Was im Leben wirklich zählt – was ist am Ende des Lebens das Wichtige?

Was im Leben wirklich zählt - was ist am Ende des Lebens das Wichtige?

Man fragt sich manchmal, „Ich habe ein Leben – mache ich eigentlich das meiste richtig? Sind meine Ziele, und damit das, was mir am Wichtigsten scheint, gut überlegt?“ Mancher lebt sein Leben, als wäre es ein Verwaltungsakt. Aber was zählt am Ende wirklich? Ein Beitrag über das, was im Leben wirklich zählt.

Das Leben als Aufgabe

Der Hinduismus sieht das Leben als Kreislauf. Der Körper stirbt und verschwindet, entsteht neu, doch die Seele bleibt. Sie hat die Aufgabe, die ihr gestellten Aufgaben gut zu erfüllen, sonst kommt im nächsten Leben die ungelöste Aufgabe als schmerzliche Realität in die Welt. Die Seele hat es somit selbst in der Hand, sich durch ein sinnvolles Leben weiterzuentwickeln, oder auch zu stagnieren… Sie selbst bestimmt ihr Schicksal in jedem Moment – das nennt man Karma.

Im Westen sehen wir das Leben wie endgültig – gelebt und dann beendet. Was man im Hinduismus Karma nennt, könnte man bei uns vielleicht als den Gedanken sehen, ein reiches, erfülltes Leben zu haben. Ein Leben, in dem man etwas „erreicht“. Ein Erbe zu hinterlassen, mit dem dann die Erben (im Hinduismus die immer gleiche Seele) einen guten Start haben. Das ist dem Karma-Prinzip insofern ähnlich.

Tun, was uns wichtig ist

Was immer wir als Aufgabe sehen, formt sich aus unseren Werten. Es lohnt sich, über diese Werte einmal nachzudenken. Am Ende des Lebens ist es zu spät – es ist keine Zeit mehr da.

Oft wird von Menschen, die am Ende des Lebens stehen, Bedauern geäußert, sich nicht genug den eigenen Werten verschrieben und nach ihnen gehandelt zu haben. Nach dem, was ihnen  wichtig war. Immer kam irgendetwas dazwischen, immer war vorher noch eine Pflicht zu erfüllen. So als sei das Leben  eine (unerfreuliche) Aufgabe, die einfach „bewältigt“ werden muss. So als ginge es nicht darum, was uns wichtig ist, sondern um die Werte der Gesellschaft – vielleicht dieses omnipräsente „Mehr!“

sich  erkennen

Wenn wir tun , was uns wichtig ist, haben wir die Möglichkeit, Fragen zu uns selbst zu beantworten. Denn in dem, was uns wichtig ist, kommen diese Fragen zum Ausdruck. Wir können uns selbst besser erkennen, wenn wir die Dinge tun, die in uns sind, die aus uns drängen.

Dass es wichtig ist, sich Fragen zu sich selbst zu stellen und zu beantworten, wusste man schon im antiken Griechenland – dort stand über dem Eingang von Schulen der Satz „Erkenne dich selbst“

bei seinen Freunden sein

Was im Leben wirklich zählt, ist somit natürlich die Liebe. Die Liebe zu dem, was man tut. Aber natürlich auch die Liebe zu den Menschen. Menschen, die man sich vertraut gemacht hat, und in denen man sich spiegelt.

James Bowie war ein Staatsmann, der im texanischen Unabhängigkeitskrieg in der berühmten Schlacht um die Festung Alamo fiel. Die Gelegenheit, rechtzeitig aus der Festung zu fliehen, nahm er nicht wahr, wie so viele andere. An seine Familie schrieb er in einem letzten Brief: „Macht Euch  keine Sorgen. Ich bin glücklich, denn ich bin bei meinen Freunden. Und ich tue, was mir wichtig ist.“

Was im Leben wirklich zählt – da sein

Was im Leben wirklich zählt – das ist somit: sich einlassen. Denn man kann niemanden lieben, auf den man sich nicht einlässt. Man kann nichts (gründlich) tun, das man nicht von Herzen tut, und dem man nicht alle Zeit gibt, die es braucht.

Nicht nur suchen müssen wir, sondern vor allem finden – in dem, was die konkrete Welt für uns ist. Sich auf die Welt einlassen, sich auf die Menschen einlassen. Da sein.

Zitat: Immer ist die wichtigste Stunde die gegenwärtige; immer ist der wichtigste Mensch, der dir gerade gegenübersteht; immer ist die wichtigste Tat die Liebe.
Meister Eckhart

Zitat: Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.
Antoine de Saint Exupéry

 

 

 

 

 

 

Was im Leben wirklich zählt – was ist am Ende des Lebens das Wichtige? was last modified: Januar 2nd, 2016 by Henrik Geyer

Danke sagen – sag „danke“ zur Welt und erhalte ein „gern geschehen“

Danke sagen - sag "danke" zur Welt und erhalte ein "gern geschehen"

Danke sagen ist eine wichtige spirituelle Übung – mindestens all jener spirituellen Denkrichtungen, für die das Höhere existiert – als Gott, als „das Höhere“, das „höhere Selbst“, wie immer man es nennt. Wer nur sich nur selbst für das Höchste hält, die Krone der Schöpfung und das einzige vernunftbegabte Wesen, der verlernt manchmal, danke zu sagen, denn er wüsste nicht, wem.

was passiert, wenn wir danke sagen?

Was passiert, wenn wir „Danke“ sagen?

Wenn wir Danke sagen, dann erkennen wir an, dass es etwas gibt, wofür wir dankbar sein können. Es kommt in die Existenz, dieses Gute, wo es vorher keine Existenz hatte.

Wenn wir sagen: „Danke, Gott, für diesen schönen Tag, an dem ich hier sein kann, auf der Erde“, dann kommt ein schöner Tag in die Existenz (unser Bewusstsein), wo vorher nichts war. Oder, wo vielleicht vorher dumpfes Grübeln war, z.B., wieso alles so schlecht ist …

Danke sagen ist, wie jedes Gebet, eine Übung der Konzentration. Sich auf das Gute zu konzentrieren, diese Übung immer zu wiederholen, lässt die Gedanken erstarren – zu einer Wahrheit werden. Aus dem pessimistischen Grübler kann so ein optimistischer Mensch werden, der es nun versteht, sich ganz auf das Positive zu konzentrieren.

Danke sagen ist nichts „nur Gedachtes“

Wer Gebete als eine Art Scharlatanerie sieht, der kann sich sich das soeben Gesagte in einer ganz realistischen, äußerlichen Form denken:

Wer sich angewöhnt Danke zu sagen, vielleicht viel öfter und viel herzlicher, als es „nötig“ wäre,  dessen ganze Aura verändert sich. Andere Menschen spüren, dass hier Wertschätzung ist, und nicht dieses gedanken- und seelenlose Für-selbstverständlich-Halten, dem man überall begegnet.

Wer sich angewöhnt Danke zu sagen, der wird erfahren, dass er oft und manchmal völlig unerwartet ein herzliches „gern geschehen“ zurückerhält, und viele andere Zeichen von Wertschätzung und Freundlichkeit.

Und so schließt sich der Kreis. Gedanken, die oft und konzentriert gedacht werden, gerinnen zu unserer dauerhaften Realität. Gedanken „unwirklich“zu nennen, ist falsch. Dies ist eine spirealistische Sichtweise.

Worte sind die mächtigste Droge, welche die Menschheit benutzt.
Rudyard Kipling

unsere Einstellung gegenüber den Dingen bestimmt, was wir erleben

Alles was wir tun, wird von unserer Einstellung bestimmt. Wir haben es in der Hand, das Leben, die Realität, als einen Kampf, auch als grausames Ringen zu sehen, oder aber als ein Geschenk, als ein Fest. Unsere Einstellung – das ist, was wir denken – und es wird, was wir tun.

Danke zu sagen ist eine ganz konkrete Tat, die eine Einstellung der Güte und Wertschätzung ausdrückt. Auf diesem Weg gestalten wir unsere Welt.

Danke kann man zu jedem Menschen sagen, und mann kann auch danke sagen, wenn man ganz allein ist. Man kann es laut sagen oder im Kopf, schweigend.

Danke, dass ich heute hier bin.

Danke für all das, was ich an diesem wunderschönen Tag erleben kann.

Danke für die klare Luft, den Regen, den Himmel über mir.

Danke, dass meine Gedanken klar und unbeschwert sind.

Danke, dass ich bei den Menschen sein kann, die mir viel bedeuten.

Danke sagen – sag „danke“ zur Welt und erhalte ein „gern geschehen“ was last modified: Januar 9th, 2016 by Henrik Geyer

positives Denken – positive Gedanken

positives Denken - positive Gedanken

Wer möchte nicht ein positiver, optimistischer Mensch sein? Wie kann man das sein? Durch positives Denken. Und ganz konkret – durch positive Gedanken.

positives Denken

Wozu ist das gut? Macht man sich selbst etwas vor? Ist positives Denken Wunschdenken?

Das kommt auf den Standpunkt an. Positives Denken kann man auch als Wunschdenken sehen, nichtsdestoweniger ist es realistisches Denken. Denn durch unser Denken beginnt die Realisierung – das ist die Grundaussage des Spirealismus. Man kann es als das Gesetz der Anziehung formulieren. Wir erschaffen durch intensives, konzentriertes Denken, Realität.

In diesem Blog ist oft von der Macht des Glaubens die Rede. Ohne Glauben, und sei es im Kleinsten, geht gar nichts. Wenn wir nicht glauben würden, dass am Ende eine leckere Stulle vor uns liegen würde, würden wir nicht einmal beginnen, ein Brot mit Butter zu bestreichen.

Zitat: Optimisten leiden, ohne zu klagen. Pessimisten klagen, ohne zu leiden.
Karl Farkas

positives Denken ist realistisch

Mancher kennt die Geschichte von den zwei Fröschen, die in einen Milchkrug fielen und nicht mehr herauskamen, weil der Rand des Kruges zu hoch war, um daran hochzuklettern. Sie schwammen und schwammen. Der eine Frosch war Optimist, der andere Pessimist. Der pessimistische Frosch sah in all dem Schwimmen bald keinen Sinn mehr. Realistisch erkannte er, dass er am Ende untergehen würde. Und er ging unter.

Der andere Frosch war nicht so „schlau“. Er schwamm weiter, gegen alle Vernunft. Er schwamm so lange, bis sich in der Milch Butterklumpen bildeten. Der Frosch kletterte auf die Butter, und sprang von dort aus über den Rand des Kruges in die Freiheit.

positive Gedanken denken kann man üben

Wie wird man ein positiver Denker?

Indem man positive Gedanken denkt! Ganz einfach!

Einfach? Nein. Einfach ist es nicht.

Positives Denken ist eine Gewohnheit. Wenn man gewohnt ist, negativ zu denken, dann ist es schwer, von dieser Gewohnheit loszulassen. Ebenso schwer, wie das Rauchen aufzugeben, oder irgendein anderes Laster.

Aber man kann es erreichen. Der Weg ist, die Macht des Glaubens zu erkennen, oder, wem es lieber ist es so auszudrücken: die Kraft der Gedanken.

Ein guter Weg dorthin ist die Konzentration, konkret: die Meditation, das Gebet, die Kontemplation. Das heißt zu versuchen, nur einen einzigen Gedanken im Kopf zu behalten. Einen positiven Gedanken.

 

 

 

 

positives Denken – positive Gedanken was last modified: Januar 9th, 2016 by Henrik Geyer

Stille üben – meditieren. Wozu ist es gut, still zu sein?

Stille

Es gibt die Auffassung, Spiritualität als eine Stille der Gedanken anzusehen, sogar als Gedankenlosigkeit, als Nicht-von-dieser-Welt-Sein.

Spiritualität ist eine Form der Konzentration

Spiritualität (Geistigkeit) sollte man nicht mit Nicht-nachdenken-Müssen, oder Nicht-von-dieser-Welt-Sein verwechseln.

Zitat: Nicht immer sind die Stillen auch die Weisen. Es gibt verschlossene Truhen, die leer sind.
Jan Giono

Übung der Stille

Meditation, die spirituelle Übung der Stille, des Den-Mittelpunkt-Finden, dient letztlich der Konzentration – und damit der Klarheit der Gedanken.

Konzentration bedeutet, sich auf ein Einziges zu fokussieren, während diese Welt scheinbar aus so vielen Informationen zu besteht. Daher hat es seine Wahrheit, auf sich der Aufforderung „Bild dir deine Meinung!“, oder „du musst alles beachten“, oder „sei Multitasker!“, zu entziehen.
Das Ziel ist jedoch nicht Gedankenlosigkeit, sondern Konzentration, und damit klare Gedanken.

Verwirrung durch Informiertheit

Unser allgegenwärtiges materialistisches Weltbild legt nahe, dass der Mensch eine äußerliche Wirklichkeit widerspiegele. Wenn man das so sieht, dann wäre es tatsächlich das Beste, wenn man so viel wie möglich widerspiegeln könnte, wenn man Multitasker wäre, und tausend wichtige Informationen zugleich im Kopf bewegte.

Doch alles, was durch Multitasking, durch die Fülle von Information erreicht wird, ist Unkontrolliertheit, ist Verwirrung, ist das Unklar-Werden jeden Gedankens, den man denken kann. Und das ist wirkliche Gedankenlosigkeit.

Man kann das mit einer Mathematikaufgabe vergleichen, die man nicht lösen kann, wenn man von tausenderlei anderen Gedanken abgelenkt ist. Die Mathematikaufgabe erscheint vielleicht nicht als das Wichtigste. Aber sie muss für einen Moment das Wichtigste sein. Sonst kann man gar nichts lösen.

 

Das spirealistische Weltbild hingegen sieht den Menschen aus einer unabsehbaren Fülle von Information erst entstehen. Der Mensch ist begrenzt in seinen Informationen – niemals kann er „alles“ aufnehmen. Ganz im Gegenteil – wenn der Mensch ein Fünkchen ist, dann ist das Alles die Unendlichkeit. Meditation und Stille kann diese Wahrheit erschließen. Meditation dient dazu, sich des Seins bewusst zu werden, indem man sich auf den Kern der Gedanken konzentriert.

Konzentriert man sich auf das Wenige, dann kann man erkennen, wie der Mensch aus Gedanken entsteht.

Auf diese Weise kann man auch lernen, die Gedanken ein Stück weit zu beherrschen, und anfangen, die eigene Existenz zu gestalten.

Konzentration, Achtsamkeit, Stille

Konzentration, Achtsamkeit und Stille gehören zusammen. Man kann Stille, Ruhe des Denkens,  auf vielen Wegen üben. Auch im Tun. Im Augenblick zu sein, nur von wenigen Gedanken beherrscht zu werden, ist der Weg, um den wichtigen Gedanken  Raum zu geben.

 

 

 

 

Stille üben – meditieren. Wozu ist es gut, still zu sein? was last modified: Februar 13th, 2016 by Henrik Geyer

Ich – Universum. Die subjektive Welt als die einzig „vorhandene“ Welt

Spruchbild: Ich Universum und Ich Universen: "Ich Universum" ist ein Begriff des Spirealismus. Ein Ich-Universum ist das All (das Alles) des individuellen Begreifens.

In meiner Philosophie, dem Spirealismus, ist oft die Rede von einem Ich-Universum. Ich möchte in diesem Artikel kurz umreißen, worum es dabei geht.

Es gibt keine Objektivität

Der erste Grundsatz des Spirealismus ist, dass es keine Objektivität gibt.
Objektivität – verstanden als die materialistische Vorstellung einer Außenwelt, die vollkommen definiert, schon „da“ sei. Sondern der Spirealismus erklärt, dass es nur das Subjektive gibt, über das man reden kann.

Um sich das vorzustellen hilft es vielleicht, sich Descartes „Ich denke, also bin ich“ ins Gedächtnis zu rufen (wohlgemerkt: Descartes war beileibe kein Spirealist, jedoch ist sein berühmt gewordener Satz wohlverstanden die Aussage, dass als „Urgrund“ allen Seins und allen Folgerns der Gedanke selbst gesehen werden muss – nicht das Denken an ETWAS).

Siehe auch: Beitrag Die Ontologie des Spirealismus

Man denke auch an Kants vergebliche Suche nach dem Ding „an sich“ – auch hier blieb die Suche nach der vom Betrachter unabhängigen Außenwelt vergeblich.

Schließlich bleibt noch die Überlegung, dass jede Aussage, dies oder jenes sei objektiv, immer von einem Subjekt gemacht wird – also subjektiv ist. Wo wohl ist dann das Objektive?

Der Spirealismus sieht es so: Schließen sich mehrere Beobachter zusammen und machen eine Aussage, nennt der Spirealismus dies „supersubjektiv“ – wieder nicht objektiv, sondern subjektiv, auf einer anderen Ebene.

Es bleiben die subjektiven Welten – die Ich-Universen

Alles, was das Ich über das Universum sagen kann, kann nur den ihm selbst zugänglichen Gedanken entspringen . So gesehen ist jedes gedachte Universum von jedem anderen verschieden. Nur gedacht? Nein, nicht „nur“ …. Der Spirealismus sieht das Denken als das Zentrale, das Wichtige. Zu sagen, etwas wäre „nur“ gedacht, ist die Umkehrung der tatsächlichen Verhältnisse. Denn die Existenz ist Geist. Über etwas anderes reden zu wollen, als die Dinge, so wie sie im Denken existieren, hat keinen Sinn. Denken und Sein sind ein- und dasselbe.

Die Universen existieren immer im Denken, jenseits davon gibt es kein Universum

Das bedeutet wieder, dass es nichts Objektives gibt. Die Universen, die sich individuell ausdrücken, sind voneinander verschieden, uneindeutig, einzigartig. Universum hier als die Gesamtheit der Dinge, die ein subjektives Denken erfasst.

 

Im Individuum ist die Vorstellung eines Universums einzigartig. Man stelle sich vor, dass es demzufolge weder in irgendeinem Individuum ein „richtiges“, vollständiges Universum gibt, noch in der Gesamtheit aller Individuen. Warum nicht in der Gesamtheit der Individuen? Weil die Frage nach der Gesamtheit der Individuen die Frage nach dem Universum ist. Sie führt nicht weiter. Wer kennt alle Individuen, wüsste, was sie im Kopf haben, etc.?

Auch nicht, wenn man das vermeintlich objektive Außen untersuchen will, wird man Eindeutigkeit finden, siehe wiederum Kant… Wo ist es also, das Universum? Wer hat das Ganze? Wer hat das „richtige“ Universum… im Kopf, im Denken? Und … wer wiederum will etwas sagen über Dinge, die angeblich jenseits der Gedanken existieren sollen?

Die Sichtweise des Spirealismus: Niemand kann das. Das „richtige“ Universum gibt es nicht. Es macht keinen Sinn von der Existenz von etwas zu reden, das nicht beweisbar ist, und dabei die Tatsache zu ignorieren, nur weil das besser in das allgegenwärtige weltanschauliche Konzept des Materialismus passt, das etwas anderes sehr wohl beweisbar ist: der Gedanke. Indem er ist.

Verbunden mit dieser Einsicht ist die Feststellung, dass die fehlende Erkenntnisfähigkeit im Grundsätzlichen bzw. Objektiven, aus systematischen Gründen niemals änderbar ist. „Das“ Universum ist nicht objektiv erkennbar (zumal es in dieser Form nicht existiert) – das kann sich nie ändern. Und was für das Universum gilt, gilt für jedes Ding, das wir (wie wir nur glauben) „vor uns“ haben.

Kurz: Wir alle haben die Welten unserer Ich-Universen vor uns. „Das“ Universum (in der Einzahl, ein einziges) im eigentlichen Sinne gibt es nicht, sondern „nur“ die Universen der individuellen Sichtweise.

Ähnliches Thema: Das Äußerliche (die Dinge) versus das „nur Gedachte“. Gedanken zu Existenzialismus

Überwindung des materialistischen Weltbildes

Dies meint der Spirealismus aber nicht als eine feine Verschiedenheit der Formulierung, was unser Begreifen dann doch wieder zu der Vorstellung der einen Welt zurückführen würde.

Sondern gemeint ist tatsächlich ein Nichtvorhandensein einer Welt außerhalb des individuellen Begreifens – und umgekehrt: ein Vorhandensein vieler Welten, im Individuellen.

Letztlich ist dies auch die Konsequenz der Feststellung: „Die Welt ist die Welt unserer Gedanken“ – ganz ähnlich formulierte der Philosoph Schopenhauer : „Die Welt als Wille und Vorstellung“.

 

Aus dem grundsätzlich vom Materialismus verschiedenen Weltbild, dem Spirealismus, der die Existenz von Ich-Universen proklamiert, ergeben sich tiefgreifende Folgerungen und Grundsätze.

Beispielsweise den, dass es nichts gibt, das vom Blick des Beobachters unabhängig wäre. Außerdem ist eine andere Vorstellung von „Existenz“ damit verbunden, und weiterhin ein völlig anderes Menschenbild, als wir es derzeit haben.

Es verschwindet der Mensch als Krone der Schöpfung und Genie der Natur, der die Prozesse von außen sieht und im Geist spiegelt. Sondern im Spirealismus geht der Mensch aus Geist hervor,  Geist umgibt und verbindet ihn, mit allem was ist. Denken, das ist jedes Ding, das wir sehen, und von dem wir in Wirklichkeit nicht getrennt sind. Wir sind ein Gedanke des Schöpfers; nicht wir sind es, die in Gedanken die Schöpfung erfassen.

Es ist ein altes hermetisches Prinzip: Alles ist Geist.

Das Ich-Universum als Sichtweise und als Brille

Ein Ich-Universum ist also das All (das Alles) des individuellen Begreifens. Das individuelle Begreifen wiederum ist es, das uns jeden Blick auf „das Andere“ wie durch eine Brille werfen lässt. Es gibt nichts, was von einer subjektiven Sichtweise, einer individuellen Brille,  unabhängig wäre.

So gesehen könnte man auch sagen, dass das Universum, und das Ich, ein- und dasselbe ist. Denn das, was die Welt für das Ich ist, und das Ich selbst, stehen in enger Verbindung. Sie entstehen aus der Relation zueinander. Das Ich definiert sich aus den Dingen, die es um sich herum wahrnimmt. Und durch sein Sehen definiert es „das Andere“ mit.
Jeder Gedanke den wir denken ist keine Spiegelung einer außerhalb von uns liegenden Welt, sondern formt unsere Welt.

 

Zitat: Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.
Ludwig Wittgenstein

Siehe auch: Artikel Änderung der Denkweise als Neu-Definition eines Bausteinchens des Universums

Ich – Universum. Die subjektive Welt als die einzig „vorhandene“ Welt was last modified: Mai 30th, 2017 by Henrik Geyer

Naturwissenschaften vs Geisteswissenschaften. Die Psychologie in der Naturwissenschaft und der Geisteswissenschaft

Naturwissenschaften Geisteswissenschaften

Die Verschiedenheit von Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften

Geisteswissenschaften sind unter anderem: Geschichtswissenschaften,  Kunstgeschichte,  Musikwissenschaft,  Literaturwissenschaften,  Religionswissenschaften,  Sprachwissenschaften.

Wenn man versucht, die Verschiedenheit der Naturwissenschaft und der Geisteswissenschaften zu benennen – was ist das Wesen dieser Verschiedenheit? Die Verschiedenheit, wenn man sie formuliert, läuft immer darauf hinaus, dass man „das Vorhandene“ von dem „nur Wahrgenommenen“ trennen will.

Es ist die darin zum Ausdruck kommende Sichtweise des Materialismus, die besagt, dass es ein objektives Außen gibt, das der Mensch beobachtet. Und dieses Außen objektiv zu bestimmen – das sei die Aufgabe der Naturwissenschaften.

Lesen Sie auch: Was bedeutet subjektiv? Ist ein wissenschaftlicher Versuch objektiv?

Wohingegen sich die Geisteswissenschaften um den beobachtenden Geist und sein Begreifen kümmern, in Kauf nehmend, dass hier Interpretation ins Spiel kommt. Interpretation, die die Naturwissenschaften für sich ausschließen, denn sie meinen ja, objektiv zu sein.

Weil der Geist in Bezug auf das Objektive in einer relativen Position ist, meint  man in der materialistischen Denkweise, der Geist könne alle möglichen Aussagen hervorbringen – bei den Naturwissenschaften hingegen sei das subjektive Element auszuschließen. Daher haftet den Geisteswissenschaften das (Vor)Urteil an, sie produzierten keine objektiven Aussagen.

Praktisch gesehen sind die Geisteswissenschaften Bereiche, in denen scheinbar endlos diskutiert werden kann, wohingegen die Naturwissenschaften eindeutige Resultate hervorbringen, die man z.B. beim Herstellen von Dingen verwenden kann.

Das Problem

Spätestens seitdem in der Quantenphysik Phänomene auftreten, die den Schluss nahelegen, dass der Mensch, indem er beobachtet, die Ergebnisse der Versuche beeinflusst, darf man aber fragen, was denn das Objektive überhaupt ist.

Ein Beispiel ist das Doppelspaltexperiment, ich beschrieb es in „Alles ist Geist„.

In Bezug auf den Geist kann man umgekehrt feststellen, dass seine Realität in den Gedanken liegt und nicht von einem feststehenden Außen abhängt. Auch das beschrieb ich.

Das führte zu der Aussage, dass das „objektive Außen“ in dem Sinn wie wir es uns vorstellen (als unabhängig vom menschlichen Geist), nicht existiert. Diese Sichtweise heißt Spirealismus.

die Psychologie will Naturwissenschaft sein

Die Psychologie ist in einer Zwitterposition. Einerseits geht es ihr um den menschlichen Geist, und praktisch gesehen um die Heilung psychischer Krankheiten.

Andererseits kann die Psychologie mit den spirituellen Verfahrensweisen ihrer bedeutendsten Vertreter, wie Freud und Jung, wenig anfangen. Denn sie möchte Naturwissenschaft sein, konkrete und nachweisbare Ergebnisse produzieren. Nachweisbare Ergebnisse wiederum gibt es nur in der Menge der Beobachtung der Vielen, der Beobachtung des Außen.

Die Phänomene des einzelnen Geistes, die jede Form annehmen können, sollte die Psychologie aber genauso ernst nehmen, wenn sie erkennen und heilen will. Denn sie verschenkt ihr Potential, wenn sie sich nicht auch weltanschauliche Fragen stellt, z.B. die Frage, was die Realität eigentlich ist. Gerade die Beobachtungen der Psychologie machen klar, dass die Realität subjektiv auftritt. Wenn man nun meint, die subjektiven Wirklichkeiten interessieren nicht, sondern nur die vermeintlich eine Realität (die nur außerhalb des Individuums zu finden sei), die naturwissenschaftlich zu untersuchen sei, dann nützt man die interessante Besonderheit gerade dieser Wissenschaft nicht.

Denn das eigentlich Interessante ist ja gerade die Frage, ob und wie man überhaupt auf die Idee kommen kann, dass jegliche Beobachtung, ob nun in der Wissenschaft oder sonstwo, ohne die Berücksichtigung des Beobachters, und seiner Art und Weise zu beobachten, auskommen kann.

Werner Heisenberg (Teilchenphysiker) , die oben genannten Resultate der Quantenphysik zur Kenntnis nehmend,  formulierte: Die Ontologie des Materialismus beruhte auf der Illusion, daß man die Art der Existenz, das unmittelbar Faktische der uns umgebenden Welt, auf die Verhältnisse im atomaren Bereich extrapolieren könne.
Um das ein wenig verständlicher auszudrücken: Während wir in unserer Umgebung das Faktische, das Objektive, finden können, finden wir es in der Quantenphysik rätselhafterweise nicht.

Was man sieht ist nicht zu trennen von der Brille, die man trägt.

Heisenbergs Aussage steht im Widerspruch zu den Aussagen vieler Wissenschaftler und Philosophen vor ihm, die feststellten, dass man auch in unserer Makro-Umgebung keineswegs das unmittelbar Faktische, das Objektive, oder wie Kant es ausdrückte, das „Ding an sich“, findet. Es war ebenso meine Erfahrung, die ich in „Alles ist Geist“ beschrieb. Es muss also nicht unbedingt verwundern, wenn man irgendwann auch in den Naturwissenschaften zur Kenntnis nehmen muss, dass der Blick des Menschen nicht nur beobachtet, sondern erschafft. So wie es die Quantenphysik ohnehin nahelegt.

Ausgestattet mit der entsprechenden philosophischen Brille ist dies jederzeit zu sehen.

Der Spirealismus setzt  Wahrgenommenes und Vorhandenes gleich. Die Welt ist die Welt des Denkens. Dies kann nur aus der Denkgewohnheit heraus bestritten werden, Beobachtung und wirkliche Realität seien verschieden. Und das ist eigentlich unerklärlich.

Naturwissenschaften vs Geisteswissenschaften: Die Aussage des Spirealismus ist, dass Psychologie und Wissenschaft nicht zu trennen sind. Die Naturwissenschaften und die Geisteswissenschaften können beide keine objektiven Resultate zeitigen, also Resultate, die völlig unabhängig vom menschlichen Blick wären. Denn es macht keinen Sinn, die Sichtweise des Menschen abzutrennen von seinen Beobachtungen, oder das, was man durch eine Brille sieht, als völlig unabhängig von der Brille zu bezeichnen.

 
Weiterlesen: Beitrag Naturwissenschaften vs Geisteswissenschaften. Die Psychologie in der Naturwissenschaft und der Geisteswissenschaft

Ähnliches Thema: Ist Philosophie Wissenschaft? Warum Philosophie die wichtigste Wissenschaft ist.

 

Naturwissenschaften vs Geisteswissenschaften. Die Psychologie in der Naturwissenschaft und der Geisteswissenschaft was last modified: April 14th, 2016 by Henrik Geyer

Religion und Spiritualität – was ist der Unterschied?

Religion und Spiritualität

Für mich überraschend habe ich festgestellt, dass es Menschen gibt, die Religion und Spiritualität strikt voneinander trennen.

Ist man nicht religiös, wenn man spirituell ist? Ist man nicht spirituell, wenn man religiös ist?

Religion ist eine Form von Spiritualität

Meine Aussage ist ganz klar: Religion ist eine Form der Spiritualität. Man sehe sich an, welche Werte spirituelle Menschen suchen und vertreten, und welche Werte religiöse Menschen suchen und vertreten.

Spiritualität ist ein sehr allgemeiner Begriff, der viele mögliche Denkrichtungen umfasst. Man kann aber getrost sagen, dass Religion eine konkrete Form von Spiritualität ist. Mehr noch – was heute als Spiritualität praktiziert wird, ist ohne Religion nicht denkbar, denn die diversen Formen von Spiritualität kommen nicht ohne die so wichtigen religiösen Weisheiten aus. Sind doch diverse Denkrichtungen, wie zum Beispiel die Prinzipien der Hermetik (die wohl, das wird niemand bestreiten, spirituell sind), Abkömmlinge des Biblisch-Religiösen.

Biblische Lehren wiederum sind, so die Meinung vieler Religionswissenschaftler, eine Form buddhistischer bzw. hinduistischer Lehren – in eine neue Form gebracht.

Was will Religiosität, was will Spiritualität?

Religion und Spiritualität eint zunächst einmal der Versuch, eine Verbindung zum Höheren herzustellen. In Religionen heißt das Höhere „Gott“. In den diversen spirituellen Lehren heißt das Höhere oft „das Selbst“, „das höhere Selbst“, „die Natur“, „der Kosmos“, oder es werden Naturgötter wieder – und neu belebt.

Grundauffassung und Ziel sind bei Religion und Spiritualität gleich:

  • es gibt das Höhere
  • man möchte die wirkliche Wahrheit erkennen – und sie liegt nicht im offensichtlich Sichtbaren
  • man möchte aus der Verbindung mit dem Höheren Nutzen ziehen
  • die Erkenntnis: es kommt auf das Denken an / der Glaube erschafft

was unterscheidet Religion und Spiritualität?

Diejenigen, die einen fundamentalen Unterschied herbeidenken, sagen oft, Religion und Spiritualität unterschieden sich durch den Glauben – Religion sei „lediglich Glaube“ – offenbar im Unterschied zu Spiritualität.

Wissen vs Glauben

Aber kann man sagen, dass das Denken der spirituellen Menschen auf Wissen basiert, im Gegensatz zu Religion? Nein. Religiöser Glaube ist Wissen. Wäre er „irgendein unbewiesener Unfug“, so wie Diejenigen meinen, die einen Unterschied zwischen Wissen und Glauben herbeidefinieren, dann hätte er keinerlei Macht. Glaube hat aber Macht. Um die Macht des Glaubens geht es in jeder Religion, in jeder Weisheitslehre. Und die Macht des Glaubens ist es auch, die den Anhängern jeglicher spirituellen Lehre das eigene Denken wie das einzig mögliche Denken erscheinen lässt.

Es ist nur eine wahre Religion, aber es kann vielerlei Arten des Glaubens geben.
Immanuel Kant

Religion wird vermischt mit Institutionen

Religion hat für einige einen recht negativen Beigeschmack.  Wenn von Religion die Rede ist, denken sie an historische Ungerechtigkeiten, an Glaubenskrieg, oder an Kirchensteuer. Im Gegensatz zum Christentum haben viele spirituelle Lehren keine irdische Institution, so dass der Eindruck entsteht, das Spirituelle sei (im Gegensatz zum Religiösen) prinzipiell fehlerfrei.

Doch man bedenke: Das Höhere, wie auch immer man es definiert, hat nichts mit unseren irdischen Kriegen, nichts mit unseren Irrtümern, nichts mit Steuern zu tun. Hier wird etwas auf unzulässige Weise vermischt.

Gott oder nicht Gott

Viele Spirituelle stören sich am  Vorhandensein von Gott in der Religion, während sie selbst meinen, ohne Gott auszukommen. Das wiederum ist ihnen Beweis für ein Wissen, das sie selbst haben, gegenüber (dummem Wunder-)Glauben der anderen. Wir sprachen bereits davon.

Wenn man hingegen die Begriffe der Spirituellen für das Höhere, welche es auch sind, als eine Variante des Wortes „Gott“ sieht, kann man die Gleichartigkeit beider Bereiche besser erkennen.

Das Wichtige ist das Zur-Kenntnis-Nehmen von etwas, das größer ist, als das Ich des Menschen. Welchen Namen man dem gibt, ist hingegen weniger wichtig. Weniger wichtig sind auch die konkreten Formeln der Aussagen und Gedanken, mit denen man das Höhere denkt.

Der wahre Gegensatz

Den wirklichen und grundsätzlichen Unterschied sehe ich nicht in der Unterscheidung zwischen Religion und Spiritualität, sondern zwischen spirituellen Denkrichtungen (darunter auch Religion) und Materialismus. Denn dort hält sich, wenn auch verklausuliert, der Mensch selbst für das Höchste.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Religion und Spiritualität – was ist der Unterschied? was last modified: Dezember 22nd, 2015 by Henrik Geyer

Vorurteile und Urteile. Was sind Vorurteile?

Vorurteile und Urteile. Was ist ein Vorurteil?

Was sind Vorurteile? Ein Vorurteil ist ein Urteil, das vorschnell ergeht, und für das somit die Vermutung besteht, dass es falsch ist.
Oder es ist bereits falsch, wenn es ausgesprochen wird.

Generaltugend Gerechtigkeit

Eine der vier klassischen Kardinaltugenden ist die Gerechtigkeit. Gerechtigkeit erfordert ein Urteil, denn zu sagen, etwas sei Recht oder Unrecht erfordert eine Beurteilung.

Aus Urteilen erwachsen Vorurteile

Ohne Beurteilung keine Gerechtigkeit, aber durch das Beurteilen entsteht die Gefahr, vorzuverurteilen.

Gerechtigkeit wird sehr schnell zur Selbst-Gerechtigkeit. Das Urteil wird sehr schnell zum Vorurteil.

Bibelzitat: Als eine Frau, die des Ehebruchs überführt war, gesteinigt werden sollte, trat Jesus dazwischen und sagte: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein“ (Joh 8,7). Dazu muss gesagt werden, dass damals die Steinigung (eine Todesstrafe, bei der der Tod durch das Werfen von Steinen herbeigeführt wird) die anerkannte Form der Gerechtigkeit in einem solchen Fall von Rechtsbruch war. So ist es in manchen Teilen der Welt auch heute noch.

Und dennoch forderte Jesus die Leute auf, zuerst an sich selbst und die eigenen Sünden zu denken, bevor sie das Recht im Außen durchsetzen.

Man denke auch an den Ausspruch Jesu (als jemand einen anderen kritisiert hatte): „Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem eigenen Auge; darnach erst siehe zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst!“ Matthaeus 7:5

Zurückhaltend sein im Urteilen

Aus einer Generaltugend wie Gerechtigkeit wird sehr schnell Sünde – die Sünde vorzuverurteilen.

Daher ist die Generaltugend der Gerechtigkeit verbunden mit der Aristotelischen Auffassung von Tugend – als ein Beachten des rechten Maßes. Mäßigung in allem – das ist die Hauptforderung in einem gelungenen Leben. Mäßigung – das ist die Forderung, auch im Urteilen mäßig zu sein, und sich der Tatsache bewusst zu sein, dass Urteilen sehr schnell zum Vorverurteilen wird.

Unser Leben besteht aus Urteilen

Gleichzeitig müssen wir uns darüber klar sein, dass wir ohne das Beurteilen von richtig und falsch, von gut und böse, von wahr und unwahr, nicht auskommen. Diese Begriffe sind unsere Welt, sie sind verbunden mit der menschlichen Vorstellung von Folgerichtigkeit. Wir können also unsere Vorsicht gegen über vorschnellem Urteilen nie so weit treiben, dass wir ganz ohne Urteile auskommen könnten.

Wir Menschen sind nicht Gott, der ganz ohne Urteile auskäme. Wir müssen urteilen und sind stets in der Gefahr des Vorurteils. Umso wichtiger ist Vorsicht im Urteilen, und zu versuchen, stets das rechte Maß zu wahren.

Vorurteile und Urteile. Was sind Vorurteile? was last modified: Dezember 19th, 2015 by Henrik Geyer

Wirklichkeit – was ist das?

Wirklichkeit
Ich schrieb in einem Internetportal „Unsere Welten formen sich aus dem, was wir als wahr ansehen.“
Mir wurde zurückgeschrieben. Eine Frau schrieb, ob das heiße, man könne die Wirklichkeit beeinflussen?
„Und .. woher kommt das Wollen, das Denken, das Tun? Wo entsteht es? Wo hat es seinen Ursprung? In uns Menschen oder sind wir sowas wie ein „Werkzeug“?
Bin ich als Mensch vielleicht nur diejenige die alles wahrnehmen kann? Das Wollen, denken, tun?
Und egal ob ich all das bewusst wahrnehme oder nicht – es geschieht was geschieht weil es geschehen will/soll?“

Wirklichkeit, was ist das?

Ich antwortete:
„Ja, man kann die Wirklichkeit durch Denken beeinflussen. Das, „was geschieht“, kommt erst durch den Einzelnen in eine individuelle Existenz. „Alles ist Geist“ ist ein Grundprinzip der Hermetik, das ich zur Basis meiner Philosophie machte, und zum Titel eines Buches.
„Alles ist Geist“ zu Ende gedacht bedeutet, man kommt zu einer anderen Vorstellung von „Existenz“ (oder wie Sie sagen, von den Dingen, wie sie geschehen).
Akzeptiert man „Alles ist Geist“, dann akzeptiert man, Teil zu sein von diesem Geist. Teil heißt, man ist nicht Alles. „Teil“ bedeutet auch, der Geist ist nicht in einem, sondern Geist ist überall, und Geist verbindet alles.
Wenn man wiederum nicht Alles ist, dann kann man den Blick auf das Alles, auf das Höhere, nur aus der Position des Teilchens haben. Dann kann man nicht sagen, was den Prozess betreibt. Warum nicht? Weil das Alles aus den Teilchen besteht, deren Teil auch ich bin. Ohne mich wäre das Alles ein wenig anders. Das bedeutet, es gibt keinen endgültigen Begriff für das Alles – außerhalb von mir.
Wie Meister Eckhart einmal sagte: Wenn man sagt, Gott sei dies oder jenes, dann kann man davon ausgehen, dass er DAS jedenfalls nicht ist.

Sind wir in Wirklichkeit ein Werkzeug einer höheren Macht?

 Man sollte auch nicht annehmen, man sei ein Werkzeug von irgendetwas oder irgendwem. Denn das hieße, die eigenen begrenzten Begriffe auf das Alles anzuwenden.
Die Religion benennt das Höhere – es ist Gott. Gott ist unergründlich. In den materialistischen Wissenschaften ist das Entscheidende und der Grund für alles die Materie. Und doch sieht man in einer Art Gottesblick auf sie herab – was uns dann wieder in Vielem rätselhaft ist. Rätselhaft, denn trotz dieses Gottesblickes, aus dem heraus wir an die letztendliche Erkennbarkeit von Allem glauben, bleibt das Unergründliche, das Rätselhafte, das Unendliche. Ich nenne das das Paradox des Materialismus. In jedem Fall ist das, was wir für wahr halten, unsere Welt.

Sichtweise des Spirealismus

Es geht dem Spirealismus nicht so sehr um die Namen, sondern um das Erkennen, nach welchen Prinzipien die Existenz funktioniert. Zu erkennen, dass alles Geist ist, halte ich für äußerst wichtig. Denn dann können die Menschen, kann die Menschheit, mit der Schöpferkraft, die durch sie hindurchgeht, noch bewusster umgehen. Sieht man alles nur im Außen geschehen, dann geschehen die Dinge einfach so.. irgendwie.
Wirklichkeit – was ist das? was last modified: Dezember 19th, 2015 by Henrik Geyer

Das Unendliche. Was ist unendlich?

Unendlichkeit. In welchem Sinn ist dies unendlich?

unendlich ist für uns endlich

In oben genannter Grafik wird die Frage gestellt: In welchem Sinn ist das Unendlich-Symbol unendlich?

Es ist nicht-endend, wenn man versucht, mit dem Auge seinen Kurven zu folgen. Denn genau so soll das Unendliche verstanden werden. Der antike Philosoph Plato sagte, dass das Unendliche das sei, „mit dem man nicht fertig wird.“ Und man wird damit nicht fertig, der Schleife bis in die Unendlichkeit zu folgen.
Aber es ist endlich, wenn es als Wort ausgesprochen wird. Es ist endlich, wenn man es als Zeichen sieht. Insofern ist es uns paradox. Es „gibt“ doch das Zeichen! Das Unendliche existiert! Aber als was … und wo? Wofür steht das Zeichen?

Das Symbol ist mit Bedacht so gezeichnet, als eine Schleife, die in Endlosigkeit verfolgt werden kann. Kann? Nein, nicht kann! Diesem „Können“ steht die Endlichkeit des Menschen als fundamentales Prinzip entgegen. Unendlichkeit ist ein paradoxer Begriff der etwas bezeichnet, das sich weder beobachten noch nachweisen lässt.

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Unendlichkeit ist ein paradoxer Begriff, der etwas bezeichnet,das sich weder beobachten noch nachweisen lässt. [SPID 1170]

Das Unendliche muss uns unverständlich sein

Wir verstehen also etwas, und zwar als nicht-endend, das für uns keine Realität erhalten kann. Wir können der Schleife nicht endlos folgen. Das Unendliche muss uns unverständlich bleiben. Haben wir aber das Gefühl, das Unendliche müsse unverstanden bleiben? Ist es nicht vielmehr so, dass wir glauben, es verstanden zu haben? Wir rechnen doch auch damit!! Jede noch so kleine Zahl, multipliziert mit der Unendlichkeit, ergibt unendlich.

Über die Paradoxien, die sich mit der materialistischen Weltanschauung verbinden, habe ich bereits in den Artikeln „das Nichts“ und „das Undenkbare“ geschrieben. Das Unendliche ist ein weiterer Begriff, der im eigentlichen Sinn  keine Existenz haben kann, und dessen Notwendigkeit erst im Spirealismus klar wird.

Die Unendlichkeit – materialistisches Paradox

Normalerweise versteht man die Unendlichkeit als eine von uns (noch) zu erfassende Existenz im Außen. So sehen wir beispielsweise das Universum als unendlich an. Und, so verstanden, ist es uns rätselhaft.

Die Paradoxien sind schnell gefunden. In einem unendlichen Universum gibt es unendlich viele Dinge. Also „ALLES“. Aber – was ist „ALLES“? Alles kann doch in meinem Denken (meinem Ich-Universum) nur das sein, was ich benenne. Was sonst? Keinesfalls was ich NICHT benenne, nicht wahr?

Ich muss es also nur benennen, und es kommt in die uns widersprüchliche Existenz. Wenn ich beispielsweise die unwahrscheinlichste Möglichkeit benenne, beispielsweise, dass es im Universum eine Zivilisation geben könnte, die Nachttöpfe als Hüte trägt – so muss diese (Un-)Wahrscheinlichkeit in einem unendlichen Universum mit Notwendigkeit existieren. Wahrscheinlichkeit: 100 % … irgendwo in der Raumzeit. Genau genommen muss es eine solche Zivilisation unendlich oft geben, denn, wenn es sie einmal gibt, dann könnte es sie auch zweimal geben … und, multipliziert mit unendlich…

So realisiert sich mit einer Wahrscheinlichkeit von 100 % was wir uns denken? Sagt das etwas über Zivilisationen mit Nachttopf-Hüten?  Oder etwas über unser Denken?

materialistisches unendlich vs spirealistisches unendlich

Letzteres. Im Materialismus (die Weltanschauung, die glaubt, „die Welt“ sei aus Materie aufgebaut, die wir beobachten) erscheint Unendlichkeit ein im Außen zu findendes Phänomen zu sein, das wir nur noch richtig beschreiben müssen.

Im Spirealismus ist die Unendlichkeit die Quelle der Gedanken – es ist die Unendlichkeit des Möglichen, das Unbestimmte, und damit die Quelle des Seins. Die Menschen jedoch, in ihrer Festgelegtheit, in ihrer Konkretheit, können das Unendliche nicht beobachten.

Nach spirealistischer Auffassung sind die Gedanken die Existenz. Weil die Unendlichkeit in den Möglichkeiten der Gedanken liegt, nicht in äußerlichen Objekten die in ihrer materiellen Existenz festgelegt sind, kann man das Unendliche, das nicht Fertigwerden, an jedem Gegenstand finden, nicht nur in den Weiten des Weltalls.

Jedoch können wir uns über jede Sache nur endlich viele Gedanken machen, sie unter endlich  vielen Aspekten sehen, oder in endlich viele Teilmengen aufteilen. Denn wir selbst sind endlich. Das Unendliche stellt sich uns nur als der Zufall, das Nicht – Bestimmbare dar. Es kann für uns nie ein Ende haben. Denn immer, solange Bewusstsein existiert, muss ein Gedanke dem Gedanken folgen. Der Gedanke selbst aber ist nicht unendlich.

Wir können die Schleife des Unendlich-Symbols verfolgen solange wir wollen, wir werden damit niemals fertig. Wir bleiben endlich. 

Paradox des Unendlichen [SPID 3525]
Paradox des Unendlichen
Das Unendliche. Was ist unendlich? was last modified: August 10th, 2016 by Henrik Geyer