Fünf philosophische Gründe, warum Merkels Politik falsch ist

Die Verwaltung der Endlichkeit – Politik

Das Unendliche gibt es in der Form, wie wir es benennen, nicht. Nicht als Etwas, nicht als Objekt der Betrachtung, etc.. Das Unendliche ist ein Prozess, dessen erzeugendes Element wir Menschen sind. Das Unendliche ist das, womit wir nicht fertig werden (Plato). Das bedeutet, wir sind endlich und können nur endliche Dinge tun, sagen, denken. Daher ist es ein Paradox, wenn wir das Unendliche einerseits als Objekt benennen, andererseits wissen, dass wir es als Objekt nie vor uns haben können. Solches Im-Munde-Führen von Unendlichkeit ist das Metier von Heilsbringern und Sterndeutern, es wirkt beeindruckend, sagt aber … nichts.

Es ist falsch, wenn Menschen meinen, sie könnten diesem Grundprinzip entrinnen, wenn sie die Worte „ohne Obergrenze“, oder „ohne Untergrenze“ in den Mund nehmen. Genauso gut könnten sie sagen „ohne Maß“ oder „ohne Ziel“. Das ist falsch, insbesondere für Politiker.

Dies erkennend wäre es Merkels Job, Grenzen, Maß und Ziel in ihrer Politik immer wieder zu definieren, und zwar im selbstkritischen demokratischen Prozess. Den Menschen Geschichten vom Pferd zu erzählen, von Unbegrenztheit und dergleichen, ist hingegen nicht ihre Aufgabe.

Der Mensch kann nicht Gott sein

Das zuvor Gesagte könnte man auch so sagen: Der Mensch kann nicht Gott sein. Gott wäre diejenige imaginäre Person, die die dem Menschen als Unendlichkeit erscheinende Fülle als ein Ganzes beobachten könnte. Oder die den Prozess, der diese Fülle hervorbringt, kennt, oder selbst der Prozess ist. Jedenfalls kann das der Mensch nicht sein. Er kann nicht Gottes Ziele verfolgen, nicht Gottes Sprache sprechen.

Einer religiösen Person muss man das eigentlich nicht sagen, denn das steht in der Bibel. Dennoch ist es nichts Ungewöhnliches, dass sich jene, die sich in einem besonderen Verhältnis zu Gott glauben, eine gewisse Selbstherrlichkeit angewöhnen, da sie annehmen, die Macht Gottes übertrage sich auf sie selbst. Dennoch können sie natürlich nicht aus ihrer menschlichen Existenz, deren Wesen Begrenztheit ist. Begrenztheit im Sein, Begrenztheit im Tun, Begrenztheit im Denken. Die eigentliche religiöse Lehre ist daher Bescheidenheit und Maßhalten, nicht aber, in pompöse Selbstgerechtigkeit zu verfallen.

Es ist falsch, sich den Mantel der Heiligkeit überzustreifen, oder ihn sich überstreifen zu lassen. Das muss auf klägliche Weise scheitern – so wie man es auch sieht.

Immer wieder Eins – die Notwendigkeit der Nation

Der dem Menschen erscheinende Kosmos ist geprägt davon, dass darin Elemente vorkommen. Objekte, die immer Eins sind, sich immer von anderen Objekten unterscheiden. Sie müssen sich unterscheiden, sonst könnten sie selbst nicht sein. Indem sie sich unterscheiden, ist auch gesagt, dass sie Grenzen haben müssen.

Im Spirealismus drücke ich das so aus: Das Eine kann nicht das andere sein. Das Eine kann nicht ohne das Andere sein.

Das ist ein kosmisches Prinzip, dem der Mensch (als Person) ebenso gehorcht wie alles, was er kennt.

Insofern ist das Relativieren der Existenzberechtigung von Nationen falsch, und das Proklamieren einer neuen Internationalität, die auch flugs aus Kanzlerkraft umgesetzt wird.

Nationen bilden eine mögliche Form der Einheit, die die Natur, durch den Menschen wirkend, immer findet und finden muss. Die Auflösung von Nationen hätte die Notwendigkeit zur Folge, dass sich Einheit auf anderem Wege, in anderer Form, wiederherstellen würde.

Für den Menschen sind die Prozesse der Umwälzung oft schmerzhaft, wenn sie schnell und ungesteuert ablaufen, dann als Krieg oder Revolution. Solche Umwälzungsprozesse fahrlässig anzustoßen, wenn auch nur in einem harmlos wirkenden ersten Schritt, ist dumm. Ein chinesischer Fluch lautet nicht umsonst: „Mögest du interessante Zeiten erleben!“

Umgekehrt ist es eine irrige Annahme, Nation bedeute notwendigerweise Krieg, Unmenschlichkeit, oder die Unterwerfung anderer Nationen. Denn das muss der Begriff nicht bedeuten. Gerade in der heutigen Zeit sehen wir, dass ausgleichende Prozesse zwischen Nationen ohne Krieg stattfinden können – jedoch nicht ohne Nation.

Insofern sich die europäischen Nationen auflösen, um sich in einer neuen Einheit zu formieren  (der Europäischen Union), hat die EU nun ihrerseits die begrenzende Wirkung der Nation zu übernehmen – und kann nun nicht wieder grenzenlos sein wollen.

„Nation“ ist schlicht die natürlich notwendige Zusammenfassung von Vielem, diesem Phänomen begegnen wir in der Natur in jedem einzelnen Ding, wohin man auch schaut. Sich aus diesem Grundprinzip lösen zu wollen, ist falsch.

Den Willen in der Natur sehen können

Wer den Willen nicht nur in den Menschen sehen kann, sondern auch in der Natur, und wer umgekehrt versteht, dass die Willenlosigkeit der Natur ebenso im Menschen auftritt, dem wird auf sehr direktem Wege begreiflich sein, dass die zuvor angesprochene Notwendigkeit, dass sich immer wieder Einheiten bilden, durch uns Menschen selbst zum Tragen kommt. Das natürliche Prinzip übersetzt sich in den Willen, den wir in uns selbst finden, und von dem wir oft glauben, wir würden diesen Willen selbst erst erschaffen. (Umgekehrt findet sich der Mensch oft als Teil von Prozessen, die zwar durch ihn geschehen, die er aber nicht beeinflussen kann … das ist ihm paradox, da er ja seinen selbstbestimmten Willen als das, zumindest für sich selbst geltende, einzige Gesetz, sieht.)

Wenn man also den Willen der Natur durch sich selbst hindurchwirken sehen kann, dann bedeutet das auch, das Verständnis zu haben, sich einzuordnen. Wir alle finden uns in Situationen und Prozessen, die wir uns nicht ausdenken, sind sozusagen Funktionäre der Schöpfung, und können uns aus dieser Funktionalität nicht lösen. Unser ureigenstes Interesse verfolgen wir stets dann am besten, wenn wir, die Funktionalität und Notwendigkeit der o.g. Prinzipien kennend, diesen gerecht werden.

Jenseits des Wählerwillens zu handeln ist undemokratisch

Weil durch uns Menschen das Naturgesetz Gottes hindurchwirkt, ist die Demokratie das Instrument, das in der menschlichen Gesellschaft den Prozess der Abstimmung und Kommunikation auf die beste und reibungsloseste Art (die wir bisher kennen) vonstatten gehen lässt. Gerade die politischen Exponenten müssen sich diesem Prozess verpflichtet fühlen, und hier einfach ihre Funktion erfüllen.

Das bedeutet konkret, dass der demokratische Prozess durch Merkel nicht neu zu erfinden ist, indem sie zum Beispiel die erwartbare Politik der Partei CDU so grundlegend ändert, dass die Wähler der CDU meinen, sie hätten ebenso gut eine andere Partei wählen können. Ebenso kritisch ist zu sehen, wenn die Angehörigen anderer Parteien mit ihrer Politik sehr zufrieden sind – das mag denjenigen zwar hoch erfreulich vorkommen, doch es unterminiert die Demokratie ebenso, wie der Ärger der anderen. Denn die Parteien müssen verlässlich für etwas stehen, und sie müssen jeweils erkennbar sein, indem sie sich voneinander unterscheiden. Sonst funktioniert die Demokratie nicht.

Die Parteien wählt man für die lange Zeit von 4 Jahren. Das Vertrauen in die Demokratie kann nur gewahrt bleiben, wenn die Bürger den Eindruck haben, dass entsprechend dem Wählerwillen gehandelt wird, und nicht auf der Grundlage irgendeines persönlichen Glaubens.

Die Folge der Unzuverlässigkeit sind Umschichtungen der Parteienlandschaft, Polarisierung der Gesellschaft, Umbrüche. Wer das für harmlos hält ist nicht ganz bei Trost. Die Demokratie braucht die Verlässlichkeit der Parteien, sonst werden in Deutschland bald Zustände normal, die man aus anderen Ländern wohl kennt, aber für Deutschland gewiss nicht will.

Geist ist in jedem Ding …

Es ist eine typisch materialistische Sichtweise, immer das Einzelne für sich betrachten zu wollen. Aber das Eine und das Andere existieren nur als Relation zueinander. Alles ist relativ, alles ist ein Prozess, alles ist Geist. Wenn alles Geist ist, dann kommt es auf den Geist auch an. Das kann man auch ganz direkt verstehen. Auf den Geist in den Menschen kommt es an. Aber nicht nur auf den Geist in den deutschen Menschen.

Insofern spreche ich hier die Einwanderungspolitik an, bei der Merkel davon auszugehen scheint, es käme nicht darauf an, welcher geistigen Welt die Kommenden angehören. Oder, es dürfe in einer freiheitlichen Demokratie nicht darauf ankommen. Deutschland würde schon alle Ankommenden belehren, weiterbilden, etc.. Wir schaffen das.

Jedoch kommt es natürlich sehr wohl darauf an. Gerade auf den Geist! – was könnte wichtiger sein?

Die Ankommenden beeinflussen die deutsche Gesellschaft mindestens ebenso, wie sie umgekehrt von der deutschen Gesellschaft beeinflusst werden. Der kulturelle Austausch ist eben keine Einbahnstraße, und der überlegene Geist, der andere belehrt und berät, ist nicht nur in uns Deutschen. Sondern, die Zureisenden sehen in ihrem eigenen Denken keinen Mangel, der sie zu willigen Schülern machte – sie belehren ebenso die Deutschen, ob sie nun eine Lehre haben, die diese hören möchten, oder nicht. Es ist wie das Vermischen von Flüssigkeiten, bei der die resultierende Farbe weder die der einen, noch der anderen Ausgangsflüssigkeit entspricht.

Daher stellt sich für Deutschland sehr wohl die Frage, was und wen es eigentlich bei sich haben möchte. Wenn der Prozess der Zuwanderung stattfindet, ohne dass Deutschland definiert, welche Form des Denkens die Zureisenden haben sollen, so wird es nie verhindern können, dass die Unerfreulichkeiten anderer Länder in Deutschland gang und gäbe werden. Wie genau das aussieht, sieht man in den Städten bereits.

Sich selbst und die eigene Form des Denkens zu schützen ist erstens nötig und zweitens niemandem vorzuwerfen, ich würde sogar sagen, es ist ein Grundgesetz des Spirituellen: „Du findest die Wahrheit in dir, aber nicht in jedermann, und nicht in jedem Außen!“ Die eigene Form des Denkens zu schützen und zu bewahren wiederum ist sehr davon abhängig, mit wem man sich in Verbindung setzt.

Daher kann es kein „egal“ in der Frage des Denkens geben.

 

 

 

Fünf philosophische Gründe, warum Merkels Politik falsch ist was last modified: November 18th, 2016 by Henrik Geyer