Zeitstrahl

Zeitstrahl, Zeit und Kausalität

Gemeinhin wird der Fortgang der Zeit anhand des sogenannten Zeitstrahles dargestellt. In diesem Artikel geht es um die Frage, wie wir uns Zeit vorstellen, und wie diese Vorstellung mit der geometrischen Figur eines Strahles verbunden ist.

Der Zeitstrahl

Wie das obige Bild eines Zeitstrahles zeigt, gibt es die Vorstellung von der Zeit, sie fließe in einem kontinuierlichen Fluss, der nur eine Richtung hat, von der Vergangenheit in die Zukunft.

Wie die geometrische Figur „der Strahl“, denkt man, die Zeit ginge aus von einem bestimmten Punkt in der Vergangenheit – in unserer jetzigen Denkweise repräsentiert durch den Urknall – als dem Beginn von Raum und Zeit.

In die Zukunft hinein stellt man sich die Zeit als unbegrenzt vor … ganz so, wie es die geometrische Figur  des Strahles suggeriert: auf der einen Seite begrenzt, auf der anderen Seite aber unbegrenzt.

Der Zeitstrahl besagt auch folgendes: Die Vergangenheit ist eindeutig, sie ist repräsentiert durch die Punkte, die sich auf dem Strahl eintragen lassen. Nennen wir als Beispiel: 1492, Entdeckung Amerikas durch Kolumbus. Die Vergangenheit geht von einem bestimmten Punkt aus, dem Beginn der Zeit und ist bemessbar, und zwar als die Spanne zwischen dem Beginn der Zeit und der Gegenwart.

Auch die Zukunft wird eindeutig sein, so folgert man aus dem Zeitstrahl, sie ist ebenfalls repräsentiert durch die Punkte, die sich auf dem Strahl eintragen lassen. Allerdings ist der Strahl nach rechts hin offen, wodurch eine Unendlichkeit von Punkten eingetragen werden könnte.

Man muss allerdings sagen, dass, im Gegensatz zu dieser Vorstellung, auch die Vergangenheit letztlich durch eine Unendlichkeit von Punkten repräsentiert wird, denn auf dem Strahl lassen sich auch nach links hin unendlich viele Punkte finden, im kleinsten, und wieder kleinsten Maßstab (infinitesimal).

Übrigens ist es eine weitere, sicherlich von niemandem bestrittene Vorstellung, die der Zeitstrahl suggeriert, dass die Gegenwart in einem Punkt zusammenkommt – dem Jetzt.

Noch ein Letztes sei bemerkt: Es ist unsere Vorstellung des Fließens der Zeit, sie würde in eine bestimmte, nicht anders denkbare, Richtung fließen. Im Zeitstrahl repräsentiert durch die selbstverständliche Flussrichtung „von links nach rechts“, ganz so, wie es unsere Gewohnheit ist, zu lesen. Bereits die Vorstellung, die Zeit flösse von rechts nach links, würde uns bereits ein wenig verwirren – und zwar nur am Zeitstrahl.

Warum hat die Zukunft kein Ende, wenn doch die Vergangenheit einen Anfang hat?

Warum ist das so? Weil das Bewusstsein quasi die Unterschiedlichkeit der Objekte des Denkens ist. Wahrgenommen als die Zeit. Das Bewusstsein kann kein Ende der Zeit erfassen. Die Voraussetzung des Wahrnehmens (im Bewusstsein) sind Objekte des Denkens, ist Zeit. Das Ende der Zeit wäre das Ende des Bewusstseins.

Aus der Sicht des Menschen ist hier keine Grenze zu ziehen.

Aus demselben Grund könnte man natürlich fragen, wie der Mensch überhaupt darauf kommt, er könnte die Feit in der Gegenrichtung begrenzen …

Zeitstrahl und Kausalitätsstrahl

Zeit und Kausalität hängen eng zusammen.- Ohne das Eine nicht das Andere. Ohne Zeit kein Vorher und kein Nachher – die Zentralbegriffe der Kausalität. Vorher, das wäre der Grund, die Ursache. Nachher, das wäre das Ziel oder die Folge.

Die Zeit und alle anderen Vorstellungen unserer Welt stehen somit in einem fundamentalen Zusammenhang. Man mag fragen: Wozu dieses Abhandeln von bloßen Vorstellungen? Die Antwort wäre: Was können wir Menschen denn denken, was über unsere Vorstellungen hinaus geht? Insofern (und das ist ja der Grund dieses Artikels) geht es um eben Vorstellungen. Worum sonst?

Zeit und Kausalität, Zeitstrahl und Kausalitätsstrahl

Siehe auch: Artikel Die semantische Natur der Dinge

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Zeitstrahl was last modified: Juni 6th, 2016 by Henrik Geyer