Was ist die Wahrheit in Wahrheit? Die Wahrheit ist kein Ding

Was ist die Wahrheit? Die Wahrheit als Ding. [SPID 4422]

„Die Wahrheit“ gibt es nicht – sie ist kein Ding. Das ist die spirealistische Sichtweise auf die Wahrheit, die vielleicht manchem paradox erscheint. Doch paradox im eigentlichen Sinn ist eher die Verwendung des Wortes „die Wahrheit“ im materialistischen Sinn.

Die „Wahrheit“ ist einer der zentralen Begriffe des menschlichen Denkens. An ihr können wir die Widersprüchlichkeit des Materialismus sehen – und, diese Widersprüchlichkeit sehend, können wir sie überwinden.

Die Wahrheit als Absolutheit

Gemeinhin wird die Wahrheit als eine Absolutheit gesehen. Dies sei die Wahrheit jenes nicht. Dies ist die Grundauffassung des materialistischen Weltbildes, das davon ausgeht, der Mensch beobachte eine äußerliche Welt, spiegele sie in seinem Hirn. Das, was er da spiegelt, sei eine festgelegte Realität, und die Wahrheit liege in der Information, die dieser Festgelegtheit am nächsten ist.

Der Spirealismus hat hierzu eine gänzlich andere Auffassung. Der Mensch beobachtet keine Welt, sondern ist ein Element der Schöpfung von Welten. Doch woran kann man feststellten, dass der Materialismus eine falsche Vorstellung ist? Der Spirealismus sagt: an den Widersprüchlichkeiten des Materialismus, seinen Paradoxien.

Beispielsweise dem Denken, es gäbe eine feste Wahrheit. Nicht nur, dass man diese Vorstellung in jedem einzelnen Begriff widerlegen kann, auch in einem umfassenden Sinn lässt sich, philosophisches Verständnis vorausgesetzt, sagen, dass die menschlichen Vorstellungen nur eine Möglichkeit sind, keineswegs eine Notwendigkeit.

Die Wahrheit ist im Materialismus an die Erscheinung äußerlicher Materieobjekte geknüpft

Für den Materialismus ist die Wahrheit an den Materieobjekten abzulesen. Diesem Weltbild entsprechend ruft der Mensch die Informationen von äußerlichen Dingen ab, und spiegelt sie in seinem Hirn. Die unabdingbar eindeutige Wahrheit über diese Objekte – das ist das menschliche Wissen. Insofern ist die Frage nach Wahrheit eng verbunden mit Betrachtung des Begriffes Wissen. Wissen ohne Wahrheit erscheint sinnlos. Doch: gibt es absolutes Wissen? Wenn nein: welche graduelle Wahrheit hat dann unser Wissen?

Es gab viele, die darauf hinwiesen, dass der Mensch nicht im eigentlichen Sinn etwas spiegeln kann. Allein schon aus der Überlegung heraus, dass der Mensch nur Dinge begreifen kann mit den Werkzeugen seiner Wahrnehmung – den Augen, den Ohren, dem Fühlen. Und diese Werkzeuge sind beim Menschen zweifellos spezifisch, keineswegs absolut.

Wer darüber hinaus das Denken selbst als das eigentliche Werkzeug der Wahrnehmung betrachtet (das tat beispielsweise C.G. Jung), der wird zu der Überlegung gelangen, dass der Mensch alles nur mit jenen Begriffen verstehen kann, die er bereits hat. Er ist also keineswegs frei, etwas in einem objektiven Sinn zu spiegeln. Bei Albert Einstein liest sich das so: „Erst die Theorie entscheidet darüber, was man beobachten kann.“

Zumal Untersuchungen der materialistischen Wissenschaft zeigen, dass hier nichts „gespiegelt“ wird. Denn, die Ergebnisse materialistisch-wissenschaftlicher Beobachtungen hängen, so zeigen Versuche in der Quantenphysik, ab, von der Art und Weise der Beobachtung. Das bedeutet: der Beobachter beeinflusst die Beobachtung, indem er beobachtet. Indem der Mensch da ist, beeinflusst er seine Umwelt. Das ist der materialistischen Wissenschaft natürlich paradox, denn sie glaubt ja, Beobachter und Beobachtungsgegenstand seien getrennt. 

Im Spirealismus übersetzt sich das in die Auffassung, dass der Mensch nichts beobachten kann, so, wie es materialistisch verstanden wird. Der Mensch ruft keine Informationen von äußerlichen Dingen ab, die von ihm selbst unabhängig sind. Sondern das Menschenbild des Spirealismus ist, dass der Mensch Element der Schöpfung ist – durch ihn hindurch fließt Schöpfung. Die Existenz des Menschen besteht darin, Relation zu sein, zu den Dingen der Schöpfung. Das, was er Beobachten nennt, ist ebenso ein Erschaffen. Und das, so der Spirealismus, lässt sich in den normalen Dingen des Alltags beobachten, eine wissenschaftliche Untersuchung von Materieteilchen, beispielsweise im Rahmen der Quantenphysik, ist hierzu nicht nötig. Zu beobachten, dass die menschlichen Wahrheiten, dass das menschliche Wissen, eine Relation des Augenblicks ist, dafür genügt eigentlich eine philosophische Betrachtung.

Fundamentale Paradoxien: Das Nichts und das Alles

Eine wichtige philosophische Frage in diesem Zusammenhang ist die Frage nach dem Nichts. Denn, wenn die Wahrheit an den „Dingen der Welt“ abgelesen werden könnte, im Sinne von: etwas würde gespiegelt, dann fragte man sich doch, wie viele Dinge der Welt es geben kann? Wie viele Formen also kann die Wahrheit annehmen? Umgekehrt gefragt: Welche Dinge gibt es denn nicht, in einem unbegrenzten Universum? Welche Wahrheiten kann es also niemals geben? Und hier gelangt man zu dem meiner Ansicht nach wichtigsten und fundamentalsten Paradox.

Für den Spirealisten steht das Nichts in engem Zusammenhang mit dem Denken. Das Nichts ist dem Spirealismus der Gedanke, der nicht gedacht wird. Für den Materialismus ist das Nichts ETWAS, das nicht da ist. Für den Materialismus ist das Nichts also eigentlich ETWAS und nicht Nichts. Auf dieses Paradox wies schon Plato hin.

Um den Unterschied zwischen spirealistischer und materialistischer Sichtweise zu veranschaulichen stelle man sich einmal folgende Frage:

Weiß die Menschheit viel oder wenig? Der Materialist wird sagen: Viel, aber natürlich nicht alles. Vieles ist noch zu erforschen. Das bedeutet, dem Materialisten erscheint das Nichtwissen als sehr begrenzt und die Möglichkeiten der Welt als eng umrissen – eng umrissen von dem Wissen, das er schon hat, wohlgemerkt.

Der Spirealist hingegen wird sagen: Wie soll der Mensch eine Aussage über eine Quantität eines Nichtwissens treffen, wenn er zwar das, was er weiß, kennt, aber doch nicht das, was er nicht weiß? Was er nicht weiß ist so unvorstellbar riesig, ist so unendlich, dass das, was er weiß, im Verhältnis zu Nichtwissen, in das infinitesimale Nichts übergeht. Der Spirealist sieht die Welt daher als eine Sichtweise an. Man könnte nun fragen: Wie viele Sichtweisen kann es geben? Die Antwort muss lauten: unendlich viele. Die menschliche Sichtweise ist nur eine Möglichkeit, und nicht etwa eine unabdingbare Notwendigkeit, wie der Mensch im Rahmen des Materialismus ja gewohnt ist zu glauben.

Dem Materialismus sieht das, was der Mensch nicht weiß, wie wenig aus, da er das, was er nicht weiß, im Grunde auch schon zu kennen glaubt. Was er nicht weiß, müsse, so nimmt der Mensch an, sich aus dem ableiten, was er weiß. In ewiger Redundanz, einem in sich geschlossenen logischen Kreis, beweist sich der Mensch nun, dass es nur das geben könne, was er sich denkt. Für diese Sichtweise braucht er die Vermutung, dass das menschliche Wissen, dass die menschliche Wahrheit, absolut sei. Denn, würde man das, was der Mensch weiß, nur als Sichtweise sehen, dann würde man sehr schnell sagen müssen, dass das, was der Mensch nicht weiß, nicht zu quantifizieren ist, weil es unendlich ist.

Man würde auch sagen müssen, dass eine Wahrheit, die auf der Basis einer Möglichkeit des Denkens gewonnen wird, nicht aber auf der Basis einer anderen absoluten Wahrheit, nichts anderes sein kann, als wieder eine Möglichkeit, und keine absolute Wahrheit. Wenn man so will eine sich stets „verdünnende“, weniger wahr werdende Wahrheit … wenn man das materialistische Weltbild der absoluten Wahrheiten zugrunde legt.

Die Wahrheit“, die eine und einzige Wahrheit – dieser Begriff enthält eben die Vermutung, dass das menschliche Wissen absolut sei. Für die Wahrheit gilt das Gleiche, was wir über die äußerlichen Materieobjekte sagten, über die Sichtweise auf menschliches Wissen als Absolutheit, über die Annahme, das Nichts müsse ganz wenig sein, bzw. über die Annahme, dass das, was der Mensch nicht weiß, wenig ist. Die materialistische Sichtweise benötigt die Vorstellung der Wahrheit als Absolutheit. Denn er fragt sich ja stets: Ist das auch wirklich die Wahrheit? Ist das, was ich mir denke, auch wirklich die wirkliche Wirklichkeit … und damit absolut wahr?

Würde man jedoch die Wahrheit als etwas sehen, dass nur in einem relativen Sinn existiert, so wie es der Spirealismus tut, kommt man zu einem völlig anderen Weltbild. Zum sprirealistischen Weltbild, dem zufolge die Welt die supersubjektive Sichtweise des Menschen ist. Eine Welt, die innerhalb unbegrenzter Möglichkeiten gewissermaßen „schwebt“ – ein Hologramm einer Möglichkeit. Eine Welt, eine Wahrheit, die eine Sichtweise innerhalb nicht begrenzbarer Unendlichkeiten ist. Eine Welt, die in ihrem Wesen semantisch ist, das bedeutet, die Welt entsteht wie in einem kreativen Text, beschreibend … aber sie ist nicht in einem absoluten Sinn (be-)greifbar, und in einem absoluten Sinn auch nicht existent.

Das Denken des Menschen ist Alles

Wir sahen, wie paradox das das Nichts in der materialistischen Sichtweise ist. Betrachten wir das Nichts nun umgekehrt, und fragen: Was ist das Alles? Wir können es auch objekthafter auffassen, und fragen: Was ist das (Welt-)All? Wir kommen zu einer ganz ähnlichen Paradoxie.

Dem Menschen ist das, was er denken kann, alles. Aber das, was er sich denkt, ist immer nur wenig, verglichen mit dem, was er denken könnte – als abstrakte Möglichkeit. Was er denkt kann daher nie „alles“ sein.

Das Denken ist dem Menschen alles, weil es nichts gibt, was der Mensch nicht denkt, und dennoch für existent halten könnte. Drehen wir das um: Alles, was der Mensch für möglich halten kann, muss der Mensch auch denken. Weil es für den Menschen nichts geben kann, was der Mensch nicht auch in einem Gedanken erfasst, ist das Sein an die Gedanken geknüpft. Was über die menschlichen Gedanken hinausgeht, muss man folgerichtig als unbegreiflich bezeichnen. Und zwar im direktesten Wortsinn. Unbegreiflich als: Niemals und unter keinen Umständen je fassbar. Ich hatte das in Alles ist Geist auch als Denkgrenze bezeichnet – dass das Denken Grenzen haben könnte ist dem Materialisten im Grunde schon unbegreiflich, da er den Geist als das freie Element sieht, und die Materie (die Materie ist dem Materialismus die „eigentliche“ Existenz) als das Begrenzte.

Der Spirealismus hat daher eine andere Vorstellung von Existenz. Existenz entsteht im Prozess der Beobachtung. Die eigentliche Existenz ist der Gedanke an eine Existenz, so, wie die Welt der Gedanke an eine Welt ist. Die Welt ist eine Vorstellung – und der Mensch ein Element der Schöpfung, durch den die Welt mit ihrer Wahrheit eine konkrete, menschliche Existenz erhält.

Was ist die Wahrheit in Wahrheit?

Dass es „die Wahrheit“ nicht gibt, ist für den Spirealismus übersetzbar mit: „Die Welt“ gibt es nicht, oder „das Leben“ gibt es nicht. All dies gibt es nur in einem relativen Sinn, als durch uns hindurch laufender Prozess. Aber nicht in der materialistisch verstandenen Weise, nicht als etwas, das wir von Außen beobachten, nicht als etwas, das von uns unabhängig zu sehen sein kann.

Ist diese Aussage nun wiederum die Wahrheit? Entwertet der Spirealismus die eigene Aussage, wenn er die Wahrheit als nicht existent bezeichnet? In welcher Weise ist dann der Spirealismus wahr?

Die Wahrheit ist dem Spirealismus ein logischer Operator, der etwas kennzeichnet, das in einer Relation mehr zutrifft als etwas anderes. Da auch „die Logik“ gemeinhin unter dem Gesichtspunkt der materialistischen Objekthaftigkeit gedacht wird, muss der Spirealist die Erweiterung hinzufügen, dass es auch in Bezug auf Logik keine wirkliche Endgültigkeit geben kann, denn es gibt nicht nur eine Logik, und nicht nur die menschliche Logik. Nur wenn man innerhalb eines Denksystems bleibt, dann gibt es (scheinbare) Endgültigkeit.

Ausgangspunkt für die Wahrheit und davon untrennbar sind die Objekte des Denkens. Die Wahrheit ist kein Ding, ist kein Objekt. Daher ist der Begriff „die Wahrheit“, verstanden als ein Objekt, innerhalb des materialistischen Denkens paradox. Denn, einerseits befindet sich die Wahrheit als Objekt im Denken, als „die Wahrheit“, und ist als Gedanke somit existent. Andererseits ist wahrnehmbar, dass sie nicht allein existieren kann; nicht als einzelnes Objekt gedacht werden kann. Man kann sie nicht vor sich hin halten und sagen: Hier ist sie, das ist die Wahrheit. Die Wahrheit ist immer geknüpft an eine Behauptung, dies oder jenes sei wahr. Das kann man sich selbst verdeutlichen, wenn man die Wahrheit wiederum, sie objekthaft denkend, als wahr bezeichnet, und sich so in das Reich des Widersprüchlichen begibt. Unter materialistischen Vorzeichen ist die Wahrheit paradox.

„Wer die Wahrheit beschreiben will, überlasse die Eleganz dem Schneider.“

Albert Einstein

 

Die Aussage des Spirealismus über Wahrheit entwertet den Spirealismus nicht. Denn dessen Vorstellung von Wahrheit ist, dass sie nur in einem relativen Sinn überprüfbar ist. Und das trifft zu – die spirealistische Sichtweise ist wahrer als die materialistische, weil sie die Beobachtungen, die auch unter materialistischen Bedingungen gemacht werden, besser beschreibt: Die Welt als in jeder Hinsicht relativ – an nichts Festes gebunden.

Zugleich sagt der Spirealismus eben nicht, man müsse zu seinen Aussagen mit einer absoluten Notwendigkeit kommen. Er kann also auch nicht sagen, der Spirealismus sei in einem absoluten Sinn wahr. Wenn es keine absolute Wahrheit gibt, dann gilt das eben auch für den Spirealismus. Mit dem Spirealismus verbunden ist ja wie gesagt die Überzeugung, das nur das existent sein kann, was auch gedacht wird. Eine Wahrheit, die nicht gedacht wird, ist als solche auch nicht vorhanden.

Und, wenn es keine absolute Wahrheit gibt, dann gibt es dem Spirealismus zufolge auch keine Entwicklung hin zu einer absoluten Wahrheit. Das bedeutet, es gibt keine Erkenntnis, die „irgendwann“ mit Bestimmtheit erlangt werden müsste.

Der Spirealismus bestreitet nicht, dass sich die Welt nicht auch unter der Prämisse der Absolutheit denken ließe, denn der Materialismus beweist das ja. Den Anhängern des Materialismus wird ihre eigene Überzeugung wie unabdingbar erscheinen. Der Materialismus beweist sich selbst, immer wieder von seinen Grundannahmen ausgehend. Das gilt für die materialistische Weltanschauung ebenso wie für die materialistische Wissenschaft. Alles sei aus Festem aufgebaut, aus Teilchen schließlich, die sich objektiv beobachten ließen.

Dem Spirealismus ist die Welt eine Sichtweise – das bedeutet eben, dass im Prinzip auch wirklich jede Sichtweise möglich ist. Aus der Innensicht jedes Ich-Universums ist das eigene Universum aber stets geschlossen – wie nicht anders denkbar. Absolute Dinghaftigkeiten voraussetzend, erscheint auch jedes Universum wie ein begrenztes Ding, das aber, und das ist für den Materialisten unbegreiflich, keine Grenzen zu haben scheint.

Dieses Paradox, eine Welt also, die ihm begrenzt und verstanden erscheint, und dennoch auf rätselhafte Weise grenzenlos, ist dem Materialisten die Wahrheit.

 

 

Was ist die Wahrheit in Wahrheit? Die Wahrheit ist kein Ding was last modified: Dezember 12th, 2016 by Henrik Geyer

Beweisbarkeit des Spirealismus

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Beweisbarkeit des Spirealismus: Eins plus Eins gleich Zwei... aber was ist Eins?

Wie läßt sich der Spirealismus beweisen? Wenn der Spirealismus aussagt, dass die Realität in den Gedanken liegt, ist seine Beweisbarkeit dann eine Frage der Phantasie?

fehlende Objektivität

Man muss sagen: Genau so ist es!

Das leitet sich bereits aus dem über Objektivität Gesagten ab.

Einerseits habe ich häufig dargelegt, warum es keine Objektivität gibt, wie das gemeint ist, woran man es sehen kann, etc.. Andererseits bedeutet das natürlich auch (und es hat mir selbst lange Kopfzerbrechen bereitet), dass der Spirealismus selbst nicht objektiv sein kann.

Eine Weile dachte ich so: Fehlende Objektivität ist die einzige IMMER feststellbare Tatsache – und somit dem am allernächsten, was man objektiv nennen könnte. Doch, nein, die ehrliche Antwort ist: Nicht existierende Objektivität läßt sich auch nicht objektiv beweisen!

Wie schwer es fällt, diese Denkhürde zu überwinden beweist jedoch, wie sehr unsere Vorstellungen auch Denkgrenzen sind.

Lesen Sie auch: objektiv subjektiv. Was ist der Unterschied zwischen Objektivität und Subjektivität?

eine Frage der Phantasie

Wenn man nun in dieser Welt (spirealistisch: in diesen Welten) keine Objektivität finden kann, dann bedeutet das, dass die Dinge, so wie sie uns vor Augen stehen, als Vorstellungen in die Welt(en) kommen.

Spruchbild: Nicht "unser" Denken im Gehirn erzeugt Realität - das Denken geht nicht von unserem Gehirn aus, sondern umschließt und erschafft uns. Ebenso wenig erzeugt eine Quelle Wasser. In einer Quelle tritt Wasser nur zu Tage.(Aus spirealistischer Sicht sind dies allerdings Vorstellungen eines kollektiven Bewusstseins, eines panpsychischen Bewußtseins sozusagen. Nicht so, wie wir uns Bewußtsein gemeinhin vorstellen, als nur im Menschen zu verorten, nur der Mensch erbringe den Beweis für Bewußtsein und zwar durch „sein“ Bewußtsein, u.s.w.).

 

 

Dass die Phantasie hier die entscheidende Instanz eines Beweises ist, will ich wie folgt illustrieren:

Seit Jahrtausenden gibt es in der Philosophie Überlegungen, die die spirealistischen Thesen stützen, und die ich daher in verschiedensten Beiträgen zitierte. Diesmal erinnere ich an den bekannten Ausspruch des Heraklit

Alles fließt.

oder auch (ebenfalls von Heraklit)

Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen.

Dies bereits mag ein wenig schwierig sein, sich vorzustellen, aber es ist eigentlich logisch: Wer zu zwei verschiedenen Zeitpunkten in den Fluss steigt, findet nicht denselben Fluss vor, sondern eigentlich zwei verschiedene. Der Stoff des Flusses hat sich sowohl in seiner Identität (der Stoff: das Wasser) gewandelt, wie auch in der Zusammensetzung, der Menge, etc..

Man mag nun denken: Der Fluss ist ein Sonderfall – das flüssig-flüchtige Element Wasser, aus dem er besteht, ist nicht in den (festen) Dingen. Doch, was für den Fluss gilt, muss man sich nun für alle Dinge denken, so verlangt Heraklit, denn alles fließt.

Warum sagt er das? Weil, was für den Fluss zutrifft, der ja im Grunde eine ganz alltägliche Erscheinung ist, nicht in seinem Wesen völlig verschieden sein kann, von allem anderen. Nein, in einem Kontinuum der Wahrnehmungen ist der Fluss eine Erscheinung, die sich nur graduell unterscheidet, nicht jedoch wesenhaft. Dies ist übrigens auch exakt die Aussage vieler Teilchenphysiker der Moderne, die sich mit dem Wesen der Materie beschäftigen.

Nun kann man aber – auch das gibt es bereits seit Jahrtausenden – konsequenterweise weiter sagen:

Man kann nicht einmal in denselben Fluss steigen.

Dies ergibt sich als logische Konsequenz, wenn man versteht, dass Wissen Erinnerung ist (Platon), und dass, wenn man einen Fluss sieht, und ihn bereits in einem zweiten Gedanken ergründen will, seinem Wesen auf die Spur kommen will, dieser Fluss bereits im zweiten Moment verändert ist – es gilt also auch hier das bereits Gesagte: Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen.

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen. Heraklit … Man kann nicht einmal in denselben Fluss steigen.

Das wiederum ist identisch mit der spirealistischen Sichtweise des fehlenden Objektiven … es gibt kein Ding, das ein eigenes, vom Denken unabhängiges Wesen hätte, es gibt kein unabhängiges Außen, das wir beobachten. Sondern, die Existenz der Welt(en) IST Denken, IST Relativität, IST Subjektivität – das ist die spirealistische Grundüberzeugung.

 

 

 

Art und Weise des Beweises

Wie also könnte ein Beweis für dieses Denken aussehen?

In der quasi einzig gewünschten Form, in Form des Beweises eines objektiven Tatbestandes, kann er nicht stattfinden, denn das würde die Negation dessen erfordern, was der Spirealismus proklamiert und was ja gerade bewiesen werden soll.

Anders gesagt: Wenn die (weltanschaulichen) Brillen der Ichs dafür verantwortlich sind, was für eine Welt ihnen entsteht, was für sie also „sichtbar“ ist, dann ist für den materialistischen Denker die Geisteswelt des Spirealismus unsichtbar, undenkbar, nicht nachweisbar.

Es bleibt dem Spirealisten nichts anderes übrig, als die Phantasie des Materialisten anzuregen, ihn an Alltagserfahrungen zu gemahnen die seiner materialistischen Grundüberzeugung widersprechen, also die Widersprüche des Materialismus aufzuzeigen, und auf der anderen Seite die Logik, den Nutzen und die letztliche Unabwendbarkeit des Spirealismus aufzuzeigen.

Das ist aber nicht einfach – gerade der Spirealismus in seiner Konsequenz zeigt ja, dass die Welten (welche es auch seien) immer in sich logisch und vollständig wirken müssen, es gibt für sie jeweils kein „fehlendes“ Element, keine Notwendigkeit, eine andere Welt zu erschaffen. Sondern es gibt innerhalb des Materialismus nur die Notwendigkeit den Materialismus weiterzuentwickeln. Ich möchte das mit einem provokativen Beispiel illustrieren – dem Wunderglauben des Mittelalters. Vorausgesetzt man glaubt an die Existenz von Hexen ist die daraus folgende Konsequenz ja nicht, die Existenz von Hexen in Zweifel zu ziehen, sondern die Konsequenz ist, die Auffindbarkeit des Hexenunwesens zu ergründen, die Hexen zu vernichten, etc.. Das bedeutet, der Glaube, jede Vorstellungswelt, auch die des Materialismus, stabilisiert sich selbst. Und das ist es, was wir ja auch tatsächlich stets und ständig sehen.

Die Notwendigkeit des Spirealismus im Heute

… und … gilt das soeben Gesagte nicht auch für den Spirealismus? Stabilisiert er sich dann demzufolge nicht auch selbst?

Doch. Das Gesagte gilt auch für den Spirealismus, der allerdings von vorn herein weniger in festen Begriffen denkt, sondern ja eben gerade die Relativität jedes Begriffes betont. Insofern glaubt der Spirealismus die Welt(en) besser beschreiben zu können und unseren Vorstellungen nützlich zu sein.

Und .. wenn jede Weltvorstellung sich selbst völlig genügt, welche Notwendigkeit und besondere Dringlichkeit besteht dann, in spirealistischen Begriffen zu denken?

Die heutige Zeit sehe ich geprägt durch eine stark entwickelten Materialismus, in dem für Wunderglauben und den Gedanken an etwas „Höheres“ (als den menschlichen Geist) kein Platz zu sein scheint – was die Gegenposition zum Spirealismus ist. Aber auch geprägt durch tausenderlei Widersprüchlichkeiten, beispielsweise aus der häufig von mir ins Feld geführten Teilchenphysik. Weiterhin wird ind er Popkultur zunehmend die Frage gestellt, was überhaupt die Realität ist – man denke an den Film Matrix, aber auch diverse Science Fiction-Romane (auch Filme), beispielsweise von Philip K. Dick. Diese populär werdenden Fragestellungen werden angereichert durch eine jahrtausendelange reiche philosophische Überlegungen … Heraklit, Plato, Kant, Hegel, Schopenhauer, Wittgenstein, Bohr, Einstein, Heisenberg … nun müssten deren Überlegungen „nur noch“ Gegenstand des Alltagsdenkens werden. Und schlussendlich – und vielleicht am wichtigsten – sind es die ganz praktischen Ergebnisse der materialistischen Wissenschaft, die selbst die entscheidenden Fragen immer unvermeidbarer werden lassen: der Computer, die weltweite Vernetzung, die künstliche Intelligenz.

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Wenn es eine Frage der Nützlichkeit (und nicht einer schlichten Wahrheit) sein sollte: Der Spirealismus hat, richtig verstanden, Nützlichkeit. Und: Er fügt sich in das bestehende Denken nahtlos ein, will z.B. die Wissenschaft nicht etwa überflüssig machen, nur weil er die Wahrheit spirituellen Denkens darlegt – denn er stellt die Relativität der Welt(en) fest, und postuliert ihre jeweilige „Gültigkeit“. Gleichzeitig stellt er keineswegs die Existenz in Frage, auch wenn er die Welt(en) als „gedacht“ bezeichnet. Jedoch hat der Spirealismus einen eigenen Existenzbegriff, der von dem des Materialismus abweicht.

Der Beweis …

… ist also keine nachrechenbare Formel, das kann es nicht sein. Auch (verständlicherweise) kein: „Seht, dort ist das Nichts!“

Sondern es ist ein Aufzeigen stets und ständig vorhandener unendlicher anderer Denkmöglichkeiten, als sie gerade im öffentlichen (supersubjektiven) oder individuellen Bewusstsein vorherrschen. Es ist ein Denken in Metaphern, in Symbolen, ein Quer- und Andersdenken, und ein Aufzeigen von dessen Wahrheit.

 

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Beweisbarkeit des Spirealismus was last modified: Mai 20th, 2016 by Henrik Geyer

Was ist Wahrheit? Wahrheit als Weltanschauung.

Thema: Was ist Wahrheit? Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Wahrheit ist eine Relation.Das Ich ist ein Teil der Relation.

Was ist Wahrheit? Ist das Wort Wahrheit, wie wir es verstehen, Ausdruck einer Weltanschauung?

Gibt es einen Zusammenhang gibt es zwischen unserer Auffassung von Wahrheit und unserer Sichtweise auf die Materie? Was ist der Zusammenhang?

Wahrheit und die materielle Außenwelt

Der materialistischen Weltanschauung zufolge hängen wir ab von einer von uns unabhängigen Außenwelt. Diese Außenwelt beobachten wir, lesen ihre Gesetzmäßigkeiten von ihr ab – diese von uns unabhängige Außenwelt ist unsere Kernvorstellung von Realität. 

Wir verbinden so viel mit dieser äußerlichen Realität. Alle sind wir wir Realisten, und wollen es auch sein! Realist zu sein, auf diese äußerliche Realität bezogen – das ist uns das höchste Lob.

Der zentrale Begriff für die von uns unabhängige Außenwelt, mit ihrer Objektivität, und ihrer Realität, von der jeder Einzelne von uns am allermeisten verstehen will, ist das Wort „Materie“. Das nenne ich die materialistische Weltanschauung: Der Glaube, wir wären geistige Beobachter einer von uns unabhängigen Außenwelt.

Was ist Wahrheit?

In Bezug auf den Begriff „Wahrheit“, der letztlich ebenso zentral für unsere Vorstellungen ist, wie der Begriff Materie (im Grunde sind beide Begriffe austauschbar), will ich einige Konstellationen nennen, die diese enge Verbindungen deutlich machen.

Wahrheit und Außen

Die Wahrheit ist uns nicht das, was ein Einzelner meint, oder ein Einzelner sieht. Was auch immer eine Mehrheit sieht, eine Mehrheit meint, eine Mehrheit denkt, eine Mehrheit glaubt richtig zu verstehen – das überwiegt alles, was ein Einzelner denkt. Dessen Gedanken werden dann zu einer Einzelmeinung, die nicht so wichtig ist.

Dieser Prozess funktioniert in beiden Richtungen. Die Meinung, die der Einzelne in seinem Außen überwiegen sieht, ist für ihn letztlich auch die Wahrheit.

Siehe auch: Innere Wahrheit – Äußere Wahrheit

Ähnliches Thema: Shitstorm. Wie wichtig ist die Meinung anderer?

objektive Wahrheit

Verbunden mit der Vorstellung der „einen und letztendlichen Wahrheit“ ist der Begriff der Objektivität. Objektivität, also etwas (eine Wahrheit), das außerhalb und unabhängig des menschlichen Bewusstseins sei. Etwas, das man nur so begreifen könne, also etwas, für das es nur eine einzige Möglichkeit gibt. Objektivität ist die Vorstellung von einer Welt außerhalb von uns, auf das alle Subjekte zugleich schauen, und worüber es letztlich keine zwei Meinungen geben kann.

Objektivität und materialistisches Weltkonzept sind Synonyme. Zum materialistischen Weltkonzept gehört auch die Vorstellung der einen und unbestreitbaren Wahrheit.

 

Wahrheit und Materie

So ist Wahrheit mit dem Begriff Materie verbunden. Materie als das Sinnbild des Materialismus. Das, worauf wir alle schauen, und was sich unserem gemeinsamen Blick durch seine Festigkeit und Greifbarkeit nicht entzieht. Materie als das Wirkliche, als das Reale. Die eigentliche Realität, so meint der Materialist (und damit auch die Wahrheit), läge in der Materie, nicht im Geist.

Materie ist der Zentralbegriff des Materialismus. Wir studieren die objektive Wahrheit der Materie, und glauben die letzten Wahrheiten in den objektiven materialistischen Wissenschaften zu finden.

Weiterlesen: Beitrag Glaube vs wissenschaftliches Wissen. Was ist Glaube?

Aber was ist Wahrheit in Wahrheit?

Wer die Wahrheit beschreiben will, überlasse die Eleganz dem Schneider.
Albert Einstein

Was ist Wahrheit nun wirklich? Was ist Wahrheit in Wahrheit?

Was ich in diesem Blog immer schreibe, immer aussagen will: Die Wahrheit ist nicht objektiv, nicht feststehend, letztendlich nicht zu fassen, ebenso wenig wie das Objektive. Die Materie in der vorgestellten Form gibt es nicht.

Nun wird man sich fragen: Welchen Wahrheitsgehalt hat zum Beispiel dieser Artikel? Was ist denn dann Wahrheit?

Wahrheit spirealistisch verstanden

Insofern ist zu klären, wie der spirealistische Ansatz zur Erklärung des Begriffes „Wahrheit“ aussieht. Es ist aber vorauszuschicken, dass sich dieser Ansatz eigentlich nur erschließt, wenn man vorher begriffen und verinnerlicht hat, dass es Objektivität nicht gibt. Wenn man die Vieldeutigkeit jedes einzelnen Begriffes in sich spüren kann. Das ist möglich, es ist aber auch ein langwieriger Lernprozess, wenn man diese Sichtweise nicht bereits mit der Muttermilch aufgesogen hat.

Die Realität der Begriffe

Erstens ist, gemäß Spirealismus, die Realität unserer Begriffe selbst die Realität. Anders gesagt: die Gedanken sind die Realität. Noch einmal anders formuliert: die Gedanken über die Realität, und die Realität, sind eins.

Die Welt, wie auch immer wir sie individuell auffassen, ist die Existenz für uns. Die einzige Existenz, von der wir wissen.

Daher ist zum Beispiel auch ein „falsch“ verstandener Wahrheitsbegriff aus der Sicht des Individuums nicht falsch. Denn wahr und falsch sind immer nur Relationen, die von den Begriffen des Denkens abhängen. Würden wir zum Beispiel in der Mehrheit an die Existenz von Hexen glauben, wer könnte uns das Gegenteil beweisen? Aus dieser (angenommen) Sichtweise sind Hexen existent.

Aus der Perspektive Desjenigen, der einen bestimmten Begriff als Wahrheit in sich trägt, ist dieser Begriff wahr. Das gilt ebenso für eine Gruppe von Individuen, die sich sich auf einen Begriff einigen. Siehe Supersubjektivität.

Wahrheit ist relativ

Wahr und falsch sind somit nur auseinander zu halten, aus der Perspektive der individuellen Wahrheit. Wahr und falsch sind stets eine Relation – und Teil der Relation ist das Individuum selbst, bzw. die Begriffe in ihm. Hierzu wiederum muss man verstehen, dass die Begriffe in jedem Einzelnen eine eigene Form annehmen – sie sind nie völlig gleich.

Wahrheit ist demgemäß subjektiv – nie objektiv.

Wahrheit als Ergebnis von Kommunikation

Das, was wir als die unumstößliche Wahrheit ansehen, ist das Ergebnis einer Kommunikation. Man könnte sich das vorstellen wie eine demokratische Wahl, der sich jeder unterwirft. Am Ende ist der Wahlsieger das, was die Wähler als existent begreifen müssen, solange sie sich an der Wahl (Kommunikation) beteiligen. Der Wahlsieger repräsentiert zugleich die Wahrheit. Nun stelle man sich vor, dass eine solche Wahl stets und ständig abläuft, mit jedem Gedanken verändert sich die Konstellation, das Wahlergebnis.

Spirealismus – die innere Wahrheit als die Quelle bzw. Existenz vieler Welten

Die Vorstellung vieler Welten geht aus von der spirealistischen Grundauffassung, dass es keine von uns unabhängige Außenwelt gibt. Woher kommt dann „die Welt“? Der Spirealismus besagt: es gibt sie nicht, „die Welt“. Sondern es gibt nur viele Welten. Wir Menschen (unter anderem) repräsentieren sie, in uns sind sie. Ebenso wie in jedem Objekt das wir sehen. Durch uns entstehen die Objekte, durch die Objekte entstehen wir. Wir selbst sind Elemente der Schöpfung, nicht ihre unabhängigen Beobachter. Und aus uns, unseren Ich-Universen, formt sich das, was wir für die von uns unabhängige Welt, und mithin auch für die von uns unabhängige Wahrheit halten.

Siehe auch: Artikel Die Entstehung der Realität – Bewusstsein erschafft Realität

Weiterlesen: Beitrag die Schwere und die Leichtigkeit des Spirealismus

 

Was ist Wahrheit? Wahrheit als Weltanschauung. was last modified: April 10th, 2016 by Henrik Geyer

Was ist das Nichts? als Grundfrage der Philosophie.

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Die Frage"Was ist das Nichts?" trennt die Weltanschauungen.Dem Materialismus ist das Nichts ganz wenig, dem Spirealismus ist es ganz viel.

Warum soll die Frage „Was ist das Nichts?“ so wichtig für die Philosophie sein? Nichts scheint unwichtiger als das Nichts!

Die Frage „Was ist das Nichts?“ ist stellvertretend für eine ganze Reihe ähnlicher Fragen wie: Was ist das, was wir nicht wissen? Was ist das Unbekannte? Was ist das Unsagbare, was ist das Unterbewusstsein? Diesen Worten, die scheinbar auf etwas hindeuten, das in seiner Menge ganz gering ist, stehen auf der anderen Seite Begriffe gegenüber wie „das Unendliche“, „das All“, „alles“, „das Universum“.

Wie wir diese Begriffe auffassen, ist verbunden mit der entscheidenden Grundfrage der Philosophie. Denn die Frage „Was ist das Nichts?“ verbindet sich mit der Ontologie des allgegenwärtigen Materialismus (d.h. mit seiner Seins-Vorstellung), und macht dessen Widersprüchlichkeit deutlich.

Für die Philosophie des  Spirealismus wiederum ist die Frage nach dem Nichts eine wichtige Frage, weil an ihr die Folgerichtigkeit des Spirealismus deutlich wird.

Was ist das Nichts?

Was ist das Problematische unserer Auffassung über das Nichts …. dieser Frage haben wir uns in einem anderen Artikel über das Nichts zugewandt

Dort haben wir die Widersprüchlichkeit dieses Begriffes besprochen.

Widersprüchlich? Möglich! Aber ist das wichtig??? Das Nichts ist ein Wort, das in seiner Nichtigkeit dem Materialisten kaum unbedeutender vorkommen könnte!

Was ist das Nichts? und die Ontologie des Materialismus

Jedoch verbindet sich das Nichts im Materialismus mit anderen Vorstellungen als im Spirealismus.

Im Materialismus erscheint das Nichts wie etwas Vorhandenes, das nur gerade nicht da ist. Die Leere zwischen den Himmelskörpern ist ein Frei-Sein von Himmelskörpern. Man sagt „Nichts“ dazu. Aber dort ist ja Raum – und es würde jederzeit ein Himmelskörper hineinpassen.

Hierzu passt, dass der (materialistisch denkende) Mensch immer meint, dass die Begriffe seiner Welt mit einer Notwenigkeit „da“ sind. Diese Notwendigkeit sieht er in der Tatsache, dass gemäß der materialistischen Ontologie die Materie eindeutig ist, und wir bilden diese Eindeutigkeit im Gehirn nur nach.

Daher ist das Verständnis des Materialismus vom Nichts, es sei ETWAS, und zwar ETWAS, was wir noch nicht wissen. Was wir noch nicht wissen wiederum, sei begrenzt. Denn wir nehmen ja an, die Grenzen lägen in der Materie.

Weiterlesen: Artikel ‚Die Ontologie des Materialismus‘

„Was ist das Nichts?“ …beantwortet der Spirealismus anders

Der Spirealismus beantwortet die Frage nach dem Nichts anders, und zwar ganz im Sinne Platos, der beim Nichts von einem „Alogon“, einem nicht-weiter beschreibbaren Begriff spricht. Plato sagt: was will man über etwas sagen, das man doch nicht kennt? Es ist nicht eingrenzbar.

Der Spirealismus sieht es ähnlich. Für den Spirealismus hat es noch eine weitergehende Logik, denn der Spirealismus geht nicht davon aus, dass wir „die Welt“ beobachten. Sondern sie entsteht erst durch uns. Zumindest AUCH durch uns – der Mensch als Element der Schöpfung, nicht Beobachter der Schöpfung.

Wenn durch das, was der Mensch „Beobachtungen“ nennt, erschaffen wird, dann ist das, was da entsteht, eine Möglichkeit, keine Notwendigkeit. Das, was NICHT entsteht, bleibt daher im riesigen, unendlichen, nicht eingrenzbaren, Raum des Möglichen.

Die Frage“Was ist das Nichts?“ trennt die Weltanschauungen

Während also die Frage „Was ist das Nichts?“ im Materialismus wie belanglos aufgefasst wird, weil das Nichts dort als ganz wenig angesehen wird, ist das Nichts dem Spirealismus geradezu eine Unendlichkeit.

Es ist die Unendlichkeit dessen, was wir hervorbringen könnten, wären wir selbst nicht so begrenzt. Die Grenzen, von denen hier die Rede ist, drücken sich bereits darin aus, dass es ja immer nur einen Gedanken geben kann – während die Möglichkeit der in einem Augenblick nicht gedachten Gedanken grenzenlos ist.

Das ist die Unendlichkeit des Möglichen. Und: Die Unendlichkeit des Möglichen ist gar nicht so abstrakt. Im Grunde fängt sie aus der Sicht jedes Individuums beim Anderen an. Denn alles was „ist“, ist ja nur eine Möglichkeit, die das Ich in dem ihm erscheinenden Universum in einem Augenblick erschafft. Das innere Universum des „Anderen“ kennt das Ich bereits schon nicht mehr, da es alles, was es sehen kann, in die eigene Begriffswelt integriert, und nicht im eigentlichen Sinne dem Außen entnimmt.

Die Frage nach dem Nichts ist nicht unwichtig. Sie ist gleichbedeutend mit einem fundamentalen Unterschied: der Unterscheidung des Seins-Begriffes (Begriff „Existenz“), und zwar im Materialismus und andererseits im Spirealismus.

 
Lesen Sie auch: Beitrag Ich – Universum. Die subjektive Welt als die einzig „vorhandene“ Welt

Was ist das Nichts? als Grundfrage der Philosophie. was last modified: März 9th, 2016 by Henrik Geyer

Die Ontologie des Spirealismus

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort Thema Ontologie des Spirealismus: Es ist eine Illusion anzunehmen, die materielle Existenz habe etwas Faktisches. Dieser Illusion sehen wir uns in der alltäglichen Welt ebenso gegenüber, wie in der Teilchenwelt. Es gibt keinen Unterschied. Die Brille, mit der wir in unsere Welten sehen, ist immer Geist. Geist ist das einzig Faktische.

Im Artikel Die Ontologie des Materialismus wurde das allgegenwärtige Seins-Konzept des Materialismus beschrieben. Was steht diesem Konzept gegenüber? Und zwar wirklich gegenüber, nicht als materialistische Weltanschaungs-Variante oder eine weitere Sichtweise des Materialismus? Es ist die Ontologie des Spirealismus: Alles ist Geist.

Thema: Beitrag ‚Die Ontologie des Materialismus‘

Ist das Sein etwas Kompliziertes?

Ich glaube, viele meinen, das Sein zu beschreiben sei sehr schwierig. Es ginge dabei um die kleinsten Teilchen der Materie. So sieht es der Materialismus – und beim allgegenwärtigen Materialismus betrachten wir ja alles aus der Sichtweise des Materialismus. Das Sein, so meinen wir, sei damit in Formeln verborgen, in Teilchenbeschleunigern, etc..

So sieht es der Spirealismus nicht.

Die Ontologie des Spirealismus ist: das Sein ist geistig; die Objekte denen wir uns gegenüber sehen, sind eine Vorstellung.

Daher geht es letztlich nicht um Atome, denn was Atome sind, ist ja selbst eine Vorstellung. Wenn man also vom Sein spricht, so kann man das getrost tun, indem man sagt: das Sein ist eine Vorstellung im Geistigen. Man denke an Schopenhauer: „Die Welt als Wille und Vorstellung“

Die Frage ist eher: Was kann man nun über Vorstellungen sagen?

Das Atom eine Vorstellung?

Dass das Sein eine Vorstellung ist, leitet sich durchaus auch aus dem ab, was namhafte Atomphysiker selbst über die Teilchen sagen. Sie ringen mit ihren Vorstellungen, sagen, das Atom sei dies, dann wieder das. Je nachdem, wie sie das Atom begreifen, so ist ihnen das Atom letztlich.

Einem Zitat Werner Heisenbergs folgend, könnte man formulieren, dass er die Existenz im „unmittelbar Faktischen der uns umgebenden Welt“ sieht. Hier das Zitat:

Die Ontologie des Materialismus beruhte auf der Illusion, daß man die Art der Existenz, das unmittelbar Faktische der uns umgebenden Welt, auf die Verhältnisse im atomaren Bereich extrapolieren könne.
Werner Heisenberg

Doch – was ist das „unmittelbar Faktische“? Das unmittelbar Faktische ist für Heisenberg eine direkte Beobachtung: „Dort ist ein Baum.“

kann ein Baum eine Vorstellung sein?

Ja. In Alles ist Geist beschreibe ich, wie das „unmittelbar Faktische“ für mich das Faktische verlor. Ich stellte fest: Jede Wahrheit ist auch ein Glaube. Das gilt letztlich auch für das, was wir sehen. Denn das was wir sehen ist nicht zu trennen von einer Vorstellung, die wir davon haben.

Für mich ist der Weg dieses Erkennens das Interessante. Denn es zeigt, dass man auf tausenderlei Wegen immer auf dieselbe Frage stößt.

Anders als Heisenberg, ging ich den umgekehrten Weg. Ich untersuchte nicht Teilchen, sondern das sogenannte Faktische und stellte fest: Es ist nicht da.

Meine Um-Formulierung des obigen Zitates wäre:

Es ist eine Illusion anzunehmen, die materielle Existenz habe etwas Faktisches. Dieser Illusion sehen wir uns in der alltäglichen Welt ebenso gegenüber, wie in der Teilchenwelt. Es gibt keinen Unterschied. Die Brillen, mit denen wir in unsere Welten sehen, ist immer Geist. Geist ist das einzig Faktische.

Die Ontologie des Spirealismus und das unmittelbar Faktische. Die Wahrheit.

Die materialistische Vorstellung von der „existierenden Außenwelt“, dem Objektiven, dem unmittelbar Faktischen, dem Realen, dem Wirklichen, ist auch immer verbunden mit dem materialistischen Verständnis von Wahrheit.

Und insofern nehme ich auch folgendes Einstein-Zitat als Hinweis auf das Fehlen des unmittelbar Faktischen:

Wer die Wahrheit beschreiben will, überlasse die Eleganz dem Schneider.
Albert Einstein

Die Ontologie des Spirealismus

Die Ontologie des Spirealismus ist zusammengefasst: Alles ist Geist. Geist steht nicht Materie gegenüber, sondern wieder Geist. Geist, in jeder seiner Formen, nennen wir es Materie, Traum, Erleben, Faktisches, ist das Wirkliche. Geist ist die Existenz.

Geist ist „nur“ relativ, immer subjektiv – nie objektiv. Das Beobachtete (gemeinhin „Objekt“ genannt) gibt es in der Form, wie der Beobachter es sieht, nur im Beobachter. Das Objektive gibt es nicht, sondern immer nur Subjektivität.

Und daraus folgt auch: Man kann nichts beobachten, das vom Beobachter zu trennen wäre.

 

Siehe auch:  ‚Materialismus Philosophie. Spirealismus vs Materialismus‘

Die Ontologie des Spirealismus was last modified: März 7th, 2016 by Henrik Geyer

Die Ontologie des Materialismus

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Die Ontologie des Materialismus bestehtin der grundsätzlichen Auffassung, dass Materie dem Geist GEGENÜBER steht.Der Geist habe die Materie abzubilden.

Es geht auf Spireo viel darum, was „die Welt“ wirklich ist. Ist sie Geist? Der Spirealismus bejaht das. Aber was heißt das? Was bedeutet „Alles ist Geist“? Die Bedeutung dessen wird erst in einer Gegenüberstellung klarer – im Allgemeinen verstehen wir unter Existenz „das Wirkliche“, versinnbildlicht im Außen, in der Materie. Das ist die Ontologie des Materialismus – die Seins-Lehre des Materialismus.

Dem unabhängigen Außen steht Geist gegenüber

Die Ontologie des Materialismus (Seinslehre des Materialismus) beruht auf der Grundvoraussetzung, dass dem Geist eine materielle Außenwelt gegenübersteht. Diese materielle Außenwelt, wird im Gehirn abgebildet.

Die Vorstellung von einer materiellen Außenwelt wird mit verschiedenen Eigenschaften dieser Außenwelt in Verbindung gebracht.

  1. Die materielle Außenwelt sei vom Beobachter unabhängig
  2. Die materielle Außenwelt beherberge das Objektive (das Objektive ist letztlich ein Synonym für „Außenwelt“, denn es betrifft das Begriffspaar objektiv/subjektiv. Ähnliches Thema: Artikel ‚objektiv subjektiv. Was ist der Unterschied zwischen Objektivität und Subjektivität?‘)
  3. Die materielle Außenwelt beherberge also Dinge, die der Geist lediglich versucht in ihrem wirklichen Wesen mehr und mehr zu begreifen. Damit ist, in der materialistischen Sichtweise, diese Außenwelt verbunden mit dem Wirklichen, der Wahrheit, oder auch dem Kantschen Ding „an sich“.
  4. Umgekehrt ist der Geist demnach das Nicht-so-Wirkliche

 

Materialismus - was ist das?
Materialismus – was ist das?

 

Der Geist ist das weniger Wirkliche

Damit ist also beschrieben, dass die Ontologie des Materialismus das wesentliche Begriffspaar Materie und Geist beinhaltet.

Der Geist ist dabei das Nicht-Wirkliche, oder, wie immer man es nennen möchte … das „nicht so Wirkliche“, das Noumenon als eine Beschreibung oder Umschreibung des Wirklichen, und so weiter.

Auch wenn dieser Artikel die Ontologie des Materialismus zum Gegenstand hat, sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass mit gerade geschriebenem Satz sofort die Frage auftaucht: Warum sollte gerade das elemantare Ding, welches uns doch Kunde von unserer Welt gibt, nämlich der Gedanke, nicht wirklich sein?

Siehe auch:  ‚Die Ontologie des Spirealismus‘

Die Untersuchung der Materie

Daher meint der Materialismus, sich auf Grund seiner Ontologie auf die materialistische Wissenschaft verlassen zu können. Sie sei Instrument des Seins-Erkennens – indem sie objektiv untersucht, objektiv erkennt.

Man untersucht im Teilchenbeschleuniger CERN die Teilchen und meint, dem wahren Wesen des Seins immer mehr auf die Spur zu kommen. Man nennt die Teilchen, die man zu finden gedenkt, „Gottesteilchen“.

die Ontologie des Materialismus findet sich in jedem Gedanken, den wir denken

Abschließend sei noch darauf hingewiesen, dass die Ontologie des Materialismus in jedem Gedanken von uns steckt. Die Sprache, derer wir uns bedienen, enthält als Basis all unseres Verständnisses Begriffspaare wie objektiv/subjektiv, Materie/Geist, wirklich/unwirklich, Traum/Realität.

Indem wir sie denken und aussprechen, bewegen wir uns innerhalb des Gedankengebäudes des Materialismus. Das bedeutet, wir können jedes andere Gedankengebäude nur von der Warte des Materialismus aus sehen und beurteilen.

Die Ontologie des Materialismus bedingt, dass er sich nur selbst für möglich hält

Der Materialismus, mit seiner real existierenden Außenwelt, die es gilt im Geist genau abzubilden, mit seiner Objektivität als Inbegriff des Nicht-anders-Denkbaren, hält natürlich nur letztlich eine einzige Wahrheit für richtig. Wie könnte es anders sein … natürlich ist es seine eigene.

 

Lesen Sie auch: Artikel ‚Die Entstehung der Realität – Bewusstsein erschafft Realität‘

 

 

Die Ontologie des Materialismus was last modified: November 20th, 2016 by Henrik Geyer

Materialismus – was ist das?

Materialismus - was ist das?

Materialismus – ist die Sichtweise, dass die Welt aus Materie-Objekten besteht, die von Geist (dem Menschen) beobachtet werden

Der Mensch bildet Materie-Objekte im Denken ab

Materialismus eine Denkweise, die die Existenz von Materie für eine fundamentale Denkvoraussetzung hält.

Materialismus ist, so gesehen, die verbreitetste Weltanschauung – es fällt daher schwer, anders zu denken. Sind denn die Dinge, die wir im Außen beobachten, etwa nicht aus Materie (Stoff)?

Materie ist Stoff

Dass die Welt aus Materie (Stoff) besteht, sagt uns erst einmal nicht so viel. Erst wenn wir die gedanklichen Verbindungen anschauen, mit dem Wort Materie mitschwingen, und die ins Unendliche reichen, wird daraus eine ganze Welt von Anschauungen.

Es ist unsere Logik zu sagen, dass eins das Andere aufbaut. Daher ist die Materie geschaffen aus Teilen. Und die Teile bestehen wieder aus Teilen. Im alten Griechenland gab es die Vorstellung, dass die Materie aus nicht mehr weiter teilbaren Teilchen besteht (Atomen). Diese Vorstellung ist einerseits längst überholt, andererseits ist das Denken in Kernen, bzw. nicht weiter teilbaren Einheiten, das Wesen des Materialismus, und so gesehen in der Praxis des täglichen Denkens längst nicht überholt.

Umgekehrt lassen sich aus Materie immer noch größere Formen machen, durch Vervielfachung – auch hier ist Unendlichkeit.

Eins baut das Andere auf – eins ist der Grund für das Andere

Ebenso wie wir meinen, dass das Eine das Andere aufbaut, und aus demselben Grund, ist es gleichermaßen unsere Auffassung, dass sich mit Notwendigkeit das Eine vom Anderen ableitet. Das Eine ist der Grund vom Anderen. Das nennen wir auch Kausalität.

Gier, Geiz, Geld, Besitz = Materialismus?

Erst einmal: Nein, nicht unbedingt. Die Auffassung, die Welt bestünde aus Materie, hat mit Gier nichts zu tun.

Dennoch ist das Für-wahr-Halten objektiver Dinge, und somit das Anstreben von (scheinbar nicht anders sehbaren) Werten, eine Eigenart, die der materialistischen Sichtweise, mit ihren ganz objektiv existierenden Dingen, als Logik folgt. Daraus erwächst, als Übertreibung, Gier.

Dies ergibt sich aber erst in der Gegenüberstellung zu anderen Denkweisen.

Die Gegenüberstellung mit anderen Denkweisen ist allerdings für den Materialismus schwierig, denn er hält sich für selbstverständlich und unumgänglich. Einen gültigen Vergleich zu anderen Weltanschauungen lässt die Sichtweise des Materialismus nicht zu, denn aus ihrer Sicht kann es letztlich nur eine einzige richtige Anschauung geben (es gibt nur eine Wahrheit). Und diese letztendliche Wahrheit findet der Materialismus natürlich bei sich.

Widersprüchlichkeit des Materialismus

Materialismus ist widersprüchlich, denn es hat keine Erklärung für die ihm eigenen Paradoxien

Ein Beispiel: einerseits soll es all das geben, was wir beobachten. Andererseits scheint das, was wir beobachten, unendlich zu sein. Das kommt uns selbst oft genug merkwürdig vor – man denke nur an den rätselhaften Begriff der Unendlichkeit. Hinzu kommt, dass wir im Prinzip immer bemerken können (Achtsamkeit vorausgesetzt), dass unsere Erwartungen unser Erleben steuern. Die Natur hat also alles das, was wir beobachten können, in einer Unendlichkeit bereits vorausgesehen und geschaffen?

So stellen sich in der Kernphysik  eben diese Fragen heute umso mehr und umso drängender, denn hier trifft der materialistische Gedanke auf seine Grundvoraussetzung: das Enden der materialistischen Kausalkette in irgendeinem(!) objektiven Kern – und er erweist sich auch hier als falsch.

Materialismus-Gegensatz: Spirealismus

Spirealismus ist, im Gegensatz zu Materialismus, eine Denkweise, die aus bestimmten Sichtweisen bestimmte Realisierungen hervorgehen sieht. Anders gesagt: Was man sehen kann, ist abhängig von der geistigen Brille, die man trägt – egal, ob nun in Gesellschaft oder Wissenschaft und Technik.

Das bedeutet: Die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse der Menschheit sind Teil der Schöpfung, nicht deren Widerspiegelung.

Im Gegensatz zu Materialismus sieht der Spirealismus nicht sich selbst nur als mögliche Sichtweise an – der beste Beweis hierfür ist die Tatsache, dass der Materialismus in der Welt ist, und als Weltanschauung der Materialisten funktioniert.

siehe auch Spirealismus

Materialismus – was ist das? was last modified: Februar 13th, 2016 by Henrik Geyer

Materialismus Philosophie. Spirealismus vs Materialismus

Was ist Materialismus Philosophie? Spirealismus vs Materialismus? Woraus besteht die Welt?

In diesem kurzen Beitrag soll es darum gehen, was Materialismus als Philosophie ist, und wie sich Spirealismus davon unterscheidet. Was Spirealismus ist, lässt sich in der Gegenüberstellung gut darlegen.

Materialismus Philosophie – das ist die Annahme, dass die Ergebnisse der materialistischen Wissenschaft, ihre Festlegungen also, das universelle Schöpfungsprinzip beschreiben.

(Hingegen ist es der Ansatz des Spirealismus, in den der Schöpfungskraft z.B. der materialistischen Wissenschaften selbst das Schöpfungsprinzip zu sehen).

Materialismus Philosophie – was ist das?

In der Materialismus als Philosophie steht der Materie der Geist gegenüber. Der Geist als ein anderes Prinzip als die Materie. Der Geist abbildend, während die Materie das Objektive (das Objekt der Betrachtung) ist.

Der Materialismus sieht also die Materie als die Substanz der Welt an, die der Geist (Mensch) beobachtet, bzw. widerspiegelt.

Sichtweise des Spirealismus

Der Spirealismus sieht den Menschen aus Geistigem entstehen. Er sieht ihn als Element des Schöpfungsprozesses weiter erschaffen. Etwa so, wie eine Blume Resultat des Schöpfungsprozesses ist, ist sie dem Spirealismus zugleich auch selbst Schöpferin.

 

Die Materialismus Philosophie geht davon aus, dass der Mensch, eine Blume sehend, meint, er konstruiere die Blume in seinem Gehirn noch einmal neu, sei also der Beobachter des Schöpfungsprozesses (mit dem er im Grunde nichts zu tun hat, während er beobachtet).

Dem gegenüber sagt der Spirealismus, dass Beobachtung und Schöpfung eins sind.

Das ist die Folge der spirealistischen Feststellung, dass die Gedanken selbst die Realität sind. Es gibt die Realität nicht noch einmal „extra„.
Der Spirealismus sagt somit, dass dem Geist nichts anderes gegenübersteht, als er selbst ist. Der Beobachter ist in einer relativen Position – aber das Beobachtete ist ebenso wenig objektiv wie er selbst, sondern vielmehr ist das Beobachtete ebenso relativ.

Neusicht des Begriffes „Wahrheit“

Nun gibt in der Materialismus-Philosophie die Vorstellung, es gäbe eine einzige Wahrheit.

Der Spirealismus sieht die materialistische Vorstellung von Wahrheit mit der generellen Vorstellung einer Existenz außerhalb des Beobachters verknüpft. Wenn der Spirealismus aber darlegt, dass es eine solche, vom Beobachter unabhängige Existenz nicht gibt, so ist damit auch gesagt, dass es eine vom Beobachter getrennte Wahrheit nicht gibt.

Ist Spirealismus „wahr“?

Es taucht die Frage auf, inwiefern der Spirealismus sich selbst „wahr“ nennen kann? Da der Spirealismus das Vorhandensein einer absoluten Wahrheit verneint, kann er sich selbst nur „wahrer“ nennen, als andere geistige Richtungen. Wahrer als der Materialismus.

Dennoch ist Spirealismus nicht trivial, und auch keine „beliebige“ Sichtweise. Spirealismus ist nicht trivial (im Sinne von „einfach zu verstehen“), weil es sich dem materialistischen Denken nur sehr sehr schwer erschließt – es ist mit der Umdeutung der fundamentalsten Grundannahmen verbunden.

Und Spirealismus ist keine „beliebige“ Sichtweise, etwa weil Spirealismus von einem Nicht-Vorhandensein absoluter Wahrheit ausgeht (was mancher so versteht, daraus entstünde eine „beliebige“ Weltsicht). Vielmehr setzt der Spirealismus die dem Materialismus rätselhafte Unbestimmtheit, die gleichwohl unleugbar ist, als Grundprinzip voraus – uns zieht daraus wichtige, sehr greifbar formulierbare Folgerungen.

Spirealismus führt zu neuartigen Denkansätzen, die mit unseren Beobachtungen in harmonischem Einklang stehen; ein Einklang, den man mit materialistischem Denken nicht erreichen kann.

Beispiele von Schlussfolgerungen

Beispielsweise ist es ein spirealistisches Grundverständnis, dass es gibt nichts geben kann, das vom Blick des Beobachters unbeeinflusst wäre. Was bedeutet das? Das bedeutet, dass wir durch Denken die Realität beeinflussen – schon allein deshalb, weil die Realität nichts anderes ist, als die im individuellen Denken vorhandene Realität. So ist Spirealismus Erklärung, warum naturwissenschaftliche Experimente zu der Einsicht führen können, dass der Mensch durch seine Beobachtung die Resultate erschafft (Doppelspaltexperiment).

Als eine unabdingbare Folge des Spirealismus gibt es die Überlegung zur Supersubjektivität. Supersubjektivität erklärt, warum wir uns als vernetzte und voneinander abhängende Subjekte sehen können, deren scheinbar außerhalb ihrer selbst liegende objektive Realität durch den Subjektivblick der Vielen erschaffen wird.

 

Der Spirealismus sieht das Eine nur DURCH das Andere entstehen. Durch den Blick auf die Dinge kommen diese in eine spezifische Existenz.

Der Materialismus hingegen sieht die Dinge als einzeln. Als absolute Existenzen. Daher glaubt er auch, der Mensch selbst wäre ein von den Dingen abgetrennter Beobachter.

Aus dieser Sichtweise kommen all die dem Materialismus unerklärlichen Paradoxien, wie zum Beispiel die schon erwähnte naturwissenschaftliche Beobachtung der Beeinflussung scheinbar unabhängiger Materie nur durch Denken. Oder die der Materialismus-Philosophie unverständliche Frage, was „das Undenkbare“ eigentlich ist – kann denn der Mensch etwa nicht alles denken? (dies wird in einem anderen Beitrag behandelt)

 

Materialismus Philosophie. Spirealismus vs Materialismus was last modified: Februar 13th, 2016 by Henrik Geyer

Das Unendliche. Was ist unendlich?

Unendlichkeit. In welchem Sinn ist dies unendlich?

unendlich ist für uns endlich

In oben genannter Grafik wird die Frage gestellt: In welchem Sinn ist das Unendlich-Symbol unendlich?

Es ist nicht-endend, wenn man versucht, mit dem Auge seinen Kurven zu folgen. Denn genau so soll das Unendliche verstanden werden. Der antike Philosoph Plato sagte, dass das Unendliche das sei, „mit dem man nicht fertig wird.“ Und man wird damit nicht fertig, der Schleife bis in die Unendlichkeit zu folgen.
Aber es ist endlich, wenn es als Wort ausgesprochen wird. Es ist endlich, wenn man es als Zeichen sieht. Insofern ist es uns paradox. Es „gibt“ doch das Zeichen! Das Unendliche existiert! Aber als was … und wo? Wofür steht das Zeichen?

Das Symbol ist mit Bedacht so gezeichnet, als eine Schleife, die in Endlosigkeit verfolgt werden kann. Kann? Nein, nicht kann! Diesem „Können“ steht die Endlichkeit des Menschen als fundamentales Prinzip entgegen. Unendlichkeit ist ein paradoxer Begriff der etwas bezeichnet, das sich weder beobachten noch nachweisen lässt.

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Unendlichkeit ist ein paradoxer Begriff, der etwas bezeichnet,das sich weder beobachten noch nachweisen lässt. [SPID 1170]

Das Unendliche muss uns unverständlich sein

Wir verstehen also etwas, und zwar als nicht-endend, das für uns keine Realität erhalten kann. Wir können der Schleife nicht endlos folgen. Das Unendliche muss uns unverständlich bleiben. Haben wir aber das Gefühl, das Unendliche müsse unverstanden bleiben? Ist es nicht vielmehr so, dass wir glauben, es verstanden zu haben? Wir rechnen doch auch damit!! Jede noch so kleine Zahl, multipliziert mit der Unendlichkeit, ergibt unendlich.

Über die Paradoxien, die sich mit der materialistischen Weltanschauung verbinden, habe ich bereits in den Artikeln „das Nichts“ und „das Undenkbare“ geschrieben. Das Unendliche ist ein weiterer Begriff, der im eigentlichen Sinn  keine Existenz haben kann, und dessen Notwendigkeit erst im Spirealismus klar wird.

Die Unendlichkeit – materialistisches Paradox

Normalerweise versteht man die Unendlichkeit als eine von uns (noch) zu erfassende Existenz im Außen. So sehen wir beispielsweise das Universum als unendlich an. Und, so verstanden, ist es uns rätselhaft.

Die Paradoxien sind schnell gefunden. In einem unendlichen Universum gibt es unendlich viele Dinge. Also „ALLES“. Aber – was ist „ALLES“? Alles kann doch in meinem Denken (meinem Ich-Universum) nur das sein, was ich benenne. Was sonst? Keinesfalls was ich NICHT benenne, nicht wahr?

Ich muss es also nur benennen, und es kommt in die uns widersprüchliche Existenz. Wenn ich beispielsweise die unwahrscheinlichste Möglichkeit benenne, beispielsweise, dass es im Universum eine Zivilisation geben könnte, die Nachttöpfe als Hüte trägt – so muss diese (Un-)Wahrscheinlichkeit in einem unendlichen Universum mit Notwendigkeit existieren. Wahrscheinlichkeit: 100 % … irgendwo in der Raumzeit. Genau genommen muss es eine solche Zivilisation unendlich oft geben, denn, wenn es sie einmal gibt, dann könnte es sie auch zweimal geben … und, multipliziert mit unendlich…

So realisiert sich mit einer Wahrscheinlichkeit von 100 % was wir uns denken? Sagt das etwas über Zivilisationen mit Nachttopf-Hüten?  Oder etwas über unser Denken?

materialistisches unendlich vs spirealistisches unendlich

Letzteres. Im Materialismus (die Weltanschauung, die glaubt, „die Welt“ sei aus Materie aufgebaut, die wir beobachten) erscheint Unendlichkeit ein im Außen zu findendes Phänomen zu sein, das wir nur noch richtig beschreiben müssen.

Im Spirealismus ist die Unendlichkeit die Quelle der Gedanken – es ist die Unendlichkeit des Möglichen, das Unbestimmte, und damit die Quelle des Seins. Die Menschen jedoch, in ihrer Festgelegtheit, in ihrer Konkretheit, können das Unendliche nicht beobachten.

Nach spirealistischer Auffassung sind die Gedanken die Existenz. Weil die Unendlichkeit in den Möglichkeiten der Gedanken liegt, nicht in äußerlichen Objekten die in ihrer materiellen Existenz festgelegt sind, kann man das Unendliche, das nicht Fertigwerden, an jedem Gegenstand finden, nicht nur in den Weiten des Weltalls.

Jedoch können wir uns über jede Sache nur endlich viele Gedanken machen, sie unter endlich  vielen Aspekten sehen, oder in endlich viele Teilmengen aufteilen. Denn wir selbst sind endlich. Das Unendliche stellt sich uns nur als der Zufall, das Nicht – Bestimmbare dar. Es kann für uns nie ein Ende haben. Denn immer, solange Bewusstsein existiert, muss ein Gedanke dem Gedanken folgen. Der Gedanke selbst aber ist nicht unendlich.

Wir können die Schleife des Unendlich-Symbols verfolgen solange wir wollen, wir werden damit niemals fertig. Wir bleiben endlich. 

Paradox des Unendlichen [SPID 3525]
Paradox des Unendlichen
Das Unendliche. Was ist unendlich? was last modified: August 10th, 2016 by Henrik Geyer

objektiv subjektiv. Was ist der Unterschied zwischen Objektivität und Subjektivität?

objektiv subjektiv: Spireo Unendlichkeit Auch das kleinste Ding hat - Lebensweisheit Spruchbild

Praktisch gesehen

Es geht in diesem Artikel um das Wortpaar objektiv subjektiv, seinen Zusammenhang und Gegensatz.

Praktisch gesehen ist „objektiv“ das Richtige, und „subjektiv“ das Abweichende – man könnte auch sagen, das, was nie ganz richtig sein kann.

Das Objekt ist der Gegenstand der Beobachtung, das Subjekt ist der Beobachter.

Herkunft: materialistisches Weltbild

Die Logik, die der Unterscheidung objektiv subjektiv zu Grunde liegt, stammt aus dem materialistischen Weltbild, das voraussetzt, wir seien Beobachter einer festliegenden, statischen Außenwelt. Die außerhalb unserer selbst befindliche Realität, oder die Objekte, die wir vor uns sehen – sie sind das Objektive. Während wir, die davon getrennten Beobachter, mit unserem Geist das Objektive nachformen. Weil wir nur nachformen, weil wir gegenüber dem Objektiven eine nur relative Position einnehmen, kann der Subjektivblick nie das ganze Objekt in seiner gesamten, objektiven Gestalt, erfassen.

Man sieht, dass die Worte in uns ein Bild entstehen lassen, als würden wir bei der Betrachtung der äußerlichen Realität um eine Statue herumgehen.

Mehr Sichtweisen verstärken die Objektivität

Und daher, so die materialistische Logik, stärkt es die Wahrhaftigkeit der Beobachtung, wenn sie aus verschiedenen Blickwinkeln erfolgt. Wiederum so, als würde man um eine Statue herumgehen. Geht man um eine Statue herum, sieht man sie ganz – aus jeder Perspektive. Und hat so den vollkommenen Einblick, was genau die Statue ist. Was sie „objektiv“ ist.

subjektiv und objektiv
subjektiv und objektiv

 

Widersprüche im Tatsächlichen

Eine Erfahrung, die ich in Alles ist Geist beschrieb, war, dass sich nichts völlig Objektives finden lässt. Und, wie ich später erfuhr, haben diese Erfahrung viele vor mir gemacht. Genannt seien Hume, Kant, Schopenhauer. Wilhelm Busch drückte es einmal treffend so aus: Auch das kleinste Ding hat seine Wurzel in der Unendlichkeit, ist also nicht völlig zu ergründen.
Obwohl es also keine Objektivität gibt, in dem Sinne, dass man sie im Letzten irgendwo zu fassen bekommen könnte, reden wir von Objektivität, so als sei es der Mensch, der zwischen objektiv und subjektiv völlig unterscheiden könne.

Dabei ist der eigentliche Anspruch an Objektivität, dass jeder kosmische Beobachter die gleiche Erfahrung machen müsste. Aber eben dies ist nicht vorstellbar, wo es bereits unter den Menschen scheitert.

objektiv subjektiv spirealistisch gesehen

Die Tatsache der nicht beobachtbaren Objektivität nimmt der Spirealismus als Denkvoraussetzung, und stellt fest: es gibt sie nicht. Was der Mensch gemeinhin objektiv nennt, nennt der Spirealismus „supersubjektiv„, und macht damit deutlich, dass es sich um eine abgestimmte Beobachtung handelt, aber wiederum eine subjektive Beobachtung. Also eine Beobachtung, die keineswegs von anderen kosmischen Beobachtern geteilt werden müsste.

Vielmehr stellt der Spirealismus fest, dass jede Aussage über Objektivität aus einer subjektiven Position heraus gemacht wird.

Unser Eindruck einer von uns beschreibbaren Objektivität, und mithin einer abgetrennten Außenwelt, ist durch nichts gestützt, außer unsere materialistische Weltanschauung, die allerdings fast jeder hat. Und dem Materialismus ist dies Denkgrundlage, und nicht hinterfragbar.

Unsere Vorstellung, die Welt sei objektiv, und von uns, die wir nur die Beobachter der Welt sind, getrennt, resultiert aus Kommunikation.

 

 

objektiv subjektiv. Was ist der Unterschied zwischen Objektivität und Subjektivität? was last modified: Januar 28th, 2016 by Henrik Geyer