Freiheit – Was ist das – und wer gibt uns Freiheit?

Freiheit!

Freiheit! Tun und lassen können, was man will – wer möchte das nicht?

Was heißt Freiheit?

Freiheit von Zwängen

Es gibt so viele Zwänge: gesellschaftliche Zwänge, familiäre Zwänge. Politische Zwänge, kulturelle Zwänge. Monetäre Zwänge. Zwänge nennen wir auch manchmal „Notwendigkeiten“, oder „Verpflichtungen“.

Eine „Verpflichtung“? Ist einzuhalten! Nur der Treulose, Fahrlässige, würde seine Verpflichtungen vernachlässigen. Und doch sind beides, weniger fein unterschieden, auch Zwänge, die unsere Freiheit einschränken.

Freiheit von Notwendigkeit

Verwenden wir das Wort „Notwendigkeit“, klingt das weniger zwanghaft, sondern objektiver. Eine Notwendigkeit ist ein Zwang, der geradezu eine Voraussetzung für unser Hiersein ist. Etwa wie Essen, Trinken. Wir haben hier keine Wahl, sondern müssen – so oder so. Es wäre unvernünftig, gegen die Notwendigkeiten aufzubegehren – sie sind ja nun einmal notwendig.

 

Aber … was genau tun wir eigentlich, OHNE dass eine Notwendigkeit vorliegt? 

Halten wir denn nicht immer für notwendig, was wir tun? Zwang und Notwendigkeit unterscheiden sich nur graduell … Und sind es auch nur kleine, belanglose Handlungen – wir würden sie lassen, wären sie nicht in dem  Moment, da wir sie tun, für uns mit Notwendigkeit verbunden.

Wir sehen: Die Grenze zwischen Notwendigkeit und Zwang – wir ziehen sie selbst. Genau genommen müssen wir wenig bis nichts – wir haben immer die Wahl. Die Grenzen liegen in uns.

 

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Unser Leben ist, wie das Ganze, in dem wir enthalten sind, auf eine unbegreifliche Weise aus Freiheit und Notwendigkeit zusammengesetzt.
Johann Wolfgang von Goethe

 

Freiheit von der Meinung anderer

Aus materialistischer Sicht klingt „geistig“ wie „das freie Element“ – das Geistige bewegt sich der materialistischen Vorstellung zu Folge frei um das feste Element (also die Materie) herum.

Aus spirealistischer Sicht hingegen ist das Geistige bedingt (also nicht frei) – und zwar wiederum durch Geistiges.

Konkret: dass wir in der Gegenwart Anderer geistig frei sein können, ist eine Illusion. Man denke nur an das Frei-Sein von negativen Urteilen, die uns einschränken.

Positive Urteile hingegen empfinden wir als befreiend – wir dürfen weiter nach eigenem Gutdünken handeln. Positive Urteile empfinden wir als Adelung unseren Tuns als „vernünftig“, „richtig“, „wahr“. Doch auch dieses Empfinden zeigt uns, wie abhängig wir sind von den geistigen Inhalten anderer.

Die geistigen Inhalte derer, mit von wir umgeben sind, wirken sich unvermeidlich auf uns aus. Frei zu sein von der Meinung anderer ist auch eine Form der Freiheit – eine sehr wichtige sogar.

Siehe auch Artikel zum Thema : Shitstorm Doktor. Wie wichtig ist die Meinung anderer?

Freiheit und Wille

Frei oder unfrei ist man letztlich innerhalb der eigenen Gedanken. Unsere Freiheit hängt ab von unserer Sichtweise auf uns selbst. Man könnte auch sagen: Von unserem Willen. Was wollen wir tun, was nicht? Was erachten wir als notwendig, was nicht? Wir werden freier, wenn wir uns hierüber klar werden.

Der Mensch kann zwar tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will.
Arthur Schopenhauer

Eigentlich sind wir frei zu sagen: „Ich tue was ich will, und zwar aus freien Stücken.“ Natürlich mit allen Konsequenzen. Doch oft schieben wir die Verantwortung für das, was uns passiert, äußerlichen Umständen zu. Indem wir immer wieder so denken und reden, durch unsere Gewohnheiten, werden diese Umstände manifest.

Eigentlich hätten wir die Wahl. Wir sagen zwar, wir müssen dies, weil; wir müssen jenes, weil. Was müssen wir wirklich? Die Gründe – es sind unsere Gründe.

Es sind immer nur Annahmen, die wir über die Zukunft treffen. Z.B. die Annahme, dass uns die Konsequenzen dessen, was wir tun könnten, überfordern würden. Es ist eine Annahme die wir auf der Basis unserer Gewohnheiten treffen. Unsere Gewohnheiten lassen das Unvorhersagbare wie vorhersagbar erscheinen. Ist Wille eigentlich Denkgewohnheit? Und wir sind willenlos?

Freiheit und Verantwortlichkeit

Denken wir, wir seien mit freiem Willen ausgestattet. Wir können vieles tun, mehr als wir meinen. Oft müssen wir uns dazu aus uns unserer Komfort-Zone heraus begeben.

Freiheit bedeutet Verantwortlichkeit. Das ist der Grund, weshalb die meisten Menschen sich vor ihr fürchten. (George Bernard Shaw)

Was sucht man, wenn man die Meinung anderer erfragt? Wenn man fragt: „Was soll ich tun?“ Man sucht die Grenzen. Man findet die Grenzen des Anderen.

Freiheit heißt auch, frei zu sein von den geistigen Grenzen des Anderen. Frei bleiben bedeutet oft: nicht fragen. Nicht denken, man müsse sich anpassen. Man kommt am Ende nicht um die Verantwortung herum, dass das, was einem passiert, aus Freiheit geschehen kann. Und Freiheit bedeutet eigentlich, dass ALLES geschehen kann. Vieles, was man vielleicht nicht möchte – aber auch vieles Gute, was erst möglich wird, wenn man die eigenen Denkgrenzen überwindet. Das wichtige Wissen sollte aus einem selbst kommen. Was will ich? Was sind meine Entschlüsse? Was werde ich tun?

 

 

Freiheit ist Verantwortung, für die eigenen Gedanken, für das eigene Tun. Freiheit ist daher nichts, was einfach so zufällt, sondern etwas, das zu nehmen jeder selbst die Verantwortung hat.

Andere können uns keine Freiheit geben. Das können wir nur selbst tun. Wir nehmen sie uns, oder wir tun geistige Freiheit ab, weil wir meinen, wir seien bereits frei. Doch wir können wahrnehmen: Die Gefängnisse sind letztlich in uns. Form (der Mensch) ist Grenze.

Siehe auch Artikel zum Thema : Herz und Verstand. Was bedeutet es, auf „das Herz zu hören“?

Siehe auch Artikel zum Thema : ein neues Leben anfangen – wie beginnt man ein neues Leben?

Freiheit – Was ist das – und wer gibt uns Freiheit? was last modified: Dezember 15th, 2017 by Henrik Geyer