Was war eher da – Ei oder Henne? Was besagt dieses Paradox?

Was war eher da - Ei oder Henne? Was besagt dieses Paradox?

Was war eher da – Ei oder Henne? Dies ist ein volkstümliches Scherzrätsel, das nach üblicher Sichtweise keine Auflösung hat.

Das Rätsel erscheint als Paradox. Ohne Ei, aus dem eine Henne schlüpfen kann, keine Henne. Und ohne Henne, die Eier legt, kein Ei. Was ist richtig? Was ist die Wahrheit? Kann es nur eins von beidem sein?

Der Grund „an sich“

Es ist die gängige Annahme, es gäbe einen letzten Grund für alles. Jede Kausalkette, nimmt man (zu Unrecht) an, habe irgendwo ein Ende. Das lässt die Frage „Was war eher da – Ei oder Henne?“ wie eine normale Frage erscheinen. Müsste sich nicht sagen lassen, was der wirkliche Grund ist? Ist der Grund für die Henne nun das Ei, oder umgekehrt?

Die Antwort liegt in uns

Doch, wie letztlich bei jeder Kausalkette, ist es an uns, die Wirklichkeit erst zu definieren. Ein Ende der Kausalketten ließe sich nie im Äußerlichen finden – sie erscheinen unendlich, wenn man immer weiter denkt. Und so ist auch die Kausalkette der Frage „Was war eher da – Ei oder Henne?“ unendlich – es fehlt der eindeutige Anfangspunkt.

Bis wir selbst einen Anfangspunkt setzen.

Man könnte die Frage „Was war eher da – Ei oder Henne?“ wissenschaftlich behandeln, und festlegen: In der Evolution wird an einem bestimmten Punkt aus einem Urvogel ein Huhn – die Henne war zuerst da. Oder: Das erste Auftreten der neuen Art Huhn war ein Ei …

Oder aber, das wäre die dritte Sichtweise (die des Paradoxons): eine Lösung ist unmöglich.

Die Welt als Kontinuum

Ist hier eine andere Weltsicht gefragt? Es scheint so.

Der Spirealismus als Gegenentwurf zum Materialismus vermutet von vorn herein nicht, dass es DIE Welt fertig in einem Außen gibt. Also DIE Welt in einer Form, so dass für uns bereits Gründe und Informationen fertig in einem Außen zur Verfügung stünden – zum Abruf bereit, so dass man sich fragen könnte: Hat sich die Natur das Paradox von Henne und Ei vielleicht nicht richtig überlegt?

Den Menschen sieht der Spirealismus nicht als Beobachter der Schöpfung, sondern als Element der Schöpfung. Der Mensch ruft den Grund nicht aus Äußerlichem ab, sondern erschafft ihn. Die Fragen die er stellt, und die Antworten, die er findet, sind Teil der Schöpfung. Das bedeutet, die Festlegungen sind nicht schon da, sondern sie kommen aus den Elementen – uns.

Die gewinnbaren Informationen sind uns unendlich, ähnlich wie einer Quelle, der das Sprudeln des Wassers aus ihr wie eine Unendlichkeit erscheinen muss. Die Quelle – das sind in diesem Gleichnis wir selbst – die Menschen. Festlegungen zu finden ist etwas, mit dem wir kein Ende finden können.

Nur wenn die Quelle voraussetzt, in diesem Wasserstrom (der doch aus ihr kommt), seien Anfang und Ende zu finden – dann wird ihr ihre Welt paradox erscheinen.

Spruchbild: Nicht "unser" Denken im Gehirn erzeugt Realität - das Denken geht nicht von unserem Gehirn aus, sondern umschließt und erschafft uns. Ebenso wenig erzeugt eine Quelle Wasser. In einer Quelle tritt Wasser nur zu Tage.
Spruchbild: Nicht „unser“ Denken im Gehirn erzeugt Realität – das Denken geht nicht von unserem Gehirn aus, sondern umschließt und erschafft uns. Ebenso wenig erzeugt eine Quelle Wasser. In einer Quelle tritt Wasser nur zu Tage.

 

Siehe Artikel nihil fit sine causa – Nichts geschieht ohne Grund 

Siehe Artikel Was ist Objektivität?

 

Was war eher da – Ei oder Henne? Was besagt dieses Paradox? was last modified: Februar 8th, 2016 by Henrik Geyer

Nichts geschieht ohne Grund (nihil fit sine causa). Der Grund „an sich“

Spruchbild: Vergangenheit und Zukunft finden im Jetzt statt, Nichts geschieht ohne Grund (nihil fit sine causa). Der Grund "an sich"

nihil fit sine causa – Nichts geschieht ohne Grund. Warum ist das so? Hat sich die Natur alle Gründe bereits ausgedacht, oder (er)finden wir sie erst? In diesem Artikel geht es um Kausalität.

(siehe auch Artikel Kausalität, über das Warum in der Natur)

Das Ding an sich – das Kern-Ding lässt sich nicht finden

Auf diesem Blog wird immer wieder über die Kantsche Formulierung gesprochen, was die „Dinge an sich“ sind. Es geht dabei immer darum, dass sich bereits in der philosophischen Betrachtung zeigt, dass nichts objektiv ist. (Man muss dazu nicht erst die Kernphysik bemühen). In diesem Abschnitt geht es darum, dass die Tatsache fehlender Objektivität ebenso für die Kausalität gilt.

Für den Spirealismus zeigt das, dass die Dinge, worum es sich auch handelt, im Geist entstehen. Anders gesagt: Was wären die Dinge, wenn nicht ein Gedanke daran?

Das Ding an sich – ein Ding jenseits unserer Vorstellungen kann man sich nicht vorstellen. Das klingt trivial, ist es aber nicht. Die materialistische Vorstellungswelt mit ihrem Subjekt/Objekt-Gefüge legt ja nahe, es müsse objektive „Dinge“ außerhalb des Menschen geben. „Was sonst wohl beobachten wir?“, fragt die materialistische Logik.

Insofern ist es ziemlich überraschend, und innerhalb der materialistischen Begriffswelt unmöglich, sich vorzustellen, dass es die Welt unserer Gedanken auch ohne solche „äußerlichen Objekte“ geben kann – wie der Spirealismus jedenfalls feststellt.

Zumindest aber, und dies mag überraschend genug sein, kann man erst einmal feststellen, dass es ein Ding außerhalb unserer Vorstellungen nicht geben kann. Denn wir bleiben ja immer innerhalb unserer Vorstellungen.

nihil fit sine causa – Der Kern-Grund lässt sich nicht finden

Der Grund einer Sache, oder eines Dinges, sehen wir immer in einer anderen Sache, oder in einem anderen Ding. Wenn wir nun festgestellt haben, dass es die Dinge „an sich“ nicht gibt, dann gilt dasselbe für die Gründe „an sich“.

Man könnte auch sagen, dass es eine Unschärfe an Stelle einer vermuteten Objektivität gibt, und diese Unschärfe bezieht sich auf jeden Gedanken, den wir fassen können. Eben auch auf die Gedanken zur Kausalität.

Eben dasselbe finden wir in dem zutreffenden Satz „Nichts geschieht ohne Grund“ (nihil fit sine causa) – er bedeutet ja schließlich auch, dass die Kausalkette kein definiertes Ende haben kann. Für jeden Grund können wir wieder einen Grund finden. Die Kette der Gründe verschwindet im Unendlichen – ein definierter Grund „an sich“ ist nirgendwo zu finden.

Vergangenheit und Zukunft finden im Jetzt statt

… und im Jetzt definieren wir relativ frei, was die Gründe für die Dinge sind. Wir werden darin umso freier, je mehr wir uns der Rolle bewusst werden, selbst der Definierende zu sein – dieses Bewusst-Werden ist ein Anliegen des Spirealismus.

Dass Vergangenheit und Zukunft gedankliche Konstruktionen des Jetzt  sind, hat Eckhart Tolle in seinem sehr empfehlenswerten Buch „Jetzt“ herausgearbeitet. Man kann ein ganzes Buch lang zu diesem einen Tatbestand meditieren – und die Zeit ist nicht verschwendet.

Ein Beispiel

In den Neunzehnhundert-Siebziger Jahren galt es als unbestreitbar, dass Kolumbus Amerika entdeckte. Damals galt das als unbestreitbare Tatsache. Wer damals gesagt hätte, der Grund für das Amerika wie es heute ist, sei nicht die Entdeckung durch Kolumbus, wäre ausgelacht worden.

Heute lernen die Schulkinder, dass die Wikinger vor Kolumbus Amerika erreichten (was meiner Ansicht nach in den 80ern bekannt wurde). Wieder würde jeder ausgelacht werden, der dies bestritte.

Das bedeutet, dass die Definition für das, was wir für „unbestreitbare“ Kausalität halten, im Jetzt stattfindet, und im nächsten Augenblick anders sein kann. Immer aber erscheint die Begründung des Momentes wie der Weisheit letzter Schluss.

Natürlich gibt es in der materialistischen Sichtweise immer die Vorstellung, diese sich weiterentwickelnden Wahrheiten würden auf einen Endpunkt zusteuern – der eigentlichen, objektiven Wahrheit, die man am Ende zu finden gedenkt. Jedoch kann man sich, gerade wenn man sich vor Augen hält, dass Objektivität nicht in der kleinsten Sache gegeben ist, vorstellen, dass es keinen Endpunkt gibt. Schon gar keinen, auf den eine sich entwickelnde Wahrheit mit irgendeiner Notwendigkeit zusteuert.

Der scheinbare Endpunkt jeder Vergangenheit ist immer das Jetzt. Der scheinbare Ausgangspunkt jeder Zukunft ist immer das Jetzt. Und im Jetzt ist nichts objektiv.

nihil fit sine causa – Nichts geschieht ohne Grund. Den Grund für jede Sache zu suchen (und zu finden) ist eine Frage unserer Denkweise ist. Die Gründe kommen aus uns.

ein Mehr an Beobachtern führt nicht zu größerer Objektivität,

dies ist eine weitere Grundaussage des Spirealismus, der dies „Supersubjektivität“ nennt. Also eine gleichermaßen subjektive Beobachtung, auch wenn Viele diese teilen.

Hierzu ein Schopenhauer-Zitat

Denken können sehr Wenige, aber Meinungen wollen Alle haben: was bleibt da anderes übrig, als daß sie solche, statt sie sich selber zu machen, ganz fertig von Andern aufnehmen? – Da es so zugeht, was gilt noch die Stimme von hundert Millionen Menschen? – So viel wie etwa ein historisches Faktum, das man in hundert Geschichtsschreibern findet, dann aber nachweist, daß sie alle einer den andern ausgeschrieben haben, wodurch zuletzt alles auf die Aussage eines Einzigen zurückläuft.

Nichts geschieht ohne Grund (nihil fit sine causa). Der Grund „an sich“ was last modified: Januar 30th, 2016 by Henrik Geyer

Materialismus – was ist das?

Materialismus - was ist das?

Materialismus – ist die Sichtweise, dass die Welt aus Materie-Objekten besteht, die von Geist (dem Menschen) beobachtet werden

Der Mensch bildet Materie-Objekte im Denken ab

Materialismus eine Denkweise, die die Existenz von Materie für eine fundamentale Denkvoraussetzung hält.

Materialismus ist, so gesehen, die verbreitetste Weltanschauung – es fällt daher schwer, anders zu denken. Sind denn die Dinge, die wir im Außen beobachten, etwa nicht aus Materie (Stoff)?

Materie ist Stoff

Dass die Welt aus Materie (Stoff) besteht, sagt uns erst einmal nicht so viel. Erst wenn wir die gedanklichen Verbindungen anschauen, mit dem Wort Materie mitschwingen, und die ins Unendliche reichen, wird daraus eine ganze Welt von Anschauungen.

Es ist unsere Logik zu sagen, dass eins das Andere aufbaut. Daher ist die Materie geschaffen aus Teilen. Und die Teile bestehen wieder aus Teilen. Im alten Griechenland gab es die Vorstellung, dass die Materie aus nicht mehr weiter teilbaren Teilchen besteht (Atomen). Diese Vorstellung ist einerseits längst überholt, andererseits ist das Denken in Kernen, bzw. nicht weiter teilbaren Einheiten, das Wesen des Materialismus, und so gesehen in der Praxis des täglichen Denkens längst nicht überholt.

Umgekehrt lassen sich aus Materie immer noch größere Formen machen, durch Vervielfachung – auch hier ist Unendlichkeit.

Eins baut das Andere auf – eins ist der Grund für das Andere

Ebenso wie wir meinen, dass das Eine das Andere aufbaut, und aus demselben Grund, ist es gleichermaßen unsere Auffassung, dass sich mit Notwendigkeit das Eine vom Anderen ableitet. Das Eine ist der Grund vom Anderen. Das nennen wir auch Kausalität.

Gier, Geiz, Geld, Besitz = Materialismus?

Erst einmal: Nein, nicht unbedingt. Die Auffassung, die Welt bestünde aus Materie, hat mit Gier nichts zu tun.

Dennoch ist das Für-wahr-Halten objektiver Dinge, und somit das Anstreben von (scheinbar nicht anders sehbaren) Werten, eine Eigenart, die der materialistischen Sichtweise, mit ihren ganz objektiv existierenden Dingen, als Logik folgt. Daraus erwächst, als Übertreibung, Gier.

Dies ergibt sich aber erst in der Gegenüberstellung zu anderen Denkweisen.

Die Gegenüberstellung mit anderen Denkweisen ist allerdings für den Materialismus schwierig, denn er hält sich für selbstverständlich und unumgänglich. Einen gültigen Vergleich zu anderen Weltanschauungen lässt die Sichtweise des Materialismus nicht zu, denn aus ihrer Sicht kann es letztlich nur eine einzige richtige Anschauung geben (es gibt nur eine Wahrheit). Und diese letztendliche Wahrheit findet der Materialismus natürlich bei sich.

Widersprüchlichkeit des Materialismus

Materialismus ist widersprüchlich, denn es hat keine Erklärung für die ihm eigenen Paradoxien

Ein Beispiel: einerseits soll es all das geben, was wir beobachten. Andererseits scheint das, was wir beobachten, unendlich zu sein. Das kommt uns selbst oft genug merkwürdig vor – man denke nur an den rätselhaften Begriff der Unendlichkeit. Hinzu kommt, dass wir im Prinzip immer bemerken können (Achtsamkeit vorausgesetzt), dass unsere Erwartungen unser Erleben steuern. Die Natur hat also alles das, was wir beobachten können, in einer Unendlichkeit bereits vorausgesehen und geschaffen?

So stellen sich in der Kernphysik  eben diese Fragen heute umso mehr und umso drängender, denn hier trifft der materialistische Gedanke auf seine Grundvoraussetzung: das Enden der materialistischen Kausalkette in irgendeinem(!) objektiven Kern – und er erweist sich auch hier als falsch.

Materialismus-Gegensatz: Spirealismus

Spirealismus ist, im Gegensatz zu Materialismus, eine Denkweise, die aus bestimmten Sichtweisen bestimmte Realisierungen hervorgehen sieht. Anders gesagt: Was man sehen kann, ist abhängig von der geistigen Brille, die man trägt – egal, ob nun in Gesellschaft oder Wissenschaft und Technik.

Das bedeutet: Die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse der Menschheit sind Teil der Schöpfung, nicht deren Widerspiegelung.

Im Gegensatz zu Materialismus sieht der Spirealismus nicht sich selbst nur als mögliche Sichtweise an – der beste Beweis hierfür ist die Tatsache, dass der Materialismus in der Welt ist, und als Weltanschauung der Materialisten funktioniert.

siehe auch Spirealismus

Materialismus – was ist das? was last modified: Februar 13th, 2016 by Henrik Geyer

Das Denken ist die Realität – und nicht: das Denken erzeugt Realität

Das Denken ist die Realität. Traum und Realität vermischen sich: Surrealismus. Spruchbild: Was ist die Realität, wenn nicht genau das, was der Einzelne über sie denkt?

Dieser Artikel legt dar, was die Auffassung „Das Denken ist die Realität“ bedeutet, und warum sie notwendigerweise zu fundamental neuen weltanschaulichen Überlegungen führt.

Das Denken ist die Realität

Es gab eine Phase in meinem Leben, die ich am Anfang meines Buches „Alles ist Geist“ schildere, da begriff ich, dass das Denken die Realität ist. Also nicht: das Denken bildet die Realität ab, oder dergleichen. Die Grundauffassung des Spirealismus ist: Die Realität gibt es nicht noch einmal extra, jenseits meines Denkens, etwa in objektiver Form.

Ist die Aussage „Denken ist die Realität“ vereinfachend?
Wer dies nun für eine Binsenweisheit hält, weil man leicht formulieren kann: „Bis zu einem gewissen Grad mag das stimmen…“ : Nein, es ist nicht trivial und nicht einfach, vorausgesetzt, man denkt den Gedanken zu Ende.

Um das zu verbildlichen: Ebenso schwierig ist zu sagen, dass Raum und Zeit im Zusammenhang stehen, so wie es Einstein tat. Ist das denn wirklich einfach? Es scheint höchstens dann einfach, wenn man es so sieht: „Wenn man aus Zwei Eins macht, ist Eins einfacher.“ Aber es ist nicht einfach, denn es bleibt ja die Frage, in welchem Zusammenhang die beiden Begriffe stehen. Wesentlich einfacher ist es, wie gewohnt strikt zu trennen.

„Das Denken ist die Realität“ ist eine Aussage, die in der Konsequenz jede Vorstellung des materialistischen Weltbildes fundamental verändert. Diese Aussage führt zu einer anderen Vorstellung, was Denken überhaupt ist. Sie führt zu einer anderen Vorstellung von der Unabhängigkeit des individuellen Denkens – und zu einem anderen Menschenbild.

Siehe Artikel „Denken erschafft“

Das Denken ist die Realität als spirealistischer Grundgedanke

Wenn man den Satz „Das Denken ist die Realität“ ernst nimmt (was ich tat), dann entfernt man sich automatisch von der Vorstellung, der Mensch würde feste Objekte in seinem Außen beobachten. Denn, wenn sich die Realität im Denken bildet – was ist dann das, was wir gemeinhin Realität nennen? Was sind die festen Objekte des Außen?

Und – eine ganz wichtige Frage: Haben etwa die festen Objekte in meinem Außen etwas mit mir zu tun? Und wenn ja, was?

Das Denken ist die Realität <> das Denken erzeugt Realität

Man kennt den Satz „Das Denken erzeugt Realität“.

Es kommt darauf an, wie man diesen Satz versteht. Er bleibt eindimensional, wenn es bei der Vorstellung eines Gehirns bleibt, das Realität wie eine Fabrik erzeugt.

Zweitens wird „das Denken erzeugt Realität“ meist so verstanden, dass das Denken im Gehirn einen Teil der Realität erzeugt, während der andere Teil in Form vorhandener Objekte weiterhin „da“ ist. Das enthebt der Mühe, sich von der Vorstellung eines aus Materieobjekten bestehenden Außen zu entfernen – die widersprüchliche materialistische Sichtweise bleibt.

Nein, nicht das Denken erzeugt Realität, das Denken ist bereits die Realität.

Wie kann man sich das vorstellen – wie ist das gemeint? Wenn man sagt, dies sei die Realität, oder jenes … was immer ich über die Realität aussage … Was könnte (für mich) die Realität jemals anderes sein, als das, was ich über sie denke oder sage?

Man bedenke: Wäre nicht eigentlich jede andere Aussage absurd? Soll man vielleicht das nicht als die Realität bezeichnen, was man doch für sie hält? Gemeinhin ist es umgekehrt. Denn man sieht sich gemeinhin selbst als den Realisten, und nur bei anderen wird vermutet, diese hätten nicht die richtige Vorstellung von der Realität.

Was also ist die Realität, wenn nicht genau das, was der Einzelne über sie denkt?

Verbindung zu uraltem Wissen

Ich fühlte mich, nachdem ich die Vorstellung „Das Denken ist die Realität“ mehr und mehr durchdrang, zu uralten spirituellen Weisheiten hingezogen, wie dem hermetischen Grundprinzip  „Alles ist Geist“ (daher nannte ich auch mein Buch schließlich „Alles ist Geist„).

Wenn das Denken (Geist) die Realität ist, dann müssen die Objekte, die ich in meinem Außen sehe, ebenfalls Geist sein. Es kann keine prinzipielle Trennung geben. Also ist tatsächlich alles Geist. Das Problem ist nur das Verständnis.

Normalerweise wird Geist als das Element verstanden, das die festen Objekte des Außen beobachtet und nachformt.

Wenn Geist aber das nicht ist, was dann? Wenn alles Geist ist, was sind dann die festen Objekte des Außen – die Bäume, die Straßen, die Dinge? Was ist dann das, was das eine Ich von einem anderen Ich trennt?

Man sieht: spirituelle Weisheiten, die sich seit Jahrtausenden überliefern, erhalten viel Sinn, wenn man die Welt unter dem Aspekt betrachtet: „Das Denken ist die Realität“. Doch bleiben sie in der materialistischen Begriffswelt rätselhaft und unverständlich. Man muss diese Vorstellung zu Ende führen – was mich zu den Gedanken brachte, die ich als Spirealismus zusammenfasse.

Surrealismus – Traum und Realität vermischen sich

Übrigens war die Erfahrung, von der ich in „Alles ist Geist“ berichtete, eine Erfahrung ganz ähnlich der, die Andre Breton machte. In dessen Leben führte diese Erfahrung zu etwas so Merkwürdigem wie der Kunstform des Surrealismus – man bezeichnet Breton als den Kopf der surrealistischen Bewegung in Frankreich.

Surrealismus ist eine Kunstform, die die Rätselhaftigkeit des Lebens ausdrückt. Diese Rätselhaftigkeit zu sehen – das muss man erst wieder lernen. In der heutigen materialistischen Gesellschaft ist diese Sichtweise weithin verloren gegangen.

Surrealismus ist eine Kunstform, die die Vermischung von Traum und Wirklichkeit als Tatsache begreift. (Surrealismus = Über-Realismus. Über-Realismus als eine Synthese von Gedachtem und Realem)

Und so fragt eben auch Surrealismus letztlich, was überhaupt die Realität ist.

siehe Artikel „was ist surreal?“

 

 

Das Denken ist die Realität – und nicht: das Denken erzeugt Realität was last modified: Februar 27th, 2016 by Henrik Geyer

„Ich denke, also bin ich“ vs „Ich bin, also denke ich“

"Ich denke, also bin ich" vs "Ich bin, also denke ich" Spruchbild Erläuterung

Descartes Satz „Ich denke, also bin ich“ ist wohl vielen bekannt. Doch was bedeutet er?

Widersprüchlichkeit

Man kann den o.g. Satz wie folgt auffassen: „Obwohl ich doch alles begründen kann, ist die Ursache dafür, dass ich überhaupt begründe, in der Tatsache  zu finden, dass ich denke.“

Dieses Verständnis bleibt aber in der materialistischen Sichtweise rätselhaft. Denn, was besagt die Aussage „Ich denke, also bin ich“, wenn man die Kausalkette der Logik „Ich bin, also denke ich“ nicht loswird? Also einer Kausalkette, die besagt: Die Augen nehmen Information auf, das Gehirn „verarbeitet“ die Information, daraus folgt Denken, u.s.w..

Diese materialistische Kausalität wird nicht verlassen. Und doch stellt der Satz „Ich denke also bin ich“ diese Kausalität auch in Frage. Er muss rätselhaft bleiben, und unerklärbar. Denn, noch einmal: Woher kenne ich all die Zusammenhänge von denen ich spreche, woher kenne ich das Wort „Kausalität“ selbst, wenn nicht aus den Gedanken? Das Denken ist das Primäre. Das Denken ist mir das Nächste. Bevor ich irgendetwas begründen kann, ist der Gedanke da. Aber – und das ist das Rätselhafte: Das Denken ist doch nicht bei den Objekten… Oder doch?

Ich denke, also bin ich, in der spirealistischen Auffassung

Doch. In der spirealistischen Sichtweise löst sich der Widerspruch. In der spirealistischen Sichtweise formt der Gedanke die Objekte. Die spirealistische Auffassung des Satzes „Ich denke, also bin ich“, ist, dass der Gedanke die eigentliche Ursache allen Erkennens ist. So drückt es das obige Schema aus.

Der Gedanke ist frei

Gemäß der allgemeinen Auffassung ist der Gedanke frei, kann also im Prinzip jede Form annehmen. In der materialistischen Auffassung („Ich bin, also denke ich“) ist der Gedanke jedoch an die materielle „Verwirklichung“ in einem Außen gebunden.

materialistische Kausalität

Die Kausalität, die den materialistisch Denkenden im materialistischen Weltmodell gefangen hält, selbst wenn er versucht den Satz „Ich denke, also bin ich“ zu verstehen, steckt bereits in der Grundvoraussetzung: Ich denke, weil ich bin. Weil ich ein Gehirn habe. Weil ich Augen habe. Weil die Welt aus Materie besteht. Weil die Materie aus Atomen besteht. Weil die Materie die Organe formen (Augen, Gehirn). Weil die Atome sich in einem Urknall bildeten, der vor 14 Milliarden Jahren stattfand.

Umkehr der Kausalität

In der spirealistischen Auffassung ist der Gedanke ebenfalls im Prinzip frei, und auch nicht an die o.g. (materialistischen) Denkvoraussetzungen gebunden. Denn den Satz „Ich denke, also bin ich“, versteht der Spirealismus konsequenterweise so, dass der Gedanke die Grundvoraussetzung jedes sich bildenden „Objektes des Denkens“ ist – und mithin auch der Vorstellung von Kausalität. Somit führt die Logik des Spirealismus zur Vorstellung vieler Welten, die repräsentiert sind in den Individuen bzw. Dingen.

Ich denke, also bin ich – materialistisch verstanden

Descartes, der den Satz „Ich denke, also bin ich“ prägte, war natürlich kein Spirealist. Seine Philosophie verließ nicht den materialistischen Ansatz.

 

Hier ist ein schönes Zitat, das den Gedanken „Ich denke, also bin ich“ variiert, und gleichzeitig zeigt, dass der materialistische Ansatz nicht verlassen werden kann, und zwar aus einem geistigen Festgelegt-Sein heraus. Der Spirealismus nennt dies eine Denkgrenze.

Das Zitat ist aus dem Buch „Der Teil und das Ganze: Gespräche im Umkreis der Atomphysik“ (German Edition) von Werner Heisenberg

Heisenberg gibt darin Gespräche wieder, in diesem Fall eine Erörterung eines Jugendfreundes (also nicht seine eigene Aussage).

Der Ansatz „Ich denke, also bin ich“ ist seit langer langer Zeit in der Welt, lange vor Descartes. Doch die Menschen kommen in einer Mehrheit immer wieder auf das materialistische „Ich bin, also denke ich“, zurück.

Man beachte: den eigentlichen Ansatz „Ich denke, also bin ich“, drückt nur der erste Satz aus. In den folgenden Sätzen ist man schon wieder bei „Ich bin, also denke ich“

Was ihr sprecht, kommt doch aus euren Gedanken, nur von ihnen habt ihr unmittelbar Kunde; aber die Gedanken sind ja nicht bei den Dingen. Wir können die Dinge nicht direkt wahrnehmen, wir müssen sie zuerst in Vorstellungen verwandeln und schließlich Begriffe von ihnen bilden. Was bei der sinnlichen Wahrnehmung auf uns von außen einströmt, ist ein ziemlich ungeordnetes Gemisch von sehr verschiedenartigen Eindrücken, denen die Formen oder Qualitäten, die wir nachher wahrnehmen, gar nicht direkt zukommen. Wenn wir etwa ein Quadrat auf einem Blatt Papier anschauen, so wird es weder auf der Netzhaut unseres Auges noch in den Nervenzellen des Gehirns irgend etwas von der Form eines Quadrats geben. Vielmehr müssen wir die sinnlichen Eindrücke unbewußt durch eine Vorstellung ordnen, ihre Gesamtheit gewissermaßen in eine Vorstellung, in ein zusammenhängendes, ›sinnvolles‹ Bild verwandeln. Erst mit dieser Verwandlung, mit dieser Zusammenordnung von Einzeleindrücken zu etwas ›Verständlichem‹ haben wir ›wahrgenommen‹. Daher müßte doch zuerst einmal geprüft werden, woher die Bilder für unsere Vorstellungen kommen, wie sie begrifflich gefaßt werden und in welcher Beziehung sie zu den Dingen stehen, bevor wir so sicher über Erfahrungen urteilen können. Denn die Vorstellungen sind doch offenbar vor der Erfahrung, sie sind die Voraussetzung für die Erfahrung.«

„Ich denke also bin ich“,widersprüchlich verstanden als „Ich bin, also denke ich“

Das o.g. Zitat sehe ich als die spirituelle Variante einer grundsätzlich materialistischen Auffassung. Ich hatte überlegt, wie ich diese Variante in einer Grafik darstellen kann, ganz ähnlich der Grafik oben an diesem Artikel.

Doch letztlich ist das, was das Zitat ausdrückt, bereits in der obigen Grafik verbildlicht, und zwar unter „Ich bin, also denke ich“. Das verdeutlicht die (bleibende) Widersprüchlichkeit, wenn man zwar einerseits den sehr gut nachvollziehbaren Ansatz verfolgt „Ich denke, also bin ich“, andererseits aber nicht anders kann, als dem „Ich bin also denke ich“, verhaftet zu bleiben.

 

„Ich denke, also bin ich“ vs „Ich bin, also denke ich“ was last modified: Januar 25th, 2016 by Henrik Geyer

Mengenlehre, Worte, Zahlen. Sind Zahlen objektiver als Worte?

Mengenlehre, Worte, Zahlen. Sind Zahlen objektiver als Worte?

Gibt uns die Mengenlehre mit ihren Zahlen das Mittel in die Hand, die Welt objektiv zu erfassen? Zitat des Philosophen Ludwig Wittgenstein: Die Arithmetik ist die Grammatik der Zahlen.
Ich füge hinzu: Die Grammatik ist die Arithmetik der Sprache. 

Was soll das bedeuten? Was will ich damit aussagen? Ich will damit sagen, dass Mathematik und Sprache ganz ähnlich sind.

In diesem Artikel geht es um den Eindruck, man habe Objektivität vor sich, wenn es um Zahlen geht, im Gegensatz zu Undefiniertheit bei Worten. Die Frage ist: Ist mit Hilfe von Zahlen tatsächlich Objektivität darstellbar?

In meinem Artikel über Objektivität habe ich dargelegt und begründet, warum es grundsätzlich keine Objektivität gibt. Das soll in diesem Artikel nicht wiederholt werden, sondern ich möchte den Blick auf die Zahlen richten, und darlegen, warum auch sie nicht objektiver sind, als irgendein Begriff, den wir erfassen können.

Worte vs Zahlen – eine Frage der Objektivität?

Zunächst einmal wollen wir unsere Aufmerksamkeit darauf richten, wie wir eine Menge erfassen.

Im obigen Bild ist ein Blatt abgebildet. Wenn wir sagen, dort ist EIN Blatt, dann erscheint diese Menge vollständig beschrieben, so wie nicht anders beschreibbar. Doch im Kleinen und Kleinsten können wir nicht sagen, was genau diese Bezeichnung „eins“, bzw. „ein Blatt“ umfasst. Setze ich meine Menge namens „Blatt“ genau am Anfang des Stieles an, oder einen Mikrometer daneben? Verschiedene Beobachter werden immer verschiedene Resultate erzielen. Man kann sich das auch so vorstellen, dass das Blatt, aus der Position verschiedener Beobachter in der Raumzeit, immer verschieden ist. Die scheinbare Eindeutigkeit ergibt sich aus einer Kommunikation, die als (nur scheinbar) eindeutiges Zeichen für das Objekt das Symbol „Eins“ setzt. Aber nichts, was das menschliche Auge erfassen kann, ist in einer Letztendlichkeit erfasst.

Zitat: Auch das kleinste Ding hat seine Wurzel in der Unendlichkeit, ist also nicht völlig zu ergründen.
Wilhelm Busch

Es gilt jetzt, sich vorzustellen, dass das Symbol 1 zwar eindeutig wirkt – es aber nicht ist. Denn die Zahl ist nichts ohne das individuelle Begreifen dessen, was sie bezeichnet: das Objekt. Damit ist gesagt, dass die scheinbar ganz eindeutige Menge 1 niemals völlig eindeutig bestimmbar ist.

Natürlich soll das nicht heißen, die Arithmetik sei ungültig, 1=1 gelte nicht, oder 1+1 =2, etc.. Worum es geht ist vielmehr aufzuzeigen, dass die Objekte die wir in der Arithmetik verwenden nicht objektiv sind. Sondern, dass die es nur in unserer Vorstellung sind.

Oder geht es darum vielleicht nicht? In der materialistischen Denkweise sind Objekt und Bezeichnung (Wort für das Objekt) ja getrennt. Normalerweise sagt der Materialist, es käme auf die Objekte selbst an, nicht auf die Worte, mit denen man die Objekte bezeichnet. Ist das denn bei der Mathematik irgendwie anders geworden? Nein, es geht immer um die Dinge – und was wir uns unter den Dingen vorstellen. Und nun finden wir also, das unserer Vorstellung von den Dingen im Prinzip nicht mehr  Objektivität hinzugefügt ist, wenn wir die Mathematik verwenden. Auch in der Mathematik geht es letztlich um die Dinge – als die Vorstellung von unserer Welt. Was wäre die Mathematik ohne diese Vorstellung?

Und – wie in der „richtigen“ Welt, finden wir das oben aufgeführte Zitat auch in der Mathematik bestätigt. Nämlich: „Auch das kleinste Ding hat seine Wurzel in der Unendlichkeit, ist also nicht völlig zu ergründen.“ Wie jedes Objekt das wir uns vorstellen, können wir auch jede Zahl bis in die Unendlichkeit zerteilen. Denn auch die Zahlen sind ja Objekte unserer Vorstellung.

 

Nehmen wir wahr, dass der Gedanke an jedes Ding wie das Herausgreifen von ETWAS aus einer Unendlichkeit ist? Oder glauben wir, dass das, was wir gerade sehen, bereits so existiert, in einer von uns selbst unabhängigen Weise?

Worte sind ungenau

Dass Worte ungenau sind, ist uns wohl allen schon bewusst geworden. Wenn wir sagen „Baum“, dann fragt es sich – was für ein Baum? Der Baum in der Vorstellung eines Menschen ist nie der Baum in der Vorstellung eines anderen.

(Scheinbar) anderes Thema, gleiche Sache: Sprachwissenschaftler sagen, eine Sprache ließe sich nie „richtig“ in eine andere übersetzen. Jeder, der eine Fremdsprache spricht, wird das bestätigen. Man kann alles übersetzen, so dass man verstanden wird, aber es ist nie ganz genau dasselbe. Ich füge hinzu: Die Vorstellung von ETWAS (was auch immer es sei), ist von Mensch zu Mensch immer unterschiedlich. Denn es gibt keine zwei völlig gleichen Gedanken.

die Mengenlehre abstrahiert

Der Eindruck der Eindeutigkeit der Objekte wird durch die Zahlen, bzw. die Mengenlehre,  auf die Spitze getrieben. Wie macht die Mengenlehre das? Sieht sie sich die Objekte genauer an? Sagt sie, was genau zu dem Blatt des obigen Beispiels gehören soll? Nein, im Gegenteil. Während ein Wort im Prinzip sagt, worum es sich bei dem benannten Objekt handeln soll (Blatt), verzichtet die Mengenlehre auf solches Benennen, sondern setzt an dessen Stelle das Universalwort „eins“. Eins – das ist somit irgendein Objekt – somit ist es ein beliebiges, universelles Objekt.

Damit ist das Problem des Bemessens des eigentlich Entscheidenden, nämlich des Objektes, auf eine scheinbar davon unabhängige Instanz verschoben. So als käme es nicht darauf an, WAS etwas ist, sondern nur DASS es ist.

Der Eindruck entsteht, als ob „Eins“ eine objektivere Tatsache wäre, als „Blatt“ – so als wäre es völlig unstrittig, dass es genau bemessbare Objekte gäbe.

Jedoch: Es ist strittig. Genauer gesagt ist unstrittig, dass es im Letzten bemessbare Objekte nicht gibt. Wir kommen insofern zurück auf die wahrnehmbare Tatsache, dass es kein Objekt gibt, dessen Existenz in einem endgültigen Begriff zu fassen wäre – und weisen wiederum auf Immanuel Kant hin, und seine vergebliche Suche nach den Dingen „an sich“. Was aber wäre die Mathematik ohne die Dinge, z.B. das Blatt, die man mit ihr beschreiben will? Sie wäre unnötig.

 

Damit ist gesagt: Die Mengenlehre kann nicht objektiver sein, als es der menschliche Geist selbst ist. Da dieser nicht objektiv ist, ist es die Mengenlehre auch nicht.

Es geht letztendlich immer noch um die Objekte, die der Geist erfasst. Die Zahlen sind nur ein weiteres Symbol dafür.

Die Mengenlehre systematisiert die Art und Weise des menschlichen Denkens

Daher kann man die Mengenlehre als ein Werkzeug sehen, dass der Systematik des menschlichen Denkens nahe rückt. Was immer der Mensch erfasst, ist ETWAS, ist ein Ding, ist ein Objekt, ist EINS.

Und wir können jedes Ding, wenn wir es einmal bezeichnet haben, weiter zerteilen, in weitere, unendlich viele, Dinge. Oder wir können es multiplizieren. Eine Grenze dafür gibt es nicht. Aber wir hätten wir keine Schwierigkeit, eine Grenze zu definieren – und das tun wir ja auch ständig, indem wir eben die Objekte im Geist als Eins bilden.

Wir können gedanklich jederzeit Dinge aus Dingen herausteilen, können die Dinge verdoppeln und verdreifachen. Und ebenso wenig Schwierigkeiten bereitet uns die Definition eines Blattes. „Dort ist es!“ – und schon ist das erledigt.

Das Fließende zu sehen, das in allem liegt, ist nicht die Art und Weise menschlichen Schauens.

Gleichwohl hilft die Mengenlehre nicht aus dem Dilemma, in der die materialistische Sichtweise sich befindet. Auch durch die Mengenlehre wird keine Objektivität erreicht.

Kommt es nun auf die Zahlen an, oder die Objekte, die damit bezeichnet werden?

Manche sehen in der Mathematik eine universelle Sprache, die quer durch das Universum gelten müsse. Die Mathematik sei so abstrakt und universell, dass sie überall verstanden werden müsste, meinen manche.

Hierzu zwei Überlegungen.

Erstens ist es fraglich, ob es nicht andere Möglichkeiten des Denkens gibt, als das objekthafte Denken menschlicher Prägung, welches wir kennen. Meiner Ansicht nach kann diese Frage nicht beantwortet werden, denn wir kennen nur unser eigenes Denken. Wie sollten wir die Frage also beantworten? Außerdem haben wir noch nicht einmal mitbekommen, dass das menschliche Denken eine bestimmte Form ist, die keineswegs „objektives Erkennen“ bedeutet.

Zweitens. Angenommen, der erste Einwand würde nicht gelten, und alle Formen des Denkens wären an objekthaftes Erkennen gebunden. Dann wäre das Verwenden der Mengenlehre nur dann möglich, wenn alle an der Kommunikation Beteiligten sich auf gemeinsame Objekte beziehen könnten – was nach meiner Auffassung eine unzulässige Annahme ist. Denn es gibt kein Gesetz, dem zufolge zwei Wesen im Universum gleiche Objekte sehen müssen. Wenn Wesen dies vermögen, so ist hier bereits eine kommunikative Abstimmung gegeben, die wir beispielsweise im gleichen „Bau“ der Augen erkennen. Wie man sieht, ist hier von einer „kommunikativen Abstimmung“ die Rede, die nicht in der Hand des Menschen liegt, sondern, wenn man so will, in Händen der Natur, oder Gottes.

Eindruck der einen Welt

Man mag das obige Beispiel (des Blattes) trivial nennen, oder auch bedeutungslos … aber es ließe sich auf jede Menge anwenden, jedes Wort, jeden Begriff  – natürlich auch auf das eine Universum, die eine Welt, das eine All (das eine Alles).

Der Eindruck der EINEN Welt, die wir vor uns zu haben glauben, wird durch Abstimmung , durch Kommunikation, erzeugt. Kommunikation, die bereits in unserem Blick liegt, aber ebenso in unserer Sprache. In einem absoluten Sinn, in einem objektiven Sinn, also außerhalb und unabhängig von uns, gibt es die Welt nicht. Die Welt ist die Welt unserer Vorstellungen.

 

 

 

Mengenlehre, Worte, Zahlen. Sind Zahlen objektiver als Worte? was last modified: Mai 19th, 2016 by Henrik Geyer

Denken erschafft. Spirealismus und Spiritualität

Spruchbild: Man kommt nicht umhin festzustellen, dass Wissenschaft und spirituelles Denken aus demselben Grund Wahrheit haben. Das Denken erschafft.Henrik Geyer

Auf diesem Blog schreibe ich oft zu spirituellen Themen und auch zu philosophischen Themen. Philosophie – das heißt bei mir Spirealismus. Was hat nun Spirealismus mit Spiritualität zu tun? Denken erschafft! Ich will es kurz erläutern.

das Denken erschafft

Es war meine persönliche Erfahrung, dass Denken die Kraft hat, zu erschaffen (wenn auch nicht alles zu erschaffen, was man „will“). Ich beschrieb das in „Alles ist Geist“ – einem philosophischen Buch, in dem ich auch Kerngedanken meines Spirealismus erläutere.

nichts ist unabhängig vom Beobachter

Man kann es wissenschaftlich ausdrücken, indem man sagt: Es gibt keine Objektivität. Oder: Es gibt nichts Beobachtbares, das vom Beobachter unabhängig ist. Oder: Alles ist relativ, alles ist subjektiv. Dieses durchgängig Subjektive (das von der materialistischen Wissenschaft durchaus wahrgenommen wird) thematisiere ich in ganz vielen Artikeln. Daher will ich es an dieser Stelle nicht noch einmal ausführen.

Man kann es auch umgekehrt ausdrücken: Alles was wir sehen ist ein Gedanke. Alles ist eine Art Glaube.

siehe z.B. folgenden Artikel: Wenn Immanuel Kant feststellt, dass sich das Ding an sich nicht beschreiben lässt .. Was bedeutet das für unsere Vorstellung von Wahrheit?

der Glaube erschafft

Das oben Gesagte kann man spirituell sagen: Die Kraft des Schöpfers ist in jedem von uns. Wir erschaffen, indem wir schauen, indem wir reden, indem wir überlegen.

Man kann das religiös ausdrücken, indem man sagt: Der Glaube erschafft. Oder: „Gottes Reich ist inwendig“ (so steht es in der Bibel). Das bedeutet, die Kraft des Schöpfers beginnt an dem uns allernächsten Ort: den Gedanken in uns.

 Auf das Denken achten

Aus diesem Grund schreibe ich auch ermutigende, spirituelle Texte, nicht nur Philosophisches. Spiritualität und Achtsamkeit ist sozusagen die praktische Seite des Spirealismus.

Religionen und fernöstliche Weisheitslehren beschäftigen sich seit Jahrtausenden damit, diese für den materialistischen Denker widersprüchlichen Sachverhalte auf praktische Art zu erklären. Sie sagen immer wieder: Achte auf dein Denken! Der Spirealismus geht in genau dieselbe Richtung, denn der Endpunkt dieser philosophischen Überlegung ist, dass sich Realität durch Denken beeinflussen lässt.

Spirealismus und Spiritualität nicht im Widerspruch

Somit steht der Spirealimus, der sich als ernstgemeinte Philosophie sieht, die real machbare Erfahrungen wie auch wissenschaftliche Aspekte verarbeitet, nicht im Widerspruch zu spirituellen Weisheiten. Im Gegenteil – gerade in der spirealistischen Sichtweise wird die Wichtigkeit spiritueller Weisheiten deutlich.

Frage des Spirealismus

Wenn unser Denken erschaffen kann – Wie können wir es erfahren, wenn es doch so scheint, als habe unser Denken mit der „wirklichen“ Realität nichts zu tun? Dies ist die Frage des Spirealismus.

praktische Umsetzung

Was müssen wir also tun? Unser Denken formen, die Gedanken achtsam verfolgen. Die praktische Umsetzung und Beobachtbarkeit der Wahrheit des „Denken erschafft“ – liegt letztlich in spirituellem Denken.

Aus diesem Grund sind sowohl philosophische wie auch spirituelle Themen auf meiner Webseite anzutreffen.

 

 

 

 

 

Denken erschafft. Spirealismus und Spiritualität was last modified: Mai 26th, 2016 by Henrik Geyer

Das Ding an sich und die Suche nach Wahrheit

Das Ding an sich und die Frage nach Wahrheit: Wahrscheinlichkeit, aber keine Wahrheit: Freischeinlichkeit, aber keine Freiheit, - diese beiden Früchte sind es, derentwegen der Baum der Erkenntnis nicht mit dem Baum des Lebens verwechselt werden kann. Friedrich Nietzsche - Lebensweisheit Spruchbild

Wenn Immanuel Kant feststellt, dass sich das Ding an sich nicht beschreiben lässt .. Was bedeutet das für unsere Vorstellung von Wahrheit? Eine kurze Überlegung.

Ding „an sich“ – und Suche nach Wahrheit

Umkehr der Sichtweise

Ich hatte, wie ich es in „Alles ist Geist“ beschrieb, für mich gefunden, dass es keine Objektivität gibt. Nach einem Prozess persönlicher Erfahrungen wusste ich, dass die Realität im Denken liegt und nicht an äußerliche Dinge gebunden ist.

An einen solchen Gedanken schließt sich die notwendige Frage an: Was sind dann die Dinge, die im Denken auftauchen? Gibt es sie denn nicht? Wenn man sagt, die Realität – das sind die Gedanken, dann kehrt man ja die normale Sichtweise um. Normalerweise meint man, die Gedanken seien das Nicht-Reale. Das Reale hingegen liege in den Dingen, von denen das Denken gewissermaßen ein Abklatsch ist.

Dass man die Realität durchweg als subjektive Wahrnehmung beschreibt, ist durchaus so gemeint, wie es der Physiker Heisenberg („Der Teil und das Ganze“) beschreibt:

Daher empfinde ich es als eine Befreiung unseres Denkens, daß wir aus der Entwicklung der Physik in den letzten Jahrzehnten gelernt haben, wie problematisch die Begriffe ›objektiv‹ und ›subjektiv‹ sind. Das hat ja schon mit der Relativitätstheorie angefangen. Früher galt die Aussage, daß zwei Ereignisse gleichzeitig seien, als eine objektive Feststellung, die durch die Sprache eindeutig weitergegeben werden könne und damit auch der Kontrolle durch jeden beliebigen Beobachter offen stehe. Heute wissen wir, daß der Begriff ›gleichzeitig‹ ein subjektives Element enthält, insofern, als zwei Ereignisse, die für einen ruhenden Beobachter als gleichzeitig gelten müssen, für einen bewegten Beobachter nicht notwendig gleichzeitig sind. Die relativistische Beschreibung ist aber doch insofern objektiv, als ja jeder Beobachter durch Umrechnung ermitteln kann, was der andere Beobachter wahrnehmen wird oder wahrgenommen hat. Immerhin, vom Ideal einer objektiven Beschreibung im Sinne der alten klassischen Physik hat man sich doch schon ein Stück weit entfernt.

… wenn also alles subjektiv ist, was sind dann die Dinge? Die Objekte? Das Objektive? Was sind die Dinge eigentlich (an sich)?

Im Spirealismus gibt es das Objektive nicht mehr, ich verstehe das Gegensatzpaar subjektiv / objektiv anders, weitergehend, grundsätzlicher. Denn während Heisenberg meint, eine gemeinsam gemachte Beobachtung (physikalisches Experiment) sei dann notwendigerweise objektiv, begründet der Spirealismus, warum sie das nicht ist, sondern supersubjektiv.

Kant und die Dinge an sich

Immanuel Kant hatte sich die Frage ganz ähnlich gestellt – er fragte, was die Dinge „an sich“ sind. In der Sichtweise (die ich „Materialismus“ nenne), der zufolge wir Materie-Dinge in unserem Außen beobachten, fragt es sich: Wenn die Gedanken die letztendliche Vorstellung des Realen sind, was sind dann die Dinge ‚wirklich‘? Was sind sie „an sich“? „An sich“ – also jenseits unserer Worte, jenseits unserer Beschreibungen, jenseits unserer Gedanken.

Kant war zu demselben Schluss wie ich gekommen. Ich hatte formuliert, es gibt keine Objektivität. Kant sagte, die Dinge sind nicht als „Dinge an sich“ erkennbar – man kann darüber keine Aussage machen.

 

Anders als ich, stellte Kant nicht das materialistische Weltbild in Frage – sondern er sagt: Die Dinge sind nicht „an sich“ erkennbar, gleichwohl müsse es sie geben.

Während ich sage (spirealistisch): Die Dinge sind nicht „an sich“ erkennbar, daher gibt es auch keine Notwendigkeit, von ihrer Existenz „an sich“ zu sprechen. Wenn dieses „an sich“ also wegfällt, dann existieren die Dinge nicht „an sich“, sondern „nur“ als unsere Vorstellung.

Das Ding an sich ist nicht erkennbar – Jede Aussage ist nur eine Möglichkeit

Ob man nun sagt, die Dinge „gibt“ es, oder man sagt (wie der Spirealismus es tut): Die Dinge existieren nicht in dem von uns vorgestellten Sinn, als von uns unabhängige Entitäten – die Konsequenz aus der allerersten Beobachtung, nämlich, dass sich keine objektive Aussage machen lässt, führt zu Folgendem: Dem Umkehrschluss, dass jede unserer Aussagen eine gewisse Beliebigkeit aufweisen muss.

Das heißt: Alles was man feststellt, definiert, konstatiert, wissenschaftlich beweist, ist eine Möglichkeit, aber keine Notwendigkeit. Denn: woran sollte sich die absolute Notwendigkeit einer Aussage messen oder prüfen lassen, wenn die von uns vorgestellte Außenwelt ihren Dienst versagt, indem sie nicht objektiv erkennbar ist?

Der Wahrheits-Begriff

Es ergeben sich sofort daraus resultierende Fragen.

Zum Beispiel: Was ist Wahrheit? Wir sagen ja immer „Was ist DIE Wahrheit„, so als gäbe es nur eine Wahrheit. Aber wenn jede Aussage nur eine Möglichkeit ist, und keine Notwendigkeit, dann gibt es auch nicht DIE Wahrheit.

Die Frage nach DER Wahrheit ist uns ja immer ganz wichtig. Die materialistische Wissenschaft lebt davon und damit.

Und da ist auch der immerwährende Streit zwischen der Wissenschaft und den Religionen. Wer hat die Wahrheit? Oder der ewig währende Streit innerhalb der Wissenschaft – welcher Wissenschaftler hat DIE Wahrheit?

Was also ist Wahrheit?

Wenn sich kein Ding an sich definieren lässt (wie Kant formuliert), oder, wenn es keine Objektivität gibt, wie es der Spirealismus formuliert, dann gibt es auch nicht DIE Wahrheit.

Sondern es gibt, ganz offenbar, nur die Wahrheit des subjektiven Dafür-Haltens.

Wahrheitsbegriff des Spirealismus

Der Wahrheitsbegriff des Spirealismus ist, wie die ganze spirealistische Weltsicht, von der materialistischen Weltsicht fundamental verschieden.

Was der Materialismus als „die Wahrheit“ bezeichnet, ist dem Spirealismus nur beschreibbar als das „Vorkommen in Vielem“.

Es geht dem Spirealismus also erstens nicht darum, ganz klar zu sagen, „was DIE Wahrheit ist“, denn der Spirealismus selbst stellt ja fest, dass es DIE Wahrheit nicht gibt. DIE Wahrheit ist eine Vorstellung der materialistischen Denkweise, die sich ebenso wenig antreffen lässt, wie das Ding an sich. Im Grunde genommen sind DIE Wahrheit und DAS Ding an sich ein-und dasselbe. Denn, gäbe es DAS Ding an sich, gäbe es auch DIE Wahrheit.

Es kann sich bei der Frage nach Wahrheit auch nicht darum handeln, zu sagen, Wahrheit wäre etwas, das sich „in Allem“ zeigt. Denn das Alles verschließt sich der menschlichen Wahrnehmung ebenso wie das Nichts. Es ist außerdem sehr leicht nachweisbar, dass keine einzige menschliche Wahrheit sich in allen Menschen findet. Am einfachsten wieder über das Ding an sich – was wäre das, was alle gleich sehen müssten?

Vergleiche Artikel Was ist das Nichts und Alles und Nichts – zwei Seiten der gleichen Medaille

Existenzbegriff des Spirealismus

Es sei an dieser Stelle noch einmal darauf hingewiesen, dass der Spirealismus einen anderen Existenzbegriff hat, als den materialistischen. Denn an dieser Stelle wird auch sehr klar, warum die Frage nach dem Ding an sich zu einem anderen Existenzbegriff führen muss.

Wenn es die Dinge nicht „an sich“ gibt – wie dann? Wenn Existenz nicht die Existenz in dem von uns gemeinhin (unter materialistischen Aspekten) vorgestellten Sinn „gibt“, wie und auf welche Weise existieren die Dinge? „An sich“? – Oder existieren die Dinge vielleicht „an sich“ gar nicht?

SpiRealismus sagt: nein, tatsächlich existieren sie nicht „an sich“, sondern sie existieren als unsere Vorstellung. Unsere Gedanken sind die Realität. Eine davon noch einmal verschiedene Realität, die extra „existierte“, ist nicht vorhanden.

Was folgt nun daraus?

Was folgt nun daraus? Ganz Vieles. Eine umfassend andere Weltsicht bringt an jedem Punkt neue Aspekte hervor. Ganz Vieles muss neu überlegt werden.

Was, zum Beispiel, ist Glaube im Unterschied zu Wissen? Wenn wir sagen, dies sei Wissen – und im Gegensatz dazu sei jenes „nur“ Glaube – was bedeutet das eigentlich, wenn man in Betracht zieht, dass es „DIE Wahrheit“ gar nicht zu geben scheint?

 

 

 

 

Das Ding an sich und die Suche nach Wahrheit was last modified: Februar 20th, 2016 by Henrik Geyer

Glaube Liebe Hoffnung – ohne Glauben geht nichts

Glaube Liebe Hoffnung - der Schöpfer glaubt an dich Ohne Glauben geht nichts

Glaube, Liebe und Hoffnung halten uns auf dem Lebens-Weg. Wie sehr brauchen wir sie? Ist es besser, „Realist“ zu sein?

ohne Glauben geht nichts

Es ist wichtig zu verstehen, welche Rolle der Glaube in unseren Leben spielt. Wir alle glauben – selbst wenn wir nach Außen hin sagen: „Ich glaube an nichts.“ Doch in Wirklichkeit glauben wir immer an ganz viel. Ohne Glauben ginge gar nichts. Wir würden uns nicht einmal ein Butterbrot schmieren können, wenn wir nicht glauben würden, damit fertig zu werden.

Religiöser Glaube, spiritueller Glaube, buddhistischer Glaube, sind jeweils Wissen. Ebenso wie der Glaube, die Welt sei aus unteilbaren Kernen gemacht, sich uns als Wissen darstellt. Glaube, wie ihn sich der Unkundige vorstellt, als eine Art „Nicht Wissen“, ist etwas ganz anderes. Glaube der Kraft hat, ist Wissen. Glaube der in tausend Richtungen zugleich geht, und keine Kraft hat, ist Zweifel.

Der Glaube ist die Kraft der Schöpfung. Denn durch Glauben sind die Dinge für uns da. Wir wissen, sie sind da – und dann sind sie da! Oder hat schon einmal jemand die Liebe in einem chemischen Labor nachweisen können? Nein. Und dennoch ist sie da – durch uns. Durch unsere Liebe zu den Dingen kommt die Hoffnung in die Welt. Wir hoffen auf das Gute. Die Liebe zieht uns hin, zu den Dingen und zu den Menschen.

Element der Schöpfung – nicht Beobachter der Schöpfung

In uns ist die Kraft der Schöpfung. Durch uns wird geschaffen, was wir in unseren Welten sehen. Wir sind nicht nur äußerliche Beobachter eines von uns getrennten Vorganges – der Schöpfung. Sondern wir selbst sind Elemente der Schöpfung – und schöpfen ebenso, wie die Natur schöpft. Durch uns erschafft die Natur. Durch uns erst entstehen Glaube, Liebe und Hoffnung.

die Kraft des Schöpfers ist in uns – als unsere Hoffnungen und Liebe

Die Liebe ist gleichsam das, was wir wollen und was uns anzieht. Sie ist das Prinzip des Strebens nach etwas. Sie treibt uns an – als Kraft des Schöpfers in uns. Man kann es wissenschaftlich sagen: Die Kraft des Lebens. Die Kraft der Natur. Die Energie der Materie-Teilchen. Man kann es religiös sagen: Die Kraft Gottes.

Wir selbst sind Elemente der Schöpfung – und haben Teil an der göttlichen Kraft. Unser Sinn – das ist der Sinn des Schöpfers. Unser Glaube – das ist der Glaube des Schöpfers.

Glaube Liebe Hoffnung – Hoffnung finden

Hoffnung macht uns handlungsfähig. Wenn wir zweifeln und Sinnlosigkeit spüren, dann ist es wichtig, sich auf die Hoffnung zu konzentrieren.

In der Religion bedeutet Konzentration Gebet.

Für den Materialisten heißt Konzentration: Rationales Nachdenken. Aber die Kraft der Schöpfung ist irrational. Daher ist es wichtig, an seinen Überzeugungen, an seinem Glauben, festzuhalten; daran zu arbeiten. Rationales Nachdenken ist nicht der Glaube, den wir benötigen, um unseren Weg zu gehen.

Wir haben keine Ahnung von den Möglichkeiten der Schöpfung, und können sie rational weder erklären, noch begründen, noch erwarten. Es ist es die Kraft des Glaubens, die Kraft der manchmal nicht erklärbaren Hoffnung, die uns auf den rechten Weg zurückführt. Durch Glauben (diesen, wie mancher meint, unnützen, dummen Glauben) können Hoffnung und Liebe in unser Leben zurückkehren.

Glaube, Liebe und Hoffnung sind eine Art Treibstoff, die uns bewegen. So wie Energie die Materie bewegt. Man kann Energie berechnen, aber man kann Glaube, Liebe und Hoffnung nicht berechnen. Daher entziehen sie sich unserer „rationalen“ Überlegung.

Du wirst es schaffen

Manchmal haben wir einen Glauben, der uns zerstört.

Wenn wir glauben, ganz genau zu wissen, dass das Schicksal einen schlechten Weg nehmen muss. Wenn wir glauben, jede Hoffnung sei ausgeschlossen. Wenn wir annehmen, dass die Liebe nicht zu uns zurückkommt.

Dann fehlen uns Kraft und Mut. Deshalb ist es gerade dann wichtig, durch den Glauben die Hoffnung auf Leben und Liebe zu bewahren.

Siehe Artikel positives Denken

Mut und Kraft

Man muss sich immer vorstellen: das Leben nimmt seinen Weg. Immer geht es weiter, selbst wenn es manchmal scheint, als würden alle Wege enden. Ein Sprichwort sagt, dass die Nacht am aller schwärzesten ist, kurz bevor der Tag anbricht.

Du wirst es schaffen! Auch die schwierigsten Zeiten gehen vorbei. Aber Du musst an Dich glauben. Welche Situation sich auch immer einstellt, wir können Hoffnung finden. Was wir am allernotwendigsten brauchen, ist Glaube, Hoffnung und Liebe.

Selbst wenn die Zeiten schlecht sind, oder eine Krankheit uns einschränkt – Glaube, Hoffnung und Liebe sind immer noch da – wir finden sie in uns. Wir müssen lernen, das Kleine anzuerkennen, nicht zu verzweifeln, uns auch selbst nicht zu überfordern. Nur langsam, Schritt für Schritt, geht die Schöpfung ihren Weg. Schneller können auch wir nicht sein, denn wir sind Elemente der Schöpfung, nicht ihre rationalen Beobachter.

Nur durch uns entstehen Glaube, Hoffnung und Liebe.

 

Im Film „König der Könige“, einem Bibelfilm-Klassiker, erhält Johannes der Täufer den Segen Gottes. Er liegt im Kerker, und erwartet seine Bestrafungen – schließlich den Tod. Er zweifelt an Jesus, und damit am Sinn seines Lebenswerkes. Denn er hatte das Kommen von Gottes Sohn angekündigt.

Er zweifelt und leidet, die Hoffnung hat ihn im Kerker verlassen. Da erscheint ihm Jesus, und gibt ihm durch eine Berührung Glauben und Liebe zurück. Eine bewegende und wahre Szene in einem übrigens wunderbaren Film.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Glaube Liebe Hoffnung – ohne Glauben geht nichts was last modified: Januar 21st, 2016 by Henrik Geyer

Freude wieder finden – Freude bereiten

Die Welt ist voll von kleinen Freuden, die Kunst besteht nur darin, sie zu sehen, ein Auge dafür zu haben. Li-Tai-Pe

Freude wieder finden – das ist wohl das, was wir alle wollen. Glück. Manche meinen, man benötig Geld dazu. Andere meinen, man braucht die richtigen Freunde … Aber das eigentliche Ziel ist nicht Geld, sind nicht Freunde, sondern ist Freude.

Freude – das ist die einfachste, beste, glücklichste, gesündeste und sinnvollste Art – zu leben.

Lieben

Zu lieben braucht es wenig. Man kann sich einfach dazu entschließen. Man kann entscheiden zu lieben. Was kann man alles lieben?

Das Leben kann man lieben, sich selbst, die Freunde, den Ehepartner. Eigentlich alles und jedes. Was braucht es dafür? Wertschätzung. Anerkennung.

Wertschätzung und Anerkennung kann man üben, indem man seine Gedanken wieder und wieder auf Wertschätzung und Anerkennung ruhen lässt.

Siehe Artikel „Danke sagen“

Die Liebe steckt an wie die Freude.
Adolph Kolping

Freude wieder finden durch mehr Bescheidenheit

Nicht in der großen Zahl liegt das Geheimnis Freude zu entdecken. Was ein Mensch sucht, kann er in einer einzigen Rose finden.
Antoine de Saint-Exupéry

Wieder sind wir beim Thema Wertschätzten. Wer schätzen kann, was er hat, benötigt nicht immer mehr und mehr. Wer wertschätzt was da ist, kann auch mit wenig zufrieden und glücklich sein. Auch das ist heute nicht selbstverständlich, wo doch scheinbar aller Sinn in Wachstum liegt, dem ewigen Streben nach dem Mehr.

Freude bereiten – bei seinen Freunden sein

Wir sind wie Spiegel – was wir selbst sind, sehen wir in Anderen. Im Guten wie im Bösen. Daher strahlt das Glück das wir teilen auf uns zurück. Das Glück der Anderen, die uns umgeben, ist unser eigenes Glück, ebenso wie der Hass der uns umgibt, schnell zum eigenen wird.

 

sich auf positive Gedanken konzentrieren

Freude und Angst sind Vergrößerungsgläser.
Aus Flandern

Sich auf Freude zu konzentrieren, und dadurch mehr und mehr Freude zu empfinden, ist eine Frage der Gewohnheit. Man kann sich geradezu in eine Euphorie des Glücks hineindenken, wenn man das Bewusstsein nur lange genug auf glückliche Gedanken fokussiert.

Siehe Artikel positives Denken

Sich auf freudvolle Gedanken zu konzentrieren ist ebenso angenehm wie gesund. Man denke an die vielen psychosomatischen Krankheiten, die unbestreitbar von der Psyche abhängen. Wo die Grenze zwischen psychosomatischen und „normalen“ Krankheiten verläuft, ist der Medizin unbekannt – man kann davon ausgehen, dass Glücklichsein jede Krankheit bessert.

Spruchbild: Freude, Mäßigkeit und Ruh' schließen dem Arzt die Türe zu. Friedrich von Logau
Freude, Mäßigkeit und Ruh‘ schließen dem Arzt die Türe zu. Friedrich von Logau

Glück ohne Leid gibt es nicht

Wer es versteht, dass zum Glücklichsein auch manchmal Leiden gehört, wie zum Süßen auch das Saure, oder wie zum Sonnenschein der Regen, der wird Leid wie eine notwendige Phase ansehen – und nicht dramatisieren. So, wie ohne den Regen alles austrocknet, kann es auch keine Freude geben, ohne die Erfahrung des Leides.

Darüber hinaus: Sehr oft wird erst aus Leid Verständnis geboren, für Zusammenhänge des Lebens, die uns wohl unsichtbar, und dennoch vorhanden sind. Menschen die das erleben, sind für die Erfahrung des Leides im Rückblick oft dankbar.

 

Freude wieder finden – Freude bereiten was last modified: Januar 19th, 2016 by Henrik Geyer