Die Entstehung der Realität – Bewusstsein erschafft Realität

Die Entstehung der Realität - Bewusstsein erschafft Realität?

Der Materialist weiß, dass die Entstehung der Realität nichts mit dem Bewusstsein zu tun hat. Denn sein Inbegriff von Realität ist ihm ja gerade NICHT Bewusstsein. Sondern das Außen, die Materie – DAS sei die eigentliche Realität. In diesem Beitrag geht es um die Die Entstehung der Realität, und was unser Denken, was unsere Worte, damit zu tun haben. Wenn auf diesem Blog manchmal Worte diskutiert werden, wie das Nichts, oder das Unbewusste, oder das Undenkbare, dann fragt sich so mancher, welche Relevanz das haben soll. Wie kommt jemand, wie kommen Philosophen überhaupt, darauf, die Realität an Worten festmachen zu wollen?

Ich möchte zeigen, dass die Worte, die wir verwenden, eine bestimmte Vorstellung in uns hervorrufen. Und unsere Vorstellungen VON der Realität, und die Realität selbst, sind eins.

Die Entstehung der Realität – in Gedanken und in Worten

Ich schrieb am Anfang: der Materialist weiß, dass die Entstehung der Realität nichts mit Bewusstsein zu tun hat. Woher weiß er das? Es ist einfach seine erlernte Überzeugung. Eine andere Begründung gibt es nicht. Wie ich, und viele vor mir, feststellte (und in meinen Büchern und Beiträgen begründe), lässt sich die Realität letztlich nicht an unabänderlichen Fakten festmachen. Es gibt keine Objektivität. Ebenso wenig und aus demselben Grund lässt sich das Nicht-mehr-weiter-Spaltbare in der Physik finden.

Wenn der Philosoph über die Dinge in der Welt nachdenkt, was sie IM WESEN ausmacht, dann geht es immer um Worte. Warum? Weil wir zwangsläufig mit Worten operieren müssen, wenn wir die Realität denken. Man könnte auch sagen, über die Realität lässt sich nur in Gedanken nachdenken – und die Gedanken drücken wir in Worten aus.

Unser Denken steckt in einem allgemeinen Sinn bereits in den Worten selbst. Dass wir über die Realität nachdenken, das ist materialistisch gedacht. Der Spirealist würde sagen: wir denken die Realität.

Jeder hat ein eigenes Stückchen Realität in sich

Für den Materialisten aber gibt es nur die (eine) Realität – die ist im Außen, und über die müssen alle nachdenken. Doch so ist es nicht. Jeder hat ein ein Stückchen dessen im Kopf, was uns schließlich wie „die Realität“ erscheint. Und jedes Stückchen ist einzigartig.

Einzigartig? Ja! Denken wir einmal an das, was man versteht, wenn man ein Wort hört. Worte sind stellvertretend für das, was wir denken. Ich nenne es auch unsere „Begriffe“, also das, was wir begreifen. Nur so herum gesehen versteht man, dass ein Wort nicht zwangsläufig ein bestimmtes Bild in jedem Kopf entstehen lässt. Es ist ganz anders. Die Begriffe sind IMMER im Detail verschieden. Das ist interessant – weil der Materialist doch annimmt, Worte seien ein gutes Mittel, um die EINE Realität, die im Außen vorhanden sei, zu BESCHREIBEN. Anders herum gedacht, so wie ich es formulierte, klingt es hingegen, als dienten Worte dazu, Realität ENTSTEHEN zu lassen.

Und genau darum geht es mir auch. Dies ist meine Grundüberzeugung, die ich in meiner Philosophie, dem Spirealismus, formuliere. Sie geht davon aus, dass wir abseits dessen, was wir denken, nichts formulieren können – anders gesagt: das Denken ist unsere Welt. ( Schopenhauer formulierte übrigens ähnlich; er schrieb, die Welt sei eine Vorstellung).

Es erscheint dem Materialisten oft wie  selbstverständlich, die Frage nach der Realität als philosophische „Kuriosität“ zu bezeichnen, oder als „Wortspiel“. Was solle man die Realität schon in Frage stellen – sie existiere eben, und zwar jenseits der Gedanken.

Und nun frage ich immer: was ist dann? Offenbar hat „die Realität“ niemand „richtig“, alle haben nur ihre eigene Vorstellung davon. Was ist sie also, jenseits der Vorstellungen?

 

Damit soll gesagt sein: Die Frage nach der Realität  ist sehr wichtig, es geht um ihre Entstehung. Dies „Wortspiel“ zu nennen, diskreditiert die Frage. Allerdings „nur“ aus materialistischer Sicht. Im Grunde ist der Begriff „Wortspiel“ nicht völlig falsch, weil unsere Realität die Gedanken sind. Mithin ist die Realität auch abhängig von Worten.

Aber unbestreitbar ist doch, dass es nach herkömmlicher Auffassung wohl nichts Wichtigeres gibt, als die Realität. Also sollte man sich auch einmal mit grundlegenden Fragen zu ihr beschäftigen. Wenn die Realität ein Wortspiel ist, dann lohnt es sich, dieses Spiel zu spielen – und darüber nachzudenken.

Bewusstsein erschafft die Realität – denken wir uns die Welt aus?

Nun könnte man auf den Gedanken kommen, dass Bewusstsein die Realität sozusagen „erfindet“. Das wird mir manchmal als Gegenargument präsentiert – das könne ja wohl nicht sein. Und man muss sagen: Das ist auch tatsächlich schwer zu denken, wenn man auf dem materialistischen Weltbild aufbaut, denn es kollidiert (wieder!) mit dessen Grundüberzeugung – der Mensch würde eine äußerliche Realität „abbilden“.  Diese Vorstellung verbindet sich mit willenhaftem Nachgrübeln und „Erfinden“.

Meine Antwort darauf ist: Erstens kann man sich seine Welt tatsächlich herbeidenken, und jeder tut es bereits. Dass die meisten dennoch glauben, selbst der Hort und das Zentrum der einen Realität zu sein, das sich also nahezu jeder gern als „Realisten“ bezeichnet, das ist eine ganz andere Frage.

Aber zweitens ist die Entstehung der Realität durch „freies Herbeidenken“ oder „Ausdenken“ offenbar begrenzt. Aber die Annahme, dass das denken völlig frei sei, ist ja auch wiederum mit der materialistischen Vorstellungswelt verbunden (ein freier Geist beobachtet die Materie). Der Spirealismus hingegen, dessen Grundüberlegung ist: „Die Gedanken sind die Realität“ sieht dagegen aus dieser Grundvoraussetzung die Notwendigkeit vieler Folgerungen entstehen, die dem materialistischen Weltbild völlig widersprechen. Ein Beispiel: es ist unter spirealistischen Gesichtspunkten ganz offensichtlich falsch, von einem „freien Geist“ auszugehen. Allein, wenn man sich fragt: Frei wovon, wenn der Geist doch nichts abbildet, sondern selbst Ausdruck dessen ist, was er nur abzubilden glaubt?

Das Bewusstsein (unser Bewusstsein) selbst wird aus Geist geschaffen, allerdings aus einem Prinzip, das „unserem“ Bewusstsein übergeordnet ist. Das bedeutet, dass die Entstehung der Realität aus „unserem“ Geist so nicht stimmt. Der Geist.. das sind eben nicht (nur) wir einzelnen Menschen – sondern alles ist Geist.

Die Entstehung der Realität – Bewusstsein erschafft Realität was last modified: Dezember 10th, 2015 by Henrik Geyer