Bewusst sein. Rein sein.

Bewusst sein

Spiritualität ist immer die Übung des Einfachen, die Konzentration auf das Wesentliche der Existenz, die Suche nach Reinheit. Sei es nun beim autogenen Training, wo den ursprünglichsten Körperempfindungen nachgespürt wird, beim Yoga, wo einfache Übungen genutzt werden, um diese innere Stille herzustellen… Gebetsrituale nutzen die geistige Konzentration auf einen bestimmten Punkt, um die Rückbesinnung auf das Wenige  zu ermöglichen, worauf sich der Geist beziehen soll und was  geeignet ist, die innere Balance (wieder) herzustellen. Es ist gleichsam die Suche nach Bewusstheit, nach Bewusst Sein.

Mancher entdeckt: nur so, nur in der Stille ist die eigene innere Stimme hörbar, die im Alltags-Getöse ansonsten untergeht.

Untergang der inneren Stimme im Alltags-Getöse

In unserer materialistischen Welt wird so oft das Mehr! gesucht. Das bessere Auto, das bessere Haus, der bessere Lebenspartner, die bessere Arbeit, das bessere Fernsehprogramm. Man benötigt dann Menschen, die dieses Mehr! gebührend zur Kenntnis nehmen, zuhören, wenn man von den Vorteilen berichtet, und dann möglichst das Gleiche haben möchten… wenn nicht Mehr!!  Abgesehen von der Tatsache, daß diese Denkweise rein äußerliche Bedürfnisse bedient – ist sie auch extrem anstrengend. Angeber sind nicht die beliebtesten Zeitgenossen. Außerdem ist es kaum möglich dem Ideal gerecht zu werden, das im Außen als nie dingfest zu machendes Ziel wabert. Was ist das: das beste Auto, der beste Lebenspartner? Verflixt, es gibt doch immer welche, die haben Mehr!

 Mehr! leisten! Wie kann man allen Anforderungen gerecht werden, so daß auf der Arbeit jeder sagen muss: „Kollege XY ist in keinem Punkt zu tadeln!“ Kurz gesagt: es geht nicht, und jeder, der irgendwann aufgibt zu versuchen, dieses Mehr! zu erhaschen, ist glücklich zu nennen. Der Tanz um das biblische goldene Kalb findet von nun an ohne ihn statt.

Bewusst sein bedeutet rein sein

Die Einfachheit bewusst zu suchen ist eine ursprüngliche spirituelle Übung, bekannt aus allen spirituellen Denkrichtungen und Religionen.

Wachstum kann auch geistig stattfinden und muss nicht notwendigerweise verbunden sein mit der Anschaffung irgendeines bestimmten Konsumgutes, dem Erreichen irgendeines fernen Zieles.

Im Gegenteil – was wir wirklich brauchen, das ist eigentlich wenig. Und dieses Wenige finden wir durch die Reinheit des Gedankens – durch die Konzentration auf das Wesentliche. Nicht umsonst ist eine wichtige spirituelle Übung das Fasten. Durch Fasten wird einem auf schnellstem Wege klar, mit wie wenig der Mensch in der Lage ist auszukommen. Die Perspektive des Fastens eröffnet eine ganz neue Welt der Genügsamkeit und auch Zufriedenheit.

Was benötigt man wirklich – und was macht wirklich glücklich?. Weniger ist mehr – in der Reinheit liegt ein Weg zu mehr Bewusstsein; sich seines Selbst bewusst sein.

Bewusst sein. Rein sein. was last modified: Dezember 15th, 2015 by Henrik Geyer

Byron Katie – The Work

Ein wichtiges Buch, das das Potenzial hat, das Leben zu verändern, ist Byron Katie‘ s „The Work“.
Wir alle kennen Techniken, die zur Lösung von Problemen dienen. Ein Problem zu lösen heißt, an ihm zu arbeiten, Voraussetzungen zu schaffen für eine Lösung, Dinge in Bewegung zu bringen.
Eine weitere Technik zur Lösung von Problemen ist: loszulassen. Dieses Loslassen, dass man auch als „das Problem unbearbeitet lassen“ bezeichnen könnte, ist überall dort geraten, wo es für ein Problem keine – oder keine schnelle – Lösung gibt. Oder auch, dort, wo die Lösung eines Problems zu mühevoll erscheint, im Verhältnis zum erzielbaren Ergebnis.

Worin besteht „The Work“ von Byron Katie?

Das Loslassen-können selbst ist aber eine Kunst, die gar nicht so einfach ist. Schon damit, zu beurteilen, welche Probleme unbearbeitet bleiben können, wird es aus subjektiver Sicht schwierig. Eine Beleidigung wegzustecken, ein Problem aus dem Kopf zu verbannen, eine materielle Schwierigkeit unbeachtet lassen, das können nur Wenige.

Um das zu können, muss man für das Problem eine neue Sichtweise entwickeln. Man muss einen neuen Standpunkt einnehmen, und von diesem Standpunkt aus das Problem neu betrachten.
Byron Katie gibt in ihrem viel beachteten Buch „The Work“ eine Reihe von Techniken vor, wie dies geschehen kann. „The Work“ – Die Arbeit, Das Werk, ist ein ritualisiertes Infragestellen der vorhandenen Glaubenssätze. Dabei wird nach einem bestimmten Schema ein vorhandener Glaubenssatz (aus welchem Bereich der auch immer sei) in sein genaues Gegenteil verkehrt, und gefragt: „ist dies nicht genauso richtig oder richtiger (wie der ursprüngliche Glaubenssatz)?“.
Dieser verblüffende Ansatz, neben den bisherigen Glaubenssätzen auch den genau gegenteiligen Ansatz für möglich zu halten, macht es tatsächlich möglich, bisher für völlig eindeutig gehaltene Lebensumstände von einem ganz neuen Blickwinkel zu sehen. Hat man diese Übung oft genug durchgeführt, wird es zu einer (guten) Angewohnheit, jede denkbare Ansicht, insbesondere wenn sie mit negativen Gefühlen verbunden ist, in ihr Gegenteil zu verkehren, neu zu betrachten und dann loszulassen.

Wem dieses dieses Prinzip nicht vertraut ist, dem wird der vorgestellte Ansatz (vielleicht zu) schlicht vorkommen, möglicherweise naiv – eine Gewohnheit, wie sie für Träumer passend scheint, aber nicht für Menschen, die im Leben stehen. Ganz im Gegenteil-es lohnt sich! Wir alle kennen die Spruchweisheit Gott gebe mir die Kraft, Dinge zu ändern die ich ändern kann; die Geduld, Dinge zu ertragen dich nicht ändern kann – und die Weisheit, zwischen beiden zu unterscheiden. Byron Katies „The Work“ gibt uns hierfür ein hervorragendes Werkzeug in die Hand.

 

Byron Katie – The Work was last modified: Dezember 15th, 2015 by Henrik Geyer

Krankheit als Weg

http://spireo.de : Krankheit als Weg - Kann Krankheit ein gangbarer Weg sein?

Krankheit als Weg

Krankheit als Weg ist ein Klassiker der Literatur für alternative Medizin von Rüdiger Dahlke und daher sicher schon vielen bekannt. Dennoch ist es gut, noch einmal auf dieses wichtige Buch hinzuweisen. Spirituell Interessierte werden es mit großem Gewinn lesen.

Die erste Hälfte des Buches widmet sich allgemeinen Erläuterungen zu den Themen alternative Medizin, esoterische Weltanschauung, namentlich hermetische Weltanschauung, Homöopathie. Diesem ersten Teil des Buches könnte man als den wichtigeren Teil bezeichnen, denn die Kernaussage dieses ersten Teiles ist, dass Krankheiten eine Bedeutung haben, die über das Sehen der Symptome hinausgeht. Mit Recht wird gesagt, dass diese Bedeutung von der Schulmedizin nicht gesehen wird, weil sie der Schulmedizin nicht wichtig ist. Wichtig ist der Schulmedizin die technische Beseitigung der Symptome, die der Heilung  gleichgesetzt wird. Wichtig ist die Bedeutung der Dinge die sich im Leben der Menschen ereignen, also auch die Krankheiten, für die Menschen aber sehr wohl. Die Bedeutung der Krankheit zu erkennen, an der man leidet, kann dem Leiden Sinn geben und das Leiden heilen. Warum die technische Beseitigung von Symptomen keine Heilung ist, oder keine Heilung sein muss, wird in dem Buch Krankheit als Weg sehr anschaulich gezeigt.

Dabei bleibt Krankheit als Weg stets sachlich. Die Schulmedizin wird nicht verteufelt und ihre Errungenschaften werden nicht in Abrede gestellt. Vielmehr werden ihre Grenzen aufgezeigt, und die Tatsache begründet, warum in unserer heutigen, modernen Zeit, in der die Möglichkeiten der Wissenschaft geradezu unbegrenzt scheinen, dennoch die Möglichkeiten der alternativen Medizin sehr hoch geschätzt werden.

 

Wichtige Themen, von denen in Religionen und Philosophien immer wieder die Rede ist, werden im ersten Teil des Buches vorgestellt. Zum Beispiel die Infragestellung des menschlichen Konzeptes der Zeit, des menschlichen Konzeptes eines eindeutigen Ursache und Wirkungsprinzip usw.. Dies geschieht so interessant, eingängig und logisch, dass der Leser, auch wenn er mit esoterischen Themen noch nicht so vertraut ist, hier einen guten Einstieg findet.

Im zweiten Teil des Buches werden die Prinzipien, die im ersten Teil des Buches erklärt wurden, auf gängige Krankheitsbilder angewandt. Mögliche Bedeutungen bestimmter Krankheitsbilder werden erläutert, indem verblüffende Sprachzusammenhänge aufgezeigt werden, indem Hintergrundwissen zu Krankheiten in Verbindung gebracht wird mit ganz andern Vorgängen, beispielsweise in der Gesellschaft, und hier Parallelen gesucht werden.

Dieses für denjenigen, der mit diesen Prinzipien noch nicht so vertraut ist, verblüffend und  interessant. Die Einsichten, die sich daraus gewinnen lassen, haben das Potenzial, das Leben und die Lebensweise der Betroffenen zu ändern und damit das Krankheitsbild – sehr wahrscheinlich nachhaltiger zu ändern, als dies durch das Behandeln der Symptome möglich wäre.

So hat der Leser von Krankheit als Weg die Möglichkeit, für sich nachhaltig neue Wege zu finden. Die Methode, die Bedeutung von Krankheiten jenseits des üblichen Ursache und Wirkungsprinzips zu suchen, lässt sich mit erstaunlichem Gewinn auch in anderen Lebensbereichen anwenden.

Krankheit als Weg sei jedem empfohlen, der Ausweg aus – oder Sinn in – einer Krankheit sucht, die ihn getroffen hat, und auch jedem, der offen ist für neue und interessante Wege des Denkens.

 

 

Krankheit als Weg was last modified: Dezember 15th, 2015 by Henrik Geyer