Was bedeutet eigentlich „konservativ“?

was heißt eigentlich „konservativ“?

Seitdem Frau Merkel Kanzlerin ist, hat das Wort „konservativ“ eine ganz andere Bedeutung erhalten, als man erst dachte. Denn die konservative Partei CDU verfolgt eine Richtung, die man eher „revolutionär“ nennen könnte. Die Grenzenlosigkeit, die es seit Merkel gibt, ist eine Beispiellosigkeit, die geeignet ist, Deutschlands Gesicht innerhalb kürzester Zeit zu verändern.

Vielleicht auch bedeutet „konservativ“ nach wie vor „erhaltend“ – und nur Frau Merkel versteht das Wort anders?

Wie kann man das Wort „konservativ“ denn eigentlich verstehen? Was will man erhalten und bewahren? Das ist gar nicht so einfach.

Es fängt schon damit an, dass man unter „konservativ“ den Erhalt der Natur verstehen könnte, was derzeit eine Domäne der Grünen ist.

Sollte man auch die Freiheit der Hassprediger gleichstellen mit jeder anderen Wortfreiheit, weil die Freiheit des Wortes ein Grundwert der freiheitlichen Gesellschaft ist, der nicht zur Disposition stehen darf? Mit dem Wort ist ja noch nichts passiert. Oder doch?

Sollten die Werte der deutschen Bevölkerung, so wie sie von Millionen mit der Muttermilch aufgesogen wurden, erhalten werden? Was würde das bedeuten, wenn man diese Werte erhalten will? Heißt das etwa, man müsste gegen andere Werte sein, und man habe Grenzen im Kopf? Wohin führt diese Überlegung in der Konsequenz … Werte findet man doch nirgendwo, außer in Menschen. Auweia.

Darf man das überhaupt sagen … deutsch … oder Grenzen, oder Bevölkerung? Heutzutage ist das kritisch. Bevölkerung – das klingt fast schon wie Volk, da muss man vorsichtig sein. Oder das Wort Grenzen – man sollte es immer so verwenden, dass man sagt, man brauche keine. Sonst ist man doch irgendwie … begrenzt.

wo findet man Werte?

Oder allein das Wort Werte – es klingt vielen doof, es sei denn, man gebraucht es im Sinne von freiheitliche Werte, was wiederum nichts aussagt, wenn man unter freiheitlich „alles“ und „Grenzenlosigkeit“ versteht. Wenn man es so versteht, dann ist der Schutz der freiheitlichen Werte mit dem Schutz derjenigen verbunden, die die Werte Deutschlands, inclusive der freiheitlichen, mit Füßen treten. Für eine Ordnung dieser Art, die gezielt Unordnung schützt und nur dann eingreift, wenn „wirklich etwas passiert“, bräuchte man eine andere Art von Polizei und Justiz, als wir sie in Deutschland haben. Polizisten vom Typ Western-Sheriff, die erst schießen, dann fragen. Und viel mehr davon, als jetzt da sind. So wie es in anderen Ländern ist – warum nicht dafür offen sein?

Vielleicht bräuchte man auch eine andere Art von Bevölkerung (auweia), weil, wie sich herausstellt, viele gar nicht so offen sind, wie sie eigentlich sein müssten(!). Sogar die grenzenlos-freiheitlich Gestrickten sind, wenn es z.B. um ihre Auffassung von Freiheit geht, sehr hartleibig, und möchten am liebsten andere Auffassungen verbieten lassen.

Die dünne Haut der Ordnung, wie sie in Deutschland vorherrscht, so stabil sie auch nach außen hin scheint, lebt eigentlich von einem ziemlich engen Wertekonzept, das einfach in den meisten Menschen hierzulande ist. Ist es nicht das, was, wie sich die meisten vorstellen werden, erhaltenswert ist, wo man konservativ sein möchte, man könnte auch sagen resilient? Werte, die in einem sind und die man erhalten sehen möchte, und von denen man annimmt, dass die Landsleute sie teilen? Und in denen man sich naturgemäß auch unterscheidet?

Jede Werte-Konstellation bindet andererseits auch – und ist natürlich auch ganz anders vorstellbar: wertfreier, freiheitlicher, revolutionärer, dynamischer, interessanter. Das wäre wohl das derzeitige Konzept der CDU. Es gibt allerdings einen chinesischen Fluch, wohl nicht ohne Grund: „Mögest du interessanten Zeiten leben!“

Was bedeutet „konservativ“ eigentlich? Man sollte jedenfalls einmal darüber sprechen.

konservativ=erhaltend oder bewahrend

 

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Was bedeutet eigentlich „konservativ“? was last modified: April 2nd, 2016 by Henrik Geyer