Die Entdeckung der Unendlichkeit in allen Dingen

Die Entdeckung der Unendlichkeit - die Unendlichkeit ist in den Dingen - 2 [SPID 4673]

Die Unendlichkeit – sie ist in den Dingen, die uns umgeben. Sie ist im Ich. Wie entdeckt man die Unendlichkeit, wie kann man sie sehen?

Die Unendlichkeit des Alls

Das All ist unendlich. Es ist das Alles. Das Weltall ist nicht „dort“, man muss nicht durch ein Teleskop sehen, um es betrachten zu können, sondern das All umgibt uns, ist in uns, durchdringt uns. Wir sind selbst das All.

Das All ist nur scheinbar die Summe seiner Teile. Wäre es einfach die Summe von irgendetwas, wäre es uns nicht paradox, denn es würde nicht im Widerspruch zu unserer Weltsicht stehen, dass alles erfassbar ist. Nein, das Wort unendlich bedeutet, dass niemand die Summe bilden kann, denn die Teile kommen, wie aus einer nie versiegenden Quelle, nie endend, zu uns. Aus uns.

Die Unendlichkeit des Kreises

Wir alle kennen das Symbol für Unendlichkeit, den Kreis. Wir könnten genauso gut die liegende Acht betrachten. Doch wir betrachten den Kreis. In der Symbolistik ist der Kreis das Zeichen für Unendlichkeit, ebenso für Gott.

Der Kreis ist ein sich intuitiv erschließendes Symbol für Unendlichkeit, denn man kann mit dem Finger um den Kreis herumfahren – er hat keinen Anfang und kein Ende. Ewig könnte dieses Herumfahren mit dem Finger fortgehen, wenn nicht wir selbst begrenzt wären.

die Unendlichkeit in der geometrischen Figur

Man kann die Unendlichkeit des Kreises auch erklären, wenn man den Kreis als eine geometrische Figur betrachtet. Die Definition eines Kreises in der Geometrie ist, dass ein Kreis sich aus einer Unendlichkeit von Punkten bildet, die sich in immer gleichem Abstand vom Mittelpunkt befinden.

Warum Unendlichkeit? Weil man, egal wie weit zwei Punkte voneinander entfernt sind, wie groß die Entfernung zwischen diesen zwei Punkten ist, diese Strecke immer teilen kann. Man kann in Gedanken einen Punkt zwischen zwei vorhandene Punkte setzen.

Das erfordert übrigens sich vorzustellen, dass die Punkte selbst immer weniger Raum einnehmen. Sie müssen selbst immer kleiner werden, um zwischen die vorhandenen Punkte zu passen. Bis sie – nur scheinbar – Null werden. Doch die Unendlichkeit des Infinitesimalen geht weiter, jenseits der Null sind Welten!

Die Unendlichkeit des Kreises als spirituelles Symbol

Wie schon gesagt ist der Kreis ebenso ein Symbol für Gott. Denn Gott und diese uns rätselhafte Unendlichkeit aus der alles kommt, dieser Raum der unbegrenzten Möglichkeiten, ist ein-und dasselbe.

Oft wird dieses Symbol dargestellt mit einem Punkt in der Mitte. Der Punkt in der Mitte ist der Mensch. Er ist das Element, das innerhalb der Unendlichkeit als ein Teil existiert. Der Mensch kann nicht ohne Unendlichkeit sein, sie umgibt ihn, durchdringt ihn. Und die Unendlichkeit kommt auf rätselhafte Weise aus dem Menschen.

Der Punkt in der Mitte ist raumlos. Warum raumlos? Weil sonst eine begrenzte Zahl an Punkten den Kreis völlig ausfüllen würde – er wäre nicht mehr unendlich in seinem Flächeninhalt, und als Symbol für Unendlichkeit untauglich.

Die Unendlichkeit jedes Objektes

Was wir über den Kreis sagten, lässt sich über jedes Objekt sagen. Um jedes Objekt herum können wir unseren Finger kreisen lassen, solange es uns nur möglich ist, und wir werden nur eins erfahren: die eigene Endlichkeit.

Jedes Objekt, sei es nun eine Kaffeetasse, ein anderer Mensch, ein Planet oder ein Sandkorn, können wir uns als eine nicht zu begrenzende Anzahl von Punkten, von Unterobjekten, von „kleinsten Teilchen“ (Atomen) vorstellen, die es ausmachen, die es wie eine Hülle umgeben, oder die es ausfüllen. Genau so, wie wir uns das Universum vorstellen: Als eine Summe von Teilen – von der wir schließlich doch begreifen, dass es keine Summe ist.

Die Unendlichkeit des Ich

Die Unendlichkeit findet man natürlich auch in sich selbst – vielleicht ist das sogar am allereinfachsten. Im Ich. Was ist das Ich? Beginnen Sie, es zu beschreiben, und Sie werden nie fertig, die Aspekte, die zu dem Ich gehören, aufzuzählen. Das Ich ist scheinbar nur ein kleines Wort, ein einzelnes Wort. So wie das All. Aber wie viel gehört dazu? Wie viele Dinge braucht es, das Ich zu beschreiben; Dinge, die das Ich formen, die das Ich umgeben, die das Ich tut, die das Ich sagt?

Ich sagte, in der Betrachtung des Kreissymbols, dass der Punkt in der Mitte, der in der Symbolistik den Menschen darstellt, raumlos ist. Warum raumlos?

Weil das Ich, weil der Mensch, nur scheinbar ein abgeschlossenes Objekt ist, das sich mit einem einfachen und eindeutigen Namen benennen lässt. Denn im Grunde ist er ebenso wenig fassbar, wie irgendein Ding, irgendein Objekt. Wenn man ihm einen eindeutigen Platz, einen endgültig definierten Raum zuwiese, hätte man bereits etwas falsch gemacht. Das Ich, der Mensch, lässt sich in einem wohlverstanden spirituellen Sinn nicht denken, wenn man ihn völlig abgrenzen will. Sondern in ihm ist die Unendlichkeit Gottes, so wie in jedem Ding Gottes Unendlichkeit ist.

Die Unendlichkeit des Lebens

Die Entdeckung der Unendlichkeit - die Unendlichkeit des Lebens [SPID 4669]Können Sie die Unendlichkeit der Ideen und Gedanken sehen? Der Dinge, die das Leben sind – und des Lebens, das dinghaft ist?

Der alte Baum, der nun tot ist, endete scheinbar. Doch seine Existenz ist jetzt in einer Fülle anderer Existenzen, anderer Ideen. Seine Stoffe werden zu den Stoffen der Erde, aus denen wieder andere Ideen wachsen – andere Pflanzen, andere Dinge. Andere Dinge, die wir „tot“ nennen – doch was ist tot in Gottes Welt der Ideen? Ideen sind niemals tot.

Die Existenz des Baumes ist jetzt die Existenz eines Ameisenheeres. Auch eine Existenz als Pilz, der nur scheinbar ein ganz eigenes Leben hat – doch es ist ein kontinuierlicher Strom, der aus dem Baum hervorgeht – und man bedenke: aus dem auch der Baum selbst hervorging. Nichts endet wirklich; die Fülle der Formen ist unbegrenzt, sie gehen nahtlos ineinander über. Und, nicht vergessen: wir sind ein Teil davon – wir betrachten es nicht „von außen“! Jede Idee, auch wir selbst, ist der Ausgangspunkt und Bedingung für weitere Ideen, in einem unendlichen Zirkelschluss.

Die Unendlichkeit der Sichtweisen

Denken wir an irgendeinen Begriff – denken wir an einen Tisch, zum Beispiel. Der Tisch, wenn wir ihn stehen sehen, kommt uns wie ein ganz eigenes, eindeutiges Objekt vor, das man nicht anders sehen könne.

Doch aus jeder anderen Sicht muss der Tisch ein wenig anders erscheinen, es gibt in der Raumzeit keine zwei völlig gleichen Perspektiven. Der Inbegriff der Mehrzahl – das ist die Unterschiedlichkeit, die wir in der materialistischen Weltsicht als die „Verschiedenheit der Perspektive in der Sicht auf dasselbe“ ansehen.

Wem das nun nicht als besonders gelungenes Beispiel erscheint, weil die Geringfügigkeit der Verschiedenheit nicht wirklich begründet, wo hier die Unendlichkeit sei … es sei ja doch immer noch dasselbe Objekt …. Die Perspektiven auf ein Objekt kann man sich als drastisch abweichender vorstellen, man muss sich allerdings die Mühe machen, auch wirklich abweichende Sichtweisen zu imaginieren.

Das ist dem Materialisten gemeinhin nicht gegeben, denn seiner (eigentlich unbegreiflichen) Auffassung zufolge, hat „der Mensch“ die einzig gültige Weltsicht. Denn er sei so klug.

Stellen wir uns dennoch einen Holzwurm vor – er würde den Tisch als eine Behausung begreifen. An dem Tisch, den wir kennen, müsste ihm nichts bekannt vorkommen. Weder unsere Auffassung von der stofflichen Art, noch der räumlichen Beschaffenheit des Tisches, müsste er teilen. Damit wir die Auffassung des Holzwurmes als relevant für unseren hohen Geist ansehen können, stellen wir uns vor, es handele sich um einen außerirdischen, sehr vernunftbegabten Holzwurm. (Doch … wozu in die Ferne schweifen? Ersatzweise können wir auch annehmen, der irdische Holzwurm habe irgendeine Art Vernunft – nur eben keine Vernunft menschlichen Zuschnitts, weshalb wir ja über dessen Vernunft auch keinerlei Aussage treffen können. Denken wir einfach, im Holzwurm sei die Vernunft Gottes – so wie in jedem Ding und jedem Geschöpf.)

Die Unendlichkeit der selbstreferenziellen Gedanken

Die Gedanken führen auf sich selbst zurück, weil das Ich nichts begreifen kann, wenn nicht mit den Begriffen, die es schon hat. Daher ist jeder Gedanke, den wir fassen können bedingt durch die Gedanken, die wir schon dachten. Wir können nichts beschreiben, wenn nicht  durch den Vergleich mit Bekanntem. Wir kommen daher auch hier wieder auf den unendlichen Selbstbezug des Kreises, bei dem man mit jedem Fingerkreisen einerseits dort ankommt, wo man begann. Andererseits ist jedes Fingerkreisen einzigartig, denn es gibt keine zwei „selben“ Punkte in der Raumzeit.

Was das Eine vom Anderen trennt ist der Unterschied – der Unterschied kann niemals „völlig gleich“ sein, denn das wäre das Ende des Einen, das sich vom Anderen unterscheiden muss, ums selbst Existenz zu erhalten.

Die Entdeckung: Englands Küste ist unendlich lang!

Mancher kennt das Paradox, demzufolge die Küste Englands immer länger wird, je genauer man misst. (Dasselbe Denkmodell lässt sich übrigens auf jeden Gegenstand anwenden … Englands Küste ist nur ein Beispiel für etwas sehr Allgemeingültiges)

Die Küste Englands ist definiert durch eine Küstenlinie, die England eingrenzt und umhüllt. Sandstrände. Doch überlegt man genauer, ist Englands Küste eigentlich definiert durch einzelne Sandstrände mit ganz unregelmäßigen Formen, durch viele kleine Buchten. Noch genauer überlegt liegen größere und kleinere Steine an den Stränden, schließlich könnte man auch sagen, es sind Sandkörner, die die Sandstrände der Küste formen …

Man kann die Küste Englands messen, indem man mit einem kilometerlangen „Zollstock“ die Länge abgeht und die große Küstenlinie abmisst. Oder, indem man jede Bucht, jeden Hafen, mit einem kleinen Zollstock genau ausmisst. Dann ist die Küstenlänge viel größer. Man kann diese Methode gedanklich immer weiter treiben. Man kann um jedes Sandkorn, das von Wasser umspült wird, mit einem ins unendlich Kleine gehenden Zollstock herum messen. Und man wird, in die Welt der immer kleiner werdenden Teilchen gelangend, eine beliebig lange Küstenlänge messen. Unendlich.

Wir sind beim selben Paradox, von dem wir auch sprachen, als wir von der Unendlichkeit des Alls redeten. Dieses Paradox lässt sich innerhalb der materialistischen Sichtweise nicht auflösen. Das All ist nicht die Summe von Teilen. Die Küste Englands ist nicht die Summe des Umfangs unendlich klein werdender Teile, nicht die Summe von Sandkörnern, die von Wasser umspült werden. Und auch nicht die Summe von Atomen und Subatomen, die die Sandkörner bilden.

Die Küste Englands ist eine Idee – ist eine Sichtweise. Eine Möglichkeit.

Infinitesimalrechnung

Mancher wird sich fragen, warum dann wohl mit der Infinitesimalrechnung der Umfang und der Flächeninhalt geometrischer Figuren sehr genau bestimmt werden kann? Die Infinitesimalrechnung geht doch ins unendlich Kleine, warum kommt dann niemals „Unendlich“ als Ergebnis der Infinitesimalrechnung zustande, wenn beispielsweise der Umfang eines Kreises, oder eine Küstenlänge, bestimmt wird?

Weil die Infinitesimalrechnung unseren Blick nachformt, der selbst bereits eine Abstraktion Gottes ist. Die Infinitesimalrechnung formt unser Denken nach – bildet nicht wirklich etwas Äußerliches ab, so wie wir uns das in der materialistischen Weltsicht vorstellten. Um auf das Beispiel von Englands Küste zurückzukommen: Das ist so ähnlich, als wenn wir mit einem Maßband, das durch seine Form und Struktur begrenzt ist, um die Küste Englands herum messen. So ein Maßband kann niemals jedes Sandkorn erfassen. Dafür bräuchten wir ein anderes Maßband. Die Infinitesimalrechnung ist so ein Maßband, das eine bestimmte Form annimmt, indem man mit ihr rechnet. Diese Form ermöglicht eine ganz bestimmte Form der Berechnung, eine bestimmte Sichtweise. Doch sie schließt eine Unendlichkeit an Sichtweisen gleichzeitig aus, begrenzt die Möglichkeiten anderer Sichtweisen. Erst wenn wir die Infinitesimalrechnung auf jedes Sandkorn anwenden würden, kämen wir zu einem anderen Ergebnis – doch das wäre verbunden mit einer anderen Weltsicht.

Was uns die Infinitesimalrechnung zeigt: Der ewige Zirkelschluss der Ideen, ihr Selbstbezug, bringt unsere Welt hervor. Die Art und Weise des Sehens bestimmt, was man sehen kann.

Der offensichtliche Widerspruch zwischen dem Paradox von Englands Küste, das ist der Widerspruch zwischen dem Sehen eines Dinges und der Feststellung, dass in diesem Ding Unendlichkeit ist. Das ist der Widerspruch zwischen unserer scheinbar so eindeutigen Sicht auf die Dinge, und der Erkenntnis, dass wir kein Ende finden können. Das ist der Widerspruch zwischen der Zahl Eins und dem Finden, dass wir die Eins bis in die Unendlichkeit aufteilen können … und erhalten immer wieder Eins. Ein Ding.

Das ist kein mathematisch auflösbarer Widerspruch! Sondern dieser Widerspruch, dieses Paradox, ist nur weltanschaulich auflösbar.

Die Entdeckung der Unendlichkeit in der Semantik

Ein sehr praktisches Beispiel ist es, wenn man sich die Welt als eine semantische Welt aus Begriffen denkt. Letztlich gibt es keinen Grund dies nicht so zu sehen, denn was wir über die Welt wissen, was wir über die Welt sagen können, drücken wir in Sprache aus, und unterliegen somit den Regeln der Semantik. Ein Wort gewinnt seine Bedeutung durch ein anderes Wort. Es gibt in dieser Kette der Bezüge kein Ende – Jedes Ding hat seine Wurzel im Unendlichen.

Denken wir an den Tisch, seine Kausalitäten, seinen Sinn, sein Ziel … Wenn uns jemand fragt, was ein Tisch ist, dann brauchen wir die Begriffe Holz, Stuhl, vielleicht Essen. Und so weiter. Jeder dieser anderen Begriffe ist wie ein Planet umgeben von weiteren Begriffen, die ihn wiederum erklären, begründen, ermöglichen. Man könnte diese Begriffe wie Objekte eines Universums sehen. Wir finden kein Ende dieses Universums. Die Objekte (Begriffe) erzeugen den Raum des Universums. Das Universum ist ein Raum, in dem universell alle Objekte sind.

Einen Raum ohne Objekte gibt es nicht. Ein Objekt, das nicht beobachtet wird, dem also nicht ein anderes Objekt gegenübersteht, gibt es nicht.

Denken wir uns den Tisch einfach als Teil des materialistischen Weltbildes … auch hier passiert das Gleiche, wenn wir den Tisch begründen wollen .. wir verlieren uns in der Unendlichkeit der Kausalitäten. Sie haben keinen Anfang und kein Ende. Letztlich geht der Tisch auf den Urknall zurück – doch der Urknall ist uns nicht wirklich ein end-gültiger Grund, sondern lediglich ein Paradox. Was war vor dem Urknall? Etwas, z.B. ein Urknall, kann doch nicht aus Nichts kommen (oder doch?)! Was löste den Urknall aus, aus welcher Notwendigkeit ergab er sich? Nichts hindert uns, außer unserer eigenen Begrenztheit, die Gründe für den Tisch weiterzudenken, über den Urknall hinaus, vor den Urknall zurück.

Die Unendlichkeit des Wortes „unendlich“

Die Unendlichkeit lässt sich auch sehr schön am Wort Unendlichkeit zeigen. Das Wort Unendlichkeit ist ein einzelnes Wort. So wie der Kreis eine scheinbar ganz einfache Figur ist. Ebenso die liegende Acht. Ebenso wie jedes Ding. Doch das Wort unendlich ist uns paradox, ist uns rätselhaft, ist uns unbegreiflich.

Es ist nur ein einfaches Wort. „Natürlich ist das Weltall unendlich.“ – wie leicht lässt sich das sagen! Wie leicht lässt sich das Wort schreiben. Wie leicht lässt sich ein  Foto des unendlichen Alls machen. Wir rechnen mit dem Unendlichen. X mal unendlich ist unendlich. Ein mögliches Ereignis in einem unendlichen Raum ist ein sicheres Ereignis. In einer unendlichen Raumzeit ist ein Affe, der Krieg und Frieden von Tolstoi aufschreibt, ein sicheres Ereignis. Eigentlich muss man sagen: eine Unendlichkeit literaturbeflissener Affen sind in einer unendlichen Raumzeit ein sicheres Ereignis.

Das Wort Unendlichkeit ist scheinbar einfach, scheinbar endlich, doch liegt darin in Wirklichkeit eine Unendlichkeit an Fragen und Sichtweisen.

Die Unendlichkeit meiner Beispiele

Schließlich und „endlich“ spüre ich die Unendlichkeit, indem ich diese Aufzählung aufschreibe. Ich könnte ewig so fortfahren, in dem ich die Unendlichkeit an jedem Ding, jeder Idee, jedem Wort, zeige. Doch was sind alle Dinge? Ich muss aufhören, denn ich selbst bin endlich, als Idee in einem nicht eingrenzbaren Kontinuum von Ideen. Als endliches Element einer Unendlichkeit.

Die Entdeckung der Unendlichkeit in allen Dingen was last modified: Februar 14th, 2017 by Henrik Geyer

„Objekthaftes Denken“ – was ist damit gemeint?

Wir sehen Objekte, wir reden über Objekte. Wir sehen den Baum, den Stuhl, den Stern.

Doch, in den Dingen ist Unendlichkeit. Nichts, das sich nicht auch anders sehen ließe. Nichts, das nicht auch einen ganz anderen Sinn haben könnte, als den, den wir gerade meinen. Also: Es gibt nichts, das nur in dem Sinn „da“ wäre, wie wir ihn in einem Augenblick sehen – man könnte auch sagen, dass jede Aussage, die man treffen kann, aus einer anderen Perspektive falsch ist. Wenn man so will bereits im nächsten Gedanken.

Auch das kleinste Ding hat seine Wurzel in der Unendlichkeit, ist also nicht völlig zu ergründen.
Wilhelm Busch

Alles steht im Zusammenhang. Alles ist nur durch etwas anderes begründbar. Nichts kann für sich allein stehen.

Und doch sehen wir die Dinge einzeln, so als hätten sie im Moment, da wir sie sehen, nur diesen einen Aspekt – und mit nichts anderem zu tun! Und dieses rätselhafte, nicht weiter begründbare Phänomen, nenne ich „objekthaftes Denken“. Denn wir sehen Objekte, wo diese in ihrer vorgestellten Abgeschlossenheit, eigentlich nicht „sind“.

Ich sehe den Ausdruck „objekthaftes Denken“ einfach als Symbol der Anerkenntnis, dass viele die Unendlichkeit in den Dingen wohl wahrnehmen, wohl sehen können, und dennoch nicht aus ihrer Haut können, zu glauben, die Dinge seien einfach auf eine eindeutige Weise „da“, es gäbe sie exakt definiert in einem Außen, etc..

Als Beispiele für die Anerkenntnis der Unendlichkeit in den Dingen, gleichzeitig das Übergehen der sich daraus ergebenden Fragen und die Rückkehr zur materialistischen Sichtweise, habe ich oft Kant genannt, mit seiner unlösbaren Frage nach den „Dingen an sich“, oder David Hume (1711-1776), der formulierte, dass sich der Glaube an eine Außenwelt nicht durch rationale Begründungen stützen lasse. Dennoch könne der Mensch nicht umhin, als an die Existenz der Außenwelt zu glauben. Die Natur, so Hume, habe uns hierin keine Wahl gelassen.
Zur Erläuterung: Die Zweifel an der „Existenz einer Außenwelt“ kommen eben gerade durch das Begreifen dieser Unendlichkeit in den Dingen zustande, und der Wahrnehmung, dass der individuelle Eindruck „von den Dingen“ und die Dinge selbst, ein- und dasselbe sind. Inwiefern, so fragte sich eben auch Hume, muss es daher vom Wahrnehmenden, dem Subjekt, abgetrennte Gegenstände der Wahrnehmung, Objekte, geben?

Den Begriff „objekthaftes Denken“ kann man also einfach als die Feststellung der Tatsache ansehen, dass es uns nicht gegeben ist, die Unendlichkeit der Objekte zu sehen, sondern jeweils immer nur einen Aspekt – wie der Spirealismus sagt: einen schöpferischen, einzigartigen Aspekt. Denn den Menschen sieht der Spirealismus als Element der Schöpfung, nicht als Beobachter der Schöpfung. Was aus dem Menschen hervorgeht ist Kreation, nicht die Widerspiegelung einer festen Äußerlichkeit (Materie).

Was ist objekthaftes Denken? Ein Beispiel

Wie sich konkret „objekthaftes Denken“ darstellt, ist in einem Beispiel schwer wiederzugeben, denn es ist eher eine Denkgewohnheit, die man erlernen muss, so dass man die Unendlichkeit in den Dingen sehen kann, und somit auch weiß, was genau mit „objekthaftem Denken“ gemeint ist. Dennoch ein Beispiel, von dem ich hoffe, dass es einigermaßen anschaulich ist.

Erstes Beispiel

Denken wir an irgendeinen Begriff – denken wir an einen Tisch, zum Beispiel. Der Tisch, wenn wir ihn stehen sehen, kommt uns wie ein ganz eigenes, eindeutiges Objekt vor, das man nicht anders sehen könne.

Doch aus jeder anderen Sicht muss der Tisch ein wenig anders erscheinen, es gibt in der Raumzeit keine zwei völlig gleichen Perspektiven. Der Inbegriff der Mehrzahl – das ist die Unterschiedlichkeit, die wir in der materialistischen Weltsicht als die „Verschiedenheit der Perspektive in der Sicht auf dasselbe“ ansehen.

Wem das nun nicht als besonders gelungenes Beispiel erscheint, weil die Geringfügigkeit der Verschiedenheit nicht wirklich begründet, wo hier die Unendlichkeit sei … es sei ja doch immer noch dasselbe Objekt …. Die Perspektiven auf ein Objekt kann man sich als drastisch abweichender vorstellen, man muss sich allerdings die Mühe machen, auch wirklich abweichende Sichtweisen zu imaginieren.

Das ist dem Materialisten gemeinhin nicht gegeben, denn seiner (eigentlich unbegreiflichen) Auffassung zufolge, hat „der Mensch“ die einzig gültige Weltsicht. Denn er sei so klug.

Stellen wir uns dennoch einen Holzwurm vor – er würde den Tisch als eine Behausung begreifen. An dem Tisch, den wir kennen, müsste ihm nichts bekannt vorkommen. Weder unsere Auffassung von der stofflichen Art, noch der räumlichen Beschaffenheit des Tisches, müsste er teilen. Damit wir die Auffassung des Holzwurmes als relevant für unseren hohen Geist ansehen können, stellen wir uns vor, es handele sich um einen außerirdischen, sehr vernunftbegabten Holzwurm. (Doch … wozu in die Ferne schweifen? Ersatzweise können wir auch annehmen, der irdische Holzwurm habe irgendeine Art Vernunft – nur eben keine Vernunft menschlichen Zuschnitts, weshalb wir ja über dessen Vernunft auch keinerlei Aussage treffen können. Denken wir einfach, im Holzwurm sei die Vernunft Gottes – so wie in jedem Ding und jedem Geschöpf.)

Zweites Beispiel

Ein sehr praktisches Beispiel ist es, wenn man sich die Welt als eine semantische Welt aus Begriffen denkt. Letztlich gibt es keinen Grund dies nicht so zu sehen, denn was wir über die Welt wissen, was wir über die Welt sagen können, drücken wir in Sprache aus, und unterliegen somit den Regeln der Semantik. Ein Wort gewinnt seine Bedeutung durch ein anderes Wort. Es gibt in dieser Kette der Bezüge kein Ende – Jedes Ding hat seine Wurzel im Unendlichen.

Denken wir an den Tisch, seine Kausalitäten, seinen Sinn, sein Ziel … Wenn uns jemand fragt, was ein Tisch ist, dann brauchen wir die Begriffe Holz, Stuhl, vielleicht Essen. Und so weiter. Jeder dieser anderen Begriffe ist wie ein Planet umgeben von weiteren Begriffen, die ihn wiederum erklären, begründen, ermöglichen. Man könnte diese Begriffe wie Objekte eines Universums sehen. Wir finden kein Ende dieses Universums. Die Objekte (Begriffe) erzeugen den Raum des Universums. Das Universum ist ein Raum, in dem universell alle Objekte sind.

Einen Raum ohne Objekte gibt es nicht. Ein Objekt, das nicht beobachtet wird, dem also nicht ein anderes Objekt gegenübersteht, gibt es nicht.

Denken wir uns den Tisch einfach als Teil des materialistischen Weltbildes … auch hier passiert das Gleiche, wenn wir den Tisch begründen wollen .. wir verlieren uns in der Unendlichkeit der Kausalitäten. Sie haben keinen Anfang und kein Ende. Letztlich geht der Tisch auf den Urknall zurück – doch der Urknall ist uns nicht wirklich ein end-gültiger Grund, sondern lediglich ein Paradox. Was war vor dem Urknall? Etwas, z.B. ein Urknall, kann doch nicht aus Nichts kommen (oder doch?)! Was löste den Urknall aus, aus welcher Notwendigkeit ergab er sich? Nichts hindert uns, außer unserer eigenen Begrenztheit, die Gründe für den Tisch weiterzudenken, über den Urknall hinaus, vor den Urknall zurück.

Kann es nicht-objekthaftes Denken geben?

Der Begriff objekthaftes Denken ist nicht als Gegensatz zu einem irgendwie anderen Denken gedacht, etwa einem „richtigen“ Denken, oder Ähnlichem.

Ob es ein Denken geben kann, das diese Paradoxie überwindet, kann man nicht sagen. Aus dem Blickwinkel des menschlichen Denkens erscheint das nicht so. Jedoch kann ja auch niemand, dessen Natur es ist, mit den Augen eines Menschen zu sehen, mit den Augen eines Nichtmenschen sehen.

Die Form des Denkens, die der Vorstellung am nächsten kommt, das objekthafte Denken zu überwinden, ist der Spirealismus, oder sind relativistische Vorstellungen, oder ist die Vorstellungswelt des Zen-Buddhismus. Doch es läuft letztlich auf ein Zur-Kenntnis-Nehmen der Tatsache objekthaften Denkens hinaus – das Sehen-Können, dass „die Welt“ eine Welt der zehntausend Namen ist. Es bedeutet, diese Tatsache so oft wie möglich, in möglichst vielen Gedanken, mitschwingen zu lassen, bedeutet, es als fundamentales Wissen anzuerkennen.

Damit ist nicht gesagt, man käme umhin, die „Dinge der Welt“ anzusehen, um sich vollständig aus der Objekthaftigkeit zu lösen.

Siehe auch: Artikel Was besagt der Begriff Lichtwesen?

Ähnliches Thema: Die Ontologie des Materialismus

„Objekthaftes Denken“ – was ist damit gemeint? was last modified: Februar 10th, 2017 by Henrik Geyer

Kann „bodenloser“ Relativismus eine plausible Position sein?

Spirealismus - Was ist Relativismus? [SPID 4667]

Auf diesem Blog erläutere ich häufig die Grundgedanken meiner Philosophie, des Spirealismus. Der Spirealismus läuft darauf hinaus, den hermetischen Grundgedanken „Alles ist Geist“ weiter zu verfolgen, ihn zu formulieren und in seinen uns zugänglichen Aspekten zu beleuchten. Man könnte diesen Ansatz auch so formulieren: „Der Gedanke ist der Inbegriff der Existenz.“ Man findet diesen Ansatz in ganz verschiedenen Philosophien, in ganz verschiedenen Bühnenstücken, Büchern, Sichtweisen, Filmen, Worten, man findet ihn in der Geschichte. Man denke an Die Welt als Wille und Vorstellung von Schopenhauer, oder an das, was man Subjektivismus nennt. Oder an das, was man Konstruktivismus nennt.

All das ist im Grunde gar nicht sehr verschieden, sondern geht stets von der Überlegung aus, dass es nichts geben kann, das nicht gedacht wird. Und es läuft auf die, ganz auf dieser Argumentationslinie liegende, Beobachtung hinaus, dass es nichts gibt, das in einer endgültigen Weise wahrnehmbar ist. Alles hat unendliche Aspekte, alles entwickelt sich, der Gedanke des Jetzt ist der  Abglanz eines anderen Gedankens der Erinnerung, aber nie genau derselbe.

All das verbindet sich, wohldurchdacht, schließlich zu dem Extrakt: „die Welt“ gibt es nicht. Sondern es gibt, als die Urform der Existenz, viele Bilder einer Welt. In ihrer Verbindung, aber auch ihrer Verschiedenheit, entsteht das, was wir in der materialistischen Weltsicht „die Welt“ nennen, so als wäre es „in Wirklichkeit“ nur eine Welt, die, unabhängig von uns selbst, existierte. Doch ist nichts, was wir beobachten können, unabhängig von uns. Nichts können wir sagen oder sonstwie ausdrücken, was nicht den Charakter des Schöpferischen hätte. Wir selbst sind, indem wir da sind, Teil der Schöpfung und auf diese Weise schöpferisch. Nichts können wir begreifen, was eine exakte Spiegelung von etwas anderem wäre. Weil alles relativ ist. Und weil der Mensch selbst relatives Teil einer Relation ist – er ist Element der Schöpfung, nicht Beobachter der Schöpfung. Das ist Spirealismus.

Ist Relativismus möglich?

Nun findet man in der Kritik des Relativismus zunächst stets folgende Aussage: Es sei einfach nicht möglich. Denn man habe ja eine feste Außenwelt vor sich, diese könne man sehen. 

Ich möchte an dieser Stelle in nur wenigen Worten auf diese Aussage eingehen.

Erstens: Die bloße Behauptung, etwas könne nicht sein, weil es nicht vorstellbar sei, ist kaum sinnvoll zu widerlegen. Gerade der Spirealismus behauptet nicht, der individuelle Mensch könne sich alles vorstellen! Vielmehr ist dies eine durch nichts zu belegende grundsätzliche Sichtweise und Behauptung, die aus der materialistischen Weltsicht resultiert – sie geht davon aus, der Mensch beobachte eine von ihm unabhängige Außenwelt … also alle dasselbe; und, der Geist sei frei, alles zu beobachten / wahrzunehmen. Lediglich die Möglichkeiten der Materie seien begrenzt.

Nein, vielmehr sieht man (z.B. in der oben genannten Argumentation!), dass der einzelne Mensch nur das wahrnehmen kann, was die Tiefe seines Geistes, was seine Phantasie, auch zulässt.

In der materialistischen Weltsicht versteht man eine Wahrnehmung als etwas ganz Objektives … dies eben ist es gerade, was der Spirealismus bestreitet. Was also jemand nicht im Geiste beobachten kann – beispielsweise, weil das spirituelle Rüstzeug fehlt, oder nenne man es das weltanschauliche Rüstzeug, oder man sagt, dass es die eigene seelische Entfremdung unmöglich macht – das existiert für denjenigen auch nicht. Wie sollte man mit jemandem sinnvoll über etwas sprechen, das er nicht wahrnehmen kann und dessen Existenz sich ihm nicht zeigt?

Zweitens liegt es in der Systematik des Spirealismus (aber natürlich nicht des Materialismus!), dass es dieselbe Welt, dasselbe Universum (Ich-Universum) nicht zweimal gibt. Somit hält es der Spirealismus, und wohl auch jeder Relativismus, für ausgeschlossen, dass sich eine spezifische Welt aus jeder anderen Weltsicht betrachten ließe. Jede Welt ist von jeder anderen verschieden, und je verschiedener die Welten der Vorstellungen sind, desto unbegreiflicher erscheinen sie untereinander. Denn, das ist es ja gerade, was die Welten anders macht: der Unterschied. Im Gegenteil, die Weltsicht des einen Menschen schließt die Weltsicht eines anderen geradezu aus, kann sie nicht „inkludieren“. Materialistisch-praktisch ließe sich formulieren, dass nicht wirklich ein Mensch die Position eines anderen einnehmen kann, auch wenn es eine ganz gängige Vorstellung ist, sich „an die Stelle eines anderen zu versetzen“, etc.. Ebenso wenig gibt es wirklich zwei „selbe“ Dinge – dasselbe ist immer nur eins. Es gibt in der Mehrzahl nur Gleiches. Und, was die Mehrzahl hervorbringt, ist die Unterschiedlichkeit. Der Mensch, als Element der Schöpfung, unterliegt dieser Unterschiedlichkeit, kann sie nur partiell überwinden, durch Ähnlichkeit.

Aus der materialistischen Weltsicht heraus kann die relativistische unmöglich beobachtet werden, denn der Materialismus glaubt ja, als Grundvoraussetzung(!), man würde stets über dieselbe Welt sprechen – nur die Worte seien verschieden. Wie kann also aus materialistischer Sicht ein Relativismus wahrnehmbar und begreifbar werden? Um das noch einmal an einem anderen Beispiel bildhaft zu machen: Aus der Sichtweise eines Atheismus kann nicht über die innerlichen Phänomene religiösen Glaubens gesprochen werden – wie Jesus es ausdrückte: „Gottes Reich ist inwendig, im Außen ist es nicht sichtbar!“ Das „Außen“ ist z.B. auch der Beobachter, der die inwendige Sichtweise, von der die Rede ist, nicht einmal annäherungsweise hat.

 

Ich nannte es einmal einen Lernprozess, dass einem die Unendlichkeit in den Dingen sichtbar wird, und der Spirealismus, oder auch ein Relativismus, begreifbar wird. Es ist ein Lernprozess – wie man auch die Wissenschaft der Biologie erlernen kann. Ohne das Lernen von Biologie ist die Unterhaltung mit einem Biologen wenig sinnvoll. Doch umgekehrt besteht keine Notwendigkeit dafür, Biologe zu sein, um am Leben zu sein und ein bestimmtes Weltbild zu haben. Man muss in diesem Fall aber feststellen, dass das, worüber der Biologe spricht, für den Nichtbiologen erst einmal nicht existiert. Die Welten der Verständnisses und der möglichen Wahrnehmungen treffen sich nicht.

Ist Relativismus sinnvoll?

Ich wollte aber insbesondere eine Frage besprechen: Kann ein solcher „bodenloser“ Relativismus sinnvoll sein?

Ich möchte diese Frage in zwei Aspekte teilen.

Erstens: Was ist sinnvoll? Wie sinnvoll muss Philosophie sein?

Die Aufgabe der Philosophie ist es, möglichst fundamentale Wahrheiten über den Kosmos zu formulieren. Die Aufgabe der Philosophie ist es, Weltsichten hervorzubringen und zu begründen.

Die Aufgabe der Philosophie ist es somit, Wahrheiten allgemeinster Art zu formulieren. In einer relativistischen Weltsicht ist auch „die Wahrheit“ nichts Festes, nur eine Relation, und eine wahre Aussage kann nur wahrer (zutreffender) sein, als eine andere. So verstanden ist es die Forderung an den Relativismus, die kosmischen Erscheinungen treffender zu beschreiben, als es der Materialismus kann.

Aber: Die Aufgabe der Philosophie ist es nicht, jemandem, der ein bestimmtes Weltbild hat, sinnvoll zu erscheinen – sinnvoll im Sinne von folgerichtig oder nützlich. Denn das, was jemand für folgerichtig und nützlich hält, geht von dessen weltanschaulichen Prämissen aus. Die weltanschaulichen Prämissen wiederum werden von den Philosophen geformt – es wäre unzweckmäßig, sich in diesen Zirkelschluss zu begeben – kein brauchbares Resultat könnte dem entspringen.

 

Zweitens: Formen wir doch selbst eine Definition für die Sinnhaftigkeit von Philosophie, und prüfen den Sinn von Relativismus anhand dieser Definition! Was also wäre sinnvoll? Was wäre nützlich für das Verständnis der Menschen, in einem sehr fundamentalen Aspekt?

Wenn man sich die Welt als eine Entwicklung von etwas vorstellt (im Spirealismus wäre das die Entwicklung einer Idee), dann ist es sinnvoll, diese Entwicklung voranzubringen, die Idee auf ein neues Level zu heben, auf diese Weise weitere Entdeckungen zu ermöglichen, und die Möglichkeiten zu erweitern. Es wäre sinnvoll, die Universen des Denkens zu erweitern.

Das Gegebene ist heute der Materialismus, und, was uns veranlassen soll über den Materialismus mit seinen festen Objekten des Außen, mit seiner Materie, hinaus zu denken, das ist die Erfahrung im Alltäglichen, dass etwas an diesem Materialismus nicht stimmen kann. Der Relativismus entwickelt den Materialismus weiter, denn er bestreitet nicht dessen Möglichkeiten, schließt seine Festigkeiten mit ein.

Der Sinn des Relativismus ist gerade, dass er uns zeigen kann, dass die materialistische Vorstellung unseres Begreifens, falsch ist. Diese Vorstellung drückt sich zuallererst in dem Glauben aus, dass das, was es geben kann, das Reale, stets im Außen sichtbar sein müsse. Und eben dieser Glaube führt auf den Widerspruch zwischen Relativismus und Materialismus zurück – wieso kann ein Materialist keinen Relativismus wahrnehmen?

Natürlich lässt sich die Wahr-Nehmung des Relativismus nicht von jedem machen, sprich: nicht jeder kann es für wahr halten. Jedoch, das Kriterium der Wahrheit war noch nie, dass sie mit jeder geistigen Konstitution sichtbar sein müsse. Man denke beispielsweise an Einstein und seine hoch abstrakte Überlegung des Rittes auf einem Lichtteilchen, die ihn zu den Folgerungen der Relativitätstheorie führte. Wer kann dem geistig folgen – wer will es?

Und auch die Wahrnehmungen des Relativismus wird sich nicht mit jedem Denken machen lassen, insbesondere, wenn man sich von den Denkvoraussetzungen des Materialismus nicht lösen kann. Ich vergleiche das mit einem wissenschaftlichen Versuchsaufbau, in den einige Vorbereitung und einiger Grips einfließen muss, bevor er zu Stande kommen kann. In manche Versuche fließen Jahre an Vorbereitung, der Geist tausender Menschen, Unsummen an Geld. Nun anzunehmen, ein unvorbereiteter Geist könne jede Wahrnehmung machen, ist absurd. Wozu wohl widmen Mönche aller Konfessionen viele Jahre der Formung des Geistigen, wenn es so einfach wäre, das zu tun? Wozu wohl drücken Studenten einer Wissenschaft viele Jahre die Bänke der Hörsäle? Es gehört zu den Absurditäten der materialistischen Weltsicht, dass jeder Hans und Franz von sich meint, es könne nur das geben, was er auch wahrnehmen kann, man müsse es ihm zeigen können. Meint, er wisse über sein Denken bestens Bescheid und jenseits seiner Gedanken gäbe es kaum andere, sinnvolle.

Natürlich ist Relativismus, ist Spirealismus, denkbar und wahrnehmbar! Und viele kluge und beachtenswerte Menschen in der Geschichte und im Heute, dachten und denken so. Was man unternehmen muss, um Spirealismus zu denken, bzw. wahrzunehmen, das ist eine Schärfung der Sinne, ein Aufheben der Selbstentfremdung, ein Neudenken. Ein Überdenken des Verhältnisses der fundamentalsten Worte zueinander. Das ist zwar alles andere als einfach, das sei zugegeben, insbesondere, wenn man den Materialismus mit der Muttermilch aufgesogen hat. Doch es ist allemal machbar, sinnvoll und plausibel.

bodenloser Relativismus

Wenn die Kritiker des Relativismus, wenn Materialisten, von einem bodenlosen Relativismus sprechen, so ist dieser Ausdruck bildreich und zeigt recht gut das Problem. Während der Materialismus alle Erkenntnis an festen, außerhalb des Erkennenden liegenden, Fakten oder Objekten (Objektivität), festmachen möchte, spricht der Relativismus von Relationen, als der Basis der Existenz. Nichts Festes existiert, und kann daher auch nicht beobachtet werden. Dem Materialisten klingt dies wie: Man könne keine Aussagen treffen, weil Endgültiges in keiner Form existiert. Es klingt ihm wie Beliebigkeit, wie Wirrnis.

Und in der Tat ist es eine Folgerung des Relativismus / im Speziellen des Spirealismus, dass, je wahrer eine Aussage sein soll, je unspezifischer muss sie sein. Am Ende der Skala für alle Wahrheit, das Unspezifischste, das Allgemeinste, das in einem allgemeinsten Sinn Wahre – das ist eine nicht getroffene Aussage, das ist unser Nichtsein … zugleich die Quelle allen Seins. Das Nichtsein ist der unendliche Bereich des Möglichen, des jedoch nicht Realisierten. Es ist das Nichts, das im Spirealismus nicht die Abwesenheit von Etwas ist, sondern im ganz richtigen Sinn Nichts: nicht da, nicht denkbar, nicht erfassbar.

Insofern ist der Relativismus tatsächlich bodenlos – denn es gibt keine Ebene, auf der man sich für immer und ewig ausruhen könnte, keine letzte Wahrheit, und wie all die ungreifbaren und dennoch allgegenwärtigen materialistischen Vorstellungen heißen mögen.

Kann etwas Bodenloses Sinn haben?

Dennoch, auch wenn er bodenlos ist, hat Relativismus viel Sinn. Denn es lassen sich feste Aussagen treffen: Dass alles relativ ist, und man genau dies auch im Alltäglichsten feststellen kann, ist eine solche Aussage. Es ist eine ganz feste, und im vollumfänglichsten Sinn wahre Aussage. Eine Aussage, die nicht durch die Frage nach einem Sinn negiert werden kann.

Wenn dies also eine Wahrheit ist, dann kann man, von dieser Wahrheit ausgehend, zu vielen ganz neuen, faszinierenden, Ergebnissen gelangen, durchaus in einem wissenschaftlichen Sinn – dann nicht mehr innerhalb einer materialistischen Wissenschaft, sondern einer spirealistischen oder relativistischen Wissenschaft.

Relativismus auf die Füße gestellt

Und überhaupt sagt Relativismus, sagt Spirealismus, ja nicht, dass sich aus relativistischer Sichtweise keine Aussagen machen ließen. Natürlich lassen sich Aussagen machen. Der Spirealismus sieht nur eben den Menschen als Schöpfer von etwas Konkretem an – der Mensch liest nicht die Schöpfung von einem Außen ab. Er selbst ist Element der Schöpfung, und seine „Sicht der Dinge“ ist einzigartig und schöpferisch. Man sieht sofort, das diese Formulierung anders und besser klingt, als die defätistisch-unerfreuliche Auskunft, man könne keine gültigen Aussagen treffen. Doch, man kann Aussagen treffen; diese stimmen auch und sind gültig, und zwar für denjenigen, der sie macht. Es ist geradezu die Funktion des Menschen, innerhalb des kosmischen Kontinuums, dass in ihm konkrete Welten entstehen; dass in ihm aus der Beliebigkeit Festes entsteht.

Sinn des Relativismus – im Bereich der Wissenschaft

Zu welchen Ergebnissen die spirealistische Wissenschaft kommen kann, kann von der Position des Jetzt, kann von einem Einzelnen (mir), nicht gesagt werden, ebenso wenig, wie aus der Perspektive der griechischen Antike ermessbar ist, zu welchen Höhen (und Tiefen) es die materialistische Sichtweise einmal bringen würde. Ich würde aber erwarten, dass der Spirealismus, oder eine andere Form relativistischer Weltsicht, fundamentale und großartige Entdeckungen und Entwicklungen möglich machen würden, jenseits dessen, was im Moment möglich erscheint. Meine Erwartung ginge in die Richtung, dass Intuition, dass Phantasie und Zufall, dass Suggestion und Telepathie, zu festen Größen der wissenschaftlichen Weiterentwicklung werden.

Die Wissenschaft der Psychologie könnte mit anderen Wissenschaften verschmelzen, und würde neue und ungeahnte Möglichkeiten hervorbringen.

Sinn des Relativismus – im Bereich des Persönlichen, der Gesundheit, der Selbstfindung

Es gibt aber auch einen Bereich relativistischen Denkens, der, auch in der heutigen Zeit, aus gutem Grund gegangen wird, weil es ein nützlicher und heilender Weg ist. Und das ist der Weg der Spiritualität, der Esoterik, des religiösen Glaubens, etc..

Die Qualität dieser Denkrichtungen möchte ich im Einzelnen nicht beurteilen, ich denke, es hängt sehr davon ab, welche konkrete Person sich einer dieser Denkrichtungen zuneigt. Man muss auch beachten, dass viele Vertreter ganz populärer spiritueller Sichtweisen eine Art materialistische Spiritualität propagieren, die, weil sie sich ganz dem materialistischen Gedankengut widmet, gar nicht mehr im eigentlichen Sinn spirituell genannt werden kann.

Denken wir an spirituelle Praktiken, die den Namen verdienen: das Gemeinsame solcher Denkrichtungen ist stets, sie dem Menschen sagen: „Was du glaubst ist deine Welt! Dies wissend, kannst du deinen Glauben formen. Und du gelangst in eine andere Welt.“ Wer also sagt, dass sich die individuelle Welt wirkungsvoll durch Arbeit am Glauben manipulieren ließe, der verfolgt einen relativistischen Gedanken – denn es ist zutiefst relativistisch, besser spirealistisch, die Welt(en) als durch das Geistige entstehend, als eine Funktion des Geistigen, anzusehen.

 

Und wenn nun jemand fragt, was bei Materialisten häufig der Fall ist, welchen Nutzen es hat spirituell zu sein, welchen Sinn ein Klosterleben hat, oder, was es konkret bringt, an Gott zu glauben, dann würde ich sagen, der Sinn und der Nutzen, den jeder erst begreift, wenn er sich diesen Wegen hingibt, ist: geistige Gesundung, Kraft finden, zu sich selbst finden. Der große Nutzen liegt im Begreifen der Relativität – bei manch eingefleischtem Materialisten führt das z.B. dazu, dass er nicht mehr die Überwindung seiner materialistischen Probleme erhofft, sondern dass diese für ihn überwunden sind, indem sie sich ihm nicht mehr als Problem darstellen.

Sinn des Relativismus – Überwindung der materialistischen Paradoxien

Die materialistischen Paradoxien, unsere Vorstellung einer endgültigen Wahrheit, einer Fortentwicklung des Universums auf einen Endpunkt hin, unsere materialistische Vorstellung von Unendlichkeit könnte überwunden werden und in eine weitaus treffendere, und sicher auch nutzbringendere, Vorstellung überführt werden.

Sinn des Relativismus – für die Gesellschaft

So wie man das menschliche Individuum als existent in einer Relation begreifen würde, könnte man den Staat als existent in seinen Relationen ansehen – und käme zu einer weitaus dynamischeren, psychologischen Sichtweise auf den Staat. Der Nutzen läge hier z.B. in einer Revolution der Wirtschaftswissenschaften, oder auch der Diplomatie – letztlich eine Frage von Krieg und Frieden.

 

Resüme

Dieser kurze Text soll eher ein Plädoyer sein, die gedanklichen Schlüsse relativistischer Sichtweisen für möglich zu halten, zu verstehen, dass sie Sinn haben, auch wenn der Nutzen nicht unmittelbar begreifbar ist, vor allem aus einer materialistischen Sichtweise heraus.

Der aus der materialistischen Sichtweise begreifbare Sinn beginnt jedenfalls mit der Feststellung, dass alles relativ ist, und dass in dieser Aussage Wahrheit liegt.

 

Kann „bodenloser“ Relativismus eine plausible Position sein? was last modified: Februar 9th, 2017 by Henrik Geyer

Macbeth Interpretation – die Frage nach dem Schicksal

Macbeth trifft drei Hexen [SPID 4664]

Die Tragödie Macbeth von William Shakespeare ist ein äußerst komplexes und zugleich spannendes (Bühnen-)Stück, mit vielen weltanschaulichen Aspekten.

Für mich ist die Frage nach dem Schicksal und der Ursächlichkeit des menschlichen Handelns das zentrale Thema bei Macbeth.

In Macbeth wird die Frage nach der Zwangsläufigkeit von Vergangenheit und Zukunft gestellt – und mit der Betrachtung des menschlichen Individuums, bzw. von dessen Willen, verwoben. Die Tragödie Macbeth lenkt die Gedanken auf die Frage: Ist das Ich (bin ich), ein zwangsläufiges Produkt meiner Vergangenheit? Und wird nun, ebenso zwangsläufig, aus diesem SEIN, auf einer vielleicht unbeeinflussbaren „Schiene“, (meine) Zukunft?

Macbeth – zur Handlung

Macbeth, ein junger und aufstrebender schottischer Adliger, von einer siegreich geführten Schlacht kommend, begegnet drei Hexen. Sie prophezeien ihm, dass er bald König sein werde.

Macbeth reitet sinnend davon. Das kommt für ihn überraschend, er schwankt zwischen Freude und Furcht, zwischen Glauben und Unglauben. Wie viel ist die Prophezeiung von Hexen wert? Und … es kann nur einen König geben – was wird aus dem jetzigen König, der der Freund Macbeths ist?

Letztlich setzt sich der Gedanke bei Macbeth fest: Er kann König sein. Seine Frau (Lady Macbeth), als sie von der Prophezeiung erfährt, bestärkt und ermutigt ihn. Macbeth soll das tun, was nötig ist um König zu werden – und Lady Macbeth wird seine Königin. Der Weisheit letzter Schluss ist, den jetzigen König zu ermorden – das sei der einzige Weg, damit das Schicksal seinen Lauf nehmen kann, glauben beide.

Und das Schicksal nimmt tatsächlich seinen Lauf – es wendet sich. Zwar erfüllen sich die Prophezeiungen der Hexen nach und nach, Macbeth wird König, nachdem er den Herrscher, seinen Freund, ermordete. Doch aus einem beliebten, in der Schlacht erfolgreichen und bewunderten jungen Macbeth, wird ein allseits gefürchteter Feind der Gesellschaft; ein Mann, den seine Dämonen verfolgen und der des Nachts aus dem Schlaf auffährt, denn die Schreckensbilder seiner ermordeten Freunde, die, wenn sie dem alten König treu waren, nun seine Feinde sind, lassen ihn nicht zur Ruhe kommen. Die Hofschranzen, die er um sich versammelt, sind verachtenswerte Kreaturen, die niemandem treu sind – wären sie es, könnten sie nicht am Hof des Verräters dienen. Macbeths Psyche wird zunehmend zerfahren, er fühlt sich verfolgt. Seine bösen Geister lassen ihn nicht mehr zur Ruhe kommen und bringen ihn an den Rand des Wahnsinns. Macbeths Welt – das sind nun Verrat, Mord und Hass.

Doch auch über das persönliche Schicksal Macbeths hinaus reicht die Prophezeiung der drei Hexen, welche sich als eine schlimme Zukunftsvision entpuppt – einem Fluch viel ähnlicher denn einem Segen, wie Macbeth zuerst dachte. Der Verrat und der Unfriede im Inneren hat Unfrieden im gesellschaftlichen Außen zur Folge. Die Armee Englands rückt nach Schottland vor, um den geschwächten König zu entthronen. Die Armeen treffen aufeinander … und auch das Schicksal der Länder nimmt seinen Lauf.

Die weltanschauliche Fragen

Die Prophezeiung der Hexen stimmt also, wie die Tragödie uns zeigt. Die Worte der Hexen werden zur Realität. Aus Worten wird Sein – und Nomen est Omen. War DER GRUND für die Prophezeiung der Hexen nun die Vision einer festen Zukunft? Oder war die Prophezeiung DER GRUND für die Realisierung der Zukunft … in dieser spezifischen Form?

Ist die Zukunft fest oder verschwommen? Man könnte auch sagen, dass es bei Macbeth letztlich um die Frage nach Kausalität ganz allgemein geht. Was wäre geschehen, wenn Macbeth den Hexen nicht begegnet wäre?

  1. Das Wesen einer Prophezeiung ist es ja eigentlich, mit einer gewissen Zwangsläufigkeit einzutreten – eintreten zu müssen. Ist Macbeth nun Werkzeug des Schicksals und glaubt nur, nach seinem eigenen Willen zu handeln? Was ist Wille? Kommt die Zukunft durch unabänderliche Umstände zu Stande, die sich dem Menschen auf trügerische Art als dessen freier Wille im Jetzt darstellen? Oder hat der Einzelne tatsächlich die Macht, sein Schicksal zu bestimmen?
  2. Welche Rolle haben die Verkünder des Schicksals, die Hexen, für das Schicksal? ERZEUGEN die Worte der Hexen eine Chance auf Realisierung? Was ist Wahrscheinlichkeit? Wird eine Wahrscheinlichkeit erzeugt, indem man Worte sagt? Zitat Einstein: „Erst die Theorie bestimmt, welche Beobachtung sich machen lässt.“
  3. Und noch weitergehende Fragen lassen sich formulieren: Wenn nun das Gespräch Macbeths mit den Hexen stattgefunden hätte, ohne dass der Zuschauer des Stücks davon Kenntnis erhalten hätte – wie hätte sich die Handlung dann für ihn, für den Zuschauer, dargestellt? Anders gesagt: Ein Phänomen, für das man den Grund nicht kennt, nennt man Zufall. So wäre also Macbeths Schicksal Zufall – aus der Sicht des Zuschauers, vorausgesetzt, dieser würde das Gespräch mit den Hexen nicht kennen. Hat er aber Kenntnis von dem Gespräch, dann glaubt er im Besitz eines Grundes zu sein. Und nun die große Frage: Ist, was Macbeth widerfährt, Zufall … denn, ob der Zuschauer vom Zusammentreffen Macbeths Kenntnis hat oder nicht, dürfte doch in der Sache gar keine Rolle spielen! Oder etwa doch? Ist Zufall vielleicht nur eine Sichtweise und es „gibt“ den Zufall eigentlich gar nicht?

 

Die Tragödie Macbeth wirft diese Fragen auf intelligente und höchst spannende Art und Weise auf, beantwortet sie aber nicht. Im Grunde ist die Geschichte von Verrat und Mord am Königshof ein Krimi, der sich in ungezählten Varianten in der Geschichte zutrug, und der sich, auf weniger spektakuläre Weise, täglich in unser aller Leben abspielt. Wir können uns selbst genauso gut fragen: Was ist der Grund für die Dinge, die wir tun? Was ist unser Schicksal? Wie hängt unser Schicksal mit den Gedanken zusammen, die wir jetzt, in diesem Augenblick, denken? Können  wir unser Schicksal durch Gedanken ändern? Wie?

 
Siehe auch: Artikel Spirealismus

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Macbeth Interpretation – die Frage nach dem Schicksal was last modified: Februar 7th, 2017 by Henrik Geyer