Der Südpol des Menschen ist sein eigentliches Zentrum

Außerirdische erreichen die Erde - [SPID 3979]

Die Interstellare Allumfassende Union (IAU), ein erlesener Verbund der 2.345.982.478 wichtigsten Welten des Universums, hatte Wind davon bekommen, dass in einem unbedeutenden Seitenarm einer unbedeutenden Galaxie eine Zivilisation existierte, die für die Aufnahme in eben dieses wichtige Gremium in Frage kam. Man munkelte, dass auf einem entfernten Planeten namens „Erde“ eine Spezies vorherrscht, die Intelligenz und Tatkraft in sich vereint.

Natürlich, wie das in diesen Fällen immer ist, wurde eine Delegation in einem schnellen Raumschiff entsandt. Nach dem Durchmessen von 424.784 Lichtjahren, einer erschreckenden und schockierenden Strecke quer durch die schwarzen Weiten des Alls, fand sich dieses Raumschiff im Erdorbit ein.

Die Außerirdischen suchten Kontakt. Aber mit wem und wie? Gewöhnlich wird zunächst eine Analyse erstellt. Wer ist der wichtigste Mensch, geeignet als Vertreter der Menschheit? Was sind die Themen der Menschen, was bewegt sie? Was sind also die Dinge, die man am besten den Menschen gegenüber anspricht, welche lässt man weg? Je nach Ergebnis dieser Analyse würde es den Außerirdischen möglich sein, sich mit Hilfe einer ausgefeilten Technologie in einer den Menschen verständlichen Sprache auszudrücken – und die Themen der Menschheit zu adressieren. Auf Grund ihrer formwandlerischen Fähigkeiten würden sie außerdem eine dem Menschen angenehme Gestalt wählen. All dies ist wichtig, um bei der entscheidenden ersten Begegnung mit einer fremden Spezies ja keine Fehler zu machen!

Um nun also die dringendsten Informationen über die Menschheit zu erlangen, schlug einer der außerirdischen Wissenschaftler vor, die menschliche Kommunikation abzuhören und zu entschlüsseln. Was würde sich für dieses Vorhaben wohl besser eignen als das Internet? Das Internet ist der größte offene Daten- und Wissensspeicher der Erde, in ihm kommt außerdem das menschliche Wesen sehr schön zum Ausdruck.

So loggten sich die Außerirdischen mit einem Fake-Account namens „John Smith“ bei Facebook und Twitter ein, sie waren neugierig, wer hier die meiste und lebendigste Gefolgschaft hat … wie die Menschen das nennen: „Follower“.

Es stellte sich heraus, dass die beliebtesten Menschen der Erde eine Gruppe recht eigenwilliger Personen waren, die sich selbst gern in allen möglichen Situationen fotografierten. Wie eine spezielle Research-Gruppe der IAU später in detaillierter Kleinarbeit feststellte, handelte es sich dabei um sogenannte „Selfies“, also Fotos die man von sich selbst macht. Erstaunt sahen sich die außerirdischen Wissenschaftler an. Was für eine grandiose Idee, was für eine hohe Kultur!

Das wichtigste Organ der Menschheit, so legten es die tiefer gehenden Analysen immer wieder nahe, ist sozusagen der Südpol des Menschen, seine Rückseite – dies ist auf den sogenannten Selfies immer wieder das zentrale Thema, und wird auch von den Followern goutiert. Diese Rückseite erscheint, wenn man sie einer genauen fotoanalytischen Vermessung unterzieht und mit einem geringerwertigen Menschen-Exemplar vergleicht, bei den wirklich wichtigen Menschen irgendwie vergrößert.

Natürlich fiel es den außerirdischen Wissenschaftlern auf Grund dieses Materials leicht, die notwendigen Schlüsse über das menschliche Wesen, sein Organ der Aufmerksamkeit und Intelligenz, sozusagen sein Zentrum und sein eigentliches Kapital, zu ziehen.

Das war der Grund, warum die die verwunderte Menschheit später eine „Bande dickärschiger Paviane“ (das waren die Worte des amerikanischen Außenministers) als Gesandte der Interstellaren Allumfassenden Union bei begrüßte. An anderer Stelle war gar die Rede von „Flittchen“. Das war kein Wunder, denn die Delegation der IAU kam, als sie auf die Weltpresse traf, gerade Arm in Arm mit Kim Kardashian aus einem schicken Restaurant. Die Außerirdischen hatten sich in äußerlicher Form und in der Weise ihrer Kommunikation angepasst…

Der Kontakt jedenfalls führte nicht zum Beitritt der Menschheit in das stolze Gremium der Interstellaren Allumfassenden Union. Die Menschheit selbst stand den Außerirdischen mit großer Reserviertheit gegenüber – dergleichen wollte man nun doch nicht!

Und das, obwohl die IAU die denkbar fundierteste Analyse des menschlichen Wesens zur Grundlage ihrer Annäherung gemacht hatte. Man hatte sich jedenfalls Mühe gegeben.

 

Der Südpol des Menschen ist sein eigentliches Zentrum was last modified: September 24th, 2016 by Henrik Geyer

Grenzen der Menschheit.

Grenzen der Menschheit: always a question of how things are explained

Grenzen der Menschheit – Liegt die Zukunft der Menschheit in ihrem Ende? Wenn man die Zeitungen aufschlägt, dann erscheint es so, als sei unser Hauptproblem fehlendes Wachstum und mangelnder Reichtum. Aber – gibt es auch ein Naturgesetz, nach dem alles, das groß ist, klein werden muss? Sind das dann auch die Grenzen der Menschheit?
Man hat ein solches Gesetz meines Wissens noch nicht definiert, aber nichtsdestotrotz scheint es doch zu bestehen. In unserem abtrennenden Denken erscheinen uns die Parallelen nur wie zusammenhanglos. Jedoch muss alles Große klein werden – jedes scheinbar unbegrenzte Wachstum kollabiert schließlich zu einer Winzigkeit, was es hervorbringt verschwindet.

Sind die Grenzen der Menschheit absehbar? Oder ist die Menschheit selbst nicht begrenzt?

Wenn wir also unser Heil in immer mehr Wachstum sehen, ist das der Keim des Niedergangs? Ich denke, man kann es so ausdrücken. Es gibt Menschen, die das sehen und sagen, ich kenne es zuletzt von Altkanzler Helmut Schmidt. Doch im Allgemeinen wird dieser Zusammenhang eher bestritten, es gäbe ihn nicht, Wissenschaftler hätten gesagt, so dürfe man das nicht sehen….
Sagt uns denn nicht jede Logik, dass das, was wir tun und sind, auch seine Auswirkungen haben muss? Es ist, wenn man so will, das Prinzip des Karma. Wir können nichts tun, was sich nicht an anderer Stelle ausdrücken würde.

Haben wir die falschen Ziele?

Während wir also immer mehr Wachstum planen, meinen, es gäbe keine Grenzen der Menschheit, verbrauchen und verschleißen wir das, was uns hervorbringt. Genies wie Stephen Hawking sprechen davon, die Menschheit müsse ins Weltall aufbrechen. Das Verbrauchte hinter sich lassen. Alles einfach neu! Wieder so ein Gedanke ungebremsten Wachstums. Aber … wie stellt er sich das konkret vor? Sollen sich Milliarden in eine Rakete quetschen? Um wohin zu fliegen? Sind wir es am Ende selbst, die gemeint sind, wenn Filme über räuberische Heuschrecken-Aliens im Kino laufen?

was ist zu tun?

Zunächst sollten wir einmal zur Kenntnis nehmen, dass es kein grenzenloses Wachstum gibt. Man sehe, was man will. Man denke an irgendeine Krankheit – das Bakterium stirbt mit dem Wirt, nach vorheriger, scheinbar grenzenloser Ausbreitung. Die Bevölkerung der Osterinsel verschwand – nach vorheriger scheinbar grenzenloser Ausbeutung aller vorhandenen Naturressourcen. Jeder Stern kollabiert, wenn er eine bestimmte Größe überschreitet. Man sehe das Römische Imperium der Antike. Es kollabierte, als es die Weltherrschaft errungen hatte. Soweit wir wissen, gibt es nichts, das unbegrenzt wächst.
Zweitens sollten wir diese Tatsache einfach formulieren, denn ohne Bewusstheit gibt es keine Lösung; ohne Frage gibt es keine Antwort.
Drittens sollten wir zur Kenntnis nehmen, dass alles was wir als Ziel formulieren, aus unserem Denken im Jetzt kommt. Weder unser Denken im Jetzt, noch unsere Ziele sind mit einer bestimmten absoluten Notwendigkeit so, wie sie sind. Wir könnten ein anderes Denken haben, und andere Ziele. Das ewige „Mehr!“ ist kein Muss.

Andere Ziele – das bedeutet ein anderes Denken im Jetzt. Das heißt, dass die Vorstellung und das Ziel eines ewigen Wachstums, was uns wie selbstverständlich erscheint, aus der festen Überzeugung resultiert, es wäre nie genug.
Daher sollten wir unser Denken im Jetzt ändern, um unsere Zukunft zu gestalten. Sie kann nicht im „Mehr!“ liegen. Wir können weder in unserem Verbrauch grenzenlos sein, noch in unserer eigenen Zahl.

Ähnliches Thema: Artikel Ist der Mensch die Krankheit der Welt? Zerstörung der Erde – Heilung der Erde.

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Grenzen der Menschheit. was last modified: Februar 29th, 2016 by Henrik Geyer