Effektivität und Effizienz in Kunst und Kultur

Effektivität und Effizienz in Kunst und Kultur

Ich hatte neulich eine Diskussion über Effektivität und Effizienz in der Kunst. Es hieß, dass Effektivität und Effizienz auf der einen Seite, sowie Kunst auf der anderen Seite, nicht recht zusammenpassen.

Ist das so?

Was ist der Unterschied zwischen Effektivität und Effizienz?

der Unterschied zwischen Effektivität und Effizienz lässt sich wie folgt beschreiben:

Effektivität fragt, ob die Ziele richtig sind. Was will man überhaupt erreichen. Ist das, was getan wird, geeignet, den gewünschten Effekt hervorzurufen?

Effizienz fragt nach dem Verhältnis des Resultates zu den eingesetzten Mitteln – werden die Ziele mit einem guten Verhältnis von Einsatz und Ergebnis (Effekt) erreicht?

Effektivität und Effizienz in der Kunst

Die großen Künstler waren und sind produktiv …

… was auf Effizienz schließen lässt. Große Künstler haben Wege gefunden (oder erfunden), die Herzen ihres Publikums zu erreichen – was auf Effektivität schließen lässt.

Man denke an Picasso, Dahli, Rembrandt, Dumas und viele andere.

Kunst ist für die Kunst-Konsumenten da

Der Erfolg der Kunst wird letztlich am Erfolg beim Publikum gemessen. Das ist so selbstverständlich wie: Ohne Huhn kein Ei – und ohne Ei kein Huhn. Ohne Blüte keine Biene – ohne Biene keine Blüte.

(ähnliches Thema: Was war eher da – Ei oder Henne? Über ein Paradox.)
Der Künstler will beim Publikum ankommen. Der Künstler will den Erfolg.

Die Worte von Künstlern, die sagen, sie machten Kunst nur für sich, darf man getrost überhören. Würden sie nur für sich selbst arbeiten, würde man ihre Kunst auch nicht kennen  – ihre Worte blieben ungehört.

Kunst, die auf keine Resonanz trifft, endet.

Effektivität: welche Wirkung kann ich erzielen / worauf arbeite ich hin?

So muss sich jeder Künstler fragen, was er will und worauf er hinarbeitet. Welche Fertigkeiten benötigt er, um Menschen an seiner Kunst zu interessieren? Was will er erreichen?

Was muss er können – und was muss er nicht können, um den von ihm gewünschten Effekt zu erzielen?

Effizienz

Wie schnell man arbeitet, wie viel man erschaffen kann, ist wichtig für den Künstler.

Erstens ist der Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg manchmal hauchdünn – man kann am Ende nicht genau sagen, woran es lag, dass man Erfolg hatte, oder woran Pläne scheiterten. In der Regel muss man einfach viel versuchen. Manches hat keine Wirkung. Jedoch ist ein gelungenes Werk immer auch ein Multiplikator. Es schafft Aufmerksamkeit – Menschen sehen es und interessieren sich für mehr.

Zweitens übt jeder Schaffensprozess. Was der Künstler ausdrücken möchte, wird ihm selbst klarer, zugleich wird der Ausdruck seiner Kunst klarer, direkter, besser, reiner. Und damit wird die Chance, beim Publikum anzukommen, höher.

Drittens ist die Zahl der (guten) Arbeitsresultate dafür entscheidend, wie schnell der Künstler bekannt wird und Erfolg hat. Zeit ist immer ein wichtiger Faktor – für jede Art von Erfolg

Viertens erschafft der Künstler mit gelungenen Werken einen Markt. Es ist ihm daher angelegen (und in der Realität ja auch stets zu beobachten), dass er aus dem, womit er Erfolg hat, umgehend viele Varianten erschafft.

Fünftens kommt es auf Effektivität des künstlerischen Werkes selbst an. Ein pointiert geschriebener Text ist spannend, ein berührendes Bild ist interessant. Für Theaterstücke oder Filme gilt das gleichermaßen. Wir kommen insofern auch auf Punkt Zwei zurück.

Resüme: Effektivität und Effizienz sind auch in der Kunst wichtig …

… allerdings gibt es in der Kunst keine fertigen Maßstäbe dafür. Was ein Künstler „zu produzieren hat“ – das ist weitgehend offen. Es gibt keine fertigen Pläne, es gibt keine fertigen Übersichten – das Wesen eines künstlerischen Prozesses ist es, Neues zu erschaffen, kreativ zu sein.

Dennoch ist jeder Künstler gut beraten, einen effektiven und effizienten Weg für seine kreativen Ziele zu finden.
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Effektivität und Effizienz in Kunst und Kultur was last modified: April 2nd, 2016 by Henrik Geyer