Macht der Gedanken

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Die Macht der Gedanken ist unbegrenzt. Alles ist Geist.Aber Macht über die eigenen Gedankenzu gewinnen, das ist schwer.

Welche Macht haben die Gedanken? Sind sie allmächtig oder begrenzt? Haben Gedanken die Macht Realität zu erschaffen? Über die Macht der Gedanken.

Macht der Gedanken – Spirealismus

In diesem Blog schreibe ich immer aus der Sicht meiner Philosophie – des Spirealismus. Der Spirealismus sieht als die Quelle der Realität die Gedanken an. Allerdings sind nicht (nur) die Gedanken im menschlichen Kopf gemeint – sondern Gedanken verstanden als ein umfassendes, Welten erschaffendes Konzept.

Während also andere kompliziert umschreiben müssen, warum und wie Gedanken Macht haben (wo doch der materialistischen Sichtweise zufolge die „eigentliche“ Realität von dem objektiven Außen ausgeht, also nicht von Gedanken), kann der Spirealist aus tiefster Überzeugung sagen: die Gedanken haben alle vorstellbare Macht. Sie können jede Form annehmen und bringen auch unsere Welten hervor.

Der Spirealismus drückt es so aus: Unsere individuellen Gedanken „von“ der Welt, und „die Welt“, sind eins.

individuelle Wahrheit

Die eigene, individuelle Wahrheit kann von der äußerlichen, die durch einen Abgleich (Kommunikation) entsteht, abweichen. Diese innere Wahrheit zu suchen, zu formen, zu schützen und die Wahrheit nicht nur im Außen zu suchen – das ist der Weg, den eigenen Gedanken zu Macht zu verhelfen. In spirituellen Lehren und in Religionen bedeutet das: sich auf das eigene Geistige zu fokussieren. Die Gedanken auf etwas ruhen lassen. Beten. Kontemplation.

Das hat keine Realität? Doch. Zunächst einmal für uns selbst. Und die eigene Realität ist alles, worüber wir je sprechen können. Die eigene Realität formt auch die Realität anderer – denn wir sind verbunden. Über das, was wir tun, wie das, was wir sagen, (und all dies auf Grund unserer inneren Wahrheiten) formen wir die Welten anderer.

Weiterlesen: Das Denken ist die Realität – und nicht: das Denken erzeugt Realität

Die Macht über die eigenen Gedanken ist begrenzt

Die Gedanken haben einerseits eine umfassende Macht.  Andererseits bedeutet das spirealistische Konzept auch, dass unsere Macht über die eigenen Gedanken begrenzt ist. Dass die Grenzen im Denken liegen. Warum? Weil jeder Begriff den wir fassen, in seiner Definition, begrenzt ist.

Hier liegt ein Widerspruch innerhalb materialistischen Sichtweise. Einerseits wird die Macht der Gedanken im Allgemeinen als groß angesehen. Andererseits betrachtet man die Gedanken im Materialismus als völlig frei. Die Gedanken seien das freie Element, die Festlegungen hingegen bestünden im Außen, in der Materie. Diesem Widerspruch kann man sich innerhalb der materialistischen Sichtweise nicht entziehen.

Doch, je mehr wir lernen, Macht über unsere Gedanken zu gewinnen, umso mehr können wir unsere Welt in Gedanken gestalten. Macht über unsere Gedanken zu gewinnen, das bedeutet auch achtsam zu beobachten, wovon sie abhängen, wie sie immer neue Formen erschaffen.

Begrenztheit der Macht über eigene Gedanken – Beispiele

Mancher wird sagen: Die Macht über die eigenen Gedanken soll begrenzt sein? Ich kann doch jederzeit denken was ich will, und in der Folge tun was ich will!

Der berühmte Philosoph Schopenhauer sagte einmal:

„Der Mensch kann zwar tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will.“ (Schopenhauer)

Das bedeutet, dass, wenn der Mensch bereits in seinem Wollen und Nicht-Wollen nicht frei ist, wenn er darin begrenzt ist, ist auch sein Tun nicht frei. All das, was der Mensch will, geht aus von seiner inneren Logik. Um es in eine populäre Sprache zu bringen: ob er das Glas halb voll oder halb leer sieht, bestimmt, wie er handelt. Insofern ist er nicht frei.

Und … die Gedanken führen ein Eigenleben – meist bemerken wir es nicht. Wir rechnen den Lauf der Gedanken vielmehr unserem Wollen zu.

Nietzsche sagte:

„Es denkt.“

Gute Gewohnheiten, schlechte Gewohnheiten

Man kann die Ohnmacht über die eigenen Gedanken auch daran erkennen, wie wenig es uns möglich ist, von (schlechten) Gewohnheiten zu lassen – gemeint sind alle Arten von Sucht, zu schnelles Fahren, zu viel Essen, etc..

Gemeint sind aber auch die von uns so apostrophierten „guten“ Gewohnheiten des Denkens und Handelns – was zurückführt auf das obige Schopenhauer-Zitat. Auch sie halten uns natürlich in einer bestimmten Realität fest, nur dass wir bei den sogenannten guten Gewohnheiten sagen werden, sie seien unserem freien Willen entsprechend so, wie sie sind.

 

Fazit:

Die Macht der Gedanken ist unbegrenzt. Alles ist Geist.

Die Macht über die eigenen Gedanken zu gewinnen ist hingegen schwer. 

 

Siehe auch: Artikel Definition der Freiheit. Ist Freiheit immer die Freiheit der Andersdenkenden?

Ähnliches Thema: Sind die Gedanken bei den Dingen? Ist das Denken von den Dingen gleich den Dingen?

Macht der Gedanken was last modified: April 2nd, 2016 by Henrik Geyer

Wahr – Schein. Wahrschein. Wahrscheinlichkeit

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Die Wahrheit ist wie das Zentrum eines Lichtstrahls, der sich in ständiger Bewegung befindet.Wie der Lichtstrahl, steht die Wahrheit nie fest, ist nie ganz greifbar. Um das Zentrum des Lichtstrahls herum ist ein Schein ... der Wahr-Schein.

Durch die Wahrscheinlichkeit wird das, was eintreten wird, schon jetzt wahr – als unsere Erwartung. Es scheint jedenfalls erst einmal so.

Was hat Wahrscheinlichkeit mit der Wahrheit zu tun? Über Wahrscheinlichkeit und Wahrschein.

worum geht es bei der Frage?

Wahrheit ist einer unserer wichtigsten und grundlegendsten Begriffe. Wahrheit zu definieren ist gleichermaßen wichtig wie andererseits völlig untypisch und schwierig. Wie soll man eine Definition finden, wenn man für jede Definition doch diese grundlegendsten Begriffe, wie z.B. Wahrheit, selbst erst benötigt (z.B. um zu prüfen, ob eine Definition überhaupt wahr ist)? Aus diesem Grund auch, weil dieser Ansatz so fundamental ist, glaubt ja jeder bereits bestens zu wissen, was Wahrheit ist. Und dennoch, dem zum Widerspruch, streitet man ständig um sie.

Wahrheit ist eine Eigenschaft, mit Hilfe derer sich verschiedene Objekte des Denkens unterscheiden lassen. Die Vorstellung der materialistischen Sichtweise ist dabei, man würde, je mehr man sich einer Wahrheit nähert, einer äußerlichen Realität näher kommen, die die „eigentliche“ und „endgültige“ Wahrheit repräsentiert. Das Ganze geht aus von der Ontologie des Materialismus, und ist im Grunde von dieser abhängig und von ihr nicht zu trennen: von der Vorstellung also, wir seien Beobachter von (Materie-)Objekten außerhalb von uns. Man könnte auch sagen: Beobachter einer objektiven Realität.

Ähnliches Thema: Artikel Die Ontologie des Materialismus

Auf diesem Blog wurde aber sehr oft der Gedanke geäußert, es gäbe keine Objektivität. Ich habe das wieder und wieder thematisiert, weil es doch so schwierig zu verstehen ist, und unserer landläufigen Vorstellung von „der Welt“ so zuwiderläuft. Gleichwohl ist es, wie ich meine, völlig unbestreitbar.

Wenn man also feststellt, dass es keine Objektivität gibt, so stellt sich die Frage, was dann wohl Wahrheit ist. Es ist letztlich wieder dieselbe Frage, die wir auf anderem Wege bereits zur Ontologie des Materialismus hatten: Was konstituiert die Welt, wenn es nicht Materieobjekte sind, die wir beobachten? Und zur Wahrheit lässt sich fragen: Was konstituiert Wahrheit, wenn es nicht eine äußerliche Realität ist?

Am Ende kommen wir immer darauf (das ist die spirealistische Weltsicht), dass unsere Realität aus den Objekten des Denkens resultiert, man könnte auch sagen, aus Vorstellungen (siehe auch „Die Welt als Wille und Vorstellung“ von Schopenhauer). Und unsere Vorstellungen sind wie Punkte in einem riesigen Geflecht von anderen Vorstellungen, von denen sie wiederum abhängen.

Aus diesem Grund gilt es, unsere Vorstellung von Wahrheit innerhalb eines Beziehungsgeflechtes verwandter Begriffe zu beobachten; solchen Begriffen also, die mit unserer Vorstellung von Wahrheit eng zusammenhängen. Anders gesagt: man kann sich der Bedeutung eines Begriffes nur nähern, in dem man seine Stellung innerhalb eines semantischen Beziehungsgeflechtes prüft. Beispielsweise ist es eben wichtig, den Begriff der Wahrscheinlichkeit zu untersuchen um ihn besser zu verstehen, und mit ihm gleichzeitig auch den Begriff der Wahrheit.

Die Wahrheit ist das, was ich weiß

Zunächst einmal wollen wir die Wahrheit als das verstehen, was „ich weiß“.

Nun wird mancher sagen, die Wahrheit sei nicht nur das, was ich weiß, sondern etwas, das sich an irgendetwas anderem festmacht. Etwas, das sich irgendwo zeigt.

Wir kommen in diesem Fall aber wieder darauf zurück, das etwas, das sich an etwas anderem zeigt, wieder von mir gewusst werden muss, damit es eine Existenz für mich hat. Es bleibt dabei: alles, was ich über die Wahrheit sagen kann, ist etwas, das ich wissen muss.

Das Wort Wissen ist zu betonen – denn die Wahrheit verbindet sich in der materialistischen Weltanschauung (im Gegensatz zur spirealistischen Weltanschauung) mit der Vorstellung einer äußerlichen Welt, deren Kernvorstellung die „Materie“ heißt. Insofern unterscheidet diese Weltanschauung zwischen Wissen und Glauben / innerlicher Welt und äußerlicher Welt / Geist der Materie beobachtet, und der Materie selbst.

Ähnliches Thema: Beitrag Innere Wahrheit – Äußere Wahrheit

Wahrscheinlichkeit geht immer von dem aus, was ich weiß

Man bedenke: Was für mich in diesem Moment wahr ist, ist das, worauf sich all mein Wissen für die Zukunft aufbaut. Warum? Weil ich, was immer ich sehe, was immer ich begreife, nur begreifen kann, mit den vorhandenen Begriffen.

Warum „Begriffe“ in der Mehrzahl? Weil jedes einzelne Wort, jeder einzelne Begriff, nie nur für sich allein stehen kann. Jeder Begriff und jedes Wort gewinnt seine Bedeutung nur aus einer Konstellation – dem Zusammenhang mit anderen Begriffen. Beispielsweise ist, was immer ich über altgermanische Kulturen erfahren kann, ist verbunden mit der Vorstellung von Germanien als Ort. Ohne das eine macht das andere keinen Sinn.

Diese Konstellationen sind bis in die Unendlichkeit komplex, und in einem ständigen Wechsel begriffen – so dass es einen endgültigen Sinn, eine endgültige Bezogenheit aufeinander, eine endgültige Konstellation und damit Wahrheit, nicht geben kann.

Das wiederum, was ich in diesem Augenblick weiß, meine Begriffe des Augenblicks, sind ihrerseits die Voraussetzung für alles das, was ich in Zukunft wissen kann. Denn um etwas („Neues“) zu verstehen, habe ich ja immer nur meine Begriffe. Und meine Begriffe des Augenblicks sind nicht neu. Und was für mich gilt, gilt im gleichen Maße für die Menschheit, weil sich alles immer wieder und wieder in Einem zusammenfindet. (Supersubjektivität).

Was immer ich in Zukunft begreifen kann ist abhängig von meinen Begriffen des Momentes:

Erst die Theorie entscheidet darüber, was man beobachten kann.
Albert Einstein

Die Wahrheiten des Morgen formen sich aus den Wahrheiten des Jetzt. Wie könnte es anders sein?

Wir formen die Zukunft mit Phantasie

Die Theorien, die wir über das „Äußerliche“ haben, sind weit weniger festgelegt, als wir glauben. Einstein wusste auch das. Er sagte einmal in einem Gespräch, dass es für die Theorien der Menschen (die Rede war konkret von mathematischen Ableitungen) keine unbedingte Notwendigkeit gäbe.

Nur durch unseren Glauben an eine von uns unabhängige Außenwelt ist es möglich, dass wir meinen, den Begriff der Wahrscheinlichkeit fein säuberlich vom Begriff der Phantasie trennen zu können. Die Wahrheit kann man (nur so!) als den Inbegriff des Äußerlichen sehen, des jederzeit Nachweisbaren – und Phantasie als der Inbegriff der inneren Welten (die mit Wahrheit angeblich nichts zu tun haben).

Aber, wenn unsere Theorien ohne eine besondere Notwendigkeit in die Welt kommen, dann gilt dasselbe für unsere Wahrscheinlichkeiten. Auch sie sind nicht unbedingt notwendig – im Umkehrschluss heißt das, dass wir die Zukunft mit Phantasie formen, indem wir Wahrscheinlichkeiten berechnen und diese, als unsere Auffassung von Wahrheit der Zukunft, in unsere Handlungen einfließen lassen.

Lesen Sie auch: Beitrag Was ist Phantasie? Ist Phantasieren nötig?

Wahrscheinlichkeit als Wahrschein – Schein der Wahrheit

Man stelle sich die Wahrheit vor wie das Zentrum eines Lichtstrahls, der sich in ständiger Bewegung befindet.Wie der Lichtstrahl, steht die Wahrheit nie fest, ist nie ganz greifbar. Unser Auge folgt dem Licht, versucht das Zentrum im Auge zu behalten. Doch das Auge kann natürlich nur erfassen, was der Lichtstrahl beleuchtet. Was er nicht beleuchtet – die unendliche Welt des Möglichen, verbirgt das Dunkel.

Um das Zentrum des Lichtstrahls herum ist ein Schein … der Wahr-Schein.

Der Wahrschein ist weniger hell als das Zentrum, aber in ihm ist dasselbe Licht des Augenblicks. Der Wahrschein  beleuchtet zugleich all die Orte, an denen sich das Zentrum des wandernden Lichtstrahls im nächsten Augenblick befinden kann. Nur hier, einem recht begrenzten Bereich unserer Welt, der sich direkt ableiten lässt von dem Zentrum des Lichtscheins, der Wahrheit, kann sich das Zentrum im nächsten Augenblick befinden. Und damit unsere Auffassung von Wahrheit.

Die Wahrscheinlichkeit drückt aus, was unsere Wahrheit des nächsten Augenblicks sein kann.

Lesen Sie auch: Es gibt nur das Jetzt. Immer ist Jetzt

Diese Metapher macht deutlich:

Erstens: Die Wahrheit steht nie fest – es gibt sie nicht in einer objektiven Form

Zweitens: Es ist das Wesen der Wahrheit, sich stets zu ändern. So wie sich die Relation, deren Teil wir sind, ständig ändert.

Drittens: Die Wahrheit der Zukunft geht aus von der Wahrheit des Jetzt, sie ist nicht unabhängig davon. Das bedeutet: wie wir die Wahrheit des Jetzt definieren, so wird unsere Zukunft aussehen. Das ist Wahrscheinlichkeit.

 

 

Wahr – Schein. Wahrschein. Wahrscheinlichkeit was last modified: März 30th, 2016 by Henrik Geyer

Es gibt nur das Jetzt. Immer ist Jetzt

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Immer ist Jetzt

Unsere Vorstellung von Vergangenheit und Zukunft ist ein schönes Beispiel dafür zu zeigen, dass „die Welt“, und unsere Vorstellung von „der Welt“, ein und dasselbe ist. Denn in dem Sinne, wie wir uns Existenz vorstellen, gibt es Vergangenheit und Zukunft nicht. Es gibt immer nur das Jetzt.

Gestern war Jetzt. Morgen ist Jetzt.

Es ist eigentlich für jeden nachvollziehbar, das in jedem Moment, den wir erleben, immer gerade Jetzt ist.

Umkehrschluss: wann ist nicht Jetzt? Nie!

Wissen Sie noch, als gestern war? Wann war das? Jetzt! Und wann wird morgen sein? Jetzt!

Und doch gibt es Vergangenheit und Zukunft!

Ein Einwurf:

„Und doch gibt es die Vergangenheit!“

„Aber wann ist diese Vergangenheit?“

„Sie war gestern, zum Beispiel!“

„Nein, ich meine, wann ist die Vergangenheit?“

….

„Sie ist im Jetzt, wenn sie ist. Die Vergangenheit jedoch, sie ist ein Gedanke an etwas, das nicht ist.

 

(Das berührt übrigens die ewig junge Frage nach den Dingen wie sie „wirklich sind“ im Unterschied zu unseren Vorstellungen von ihnen. Die Zahl der Worte, die hier unterscheiden wollen (aber nicht können), ist Legion. Eines dieser Worte, das eine Art ultimative Klarheit über das Wirkliche im Unterschied zum Unwirklichen schaffen möchte, das eine strenge Grenze zwischen Tatsächlichem und nur Gedachtem ziehen möchte, ist das Wort Realität. Und doch ist auch dieses Wort wieder den Interpretationen im Unendlichen unterworfen – man kommt damit an keine Grenze. Ganz ähnliche Besprechungen gab es in diesem Blog zu den Worten „subjektiv“ und „objektiv“, Noumenon etc.. (oder es wird solche Besprechungen noch geben).)

Spirealistische Definition von Existenz

Dieses „Sein“, dieses „das Ist“ – es ist verbunden mit der spirealistischen Definition von Existenz.

Erst wenn man sich begreiflich macht, was das sein soll – „Existenz“, kann man Verständnis für die Existenz von Zeit gewinnen. Sonst bleibt sie uns widersprüchlich.

Existenz – das ist im Spirealismus der Gedanke. Und der Gedanke ist immer im Jetzt.

Ähnliches Thema: Die Ontologie des Spirealismus

Der Gedanke im Jetzt – Vergangenheit und Zukunft

Erleben lässt sich die Vergangenheit also im eigentlichen Sinn nicht, auch nicht die Zukunft. „Nur“ als unser Gedanke an sie, und zwar im Jetzt. Im Jetzt entstehen Vergangenheit und Zukunft. Das Jetzt repräsentiert sie. Doch unsere Gedanken sind unterschätzt, wenn wir sie „nur“ Gedanken nennen. Gedanken sind alles, was ist. In Gedanken entstehen unsere Welten, und in Gedanken reisen wir vor und zurück in der Zeit.

spirituelle Weisheit und das Jetzt

Dieser Ansatz ist uns rätselhaft, denn den Gedanken sehen wir (im Materialismus) als das Unwirkliche. Das Unwirkliche deshalb, weil das Wirkliche die vom Gedanken getrennte Außenwelt sein soll. Viele Denkrichtungen beschäftigen sich mit diesem scheinbar unauflösbaren Rätsel.

Weiterlesen: Beitrag Surrealismus, Surrealistische Fotokunst, Image Art

Dass im eigentlichen Sinne nur das Jetzt existiert ist eine spirituelle Weisheit. Warum spirituell? Weil wir in der materialistischen Sichtweise der Welt der Namen verhaftet sind – wir glauben an die Existenz der Namen, so als seien sie „da“, auch ganz ohne uns, und wir müssten sie nur in einem Außen beobachten.

Erst Spiritualität, Geistigkeit, eröffnet uns einen genaueren Blick auf die Welt der Gedanken – wie sie die Macht haben, Welten über Welten zu erschaffen.

Ein wunderbares, spirituelles Buch zum Thema „Jetzt“ hat Eckhart Tolle geschrieben – ein Buch, das nur diesem Thema gewidmet ist, und auch diesen Titel trägt.

Die Zeit ist kein Strahl, die Zeit ist ein Punkt

Man stellt sich die Zeit immer als einen Strahl vor. Vergangenheit und Zukunft verschwinden jeweils links und rechts in der Unendlichkeit. Die Mitte des Strahles ist das Jetzt.

Spirealismus sagt: Ja, Vergangenheit und Zukunft verschwinden in einer Unendlichkeit. Und zwar in einer Unendlichkeit der Gedanken an etwas.

Doch Zeit ist in Wirklichkeit kein Strahl, sondern ein Punkt: Das Jetzt.

Im  Jetzt entsteht der Gedanke an eine Zukunft. Im Jetzt verfestigt er sich. Im Jetzt materialisiert er sich und wird zu unserem Jetzt. Einem anderen Jetzt. Wieder ein Jetzt – keine Zukunft, keine Vergangenheit.

Wenn man sich die Zeit mit einer Ausdehnung vorstellen möchte, dann könnte man ebenso gut an einen Punkt denken, der von einem Schein umgeben ist, nicht an einen (Zeit-)Strahl. Denn Vergangenheit und Zukunft gehen auf keinem eindeutigen Weg ineinander über.

Wenn wir auf diesem Blog oft genug davon sprachen, dass die Vorstellung von „der Welt“ nicht objektiv ist, sondern aus der Wechselwirkung subjektiver Beobachtungen entsteht, so lässt sich über die Zeit, bzw. den sogenannten Zeitstrahl, dasselbe sagen. Er kann nie etwas anderes sein, als unsere Auffassung von ihm, und die ist bereits von Mensch zu Mensch verschieden.

Hier schlägt sich übrigens ein Bogen zu der Frage, was Kausalität ist. Unsere Auffassung von Kausalität ist ja gemeinhin, alles habe einen Grund. Und einen Grund kann etwas nur haben in der Zeit, indem einer Beobachtung eine andere Beobachtung (in der Zeit) vorausgeht. Und diese beiden Dinge bzw. Beobachtungen, so ist eben unsere Auffassung von Kausalität, stehen in einer direkten Verbindung, was wiederum an einen Strahl denken lässt.

Siehe auch: Artikel Kausalität – was ist das? Über das „Warum“ in der Natur.

Doch in der Unendlichkeit der herstellbaren Verbindungen erkennen wir, dass es keine Eindeutigkeit gibt, es gibt keinen Strahl.  Es ist dasselbe, was wir wir bereits über die Objektivität sagten – es gibt sie nicht. Und die Vorstellung eines (Zeit-)Strahles kann nur in der Subjektivität entstehen – und auch nur dort bestehen bleiben.

Lesen Sie auch: Beitrag Wahr – Schein. Wahrschein. Wahrscheinlichkeit

 

Hier ein Zitat von Friedrich v. Schiller, das sehr schön ist, und mir zu diesem Artikel zu passen schien. Allerdings entspricht es, genau genommen, nicht ganz dem Inhalt dieses Artikels, denn die Vergangenheit steht keineswegs ewig still.

Dreifach ist der Schritt der Zeit: Zögernd kommt die Zukunft hergezogen, pfeilschnell ist das Jetzt entflogen, ewig still steht die Vergangenheit.
Friedrich von Schiller

 

Es gibt nur das Jetzt. Immer ist Jetzt was last modified: April 6th, 2016 by Henrik Geyer

Über den Glauben, der uns besser macht

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Wenn die Menschen den Glauben verlieren, werden sie zu Dämonen.

Brauchen wir Glauben? Glauben jenseits von Religion vielleicht? Wenn ja, wozu?

Der Film „Prisoners“

Neulich sah ich einen äußerst spannenden Film. Er hieß „Prisoners“ („Gefangene“).

Er handelt von der Entführung zweier kleiner, befreundeter Mädchen. Bald wird ein Tatverdächtiger festgenommen – ein geistig Behinderter, den man am Entführungsort zur Tatzeit gesehen hat.

Die Familien der Mädchen sind erklärlicherweise am Boden zerstört. Die Väter fragen den ermittelnden Polizisten (gespielt vom großartigen Jake Gyllenhaal) immer aggressiver, was er denn nun zu tun gedenke, den Festgenommenen Tatverdächtigen zu überführen – schließlich laufe die Zeit davon! Vielleicht verhungern die Mädchen in diesem Augenblick?

Doch statt den Behinderten zu überführen, muss die Polizei ihn laufen lassen, und zwar aus Mangel an Beweisen. Der Behinderte hatte sich nicht zur Tat geäußert – angeblich konnte er nicht. Und ihm ist auch nichts nachzuweisen. Nicht nur der Zuschauer hat an dessen Unschuld aber Zweifel.

Ein Vater, der foltert

Einer der Väter (gespielt von dem nicht weniger großartigen Hugh Jackman), „schnappt“ sich den Verdächtigen in der Nähe von dessen Wohnort. Er bringt ihn in ein verlassenes Haus, und foltert ihn, um eine Aussage zum Versteck der beiden Mädchen zu erlangen. Hinweise im Film (die auch der Zuschauer kennt), deuten darauf hin, dass dieser das Versteck der Mädchen kennen muss.

Ein Priester, der mordet

Eine weitere Facette des Themas Glaube sehen wir in Gestalt eines Priesters, in dessen Haus der Ermittler zufällig eine Leiche findet.

Die Leiche – das ist ein Kindesentführer und -Mörder, der dem Priester während einer Beichte seine jahrelangen Untaten berichtet hatte. Der Priester hatte daraufhin den Mann ermordet und die Leiche in seinem Haus versteckt.

Nun ist der Priester schuldig, dem Alkohol verfallen, sichtlich gequält von Gewissensbissen. Er hat seinen Glauben verraten, denn die Beichte ist geschaffen, um Vergebung zu erlangen, und nicht, um Gottes Gerechtigkeit selbst in die Hand zu nehmen.

Ein Polizist, der die Gesetze dehnt

Noch eine Perspektive auf das Thema Glauben wird durch die Sichtweise des Ermittlers (Gyllenhaal) eröffnet.

Der Glaube des Polizisten (an das Gesetz) ist ihm ein zu enges Korsett. Gyllenhaal dehnt das Gesetz, um dem Verlangen nach Gerechtigkeit, das auch in ihm ist, Genüge zu tun. Er dehnt es hier, weitet es dort. Sein Captain bremst ihn immer wieder, mit dem Hinweis auf das geltende Recht. Das geltende Recht verkörpert der Chef geradezu selbst – von Gestalt und Wesen ein übergewichtiger, schwerfälliger Bürokrat.

Gyllenhaal ist im Film aber auch Profi, so dass er weiß, dass bei aller verständlichen Sorge um die Mädchen, der Pfad des Rechts aus Prinzip nicht verlassen werden darf. Er bleibt bei seinem Glauben, auch wenn es ihn sichtbar mitnimmt, nicht so agieren zu können, wie er will.

Der Zuschauer mit im Boot

Der Zuschauer kann einerseits sehr gut den Folterer verstehen. Es muss etwas getan werden, jenseits der scheinbar halbherzigen Bemühungen der Polizei-Behörde. Andererseits leidet man geradezu selbst Schmerzen, die grausamen Szenen der Folter ansehen zu müssen – immer auch im Zweifel, ob denn der Verdächtige nicht am Ende doch unschuldig ist.

Ich möchte jenen, die den Film noch nicht gesehen haben, nicht die unglaubliche Spannung verderben – und der Film ist wahnsinnig fesselnd, und wirklich sehr zu empfehlen. (ab 16 Jahre).

Eine Botschaft über den Glauben

Der Film hat für mich eine vielschichtige Message zum Thema Glauben.

  • Zum einen erleben wir den Facettenreichtum des Begriffes „Glauben“. Im Film: der Glaube an das Gesetz. Der Glaube an Jesus Christus. Der Glaube, dass alles gut wird. Der Glaube an die Zukunft (verkörpert durch die Eltern, die an die Zukunft der Kinder glauben)
  • Frage: Wenn Glaube etwas ist, dem man überall in der Gesellschaft begegnet, und nicht nur religiöser Glaube gemeint ist – was ist dann Glaube im Unterschied zu Unglaube?
  • Im Film ist eindrucksvoll zu sehen, wie Menschen, die den Glauben verlieren, für ihre Mitmenschen zu Dämonen werden.

 

Lesen Sie auch: Beitrag ‚gute Erwartungen und schlechte Erwartungen formen unsere Welt‘

Der Film lässt auch an Länder denken, in denen der Rechtsbegriff in der von uns gekannten Weise nicht existiert – und in denen jeder frei ist, für seine Mitmenschen zum Dämon zu werden. Und wo genau das auch geschieht!

Man denkt an die dünne Hülle des Rechts, die unsere Gesellschaft einhüllt, und die Gesellschaft wie völlig sicher aussehen lässt; wo diese Hülle aber sehr schnell aufbricht, wenn die Menschen den Glauben an Recht und Gesetz verlieren.

Es ist der Glaube, den wir schätzen müssen, die Ordnung. Der Glaube der uns besser macht, realisiert sich erst durch uns. Wenn wir den Glauben verlieren, dann werden wir dämonisch, und leben in einer dämonischen Welt. Den Glauben an Recht und Gesetz. Den Glauben an den Schöpfer, der die Welt zu unserem Besten ständig neu entstehen lässt – wir brauchen ihn. Es ist der Glaube an uns, und an das Gute in uns.
Siehe auch: Artikel ‚Wo ist Gott‘

Siehe auch: Beitrag ‚Es gibt keinen Gott – sagen die einen. Es gibt ihn doch, die anderen‘

Über den Glauben, der uns besser macht was last modified: Februar 20th, 2016 by Henrik Geyer

C.G. Jung – kollektives Unterbewusstsein

kollektives Unterbewusstsein

Kollektives Unterbewusstsein – was ist das? In diesem Artikel geht es um die Weiterentwicklung der Vorstellung von Bewusstsein und Unterbewusstsein, ausgehend von den Vorstellungen Sigmund Freuds.

Lesen Sie auch: Beitrag ‚Das ES – Sigmund Freud und die Entdeckung des Unbewussten‘

Freud und Jung

C.G. Jung entwickelte die Freudsche Vorstellung weiter. Freud und Jung kannten sich gut. Freud wollte den jungen und talentierten Jung eigentlich als Erbe und Multiplikator seiner eigenen wissenschaftlichen Erkenntnisse gewinnen. Jung hätte dazu die Forschungen Freuds vorbehaltlos studieren und selbst weitertragen müssen. Doch Jung hatte eigene Vorstellungen. Er empfand beispielsweise die Fixiertheit Freuds auf das Sexuelle als falsch. Er sprach sogar davon, Freud habe diesbezüglich eine Neurose. Freud erwiderte das mit eben solchen „Freundlichkeiten“. Das mutet ein wenig komisch an, wenn man sich vorstellt, dass es sich um den Streit zweier Psychiater handelte.

Jung hatte auch nicht die Vorstellung Sigmund Freuds, die Aufgabe des Bewusstseins sei es, das triebhafte Unterbewusstsein unter Kontrolle zu bringen, und es sei umgekehrt auch nicht das Wesen des Unterbewussten, tierische Triebe unter Verschluss zu halten. Er sah die Gedanken des Bewusstseins einfach in den unbewussten Bereich übergehen. Eine besondere, streng vom bewussten Denken zu trennende Qualität, wollte er den unbewussten Gedanken nicht zueignen.

kollektives Unterbewusstsein

Was Jung darüber hinaus feststellte, war, dass es Bilder und Vorstellungen in allen Menschen gibt, die nicht erlernt werden müssen, sondern einfach so „da“ sind. Diese „Archetypen“ – das sind Urbilder der Menschheit, wie zum Beispiel der Weise, oder die Mutter, und viele mehr. Er nannte das kollektives Unterbewusstsein – kollektiv, weil alle dieses (Unter-)Bewusstsein haben, ohne sich verbal abstimmen zu müssen.

Das war auch Jung rätselhaft und interessant, weil es ja nicht mit der Vorstellung des Bewusstseins zusammenpasst, dass der Mensch sich im Bewusstsein erst selbst erkennt. Eigentlich war (und ist) die Vorstellung doch, das der Mensch schon materiell „da“ sei, und das Bewusstsein liefere ihm nun noch ein genaues Bild seiner selbst.

Schon die Entdeckung des Unterbewusstseins selbst war spektakulär. Der Mensch soll sich seines Selbst nicht recht bewusst sein …! Was wissen wir eigentlich NICHT über uns? 

Lesen Sie auch: ‚Was ist das Nichts? als Grundfrage der Philosophie.‘

Nun soll der Mensch im Geistigen auch noch einer gemeinsamen geistigen Quelle entspringen … ! Einer Quelle sogar, die er selbst nicht kennt.

Das war doch merkwürdig! Das sah also so aus, als würde das Bewusstsein (das Geistige) aus etwas geboren, das schon „da“ ist, genau wie der materielle Mensch. Demnach konnte es nicht stimmen, wenn man sich das menschliche Denken so vorstellt, als ginge es aus einem universellem Werkzeugkasten hervor, in Form eines hochentwickelten Gehirns, das individuell erst noch „programmiert“ werden muss. Sondern es schien eher so, als sei das Gehirn bereits programmiert, und zwar mit Inhalten, von denen der Mensch gemeinhin annimmt, er würde sie sich aus eigener Kraft und eigener Genialität selbst aneignen. Ist der Mensch vielleicht gar nicht so frei, wie er glaubt? Ist er wie programmiert?

 

Das Verhältnis des Bewusstseins zum kollektiven Unterbewusstsein ist in der folgenden Grafik abgebildet:

Kollektives Unterbewusstsein / Das Unbewusste in der Vorstellung C.G.Jungs, als etwas Unter-der-Oberfläche-Liegendes / Bewusstsein wie Inseln im Meer
Das Unbewusste in der Vorstellung C.G.Jungs, als etwas Unter-der-Oberfläche-Liegendes / Bewusstsein wie Inseln im Meer. Kollektives Unterbewusstsein als unsichtbare Verbindung zwischen den Menschen

 

Jung stellte sich das Bewusstsein vor wie Inseln, die aus dem Meer ragen. Sie scheinen getrennt, sind es aber nicht. Was die Inseln verbindet ist unsichtbar, weil es unter der Wasseroberfläche verborgen ist. Das, was Freud das Unterbewusstsein nannte, sah Jung in einen allgemeinen Bereich übergehen – geistige Inhalte, in denen alle Menschen verbunden sind (im Bild der Meeresgrund). Er nannte dies kollektives Unterbewusstsein.

In diesem kollektiven Unterbewusstsein finden sich Begriffe und Geschichten, die jeder kennt (intuitiv), und die nicht erlernt werden müssen. Jung stellte das fest, indem er Worte und Vorstellungen verschiedenster Völker miteinander verglich, und Gleichheiten erkannte.

Sind wir am Ende gar nicht einzeln, sondern wie Zellen eines Körpers, die zusammengehalten werden, von einem uns zusammen-zwingenden Band (kollektives Unterbewusstsein), das wir nur selbst nicht erkennen können?

Siehe auch: ‚Anthropozentrismus – seine Ursache und Funktion‘

C.G. Jung – kollektives Unterbewusstsein was last modified: Februar 20th, 2016 by Henrik Geyer

Das ES – Sigmund Freud und die Entdeckung des Unbewussten

Sigmund Freud - das ES, die Entdeckung des Unbewussten / Die Ungeheur des "ES"

Im 20. Jahrhundert wurde das Unbewusste durch Freud quasi wiederentdeckt. Eigentlich nahm man an, dass das, was der Mensch denkt, auch das sein müsse, was es gibt, und die Welt des Menschen sei durch das bewusste Denken vollständig beschrieben. Das ES – die unheimliche Vorstellung einer Welt jenseits der Welt war geboren.

Ähnliches Thema: ‚Was wissen wir nicht? Kann der Mensch etwas NICHT wissen? Unwissenheit.‘

das ES steuert den Menschen

Freud entdeckte, dass der Mensch neben den Gedanken, die er bewusst denkt, auch Gedanken hat, die nicht in seinem Bewusstsein auftauchen, ihn aber dennoch bestimmen und handeln lassen. Das war sehr spektakulär, denn die Menschen dachten bis dahin (was sie wohl heute immer noch denken), das Bewusstsein sei alles, was ist. Sie wüssten also mit einiger Vollständigkeit, was die Welt ist. Und sie wüssten noch viel mehr und besser, was sie selbst sind.

Die Methode, mit der Freud diese Gedanken aufdeckte, war die Psychoanalyse. Also Gespräche über die Gedanken des Patienten, mehr oder weniger in der Form, dass der Patient über seine Erfahrungen und Träume spricht, und der Psychoanalytiker hört zu und analysiert.

Sigmund FreudFreuds Vorstellung vom Unbewussten war dabei (weiterhin), dass das Bewusstsein das Unbewusste dominiert und kontrolliert. So gesehen war Freuds Vorstellung lediglich eine Variante der schon vorher anzutreffenden Annahme, der Mensch überblicke und kontrolliere mit seinem Bewusstein eine äußerliche Realität.

Das Unterbewusstsein als der triebhafte Troll

Er sah das Bewusstsein, dieses gesellschaftlich akzeptierte, vornehme Gentleman-Bewusstsein, das den Menschen erst ausmacht, und ihn gegenüber der Tierwelt hervorhebt (von der Tierwelt nahm man als gesichert an, dort gäbe es kein Bewusstsein), als den Gegenspieler des Unterbewusstseins. Die Annahme war, dass sich die vielfältigen tierischen Begierden und Triebe des Menschen in das Unterbewusstein zurückgezogen hätten,  und nur im Ausnahmefall in das Bewusstein zu bringen wären – zum Beispiel eben durch Psychoanalyse.

Das Unterbewusstsein führe aber ein denkendes Eigenleben, und äußere sich auch im Handeln des Menschen – zum Glück bekomme der Mensch in der Regel davon gar nicht so viel mit.

Zu akzeptieren, dass das Denken des Menschen auch Anteile hat, von denen der Mensch nichts weiß, bedeutet allerdings auch, dass der Mensch sich von der Illusion trennen müsse, er könnte im Bewusstsein alle ihn bestimmenden Einflüsse nennen – eine Kontradiktion zum allgemeinen Denken, und zum Denken Freuds. Denn auch Freud glaubte ja an die Erkennbarkeit des Unbewussten (eben durch Psychoanalyse). Immerhin aber sagte er, dass sich der Mensch von der ihn überheblich machenden Vorstellung trennen müsse, „Herr im eigenen Haus“ zu sein.

Dass Freud mit dem Unterbewusstsein tierische Triebe verband, bezeugt die Tatsache, dass er in erster Linie alle möglichen sexuellen (Ab-)Artigkeiten im Unterbewusstsein suchte und fand. Am Anfang des 20. Jahrhunderts war das ein sehr weites Feld, da man von dem, was sich „schickt“, eine überaus strikte Vorstellung hatte.

Das ES in der Popkultur

Populäre Verarbeitungen der Sichtweise „das Unbewusste als das schreckliche Tier in uns“ trifft man im gesellschaftlichen Denken dieser Zeit an.

Beispielsweise im Film „Spellbound“ („Ich kämpfe um dich“) von 1945, in dem der von Gregory Peck gespielte Held seine vermeintlichen Untaten in das Unterbewusstsein verbannt hat. In den nicht erkennbaren und nicht benennbaren Bereich – das ES. Erst durch geschicktes Assoziieren gelingt es hervorzubringen, was der Held eigentlich die ganze Zeit schon „wusste“, jedoch nicht benennen konnte. Der surrealistische Maler Salvador Dali gestaltete für diesen Film eindrucksvolle Kulissen insbesondere der „Traumsequenz“.

In einem anderen Film, einem Science-Fiction-Film namens „Alarm im Weltall“ von 1956 geht es um einen Wissenschaftler namens Morbius, der in den Besitz einer außerirdischen Technologie kommt – diese kann Gedanken materialisieren. An dem Gerät einschlafend, werden die Ungeheuer seines Unterbewusstseins lebendig. Es sind im Film die Ungeheuer des ES. Diese Ungeheuer, durch Morbius erst geschaffen, bringen Mord und Verderben über ihn selbst und seine Familie. Also im Grunde eine Metapher für die Bösartigkeit und Allmacht des Unbewussten, wenn es „von der Leine“ gelassen wird.

Das Es – der Star

Star beider Filme ist das ES – die dem Menschen unheimlich anmutende Vorstellung, er sei von etwas anderem regiert, als den Inhalten des Bewusstseins. Denn man fragt sich ja dann: „Was ist eigentlich meine Realität? Was ist mein freier Wille?“

 

Weiterlesen: ‚C.G. Jung – kollektives Unterbewusstsein‘

Auch interessant: ‚Das Unbewusste als das Unbekannte‘

Das ES – Sigmund Freud und die Entdeckung des Unbewussten was last modified: Juni 5th, 2016 by Henrik Geyer

Kann der Mensch etwas NICHT wissen? Unwissenheit.

Was wissen wir nicht? Kann der Mensch etwas NICHT wissen? Unwissenheit.

Kann der Mensch etwas nicht wissen? Gibt es so etwas?

Immer wieder erlebe ich, dass Menschen davon ausgehen, im Prinzip alles wissen zu können, bzw. im Grunde schon alles zu wissen. Was man nicht weiß, könne man nachschlagen.

Dass man etwas so Kompliziertes bedienen kann, wie ein Handy lässt es wie selbstverständlich erscheinen, dass man Teilhabe an dem Wissen hat, wie es funktioniert. Im Grunde, als sei man selbst der Erfinder.

Allwissenheit als Sichtweise des materialistischen Weltbildes

Dieses Bewusstsein von Allwissenheit geht aus von einem Welt- und Menschenbild, das suggeriert, dass alles das, was „da“ ist, vom Menschen auch gewusst werden kann. Das was da ist, sei wiederum sehr begrenzt. Begrenzt, weil es nur eine Welt gibt.

Diese Vorstellung ähnelt der einer Bibliothek. Da sind die Bücher – sie beinhalten die möglichen Informationen. Ganz ähnlich der Materie, die alle Information enthält, die wir Menschen erlangen können. Somit ist die „noch nicht abgerufene“ Information jederzeit für uns verfügbar, wie in einer Bibliothek.

Ebenso wie wir die Wahrheit der Zukunft glauben vorhersagen können, über die Wahrscheinlichkeit, glauben wir quasi bereits im Besitz aller denkbaren Information zu sein, denn wir haben die Materie klar vor uns.

Wir selbst erschaffen die Information

Doch wer wahrnehmen kann, dass zu seiner Welt auch die Phantasien und Gedanken jeder Art gehören, der kann auch wahrnehmen, dass die Realität aus uns selbst kommt. Ich nenne das eine spirituelle Wahrnehmung der Welt – man benötigt Achtsamkeit.

Dann bemerkt man: Die Information ist nicht begrenzt auf ein Außen, auf Materie, die nur diese oder jene Form annehmen kann. Sondern die erlangbare Information ist unendlich.

Das, was wir nicht wissen, ist unendlich. Und es gibt keinen Weg, bei der Unendlichkeit an ein Ende zu gelangen. Die Grenze zwischen der Unendlichkeit und der Endlichkeit ist mit Notwendigkeit immer da. Wir können sie nicht sehen und wir können sie nicht überwinden.

Nicht Wissen / Nichtwissen – Unwissenheit als der größere Teil

Können wir im Bewusstsein das erfassen, was wir nicht wissen? Können wir das Nichts eingrenzen? Können wir im Bewusstsein das Unbewusste denken? Können wir wissen, was wir nicht wissen?

Weiterlesen: Beitrag ‚Das Unbewusste als das Unbekannte‘

Ich sage: Wir können nicht. Dass wir glauben zu können, wirft ein vielsagendes Schlaglicht auf unser materialistisches Weltbild.

Hier nur zwei Beispiele:

1.) Es gibt den Ausspruch von Friedrich Nietzsche „Es denkt“. Er meint damit das durchaus wahrnehmbare Denken, das vor sich geht, ohne dass der Mensch dazu irgendetwas tun muss. „Es denkt“, ganz ohne Grund und Veranlassung. „Es denkt“ logisch und weiterführend. „Es denkt“ – das bedeutet, nicht das Ich regiert das Denken, sondern das Denken regiert das Ich. Wenn aber das Denken das Ich regiert – wie kommt dann das Ich darauf, es habe einen Überblick über eine abgegrenzte Anzahl von Informationen aus einer Endlichkeit des Außen? Es erkennt sich nicht einmal selbst!

Zitat:

„Der Mensch kann zwar tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will.“ Arthur Schopenhauer

2.) In der Teilchenphysik wird klar, dass die menschliche Beobachtung das beeinflusst, was der Mensch beobachtet. Einstein sagte: „Die Theorie bestimmt, was beobachtet werden kann.“ Aber mehr noch, in bestimmten teilchenphysikalischen Versuchen (Ich beschrieb das in „Alles ist Geist“) wird klar, dass die Beobachtung das Ergebnis eines einzelnen Versuches beeinflusst. Auch insofern kann von einer festgelegten Anzahl objektiv abrufbarer Informationen nicht die Rede sein.

Das Subjekt beeinflusst das Objekt. Ist hier Telepathie am Werk? Ist es so, dass der Geist erschafft?
Weiterlesen: Artikel ‚Telepathie – was sind telepathische Fähigkeiten?‘

Lesen Sie auch: ‚C.G. Jung – kollektives Unterbewusstsein‘

 

Kann der Mensch etwas NICHT wissen? Unwissenheit. was last modified: Februar 20th, 2016 by Henrik Geyer

Das Unbewusste als das Unbekannte

Das Unbewusste als das Unbekannte

Ich möchte in diesem Artikel ein anderes Konzept für das Unbewusste darstellen. Das Unbewusste als das Unbekannte. Das Unbewusste als das, was wir nicht wissen, und aus systemischem Grund nicht wissen können. Das Unbewusste als Synonym für das Nichts.

Im hier vorgestellten Sinn ist das Unbewusste Ausdruck des spirealistischen Weltbildes. Der spirealistische Begriff des Unbewussten steht im Gegensatz zum materialistischen Begriff des Unbewussten, als erkennbar (und damit bereits erkannt).

Ähnliches Thema: Artikel ‚Materialismus – was ist das?‘

Das Unbewusste als das Unbekannte – wozu soll das gut sein?

Zunächst einmal zu einer Frage, die mir öfters begegnet. Wenn man schlicht sagt, das Unbewusste sei quasi einfach das Unbekannte, ist das nicht ein Rückschritt? Gibt man damit nicht Wissen auf, das man hat – nämlich das Wissen über das Unbewusste?

Ist das überhaupt Wissen, was der Spirealismus da ausdrückt, oder nicht einfach „Wissen, dass man nichts weiß“, was wiederum ziemlich überflüssig klingt?

Nein.

Erstens: Man gibt kein Wissen auf, denn man vergisst ja nichts. Man muss auch nicht alles Hoffen und Streben aufgeben, nur weil man feststellt, dass das, was man Wissen nennt, eine andere Bedeutung haben könnte.

Zweitens: die Sichtweise, das Unbewusste als das Unbekannte zu sehen, ist einfach eine andere Wahrnehmung des Bewusstseins. Diese Wahrnehmung verbindet sich im Spirealismus mit einer anderen Wahrnehmung was der Mensch ist, was Erkenntnis ist und Wahrheit. Und was das Wesen des Kosmos ist. (Denn alles, was ist, was das All ist, sehen wir ja durch das Bewussstein)

Weiterlesen: Artikel ‚Weltall – All – Alles. Was ist alles? Das Weltall als Vorstellung‘

Drittens: Spirealismus führt in seinen Schlüssen sehr viel weiter, und in eine ganz andere Richtung, als der Materialismus. Erst einmal führt er weltanschaulich weiter, aber später sicherlich auch wissenschaftlich.

Warum ist das Unbewusste gleich dem Unbekannten?

Man redet vom Unbewussten, und glaubt, dieses benennen zu können. Doch wie will man etwas benennen, das man nicht kennt? Schließlich ist doch alles, von dem wir denken oder sprechen können, definitionsgemäß IM Bewusstsein, und nicht außerhalb.

Plato hatte einen ganz ähnlichen Einwand (eigentlich denselben) zum Nichts gemacht. Was kann man über das Nichts sagen, wenn der Begriff des Nichts doch nichts beinhaltet? Und ebenso verhält es sich mit dem Unbewussten.

Das Unbewusste ist das, was wir nicht wissen

Demgemäß ist das Unbewusste das, was wir nicht wissen.

Genauso gut könnte man technische Wissen, wie ein Elektromotor funktioniert, angenommen man hat dieses Wissen nicht, „unbewusst“ nennen. Oder man nennt jemanden, der dumm ist, unbewusst.

Dummheit ist unbewusste Unwissenheit.
Josh Billings

Oder man könnte das Wissen, wie Photosynthese funktioniert „unbewusst“ nennen. (die Besonderheit ist hier, dass es kein menschliches Wissen gibt, wie Photosynthese funktioniert).

Oder man könnte all das Denken, das die Funktionalität des Körpers betrifft, unbewusst nennen. Der Körper „handelt“, er funktioniert, all das ist etwas, was „Ich mache“ – und zwar aus Gründen und aus Gedanken heraus, die ich nicht kenne. Also trifft hier alles zu, was wir über das Unbewusste wissen – es ist uns eben nicht bewusst. Es ist uns unbekannt.

Das Bewusste ist das, was wir wissen

Das Bewusste wiederum – das sind die Gedanken die wir von Moment zu Moment denken, und die eine gewisse Redundanz aufweisen, was wir Erinnerung nennen.

Was wir über die Funktionalität des Magens wissen, ist uns bewusst. Was wir über die Gründe von uns selbst wissen, unsere geistigen Wurzeln in der Jugend etwa, etc., ist uns bewusst. Man kann all das nicht unbewusst nennen.

Den Grenzbereich zwischen Bewusstem und Unbewusstem nenne ich Phantasie, Assoziieren, Traum.

Weiterlesen:  ‚Kreativität und Phantasie‘

 

Das Unbewusste in der Vorstellung C.G.Jungs, als etwas Unter-der-Oberfläche-Liegendes / Bewusstsein wie Inseln im Meer
Das Unbewusste in der Vorstellung C.G.Jungs, als etwas Unter-der-Oberfläche-Liegendes / Bewusstsein wie Inseln im Meer

In der obigen Grafik kommt die Sichtweise von C.G.Jung auf das Bewusstsein, bzw. Unterbewusstsein zum Ausdruck. In Weiterentwicklung der Anschauungen Sigmund Freuds sah er das Unbewusste als teilweise individuell an, teilweise kollektiv.  D.h., dass das, was sich dem Menschen als Inhalt seines Unterbewusstsein entlocken lässt, ist teilweise seine eigene, individuelle Erfahrung, teilweise kommt in jedem Individuum eine Menschheitserfahrung (kollektives Unterbewussstein/Archetypen) zum Ausdruck, die nicht erlernt werden muss.

 

Das Unbewusste / Nicht Bewusste als das Unbekannte
Das Unbewusste / Nicht Bewusste als das Unbekannte

Im obigen Bild wird die vorhergehende Grafik so abgewandelt, dass man das Unbewusste, also das Nicht-Bewusste, als unbekannt darstellt. Doch auch das sieht im Bild zu sehr danach aus, als könne man eine klare Grenze ziehen. Und das wäre nicht der Sinn von „etwas ist unbekannt“. Man könnte beispielsweise denken, man wüsste, wo die Inseln sind (man hat zur Orientierung die Wasseroberfläche), wo das Unbekannte beginnt, was es ist… Daher die nächste Grafik…

 

Das Unbewusste / nicht Bewusste konsequent als das Unbekannte verstanden, das Nichtwissen, das Nichts
Das Unbewusste / nicht Bewusste konsequent als das Unbekannte verstanden, das Nichtwissen, das Nichts

Der Sinn dieser Grafik ist es, offen zu lassen was das Unbewusste (im Sinn von „das Unbekannte“) ist, wo es ist, wo es endet und beginnt, wie groß es ist. Es ist die spirealistische Auffassung des Unbewussten.

Man sieht, dass das, was wir zu unserem Ich-Universum rechnen, zu unserem Bewusstsein, als relativ scharf erscheint. An den Rändern jedoch löst es sich auf (in dieser Grafik nach unten hin), und wird zu Erinnerungen, Träumen, Gedanken. Es ist dieses Auflösen in der Unendlichkeit, das Generationen fragen ließ, was der Unterschied zwischen Traum und Realität, zwischen Gedachtem und „realem“ Objekt ist. (Ich weiß nicht, ob ich ein Mann bin, der träumt, ein Schmetterling zu sein, oder ob ich ein Schmetterling bin, der träumt, ein Mann zu sein. Dschuang Dsi)

In der Grafik repräsentiert jede Spitze ein Ich – das Ich ist das Zentrum jedes Ich-Universums.

So gesehen ist das Weiße, das die Spitzen, bzw. Inseln umgibt, das Unbekannte. Es trennt die Spitzen voneinander. Zugleich verbindet das Unbekannte alles, auf eine dem Ich unbekannte Weise. Dass eine Verbindung besteht und bestehen muss, über das hinaus, was wir gemeinhin wahrnehmen, ist das Konzept beispielsweise des Begriffes „kollektives Unterbewusstsein“.

Wir können zwar im Einzelnen benennen, wie geistige Inhalte in ähnlicher Form immer wieder auftauchen (Sprache, Kommunikation) – doch es gibt eine Kommunikation jenseits des uns Sichtbaren.

Diese Grenze des Denkens, also das Nicht-Wissen um die Form und die Inhalte des uns Unbekannten, ist mit Notwendigkeit da, und nicht überwindbar so sieht es der Spirealismus. Das Ich muss in seinen Fähigkeiten begrenzt sein, denn es ist Teil, nicht alles. „Alles“ zu sein würde zugleich die individuelle Existenz des Ich auflösen.

Weiterlesen: Artikel ‚Alles und Nichts – kann das Alles zugleich das Nichts sein?‘

 

Das Unbewusste als das Unbekannte was last modified: März 25th, 2016 by Henrik Geyer

Anthropozentrismus – seine Ursache und Funktion

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Anthropozentrismus ist die beim Menschen stets anzutreffende Vermutung, er befände sich im Zentrumgeografischer wie kosmischer Gegebenheiten, im Zentrum der Vernunft, im Zentrum des Interesses seiner Götter etc..Es ist zugleich die Zentralsicht jedes Einzelnen auf sich selbst,als das Zentrum des jeweiligen Ich-Universums.

Im Sprealismus hat der Anthropozentrismus eine bestimmte Funktion und Logik. In diesem Artikel geht es darum, welche das ist

Was ist Anthropozentrismus?

Anthropozentrismus ist die dem Menschen selbst rätselhafte Selbstsicht des Menschen seiner selbst als zentral/in der Mitte stehend.

Ausdruck des Anthropozentrismus … Beispiele

Zitat: „Der Mensch ist das Maß aller Dinge“ (antiker Philosoph Protagoras)

Geografisch: Die immer wieder auftretende Vermutung, „der Mensch“, oder Teile von „dem Menschen“, befänden sich in der Mitte geografischer Begebenheiten. Reich der Mitte. Mittelmeer.

Objektivitäts-Denken: Die dem Menschen geläufigen Begriffe empfindet er als objektiv, das heißt, er glaubt, es gäbe sie außerhalb und unabhängig von seinem Denken. Wenn das was er sagt für alle und alles gilt – dann empfindet er sich selbst sozusagen als das Zentrum der Vernunft (man kennt: Der Mensch als die Krone der Schöpfung). Das äußert sich auch in seiner Vermutung, nur er selbst könne denken, während die ihn umgebende Natur „geistlos“ sei.

Beitrag: ‚objektiv subjektiv. Was ist der Unterschied zwischen Objektivität und Subjektivität?‘

Menschliche Kausalität:  Die menschliche Kausalität versteht der Mensch nicht als schöpferisch, sondern als unabdingbar (siehe Objektivitätsdenken). Wenn seine kausalen Ableitungen keine Schöpfung sind, sondern eine geistige Notwendigkeit, dann sieht er sich wieder in der Rolle des genialen Erkenners einer Realität außerhalb seiner selbst.

Religiös: Seine Vermutung, er selbst stünde im zentralen Interesse des Schöpfers/Gottes, während alle andere Natur dazu geschaffen sei, von ihm genutzt/ausgebeutet zu werden

Im Individuum: Die stets anzutreffende Vermutung, man selbst befände sich in der Mitte der menschlichen Vernunft. Im Zentrum dessen, was man „den gesunden Menschenverstand“ nennt. „Ich bin Realist…“

Welche Ursache hat Anthropozentrismus?

Die Ursache und Notwendigkeit für den Anthropozentrismus sieht der Spirealismus im Entstehen des Bewusstseins.

Das Ich-Universum jedes Menschen bildet sich um einen Punkt herum: das Ich. Das Zentrum jedes individuellen Universums ist immer das Subjekt. Das ist verständlich, denn jedes sichtbare Objekt wird in Verbindung gebracht mit der Perspektive, aus der es beobachtet wird. Dem Ich, dem zentralen Punkt.

Ein zentraler Begriff des Spirealismus ist Supersubjektivität. Dieser Begriff besagt einerseits, dass die Beobachtung vieler Ichs wieder subjektiv ist, und nicht, wie diese annehmen, objektiv (im Sinne von: man kann es nicht anders sehen). Andererseits ist die Folgerung des Begriffes Supersubjektivität, dass aus vielen Subjekten ein neues Subjekt wird. Aus den Menschen wird die Menschheit. Der Mensch als Teil eines größeren Subjektes.

Dieses größere Subjekt hat eine eigene Wirkung, eine eigene Psychologie, eine eigene Subjektivsicht. Auch im Supersubjekt Menschheit ist der Anthropozentrismus anzutreffen.

(Man beachte: im Grunde genommen wird der Begriff Anthropozentrismus meist genau umgekehrt gesehen: er tritt in vielen Menschen auf, aber nicht im Einzelnen).

Materialistisches Weltbild

Das materialistische Weltbild, das den Menschen als einzigartigen Beobachter der Schöpfung sieht, nicht als Element der Schöpfung, kann man ebenso als Ursache des allgegenwärtigen Anthropozentrismus sehen.

Ebenso allgegenwärtig wie der Materialismus ist der Anthropozentrismus.

Welche Wirkung hat Anthropozentrismus?

Der Anthropozentrismus bewirkt, dass sich der Mensch als Individuum begreift, es zugleich aber für selbstverständlich hält, dass das Wissen und das Können der Menschheit auch in ihm selbst zum Ausdruck kommt. Er hält sich selbst für „den Menschen“.

Weiterlesen:  ‚Supermensch – Übermensch – Superman = der Mensch‘

Eine der Wirkungen und zugleich Ursachen des Anthropozentrismus ist die Annahme, es gäbe nur eine Wahrheit, nur eine Realität, nur eine Welt. Daher brauchen wir auch nur eine Wissenschaft.

Die positive Seite dieses Anthropozentrismus kann man darin sehen, dass sich die Wirkkraft der vielen Menschen nicht zersplittert. Im Grunde sind die Menschen Eins – ein Organismus. Die Wissenschaft, an der nahezu alle arbeiten, bedient sich stets der gleichen Termini, Resultate, der selben Sprache.

Die negative Seite ist eine falsche Weltsicht. Eine falsche Sicht auf die Gründe des eigenen Seins. Denn der Anthropozentrismus suggeriert dem Menschen fälschlich, in einem Mittelpunkt zu stehen. Der Mittelpunkt des menschlichen Denkens bleibt daher letztlich nur er selbst – und das findet er ganz normal. Seine Wirkungen auf das Ganze sind dem Menschen auf diese Weise unbegreiflich.

Spirealistisches Weltbild

Anthropozentrismus, Bewusstsein, im spirealistischen Verständnis
Anthropozentrismus, im spirealistischen Verständnis

In der Grafik abgebildet: die spirealistische Vorstellung von Anthropozentrismus. Das größere Ganze bildet sich aus einer Vielzahl von Ichs (im Bild links die blauen Kreise). Die Kreise haben jeweils Zentren, überschneiden sich aber auch (das sind die geistigen Inhalte des Anderen, die auch in mir sind).

Im Bild rechts wird aus den vielen blauen  Kreisen ein größerer, dunkelblauer Kreis – aus vielen Menschen wird die Menschheit, oder aus einigen Menschen wird eine Gruppe.

Das kosmische Kontinuum: Diese Abbildung suggeriert ein Statisch-Sein der Begriffe. Das soll aber nicht gesagt sein. Im Grunde sind diese sich bildenden Einheiten stufenlos variierbar. Je nachdem, wie es in diesem Augenblick verstanden wird.

Am Rand des Bildes sieht man Kreise, die sich in der Farbe verändern. Das sind nicht-menschliche Ich-Universen/Informationen. Wir nehmen sie nicht als „Ich“ war, sie stehen aber dennoch in einem relativen Verhältnis zum Ich/gehören zu ihm/bedingen es.

 

 

Siehe auch: Artikel ‚Der Mensch als geistige Singularität. Kausalitäts-Monster Bewusstsein‘

 

 

 

Anthropozentrismus – seine Ursache und Funktion was last modified: Februar 20th, 2016 by Henrik Geyer

Sind die Gedanken bei den Dingen? Ist das Denken von den Dingen gleich den Dingen?

Thema Gedanken: Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Dass wir finden was wir suchen ist ein assoziatives Gesetz. Es gilt auch für unser wissenschaftliches Suchen.

Ein wichtiger Ausgangspunkt für das Verständnis vieler Denkrichtungen (auch des Spirealismus) ist folgende Frage: Sind die Gedanken selbst die Dinge? 

Man kann es auch anders formulieren: Was sind die Dinge jenseits meiner Gedanken? Noch anders formuliert: Was sind die „richtigen“ Dinge MEHR, als das, was meine Gedanken in ihnen sehen?

Aus materialistischer Sicht scheint es unnötig, diese Fragen zu stellen, denn es ist ja die selbsterklärte Denkvoraussetzung des Materialismus, man beschäftige sich mit der Materie, also Dingen außerhalb des Geistes.

Dass diese Frage so „realitätsfern“ scheint, ist, soweit ich sehe, ein Haupthindernis des Verständnisses des Spirealismus. Man kann das Rätselhafte der Welt nicht sehen, da man glaubt, alles Rätselhafte sei mit der materialistischen Wissenschaft aus der Welt geschafft.

Ich möchte in diesem Artikel kurz darstellen, warum die oben genannten Fragen ihre Berechtigung haben, und was letztlich gegen den Materialismus als Weltanschauung spricht, und warum er nur eine Möglichkeit des Denkens ist.

Nebenbemerkung: Wenn hier von „Dingen“ die Rede ist, so sind damit nicht besondere, sondern ganz normale Dinge gemeint, wie ein Baum, oder ein Auto, ein Tisch … was auch immer.


 

Das Problem

Jedes Individuum kann sich mit Fug und Recht sagen: Für mich können die Dinge nichts anderes sein, als das, was ich über sie denke.

Gleichzeitig, und dem zum Widerspruch, legt uns die materialistische Weltanschauung nahe, dass die Gedanken nicht die Dinge sind, sondern nur deren Abbild im Geiste, eine Widerspiegelung also. Die Dinge gäbe es demnach noch einmal „richtig“, jenseits der Gedanken.

Doch, wie könnte jemals etwas „Richtiges“ ausgesagt werden, über die Dinge, wenn man doch dazu nur die Gedanken hat, die erklärtermaßen von den Dingen abweichen? Selbst wenn man irgendein Ding genauestens untersucht und zu noch so vielen Schlüssen gelangt … was man im Geist bewegt kann doch nach diesem Weltbild immer nur eine unvollkommene Widerspiegelung sein, nie das Ding „an sich“. Das Ding „an sich“ – also jenes Ding jenseits der Gedanken, von dem Immanuel Kant fand, es sei nicht beschreibbar, wenngleich es wohl vorhanden sein müsse.

Am Ende muss man fragen: „Gibt“ es die Dinge überhaupt, jenseits des Denkens?

Es ist das Wesen der materialistischen Weltanschauung zu sagen, dass die Dinge jenseits des Geistes, getrennt von ihm existieren; sie sagt auf die gestellte Frage: „selbstverständlich!“

Es ist hingegen das Wesen der spirealistischen Weltanschauung, die gestellte Frage zu verneinen. Sie sagt: Die materialistische Vorstellung von Existenz ist falsch. Die Dinge und das Denken an die Dinge sind nicht zweierlei.

Was gegen die materialistische Anschauung spricht

Wir finden nirgendwo einen Beweis für die existierende Außenwelt

In diesem Blog oft genug angeführt wurde (so dass ich es nicht wiederholen möchte) die vergebliche Suche nach dem Ding „an sich“. Also das Begreifen dieses legendären Dinges, das außerhalb des Bewusstseins liegen soll. Um dessen eigentliche Existenz zu begreifen, hätten wir aber wiederum „nur“ das Bewusstsein – also die Gedanken.

Der Versuch, das Ding „an sich“ (exemplarisch verstanden, als die von uns getrennte Außenwelt) zu begreifen, scheitert.  Weil dieser Versuch scheitert, darf man sagen, dass wir die Existenz einer vom Geist getrennten materiellen Außenwelt nur annehmen.

Aber – eigentlich nehmen wir sie nicht nur an, wir setzen sie voraus. Als fundamentalste Basis unseres Denkens steckt diese Annahme in der Sprache und im Denken.

Sinnesorgane als Grund für Materialismus – Umkehr der Kausalität

Problem: Es scheint geradezu absurd, zu behaupten, die Dinge seien nicht „da“ – wozu sind dann wohl die Sinnesorgane da, die uns von den Dingen doch erst Kunde geben?

Gegenfrage: Wenn die Dinge nicht so „da“ sind, wie wir vermuten, warum sollte dann für die Sinnesorgane etwas anderes gelten? Warum sollten sie „da“ sein? Auch sie müssten doch Elemente des Geistes sein, wenn wir von den Dingen reden, und der eigentlich unumgänglichen Tatsache, dass die Dinge im Geist existieren. Schließlich sind Mund, Nase, Ohren auch solche Dinge, nach denen wir in der Eingangsfrage fragten.

Die wissenschaftlichen Untersuchungen der Sinnesorgane lassen nicht den Schluss zu, dass die Sinnesorgane ein objektives Bild einer Außenwelt zeichnen

Es ist eigentlich sehr banal, muss aber dennoch in die Erinnerung zurückgebracht werden:  – die Sinnesorgane haben keinen „direkten Draht“ zu den Dingen.

Dass sie etwas abbilden ist die materialistische Sicht. Aber auch demnach würden sie ja nur ein Bild liefern – ein Zerrbild. Denn das Bild und das abzubildende Ding sind wiederum zweierlei.

Umso erstaunlicher für die materialistische Wissenschaft festzustellen, dass das Auge z.B. keine objektiven Farben im Außen vorfindet, sondern diese werden im Denken konstruiert. Als Phantasieprodukt helfen die Farben sozusagen, die Dinge zu unterscheiden, die das geistige Auge „sieht“.

Und beim Hören beispielsweise kommen die Dinge ja nicht zu uns, indem wir von ihnen hören, sondern wir hören andere Menschen über Dinge sprechen, und dann sind die Dinge ja ebenfalls „bei uns“ … also im Geiste. Auch das ist offenbar ein Weg, Dinge wahrzunehmen.

Das Untersuchen von Dingen ist das Erschaffen anderer Dinge

Unsere Methode, die Dinge zu untersuchen ist nicht, dass wir die Dinge in ihrer Gesamtheit besser begreifen.

Bei einem Motor, den wir selbst erschufen, folgt das Zerlegen in seine Teile nach unserer Logik. Aber bei den natürlichen Dingen ist unsere Methode ebenfalls das Zerlegen der Dinge in wieder andere Dinge. So, als wäre auch das ein Motor, den wir selbst erst kurz vorher zusammengebaut haben. Doch – verstehen wir die Kausalität der Natur, oder nur unsere eigene? Wie kommen wir darauf, wir würden überall unsere Vorstellung von Kausalität wiederfinden? Wie kommen wir darauf, dass wir die Gedanken der Natur mit der materialistischen Wissenschaft nachvollziehen?

Nein, wir vollziehen nicht nach, wir erschaffen – auch hier!

Wir erschaffen Dinge, die es im eigentlichen Sinn gar nicht „geben“ kann. Man denke an das Atom, das, wie früher vermutet, „letzte Ding“, vielleicht sogar Ding „an sich“. Früher dachte man, dass hier die Kette aller kausalen Zusammenhänge enden müsse.

Weiterlesen:  ‚Kausalität – was ist das? Über das „Warum“ in der Natur.‘

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Naturwissenschaftliche Erkenntnisse sind Teil der Schöpfung, nicht ihre Widerspiegelung.
Naturwissenschaftliche Erkenntnisse sind Teil der Schöpfung, nicht ihre Widerspiegelung.

Und so wurde das Atom gefunden (erfunden). Es ist ein assoziatives Gesetz, dass wir immer finden was wir suchen. Das gilt auch für das so apostrophierte Außen. Man kennt dieses Gesetz aus der spirituellen Welt als Gesetz der Anziehung. Paul Watzlawick formulierte es so:

„Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel.“

Der letzte Beweis für all unsere Theorien ist, dass sie sich aufeinander beziehen und, miteinander kombiniert, irgendwie funktionieren. Aber sie funktionieren nur miteinander, weil sie sich untereinander grundlegend unterscheiden. Im Grunde sind Chemie, Physik, Biologie verschiedene Weltanschauungen, die eigentlich nicht zusammenpassen, und deshalb den Wunsch nach einer Weltformel laut werden lassen.

Jedenfalls aber beweist keine unserer Theorien die Existenz von Dingen „an sich“, oder sagen wir: die Existenz einer Außenwelt, die unabhängig von uns wäre. 

Umgekehrt ist es so, dass gerade Wissenschaftler in der Teilchenphysik die größten Zweifel daran haben, dass ihre Vorstellungen von den Dingen (Teilchen) und die „tatsächlichen Dinge“ etwas miteinander zu tun haben. Denn das, was sie am aller notwendigsten zu finden hoffen, nämlich das letzte greifbare Teilchen, finden sie nicht.  Statt dessen finden sie, was ihnen weltanschaulich nicht gelegen kommt: Wahrscheinlichkeit. Ich beschrieb das in „Alles ist Geist„.

„Das Denken erschafft“ – eine Erfahrung, die jedem zugänglich ist

Ebenso beschrieb ich dort die für mich ganz persönlich zuerst verblüffende Tatsache, dass wir Dinge im Denken erschaffen können – die dann für uns „da“ sind, so als wären sie schon immer „da“ gewesen, und eigentlich nicht wegzudenken. Jeder kann diese Erfahrung an sich selbst machen. Der unmittelbarste Weg diese Erfahrung zu machen ist, Glauben zu suchen und ihn zu erlangen.

Lesen Sie auch:  ‚Glaube Liebe Hoffnung – ohne Glauben geht nichts‘

Aber man kann das auch in einem ganz allgemeinen Sinn überlegen, wenn man bedenkt, dass die allermeisten Begriffe, von denen wir ständig reden, ja nicht in eigentlichen Sinne „da“ sind. Man denke einfach an die Vergangenheit und die Zukunft, an Grenzen, an die Liebe,  an die Zahlen 1,2,3, etc… Oder man denke auch an das Atom. Im eigentlichen Sinne „da“ ist es nicht. Niemand hat es je gesehen, niemand kann es wiegen. Wie gesagt haben insbesondere Atomphysiker starke Zweifel an seinem (Vorhanden-)Sein.

Welche Notwendigkeit gibt es für Materialismus?

Der Kerngedanke des Materialismus ist: Hier ist Geist (der Mensch), dort Materie. Geist beobachtet Materie. Materie als der Inbegriff einer vom Menschen getrennten Außenwelt.

Aber: Welche Notwendigkeit gibt es, dass man an eine vom Menschen getrennte Außenwelt glauben muss?

Der Spirealismus sagt: Keine. 

Das Wort „Glaube“ versteht der Materialismus falsch. Unser Wissen ist selbst ein Glaube. Was wir von der Welt kennen basiert auf Glaube. Warum? Weil sich Wissen letztlich an keinem objektiven Ding, an keinem Ding „an sich“, beweisen kann. Somit ist Wissen jeglicher Art, und sei es das aller-wissenschaftlichste Wissen, auf Fragen zurückgeworfen wie: Wo findet man nun das Ding an sich? Wo ist das Atom? Man kann es nicht selbst, sondern nur Spuren davon in Nebelkammern beobachten … Dies ist ähnlich der Frage, mit der man Gläubige oft konfrontiert: Wo findest du Gott – hinter welcher (Phantasie-)Wolke verbirgt er sich?

Das Atom findet man nicht selbst, sondern nur Spuren in Nebelkammern. Was beobachtet man da? Es sind Spuren von Theorien, die man beobachtet. Einstein bemerkte einmal, es bestimme erst die Theorie, was man beobachten könne.

Die Antwort auf die Fragen „Wo findest du das Atom?“ und auch „Wo findest du Gott?“ ist jeweils: Im Geist. In den Gedanken.

Der Spirealismus löst sich vom Glauben

So gesehen löst sich der Spirealismus von einem Glauben, und zwar von dem Glauben des Materialismus.

Der Spirealismus sagt zwar nicht, wir kämen ohne Glauben aus (oder sollte ich sagen „Wissen“?). Aber wir haben doch, wenn wir den Glauben als solches erkennen, ein besseres Verständnis dafür, dass die Welt im Geiste liegt, und dass es durchaus (auch) an uns ist, die Welt im Geiste zu formen.

Wir können an vieles glauben – ebenso vielfältig kann im Prinzip auch das wissenschaftliche Wissen sein. Dass es nur ein „richtiges Wissen“ gäbe, und nur eines geben könne, ist Folklore. Diese Aussage basiert auf der Annahme, es gäbe auch nur ein richtiges Außen (Materie), das der Geist beobachten würde …. dies ist aber „nur“ ein Glaube – dieser spezifische Glaube gehört zum materialistischen Weltbild.

Es gibt ein Problem: der materialistische Glaube ist so fest verwurzelt in unserer Sprache, in unseren Vorstellungen, dass es (fast!) unmöglich ist, jenseits dieses Glaubens zu denken. Aber das ist ja das Wesen jeden festen Glaubens. Der Spirealismus jedenfalls hängt diesem Glauben nicht an.

Thema: Artikel ‚Spirituelles Erwachen – Chance für die Menschheit‘

 

Sind die Gedanken bei den Dingen? Ist das Denken von den Dingen gleich den Dingen? was last modified: Oktober 30th, 2016 by Henrik Geyer