donnerstag, 28. September 2017

Vor einiger Zeit lernte ich in einem anderen Land einen Mann kennen, der auf einem Zeltplatz ganz allein in einem vollgekramten, sehr großen Zelt lebte. Es war in Großbritannien, in Wales, um genauer zu sein; der Mann war ein einfacher und herzlicher Kelte. Wie ich später erfuhr, unterscheidet sich die Mentalität der Engländer und jener, die sich als Kelten verstehen, also der Waliser, Schotten, Iren, doch erheblich – während die Engländer oft eher zurückhaltend, distanziert und verschlossen wirken, sind die Kelten im Innersten herzlich, und das spürt man auch.

Der Mann, er hieß Richard, lebte bereits seit 7 Monaten auf dem Zeltplatz, seit dem Tag nämlich, als seine Frau ihn aus dem Haus geworfen hatte, dem gemeinsamen Haus, in dem sie bis dahin mit zwei Kindern gelebt hatten. Er habe sich mit anderen Frauen abgegeben, so der Vorwurf der Ehefrau; aus seiner Sicht (natürlich) ein Missverständnis.

Das war ein sehr netter, höflicher und menschlicher Typ; ein Mann, der wohl seine Meinung sagt, aber das zurückhaltend tut, dabei sehr die Meinung des Anderen achtend. Er bot mir seine Hilfe an, als ich Schwierigkeiten mit dem Aufbau des neuen Zeltes hatte, und auch ich half ihm, als er ein technisches Problem mit seinem alten Auto hatte. Wir führten an zwei Abenden, an denen ich auf diesem Zeltplatz verweilte, lange Gespräche, und blickten dabei über die in der Abenddämmerung verschwindende, riesige Bucht von Swansea.

Später, wieder in Deutschland, erhielt ich manchmal Nachricht von ihm, es waren größtenteils Botschaften, die er über das Internet an seine Bekannten sendete, Fotos, kurze Sätze. Teils drehte sich, was er sendete, um seine Familie, teils waren es Rock-Musikvideos, die eine erschreckende Hoffnungslosigkeit in ihrer Lyrik ausdrückten. Teils waren es kaum erkennbare Nacht-Bilder, die er, vielleicht betrunken, aufgenommen hatte. Einmal war es ein Bild: er selbst im Dunkel, eine Träne unter dem Auge. Er schrieb: „Gebrochen. Ich kann (das) nicht mehr.“ Er schien verzweifelt, hatte er mir doch erzählt, wie sehr er seine Frau und seine Kinder vermisst, wie sehr er versucht sie zurückzugewinnen, wie er hofft, einen billigen Caravan kaufend, seinen Kindern auch einmal etwas bieten zu können, etwa eine Übernachtung bei sich, und vieles mehr. Ich hatte mir damals gedacht, dass ich ihm bei diesem Vorhaben alles Glück dieser Welt wünsche, gleichzeitig hatte ich die Sorge, dass sein Wunsch nicht in Erfüllung gehen könnte. Zu wacklig erschien mir dieses fragile Gespinst aus Planungen, die oft auf Annahmen zu beruhen schienen, aber vielleicht nicht genug die vielfältigen Möglichkeiten eines ungünstigen Geschicks in die Rechnung einbezogen.

War meine Befürchtung eingetroffen? War irgendetwas fundamental schief gelaufen? Hatte er seinen Caravan bekommen, aber seine Frau hatte vielleicht dennoch ihren Unwillen bekundet wieder mit ihm zusammen zu ziehen, auch auf lange Sicht? Ich wusste es nicht.

Auf die Gefahr hin, dass ich vielleicht an anderen Sorgen und Nöten, die ich nicht kennen konnte,  vorbeiredete, wollte ich ihm dennoch einige Zeilen des Trostes zukommen lassen. Was ich ihm schrieb würde ich jedem Menschen zu jeder Zeit raten – im Grunde geht es um das Finden dieser merkwürdigen inneren Kraft, ohne die wir wie Marionetten wirken, die schlaff in den Schnüren hängen. Eine Kraft jedoch, die, wenn wir sie finden, uns aufrichtet und Dinge tun lässt, über die wir schließlich selbst erstaunt sind. Eine Kraft, die uns erfreut, die das Leben lebenswert macht, und die uns Sinn gibt. Viele Menschen, denen man täglich auf der Straße begegnet und denen man äußerlich nichts ansieht, schleppen diverse gewichtige Probleme mit sich herum oder befinden sich in Lebenskrisen, und könnten ein wenig Rückbesinnung auf diese mysteriöse Kraft, auf diese „Verbindung mit dem Universum“, wie sie manchmal genannt wird, gut gebrauchen. Mancher nennt es auch die Verbindung zu Gott.

Ich schilderte ihm meine Sicht, wie ich ihn kennengelernt habe, dass ich ihn als Menschen und als Mann mit Familiensinn sehr mag und hoch schätze. Dass ich ihn als einen von Grund auf gütigen und herzlichen Mann sehe, ein Geschenk Gottes an diese Welt. Ich riet ihm aber auch, so wie ich es selbst erfahren hatte, sich nicht zu sehr auf die Menschen zu verlassen, also auf das, was sie tun werden, was durch sie geschehen wird… Sondern, so schrieb ich, wir müssen unsere Kraft am besten in uns selbst finden, denn hier ist sie ja auch eigentlich beheimatet. Was seine Frau hingegen tut, das könne er letztlich nur zum Teil beeinflussen. Ja, manchmal wird sogar allzu großes Drängen als Aufdringlichkeit empfunden und damit als unangenehm. Oft ist gerade unser allzu großes Wollen der Grund, dass die Dinge, die wir am dringlichsten ersehnen, sich von uns entfernen anstatt sich uns zu nähern. In unserer Verblendung und in unserer Fixierung auf diesen einen Gegenstand unserer Sehnsucht merken wir das nicht einmal.

Doch manchmal ist es gerade umgekehrt: wenn wir innerlich stark sind, dann wirken wir auch anziehend auf andere. Innerliche Stärke drückt sich aber nicht dadurch aus, dass wir uns zu sehr an etwas festklammern. Sondern, innerliche Stärke zeigt sich für andere darin, dass man ein aktives Leben führt, ein Leben, das von Mut und vielfältigen Interessen geprägt ist. Diese Stärke zeigt sich in Verlässlichkeit und Treue seinen Lieben gegenüber, aber auch in Offenheit und Freiheit ihnen gegenüber.

Diese Stärke zu finden gelingt dem Verzweifelten nicht augenblicklich, und es ist keine Aufforderung „Nun sei doch endlich glücklich!“ Sondern Trost und Stärke kann man nur finden durch das allmähliche Begreifen unseres Geworfen-Seins in diese Welt, das Verstehen, dass durch uns die Kraft des Schöpfers fließt. Eine Kraft, die uns gleichzeitig begrenzt und begrenzen muss, denn es ist uns nicht ALLES möglich, wie es so schön und so falsch in manchen spirituellen Werken oder auch im Werbefernsehen heißt – eine Sichtweise übrigens, die uns geradezu verzweifeln lässt, wenn wir sie wörtlich nehmen. Sondern, alles ist nur möglich im Kontext unseres Begreifens, im Kontext unserer speziellen Welt. Indem wir SIND, indem wir jemand Bestimmtes sind, sind wir Gottes Kreation. Die in uns liegende Welt zu entdecken, durch die die Schöpfung wie ein breiter Strom fließt, diese eine Welt in ihrer Fülle zu verstehen und in der Unendlichkeit des Erlebens – DAS eben IST die Freiheit des Schöpfers. Das ist die Verbindung zu Gott.

Wir entdecken die innerlichen Welten, indem wir uns kreativ und handelnd unseren Interessen hingeben, so weit das eben möglich ist. Fleiß und Handeln sind bei einer solchen Selbsttherapie wichtige Voraussetzungen, jedoch ist, sofern wir tatsächlich den Mut finden, uns unseren ureigensten Interessen zuzuwenden, dafür Sorge getragen. Denn wir haben Mut an der Welt und in der Welt, handeln und sind fleißig, durch Interesse. Sehen wir unsere spezifischen Interessen, durchaus auch unsere Hobbys, als Gottes Kreativität, die er durch uns leben möchte. Sein Interesse ist es zu sehen was daraus wird, wenn man den Gedanken des Interesses konsequent verfolgt. Unsere Langeweile, die schließlich in Gedanken der Überflüssigkeit mündet, in Gedanken des Unnötig-Seins, in Gedanken wie „Wozu das alles?“, langweilt ihn hingegen ebenso. Feiern wir das Interesse des Herrn an dieser Welt, indem wir selbst interessiert sind!

Wir können das Leben auch so sehen: Wir kommen jeden Tag neu auf die Welt. Im Grunde hätten wir jeden Tag die Chance, Neues und Erstaunliches zu tun, wären wir nicht durch unsere Gedanken so sehr an das Gestern gebunden. Unsere Möglichkeiten sind, zumal, wenn wir uns in der Mitte des Lebens befinden, eigentlich phänomenal. Im Gegensatz zu einem Kind, das wir ja auch einmal waren, und das voller Hoffnung und Zuversicht in die Welt schaute, wissen wir nun mehr, können mehr, haben mehr Wissen im Kopf, und, hoffentlich, noch viel mehr Fragezeichen. Bemerken wir, dass die Fragen nie enden? Bekommen wir das überhaupt noch mit, obwohl es uns doch, durch all unser schlaues Wissen, manchmal so scheint, als wüssten wir alles und die Welt sei auch ein wenig langweilig? Wissen kann eben auch eine ganz schöne Bürde sein. Im Grunde hätten wir dem Kind, das wir einmal waren, viel voraus, doch oft erscheint es so, als seien die Möglichkeiten, gerade in der Mitte des Lebens, verbaut und nicht offen – und an dieser Auffassung gilt es zu arbeiten.

Sagen wir uns immer: Wir sind im Jetzt, und im Jetzt ist alles gut. Das Jetzt gibt uns die Möglichkeit zu handeln, zu denken, schöpferisch zu sein. Es ist vor allem dieses Jetzt, das entscheidend ist für unsere vielfältigen Möglichkeiten, nicht so sehr irgendetwas anderes, das wir uns ausdenken, und von dem wir glauben abzuhängen. Das Sein selbst ist es, welches diese rätselhafte Kraft in sich trägt, so dass wir im Grunde alles tun können. Wir müssen uns nur erinnern und müssen gleichzeitig vergessen. Wir müssen uns unserer Stärken erinnern und wir müssen vergessen, wovon wir abzuhängen glauben.

Um das Interesse an der Welt, von dem ich sprach, zu finden, müssen wir wieder lernen neugierig zu sein, nicht so viel vorauszusetzen, sondern nur stolz und dankbar für das zu sein, was wir nun tun können. Das bedeutet dankbar zu sein für die Welt und die einfachsten Dinge, die uns in die Lage versetzen, zu SEIN.

Gerade in Zeiten der Verzweiflung wächst die Chance, dass wir vergessen können, wovon wir abzuhängen glauben – sagt man denn nicht, man habe „nichts mehr zu verlieren“? Wer nichts zu verlieren hat, der hat eigentlich auch nichts, das ihm eine Bürde auf dem weiteren Weg sein könnte. Der wandert frei in eine freie Zukunft, wenn er nicht durch Sorgen, die ihm in Wirklichkeit kein bisschen auf seinem Weg helfen, daran gehindert wird. Wer nichts zu verlieren hat, der kann Neues wagen, findet er nur den Mut dazu. Ich schrieb Richard, dass er sich vorstellen möge, wie fundamental gewandelt seine Welt aussehen mag, wenn er nur den Mut findet, weiterzugehen, und mit Interesse neue Dinge zu entdecken. In fünf Jahren ist seine Situation vielleicht grundlegend gewandelt, er hat wieder eine Wohnung, ein Haus, lebt mit seiner Familie zusammen, vielleicht auch findet er eine neue Liebe. Vielleicht ist es auch ganz anders und er findet ein Interesse und einen Weg zu leben, der in diesem Moment ganz unwahrscheinlich erscheint.

Mancher braucht diesen Anstoß, dass er „alles“ verliert, um zu verstehen, dass das Leben eigentlich wunderbar ist, denn durch das Leben hat man die Gelegenheit Dinge zu tun und Gottes Interesse und Mut an der Welt in sich zu spüren. Ich sagte Richard, dass Gott möchte, dass wir Mut haben sollen. Wir dürfen also irren, wir dürfen Interessen nachgehen, auch wenn es einfach nur unsere eigenen sind – es müssen nicht die Interessen anderer Menschen sein. Wir sind nicht gebunden. Gott ist durch uns schöpferisch, und schöpferisch zu sein bedeutet eben, Gedanken zu denken, die kein anderer Mensch hat. Gott ist interessiert an der Schöpfung, es interessiert ihn, Gedanken zu Ende gedacht zu sehen. Mut interessiert ihn, Kraft und Bewegung.

Habe Mut! Das war es, was ich meinem Freund mitteilen wollte.

 

 

 


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Zeitenwende? Nein, das Alte kommt in neuer Gestalt.


Freitag, 22. September 2017

Deutschland muss zuallererst den eigenen Staat schützen. Alle Politiker die ich früher kannte, Brandt, Schmidt, Kohl, wussten das, nahmen das ernst. Deutschlands Sicherheit zuerst, Deutschlands Zukunft zuerst – das muss der Grundsatz für Politiker sein, zumindest für deutsche Politiker. Die neue Politikergeneration unter Merkel gibt sich einer Ideologie hin, in der das nicht mehr wichtig scheint, innerhalb der es so aussieht, als seien revolutionäre neue Zeiten angebrochen, in denen sich jahrtausendealte Prinzipien innerhalb weniger Jahre überlebt hätten. Sie möchten es so aussehen lassen als seien die Worte deutsch, Patriotismus, Staat, Nation, Grenzen, Verantwortung für uns selbst, überholte und schlimme Worte. Als sei die Zuwanderung von Kulturfremden in die Sozialsysteme dieses Landes Nebensache, jedoch ginge es darum, die surreale Parallelwirklichkeit des ZDF-Fernsehens für die Zukunft zu erhalten. Das gelingt insofern, als Deutschland zu einer Fernsehnation geworden ist, die sich leicht und willig von den zu Staatssendern mutierten „Öffentlich-Rechtlichen“ führen lässt. Auch die sogenannten Freien Medien unterliegen nach 70 Jahren Nachkriegsdeutschland einer intern streng geregelten politischen Interessenlage. Die Medien lassen es so aussehen, als denke eine Mehrheit wie Merkel – und, was die Mehrheit denkt könne ja nicht falsch sein, meint der Durchschnittsbürger. Keiner möchte aus der Reihe tanzen, keiner möchte Extremist sein, besonders in Deutschland nicht.

Doch das stimmt nicht, ist Lüge. Die Mehrheit der Deutschen denkt nicht wie Merkel, und hätte Deutschland freie Medien, die über die Zustände berichteten wie sie sind, und die sich nicht schon selbst an die Kandare nehmen, u.a. in einer „freiwilligen Selbstverpflichtung“, hätte Merkel keine Chance auf Wiederwahl. Die Medien orchestrieren die Handlungen der Regierung in Einigkeit – das müsse so sein, das ginge nicht anders, man dürfe nur so und so denken. Gar: Der zunehmende Terror im Großen und Kleinen sei völlig normal und schon immer so gewesen. Oder, noch besser, eigentlich gäbe es ihn gar nicht. Zunehmend wird Gewalt gegen Andersdenkende spürbar. Die Gefahr einer immer unfreier werdenden Gesellschaft, einer Diktatur, besteht. Die Demokratie von einst ist Deutschland schon jetzt nicht mehr.

Basiert die Staats-Ideologie auf Menschenfreundlichkeit? Nein, jede Diktatur hat eine Ideologie, die sie prägt, und neben der nicht gedacht werden soll. Eine solche Ideologie kann JEDE Form annehmen und ist nicht beschränkt auf das, was man gemeinhin als links oder rechts bezeichnet. Eine Diktatur kann auch ein religiöses Wesen annehmen, oder Personenkult, oder eine Mischform. Die Ideologie ist, der äußeren Form nach, nie gegen die Menschen, sondern für sie. Das war noch in keiner Diktatur anders. Letztlich aber geht es um Macht – die Macht der herrschenden Nomenklatura.

Der Wähler darf sich nicht dumm machen lassen, sich nicht erzählen lassen, er sei nicht artig, wenn er XXX wählt. Das WESEN DER DEMOKRATIE ist der MEINUNGSSTREIT IM PARLAMENT. Eine Diktatur erkennt man an der Einigkeit – bei Anwesenheit existenzieller Probleme. Wir brauchen eine Opposition, die die Meinung einer Mehrheit der Bevölkerung vertritt.

 

Wir müssen wählen gehen. Und wir sollten eine Partei wählen, die ins Parlament kommt.


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Wo finden wir Fakenews?


Mittwoch, 20. September 2017

Alexander Wendt macht auf Fake News aus dem Munde unserer höchstdero Kanzlerin, also praktisch Premium-Fake-News, aufmerksam. Merkel hat neulich in der TV-„Bürgersprechstunde“, deren Publikum und Fragestellerzirkel mindestens ebenso streng handverlesen waren wie bei eine TV-Runde mit Putin, verkündet: „Strafdelikte sind bei uns nicht erlaubt. Und wer sie begeht, der muss unser Land verlassen, das haben wir gesetzlich so geregelt.“ (Oh dieses Deutsch, dieses gefinkelte, gemütsverrottete Deutsch!) Das ist gleich eine doppelte Lüge. Zum einen muss so gut wie niemand das Land verlassen (und wer doch, kann ja jederzeit als Syrer zurückkommen), zum anderen hat Merkels Regierung überhaupt nichts geregelt, weil alles lange schon durch Paragraph 58a des Aufenthaltsgesetzes geregelt war. Nur: Paragraph 58a wird nicht angewandt.

aus Klonovskys acta diurna


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Wer zum Nichtwählen aufruft hilft den Regierungsparteien an der Macht zu bleiben


Jüngst rief Kanzleramtsminister (!) Altmaier dazu auf, lieber nicht zu wählen, als eine bestimmte Partei zu wählen. Das ist falsch und zeigt ein verkommenes Verständnis von Sinn und Wirkungsweise der Demokratie.

Die Demokratie lebt vom Streit der Meinungen – findet kein Streit mehr statt, findet auch keine Demokratie statt. In der Demokratie findet der Streit im Parlament statt, in der Anarchie auf der Straße. In der Diktatur gibt es offiziell keinen Streit mehr, bis sich der schwelende Unmut in einem Befreiungsschlag Bahn bricht.

Die Demokratie lebt davon, dass das, was die Bürger bewegt, im Parlament zur Sprache kommt und diskutiert wird. Denn um die Bürger geht es ja, wenn wir von einem Staat sprechen. Es geht nicht um Ideen im Kopf einer Kanzlerin.

Wie der Begriff „Kanzler“ schon sagt, hat der Inhaber dieser Funktion die Aufgabe, die verschiedenen Interessen des Volkes in seinem Büro, seiner Kanzlei, zusammenzuführen und zu verwalten. Es ist nicht seine Aufgabe wie von einer Kirchen-Kanzel herab die eigenen Ziele als die Ziele des Volkes auszugeben und durchzusetzen.

Wer zum Nichtwählen aufruft, hilft den Regierungsparteien an der Macht zu bleiben. Daher ist es geradezu die Pflicht eines jeden, der in diesem Land etwas ändern möchte, wählen zu gehen.

DAS ist demokratisches Verständnis, DAS ist die Ehre, die wir Denjenigen erweisen können, die für dieses Land ihre Freiheit gegeben haben, manchmal auch das Leben. DAS ist die Sorgfalt und die Verantwortung, die wir für zukünftige Generationen haben und nicht einfach von uns weisen dürfen!

Wir sollten wählen – wir sollten eine Partei wählen, die Chancen hat in den Bundestag zu kommen.

 


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Schicksalswahl 2017 – meine Meinung


Montag, 18. September 2017

Hunderte und tausende deutscher Patrioten haben sich in den vergangenen Jahrhunderten den Hintern aufgerissen für dieses Land, haben gestritten für Demokratie, eine intelligente Verwaltung, für Vernunft, für Rechte für die Deutschen. Haben Deutschland zu dem Land gemacht, das es heute ist, und auf das viele (wenn auch nicht alle) zu Recht stolz sind. Oft genug haben sie ihr Leben gegeben. Und nun erklärt Frau Dr. (!) Merkel all dies für nicht so wichtig, Deutschland solle aufgehen in einem Phantasieeuropa in dem es keine verschiedenen Interessen mehr gibt! Auch Dr. (!) Schäuble fürchtet, die Deutschen würden in Inzucht degenerieren, wenn sie nicht ihr Deutschland und ihr Erspartes jenen überlassen, die so über die Grenzen hinwegflockieren wollen. Natürlich habe man vor Kriminalität und Terror keine Angst zu haben, das sei eben so, wenn man weltoffen sei … ganz so, wie auch der islamische Bürgermeister Londons formulierte, im Angesicht eines verheerenden Terroranschlags: (Terror) sei „part and parcel of living in a big city“. Also quasi normal, wer kann schon gegen Großstädte sein?

Ich kann nur hoffen, dass sich die Wähler von solchen „Intelligenzbolzen“ abwenden, und einfach an das denken, was von fast ewigem Bestand ist, und niemals durch eine Änderung des Zeitgeistes seine Gültigkeit verliert: Die Menschen haben IMMER verschiedene Interessen. DARAUS generieren sich die Kämpfe der Welt. Damit muss klug umgegangen werden – verleugnen dieser Tatsache ist das Dümmste! Jeder Einzelne muss auf Grenzübertretungen im Persönlichen achten – ganz so muss es auch jeder Staat. Sonst gibt es ihn bald nicht mehr.

Die Deutschen haben eine schützenswerte Kultur! Nur für die Dümmsten kann unklar sein, worin sie besteht. Sie steckt in jedem Wort unserer Sprache, in den Geschichten, in den Märchen die wir den Kindern erzählen. In den Erzählungen der deutschen Dichtkunst, in den Romanen. In der Art und Weise der Deutschen sich auszudrücken, in den Gebäuden und wunderschönen Landschaften. In den Großtaten unserer Helden, und auch den Missetaten, derer man sich erinnern muss, und zu denen man stehen muss, und zwar in dem Sinne, dass man Fehler nicht zweimal macht!
All das gering zu achten, es wegzugeben und zu verhökern, es zu verDEALEN, kann nur jemandem einfallen, der dieses Land und seine Menschen nicht liebt. So jemand sollte niemals Bundeskanzler sein. Jemand, der behauptet, er wolle allen Menschen dienen, aber nicht unbedingt jenen, denen er einen Eid auf die Verfassung geleistet hat, lügt. Die Interessen der Menschen sind IMMER verschieden, und man kann NIEMALS die Interessen ALLER Menschen vertreten. So jemand vertritt nur die eigenen Interessen.
Es kann niemand Bundeskanzler sein, der zulässt, dass die Presse sich von einer freien Presse in ein Organ des Staates verwandelt. Denn derjenige wirft die Demokratie weg – ein nicht gut zumachendes Verbrechen. Die Diktatur ist es und war es, und wird es wieder sein, die mit leichter Hand jene Zustände erzeugt, unter denen Generationen zu leiden haben. Die Presse muss frei sein, damit man von Demokratie sprechen kann.

Es ist jedem erlaubt, zu sagen, was er will; aber es steht der Presse frei, davon Kenntnis zu nehmen oder nicht. Sie kann jede Wahrheit zum Tode verurteilen, indem sie ihre Vermittlung an die Welt nicht übernimmt. Es ist die furchtbare Zensur des Schweigens, die umso allmächtiger ist, als die Sklavenmasse der Zeitungsleser ihr Vorhandensein gar nicht bemerkt . . . . An die Stelle der Scheiterhaufen tritt das große Schweigen. Hier erfahren die Leserscharen nur noch, was sie wissen sollen. Das ist das Ende der Demokratie.

Oswald Spengler, politischer Schriftsteller
geb. 29. Mai 1880 in Blankenburg am Harz; gest. 8. Mai 1936 in München

Und … BITTE …. Wählen Sie!!


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Warum spricht Gott nur zu Dummen?


Sonntag, 17. September 2017

„Why does god only speak to stupid people?“ – neulich las ich diese rhetorische Frage auf der Webseite eines Freundes und konnte mich eines kleinen Kommentars nicht enthalten, der etwa folgenden Wortlaut hatte: Erstens tut Gott das nicht – er spricht nicht nur mit oder zu Dummen. Denn viele waren Gott so nah, dass man von ihnen sagt, oder sie von sich, sie wären im Dialog mit Gott. Denken wir an Luther, oder Meister Eckhart, oder Eckhart Tolle, und viele mehr. Das waren und sind nicht die Dümmsten. Oder Jesus selbst … war er vielleicht dumm oder vielleicht naiv, weil er ja am Kreuz endete? Also ich glaube das nicht.

Wenn man aber zweitens Materialismus mit Klugheit gleichsetzt, und Idealismus der sagt „alles ist Geist“ (es gibt auch einen Idealismus der das nicht tut) mit Dummheit, dann allerdings ist eine gewisse Unwissenheit, eine gewisse Naivität, für den Dialog mit Gott durchaus förderlich. Und hier liegt das wahre Verständnis des „Selig sind die geistig Armen, denn ihrer ist das Himmelreich“. Man muss die materialistischen Schlauheiten dieser armen Welt vergessen, um die Wunder sehen zu können. Es ist genau dasselbe, das Gustav Meyrink so ausdrückt:

Jahrelang hatte ich den irrigen Grundsatz der Maler, man müsse die äußere Natur studieren, um künstlerisch schaffen zu können, stumpfsinnig nachgebetet und befolgt; erst, seit Hillel mich in jener Nacht erweckt, war mir das innere Schauen aufgegangen: das wahre Sehenkönnen hinter geschlossenen Lidern, das sofort erlischt, wenn man die Augen aufschlägt, – die Gabe, die sie alle zu haben glauben und die doch unter Millionen keiner wirklich besitzt.

Gustav Meyrink
österreichischer Schriftsteller
geb. 19. Januar 1868 in Wien; gest. 4. Dezember 1932 in Starnberg

In meinem Buch Gespräche mit dem Schöpfer habe ich versucht diesen Dialog zu zeigen. Mein Ziel war dabei, den Dialog wiederzugeben, nicht so sehr die philosophische Frage zu stellen, wie man in einem Dialog mit jemandem sein kann, der überall ist, der keine Person ist, dessen Vorstellung in jedem Moment zugleich dinglich und falsch ist.

Alles, was man von Gott aussagen kann, das ist Gott nicht.

Meister Eckhart
spätmittelalterlicher Theologe und Philosoph
geb. um 1260, gest. 30. April 1328 in Avignon

Ich musste dafür einen Brückenschlag machen. Ich habe den Dialog so dargestellt wie ein Gespräch zwischen zwei Personen. Denn das entspricht der Vorstelllung der meisten Menschen, ein Dialog könne immer nur zwischen zwei Menschen stattfinden, zwei Personen. Das benötigt die im allgemeinen gängige Vorstellung, Gott wäre ein alter weiser Mann, der zwischen den Wolken wohnt, oder eine ähnliche.

Doch, das ist nicht meine Vorstellung, nicht mein Glaube. Meine Vorstellung ist: Alles ist Geist. Wir sind Elemente der Schöpfung, nicht deren Beobachter. Während wir glauben eine Schöpfung zu beobachten, erschaffen wir, in unseren Phantasien, unseren Gedanken, unseren Vorstellungen.

Gott spricht nicht zu uns, oder mit uns, sondern durch uns!

Das ist etwas, das jenen unbegreiflich ist, die nie gelernt haben, den ständigen inneren Dialog in sich wahrzunehmen. Als etwas wahrzunehmen zudem, das ganz willenlos und selbstverständlich vor sich geht. Ein Dialog, oder Multilog, aus dem wir entstehen, und unsere Vorstellung von der Welt, und schließlich von uns selbst.


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