Tod – das Ende ist ein Anfang. Zitate und Aphorismen / Das Ende kommt näher / Ruhe und Schlichtheit, jung im Alter (Aphorismen und Zitate)

Was kann der Mensch, dessen Leben nix anders als ein an seinem Geburtstag gefälltes, auf unbestimmte Zeit sistiertes Todesurteil ist, Gscheiteres tun, als er laßt sich in resignierter Delinquentenmanier noch nach Möglichkeit gut gschehn mit einer Gustospeis?
Johann Nestroy
österreichischer Schriftsteller
geb. 7. Dezember 1801 in Wien; gest. 25. Mai 1862 in Graz


Lebe rein, mein Herz, dies schöne Leben,
Rein von allem Fehl und bösem Wissen,
Wie die Lilie lebt in stiller Unschuld,
Wie die Taube in des Haines Wipfeln;
Daß du, wenn der Vater niederblicket,
Seist sein liebstes Augenmerk auf Erden,
Wie des Wandrers Auge unwillkürlich
An den schönsten Abendstern sich heftet;
Daß du, wenn die Sonne dich einst löset,
Eine reine Perl ihr mögest zeigen,
Daß dein Denken sei wie Duft der Rose,
Daß dein Lieben sei wie Licht und Sonne,
Wie des Hirten Nachtgesang dein Leben,
Wie ein Ton aus seiner sanften Flöte.
Leopold Schefer
deutscher Dichter
geb. 30. Juli 1784 in Muskau; gest. 16. Februar 1862 ebendort


Alles was schön ist, bleibt auch schön, auch wenn es welkt. Und unsere Liebe bleibt Liebe, auch wenn wir sterben.
Maxim Gorki
russischer Schriftsteller
geb. 16. Märzjul./ 28. März 1868greg. in Nischni Nowgorod; gest. 18. Juni 1936 in Gorki-10, westlich von Moskau


70 Jahre jung zu sein, ist zuweilen heiterer und hoffnungsvoller, als 40 Jahre alt zu sein.
Oliver Wendell Holmes
amerikanischer Schriftsteller
geboren am 29. August 1809 in Cambridge, Massachusetts; gestorben am 7. Oktober 1894 in Boston


Daß wir in der Jugend nicht an den Tod denken, ist gut und recht, ist vernünftig. Aber daraus folgt, daß wir erst recht nicht an ihn denken sollen, wenn er in Sicht kommt. Sonst machen wir uns bange ohne Nutzen und Grund.
Friedrich Theodor Vischer
deutscher Literaturwissenschaftler und Philosoph
geb. 30. Juni 1807 in Ludwigsburg; gest. 14. September 1887 in Gmunden am Traunsee


Unvermeidlich

Lebe nur! Dem Widerspruch
Wird Lebendges nicht entgehen.
Todtgebornes trifft der Fluch,
Niemand je im Weg zu stehen.

Paul Heyse
deutscher Schriftsteller
geb. 15. März 1830 in Berlin; gest. 2. April 1914 in München


Tod – das Ende ist ein Anfang. Zitate und Aphorismen / Das Ende kommt näher / Ruhe und Schlichtheit, jung im Alter (Aphorismen und Zitate) was last modified: Mai 18th, 2018 by Henrik Geyer