Das Ende kommt näher / Liebe im Alter, Tod – das Ende ist ein Anfang. Zitate und Aphorismen (Zitate und Aphorismen)

Selbst jene, welche das Alter die körperliche Kräfte geraubt hat, zittern, wiehern und spreizen sich vor Liebe.
Michel E. de Montaigne
französischer Politiker und Philosoph
geb. 28. Februar 1533 im Périgord; gest. 13. September 1592


Der gute Glaube

Schönes Leben! Du liegst krank,
und das Herz ist mir müd vom Weinen
und schon dämmert die Furcht in mir,
doch kann ich nicht glauben,
daß du sterbest, solange du liebst.

Johann C. F. Hölderlin
deutschen Lyriker
geb. 20. März 1770 in Lauffen am Neckar; gest. 7. Juni 1843 in Tübingen


Ist es nicht töricht, ich alter Mann schreibe an eine Gattin, die mir vor 29 Jahren angetraut worden war, Liebesbriefe, wie sie kaum ein Jüngling an seine holde Braut schreibt. Gott, bessers. Aber er wird es hoffentlich nicht bessern, und es wird immer ärger werden. Was weiß auch so ein gelbschnabliger Jüngling, der in die roten Lippen und in die braunen Augen eines Mädchens vernarrt ist, von der Güte, Treue, Rechtschaffenheit und Unwandelbarkeit eines Herzens, das man 29 Jahre haben muß, das recht wie Stein und Bein in unser eigenes Herz hineinwächst. Darum wird die Liebe in dem noch höheren Alter noch höher werden.
Adalbert Stifter
österreichischer Schriftsteller und Maler
geb. 23. Oktober 1805 in Oberplan, Böhmen, als Albert Stifter; gest. 28. Jänner 1868 in Linz


Die Liebe gleicht den Masern. Je älter die Leute, desto gefährlicher die Krankheit.
George Lord Byron
britischer Dichter
geb. 22. Januar 1788 in London; gest. 19. April 1824 in Messolongi, Griechenland


Die Liebe ist ein Kind der Ewigkeit. Sie verwischt die Erinnerung an den Anfang und nimmt die Angst vor dem Ende.
Germaine de Staël
französische Schriftstellerin
geb. 22. April 1766 in Paris; gest. 14. Juli 1817 ebendort


Der Abgekühlte

Und ist man tot, so muß man lang
Im Grabe liegen; ich bin bang,
Ja, ich bin bang, das Auferstehen
Wird nicht so schnell vonstatten gehen.

Noch einmal, eh mein Lebenslicht
Erlöschet, eh mein Herze bricht –
Noch einmal möcht ich vor dem Sterben
Um Frauenhuld beseligt werben.

Und eine Blonde müßt es sein,
Mit Augen sanft wie Mondenschein –
Denn schlecht bekommen mir am Ende
Die wild brünetten Sonnenbrände.

Das junge Volk voll Lebenskraft
Will den Tumult der Leidenschaft,
Das ist ein Rasen, Schwören, Poltern
Und wechselseitges Seelenfoltern!

Unjung und nicht mehr ganz gesund,
Wie ich es bin zu dieser Stund,
Möcht ich noch einmal lieben, schwärmen
Und glücklich sein – doch ohne Lärmen.

Heinrich Heine
deutscher Dichter
geb. 13. Dezember 1797 in Düsseldorf, Herzogtum Berg; gest. 17. Februar 1856 in Paris


Ich bin zu alt, um Liebe dich zu bitten,
Doch dich zu lieben, bin ich jung genug.
Johann Peter Eckermann
deutscher Schriftsteller und Freund J.W.Goethes
geb. 21. September 1792 in Winsen; gest. 3. Dezember 1854 in Weimar


Sokrates und Alcibiades

Warum huldigst du, heiliger Sokrates,
diesem Jünglinge stets?
Kenntest du Größeres nicht?
Warum siehet mit Liebe,
wie auf Götter, dein Aug auf ihn?

Wer das Tiefste gedacht, liebt das Lebendigste,
hohe Jugend versteht, wer in die Welt geblickt,
und es neigen die Weisen
oft am Ende zu Schönem sich.

Johann C. F. Hölderlin
deutschen Lyriker
geb. 20. März 1770 in Lauffen am Neckar; gest. 7. Juni 1843 in Tübingen


Das Ende kommt näher / Liebe im Alter, Tod – das Ende ist ein Anfang. Zitate und Aphorismen (Zitate und Aphorismen) was last modified: März 13th, 2018 by Henrik Geyer