Was im Leben wirklich zählt – was ist am Ende des Lebens das Wichtige?

Was im Leben wirklich zählt - was ist am Ende des Lebens das Wichtige?

Man fragt sich manchmal, „Ich habe ein Leben – mache ich eigentlich das meiste richtig? Sind meine Ziele, und damit das, was mir am Wichtigsten scheint, gut überlegt?“ Mancher lebt sein Leben, als wäre es ein Verwaltungsakt. Aber was zählt am Ende wirklich? Ein Beitrag über das, was im Leben wirklich zählt.

Das Leben als Aufgabe

Der Hinduismus sieht das Leben als Kreislauf. Der Körper stirbt und verschwindet, entsteht neu, doch die Seele bleibt. Sie hat die Aufgabe, die ihr gestellten Aufgaben gut zu erfüllen, sonst kommt im nächsten Leben die ungelöste Aufgabe als schmerzliche Realität in die Welt. Die Seele hat es somit selbst in der Hand, sich durch ein sinnvolles Leben weiterzuentwickeln, oder auch zu stagnieren… Sie selbst bestimmt ihr Schicksal in jedem Moment – das nennt man Karma.

Im Westen sehen wir das Leben wie endgültig – gelebt und dann beendet. Was man im Hinduismus Karma nennt, könnte man bei uns vielleicht als den Gedanken sehen, ein reiches, erfülltes Leben zu haben. Ein Leben, in dem man etwas „erreicht“. Ein Erbe zu hinterlassen, mit dem dann die Erben (im Hinduismus die immer gleiche Seele) einen guten Start haben. Das ist dem Karma-Prinzip insofern ähnlich.

Tun, was uns wichtig ist

Was immer wir als Aufgabe sehen, formt sich aus unseren Werten. Es lohnt sich, über diese Werte einmal nachzudenken. Am Ende des Lebens ist es zu spät – es ist keine Zeit mehr da.

Oft wird von Menschen, die am Ende des Lebens stehen, Bedauern geäußert, sich nicht genug den eigenen Werten verschrieben und nach ihnen gehandelt zu haben. Nach dem, was ihnen  wichtig war. Immer kam irgendetwas dazwischen, immer war vorher noch eine Pflicht zu erfüllen. So als sei das Leben  eine (unerfreuliche) Aufgabe, die einfach „bewältigt“ werden muss. So als ginge es nicht darum, was uns wichtig ist, sondern um die Werte der Gesellschaft – vielleicht dieses omnipräsente „Mehr!“

sich  erkennen

Wenn wir tun , was uns wichtig ist, haben wir die Möglichkeit, Fragen zu uns selbst zu beantworten. Denn in dem, was uns wichtig ist, kommen diese Fragen zum Ausdruck. Wir können uns selbst besser erkennen, wenn wir die Dinge tun, die in uns sind, die aus uns drängen.

Dass es wichtig ist, sich Fragen zu sich selbst zu stellen und zu beantworten, wusste man schon im antiken Griechenland – dort stand über dem Eingang von Schulen der Satz „Erkenne dich selbst“

bei seinen Freunden sein

Was im Leben wirklich zählt, ist somit natürlich die Liebe. Die Liebe zu dem, was man tut. Aber natürlich auch die Liebe zu den Menschen. Menschen, die man sich vertraut gemacht hat, und in denen man sich spiegelt.

James Bowie war ein Staatsmann, der im texanischen Unabhängigkeitskrieg in der berühmten Schlacht um die Festung Alamo fiel. Die Gelegenheit, rechtzeitig aus der Festung zu fliehen, nahm er nicht wahr, wie so viele andere. An seine Familie schrieb er in einem letzten Brief: „Macht Euch  keine Sorgen. Ich bin glücklich, denn ich bin bei meinen Freunden. Und ich tue, was mir wichtig ist.“

Was im Leben wirklich zählt – da sein

Was im Leben wirklich zählt – das ist somit: sich einlassen. Denn man kann niemanden lieben, auf den man sich nicht einlässt. Man kann nichts (gründlich) tun, das man nicht von Herzen tut, und dem man nicht alle Zeit gibt, die es braucht.

Nicht nur suchen müssen wir, sondern vor allem finden – in dem, was die konkrete Welt für uns ist. Sich auf die Welt einlassen, sich auf die Menschen einlassen. Da sein.

Zitat: Immer ist die wichtigste Stunde die gegenwärtige; immer ist der wichtigste Mensch, der dir gerade gegenübersteht; immer ist die wichtigste Tat die Liebe.
Meister Eckhart

Zitat: Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.
Antoine de Saint Exupéry

 

 

 

 

 

 

Was im Leben wirklich zählt – was ist am Ende des Lebens das Wichtige? was last modified: Januar 2nd, 2016 by Henrik Geyer