Symbolismus – was ist das? Symbolhaftes Denken

Symbolismus der Astrologie: Sternzeichen Fische, Zodiac Sign Pisces

Was ist ein Symbol?

Ein Symbol ist ein Zeichen, das für etwas anderes steht. Beispielsweise ist ein Symbol für Deutschland die deutsche Flagge, ein literarisches/filmisches Symbol für Traurigkeit ist Regen, ein astrologisches Symbol ist beispielsweise ein Sternzeichen. So bezeichnet Symbolismus eine Form des Denkens. Symbolismus als ein Denken in Sinnbildern.

Worin liegt das Problem der Erklärbarkeit von Symbolismus?

Das Problem der Erklärbarkeit liegt im Grunde in der Abgrenzung. Was ist eigentlich kein Symbol?
Das ist gar nicht so einfach zu klären, wenn man Folgendes bedenkt:
1. Jede vorstellbare Sache kann zu einem Symbol gemacht werden. Ich kann es jetzt, in diesem Augenblick, selbst tun. Ich erschaffe ein Symbol, indem ich erkläre, dass Deutschland für Wertarbeit steht. Somit ist also nicht nur die deutsche Flagge ein Symbol für Deutschland, sondern das Bezeichnete selbst ist wiederum ein Symbol, oder kann zumindest so gesehen werden.
2. Abgrenzbar wäre Symbolismus, wenn man unter Symbolismus eine Art Lehre verstehen würde, die darlegt, welches Symbol für welchen Gegenstand steht.
Doch man kann Symbole ganz verschieden anwenden. Zum Beispiel kann Regen in einem Roman auch ein Symbol für eine Reinigung sein. Wer will also sagen, ein Symbol könne nur dies oder jenes sein?
3. Das Verstehen eines Symbols ist abhängig vom Verständnis desjenigen, dem ein Symbol gezeigt wird. Wenn z.B. auch ein Schriftsteller das Symbol Regen wie ein Zeichen für Traurigkeit einsetzen mag, so wird doch so mancher Leser darin auch die Reinigung sehen, oder dem überhaupt eine andere Bedeutung geben. Wer will also den gesamten Bedeutungsumfang eines Symbols bezeichnen, doch wissend, dass dieser Bedeutungsumfang all das umschließen müsste, was alle Menschen darin sehen?

Symbolhaftes Denken

P.D.Ouspensky, Schriftsteller und Esoteriker, bezeichnete Symbolismus als eine Art und Weise des Denkens, und zwar eines Denkens, das in den Dingen immer Symbole sieht. Er schrieb, dass diese Denkweise in unserer ach so bestimmten Welt, die glaubt, in einer Sache immer nur eins sehen zu können, diese Fähigkeit abhanden kommt. Die Fähigkeit des symbolhaften Denkens zurückzuerlangen, sei ein äußerst schmerzhafter und langwieriger Lern-Prozess.
Ein Zitat, das meiner Ansicht nach sehr schön das Wesen des symbolhaften Denkens erklärt, ist das Folgende: „Jahrelang hatte ich den irrigen Grundsatz der Maler, man müsse die äußere Natur studieren, um künstlerisch schaffen zu können, stumpfsinnig nachgebetet und befolgt; erst, seit Hillel mich in jener Nacht erweckt, war mir das innere Schauen aufgegangen: das wahre Sehenkönnen hinter geschlossenen Lidern, das sofort erlischt, wenn man die Augen aufschlägt, – die Gabe, die sie alle zu haben glauben und die doch unter Millionen keiner wirklich besitzt.“ (aus: „Der Golem“ von Gustav Meyrink)

Resümee

Die vielen symbolistischen Speziallehren, sei es Astrologie, Tarot, Flaggenkunde oder Wappenkunde, sogar die Symbole des Periodensystems der Elemente, sehe ich als Erscheinungsformen eines umfassenden Prinzips. Diese Erscheinungsformen lassen das eigentliche Prinzip dabei zur Unkenntlichkeit verblassen. Denn das Prinzip selbst hat letztlich nichts mit einer ganz bestimmten Aussage zu tun – weder mit einer Flagge, noch mit einer Spielkarte, noch mit einem Stern. Es ist vielmehr eine unerschöpfliche Quelle, eine Quelle, die alle Deutungen hervorbringen kann.
Ich sehe Symbolismus als eine Denkweise, die sehr verwandt ist mit Spiritualität, und von dieser nicht zu trennen ist. Denn Spiritualität ist Sich-dem-Innen-zuwenden, dem Geist. Das „wahre Sehenkönnen hinter geschlossenen Lidern“, das Sehen der Dinge, die hinter den Dingen stehen, ist nicht möglich, wenn man sich nur auf ein Außen konzentriert.

Symbolismus – was ist das? Symbolhaftes Denken was last modified: Dezember 2nd, 2015 by Henrik Geyer

Die Welt gibt es nicht!

die Welt gibt es nicht: Der subjektive Blick auf die Welt

Worum geht es?

Die Welt gibt es nicht! …was für ein wunderbarer Titel. Es ist die Aussage mancher zeitgemäßer Philosophie. Aber, warum soll es die Welt nicht geben? Wie kommt man überhaupt darauf?

Man kommt auf diese Frage, wenn man sich beispielsweise vorstellt, dass unser Bewusstsein genauso gut abgekapselt, in einem Computergehirn existieren könnte, oder als ein in einem Wasserbad schwimmendes Gehirn. Da das durchaus möglich wäre (und die Herstellung künstlicher Intelligenz wird uns das umso mehr verdeutlichen), stellt sich die Frage, ob denn „die Welt“ nicht eine Art Täuschung sein könnte, gemacht, um uns eine Kulisse zu bieten, so wie sie sich eine uns übergeordnete Intelligenz ausdenkt.

Dieselbe Frage, was eigentlich die Realität ist, hatte sich der Vordenker des Surrealismus, Andre Breton, übrigens auch gestellt. Im ersten Weltkrieg lernte er in einem Lazarett einen traumatisierten Soldaten kennen, der den Krieg als eine erfundene Kulisse ansah, gemacht, um ihn zu täuschen.

Man muss also offenbar nicht die modernste Technik bemühen, um sich, durchaus berechtigt, die Frage zu stellen, ob denn die Welt vielleicht gar nicht „richtig“ existiert, sondern vielleicht nur ausgedacht, oder nur vorgetäuscht ist.

Übrigens geht die jahrtausendealte Frage des Zhuang Zhou: „Bin ich ein Schmetterling, der träumt, ein Mensch zu sein, oder bin ich ein Mensch, der träumt, ein Schmetterling zu sein? “ in genau dieselbe Richtung.

Die Frage geht aus von der Feststellung, dass alles Begreifen der Welt durch die Sinne erfolgt. Und die Sinne sind nirgendwo angekoppelt an eine feststellbare Objektivität – oder bildlich gesprochen – sie haben kein eindeutig determiniertes „Kabel“ zu einer Außenwelt.

Wenn wir nun einmal die Welt vor uns sehen.. das beweist doch ihre Existenz?

Der Existenzialismus dreht die Sichtweise um. Er fragt nicht , was die Dinge sind, die wir sehen, sondern er sieht den individuellen Blick als die ursprüngliche Existenz. Die Existenz liegt in dem Blick, mit dem wir die Welt sehen, nicht in der Welt…

Der Materialist, der gelernt hat, dass die Materie im Außen existiert, und dass es die Materie ist, die wir beobachten,  kann sich allein schon den Sinngehalt der Frage nicht erklären. Sie kommt ihm sinnlos vor. Wenn wir nicht Materie „beobachten“ – was „beobachten“ wir dann? Und wozu sollte man die Frage überhaupt stellen?

Die Welt gibt es nicht!

Man sollte die Frage stellen, weil die Notwendigkeit einer definierten Außenwelt, die wir nur beobachten, nicht existiert. Wie gesagt: eine irgendwo feststellbare Objektivität gibt es nicht. Welche Notwendigkeit jenseits der Denkgewohnheit der vom Geist getrennten Außenwelt gibt es also?

Es handelt sich sich bei der Frage auch nicht um eine (eigentlich) überflüssige philosophische Volte. Sondern um das Fundament unseres Denkens.

Der Spirealismus schließlich geht von der Tatsache der nicht existierenden Objektivität aus – es ist ihm Denkvoraussetzung.  Die Antwort des Spirealismus auf die Frage „Wenn wir nicht Materie „beobachten“ – was „beobachten“ wir dann?“ ist: Wir beobachten nicht – im gleichen Maße erschaffen wir auch. Was wir sehen sind Welten der Relation, in der wir selbst die Festlegungen sind. Denn tatsächlich muss der genau Überlegende feststellen, dass individuelle Sichtweise auf die Welt letztlich die einzige Sichtweise ist, die überhaupt zur Verfügung steht. Eine objektive Sichtweise lässt sich im Letzten nirgendwo finden – statt dessen „nur“ die subjektive Sichtweise von Individuen-Gruppen (im Spirealismus Supersubjektivität genannt).

Und, so gesehen, kann man nicht davon sprechen, wir würden eine Welt beobachten. „Die Welt“ gibt es nicht. Es gibt die Welten der subjektiven Wahrnehmung.

Die Welt gibt es nicht! was last modified: April 28th, 2016 by Henrik Geyer

Philosophie im Alltag – wozu brauchen wir Philosophie überhaupt?

Philosophie im Alltag: Sokrates - modern wie nie

Philosophie im Alltag

Philosophie im Alltag? Fast scheint es so, als wäre Philosophie heute unnütz. Oft heißt es: „Philosophiere nicht so viel!“ – was bedeuten soll, dass die vorliegenden Überlegungen völlig überflüssig sind, nicht zielführend, sondern sozusagen „Geschwafel“. Auch die bekannte Redewendung „Hier begeben wir uns in das Reich der Philosophie… “ geht in genau dieselbe Richtung

Bedeutet das, dass Philosophie für unseren Alltag verzichtbar ist?

Wozu brauchte man Philosophie früher?

Ursprünglich war die Philosophie die Krone der Wissenschaften. Es war die „Liebe zur Weisheit“, und Weisheit, als ein Sich-mit-den-Dingen-Auskennen, war gefragt und gesucht.

Siehe auch: Artikel Ist Philosophie Wissenschaft? Warum Philosophie die wichtigste Wissenschaft ist.

Für die alten Griechen bestand Weisheit in Selbsterkenntnis („Erkenne dich selbst“ stand als Inschrift über Schulen) und in Nachfragen, was die Dinge denn „im Grunde“ sind. So wandelte beispielsweise Sokrates durch die Gassen und „wanzte sich an Passanten heran“ (er hatte ein kleines Vermögen geerbt und war so der Notwendigkeit enthoben, einer dauernden gewerblichen Beschäftigung nachzugehen). Er fragte die Vorübergehenden nach der Bedeutung allgemein bekannter Begriffe, wie Mut oder Freundschaft – und stellte immer wieder fest, dass diese Begriffe ihre Wurzeln im Unendlichen haben. Niemand kann sie wirklich erklären. Immer verwickelt man sich in Widersprüche, wenn man diesen Begriffen auf den Grund gehen möchte. Das war Philosophie früher – eine in der Antike hoch geschätzte Kunst.

heute…

Aber – wer interessiert sich heute dafür? Ich selbst habe verschiedentlich gehört, dass die Menschen aus den Ergebnissen der Philosophie nichts wesentlich Neues erwarten. Philosophie im Alltag – fast scheint es, als gelte die Philosophie den Philosophen selbst als völlig nutzlos.

Philosophie sieht man heute eher als das (Kennen-)Lernen der bestehenden philosophischen Literatur, weniger als ein Sich-selbst-Befragen. Heute würde man wohl auch Sokrates‘ Fragen als irrelevant empfinden.

Meint denn nicht fast jeder genau zu wissen, was sich hinter den Worten verbirgt, die er benutzt?

Spirealismus-Philosophie

Ja, tatsächlich meint wohl fast jeder, dass er im Vollbesitz der Deutungskraft der Worte wäre, die er benutzt. Und dennoch ist es nicht so. Der Grund dafür ist die Relativität allen Denkens, ein sich stets erneuernder und umformender Prozess. Diesem Prozess unterliegen auch die Worte. Diesem Prozess unterliegen auch die Worte der Philosophie.

Sokrates würde heute seine Philosophie mit genau derselben Methodik anwenden können, wie vor 2000 Jahren.

Die Tatsache der unendlichen Bedeutungsvielfalt jedes Wortes erscheint uns allerdings paradox, denn wir glauben ja, mit unseren Worten nur eine außerhalb von uns selbst befindliche Realität zu beschreiben.

Lesen Sie auch: Beitrag Die Metapher – wozu ist es gut, in Metaphern zu denken?

Und glauben daher an eine Objektivität, eine Objektivität auch der Worte. Objektivität, die wir allerdings im Tatsächlichen  nirgendwo finden. Dies ist die Grund-Aussage des Spirealismus.

Was bedeutet das für den Alltag?

Die grundlegende Überlegung des Spirealismus ist, das es Objektivität nicht gibt. Dem Spirealismus ist Relativität der Urgrund des Seins – Relativität als Quelle von Existenz – anstelle eines objektiven Außen.

Insofern überwindet der Spirealismus die scheinbare Beliebigkeit der Philosophie, indem er erklärt, dass die Relativität, die in der materialistischen Sichtweise wie Beliebigkeit erscheint, der Urgrund unseres Seins ist – und eben nicht ein objektives Außen, das wir beobachten.

Für den Spirealismus ist Philosophie im Alltag sehr wichtig, denn die Sichtweisen selbst sind unsere Realität. Es gibt die Realität nicht noch einmal „extra“, in objektiver Form.

Was also könnte für uns wichtiger sein, als unsere Sichtweise?

Ähnliches Thema: Artikel Materialismus Philosophie. Spirealismus vs Materialismus

Philosophie im Alltag – wozu brauchen wir Philosophie überhaupt? was last modified: März 8th, 2016 by Henrik Geyer

Was ist Glück?

Was ist Glück? Wir brauchen die Nächte, um die Sterne zu entdecken. (Aus Brasilien)

Was ist Glück? Vorausschickend sei gesagt, dass Glück in diesem Zusammenhang als die Empfindung von Glück gemeint ist – nicht als ein Glücksfall beim Würfelspiel beispielsweise.

Was ist Glück nicht?

Zunächst einmal ist es wichtig sich bewusst zu machen, das Glück an keine äußerlichen Bedingungen gebunden ist. Glück hängt nicht ab von irgendeiner Sache, die wir im Außen finden.

Was ist Glück dann?

Glück lässt sich am besten als Relation beschreiben. Eine Relation zu dem, was wir in unserer Welt finden. Was wir in unserer Welt zu finden glauben, hängt von den Bewertungen ab, die wir vergeben.
Unser Glück hängt also davon ab, ob wir gewohnheitsmäßig das Glas halb voll oder halb leer sehen.

Die Welt ist immer durch Gegensätze definiert

Wie glücklich man auch immer sein kann – unser Sein ist ein Sein der Gegensätze.
Wir können uns keinen Begriff denken, von dem nicht auch sein Gegenteil existieren kann.
Wir brauchen die Nächte, um die Sterne zu entdecken. (Aus Brasilien). Wir brauchen Traurigkeit, um zu wissen, was Glück und Fröhlichkeit sind. Wer Phasen fehlenden Glücks nicht verabsolutiert, wer weiß, dass diese Phasen nötig sind, damit Glück eintreten kann, wer immer bedenkt, dass dem Sommer der Winter vorausgehen muss, der wird schwierige Phasen umso weniger als mangelndes Glück empfinden. Traurigkeit gehört zum Glück eben auch dazu.

Das Glück ist überall zu finden

Das Glück dort zu suchen, wo man selbst nicht ist, ist der beste Weg, unglücklich zu sein. Hingegen ist es eine bewährte Methode, die Gedanken gewohnheitsmäßig auf etwas zu lenken, in dem ganz greifbares Glück liegt. Aus dem Bereich der Spiritualität kennen wir Dankgebete, die eben diesem Ziel folgen. Der zur Gewohnheit werdende Dank für das, was man hat (und nicht der Zorn über Dinge, die fehlen!), lassen uns die Gaben bewußt werden, die uns umgeben. So erst können wir sie sehen und anerkennen.

Glück liegt im Sein, nicht im Sehnen

Die eigenen Schwächen anzuerkennen und zu lieben, ist Glück. Machen wir uns bewusst, nicht perfekt sein zu können. Unsere Realität ist ist nur denkbar mit Stärken UND Schwächen. Die Welt ist eben immer durch Gegensätze definiert.
Glück heißt: Seine Grenzen kennen und sie lieben. (Romain Rolland)

Konzentration auf gute Begriffe

Spiritualität, als die Fähigkeit sich auf Geistiges zu konzentrieren, ist eine gute Voraussetzung für Glück. Wer zulässt, dass die Gedanken zerfasern, wer vor den Toren seines Geistes nicht Wache hält, der lässt zu, dass alle denkbaren Einflüsse in das Zentrum dessen gelangen, wo Glück entstehen kann.
Man ist aber nur „seines Glückes Schmied“, wenn man auf eben dieses Zentrum, das Denken, achtet.

Was ist Glück? was last modified: Dezember 2nd, 2015 by Henrik Geyer

Leben ändern – Realität verändern

Leben ändern

Wir können unser Leben ändern – aber wir können die Realität nicht ändern. Wirklich?

Nein, das stimmt nicht. Wenn ich mein Leben ändern will, dann ändere ich damit auch meine Realität. Und von welcher Realität würden wir wohl sprechen, wenn nicht immer von unserer eigenen?

Der Beginn der Änderung ist das Einüben neuer Begriffe. Es ist dies die verblüffende Feststellung, die ich in meinen spirituellen Büchern beschreibe. Es ist die am Anfang überaus merkwürdige Feststellung, dass es jenseits der individuellen Realität keine „feste“ Realität gibt.
Zitat Hilde Domin: Jeder meint, dass seine Wirklichkeit die richtige Wirklichkeit ist.

Was ist statt dessen wahr?

Wahrheit, Realität und so viele menschliche Begriffe, gibt es nicht außerhalb von uns. Das bedeutet, aus uns selbst geht hervor, was immer wir als die Realität bezeichnen. Das ist die Grundaussage des Spirealismus. Da der Mensch aber eben nicht ein von einer äußeren Realität abgetrennter Beobachter ist, sondern vielmehr ein Element dessen, was Realität erst hervorbringt, ist unser menschliches Selbstbild falsch, das uns sagt, wir wären abgetrennte Beobachter.

Das Besondere der spirealistischen Sichtweise ist, dass sie erklärt, dass der Mensch nichts beobachten kann, das von ihm selbst unabhängig wäre. Das gilt ebenso für die Beobachtungen der Wissenschaft.

Kann ich die Realität verändern, und dadurch mein Leben ändern?

Ganz praktisch gesehen gibt uns die oben gemachte Erkenntnis das Werkzeug in die Hand, die subjektive Realität, die die einzige Realität ist, die wir kennen, zu ändern. Denn wenn wir unsere Begriffe ändern, ändern wir die Realität. Unsere Begriffe – das ist unser Begreifen dessen, was wir sehen. Unser Begreifen eines Wortes zum Beispiel, das wir hören.

Sind denn die Worte nicht statisch?

Hier wird es ein wenig schwierig, denn es handelt sich um eine Frage der Wahrnehmung. Und wenn man sagt, dass unsere Begriffe die Realität sind, dann liegen die Grenzen unserer Realität in dem Begreifen z.B. der Worte.
Wir Menschen glauben doch meist, dass die Worte, die wir verwenden, „nur“ eine Beschreibung einer äußerlichen Realität sind. Doch das sind sie nicht. Sie sind selbst unsere Realität, weil wir, wenn wir ein Wort hören, etwas Bestimmtes verstehen. Und das variiert von Mensch zu Mensch. Die Worte sind also nicht statisch, sie verändern sich ständig in ihrer Bedeutung. Ein praktisches Beispiel: Wenn wir die letzten drei Sätze nicht für wahr halten können, dann sind Worte uns wie „Schall und Rauch“. Während sie, unter einem anderen Gesichtspunkt verstanden, die Instrumente der Veränderung von Realität sind. Der andere Gesichtspunkt von dem die Rede war – das ist z.B. Spirealismus.

Leben ändern – Realität verändern was last modified: Dezember 2nd, 2015 by Henrik Geyer

surreal – Was ist surreal?

surreal: Nach einem schweren Regen

Woher kommt der Surrealismus?

Surrealismus entstammt einer geistigen Strömung der Zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Surrealismus entstand nach dem Ersten Weltkrieg, vornehmlich in Frankreich. Andre Breton, der geistige Führer des Surrealismus, hatte als Teilnehmer des Ersten Weltkrieges in einem Lazarett gedient. Dort traf er auf einen Soldaten, der traumatisiert, den Krieg für eine Art Täuschungsmanöver hielt – geschaffen, ihm eine Realität vorzugaukeln, die es nicht gab; wohl, weil das in seiner Schrecklichkeit nicht sein durfte, ihm unfassbar war.
Breton, der zur Kenntnis nahm, dass die Wirklichkeit (Realität) etwas ist, das sich im Individuum darstellt, und das es nicht in einem Außen gibt, entwickelte die Überzeugung, dass Traum und Realität voneinander nicht zu trennen sind, sich durchmischen. Daher auch der Name „Surrealismus“ – franz. „sur“=über. Surreal nennt man also eine über der Realität stehende Sichtweise, bzw. eine Sichtweise, in der sich Realität und Traum vermischen.
Ein weiterer wichtiger Einfluss waren die Entdeckungen Freuds zum Unbewussten in dieser Zeit, die dem Menschen nahelegten, nicht „Herr im eigenen Haus“ (dem Denken) zu sein.

Was bedeutet surreal?

Grenzt sich „surreal“ von „merkwürdig“ ab? Was ist die Eigenschaft eines Traumes im Gegensatz zur Realität?
Im Traum dehnt sich die Zeit, Zusammenhänge werden auf eine merkwürdige Art konstruiert. Dinge geschehen, die in der Realität nicht geschehen können.
Aber was ist die Eigenschaft surrealer Kunst gegenüber normaler Malerei, die merkwürdige Situationen darstellt?

Surreales für Kinder: Märchen, Phantasiegeschichten. In der Psyche von Kindern vermischt sich mühelos Traumhaftes mit dem Realem
Surreales für Kinder: Märchen, Phantasiegeschichten. In der Psyche von Kindern vermischt sich mühelos Traumhaftes mit dem Realem

Surreale Kunst arbeitet oft mit verblüffenden Bildeindrücken, die intuitiv das Gefühl von merkwürdigen Wahrheiten erzeugen. Oft ist Gegenstand der surrealistischen Malerei ein In-Frage-Stellen unserer Grundbegriffe – man denke an Salvador Dali und seine Darstellungen von Zeit, in der sich Uhren (als die Taktgeber unserer ach so realistischen Welt) verflüssigen.
Näher beschreiben und abgrenzen lässt sich surrealistische Kunst aber nicht, denn es ist im Grunde die Eigenschaft aller Kunst, verblüffende und dem Denken neue Zusammenhänge aufzuzeigen.

Gibt es surreale Einflüsse heute?

Der Surrealismus findet sich in Kino, Kunst und Literatur des Heute wieder. Man könnte ihn beispielsweise in der aktuellen Fantasy-Welle sehen, es ist nur eine Frage der Bezeichnung. Sollte man das so sehen, so müsste man aber sagen, dass der Surrealismus des Heute einen Großteil seiner klugen Reflektionen und Zielstellungen verloren hat, die er ursprünglich hatte. Denn der Surrealismus hatte für seine geistigen Wegbereiter durchaus ein Ziel, nämlich das, die Welt besser zu machen.

Wie sollte der Surrealismus die Welt besser machen? Indem er die wichtige Erkenntnis, dass jenseits der scheinbaren „Normalität“ (geistige) Welten darauf warten entdeckt zu werden, als allgemeine Wahrheit der Öffentlichkeit zugänglich macht. Daraus erst resultierte ein wirkliches Erkennen der Welt…

Was lehrt uns Surrealismus?

Der Surrealismus lehrt uns, in Verbindung zu setzen, was nach unserer festen Überzeugung keine Verbindung haben kann. Gedanken, die scheinbar unmöglich zusammengehören können  in Verbindung gebracht werden. Unsere Welte(en) sind die Welten der Gedanken.
Nicht umsonst hat Freud die Träume analysiert – denn er wollte der Realität des Individuums auf die Spur kommen. Realität und Traum durchmischen sich tatsächlich – sind nicht zu trennen. Nach wie vor Aktualität hat die Jahrtausende alte Frage des Zhuang Zhou: Bin ich ein Schmetterling, der träumt, ein Mensch zu sein, oder bin ich ein Mensch, der träumt, ein Schmetterling zu sein?
Ist also, was wir erleben, nun die Realität eines Traumes, oder ist es die „reale“ Realität?

Siehe auch Artikel zum Thema Denken ist die Realität : Das Denken ist die Realität – und nicht: das Denken erzeugt Realität

surreal – Was ist surreal? was last modified: Mai 29th, 2016 by Henrik Geyer

Perfektionismus – was ist das?

Perfektionismus: Imperfection is beauty

Perfektionismus: Wie viel Perfektes können wir ertragen?

In unserer modernen Welt, in der uns von jedem Bildschirm ein perfekter Mensch entgegen lächelt, wo die Produkte goldig glänzen, wo Männer in Business-Anzügen glücklich-geschäftig hin und hereilen, scheint es so zu sein, als wäre alles Nicht-Perfekte abzulehnen, auszumerzen, zu überwinden. Was wir brauchen, so scheint es – ist Perfektionismus! So ist man stets und ständig am Arbeiten , das herzustellen, was man als ein Mindestmaß an Perfektion ansieht. Man reibt sich dabei auf, so dass am Ende zu fragen ist, wie viel von diesem Perfekten man überhaupt ertragen kann. Zitat von Stanislaw Jerzy Lec: Die Technik ist auf dem Wege, eine solche Perfektion zu erreichen, dass der Mensch bald ohne sich selbst auskommt.

Die Kehrseite

Die Kehrseite der Medaille, die Kehrseite des Perfekten, das sind häufig wir selbst. Zu dick, nicht schön genug, problembeladen…
Was machen wir wohl falsch?

Wir machen etwas falsch, wenn wir uns mit der falschen Idee vergleichen. Wir machen etwas falsch, wenn wir uns auf Gedanken der Perfektion fokussieren.

Was ist Perfektionismus?

Perfektionismus ist der Glaube an eine Norm, wie Dinge auszusehen hätten. Und diese Norm, so glaubt der Perfektionist, gäbe es außerhalb seiner selbst.

Das Problem ist: Der Perfektionist kann sich seinem Idealbild bestenfalls nähern, es aber nie erreichen. Denn es geht für ihn scheinbar immer noch ein wenig besser. Ein Ziel, das man verfolgt, das man aber nicht erreichen kann… was wäre ein besseres Ersatz-Wort, wenn nicht Wahnsinn, Burn Out, Überforderung und Verzweiflung?

Maß halten

Im Maß-Halten hingegen liegt Weisheit. Maßhalten auch in unseren Ansprüchen an uns selbst. Die Perfektion, die wir uns für uns selbst ausdenken – wir können sie nie erreichen. Sehen wir vielmehr, dass unsere Ansprüche aus uns selbst kommen. Und in uns selbst sind sie überwindbar.

Die Perfektion ist also etwas, das sich aus uns entwickelt. Sie ist nicht in einem Außen vorhanden, als der Wille der Natur etwa, der Wille der Menschheit, oder dergleichen.
Wenn die Perfektion nicht in uns ist, wo ist sie dann? Und, wenn wir uns schon Dinge ausdenken, warum dann nicht Dinge, die uns auch gut tun?

Die Welt ist in Ordnung wie sie ist. Sie braucht keine Perfektion und keinen Perfektionismus

Es hilft, sich ab und zu daran zu erinnern, dass die Welt nicht perfekt ist, und nie sein kann. Ihr Wesen ist das Widersprüchliche, nicht die eine Wahrheit; ihr Wesen ist das Ungeordnete der Natur, und nicht die „Schönheit“ eines betonierten Parkplatzes; ihr Wesen ist die Nicht-Perfektion des Seins und nicht die Perfektion eines überspannten menschlichen Geistes.
Lehnen wir uns zurück und gönnen uns auch einmal einen unperfekten Tag. Man erkennt dann: die Sonne geht auf, auch ganz ohne Perfektionismus.

Perfektionismus – was ist das? was last modified: Dezember 2nd, 2015 by Henrik Geyer

Gibt es Gott? Begründungen und Gründe dagegen.

Gibt es Gott? Götterdämmerung

Gibt es Gott überhaupt?

Gründe für Gott

– Die persönliche Realität hängt von dem ab, was man denkt. Der Gläubige weiß das, denn er widmet sich der Schulung seiner geistigen Disposition. Und damit seiner Realität.
– die Gründe für die Welt liegen nur scheinbar in den Begründungen der Wissenschaft. Denn tatsächlich wurzelt jedes Ding dieser Welt im Unendlichen. Die Suche nach dem „Ding an sich“, also nach der hinter unseren Vorstellungen von den Dingen liegenden Kernexistenz, verlief bereits für Immanuel Kant ergebnislos. Sie lässt sich nicht finden.
– die Begründungen der materialistischen Wissenschaft, was die Herkunft der Welt angeht, sind fadenscheinig. Wir wissen nicht, was Zeit ist, wir wissen nicht, was Raum ist. Wir können aber in Raum und Zeit 14 Milliarden Jahre zurückrechnen, um dann zu finden: da war ein Urknall. Es gab auch schon Clevere, die den Computer einfach haben weiterrechnen lassen, bis vor dem Urknall – und kamen zu ganz erstaunlichen Ergebnissen. Jedoch können wir nicht genau sagen, wie das Wetter morgen wird.

Gründe gegen Gott

– man kann ihn nirgendwo sehen
– er erfüllt die Wünsche unzuverlässig
– er verhindert nicht die Kriege, obwohl er das doch sollte
– er erhebt Kirchensteuer

Sichtweise des Spirealismus – Gibt es Gott?

Der Spirealismus sieht die Welt aus Gedanken entstehen. Es gibt Gott, wo wir ihn denken. Und er existiert als seine Verneinung, wenn wir ihn ablehnen.

Sprachverwirrung als Argument

Es liegt bei den Nicht-Gläubigen ein Irrtum vor, wenn sie meinen, der Glaube wäre übersetzbar mit: „etwas nicht genau wissen“. Und wenn sie nun im Gegensatz dazu vermuten, selbst alles ganz genau zu wissen. Auf beiden Seiten, beim Gläubigen, wie  beim Materialisten, ist Glaube Wissen. Nur als Wissen entwickelt etwas, was wir denken, Wahrheit. Nur als Wissen ist Glaube zu verstehen. Ansonsten müsste man, wie mancher Nicht-Gläubige das ja auch tut, die Gläubigen für Dummköpfe halten (übrigens war Einstein ein spiritueller Mensch).

Gott ist das uns Übergeordnete

Aus dem Materialismus scheint sich zu ergeben, dass wir Menschen die Beobachter der Welt sind. Doch das sind wir nicht. Wir sind Teil der Elemente, durch die die Welt in das Entstehen kommt. Daher ist, was wir denken, nicht unabhängig von einem Außen, welches wir beobachten. Sondern unser Denken über die Welt, und die Welt selbst, das ist eins.

Gibt es also Gott? Ja, im Denken der Menschen.
Dies ist der Grund, warum wir durch unser Denken Gott in die Existenz bringen können. Und wir wären dumm, es nicht zu tun.

Gibt es Gott? Begründungen und Gründe dagegen. was last modified: Februar 16th, 2016 by Henrik Geyer

Realität – was ist das?

Realität: wir sind aus Sternenstaub / made from stardust

Wo ist das Problem?

Wir alle reden von Realität. Die Realität sei dies, dann wieder jenes.. Man streitet sich. Kennt der andere die Realität nicht? Was ist die Realität… wirklich? Wer hat sie? Wer weiß von ihr .. endgültig?
Offenbar niemand. Wenn uns jemand einfach sagen würde, was „das Wirkliche“ eigentlich ist, dann müssten wir uns nicht mehr streiten. Doch der Streit hört niemals auf.
Aber warum sprechen wir dann immer von DER Realität – so als gäbe es nur eine?
Weil die Vorstellung, wir würden etwas außerhalb unserer selbst betrachten, wir alle sähen auf dieselbe Wirklichkeit, in den Grundfesten unserer Sichtweise auf „die Welt“ steckt. Anders können wir nicht denken – da ist eine Denkgrenze. Und doch ist es falsch, von EINER Realität zu sprechen – es gibt sie nicht. Es gibt die Realitäten unserer Ich-Universen.

Eine verblüffende Feststellung

In meinen spirituellen Büchern (die ich bisher schrieb) geht es um eine für mich zutiefst verblüffende und prägende Feststellung: Wir Menschen reden immer nur von unserer inneren, subjektiven, Wirklichkeit. Im Grunde ist es aber genau sie, diese innere Wirklichkeit, die für uns gleichermaßen das Äußere ist.

Ähnlich Andre Breton, dem geistigen Führer der surrealistischen Denkrichtung hatte ich ein ähnliches Erlebnis, das mich lehrte, dass die Realität nichts anderes ist, als das, was wir uns darunter vorstellen. Und da sich jeder etwas anderes darunter vorstellt, zeigt es sich, dass es die von uns völlig unabhängige Realität gar nicht gibt.

Siehe auch: Beitrag surreal – Was ist surreal?

Was ist Realität? Ein Lebensthema

Ich habe diese Erkenntnis in meiner Philosophie, dem „Spirealismus“, verarbeitet. Der Spirealismus besagt zwar, dass die Natur des Kosmos ein Informationsprozess ist, den wir als „unser“ Denken kennen, aber er besagt ausdrücklich nicht, dass wir uns die Welt ausdenken können, wie wir wollen.

Nietzsche formulierte: „Es denkt.“ ES – das ist die uns völlig rätselhafte Kraft, die die Gedanken hervorbringt. Es ist die Kraft, die die Gedanken erzeugt. Jene Gedanken, die sich um das Ich wie Treibgut sammeln, und es hervorbringen. Der Spirealismus sieht die Realität ganz ähnlich wie Quantenphysiker und Philosoph David Bohm es beschrieb: „Das Universum ist möglicherweise nicht mehr als ein gigantisches, vom Geist erzeugtes Hologramm.“ Allerdings würde der Spirealist die Worte „nicht mehr“ nicht verwenden. Denn sie sind Ausdruck einer materialistischen Sichtweise. Wir sehen die Wirklichkeit normalerweise als das Wichtigste an. Wenn jedoch die Wirklichkeit nicht in einem Außen festgelegt ist, so bleibt es dennoch die Realität – die einzige Realität, die es für uns geben kann. Diese Realität nun also mit Begriffen wie „nur“ zu versehen, drückt aus, sie sei in dieser Form „nicht richtig“ real. Das aber ist eben nicht, was der SpiRealismus besagt. Daher enthält das Wort Spirealismus auch den Wortbestandteil „Realismus“, denn Spirealismus geht davon aus, dass die Gedanken selbst die Wirklichkeit sind. Das bedeutet, es gibt die Wirklichkeit nicht noch einmal „extra“, außerhalb von uns.

Praktische Gesichtspunkte

Als Philosophie versteht sich der Spirealismus auch als praktische Lehre.
Das ewige In-neue-Beziehungen-Setzen der Begriffe durch die Philosophie möchte er durchbrechen, indem er konstatiert, das eben dieses In-neue-Beziehungen-Setzen die Schöpferkraft des Kosmos repräsentiert.
Wir können zwar nicht anders, als die Welt durch Begriffe beschreiben, aber all das Beschreiben hat keinen Sinn, wenn wir unsere Begriffe als von uns unabhängig sehen. So als wären wir außenstehende Beobachter eines unabhängig von uns ablaufenden Prozesses. Denn das sind wir nicht.

Mit der Änderung unseres Verständnisses ändert sich die Dinge für uns – ändert sich unsere Realität.

Zugleich beschreibt Spirealismus die Mittel, die Wirklichkeit zu ändern. Wir ändern sie bereits durch Denken. Unsere innere Realität ist von einer äußeren Realität nicht unterscheidbar. Es ist eins.

Ähnliches Thema: Artikel Was ist meine Realität?

Realität – was ist das? was last modified: April 28th, 2016 by Henrik Geyer

Glaub an dich – und du glaubst an die Welt.

Glaub an dich: Glaube an dich selbst

An sich glauben

Glaub an dich – das bedeutet, die eigenen Ziele für wahr halten; den Sinn sehen.
Für jene, für die das Höhere in ihnen selbst ist, für die Gott sich durch sie ausdrückt, bedeutet es, Gott zu dienen.
Zitat: Glaube an dich selbst, Mensch, glaube an den inneren Sinn deines Wesens, so glaubst du an Gott und die Unsterblichkeit. (Johann Heinrich Pestalozzi)

An sich selbst glauben als Gegensatz zu „alles glauben“

An sich selbst zu glauben – was ist daran besonders? Woran glaubt man denn, wenn nicht an sich selbst?

An sich selbst zu glauben steht im Gegensatz zum Glauben jener, die alles in ihrem Außen für wahr und richtig halten. Sie glauben an alles Mögliche zuerst, bevor sie auf ihre eigene innere Stimme hören. Für sie ist jede Fernsehwerbung attraktiv, jeder hanebüchene Zeitungsartikel hat Wahrheit, jede Meinung ist wichtig.
Sie meinen, so viel zu wissen und anzuerkennen sei wichtig – und verlieren dabei das Wichtigste aus den Augen, die Stimme des eigenen Innen.
In diesem Sinn wäre dieser Glaube eine Art Nicht-Vorhandensein im eigenen Denken. Alles andere ist wichtiger. Spürbar ist solch ein Denken als Selbstzweifel; als eine tiefe Unsicherheit. Jedes äußerliche Wort kann dann von den gefassten Zielen abbringen, jede gehörte Meinung ändert die eigene Meinung.

An sich selbst glauben als Gegensatz zu nicht an sich glauben

Nicht an sich selbst zu glauben kann auch der Ausdruck eines ausgesprochenen Minderwertigkeitsgefühls sein. Es ist der permanente Gedanke des Nicht-ausreichend-Seins; das Gefühl, es nicht schaffen zu können. So kann man darin eine starke Fokussierung sehen, in der das Ich zwar im Mittelpunkt steht, aber immer in einem negativen Sinn. Es wäre also eine große Sicherheit damit verbunden, aber eine negative Sicherheit – nämlich die, minderwertig zu sein.

Was ist zu tun? Glaub an dich!

Spiritualität ist ein Ausdruck von „an sich glauben“. Denn Spiritualität ist die Gewohnheit, das (eigene) Geistige als wahr anzusehen; wie auch, auf die eigene innere Stimme zu hören. Es ist Geistigkeit. Es ist eine wichtige Grundfertigkeit, die das eigene Innere zunächst einmal wahrnehmbar macht.
Spiritualität – in welcher Form auch immer, gibt uns die nötige Achtsamkeit, die Wege unserer Gedanken zu beobachten. Welcher Gedanke tut gut – welcher nicht? Wie kann ich das eine vom anderen unterscheiden? Wie kann ich nur einen Gedanken denken, und andere Gedanken, jene die nicht gut tun, ausschließen?
Wer nur in einer negativen Form an sich selbst zu denken vermag, der kann durch spirituelles Üben lernen, sein eigenes Selbstbild in die Verbindung mit positiven Begriffen zu bringen. Und so, Stück für Stück, die negativen Affirmationen verschwinden zu lassen.
„Glaub an dich!“ – das ist die Aufforderung sich ganz auf das zu konzentrieren, was man als einziges unmittelbar beeinflussen kann – das eigene Denken.

Glaub an dich – und du glaubst an die Welt. was last modified: Dezember 2nd, 2015 by Henrik Geyer