Bild Gottes: Was ist mein Bild?

Bild Gottes: Himmelserscheinung - Die Dunkelheit vertreiben

Können wir uns Nicht-Gott vorstellen?

Wir können nicht anders, als uns Dinge vorstellen. Wir können nicht anders, als uns ein Bild Gottes zu machen.

Uns Dinge nicht vorzustellen, bedeutet nicht Ablehnung, sondern Nicht-Sein.
Insofern gehört zu Gott, oder zu seiner Ablehnung, auch irgendein innerliches Bild. Die Frage ist eher: ist Gott als das Höhere, ein Teil meines Lebens? Soll er Teil meines Lebens sein? Oder möchte ich genau das Gegenteil? Halte ich die Nichtexistenz Gottes für wahr?

Das Bild Gottes des Atheisten

Dass der Atheist (also der Nicht-an-Gott-Glaubende)kein Bild von Gott hätte, kann man nicht sagen. Sein Bild ist aber eher negativer Natur. Aus den Gesprächen mit Menschen über meine Bücher weiß ich, dass sobald das Wort Gott oder Schöpfer fällt, alles Mögliche gedacht wird, was (zumindest aus meiner Sicht) nichts mit Gott zu tun hat. Alte Ungerechtigkeiten der Kirche, Grausamkeiten der Kreuzzüge, Kirchensteuer, und so weiter.

Gibt es etwas Höheres als den Menschen?

Wenn ich mit Menschen über meine spirituellen Bücher spreche, dann sage ich oft, dass ich einer bestimmten Vorstellung von Gott, die mit menschlichen Machenschaften zu tun hätte, nicht angehöre. Insofern sagt es mir nichts, wenn über die Ungerechtigkeit bestimmter Institutionen etc. gesprochen wird. Denn Gott ist der Schöpfer von allem, er führt keine Kreuzzüge durch und auch keine sonstigen Kriege. Er erhebt auch keine Kirchensteuern. Das machen alles wir. Für mich ist die Frage eher, ob der Mensch sich als alles erkennendes Genie fühlt, oder ob er spürt, dass es etwas Ungreifbares gibt, etwas nicht Erklärbares, das ihn hervorbringt.

Der Sinn von Spiritualität

Die Streitigkeiten um den wahren Gott gehören auf die Erde. Wie jeder Streit. Das hat, wie ich glaube, nur dem Namen nach mit Gott zu tun. Spiritualität hat Sinn, denn es ist die Beobachtung, dass unsere Gedanken selbst Sinn und Formen erschaffen. Menschen „ohne Gott“, dass heißt, ohne Vorstellung von etwas Höherem als sie selbst sind, werden leicht Opfer der Selbstüberschätzung menschlich-logischer Kraft.

Gott als der Schöpfer

Der Schöpfer ist der Schöpfer von allem, auch unserer menschlich-logischen Kraft. Auch der Kraft unseres Lebens, des Denkens, das uns letztlich unerklärlich bleibt. Und somit auch der Kraft, die sich ein Bild Gottes macht. Aber auch der Kräfte der Natur, wie der der Gravitationskraft, die wir zwar benennen, aber nicht erklären können. Sie ist auch nicht erklärt, wenn wir sie eine Raumkrümmung nennen. Das Unendliche dieser auf sich selbst zurückführenden Schleifen anzuerkennen, ist wichtig.
Der Psychiater C.G. Jung formulierte das einmal so: Die entscheidende Frage für den Menschen ist: Bist du auf Unendliches bezogen oder nicht? Das ist das Kriterium seines Lebens.

Bild Gottes: Was ist mein Bild? was last modified: Dezember 2nd, 2015 by Henrik Geyer