Die Zahl Drei

die Zahl Drei

Die Zahl Drei ist ebenfalls eine magische Zahl, die ich besprechen will. Wir finden die Zahl Drei in so vielen Zusammenhängen, als symbolträchtig, wunderwirksam, metaphorisch.

Man denke nur an die vielen Zitate, Märchen, oder Literatur, Wissenschaft, in denen die Zahl Drei eine wichtige Rolle übernimmt: drei Wünsche hast du frei, Drei Schwestern, dreidimensionaler Raum …

Als Beispiel für einen in der Literatur gebräuchlichen Dreisatz folgendes Zitat:

Es sind drei Kronen: des Richters, des Priesters, des Königs, aber die Krone eines guten Namens ist höher als alle.
Talmud

Oder man denke an die Dreiheit der Zeit: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, die ihre Personifizierung wiederum in diversen Göttern findet. Wie z.B. den germanischen Schicksalsgöttinen, den Nornen .. Urd (Vergangenheit), Werdandi (Gegenwart) und Skuld (Zukunft).

Vision des Ouspensky: die Zahl Drei

Weiterlesen: Artikel Die Zahl Zwei

Wie schon in den Betrachtungen zur Zahl Zwei besprochen, hat P.D. Ouspensky in psychoanalytischen Selbstversuchen Visionen einer Welt entwickelt, deren (geistige) Grundprinzipien nichts mit den materiellen Anordnungen zu tun haben, die wir gemeinhin als unser Außen begreifen. Aus spriealistischer Sicht handelt es sich um Variationen der hermetischen Prinzipien. Oder als Variation der Hegelschen Dialektik, in der sich aus These und Antithese die Synthese ergibt.

Zum Verständnis …

Die nachstehenden Erörterungen werden für den Lesenden vielleicht wenig Sinn machen, wenn er nicht Folgendes bedenkt:

Es ist das grundlegende spirealistische Verständnis, das auf diesem Blog besprochen wird, dass die Welten geistiger Natur sind. Die Materie im Außen zu beobachten bringt in diesem Zusammenhang wenig, da die eigentliche Quelle aller Natur, allen Begreifens, Geist ist.

Das,  was wir als unser tägliches Bild des Außen sehen, ist daher wie ein Schatten an der Wand einer Höhle. Siehe auch Höhlengleichnis von Plato: Artikel Martin Eden – die negative Seite der Erkenntnis

Das Eigentliche, das sich dem täglichen Blick verbirgt, ist die Kraft hinter den Erscheinungen – darum ging es auch Ouspensky. Ouspensky machte sich explizit auf die „Suche nach dem Rätselhaften“. Die Sichtweise auf die Dinge, diese enthielten Rätselhaftes, ist etwas, das sich erfahrungsgemäß dem Materialisten nicht erschließt. Es beginnt mit der Zahl Eins … der Suche nach dem Objektiven, der Suche nach dem Ding „an sich“ (Kant), etc..

Aus spirealisticher Sicht ist die Welt immer ein Gedanke an eine Welt – man kann also abseits von Vorstellungen ohnehin keine Welt „vor sich sehen“. Letztlich trifft das auf die wissenschaftliche Vorstellungswelt ebenso zu wie auf die spirituelle. Die Unbegreiflichkeit dessen aus materialistischer Sicht macht die klare Bildsprache z.B. eines Ouspensky so wertvoll, ohne die klare mathematische Sprache z.B. eines Einstein damit zu schmälern.

Ähnliches Thema: Artikel Phantasie und Wirklichkeit – Zufall, Kreativität und Kausalität

Fundamentale Rolle der Zahl Drei

A new model of the universe
Die Zahl Drei spielte eine sehr wichtige Rolle in der Welt, die ich fand. In einer unserer Mathematik unzugänglichen Weise durchdrang sie alle Relationen zwischen den Größen, erschuf sie und entsprang ihnen. Alles zusammen, das gesamte Universum also, erschien manchmal in der Form einer Triade, die ein Ganzes ergibt, und aussieht wie ein riesiges Dreiblatt. Und jedes Element der Triade wurde durch einen innerlichen Prozess wiederum in eine Triade gewandelt, und dieser Vorgang setzte sich fort, bis alles voller Triaden war, die sich in Musik, oder Licht, oder Muster wandelten.

The number ” three ” played a very important part in the world in which I found myself. In a way quite incomprehensible to our mathematics it entered into all the relations of magnitudes, created them and originated from them. All taken together, that is, the entire universe, sometimes appeared in the form of a ” triad “, composing one whole, and looking like some great trefoil. Each part of the ” triad “, by some inner process, was again transformed into a ” triad “, and this process continued until all was filled with ” triads “, which were transformed into music, or light, or designs.Read more at location 6020 • Delete this highlight

Die Zahl Drei – das Welten-erschaffende Element

Die ewig bleibende Konstellation des Unterschiedes, der die Welten antreibt, stellt sich uns als ein Widerspruch zweier Elemente dar. Diese beiden Elemente sind symbolhaft gezeichnet als die Zahl Eins (das Eine) und die daraus folgende Zahl Zwei (das Andere/das, was nicht Eins ist).

Der Prozess des Entstehens von Welt benötigt nun das daraus Resultierende, das Dritte, repräsentiert durch die Zahl Drei. Anders ausgedrückt: aus These und Antithese resultiert die Synthese. Die Synthese ist weder identisch mit der These, noch der Antithese – sie ist etwas Drittes, etwas Neues.

Man sehe sich beispielsweise einen politischen Prozess an. Aus dem Widerstreit der Parteien zu einem bestimmten politischen Thema resultiert nie der ganz klare Sieg nur einer Seite. Sondern was resultiert, ist die Verbindung der beiden strittigen Seiten zu etwas Drittem.

Oder man sehe diesen Prozess bei sich selbst. Aus dem Widerstreit der innerlichen Ideen resultiert schließlich ein Handeln, das etwas Drittes in die Welt bringt. Es ist niemals die genaue Umsetzung einer Idee, sondern es ist das Element der eigentlichen Schöpfung, anders zu sein, neu zu sein, nie genau etwas Vorhandenes zu sein. Kreative Menschen beobachten diesen Prozess genau, und wissen, dass das Kreative immer das Unvorhersagbare enthält – kreative Menschen suchen das geradezu.

Ähnliches Thema: Artikel Die Magie der Sprache

In ordinary life we think by thesis and antithesis; always and everywhere there is ” yes ” or ” no “, ” no ” or ” yes “. In thinking differently, in thinking in a new way, in thinking by means of signs of things, I came to understand the fundamental errors of our mental process. In reality, everywhere and in every case there were not two but three elements. There were not only ” yes ” and ” no “, but ” yes “, ” no ” and something else besides. And it was precisely the nature of this ” third ” element, inaccessible to the understanding, which made all ordinary reasonings unsuitable and demanded a change in the basic method. I saw that the solution of all problems always came from a third, unknown, element, that is to say, it came from a third and unknown side, and that without this third element it was impossible to arrive at a right solution.

Im normalen Leben denken wir in den Begriffen von These und Antithese; immer und überall ist da dieses “ja” oder “nein”, “nein” oder “ja”. Indem ich davon abwich, indem ich davon verschieden dachte, indem ich symbolhaft dachte, verstand ich die fundamentalen Fehler unseres mentalen Prozesses (Denkens). In der Realität, überall und in jedem Fall, gab es nicht zwei, sondern drei Elemente. Es gab nicht nur „ja“ und „nein“, sondern „ja“, „nein“, und noch etwas weiteres dazu. Und es war ebendie Natur dieses „dritten“ Elementes, dem Verstand unzugänglich seiend, das alle normalen Überlegungen unpassend machte und eine Änderung der fundamentalen Methode erforderte.

Ich sah, dass die Lösung aller Probleme immer ausging von einem dritten, unbekannten Element, oder besser, es kam von einer dritten, unbekannten Seite, und dass es ohne dieses dritte Element nicht gelingen konnte, die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Trinität – die Dreifaltigkeit

Gott ist dreifach von Person und doch einfach von Natur. Gott ist auch an allen Orten, und an jedem Ort ist Gott ganz. Das will so viel sagen, daß alle Orte ein Ort Gottes sind.
Meister Eckhart

Die Zahl Drei hat in spirituellen Denkweisen eine sehr große Bedeutung – man denke nur an die Dreifaltigkeit, die Trinität, die Dreifachheit Gottes – als der Vater (Gott), der Sohn (Jesus) und der heilige Geist.

Über die Interpretation dieser Trinität hat sich schon so mancher Gedanken gemacht. Worin liegt ihre Logik? Worin liegt die Notwendigkeit einer solchen Dreifachheit? Hätte es nicht gereicht, nur von Gott zu sprechen?

Ich denke, auch in der Trinität kommt eben wieder dieses alles antreibende Element zum Ausdruck. Das Dritte – die Zahl Drei. Gott selbst, und sein Wesen, erschaffen die Antithese – Jesus. Jesus ist nicht, wie das Wort Antithese gemeinhin verstanden wird, ein völliger Gegensatz zu Gott, vielmehr ist er eine Gleichheit (EINHEIT und Kampf der Gegensätze). Doch sein Schicksal entwickelt sich auch aus einer seinem Vater gegenüber gegensätzlichen Position. Er muss sein leidvolles Schicksal auf sich nehmen, und darf sich dessen nicht entheben. Erst daraus ergibt sich das Neue – repräsentiert auch durch den heiligen Geist, der in allem ist, und dessen Wirken wir erst durch das Wahrnehmen der Gegensätze spüren. Es ist uns nur gegeben die Dinge zu sehen, das Einzelne – das eine und das andere. Das Dritte kommt durch uns selbst in die Welt, denn wir sind (spirealistisch gesehen) nicht die Beobachter der Schöpfung, sondern ihre Elemente.

These Antithese Synthese

Diese Verbindung der Gegensätze in Einem – das ist auch das Grundverständnis der Dialektik (übrigens auch der Yin-Yang-Beziehung), eines geistigen Welt-Prinzips, aus dem sich in der Verbindung gegensätzlicher Positionen das Neue ergibt. Das Wichtige an diesem Gedanken ist die Verbindung. Anders ausgedrückt: Gegensätze, die nicht miteinander verbunden sind, erschaffen nicht. Die Zahl Drei als das Resultierende kann nur aus dem Zusammenwirken von Gegensätzen entstehen. Ohne Eins und Zwei keine Drei.

 

Nebenbemerkung: In der spirealistischen Sichtweise ist alles mit allem verbunden, etwas Einzelnes im eigentlichen Sinn kann es nicht geben. Daher ist, wenn man einmal diesen spirealistischen Grund-Gedanken verinnerlicht hat, die Sichtweise auf das Einzelne, die einem so oft in der materialistischen Weltanschauung begegnet, recht merkwürdig. Vielmehr wird die Sicht auf das Einzelne transformiert zu einem Bewusstsein für die Tatsache, das jedes Ding vielfältig und symbolhaft in seinem Wesen ist.

Doch ist es nun einmal so, dass es dem Menschen nur gegeben ist, das Einzelne wahrzunehmen, in einem Gedanken … repräsentiert durch die Dinge, oder durch die Zahl Eins. Die uns manchmal paradoxe Verbindung zu etwas Drittem, das in allem ist, aufzudecken, ist der Kunst vorbehalten, in ihren Ahnungen und Visionen.
Weiterlesen: Artikel Die Zahl Drei

Siehe auch: Antithese – nicht völlig gegensätzlich

 

Die Zahl Drei was last modified: Mai 28th, 2016 by Henrik Geyer

Telepathie – was sind telepathische Fähigkeiten?

Telepathie - was sind telepathische Fähigkeiten? Erkenne die Macht.

neulich fragte mich meine Tochter, ob es Telepathie wirklich gibt – so dass man Gedanken „eingepflanzt“ bekommen könnte, ohne dass man das weiß oder will. Oder, ob man selbst „einpflanzen“ könne…

Ich sagte, ja, ich denke, es gibt Telepathie. Aber ob es Telepathie für einen gibt, hängt davon ab, was man unter Telepathie versteht. (Das interessierte meine Tochter schon weniger.)

Dennoch sprachen wir ein wenig darüber.

Telepathie – Vorstellung des getrennten Denkens

Telepathie ist ja die Vorstellung, dass sich aus bloßem Denken eine bestimmte Vorstellung oder gar Handlungsanweisung auf das Denken von jemand anders übertragen lässt. Anders gesagt: Obwohl es scheinbar keine Kommunikation gibt, weiß der Andere plötzlich, was man selbst im Kopf hat.

In „Krieg der Sterne“ gibt es eine Szene, in der Obi Wan Kenobi, Luke Skywalker sowie die Roboter an eine Grenzsperre kommen, die von den Soldaten des Imperiums kontrolliert wird. Sie wollen durch, müssen aber befürchten, kontrolliert und (als Rebellen) aufgehalten zu werden. Tatsächlich fragt der Grenzsoldat nach den Papieren.

Da setzt Obi Wan Kenobi seine telepathischen Fähigkeiten ein. Er sagt leise: „Das muss dich nicht interessieren.“

Der Soldat sagt daraufhin wie zu sich selbst: „Das muss mich nicht interessieren.“ Und an die Reisenden gewandt: „Sie können weiter!“

So – oder so ähnlich – meine Tochter und ich konnten uns beide an diese Szene aus dem Film erinnern. Es war für uns ein Beispiel, wie Telepathie aussehen könnte.

Ich sagte: „Siehst Du, der Soldat hat keine Gedanken gegen seinen Willen. Für ihn war es sein Wille, die Reisenden durchzulassen – kein fremder Wille. Wie soll er erkennen, dass das was er will, die Gedanken eines anderen sind? Geht das? Wie also soll er Telepathie erkennen?“

Siehe Auch Artikel merkwürdig! Merkwürdigkeiten des Alltags und WahrSchein

Das Denken ist nicht getrennt

Das rührt natürlich an unsere grundsätzliche Vorstellung von uns und „unserem“ Denken. Wir glauben ja, dass wir alles erkennen können, was es „gibt“. So ist es die Vorstellung des Materialismus. So gesehen ist bereits der Begriff des Rätsels für uns suspekt. Rätsel – das verbindet sich mit … Lösung!! Ein Rätsel das man nicht lösen kann – was soll das sein?

Was wir wollen, so glauben wir, sei nur unser eigener Wille. Was wir denken, so glauben wir, seien nur unsere ganz eigenen Gedanken.

Dass es für den „Vernünftigen“ keine Telepathie gibt, hängt mit dessen Wahrnehmung zusammen, die Menschen wären voneinander getrennte Einzeldenker. Die Kommunikation, so glauben wir, kontrollieren wir.

Ich will nur zwei Aspekte nennen, die deutlich machen sollen, wie falsch diese Annahme ist.

Körpersprache

Wir wissen heute, dass unsere Körper eine Sprache haben – Körpersprache. Diese Sprache erzeugt natürlich bestimmte Gedanken im Anderen – wer Körpersprache ein wenig beherrscht, kann mit dieser Sprache viel ausdrücken. So landet, was man sagen will, auch ohne verbale Sprache beim anderen. Er weiß, nicht warum.

Wenn wir Körpersprache, die auf uns wirkt, nicht erkennen, dann teilt sich etwas auf unbekannten Wegen mit. Eine unsichtbare Informationsübertragung ist Telepathie – selbst wenn man sie anders nennt.

Und … wie kommen wir darauf, wir könnten benennen und eingrenzen, was wir nicht erkennen?

kollektives Unterbewusstsein

Wir alle sind Teil eines kollektiven Bewusstseins. C.G.Jung nannte es ein Unterbewusstsein – ein kollektives Unterbewusstsein.

Ich nenne es kollektives Bewusstsein, weil es meiner Ansicht nach nichts gibt, was wir bewusst benennen, aber dennoch „unbewusst“ nennen können. Wir können zwar sagen, wir erkennen im Bewusstsein Unbewusstes, aber das ist ein Paradox. Außerdem ist es eine grundsätzliche Folgerung des Spirealismus, dass wir alle ein gemeinsames Bewusstsein bilden. Siehe Supersubjektivität.

So kann man auch Jungs kollektives (Unter-)Bewusstsein als Aspekt des Begriffes Telepathie sehen. Es sind geistige Inhalte, die sich von Mensch zu Mensch übertragen, ohne dass diesem die Wege der Kommunikation bekannt sind.

Die Wege der Information sind uns unbekannt

Es ist einfach eine Frage der Sichtweise. Wenn man meint, die Menschen seien wie Inseln im Strom, die völlig unabhängig voneinander existieren, überbrückt nur bei Gelegenheit, z.B. wenn jemand willentlich anfängt zu sprechen – dann erscheint das Konzept der Telepathie wie ein Wunder. Das wäre der materialistische Glaube: Der Mensch als allmächtiger Erkenner.

Wenn man aber das Wasser zwischen den Inseln als die Gesamtheit der Kommunikation begreift, und wenn man ferner sieht, wie dieses Wasser trennt, aber auch verbindet, dann ist das Konzept der Telepathie weit weniger erstaunlich – sondern man wird annehmen, Telepathie sei einfach „Kommunikation, die wir nicht wahrnehmen“. Das wäre das spirealistische Konzept.

Spruchbild: Nicht "unser" Denken im Gehirn erzeugt Realität - das Denken geht nicht von unserem Gehirn aus, sondern umschließt und erschafft uns. Ebenso wenig erzeugt eine Quelle Wasser. In einer Quelle tritt Wasser nur zu Tage.
Spruchbild: Nicht „unser“ Denken im Gehirn erzeugt Realität – das Denken geht nicht von unserem Gehirn aus, sondern umschließt und erschafft uns. Ebenso wenig erzeugt eine Quelle Wasser. In einer Quelle tritt Wasser nur zu Tage.

 

Kann man glauben, dass es Dinge gibt, die wir nicht wissen? Der Spirealismus geht davon aus. Er hält „das Unbekannte“ in seiner Vielzahl und Art sogar für unbeschreiblich groß. Wie will man etwas Unbekanntes eingrenzen?

Der Materialismus glaubt eher, dass alles das, was bekannt ist, schon (fast) alles ist, was man überhaupt wissen kann. Alles sei begründbar, alles hat einen Grund. Und weil wir in jedem Moment für alles und jedes einen Grund aus dem Hut zaubern können, wüssten wir alles.

Siehe auch Artikel Kausalität

Resüme

Wenn man wahrnehmen kann, dass die Menschen durch eine Unendlichkeit von Informations-Strängen miteinander verknüpft sind, von denen man einige sieht, die meisten aber nicht, dann erscheint der Gedanke an Telepathie nicht wie ein Wunder, sondern wie eine Notwendigkeit.

Das Denken überträgt sich – wir kennen nur nicht die Wege. Die Sprache ist lediglich ein kleiner Ausschnitt einer allumfassenden Kommunikation.

Siehe auch Artikel zum Thema : Wissenschaft und Glaube, Spiritualität und Erkenntnis

Telepathie – was sind telepathische Fähigkeiten? was last modified: Februar 26th, 2016 by Henrik Geyer

Kausalität – was ist das? Über das „Warum“ in der Natur.

Kausalität - was ist das? Über das "Warum" in der Natur.

Wir sind gewohnt, für alles eine Begründung zu suchen. Und zu finden! Es ist die Kausalität, die wir in allem sehen, in allem voraussetzen.

Zitat:

Er machte mich auch aufmerksam auf die Zweckmäßigkeit und Nützlichkeit in der Natur. Die Bäume sind grün, weil grün gut für die Augen ist. Ich gab ihm recht und fügte hinzu, daß Gott das Rindvieh erschaffen, weil Fleischsuppen den Menschen stärken, daß er die Esel erschaffen, damit sie den Menschen zu Vergleichungen dienen können, und daß er den Menschen selbst erschaffen, damit er Fleischsuppe essen und kein Esel sein soll. Mein Begleiter war entzückt, einen Gleichgestimmten gefunden zu haben, sein Antlitz ergänzte noch freudiger, und bei dem Abschiede war er gerührt. Solange er neben mir ging, war gleichsam die ganze Natur entzaubert, sobald er aber fort war, fingen die Bäume wieder an zu sprechen, und die Sonnenstrahlen erklangen, und die Wiesenblümchen tanzten, und der blaue Himmel umarmte die grüne Erde. Ja, ich weiß es besser: Gott hat den Menschen erschaffen, damit er die Herrlichkeit der Welt bewundere. Jeder Autor, und sei er noch so groß, wünscht, daß sein Werk gelobt werde.

Heinrich Heine, „Harzreise“

 

Kausalität – das Wunder, dass alles mit allem zusammenhängt

Alles was wir sehen, jeder Gedanke der in uns ist, hängt mit jedem anderen zusammen. Dass wir sagen: „Dies ist der Grund für Das“ und „Das ist der Grund für Jenes“ ist die Art und Weise unseres Denkens. Wir picken uns aus der Menge aller möglichen Konstellationen, die eigentlich unendlich sind, etwas heraus, und sagen: „Das ist der Grund.“

Wir werden damit aber nie fertig, denn die Kausalität ist an keinen feststellbaren „äußerlichen“ Fakt (Objektivität) geknüpft, an dem das Schließen ein Ende haben könnte.

das Denken als der Grund des Grundes

Seit Jahrhunderten wundern sich die Menschen über die Erkennbarkeit der von Ihnen unabhängigen Außenwelt. Obwohl diese nicht nachweisbar ist (Hume), kommt man immer wieder darauf zurück, es müsse sie geben. Doch die Widersprüche, und die in der Natur der Sache liegenden Zweifel, bleiben.

 

Der Spirealismus geht neue Wege. Spirealismus sagt, dass der Gedanke der Urgrund des Seins ist. Ein Informationsprozess, der uns als „unser“ Denken bekannt ist, der aber nicht (nur) „im“ Menschen stattfindet, sondern der den Menschen umschließt und selbst erst hervorbringt.

So ist der Satz: „Ich denke, also bin ich“ (Descartes) zu verstehen. Bevor wir noch denken können, dass das menschliche Denken aus dem Vorhandensein eines Gehirns resultiert, das einen äußerlichen und von uns unabhängigen Prozess widerspiegelt, müssen wir feststellen, dass der letzte Grund dafür, dass wir diese Überlegung überhaupt anstellen können, der Gedanke selbst ist. Nur wenn wir denken, sind wir auch.

(siehe Artikel zum Satz „Ich denke, also bin ich“, der die Kausalität des Satzes „Ich bin, also denke ich“, umkehrt)

Da der Grundgedanke des Spirealismus die Feststellung ist, dass es Objektivität nicht gibt, gibt es also auch keine außerhalb und unabhängig des menschlichen Denkens (objektiv) feststellbare Kausalität. Der (materialistische) Mensch denkt aber nun einmal in Kategorien der Kausalität, der Objektivität (typische Aussage: „das kann man nicht anders denken!“). Das führt, da Objektivität tatsächlich nicht feststellbar ist, natürlich zu Widersprüchen.

Beispielsweise wollen wir mit messerscharfem Schließen den Urknall vor 14 Milliarden Jahren verorten (und auf den Urknall ist ja alles zurückzuführen), doch wir können nicht genau rekonstruieren, was gestern war.

können wir auf Kausalität verzichten?

Der Materialist meint, man könne nur das „richtig“ und „wirklich“ nennen, was man auch als objektiv „wahr“ bezeichnen kann. Wenn es aber keine objektive Kausalität gibt – soll das dann heißen, dass Kausalität verzichtbar ist?

Die spirealistische Antwort darauf ist, dass die Form des Denkens ihr entsprechende Welten (Ich-Universen) hervorbringt. Im Prinzip kann dies jede Form annehmen. Jede Form – wenn auch nicht für den Menschen. Warum nicht für den Menschen? Weil der Mensch Teil ist, nicht alles. Als Teil hat er Teilhabe am umfassenden Denken – und kann nicht denken wie er will. Natürlich klingt allein dieser Satz erneut für den Materialisten zutiefst widersprüchlich – ist es doch das Wesen der materialistischen Vorstellung, dass der Mensch immer denken könne wie er will, da der Mensch ja einen äußerlichen Prozess (die Materie) nur widerspiegele.

Ist also Kausalität verzichtbar? Für den Spirealismus stellt sich die Frage so nicht. Er stellt fest: Kausalität formt unsere Welt; Kausalität, und die aus ihr hervorgehenden gedanklichen Festlegungen, sind unsere Welt. Spirealismus geht davon aus, dass Existenz und Denken ein und dasselbe sind. Auf das Denken zu „verzichten“ ist unmöglich. Und … jede Form, die das Denken annimmt, wird uns als die natürliche Form erscheinen.

achtsame Beobachtung des Denkens – der spirituelle Zugang

Doch man kann wahrnehmen, dass auch der Begriff „Kausalität“ selbst nicht objektiv ist, nicht genau bestimmbar – Kausalität ist nicht festmachbar an irgendeiner äußerlichen Größe. Und somit kann man auch wahrnehmen, dass Kausalität keine absolute Notwendigkeit in  sich trägt.

So kann z.B. im Prinzip, ausgestattet mit einiger Achtsamkeit, jeder wahrnehmen, dass Kausalität von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist. Der eine wertet mehr, der andere weniger. Der eine weiß alles ganz genau, hat tausend Begründungen, der andere lässt sich auf die Rätselhaftigkeit ein, verzichtet auf Begründungen, fragt.

Es ist eins der Geheimnisse spirituellen Denkens, dass man die Kausalität in Manchem in den Hintergrund treten lassen kann. Man formuliert das häufig als „nur im Jetzt sein“, und wie viele andere ähnliche Formulierungen es noch geben mag.

Wozu soll das gut sein? Um neu denken zu können. Beispielsweise um Glück zu erreichen. Um zu spüren, dass die Kausalität auch eine Macht sein kann, die in uns liegt. Das Denken in festgefügten Formen kann unglücklich machen, daher kann, sich (partiell) von der Kausalität zu lösen, bedeuten, geistige Freiheit zurückzugewinnen. Und damit die Freiheit, die Dinge für sich positiv neu zu definieren. Alte Kausalität aufgeben, neue gedankliche Verbindungen schaffen.

 

 

 

 

 

 

Kausalität – was ist das? Über das „Warum“ in der Natur. was last modified: Januar 26th, 2016 by Henrik Geyer

surreal – Was ist surreal?

surreal: Nach einem schweren Regen

Woher kommt der Surrealismus?

Surrealismus entstammt einer geistigen Strömung der Zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Surrealismus entstand nach dem Ersten Weltkrieg, vornehmlich in Frankreich. Andre Breton, der geistige Führer des Surrealismus, hatte als Teilnehmer des Ersten Weltkrieges in einem Lazarett gedient. Dort traf er auf einen Soldaten, der traumatisiert, den Krieg für eine Art Täuschungsmanöver hielt – geschaffen, ihm eine Realität vorzugaukeln, die es nicht gab; wohl, weil das in seiner Schrecklichkeit nicht sein durfte, ihm unfassbar war.
Breton, der zur Kenntnis nahm, dass die Wirklichkeit (Realität) etwas ist, das sich im Individuum darstellt, und das es nicht in einem Außen gibt, entwickelte die Überzeugung, dass Traum und Realität voneinander nicht zu trennen sind, sich durchmischen. Daher auch der Name „Surrealismus“ – franz. „sur“=über. Surreal nennt man also eine über der Realität stehende Sichtweise, bzw. eine Sichtweise, in der sich Realität und Traum vermischen.
Ein weiterer wichtiger Einfluss waren die Entdeckungen Freuds zum Unbewussten in dieser Zeit, die dem Menschen nahelegten, nicht „Herr im eigenen Haus“ (dem Denken) zu sein.

Was bedeutet surreal?

Grenzt sich „surreal“ von „merkwürdig“ ab? Was ist die Eigenschaft eines Traumes im Gegensatz zur Realität?
Im Traum dehnt sich die Zeit, Zusammenhänge werden auf eine merkwürdige Art konstruiert. Dinge geschehen, die in der Realität nicht geschehen können.
Aber was ist die Eigenschaft surrealer Kunst gegenüber normaler Malerei, die merkwürdige Situationen darstellt?

Surreales für Kinder: Märchen, Phantasiegeschichten. In der Psyche von Kindern vermischt sich mühelos Traumhaftes mit dem Realem
Surreales für Kinder: Märchen, Phantasiegeschichten. In der Psyche von Kindern vermischt sich mühelos Traumhaftes mit dem Realem

Surreale Kunst arbeitet oft mit verblüffenden Bildeindrücken, die intuitiv das Gefühl von merkwürdigen Wahrheiten erzeugen. Oft ist Gegenstand der surrealistischen Malerei ein In-Frage-Stellen unserer Grundbegriffe – man denke an Salvador Dali und seine Darstellungen von Zeit, in der sich Uhren (als die Taktgeber unserer ach so realistischen Welt) verflüssigen.
Näher beschreiben und abgrenzen lässt sich surrealistische Kunst aber nicht, denn es ist im Grunde die Eigenschaft aller Kunst, verblüffende und dem Denken neue Zusammenhänge aufzuzeigen.

Gibt es surreale Einflüsse heute?

Der Surrealismus findet sich in Kino, Kunst und Literatur des Heute wieder. Man könnte ihn beispielsweise in der aktuellen Fantasy-Welle sehen, es ist nur eine Frage der Bezeichnung. Sollte man das so sehen, so müsste man aber sagen, dass der Surrealismus des Heute einen Großteil seiner klugen Reflektionen und Zielstellungen verloren hat, die er ursprünglich hatte. Denn der Surrealismus hatte für seine geistigen Wegbereiter durchaus ein Ziel, nämlich das, die Welt besser zu machen.

Wie sollte der Surrealismus die Welt besser machen? Indem er die wichtige Erkenntnis, dass jenseits der scheinbaren „Normalität“ (geistige) Welten darauf warten entdeckt zu werden, als allgemeine Wahrheit der Öffentlichkeit zugänglich macht. Daraus erst resultierte ein wirkliches Erkennen der Welt…

Was lehrt uns Surrealismus?

Der Surrealismus lehrt uns, in Verbindung zu setzen, was nach unserer festen Überzeugung keine Verbindung haben kann. Gedanken, die scheinbar unmöglich zusammengehören können  in Verbindung gebracht werden. Unsere Welte(en) sind die Welten der Gedanken.
Nicht umsonst hat Freud die Träume analysiert – denn er wollte der Realität des Individuums auf die Spur kommen. Realität und Traum durchmischen sich tatsächlich – sind nicht zu trennen. Nach wie vor Aktualität hat die Jahrtausende alte Frage des Zhuang Zhou: Bin ich ein Schmetterling, der träumt, ein Mensch zu sein, oder bin ich ein Mensch, der träumt, ein Schmetterling zu sein?
Ist also, was wir erleben, nun die Realität eines Traumes, oder ist es die „reale“ Realität?

Siehe auch Artikel zum Thema Denken ist die Realität : Das Denken ist die Realität – und nicht: das Denken erzeugt Realität

surreal – Was ist surreal? was last modified: Mai 29th, 2016 by Henrik Geyer