Der Brexit – Nutzen für die Demokratie

Der Brexit nutzt der Demokratie. Er zeigt, dass es einem Land möglich ist, der vereinnahmenden und selbstgerechten Logik der EU-Bürokratie zu entkommen. Man kann Europäer sein, überzeugter Europäer sogar, und gleichzeitig gegen den undemokratischen Moloch in Brüssel. Europa ist nicht gleich EU-Bürokratie, auch wenn die Spitzen dieser Bürokratie auf diese Weise argumentieren. Sie glauben inzwischen gar, Europa und sie selbst, das wäre identisch.

Dass hier etwas faul ist, im Staate, das wissen viele Menschen intuitiv. Es musste nicht unbedingt von einem ehemaligen EU-Kommissar wie G. Verheugen gesagt werden, doch es schadet auch nicht. Verheugen hält die EU für wenig demokratisch, für verfilzt und in ihrer Selbstgerechtigkeit chauvinistisch.

Europa als Verbindung von Ländern geht mit dem Brexit nicht unter, sondern wird im günstigen Fall stärker – nämlich dadurch, dass die Spitzenbürokraten hoffentlich gezwungen werden, Konsequenzen zu ziehen. Der Bexit nutzt, wenn er die EU zwingt, sich ein Stück weit neu zu erfinden.

Im ungünstigen Fall aber gibt es ein „Weiter so!“. Man hört im Geiste schon Äußerungen, die in diese Richtung gehen, wie: Der Brexit sei eine hinzunehmende Individualentscheidung. Kein grundsätzliches Signal und nicht weiter tragisch für das erfolgreiche Wirken der Kommission … etc.

 

Auch England geht nicht unter, wie man sehen wird. Es ist nicht aus der Welt, sondern steht für Abkommen, die ihm nutzen, weiterhin zur Verfügung. Wofür Britannien nicht zur Verfügung steht, das ist der EU-Irrsinn, der die Länder schwächt, und nicht stärker macht. Und DAS ist gut so!

Gäbe es nicht Vorkommnisse wie den Brexit, wäre dies das beste Argument für die Eurokraten, nach gewohntem  Muster fortzufahren – es sind ja angeblich immer alle einverstanden. Der Brexit ist eine Chance. Wenn sich die EU nicht wandelt, wird es viele Exits geben.

 

Der Brexit – Nutzen für die Demokratie was last modified: Juni 24th, 2016 by Henrik Geyer