Verantwortung für die Welt übernehmen

dem gestrigen Beitrag

Eisschmelze an den Polen – Kernschmelze der Erde?

wie zur Ergänzung liefert heute die FAZ einen sehr schönen Bericht über das, was gegenwärtig mit unserer Umwelt passiert, und zwar dort, wo sie in Teilen noch intakt ist, besser war: in Südostasien. Das Ganze ließe sich übertragen auf Amazonien und Gebiete Afrikas, etc.. Es geht um die Brandrodung riesiger Flächen uralten Regenwaldes, um irgendetwas anzubauen – im Beitrag beispielhaft genannt: Palmöl. Palmöl wird in sehr vielen Produkten der Massenindustrie verwendet, die wir auch hier, in Europa, verbrauchen.

Statt also aufzuforsten, die Natur wiederherzustellen, ihr Raum zu geben und sie zu schützen, betreiben die Menschen genau das Gegenteil. Sie fällen die Bäume nicht mit der Axt, sondern verbrennen sie einfach – das geht schneller. Der unerwünschte Nebeneffekt: in Malaysia und Indonesien ist die Luft manchmal so verräuchert, dass die Menschen Tücher vor der Nase tragen müssen.

Ich bin ein bisschen pessimistisch (das kam im gestrigen Artikel zum Ausdruck), was das Weitere angeht. Das liegt an dem allgemeinen Denken, dass es in allem nur durch Wachstum weitergehen kann. Es müsse immer mehr und mehr sein, was dem Menschen zur Verfügung steht. Das „Mehr!“ entwickelt seine Logik bereits in der Zahl der Menschen selbst – der Überbevölkerung. Bei immer mehr Menschen: Wer kann letzten Endes denjenigen, die in Urwaldgebieten leben, verwehren, für ihren Lebensunterhalt Sorge zu tragen?

Eine gewisse Hoffnung sehe ich in spirituellem Denken – einem buddhistischen „Loslassen“ wenn man so will. Loslassen von der Logik des „Mehr!“, Schrumpfen der Wünsche und Gesundschrumpfen der Menschheit – und zwar einzig und allein aus Verständnis. Denn – man kann es Karma nennen – alles verbindet sich mit allem, und alles hat seine Wirkung in allem. Das kollektive Bewusstsein „der Mensch“ müsste erwachsen werden, müsste Verantwortung für die Welt übernehmen.

Doch – dem „Menschen“ ist im Allgemeinen nur das „da“, was er sehen kann. Solange er die Katastrophe nicht sehen kann, wer könnte ihm schlüssig beweisen, dass sie kommt?

Außerdem wird auch Spiritualität meist lediglich als ein Werkzeug verstanden, welches dem als unabdingbar verstandenem „Mehr!“ zu Diensten sein soll.

Wenn wir das Schreckliche nicht fürchten, dann kommt der große Schrecken, heißt es im Tao Te King.

 

 

 

Siehe auch: Beitrag Atomraketen – Spiritualität wird immer wichtiger

 

 

Verantwortung für die Welt übernehmen was last modified: April 6th, 2016 by Henrik Geyer