Stefan Blankertz: Gott wurde Mensch

Was ist Spiritualität? Fotos der Co-Autoren - Stefan Blankertz [SPID 4243]

Lieber Stefan, wir kennen uns nun schon ein paar Jahre. Du bist ein fleißiger Schriftsteller mit nun schon über 30 Publikationen.

Du nennst dich Wortmetz, weil du die Worte wie ein Steinmetz formst und gestaltest. In deinen Büchern liest man daher viel Assoziatives. Dein Werkzeugkasten beinhaltet ein gerüttelt Maß an philosophischer Kenntnis. Du bist ein Autor, der dem Sinn der Worte mit großer Akribie auf den Grund geht.

Ich kam darauf, dich zu interviewen, weil deine Haltung zu Spiritualität und Religion eher kritischer Natur ist. Ich finde es spannend zum Thema Spiritualität auch einmal kontrovers zu sprechen, vielleicht ein wenig philosophisch. Ich bitte dich, zunächst deine Einschätzung des Begriffes Spiritualität zu formulieren.

Spireo: Was verstehst du unter Spiritualität und was wird ggf. falsch darunter verstanden?

„Spiritualität“ ist so ein modischer Gummibegriff, den ich zugegebenermaßen selbst auch manchmal verwende, vor allem dann, wenn nicht so ganz klar ist, worum genau es überhaupt geht. Geht es um Religion? Um welche? Geht es darum, dass jemand nicht herzlos ist? Oder so weltabgewandt zu sein, dass man nicht mehr mitkriegt, was um einen herum los ist? Dass jemand Stimmen hört und daran glaubt, dass man bei rechter innerer Haltung auch ohne Nahrung, nur von Sonne, Luft und Liebe leben kann? Die Bandbreite ist unendlich dehnbar, und meist versteht man aus dem Kontext, wie jemand den Begriff verwendet, positiv oder negativ oder neutral, aber es gibt kein „Richtig“ und kein „Falsch“ beim Verständnis, sondern nur eine pragmatische Bedeutung, die sich im jeweiligen Zusammenhang ergibt.

Spireo: Was von dem, was du konkret manchmal tust, würdest du eine spirituelle Handlung nennen?

Beten. Mitgefühl haben – und zeigen, wobei mir als Introvertiertem das oft schwerfällt. Mein beharrliches Engagement für Toleranz und gegen Gewalt speist sich stark von einem Gefühl der Verantwortung, das sich nicht rein rational erklären lässt …

Spireo: … manchmal ist es nur eine Frage des Glaubens, ob man sich aufraffen kann, etwas zu tun. Ich nehme an, auch du brauchst Glauben, nicht nur für das Engagement, sondern einfach um zu leben. Für mich ist das ein spiritueller Aspekt … diese Selbsterforschung. Was bringt uns dazu, etwas zu tun oder zu lassen? Man kann das meist nicht erklären … Wie siehst du das?

Ja, exakt. Der Satz vom heiligen Augustinus, „ex fide enim vivimus“, also: „Wir leben nämlich durch den Glauben“. Wenn wir den nächsten Schritt tun, sagt mein Inspirator Paul Goodman, glauben wir, dass wir auf festen Grund treffen. Wir müssen nicht erst das Gesetz der Gravitation beweisen.

Spireo: Würdest du dich als spirituellen Menschen beschreiben? Oder bist du materialistisch?

Ich glaube an Gott im Sinne von Jesus. Besonders wichtig ist mir das Geheimnis des Glaubens, dass Gott Mensch geworden ist und hierdurch verwandelt wurde. Das ist Glaube, kein Wissen. Ansonsten stehe ich dem Christentum im Allgemeinen und dem Katholizismus, dem ich angehöre, sehr kritisch gegenüber. Vor anderen Religionen habe ich großen Respekt, besonders dem Judentum, dem Islam, dem Buddhismus und dem Taoismus, obwohl Religionen oft einen problematischen gesellschaftlichen Einfluss haben (um es ganz vorsichtig zu sagen). Allerdings sollte die Religiosität meiner Meinung nach nicht davon abhalten, die Welt zu sehen wie sie tatsächlich ist, sie zu untersuchen, und man sollte seine Entscheidungen auf Grundlage von Fakten und nicht von Wunschdenken fällen. Wenn Wünsche wahr werden (was ja bisweilen vorkommen soll), sind sie eben auch zu Fakten geworden.

Spireo: Vielleicht ist die Dreifaltigkeit für Menschen wie dich erschaffen worden – für Menschen, die mit einem Gott im Himmel nichts anfangen können? Die Dreifaltigkeit beinhaltet Gott als allumfassendes Abstraktum, Jesus als den Sohn, sowie den heiligen Geist. Was ist Jesus im Unterschied zu Gott für dich? Ein einfacher Mann? Ein kluger Mann? Ein barmherziger Mann?

Jesus ist zum Menschen gewordener Gott; früher sagte man dazu „Inkarnation“ oder zu deutsch „Fleischwerdung“. Dieser Gott war ja eine ziemlich fiese Gestalt …

Link zur Webseite von Stefan

 

Dieses Gespräch ist Teil des Buches:


Was ist Spiritualität?

Was bedeutet Menschen Spiritualität? Wozu ist sie gut? Wie leben Menschen Spiritualität? Ist Kreativität spirituell? Kann Spiritualität heilen? Was bedeutet Tod?.
Henrik Geyer führte Gespräche mit spirituellen Menschen – mit Stefan Blankertz, Dr. Ruediger Dahlke, Catharina Fleckenstein, Ralf Hillmann, Cristina Holsten, Petra Milkereit, Werner Szendi, Pascal Voggenhuber

Stefan Blankertz: Gott wurde Mensch was last modified: Oktober 20th, 2016 by Henrik Geyer

Spiritualität leben – wir sind spritituelle Wesen

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Geist ist alles, alles ist Geist … spirit is everything, everything is spirit Thema Spiritualität leben

Spiritualität leben – wie macht man das am besten, was ist spirituell, worum geht es dabei?

Geist ist alles – alles ist Geist / spirit is everything, everything is spirit

Spirituelle Kraft ist Kraft, die aus Geistigem erwächst. Eine Kraft also, jenseits der scheinbar so bestimmenden äußerlichen Realität. Spiritualität kann das Leben grundlegend verändern. Spiritualität kann heilen und den Zielen und der eigenen Bestimmung näherbringen.

Was bedeutet spirituell?

Spirit – innewohnender Geist, Spiritus – lateinisch: der Hauch, der Atem. Der Atem wurde im Altertum dem Geheimnis des Lebens zugeordnet, der Seele, bzw. der nicht weiter erklärbaren Kraft, die alles Lebende antreibt. „Spirit“ im heute oft verwendeten Sinn steht aber auch für eine selbstbewusste, handelnde Einstellung. Spiritualität heißt für Spireo: die eigene Geistigkeit wahrnehmen, sich des eigenen Selbst bewusst werden. Die eigene Geistigkeit, die Seele erkennen und annehmen.

Insofern drückt der Untertitel „spirit is everything“ einerseits aus, dass für das Leben die Einstellung entscheidend ist – wir sagen ja umgangssprachlich: „der Spirit entscheidet. Gemeint ist hier: Der Geist, die Einstellung, mit dem man die Dinge angeht.

Spirituell ist aber auch das Erkennen, dass Geist tatsächlich alles ist, was ist. In dieser Formulierung geht es um den Begriff von Existenz, den der Spirealismus neu begreift.  (Dazu hier mehr)

Die subjektive Realität formt sich aus Geist. Geist ist in allem, was uns umgibt.

Wir sind nicht materielle Wesen,
die spirituelle Erfahrungen machen können,
sondern wir sind spirituelle Wesen,
die materielle Erfahrungen machen.
Pierre Teilhard Chardin

Spiritualität leben – Überwindung des Glaubens

Nein, hier ist nicht davon die Rede, Religion sei nicht spirituell.

Ähnliches Thema: Beitrag ‚Religion und Spiritualität – was ist der Unterschied?‘

Spiritualität leben bedeutet vielmehr (zumindest für mich) zu sehen, dass Geistiges, das Relatives, tatsächlich alles ist, was ist. Demzufolge gibt es kein endgültiges Wissen, keine endgültige Wahrheit.

Letztlich ist jedes Wissen auch Glauben – und jeder Glauben, jedes Wissen, kann überwunden werden. Und wird überwunden werden, es ist nur eine Frage der Zeit.

die Antworten der materialistischen Wissenschaft auf menschliche Fragen nach dem Woher und Warum

In der modernen Gesellschaft wird immer klarer, dass die scheinbar so allgemein-gültigen Antworten der Wissenschaft in den zentralsten menschlichen Fragen nicht weiterführen.

Die Existenz des Schöpfers zu bezweifeln (wo soll er sein? Warum kann man ihn nicht beweisen?), und an seine Stelle den Urknall zu setzen, hilft in menschlichen Fragen nicht weiter. Der Urknall ist erstens kein „Grund“ im Sinne einer letzten Kausalität(was war davor? was löste den Urknall aus, was begründet ihn?). Zweitens aber, und noch wichtiger, beantwortet er uns keine menschliche Frage (Ist der Grund für unser Hiersein ein Knall?)

Bitte lesen Sie auch: Artikel ‚Wo ist Gott‘

Spirituelle Weisheit ist Weisheit und Wissen

Eine Rückbesinnung auf uralte spirituelle Weisheiten ist notwendig, und im vollen Gange.

Sich diesen spirituellen Weisheiten zuzuwenden, das bedeutet Spiritualität leben.

Viele Menschen heute sind Anhänger diverser spiritueller Weltanschauungen. Esoterik, Religion, alternatives Heilen – wie man dies alles nennen mag. Sie haben Existenz und Existenzkraft durch die Gedanken in den Menschen. Und dies ist zugleich die unleugbare geistige Kraft, die Kraft aus Spirituellem.

Daher auch gehört Spiritualität zum menschlichen Leben – nicht etwa, weil es nur eine angenehme Illusion wäre. Nein, Spiritualität funktioniert.

Spiritualität leben – Chance für die Menschheit?

Neben spirituellen Fragen, die für den Einzelnen wichtig sind, geht es heute gleichermaßen um die zentralen Probleme der Welt.

Sie lassen sich nur durch Geistiges lösen.

Gelingt es uns der immer weiter fortschreitenden Naturzerstörung, des „Verbrauchs“ von Natur, Herr zu werden? Gelingt es, die Überbevölkerung zu stoppen? Gelingt es der Menschheit, nicht nur reagierendes Medium zu sein, sondern sich wahrhaft ihres Selbst bewusst zu werden? Gelingt Wachstum in Richtung Qualität und Interessenausgleich? Das sind die Fragen um die es heute geht – wahrhaft entscheidende Fragen für das Überleben der Menschheit.

Das überkommene „Mehr!“ hat ausgedient, kann nicht immerwährendes Konzept sein. Um das Mehr! aus der Welt zu schaffen, müssen wir uns bewusst werden, dass wir durch Leben von Spiritualität unsere ureigensten Grundbegriffe formen können, neu betrachten können, neu begreifen können.

Weiterlesen: Beitrag ‚Ist der Mensch die Krankheit der Welt? Zerstörung der Erde – Heilung der Erde.‘

Die Qualität und die Ernsthaftigkeit, mit der wir uns den Fragen zu uns selbst widmen, wird entscheidend für das Schicksal der Welt sein. Spiritualität zu leben – darin liegt eine neue, großartige Chance für die Menschheit, in ihrem Ringen um Überwindung der fundamentalen Existenzkrisen.

Spiritualität leben – es gibt nicht nur einen Weg

Spiritualität leben – wer das tut erfährt, dass es nicht den einzig „richtigen“ Weg gibt.

Woher kommt dann der uralte Streit über den richtigen Weg – wir kennen das, beispielsweise zwischen Religionen? Ist das nicht absurd, wenn zwischen spirituellen Denkrichtungen so gestritten wird?

Dieser Kampf ist Inbegriff materialistischen Denkens, also das Gegenteil von spirituellem Denken.

Im Heute Spiritualität leben

Es gibt viel zu tun, vieles neu zu bedenken. Vielleicht ist es uns vorbehalten, Spiritualität neu zu entdecken; die Kraft zu entdecken, die spirituelles Denken entwickeln kann.

Die Macht der neuen Informationstechnologien, die Geistiges in Sekundenschnelle verbreiten, spricht dafür, dass das gelingen könnte; sowohl gesellschaftlich, als auch für den Einzelnen.

Alle möglichen Probleme von Menschen lassen sich auf Probleme des Denkens zurückführen und auch genau an dieser Stelle lösen.

Spiritualität leben – wir sind spritituelle Wesen was last modified: Februar 12th, 2016 by Henrik Geyer

Denken erschafft. Spirealismus und Spiritualität

Spruchbild: Man kommt nicht umhin festzustellen, dass Wissenschaft und spirituelles Denken aus demselben Grund Wahrheit haben. Das Denken erschafft.Henrik Geyer

Auf diesem Blog schreibe ich oft zu spirituellen Themen und auch zu philosophischen Themen. Philosophie – das heißt bei mir Spirealismus. Was hat nun Spirealismus mit Spiritualität zu tun? Denken erschafft! Ich will es kurz erläutern.

das Denken erschafft

Es war meine persönliche Erfahrung, dass Denken die Kraft hat, zu erschaffen (wenn auch nicht alles zu erschaffen, was man „will“). Ich beschrieb das in „Alles ist Geist“ – einem philosophischen Buch, in dem ich auch Kerngedanken meines Spirealismus erläutere.

nichts ist unabhängig vom Beobachter

Man kann es wissenschaftlich ausdrücken, indem man sagt: Es gibt keine Objektivität. Oder: Es gibt nichts Beobachtbares, das vom Beobachter unabhängig ist. Oder: Alles ist relativ, alles ist subjektiv. Dieses durchgängig Subjektive (das von der materialistischen Wissenschaft durchaus wahrgenommen wird) thematisiere ich in ganz vielen Artikeln. Daher will ich es an dieser Stelle nicht noch einmal ausführen.

Man kann es auch umgekehrt ausdrücken: Alles was wir sehen ist ein Gedanke. Alles ist eine Art Glaube.

siehe z.B. folgenden Artikel: Wenn Immanuel Kant feststellt, dass sich das Ding an sich nicht beschreiben lässt .. Was bedeutet das für unsere Vorstellung von Wahrheit?

der Glaube erschafft

Das oben Gesagte kann man spirituell sagen: Die Kraft des Schöpfers ist in jedem von uns. Wir erschaffen, indem wir schauen, indem wir reden, indem wir überlegen.

Man kann das religiös ausdrücken, indem man sagt: Der Glaube erschafft. Oder: „Gottes Reich ist inwendig“ (so steht es in der Bibel). Das bedeutet, die Kraft des Schöpfers beginnt an dem uns allernächsten Ort: den Gedanken in uns.

 Auf das Denken achten

Aus diesem Grund schreibe ich auch ermutigende, spirituelle Texte, nicht nur Philosophisches. Spiritualität und Achtsamkeit ist sozusagen die praktische Seite des Spirealismus.

Religionen und fernöstliche Weisheitslehren beschäftigen sich seit Jahrtausenden damit, diese für den materialistischen Denker widersprüchlichen Sachverhalte auf praktische Art zu erklären. Sie sagen immer wieder: Achte auf dein Denken! Der Spirealismus geht in genau dieselbe Richtung, denn der Endpunkt dieser philosophischen Überlegung ist, dass sich Realität durch Denken beeinflussen lässt.

Spirealismus und Spiritualität nicht im Widerspruch

Somit steht der Spirealimus, der sich als ernstgemeinte Philosophie sieht, die real machbare Erfahrungen wie auch wissenschaftliche Aspekte verarbeitet, nicht im Widerspruch zu spirituellen Weisheiten. Im Gegenteil – gerade in der spirealistischen Sichtweise wird die Wichtigkeit spiritueller Weisheiten deutlich.

Frage des Spirealismus

Wenn unser Denken erschaffen kann – Wie können wir es erfahren, wenn es doch so scheint, als habe unser Denken mit der „wirklichen“ Realität nichts zu tun? Dies ist die Frage des Spirealismus.

praktische Umsetzung

Was müssen wir also tun? Unser Denken formen, die Gedanken achtsam verfolgen. Die praktische Umsetzung und Beobachtbarkeit der Wahrheit des „Denken erschafft“ – liegt letztlich in spirituellem Denken.

Aus diesem Grund sind sowohl philosophische wie auch spirituelle Themen auf meiner Webseite anzutreffen.

 

 

 

 

 

Denken erschafft. Spirealismus und Spiritualität was last modified: Mai 26th, 2016 by Henrik Geyer

Spiritualität leben und erleben. Was Spiritualität ist und was sie bringt.

Spiritualität leben und erleben. Was Spiritualität ist und was sie bringt. … das Symbolhafte in allem sehen…

Es ist ist gar nicht so leicht zu sagen, was Spiritualität ist. Jemand, der darüber häufig mit Menschen diskutiert, wie ich es tue, merkt, dass die Auffassungen darüber weit auseinandergehen.

Wer meint, es sei egal, was die Menschen darunter verstehen, der bedenke, dass eine Sache nichts anderes sein kann, als das, was wir in ihr begreifen.

Was ist Spiritualität überhaupt?

Natürlich kann auch ich nur meine eigene wohlüberlegte Erklärung vorlegen.

Spiritualität (Geistigkeit) ist eine besondere Fokussierung auf das Innere, den Geist. Es ist das Für-wahr-halten-des-Gedankens, manchmal mehr noch, als das Für-wahr-Halten der äußerlichen Erscheinungen.

Daher kann mit Spiritualität für Außenstehende eine gewisse Entrücktheit einhergehen, so als könne der Spirituelle das Offensichtliche nicht sehen, oder, er sei nicht ganz in der Realität. Andererseits erscheint der Spirituelle, weil er Dinge sieht, die der normalen Sichtweise verborgen sind, manchmal geheimnisvoll.

Die Realität ist dem Spirituellen das Symbolhafte, eine Sichtweise, die in den Dingen Verschiedenstes erkennt – nicht Eindeutigkeit.

Damit ist nicht gesagt, dass jeder, der sich spirituell nennt, es im oben genannten Sinn auch ist. Viele verstehen Spiritualität als einen Gegensatz zum Religiösen. Ich denke, man kann den Grund dafür wie folgt formulieren:  Einerseits will man in den Kontakt mit dem Höheren kommen. Man will Transzendenz spüren… das Metaphysische. Andererseits hält man den Gedanken an einen Schöpfer für kompromittierend. Glaube sei etwas für Dumme. Auf diese Weise erscheint Spiritualität wie eine Wunderwaffe, die durch die Vermischung von religiösen und wissenschaftlichen Inhalten einerseits transzendent ist, andererseits „wissenschaftlich bewiesen.“ Solche Denkrichtungen halten oft nur sich selbst für wahr (ganz ähnlich den materialistischen Wissenschaften) – was ich wiederum als Ausschlusskriterium für Spiritualität sehen würde.

Ich halte folgende Punkte als Kennzeichen von Spiritualität für wichtig

  • die Grundauffassung, dass der Gedanke Kraft hat – dass der Glaube erschafft
  • die Grundauffassung, dass die Welt eine Welt der Gedanken ist. Die Welt ist demzufolge nicht (nur) das offensichtlich Sichtbare. Damit ist der Gedanke an Transzendenz und Metaphysik verbunden.
  • natürlich will man aus Spiritualität Nutzen ziehen, z.B. indem man das Wesen der Welt besser erkennt.
  • die Grundauffassung, dass es etwas Höheres gibt, als den Menschen

Siehe auch Artikel zum Thema : Was ist Gott? Die Notwendigkeit der Götter

Spiritualität leben – wie geht das?

Spirituelle Übungen sind Übungen der Konzentration und Achtsamkeit.

C.G.Jung malte Mandalas, Meditation ist eine verbreitete Konzentrationsübung, das Gebet erfüllt in der Religion denselben Zweck. Spiritualität leben – das kann verschiedenste Formen annehmen. Wichtig ist die Fähigkeit, die Gedanken auf etwas ruhen zu lassen. Wichtig ist auch Achtsamkeit, mit der man sich und die Wirkungen der Gedanken, beobachtet.

Spiritualität wird schließlich zu einer Geisteshaltung, die letztlich Transzendenz in allem sieht.

Was bringt mir Spiritualität?

Wenn ich schrieb, dass der Spirituelle die Transzendenz in allem sieht, so bedeutet das auch, dass er Transzendenz in sich selbst entdeckt. Es ist das Verborgene hinter dem Offensichtlichen – das gilt auch im Zusammenhang mit dem Ich.

Das bedeutet, weniger festgelegt zu sein. Die Meinungen, die Worte, die für den Materialisten aus sich selbst heraus die Welt sind, bedeuten, so gesehen, weniger. Für mich verbindet sich damit geistige Freiheit.

Siehe auch Artikel zum Thema: surreal – Was ist surreal?

All die Überzeugungen materialistischen Denkens, die uns manchmal das Leben wie eine Sackgasse erscheinen lassen (man denke an den Tod), lösen sich auf. An die Stelle des Sackgassen-Denkens tritt das Sehen ganz anderer Zusammenhänge, die durch die materialistische Brille schlicht unsichtbar sind.

Spiritualität ist für den Einzelnen wichtig, denn es bedeutet Glück, handlungsfähig sein, dem Herzen folgen. Für die Menschheit ist Spiritualität ebenso wichtig, denn es könnte sie frei machen von Überzeugungen, die sie für naturgegebene Imperative hält („wir brauchen mehr!“), genauso gut aber auch ihr Untergang sein können.

Muss Spiritualität sein? Oder kommt man auch ohne sie aus?

Diese Frage hört man des Öfteren von genervten Materialisten, die damit ausdrücken: „Die Kausalität der Dinge, so wie sie die Wissenschaften definieren, ist mir bestens bekannt. Somit bin ich bereits im Besitz aller Weisheit, die man auf dieser Welt benötigt. Wunderglaube ist nicht, was ich brauche.“

Siehe auch Artikel zum Thema: Objektivität – was ist das? Warum wir keine Objektivität finden

Ich kann hier wieder nur für mich sprechen, wenn ich sage, dass Spiritualität verbunden ist mit der Erkenntnis, dass die Kausalität der Wissenschaft eine mögliche Form der Weltsicht ist, keine notwendige. Dies ist zugleich die Sichtweise meines Spirealismus.

Damit ist auch gesagt, dass die inneren Welten der Menschen, die individuellen Realitäten ihrer Ich-Universen, nahezu jede Form annehmen können. Auch das Ich-Universum des Materialisten erscheint diesem vollständig und in der Innensicht ebenso vollkommen wie unbegrenzt – es gibt also keine Notwendigkeit, mit der dieser irgendetwas begreifen oder kennen „müsse“. Ebenso wenig muss jeder Einsteins Gleichungen nachvollziehen können.

Deshalb würde ich nicht sagen, dass Spiritualität mit Notwendigkeit zum Menschen gehört.

Was Spiritualität aber in jedem Fall wünschenswert macht, ist eine andere Form von Glück; Glück, das für den Spirituellen aus dem Innen kommt. Außerdem ein tieferes Verständnis des Zusammenhanges des Menschen mit den Dingen. Somit ist Spiritualität ein Weg das zu erreichen, was der Mensch eigentlich wie selbstverständlich für sich in Anspruch nimmt: sich selbst zu (er)kennen.

Aber das sind Vorteile, die man begreift, wenn man spirituell ist. Sie sind nicht im Vorhinein sichtbar, nicht im Außen nachweisbar.

Carl Gustav Jung sagte einmal:

Die entscheidende Frage für den Menschen ist: Bist du auf Unendliches bezogen oder nicht? Das ist das Kriterium seines Lebens.

 

 

 

Spiritualität leben und erleben. Was Spiritualität ist und was sie bringt. was last modified: Februar 9th, 2016 by Henrik Geyer

spirituell sein – wie geht das?

hhtp:// spireo.de: spirituell - was ist das?

Spirituell – der Begriff

Spiritualität bedeutet „Geistigkeit“. In einem allgemeinen Sinn erscheint das Wort „spirituell“ ein wenig unscharf – was besagt es eigentlich? Ist denn nun „spirituell“ mit „religiös“ gleichzusetzen? Oder bedeutet Geistigkeit vielleicht Intellektualität – sind also Intellektuelle, also Geistesarbeiter, auch gleich spirituell?

Ich habe von dem Begriff Geistigkeit eine etwas spezielle Auffassung, die ich kurz erläutern möchte.

Spirituell sein ist ein Für-wahr-Halten der Gedanken

Spiritualität ist für mich ein Für-wahr-Halten der Gedanken, ein „Beachten der inneren Wahrheit“, wie ich es nenne.
Es ist die Eigenschaft dieser inneren Wahrheit, dass sie sich nicht mit Notwendigkeit im Außen zeigt, und daher oft einfach nur im Innen wahrzunehmen ist.

Das bedeutet gleichzeitig eine enge Verbindung zur Schöpfung, und die Wahrnehmung, dass die Entstehung der Schöpfung aus dem Selbst, und durch das Selbst, geschieht.

Siehe auch Artikel zum Thema : Was ist Gott? 

Sich der eigenen, inneren Wahrheit, zuzuwenden, bedeutet gleichzeitig, sich zumindest ein Stück weit von den äußerlichen Wahrheiten zu entfernen. Menschen, die auf das Äußerliche fixiert sind, erscheint eine solche Geisteshaltung oft merkwürdig, oder weltfremd, manchmal auch weise. Jedenfalls ist es für sie nicht offensichtlich, woher solche spirituellen Gedanken und Einstellungen wohl kommen mögen, entstammen sie doch nicht der „beweisbaren“ äußerlichen Welt, die man auch als eine „Konsens-Welt“ bezeichnen könnte.

Siehe auch Artikel zum Thema : Spiritualität

Spiritualität als realer Faktor

Gleichwohl ist doch Spiritualität ein nicht wegzudenkender, realer Faktor in der Gesellschaft. Selbst wenn man der Meinung ist, dass es nur das geben kann, was im „Außen zu sehen“ ist, ist doch die Existenz sehr vieler spiritueller Menschen sehr wohl im Außen zu sehen. Und damit ist Geistigkeit ein realer Faktor – ebenso real wie die Bäume am Straßenrand.

Der Nutzen der Spiritualität

Dieser realen Existenz des Spirituellen verdankt das Spirituelle seine Funktionalität, nicht etwa einer unbegründbaren Irrationalität, wie das oft Materialisten sehen. Soviel sich die Menschen gegenseitig beweisen, was es geben kann, und was nicht, bleiben sie doch immer nur innerhalb der Grenzen des eigenen Denkens – und das Unbekannte, die letztendlich rätselhafte Unschärfe der Realität, die sie vor sich  haben, bleibt. Denken wir nur an die weitgehend offenen Fragen zu Entstehung des Bewusstseins, Tod, Wiedergeburt, Sinn und Ziel des Universums, etc.. Und daraus resultiert der unbestreitbare Nutzen von Spiritualität, den der Einzelne mal mehr, mal weniger für sich erkennt.

Vielfalt des Spirituell-Seins

Wenn man Geistigkeit als ein Für-wahr-halten-der-Gedanken sieht, dann ist damit auch gesagt, dass es viele Formen und Möglichkeiten gibt, spirituell zu sein. Gemeinsam ist diesen Formen die Konzentration, und der Versuch, die Gedanken einen bestimmten Weg nehmen zu lassen.

Wer das versucht, bemerkt, dass es gar nicht so einfach ist, die Gedanken zu beeinflussen. „Es denkt“ sagte Nietzsche. Die Gedanken – sie sind der unendliche Quell unserer Realität – und dieser Quell sprudelt nur aus sich heraus. Darauf Einfluss zu nehmen bedeutet, das ultimative Werkzeug des Menschen – sein Denken – als solches zu erkennen und nutzbar zu machen.

Die vielen Formen des Spirituellen sind denn auch nahezu immer eine Form von Konzentration – wie etwa Yoga, das Gebet, Kontemplation, das Ruhen-Lassen der Gedanken..

Siehe auch Artikel zum Thema: Symbolismus – was ist das? Symbolhaftes Denken

spirituell sein – wie geht das? was last modified: Februar 9th, 2016 by Henrik Geyer

Glaub an dich – und du glaubst an die Welt.

Glaub an dich: Glaube an dich selbst

An sich glauben

Glaub an dich – das bedeutet, die eigenen Ziele für wahr halten; den Sinn sehen.
Für jene, für die das Höhere in ihnen selbst ist, für die Gott sich durch sie ausdrückt, bedeutet es, Gott zu dienen.
Zitat: Glaube an dich selbst, Mensch, glaube an den inneren Sinn deines Wesens, so glaubst du an Gott und die Unsterblichkeit. (Johann Heinrich Pestalozzi)

An sich selbst glauben als Gegensatz zu „alles glauben“

An sich selbst zu glauben – was ist daran besonders? Woran glaubt man denn, wenn nicht an sich selbst?

An sich selbst zu glauben steht im Gegensatz zum Glauben jener, die alles in ihrem Außen für wahr und richtig halten. Sie glauben an alles Mögliche zuerst, bevor sie auf ihre eigene innere Stimme hören. Für sie ist jede Fernsehwerbung attraktiv, jeder hanebüchene Zeitungsartikel hat Wahrheit, jede Meinung ist wichtig.
Sie meinen, so viel zu wissen und anzuerkennen sei wichtig – und verlieren dabei das Wichtigste aus den Augen, die Stimme des eigenen Innen.
In diesem Sinn wäre dieser Glaube eine Art Nicht-Vorhandensein im eigenen Denken. Alles andere ist wichtiger. Spürbar ist solch ein Denken als Selbstzweifel; als eine tiefe Unsicherheit. Jedes äußerliche Wort kann dann von den gefassten Zielen abbringen, jede gehörte Meinung ändert die eigene Meinung.

An sich selbst glauben als Gegensatz zu nicht an sich glauben

Nicht an sich selbst zu glauben kann auch der Ausdruck eines ausgesprochenen Minderwertigkeitsgefühls sein. Es ist der permanente Gedanke des Nicht-ausreichend-Seins; das Gefühl, es nicht schaffen zu können. So kann man darin eine starke Fokussierung sehen, in der das Ich zwar im Mittelpunkt steht, aber immer in einem negativen Sinn. Es wäre also eine große Sicherheit damit verbunden, aber eine negative Sicherheit – nämlich die, minderwertig zu sein.

Was ist zu tun? Glaub an dich!

Spiritualität ist ein Ausdruck von „an sich glauben“. Denn Spiritualität ist die Gewohnheit, das (eigene) Geistige als wahr anzusehen; wie auch, auf die eigene innere Stimme zu hören. Es ist Geistigkeit. Es ist eine wichtige Grundfertigkeit, die das eigene Innere zunächst einmal wahrnehmbar macht.
Spiritualität – in welcher Form auch immer, gibt uns die nötige Achtsamkeit, die Wege unserer Gedanken zu beobachten. Welcher Gedanke tut gut – welcher nicht? Wie kann ich das eine vom anderen unterscheiden? Wie kann ich nur einen Gedanken denken, und andere Gedanken, jene die nicht gut tun, ausschließen?
Wer nur in einer negativen Form an sich selbst zu denken vermag, der kann durch spirituelles Üben lernen, sein eigenes Selbstbild in die Verbindung mit positiven Begriffen zu bringen. Und so, Stück für Stück, die negativen Affirmationen verschwinden zu lassen.
„Glaub an dich!“ – das ist die Aufforderung sich ganz auf das zu konzentrieren, was man als einziges unmittelbar beeinflussen kann – das eigene Denken.

Glaub an dich – und du glaubst an die Welt. was last modified: Dezember 2nd, 2015 by Henrik Geyer

Spirituelles Erwachen – Chance für die Menschheit

Spirituelles Erwachen

Spirituelles Erwachen – auf dieser Webseite geht es häufig um Spiritualität und zentrale menschliche Fragen. Dass die Menschheit sich ihrer geistigen Seite bewusster wird, ist wichtig, weil nur so die Zukunftsaufgaben gemeistert werden können. 
Spirituelle Kraft – das ist Kraft, die aus Geistigem erwächst. Eine Kraft, die jenseits der scheinbar so bestimmenden äußerlichen Realität wirken kann. Spiritualität kann das Leben grundlegend verändern, sowohl das individuelle leben, wie auch das gesellschaftliche Leben. Spiritualität kann heilen und den Zielen und der eigenen Bestimmung näherbringen. Dafür benötigen wir spirituelles Erwachen.

Was ist Spiritualität überhaupt?

Spirit – innewohnender Geist, Spiritus – lateinisch: der Hauch, der Atem. Der Atem wurde im Altertum dem Geheimnis des Lebens zugeordnet, der Seele, bzw. der nicht weiter erklärbaren Kraft, die alles Lebende antreibt. „Spirit“ im heute oft verwendeten Sinn steht aber auch für eine selbstbewusste, handelnde Einstellung. Spiritualität heißt für Spireo: die eigene Geistigkeit wahrnehmen, sich des eigenen Selbst bewusst werden. Die eigene Geistigkeit, die Seele erkennen und annehmen.

Geist ist alles – Alles ist Geist // spirit is everything – everything is spirit

„Spirit is everything“ drückt einerseits aus, dass für das Leben die Einstellung entscheidend ist – der „Spirit“, mit dem man die Dinge angeht. Es ist aber auch das spirituelle Erwachen, das Sich-bewusst-Werden, dass Geist tatsächlich alles ist, was ist. Die subjektive Realität formt sich aus Geist. Geist ist in allem, was uns umgibt. Aus Geist ist alles. Dies ist zugleich der Grundsatz meiner spirealistischen Philosophie. Sie nimmt Descartes‚ Ausspruch, „Ich denke, also bin ich“, ernst, und transformiert diese Grundfeststellung in ein System des Denkens.

allgegenwärtige Materialistische Sichtweise

Materialistisch wird genau umgekehrt gedacht. Die Dinge des Außen seien unumgänglich so wie sie sind; sie würden den Geist bestimmen. Was also das Denken mit den Dingen des Außen zu habe, fragt sich der Materialist. Ist Spiritualität somit ein anderes Wort für unrealistisches Wunschdenken – wo doch Realitätssinn gefragt ist?

Nein. denn wer achtsam beobachtet, der stellt fest, dass Denkgewohnheiten uns bestimmen. Somit liegen die Festlegungen, von denen wir uns umgeben glauben, vor allem in uns.

Eine dieser Denkgewohnheiten ist der Glaube, wir seien von einem materiellen Außen geschaffen und bestimmt. Aber unsere Realität entsteht aus Geist, ist abhängig von Geist. Spiritualität und Achtsamkeit sind die Schlüssel, den Geist zu lenken. Wer es versteht seine Gedanken zu lenken, gewinnt den größtmöglichen Zugriff auf das ultimative Werkzeug und die ultimative Ressource, die wir Menschen haben: den Geist.

Notwendigkeit umzudenken

In der modernen Gesellschaft wird immer klarer, dass die scheinbar so allgemeingültigen Antworten der Wissenschaft in den zentralsten menschlichen Fragen nicht weiterführen. Eine Rückbesinnung auf uralte spirituelle Weisheiten, ein spirituelles Erwachen, ist notwendig, und es ist auch im vollen Gange.

Neben spirituellen Fragen, die für den Einzelnen wichtig sind, geht es heute gleichermaßen um die zentralen Probleme der Welt. Sie lassen sich nur durch Geistiges lösen. Denn die Menschheit muss einen gemeinsamen Entschluss fassen, muss sich ihrer Situation bewusst werden – anders gesagt, spirituell erwachen.

Bekommt die Welt die Überbevölkerung in den Griff? Das ginge nur gemeinsam. Nur so kann die immer weiter fortschreitenden Naturzerstörung gestoppt und umgekehrt werden. Der „Verbrauch“ von Natur  ist eine der größten Gefahren für die Menschheit – und das Gefährlichste daran ist, dass sie sich dessen nicht bewusst ist. Gelingt Wachstum in Richtung Ausgleich der Kräfte? In Richtung Wiederherstellung des Gleichgewichtes? Das überkommene „Mehr!“ hat ausgedient, kann nicht immerwährendes Konzept sein, für die Anforderungen der Zukunft, in einer endlichen Welt. Das erfordert eine neue Form der Geistigkeit, und ein Erkennen des geistigen Wesens der Welt. Und eben das meine ich mit spirituellem Erwachen.

Spirituelles Erwachen – Ernsthaftigkeit des Denkens

Die Qualität und die Ernsthaftigkeit, mit der wir uns den Fragen zu uns selbst widmen, wird entscheidend für das Schicksal der Welt sein. Hierin liegt eine neue, großartige Chance für die Menschheit, in ihrem Ringen um Überwindung der fundamentalen Existenzkrisen. Spirituelles Erwachen, die Entwicklung einer kollektiven Spiritualität, braucht es, um gemeinsam die Entschlüsse zu fassen, die nur in Einvernehmen gefasst werden können. Wir müssen uns bewusst werden, als globale Kraft auch global denken zu müssen.

Die Möglichkeit für die Entwicklung einer kollektiven Spiritualität, sind heute gegeben. Sie sind gegeben in der leistungsfähigen Informations-Infrastruktur der entwickelten Gesellschaften. Sie sind gegeben durch die Anhäufung und Sammlung von spirituellem Wissen über Jahrtausende, das uns jetzt als riesiger Wissensschatz zur Verfügung steht. Wir dürfen es nicht diskreditieren als Wunschdenken, als nutzlos, oder als „an der Realität vorbei“. Sondern, dieses Wissen muss genutzt werden.

 

Spirituelles Erwachen – Chance für die Menschheit was last modified: Dezember 7th, 2015 by Henrik Geyer

Wissenschaft und Glaube, Spiritualität und Erkenntnis

Wissenschaft und Glaube, Spiritualität und Erkenntnis

Wissenschaft und Glaube, Glaube und Wissenschaft. Sind sie wie Feuer und Wasser? Ist Spirituelle Erkenntnis gleichzusetzen mit wissenschaftlicher Erkenntnis ..? Und ist Spiritualität eine Art Spinnerei?

Die Wissenschaft scheint mit spirituellem Denken wenig am Hut zu haben, umgekehrt fragt Spiritualität wenig nach den Resultaten der Wissenschaft als Quelle für eigenes Denken.

Das könnte sich ändern.

die Wissenschaft erfordert Glauben

Häufig genug kommt es zum Streit zwischen Wissenschaft und Glaube, genauer zwischen Wissenschaftlern und Vertretern spiritueller Denkrichtungen.

Tenor: die Wissenschaft arbeitet daran, jedes auch noch so entfernte Phänomen zu erklären, detaillierte Begründungen für alles zu finden, während es sich die Religion einfach macht: Gott sei der Schöpfer von allem, Punkt.

 

Beispielsweise erläutert Wissenschaftler Lawrence Krauss in Vorträgen die neuesten Erkenntnisse der Astrophysik, nicht ohne dabei Seitenhiebe in Richtung Religion einzustreuen. Er bezieht sich in seiner Kritik beispielsweise auf den Kreationismus, also die (biblische) Vorstellung einer absichtsvollen Schöpfung der Welt durch Gott. Die Wahrheit sei vielmehr, so sagt (nicht nur) er, die Erschaffung der Materie im Urknall vor 14 Milliarden Jahren.

Dabei verkennt man (wieder nicht nur er), dass zum Beispiel großer Streit darüber herrscht, warum genau der erste Weltkrieg ausgebrochen ist. Oder die Frage – was genau war gestern eigentlich?

Ist es nun vielleicht kein Glaube, zu sagen, man wüsste, was vor 14 Milliarden Jahren geschah? Müsste man nicht mindestens dazu sagen, dass die Annahme, damals fand ein Urknall statt, nur dann stimmen kann, wenn alle anderen Aussagen, die wir über das Universum machen, ebenso stimmen – und zwar genauestens und endgültig.

Aber können wir das?

Viel wahrscheinlicher ist, dass sich unser Denken, was das Universum ist und wie es sich beschreiben lässt, kurz gesagt unser wissenschaftliches Wissen, in hundert Jahren ganz anders darstellen wird als heute. So war es schon immer. Das Wissen der Menschen ändert sich, und damit das, was sie in einem Moment als die „endgültige Wahrheit“ ansehen.

Kausalität in der Entwicklung des Wissens

Wird das Wissen in hundert Jahren als eine geradlinige Entwicklung des Wissens aus dem Jetzt entstehen – gibt es in der Entwicklung des Wissens absolute Folgerichtigkeit?

Nur wenn man das so sieht, könnte man die Entwicklung des Wissens als eine (Weiter)Entwicklung hin zu einem letzten Punkt der Erkenntnis verstehen. Was wiederum bedeuten würde, wir näherten uns einer letzten Wahrheit an, und wären, wenn auch noch nicht dort, so doch schon in der Nähe – und nähern uns immer mehr.

Wenn aber die Entwicklung des Wissens Zufällen unterliegt, keinen letzten Endpunkt hat, dann ist unser Wissen, wie wir es heute sehen, eine Möglichkeit, keine Notwendigkeit.

Somit wäre es auch einigermaßen willkürlich, zwischen absolut notwendigem, weil eindeutig-folgerichtigem Wissen zu unterscheiden, und andererseits nicht notwendigem, dummen Glauben.

Letztendlich dürfte man die Wissenschaft ebenfalls als eine Art (sehr verfestigten) Glauben sehen.

Glaube ist Wissen(schaft)

Religiöser Glaube muss für den Gläubigen ein unwiderlegbares Wissen sein muss, sonst hätte es für diesen keinerlei Wert, keine Kraft der Realisierung.

Das wäre ähnlich, als würde der Materialist eigentlich nicht richtig an die Existenz des Atoms glauben.

Und nehmen wir auch zur Kenntnis, dass das, was wir heute als Glauben oder Aberglauben bezeichnen, als Wissen(schaft) entstand. So bezeichnet man die Astrologie als die Wiege der Wissenschaft, denn sie betrieb die Himmelsbeobachtung systematisch und analytisch. Die Denkvoraussetzung war dabei, dass das, was uns erschafft, größer ist, als wir selbst (die Götter). Und das ist auch heute noch die Hauptunterscheidung zwischen spirituellen Denkrichtungen und der materialistischen Wissenschaft. Die materialistische Wissenschaft negiert die Existenz von Göttern. Dabei heißt doch ihr eigener, alles erschaffender Gott, „Materie“! Mit Gott meine ich hier eine selbst nicht erklärbare Kraft und Existenz, deren Sein alles andere Sein erschafft. Das Ende der logischen Kausal-Kette, hin zum ontologischen Prinzip einer Weltanschauung.

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Weil er fein unterscheidet zwischen Materie dort und Geist hier, glaubt der Materialist, anders als der Spirituelle, die Schöpfung zu beobachten (wie Gott)  – der „alles widerspiegelnde Geist“ des materialistischen Weltbildes scheint der Materie übergeordnet.

Unser Wissen im Jetzt – eine Frage der Zeit

Die Schlüsse der Astrologie waren für die Zeit, in der sie entstand, richtig und auf der Höhe der Weisheit. Sie war maßgeblich für die sich aus ihr später entwickelnden Naturwissenschaften. Zu sagen, solche veralteten Wissenschaften seien dummer Aberglaube – das Wissen des Jetzt hingegen Ausdruck einer unübertrefflichen Weisheit („objektive Wahrheit“), das ist selbst Aberglaube und Überheblichkeit.

Wissenschaft und Glaube – die spirealistische Sichtweise

Spirealismus sieht Existenz als einen Informationsprozess, der jede Art von Realität hervorbringen kann. Auch die des materialistischen Denkens natürlich.

Einen fundamentalen Widerspruch zwischen Wissenschaft und Glaube sieht der Spirealismus nicht.

Den eigentlichen Pferdefuß des ansonsten völlig berechtigten Wissenschaftsdenkens sieht der Spirealismus in der Verabsolutierung des Materialismus als „objektiv nicht anders denkbare Wahrheit“. Als Weltanschauung formuliert, hält der Materialismus letztlich nur sich selbst für möglich und wahr – und das ist falsch.

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Wissenschaft und Glaube, Spiritualität und Erkenntnis was last modified: März 5th, 2016 by Henrik Geyer