Was bedeutet subjektiv? Ist ein wissenschaftlicher Versuch objektiv?

Thema subjektiv: Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Naturwissenschaftliche Erkenntnisse sind Teil der Schöpfung, nicht ihre Widerspiegelung.

subjektiv vs objektiv

subjektiv ganz landläufig verstanden

„Subjektiv“ meint: Nur deine Meinung! (und damit mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht die richtige!)

„Subjektiv“ bedeutet, es handelt sich um eine Beobachtung, die nur aus einer einzigen Perspektive gemacht wird, während es nötig ist, wenn man zu richtigen, bzw. endgültigen Sichtweisen gelangen möchte, eine Sache von verschiedenen Blickwinkeln aus zu betrachten.

Für jeden der wissen will, wie das Wort „subjektiv“ gemeinhin gebraucht wird, mag das bis hierhin genügen, denn es das gängige Verständnis, resultierend aus der materialistischen Weltanschauung. 

Weiterlesen: Artikel objektiv subjektiv. Was ist der Unterschied zwischen Objektivität und Subjektivität?

Eine Frage der Weltanschauung – materialistisch

In dem Wort „subjektiv“, in Zusammenhang mit den ihm nächsten Worten wie „objektiv“ etc., steckt eine Weltanschauung des Verständnisses.

Die allgegenwärtige materialistische Weltanschauung ist der Auffassung, wir Menschen beobachteten eine von uns unabhängige Außenwelt. Diese von uns unabhängige Außenwelt bestehe aus voneinander getrennten Objekten, etwa wie Kugeln oder andere im Raum befindliche Formen, um die man herumgehen kann.

Da man die Beschaffenheit eines Objektes als Subjekt (Mensch) nur von einer Seite aus sehen kann, ist es nötig, dass verschiedene Beobachter sich über die Beschaffenheit des Objektes, wie sie es von ihrem jeweiligen Standpunkt aus wahrnehmen, austauschen.

Nur so könne man die wahre Beschaffenheit des Objektes erfahren – und dies wiederum ist der Sinngehalt de Wortes „objektiv“, „Objektivität“, etc..

Während andererseits das Wort „subjektiv“, bzw. „Subjektivität“, wiederum die Beschränktheit des Blickes meint, die Unvollkommenheit, die eine Perspektive, die unzureichend ist, um ein dreidimensionales Objekt zu erkennen.

die spirealistische Weltanschauung

Die spirealistische Weltanschauung geht davon  aus, dass ohnehin alles Begreifen als eine Art Abstimmung vor sich geht. (Diese Abstimmung können wir auch als Kommunikation sehen – aber nicht die von uns Menschen so verstandene sprachliche Kommunikation, sondern Kommunikation im spirealistischen Sinn ist alles Wahrnehmen – beispielsweise das Sehen, das Fühlen, etc..) Von „richtig“ oder „falsch“ kann in einem objektiven Sinn nicht gesprochen werden, da der eindeutige Bezugspunkt des vorgestellten (objektiven) Außen fehlt.

Statt des Begriffes „objektiv“ hat der Spirealismus daher den Begriff „supersubjektiv“, der ausdrückt, dass das, was viele in Übereinstimmung wahrnehmen, nicht objektiv im eigentlichen Sinn ist (außerhalb und unabhängig vom menschlichen Bewusstsein), sondern wiederum subjektiv.

Das kann man sich vielleicht vorstellen, wenn man sich vor Augen führt, was der Begriff „objektiv“ überhaupt meint (siehe Grafik unten). Und wenn man sich dann vorstellt, dass die Bemühungen der Wissenschaftler, die einen Versuch objektiv gestalten möchten, durch definierte Versuchsanordnungen, durch hunderterlei Vorschriften zur Durchführung eines Versuches, so sind, als würden sich alle Personen in der unteren Grafik hintereinander stellen. letztendlich ist das wieder so, als würde eine einzige Person, aus einer einzigen Perspektive, schauen.

Objektivität wäre ja gerade, unterschiedlichste Sichtweisen zur Verfügung zu haben.

Supersubjektivität, supersubjektiv, subjektiv und objektiv

was wird durch eine Versuchsanordnung also hergestellt?

Was ist also das Besondere an einem solchen, unter wissenschaftlichen Bedingungen ablaufenden, Versuch?

Aus spirealistischer Sichtweise sind Menschen keine Individuen in dem Sinne, dass sie völlig unterschiedlich wahrnehmen und beurteilen können. Schließlich beobachten sie ja auch gar keine von sich selbst abgetrennte unabhängige Außenwelt. Sondern das menschliche Denken ist geprägt von höchster Gleichartigkeit. Eine Gleichartigkeit, die sich der Mensch nicht erst „ausdenken“ muss, damit sie besteht. Sondern der Mensch erwächst aus einem Kontinuum aus Geist; Geist, der in relativen Beziehungen sowohl trennt als auch verbindet. Der menschliche Geist selbst ist ein Ausdruck dieser relativen Beziehungen – er beobachtet sie nicht in einem Außen.

So gesehen ist eine definierte Versuchsanordnung, die wiederholbare Versuche möglich macht, dazu geschaffen, diese Gleichartigkeit auf die Spitze zu treiben, so dass alle Menschen, die unter gleichen Bedingungen diesen Versuch unternehmen, etwas Gleiches (aber nicht dasselbe) sehen sollten.

Keine Aussage ist getroffen, was mögliche andere (nicht-menschliche) Sichtweisen angeht. Und es wird, ob unserer materialistischen Weltanschauung auch stets übersehen, dass auch bei noch so haarklein definierten Versuchen die menschliche Wahrnehmung im Individuum voneinander abweicht – nie völlig gleich ist. Materialistisch gesehen könnte man auch sagen, dass es keine zwei völlig gleichen Punkte in der Raumzeit gibt, sondern zwei völlig gleiche Punkte wären ein- und derselbe Punkt.

Wozu soll die Sichtweise des Spirealismus gut sein – geht es nicht immer nur um den Menschen?

Nein, es geht nicht immer nur um „den Menschen“.

Der Spirealismus eröffnet völlig neue Möglichkeiten des Verstehens, was der Mensch ist, und seinen Platz innerhalb der Konstellation, aus der er entsteht.  Es ist ein neues Verständnis von sich selbst und den „Dingen“, die anderes Handeln, anderes Begreifen, anderes Wahrnehmen möglich macht.

Siehe auch: Artikel Spirealismus als Lebenshaltung – durch Gedanken entsteht Realität

 

Siehe auch: Artikel Naturwissenschaften vs Geisteswissenschaften. Die Psychologie in der Naturwissenschaft und der Geisteswissenschaft

Was bedeutet subjektiv? Ist ein wissenschaftlicher Versuch objektiv? was last modified: März 24th, 2018 by Henrik Geyer