Was ist das Nichts? als Grundfrage der Philosophie.

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Die Frage"Was ist das Nichts?" trennt die Weltanschauungen.Dem Materialismus ist das Nichts ganz wenig, dem Spirealismus ist es ganz viel.

Warum soll die Frage „Was ist das Nichts?“ so wichtig für die Philosophie sein? Nichts scheint unwichtiger als das Nichts!

Die Frage „Was ist das Nichts?“ ist stellvertretend für eine ganze Reihe ähnlicher Fragen wie: Was ist das, was wir nicht wissen? Was ist das Unbekannte? Was ist das Unsagbare, was ist das Unterbewusstsein? Diesen Worten, die scheinbar auf etwas hindeuten, das in seiner Menge ganz gering ist, stehen auf der anderen Seite Begriffe gegenüber wie „das Unendliche“, „das All“, „alles“, „das Universum“.

Wie wir diese Begriffe auffassen, ist verbunden mit der entscheidenden Grundfrage der Philosophie. Denn die Frage „Was ist das Nichts?“ verbindet sich mit der Ontologie des allgegenwärtigen Materialismus (d.h. mit seiner Seins-Vorstellung), und macht dessen Widersprüchlichkeit deutlich.

Für die Philosophie des  Spirealismus wiederum ist die Frage nach dem Nichts eine wichtige Frage, weil an ihr die Folgerichtigkeit des Spirealismus deutlich wird.

Was ist das Nichts?

Was ist das Problematische unserer Auffassung über das Nichts …. dieser Frage haben wir uns in einem anderen Artikel über das Nichts zugewandt

Dort haben wir die Widersprüchlichkeit dieses Begriffes besprochen.

Widersprüchlich? Möglich! Aber ist das wichtig??? Das Nichts ist ein Wort, das in seiner Nichtigkeit dem Materialisten kaum unbedeutender vorkommen könnte!

Was ist das Nichts? und die Ontologie des Materialismus

Jedoch verbindet sich das Nichts im Materialismus mit anderen Vorstellungen als im Spirealismus.

Im Materialismus erscheint das Nichts wie etwas Vorhandenes, das nur gerade nicht da ist. Die Leere zwischen den Himmelskörpern ist ein Frei-Sein von Himmelskörpern. Man sagt „Nichts“ dazu. Aber dort ist ja Raum – und es würde jederzeit ein Himmelskörper hineinpassen.

Hierzu passt, dass der (materialistisch denkende) Mensch immer meint, dass die Begriffe seiner Welt mit einer Notwenigkeit „da“ sind. Diese Notwendigkeit sieht er in der Tatsache, dass gemäß der materialistischen Ontologie die Materie eindeutig ist, und wir bilden diese Eindeutigkeit im Gehirn nur nach.

Daher ist das Verständnis des Materialismus vom Nichts, es sei ETWAS, und zwar ETWAS, was wir noch nicht wissen. Was wir noch nicht wissen wiederum, sei begrenzt. Denn wir nehmen ja an, die Grenzen lägen in der Materie.

Weiterlesen: Artikel ‚Die Ontologie des Materialismus‘

„Was ist das Nichts?“ …beantwortet der Spirealismus anders

Der Spirealismus beantwortet die Frage nach dem Nichts anders, und zwar ganz im Sinne Platos, der beim Nichts von einem „Alogon“, einem nicht-weiter beschreibbaren Begriff spricht. Plato sagt: was will man über etwas sagen, das man doch nicht kennt? Es ist nicht eingrenzbar.

Der Spirealismus sieht es ähnlich. Für den Spirealismus hat es noch eine weitergehende Logik, denn der Spirealismus geht nicht davon aus, dass wir „die Welt“ beobachten. Sondern sie entsteht erst durch uns. Zumindest AUCH durch uns – der Mensch als Element der Schöpfung, nicht Beobachter der Schöpfung.

Wenn durch das, was der Mensch „Beobachtungen“ nennt, erschaffen wird, dann ist das, was da entsteht, eine Möglichkeit, keine Notwendigkeit. Das, was NICHT entsteht, bleibt daher im riesigen, unendlichen, nicht eingrenzbaren, Raum des Möglichen.

Die Frage“Was ist das Nichts?“ trennt die Weltanschauungen

Während also die Frage „Was ist das Nichts?“ im Materialismus wie belanglos aufgefasst wird, weil das Nichts dort als ganz wenig angesehen wird, ist das Nichts dem Spirealismus geradezu eine Unendlichkeit.

Es ist die Unendlichkeit dessen, was wir hervorbringen könnten, wären wir selbst nicht so begrenzt. Die Grenzen, von denen hier die Rede ist, drücken sich bereits darin aus, dass es ja immer nur einen Gedanken geben kann – während die Möglichkeit der in einem Augenblick nicht gedachten Gedanken grenzenlos ist.

Das ist die Unendlichkeit des Möglichen. Und: Die Unendlichkeit des Möglichen ist gar nicht so abstrakt. Im Grunde fängt sie aus der Sicht jedes Individuums beim Anderen an. Denn alles was „ist“, ist ja nur eine Möglichkeit, die das Ich in dem ihm erscheinenden Universum in einem Augenblick erschafft. Das innere Universum des „Anderen“ kennt das Ich bereits schon nicht mehr, da es alles, was es sehen kann, in die eigene Begriffswelt integriert, und nicht im eigentlichen Sinne dem Außen entnimmt.

Die Frage nach dem Nichts ist nicht unwichtig. Sie ist gleichbedeutend mit einem fundamentalen Unterschied: der Unterscheidung des Seins-Begriffes (Begriff „Existenz“), und zwar im Materialismus und andererseits im Spirealismus.

 
Lesen Sie auch: Beitrag Ich – Universum. Die subjektive Welt als die einzig „vorhandene“ Welt

Was ist das Nichts? als Grundfrage der Philosophie. was last modified: März 9th, 2016 by Henrik Geyer