Aspekte des Ich-Universums, Teil 4: das Universum außerhalb von mir ist das Universum in mir

In diesem Abschnitt soll es nun darum gehen, wie wir uns das Ich-Universum vorstellen können, welche Parallelen sich zu dem Universum ergeben, das wir im Außen sehen, welche Sinnhaftigkeit darin liegt, etc..

Was ist ein Universum?

Stellen wir uns ein Universum zunächst als ein All vor, als eine Summe von Allem, was einen Menschen oder eine Menschengruppe (die Menschheit) umgibt. Es ist dabei wichtig, folgenden Aspekt im Hinterkopf zu behalten: das Wichtige am Universum sind eigentlich nicht die Sterne und Sonnen und Planeten, sondern die ganz normalen Dinge des Alltags. Die Kaffeetasse, die Kollegen, die kleinen und großen Sorgen.

Wenn man das Universum so sieht: die kleinen Dinge, die unser tägliches Leben sind als nicht wirklich getrennt von den großen Dingen, sondern wirklich alles als integralen Bestandteil des Alls, des Universums, dann haben wir einen wichtigen Schritt getan, um uns das Universum in seiner spirituellen Variante vor Augen zu führen, und zu ermöglichen, dass wir das Majestätischste, die Sterne und Galaxien, mit dem Trivialsten, in einem Zusammenhang denken können.

Und eigentlich gibt es ja auch keinen Grund zu sagen, dass der Bleistift, der vor mir liegt, weniger Teil des Universums sei, als eine Supernova in Milliarden Lichtjahren Entfernung. Mehr noch: der Bleistift ist in meinem Leben wichtiger! Und der Raum, der in meiner Kaffeetasse ist, in die hinein ich den Kaffee gieße, den ich dann trinken möchte, ist nicht verschieden von dem Raum der zwischen den Planeten ist.

Wir haben so auch das Fundament gelegt, um einem wichtigen hermetischen Grundsatz in unserem Denken zu genügen, bzw. seine Denkbarkeit vorzubereiten: ich meine das Prinzip der Entsprechungen, dem zufolge sich alles in allem findet. Wie oben, so unten. Wie außen, so innen. Wie im Großen, so im Kleinen. Das bedeutet: alles hat mit allem zu tun, es gibt keine wirkliche Trennung. Die Prinzipien die für die genannte Supernova gelten, gelten auch für den Bleistift. Die Verbindungen sind allumfassend und weit über das hinausgehend, was ich sehen kann.

Ich will auch gleich, ein wenig vorgreifend, den Grund nennen. Könnte ich sonst keine Verbindung zwischen der Supernova und Bleistift sehen, so ist doch eine Verbindung ganz offensichtlich: die meines Geistes. Beide Dinge sind Bestandteile meines Geistes, und indem ich sie in meiner Vorstellungskraft bewege und gewichte, ist es mir möglich, in der Art eines Schöpfers, hier ein wenig Gewicht hinzuzufügen, dort ein wenig wegzunehmen. Ich kann die Gewichtung in meinem Geist so verteilen, dass beide Dinge gleichwertig sind, und dass der Bleistift nicht geringer wiegt, als die Supernova.

Und das ist nun wieder das Verbindende, das Analoge. Der Geist, der als Ich eine ganz konkrete Form annimmt. In mir wird alles analog, ebenso, wie in mir auch alles divers wird. Ich kann alles, jeden Gegenstand, immer nur mit demselben Geist erfassen. Jeder Gegenstand wird durch mich, in meinem Geist, zu einem individuellen Gegenstand. Denn meine Sichtweise auf die Dinge ist einzigartig.

Sich den Geist wiederum als das eigentlich Welt-Erschaffende zu denken, genügt dem ersten hermetischen Prinzip Alles ist Geist, und beweist es. Der Beweis kann durch jeden Menschen geführt werden, der über genügend Phantasie verfügt, sich das oben Genannte vorzustellen, und in seinen Gedanken Objekte entstehen zu lassen, zu verringern oder auch zu vergrößern.

Warum Ich-Universum?

Der Grund, warum ich die Worte Ich und Universum in eine Verbindung brachte, war, dass ich darin ein Synonym sah – eine Gleichheit. Das Ich ist eine Einzelheit, etwas Individuelles, denn ich bin von jedem anderen Menschen verschieden. Mein Ich ist von jedem anderen Ich verschieden. Und mir wurde irgendwann klar, dass das Universum, so wie ich es verstehe, nur in mir existiert, und sich also wiederum von jedem anderen Universum, das andere sehen, unterscheiden muss. Das wird insbesondere klar, wenn man „das Universum“ so versteht, wie ich es im vorigen Abschnitt beschrieb – als die Gesamtheit auch der kleinen Dinge, die im Leben eines Menschen sind. Dessen All, sozusagen.

Aber auch, wenn ich das Universum als die Gesamtheit von Sternen in einem unendlichen Raum sehe, kann ich das gleiche Denkexperiment anstellen. Man stelle sich vor, man würde eine Anzahl Sterne kennen, aber einige auch nicht. Es gibt Menschen, die kennen andere Sterne als ich. Vielleicht mehr Sterne. Kann man sagen, dass deren Universum gleich meinem sei? Nein. Was ich über das Universum weiß, macht es einzigartig (ich sage nicht: macht es gut oder schlecht). Es wird einzigartig dadurch, dass ich die Dinge, egal um was es sich handelt, einen Bleistift, eine Supernova, oder ein Universum, immer als die Summe ihrer Bestandteile ansehe; als die Gesamtheit der Dinge, die darin und darum sind; als die Gesamtheit ihrer Eigenschaften. Die Dinge, die um und in einer Sache sind, und seine Eigenschaften, sind austauschbar – oder, um es anders auszudrücken: die Dinge und die Eigenschaften, die an den Dingen sind, sind eigentlich dasselbe. Ein Beispiel hierzu: Eine Sache ist grün, weil ihr grüne Farbteilchen anhaften. Grün zu sein ist nun einmal das, woran ich diese Sache erkenne. Hätte sie diese Eigenschaft nicht, wäre es auch nicht diese Sache. Oder: Ein Auto ist schnell, weil es vorn einen Motor unter der Haube hat. Ist ein Auto noch ein Auto ohne Motor? etc.. Am Anfang habe ich mir das vorgestellt, indem ich (mich) fragte: Wie sieht ein Mann aus, der gar keine Eigenschaften hat? Ist das noch ein Mann? Ein Mensch?

Also ist das, was wir als die Eigenschaften der Dinge ansehen, auch immer verbunden mit den Objekten in denen wir sie finden. Die Eigenschaften SIND die Dinge – es ist austauschbar.

Manchem mag es vielleicht immer noch schwer fallen, sich vorzustellen, dass die Dinge nichts anderes sind als eine Gesamtheit von Eigenschaften. Daher ein kleines Gedankenexperiment: stellen Sie sich einen Baum vor. Er hat vier Räder, kann 100 km/h schnell fahren, und ist rot. Ist das ein Baum? Natürlich nicht. Es ist ein Auto. Ein Baum muss bestimmte Eigenschaften haben, damit ich ihn als Baum erkennen kann. Es muss der Stamm da sein, die Unbeweglichkeit im Erdreich, die grüne Blätterkrone.

Ich will ein weiteres Beispiel nennen, das mir immer sehr vielsagend erschien. Ich versuchte mir einen Mann ohne Eigenschaften vorzustellen. Es gibt ja in der Literatur und Kunst Versuche, dieses Eigenschaftslose vorstellbar zu machen – es wird dann als eine Art interessantes Paradox verstanden. Mir fällt dazu „Der Namenlose“ von Samuel Beckett ein …

Wenn Sie, geschätzter Leser, versuchen, sich einen Mann ohne Eigenschaften vorzustellen, werden Sie schnell verstehen, dass allein die Aussage, es handele sich um einen Menschen oder Mann, mit Eigenschaften bei diesem verbunden sein muss. Etwas, das ohne Eigenschaften ist, ist nicht. Ein Ding ohne Eigenschaften ist kein Ding. Es existiert nicht.

Und so wird eben jede Sache durch die Eigenschaften bestimmt, die ihr gegeben sind. Die Art und Qualität ihrer Eigenschaften wiederum unterscheidet die Dinge. So unterscheidet sich ein Baum vom anderen durch die Art und Weise seiner Baumkrone, seines Stammes etc..

Die Eigenschaften des Universums das ich kenne, sind in mir einzigartig. Es ist das Universum meines Ichs. Im Grunde, weil ja auch ich selbst ein Bestandteil meines Universums bin, sind das Ich und das Universum im Ich, ununterscheidbar miteinander verwoben. Sie sind genau dasselbe. Denn auch mein Ich, also das, was ich in mir sehe, was ich über mich denke, wie ich mich beschreibe, wird bestimmt durch die Eigenschaften der Dinge, die ich dem Ich zuordne. Es sind die Dinge, die ich kenne. Es sind die Dinge die in mir und um mich sind, die in Raum und Zeit existieren und dadurch kausale Beziehungen zueinander haben. Es ist das Universum in mir – mein spezifisches und einzigartiges All. Das All wie gesagt sind alle Dinge, die da sind … in meinem Ich.

Und, so merkwürdig das nun dem Gewohnheitsmaterialisten erscheinen mag, der alles fein säuberlich trennen und unterscheiden will, so dass schließlich nur noch eine einzige Kausalbeziehung übrig bleibt: Der Bleistift, der vor mir liegt, hat mit mir zu tun. Er ist Bestandteil meiner Welt, und macht, in der Konstellation, in der er sich in einer relativen Position zu mir befindet, einen Teil meines Ichs aus.

Das Universum außerhalb von mir ist das Universum IN mir

Und so kommen wir zu der verblüffenden Feststellung, dass das Universum, dass der Mensch gewohnt ist außerhalb seiner selbst zu sehen, eigentlich in ihm ist. Denn, und hier komme ich wieder auf den Grundgedanken des Spirealismus zu sprechen: was könnte etwas sein, was nicht in Gedanken existiert? Mag man das nun auf materialistische Art überlegen, also: die Dinge existieren in materieller Form außerhalb des menschlichen Beobachters … dennoch muss man fragen: was wäre eine noch so existente Sache, wenn sie nicht in den Gedanken auftauchte. Oder, mag man das auf die spirealistische Art durchdenken, die von vorn herein die Überzeugung vertritt, dass die Existenz geistiger Natur ist.

DAS Universum (in der Einzahl) – existiert in keinen zwei Menschen in gleicher Form. Man könnte auch sagen: DAS Universum gibt es nicht.

DIE Universen sind in uns. Und: DIE Universen und wir selbst sind nicht zu unterscheiden. Denn alles was wir denken können, hängt mit den Objekten der Universen zusammen, die wir jeweils vor dem (geistigen) Auge haben. Alles was wir denken können, entsteht aus den Objekten, entwickelt sich aus den Objekten, begründet sich aus den Objekten dieser innerlichen Universen.

Das äußere Universum ist eigentlich ein innerliches, und umgekehrt. Und – da ist es wieder: das hermetische Gesetz der Entsprechung. Es stimmt: wie innen, so außen.

 

 

 

Aspekte des Ich-Universums, Teil 4: das Universum außerhalb von mir ist das Universum in mir was last modified: Oktober 18th, 2017 by Henrik Geyer

Pascal Voggenhuber: Nicht Heiliger sein, sondern Mensch

Was ist Spiritualität? Fotos der Co-Autoren - Pascal Voggenhuber [SPID 4247]

Lieber Pascal, du bist ein reger und sehr bekannter Protagonist der spirituellen Szene, du bist ein Medium. Das bedeutet, du bist jemand, der eine Verbindung zum Jenseitigen herstellen kann, zu Geistern und Toten. Für dich, das gehört zum Verständnis des eben Gesagten, gibt es ein Leben nach dem Tod.

Du hast eine überaus erfolgreiche Webpräsenz, aber vor allem begeisterst du natürlich deine zahlreichen Anhänger mit Seancen, Lesungen und Bühnen-Veranstaltungen. Mich persönlich beeindruckt deine natürliche und unaffektierte Art.

Du hattest schwierige Zeiten zu überstehen, die dich in der Konsequenz dem Spiritismus (manche sagen auch Spiritualismus) näherbrachten. Ich denke an den lebensbedrohlichen Unfall mit einem Traktorwagen in deiner Kindheit, den du als ein Heraustreten aus deinem Körper beschreibst – ein jenseitiges Erlebnis. Du besuchtest später eine spiritistische Schule in England, warst dort einige Jahre. Spiritismus, das ist die englische Tradition der Geistbeschwörung, der Medien, des Hellsehens, der Séancen, des Kontaktes mit dem Jenseits.

Das Unbegreifliche gibt es – und man kann daher niemals sagen, dies oder jenes könne nicht sein. Dieses Alles-für-möglich-Halten empfinde ich als eine Einstellung der Achtsamkeit und der Achtung dem Höheren, wenn man so will Gott, gegenüber. Diese gedankliche Einstellung ist heute wichtiger denn je, denn unsere materialistische Sichtweise lässt es so scheinen, als sei der Mensch das Herz aller Dinge, gleichsam ein göttlich-unbestechlicher Beobachter einer Welt. Während er, zumindest nach meinem Verständnis, selbst ein Element dessen ist, was er doch nur zu beobachten glaubt. Der Mensch, aus dem heraus sich Dinge materialisieren, kann das Reich Gottes nicht überblicken, sondern er darf in ihm staunen und glücklich sein … er sollte glücklich sein. Die Welt ist voller Wunder, wenn man sie sehen kann, während die Welt dem gewohnt-materialistischen Blick wie völlig erklärbar und erklärt, manchmal sogar eintönig erscheint.

Ich denke, es ist wichtig und es gibt den Menschen ganz viel, wenn in dieser scheinbar so allwissenden Zeit durch dich sympathisch und beredt die allerelementarsten Fragen noch einmal neu und aktuell gestellt werden.

Spireo: Mich interessiert der Aspekt des Todes … Was ist Tod?

Für mich gibt es den Tod so nicht …

Wenn man mit Menschen spricht, und die sagen, man würde sterben, dann sage ich, es gibt wohl einen physischen Tod, der Körper stirbt .. Aber die Seele, das, was wir wirklich sind, das bleibt; oder es lebt weiter. Wenn jemand hier stirbt, dann wird er im Grunde nur verändert, es findet eine Transformation statt, und er wird wiedergeboren in der geistigen Welt.

Und da fragt es sich, auf was sich dieser Begriff des Sterbens bezieht: auf den körperlichen Tod oder den seelischen Tod.

Wir sind laut Wissenschaft zu 100 % reine Energie, und wir wissen ja auch, dass Energie weder auflösbar noch zerstörbar ist, sondern nur veränderbar.

Und das ist auch diese Kontinuität, dieses Weiterbestehen. Der Körper vergeht in dieser Welt, aber in einer anderen, geistigen Welt, existieren wir weiter.

Spireo: Es stimmt, aus biochemischen Formeln lässt sich die Kraft des Lebens nicht ableiten. Das führt man sich nur nicht vor Augen, wenn man das Wort Leben oder Tod beiläufig benutzt, so als sei alles damit gesagt, so als habe man überhaupt verstanden, was es ist.

Für mich verbindet sich mit dem Gedanken an ein Leben nach dem Tod die Frage nach Erinnerung. Es gibt eine Textzeile eines Songs von Eric Clapton, „Tears in Heaven“, in der es heißt: Würdest du meinen Namen kennen, wenn wir uns im Himmel begegneten?

Er fragt sich also: Eine weitere Welt, als die im Jetzt erlebte, würde man nur dann erkennen können, wenn man sich an die jetzt erlebte Welt zurückerinnern könnte. Ohne Erinnerung an eine diesseitige Welt kann man auch keine jenseitige Welt als solche erkennen. Ohne Erinnerung ist der Tod also etwas Endgültiges, so wie er es in unserer Welt zu sein scheint. Im Kontext von Eric Claptons Song heißt das: würde ich einen geliebten Menschen im Jenseits erkennen? Was hingegen kann es uns bedeuten, Menschen wiederzutreffen, wenn wir uns nicht ihres Namens entsinnen könnten?

Daher die Frage aus dem Song an dich als Medium: Würdest du meinen Namen kennen, wenn wir uns im Jenseits begegneten?

Zunächst einmal müssen wir verstehen, dass unsere Existenz oder unsere körperliche Form, in der wir gerade jetzt leben, nicht die einzige ist, sondern dass wir vorher und auch nachher x körperliche Daseinsformen haben. Wir werden nicht ein einziges Mal geboren, sondern wir werden mehrmals geboren.

Ich liebe halt den Bezug zur Quantenphysik. Insofern bin ich vielleicht nicht ganz so esoterisch wie man es vielleicht erwartet. Wir wissen eben auch von der Quantenphysik, dass es Raum und Zeit gar nicht gibt. Deshalb sage ich auch oft zu der Frage der Wiedergeburt, dass es keinen linearen Ablauf für Geburt und Tod gibt. Wir hatten eigentlich keine vergangenen Leben, sondern wir leben im Grunde alles gleichzeitig, jetzt. Aber das kann natürlich das menschliche Gehirn nicht fassen. Das macht das Ganze so komplex.

Auch wenn man Geistführer nach dem Unterschied dieser Welt hier zur geistigen Welt fragt, sagen die sehr oft: wir können das nicht erklären, weil ihr es mit eurem Gehirn verstehen wollt, doch euer Gehirn reicht nicht aus, das zu verstehen. Denn ihr wollt in dieser Zeit-Raum-Ebene verstehen. Wir können mit den Worten „alles ist gleichzeitig“ oder „es gibt keine Zeit und keinen Raum“ wohl etwas anfangen, aber wir können diese Worte nicht verstehen oder nachvollziehen …

 

Link zur Webseite von Pascal

Dieses Gespräch ist Teil des Buches:


Was ist Spiritualität?

Was bedeutet Menschen Spiritualität? Wozu ist sie gut? Wie leben Menschen Spiritualität? Ist Kreativität spirituell? Kann Spiritualität heilen? Was bedeutet Tod?.
Henrik Geyer führte Gespräche mit spirituellen Menschen – mit Stefan Blankertz, Dr. Ruediger Dahlke, Catharina Fleckenstein, Ralf Hillmann, Cristina Holsten, Petra Milkereit, Werner Szendi, Pascal Voggenhuber

Pascal Voggenhuber: Nicht Heiliger sein, sondern Mensch was last modified: Oktober 20th, 2016 by Henrik Geyer

Verloren wie Tränen im Regen

Liebe zum Leben … Der Cyborg Batty liebt sein Leben, aber plötzlich auch das Deckerts, seines Feindes. Er begreift Deckert als eine Variante seiner selbst. Der Cyborg erkennt das Gemeinsame von Mensch und Maschine, dort, wo der Mensch diese Gemeinsamkeit nicht zu sehen vermag. Und er hat Mitleid mit dem Leben, mit der Erinnerung. Er schätzt das, von dem er weiß, dass er es verlieren wird.rr [SPID 1166]

Was wir nicht wertschätzen, das verlieren wir. Das ist ein alter taoistischer Grundsatz. Und oft lernen wir erst wertzuschätzen, wenn wir verlieren …

Neulich, beim Joggen, nahm ich eine Weinberg-Schnecke vom Weg auf und warf sie ins Gras. Wie automatisch – ich wunderte mich selbst. Hat das Sinn? Ist sie nun vor irgendetwas gerettet? Früher hätte ich es nicht getan. Vielleicht ist das ein Zeichen, dass man das Leben wertschätzt. Ich erinnerte mich an den Film Blade Runner, den ich vor vielen Jahren gesehen habe, und seitdem noch oft. Es gibt darin eine magische Szene, an die ich denken musste. Der Moment, in dem ausgerechnet künstliches Leben … Wertschätzung für das Leben lehrt.

Es geht um Leben und Tod

Der Blade Runner (gespielt von Harrison Ford) ist ein abenteuerlicher Kerl – er ist Privatdetektiv, sein Job ist es, entflohene Cyborgs einzufangen. Diese entziehen sich in der Zukunftswelt des Films regelmäßig ihrer planmäßigen „Stilllegung“, man könnte auch sagen: dem Tod.

Blade Runner – das kann Klingenläufer bedeuten, was auf das hohe Risiko hindeutet, das der Detektiv einzugehen hat. Oder es bedeutet Klingen-(Aus-)Lieferer, im Sinne von Killer.

Denn ein Killer im eigentlichen Sinn ist dieser Detektive namens Deckert, allerdings nur, wenn man das Sein dieser Roboter als Leben begreift. Begreift man es als maschinenhaftes Funktionieren, dann ist die Tätigkeit des Detektives lediglich ein Ausschalten. Und darum dreht sich der Film auch. Es ist die Frage: Was ist Leben? Was ist lebenswertes Leben? Was ist schützenswertes Leben? Sind die künstlich in die Roboter implementierten Erinnerungen an Familie, Freunde, Urlaube, nicht letztlich Erinnerungen wie alle anderen auch? Was unterscheidet künstliches Denken von natürlichem?

Showdown im Regen

Nachdem der Blade Runner einige dieser Roboter „erledigt“ hat, kommt es zum Showdown, und zum Kampf auf Leben und Tod zwischen ihm und einem Cyborg namens Roy Batty – dem letzten der kleinen Gruppe, gleichzeitig dem stärksten und gerissensten.

Deckert hat keine Chance gegen den Cyborg, schließlich hängt er über einem Abgrund und droht abzustürzen.

Doch der Maschinenmensch erweist sich als „menschlich“, er hat Mitleid und rettet Deckert. Damit erteilt er Deckert eine Lehre, die diesem zeigen könnte, dass Leben Bewusstsein ist, dass Leben Erinnerung ist und dass die Cyborgs keine mechanischen Puppen sind, sondern fühlende Wesen mit eigenem Bewußtsein. Das zu entdecken hatte Deckert im Film einige Male Gelegenheit. Doch scheinbar wollte er es nicht wissen, durfte es nicht denken – die Erfüllung seines Jobs erfordert eine ganz bestimmte Sichtweise …

Nun rettet der Cyborg Roy Batty dem Blade Runner, der ihm nach dem Leben trachtete, das Leben. Doch er selbst muss sterben, sein auf Vergänglichkeit programmiertes Bewusstsein ist abgelaufen. Seine letzten Worte sind eine Erinnerung an Phänomene, die er weit draußen im Weltall, in den außerirdischen Kolonien, sah. Sie sind dem Zuschauer rätselhaft …

„Ich habe C-Beams gesehen, glitzernd im Dunkeln, nahe dem Tannhäuser Tor. All diese Momente werden verloren sein in der Zeit, so wie Tränen im Regen.

Zeit zu sterben.“

Erinnerungen in der Zeit – verloren wie Tränen im Regen

Im Zeitpunkt des Todes versteht der Cyborg den Wert des Lebens, so, wie es wohl auch die Menschen zum Zeitpunkt des Todes am besten verstehen. Das Leben ist Erinnerung und mit dem Leben gehen die Erinnerungen verloren. Im riesigen Strom der Zeit sind alle Erinnerungen, so bedeutsam sie scheinen mögen, belanglos wie Regentropfen im Regen, und doch bedeuten sie dem, der sie hat, viel. So wie Tränen, die sich ununterscheidbar in den Regen mischen.

Und so schätzt Batty sein Leben, aber auch das Deckerts, seines Feindes. Er begreift Deckert als eine Variante seiner selbst. Der Cyborg erkennt das Gemeinsame von Mensch und Maschine, dort, wo der Mensch diese Gemeinsamkeit nicht zu sehen vermag. Und er hat Mitleid mit dem Leben, mit der Erinnerung. Er schätzt das, von dem er weiß, dass er es verlieren wird.
Siehe auch: Artikel Glück: Mir fehlt kein Pfennig zum Glück

Siehe auch: Sind wir vorbestimmt oder frei?

Lesen Sie auch: Beitrag Macht der Gedanken

Verloren wie Tränen im Regen was last modified: Juli 2nd, 2016 by Henrik Geyer

Was ist Lebenskunst?

Lebenskunst - Leben als Kunstwerk

In einer Zeitung gab es einen Artikel, Liechtenstein wolle das Schulfach „Lebenskunst“ in den Schulunterricht einführen.

Ich fand das gut, machte mir aber auch Gedanken darüber, was es ist, was das Leben eigentlich so schwer macht, obwohl es doch jeder von uns ohnehin lebt. Wenn selbst der Dümmste sein Leben leben kann – was ist daran eine Kunst?

Ganz so einfach ist es nicht!

… denn man muss bedenken, dass zwar jedes Leben gelebt wird, aber nach welchen Möglichkeiten es gelebt wird – das bleibt im Verborgenen. Was wir immer nur nur sehen – das ist die Realisierung. Es bleibt uns verborgen, welche weitergehenden Möglichkeiten es geben mag, und natürlich auch, welche schlimmeren Möglichkeiten hätten eintreten können.

Wenn es also etwas zu verbessern gibt … warum nicht?

Lebenskunst – Leben als Kunstwerk

Insbesondere dem Spirealisten rennt man hier die Türen ein, denn für ihn ist das unendliche Feld des Möglichen nur eine Handbreit von dem entfernt, was wir „die Realität“ nennen. Das Leben als Kunstwerk zu begeifen und es so zu leben – das würde der Spirealist mit „Bewusstwerdung“ und „Freiheit“ übersetzen. Was er dazu für nötig hält, ist Spiritualität (Geistigkeit) – d.h. Beobachten der Gedanken (womit wir wieder bei Bewusstwerdung wären).

Die entscheidende Frage für den Menschen ist: Bist du auf Unendliches bezogen oder nicht? Das ist das Kriterium seines Lebens.
Carl Gustav Jung

<a href=’http://spireo.de/wenn-du-frei-sein-willst-nimm-dir-zeit‘ alt=’Siehe auch:  Wenn du frei sein willst, nimm dir Zeit‘>Siehe auch:  Wenn du frei sein willst, nimm dir Zeit</a>

Was sind die auf der Hand liegenden, wichtigen Themen?

Wer bist du?

Wir sollten uns über uns selbst klar werden, sollten versuchen, einigermaßen sinnvoll über unseren Fortgang zu entscheiden, und zwar auf der Basis einer gründlichen Überlegung darüber, als was wir uns selbst sehen. Wenn wir uns selbst nicht kennen – was um alles in der Welt können wir dann über uns entscheiden?

Allzu leicht übernehmen wir die Rezepte von anderen, und stellen dann oft genug fest: „Für mein Leben taugt das nicht!“

nutze deine Zeit!

Natürlich die Zeit! Und damit die Begrenztheit allen Erlebens. Wir haben eine bestimmte Spanne für uns, und sollten uns darüber klar sein. Je eher wir die Endlichkeit allen Erlebens als das eine „Ich“ verstehen, umso eher werden wir damit aufhören, den Stereotypen nachzujagen, und beginnen, unser Leben als Individuum aufzubauen.

Für mich haben ganz viele Begriffe mit dieser Endlichkeit zu tun. Ich denke dabei an Ehrlichkeit, Treue, oder Offenheit.

go slowly

Dennoch nützt es nichts, sein Leben schnell zu leben. Selbst die kostbarsten Momente ziehen in derselben Einfachheit vorüber, wie die schlichten.

Wer wirklich etwas über sich selbst verstehen will, wer das Leben als Lebenskunst begreifen möchte, der muss die Stille suchen, die Einfachheit. Das Getriebe  der 10.000 Notwendigkeiten der modernen Zeit, mit ihrem Multitasking und ihrem Eingebunden-Sein, erzeugt einen Sog und eine Kette von Handlungen, die uns zu Robotern werden lässt, und die mit unserem gängigen Menschenbild (dem des individuell überlegenden und entscheidenden Menschen), nicht in Einklang zu bringen ist.

Ähnliches Thema: Wenn du frei sein willst, nimm dir Zeit

Ähnliches Thema: Gurdjeff: Die Position des Menschen in der Welt

Das Leben selbst ist nämlich ganz einfach. Was es kompliziert macht, sind unsere 10.000 komplizierten Vorstellungen, wie etwas zu sein habe. Es sind zugleich die Vorstellungen, denen wir unser Handeln unterwerfen.

„Du bist einzigartig!“

Anstelle von „Du bist einzigartig!“ hätte ich auch schreiben können: „Du bist allein!“ Doch das hätte wohl einen negativen Touch – wenn es auch stimmt. Denn tatsächlich ist derjenige besser dran, der sich darüber klar wird, dass „den eigenen Weg zu gehen“ auch bedeutet, allein zu sein, mit vielleicht wechselnden Wegbegleitern. Lebenskunst  – das bedeutet eben auch: Loslassen!

Diese Vorstellung, einzigartig zu sein, kann (und sollte) Verschiedenes auslösen:

Erstens eine größere Bereitschaft den eigenen Weg zu gehen, unabhängig von den Meinungen der Vielen, denen zuzuhören im Einzelnen bereits eine Lebensaufgabe wäre.

Zweitens (auch in Ableitung aus Erstens) eine gewisse Liebe und Wertschätzung sich selbst gegenüber – dieses Selbst ist doch das Einzige, dessen Gesellschaft wir tatsächlich und immer sicher für uns haben. Entwickeln wir es; lassen wir dies zu unserem Lebenskunstwerk werden – es lohnt sich!

Ein Glück aber ist es, wenn dem Greise noch die Liebe zu seinem Studium, auch zur Musik, zum Schauspiele und überhaupt eine gewisse Empfänglichkeit für das Äußere geblieben ist; wie diese allerdings bei einigen bis ins späteste Alter fortdauert. Was einer »an sich selbst hat«, kommt ihm nie mehr zu gute, als im Alter. Die meisten freilich, als welche stets stumpf waren, werden im höheren Alter mehr und mehr zu Automaten: sie denken, sagen und tun immer dasselbe, und kein äußerer Eindruck vermag mehr etwas daran zu ändern oder etwas neues aus ihnen hervorzurufen. Zu solchen Greisen zu reden, ist wie in den Sand zu schreiben: der Eindruck verlischt fast unmittelbar darauf. Ein Greisentum dieser Art ist denn freilich nur das Totengesicht des Lebens. – Den Eintritt der zweiten Kindheit im hohen Alter scheint die Natur durch das, in seltenen Fällen, alsdann sich einstellende dritte Zahnen symbolisieren zu wollen.

Arthur Schopenhauer

Drittens eine Anhänglichkeit und Treue jenen gegenüber, die uns auf unserem Lebensweg begleiten, und deren Liebe uns wichtig geworden ist. Sind sie ersetzbar? Niemals! Lebenskunst bedeutet auch Wertschätzung den Menschen (und Dingen!) gegenüber, die uns nun einmal begleiten.

Lesen Sie auch: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Die Bedeutung dieses wunderbaren Zitates

Viertens (und vielleicht Wichtigstens): die Lebenskunst der Beschränkung. Das beginnt bereits damit, dass man sich darüber klar wird, dass es dem Individuum immer nur gegeben ist, ein individuelles Leben zu leben. Man sollte nicht alle Ziele anstreben, weil man nicht alle Leben leben kann, nur an einem Ort sein kann, etc.. Das Bewusstsein dieser Beschränkung, sogar seine willige Annahme, kann für das Leben, für Glück und Zufriedenheit des Einzelnen, überaus wichtig sein.

Was ist Lebenskunst? was last modified: April 25th, 2016 by Henrik Geyer

Sprüche über das Leben – Lebenssprüche

Thema Sprüche über das Leben / Spruchbild, Bildspruch, Zitat, Sprichwort: Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst. (Johann Wolfgang von Goethe)

Sprüche über das Leben – hier findet man einige ausgewählte.

Sprüche über das Leben

Spruchbild, Bildspruch, Zitat, Sprichwort: Trenne dich nicht von deinen Träumen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben zu leben. (Mark Twain)
Trenne dich nicht von deinen Träumen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben zu leben. (Mark Twain)

Das Leben ist ein Geschenk – man bekommt kein schöneres und kein bedeutenderes.

unbekannt

Bewahre mich vor der Angst, ich könnte das Leben versäumen. Gib mir nicht, was ich wünsche, sondern was ich brauche.
Antoine de Saint-Exupéry

Vom Standpunkt der Jugend aus gesehen ist das Leben eine unendlich lange Zukunft; vom Standpunkt des Alters aus eine sehr kurze Vergangenheit.

Arthur Schopenhauer

Artikel lesen: Leben ändern – Realität verändern

Das Leben an einem Ort ist erst dann schön, wenn die Menschen ein gutes Verhältnis zu einander haben.

Konfuzius

 

Schnitze das Leben aus dem Holz, das du hast.
Aus Russland

Das Leben ist kurz genug – darum verzweifle nicht bei deinen wenigen Niederlagen.
Aus Westfalen

Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu etwas.
Christian Friedrich Hebbel

Man darf das Schiff nicht an einen einzigen Anker und das Leben nicht an eine einzige Hoffnung binden.
Epiktet

Man muss eher prüfen, mit wem man isst und trinkt, als was man isst und trinkt. Denn ohne einen Freund ist das Leben wie das Fressen von Löwe und Wolf.
Epikur

Das Leben ist ein ewiges Werden. Sich für geworden halten heißt sich töten.
Friedrich Hebbel

Das Leben ist ein Meer, der Fährmann ist das Geld. Wer diesen nicht besitzt, schifft übel durch die Welt.
Georg Rudolf Weckherlin

Das Leben ist eine Mission.
Giuseppe Mazzini

Das Leben ist eine Reise, die heimwärts führt.
Hermann Melville

Siehe auch Artikel: Was im Leben wirklich zählt – was ist am Ende des Lebens das Wichtige?

Die Erinnerungen verschönern das Leben, aber das Vergessen allein macht es erträglich.
Honoré de Balzac

Das Leben gleicht einem Buche: Toren durchblättern es flüchtig; der Weise liest es mit Bedacht, weil er weiß, dass er es nur einmal lesen kann.
Jean Paul

Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst.
Johann Wolfgang von Goethe

Es gibt jene, die wenig besitzen und alles geben. Das sind diejenigen, die an das Leben und den Überfluss des Lebens glauben, und ihre Hilfsquellen versiegen nie.
Kahlil Gibran

Wer das Leben nicht schätzt, der verdient es nicht.
Leonardo da Vinci

Spruchbild, Bildspruch, Zitat, Sprichwort: Gib nicht auf! Halte jetzt durch und sei den Rest deines Lebens ein Champion!
Gib nicht auf!
Halte jetzt durch und sei den Rest
deines Lebens ein Champion!

Das Leben ist eine Taktfrage.

Oscar Wilde

 

Darfst das Leben mit Würde ertragen, nur die Kleinlichen machen es klein; Bettler können dir Bruder sagen, und du kannst doch ein König sein.
Rainer Maria Rilke

Man kann das Leben nur rückwärts verstehen, aber leben muss man es vorwärts.
Sören Kierkegaard

Der Sinn des Lebens ist mehr als das Leben selbst.
Stefan Zweig

Scheint dir auch mal das Leben rauh, sei still, verzage nicht; die Zeit, die alte Bügelfrau, macht alles wieder schlicht.
Wilhelm Busch

Das lebendige Gemüt hat Macht zu allen Dingen.
Meister Eckhart

Wenn das Leben fragte tausend Jahre lang: „Warum lebst du?“, wenn es überhaupt antwortete, würde es nur sagen: „Ich lebe, um zu leben!“ Das rührt daher, weil das Leben aus seinem eigenen Grunde lebt, aus seinem Eigenen quillt; darum lebt es ohne Warum.
Meister Eckhart

Sprüche über das Leben – Themen

Sprüche über das Leben – Frau

Der einzige Mann, der wirklich nicht ohne Frauen leben kann, ist der Frauenarzt.
Arthur Schopenhauer

Scheint dir auch mal das Leben rauh, sei still, verzage nicht; die Zeit, die alte Bügelfrau, macht alles wieder schlicht.
Wilhelm Busch

Sprüche über das Leben -Mann

Das Leben ist ein Meer, der Fährmann ist das Geld. Wer diesen nicht besitzt, schifft übel durch die Welt.
Georg Rudolf Weckherlin

Sprüche über das Leben – Freunde, freundlich sein

Es ist leicht, in Gemeinschaft zu leben nach den Regeln der anderen. Es ist ebenso leicht, zurückgezogen zu leben nach den eigenen Vorstellungen. Größe aber bezeugt, wer inmitten der Menge freundlich die Unabhängigkeit des Einsamen bewahrt.
Ralph Waldo Emerson

Ich sträube mich nicht gegen den Tod, denn ich hege die frohe Hoffnung, daß es ein Leben Jenseits gebe für die Verstorbenen. Wo aber die Fähigkeit zur Gemeinschaft im Menschen fehlt, da fehlt auch die Freundschaft.
Sokrates

Man muss eher prüfen, mit wem man isst und trinkt, als was man isst und trinkt. Denn ohne einen Freund ist das Leben wie das Fressen von Löwe und Wolf.
Epikur

Sprüche über das Leben – Zeit

Wir leben im Zeitalter der Überarbeitung und der Unterbildung; dem Zeitalter, in dem die Menschen so fleißig sind, dass sie verdummen.
Oscar Wilde

Mögest du in interessanten Zeiten leben!
Chinesischer Fluch

Nur die Menschen, die für die Weisheit Zeit haben, sind frei von Unruhe. Sie allein leben.
Seneca

Aber nunmehr ist es Zeit, daß wir gehen, ich, um zu sterben, ihr, um zu leben. Wer aber von uns beiden zu dem besseren Geschäft hingehe, das ist allen verborgen außer nur Gott.
Sokrates

 

Weiterlesen: Gespräche mit dem Schöpfer. Spirituelle Weisheit als Antwort auf drängende Lebensfragen

Spruchbild, Bildspruch, Zitat, Sprichwort: Bewahre den Glauben! Die wunderbarsten Dinge im Leben geschehen genau in dem Augenblick, wenn du dabei bist, den Glauben zu verlieren.
Bewahre den Glauben!
Die wunderbarsten Dinge
im Leben geschehen genau
in dem Augenblick,
wenn du dabei bist, den
Glauben zu verlieren.
Sprüche über das Leben – Lebenssprüche was last modified: Februar 27th, 2016 by Henrik Geyer

Was heißt: Lebe deinen Traum?

lebe deinen Traum

Zu sagen: Lebe deinen Traum – ist relativ einfach. Und doch wissen wir: es ist gar nicht so einfach. Woran liegt das? Was hindert uns? Was sind unsere Träume?

Lebe deinen Traum – was ist mein Traum?

Erste Schwierigkeit: Was ist überhaupt mein Traum?

Man träumt von so Vielem. Ganz verschiedene Dinge. Kann man all das auch leben?

Man kann beispielsweise nicht gleichzeitig den Traum vom freien Bergbewohner leben und den vom schicken Großstadtbewohner. Man kann nicht gleichzeitig von immerwährender Ruhe träumen, und davon, mit irgendeiner tollen Leistung zu reüssieren.

Sich klar werden, was man will

Daher sollte man sich zunächst einmal darüber klar werden, was man eigentlich will. Alles kann es nicht sein; in irgendeine Richtung muss man gehen.

Die Träume anderer können die eigenen Alpträume sein

Man sollte dabei vermeiden, die Träume anderer zu träumen. Die Bilder aus der Fernsehwerbung sehen schön aus. Aber wer sagt, dass jeder davon träumen muss, in seinem eigenen Leben zu realisieren, was das Fernsehen oder die Zeitung suggeriert?

Aus solchem Denken kann ein alptraumhaftes Leben entstehen, weil die Fülle dessen, was möglich wäre, und uns als erstrebenswert suggeriert wird, meist konkret nicht machbar ist.

Sehr oft sind Menschen darüber unglücklich, dass sie den Traum nicht leben können, den zu leben sie für unabdingbar halten, auch wenn es gar nicht ihr eigener ist.

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Träumen von Dingen, die man selbst tun kann

Was wir erträumen, das sollte mit uns selbst zu tun haben, vor allem mit den Dingen, die wir aus eigener Kraft erreichen können.

Die größte Befriedigung liegt doch darin, die eigene Schöpferkraft zu spüren; zu sehen, wie man selbst Dinge erreicht. Hingegen darauf zu warten, dass sich etwas im Außen materialisiert, woran man selbst keinen Anteil hat, ist erstens meist zwecklos, und macht zweitens, sofern es eintritt, bei weitem nicht so zufrieden.

Festgelegtheit akzeptieren

Den Traum leben – das  bedeutet auch, die eigene Festgelegtheit zu akzeptieren, die eigenen Grenzen sozusagen. Man kann nur in eine Richtung gehen, nur eine Sache machen. Nur ein Essen essen, nur an einem Platz sein, etc..

Diese Festgelegtheit zu akzeptieren, ja sogar zu begrüßen, bedeutet, den Moment mit Genuss würdigen zu können. Es bedeutet, den Augenblick zu schätzen.

Wir verbringen so viel Zeit mit Dingen, die dringend sind, so dass keine mehr übrig ist für Dinge, die wichtig sind. (Henry Ward Beecher)

Lebe deinen Traum bedeutet: lerne richtig zu träumen

Entfremdung meiden

Die heute selbstverständliche Entfremdung in der Arbeit, durch immer noch feiner werdende Arbeitsteilung und Spezialisierung trägt dazu bei, dass immer weniger gefragt wird, was die eigenen Interessen überhaupt sind. An deren Stelle tritt: das Einem-anderen -Zweck-Dienen. Was aber ist das Interessante daran, etwas zu tun, das man vielleicht in seiner Ganzheit nicht versteht, dessen Ziel man vielleicht nicht teilt? Meist ist es das Geld.

eigene Interessen haben

Daher darf froh sein, wer überhaupt starke eigene Interessen hat. Hier scheint ja oft schon die größte Schwierigkeit vorzuliegen. Viele haben gar keine eigenen Träume. Die Köpfe werden gefüllt mit den Hochglanzbildern und Messages der allgegenwärtigen Medien.

gedanklich bei dem bleiben können, was einen interessiert

Lebe deinen Traum bedeutet, dass man sich ganz dem Interesse widmen kann, das einen am meisten bewegt.

Lebe deinen Traum bedeutet nicht, zu faulenzen, allein schon deshalb, weil Leben und Reglosigkeit Gegensätze sind. Lebe deinen Traum bedeutet auch nicht, den Träumen anderer nachzujagen.

Innerhalb der eigenen Grenzen träumen zu können, und diesen Traum zu leben, das ist der Inbegriff von „Lebe deinen Traum“.

 

Spruchbild, Bildspruch, Zitat, Sprichwort: Glück heißt: Seine Grenzen kennen und sie lieben. (Romain Rolland)
Glück heißt: Seine Grenzen kennen und sie lieben. (Romain Rolland)

 

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Was heißt: Lebe deinen Traum? was last modified: April 4th, 2016 by Henrik Geyer

Leben ändern – Realität verändern

Leben ändern

Wir können unser Leben ändern – aber wir können die Realität nicht ändern. Wirklich?

Nein, das stimmt nicht. Wenn ich mein Leben ändern will, dann ändere ich damit auch meine Realität. Und von welcher Realität würden wir wohl sprechen, wenn nicht immer von unserer eigenen?

Der Beginn der Änderung ist das Einüben neuer Begriffe. Es ist dies die verblüffende Feststellung, die ich in meinen spirituellen Büchern beschreibe. Es ist die am Anfang überaus merkwürdige Feststellung, dass es jenseits der individuellen Realität keine „feste“ Realität gibt.
Zitat Hilde Domin: Jeder meint, dass seine Wirklichkeit die richtige Wirklichkeit ist.

Was ist statt dessen wahr?

Wahrheit, Realität und so viele menschliche Begriffe, gibt es nicht außerhalb von uns. Das bedeutet, aus uns selbst geht hervor, was immer wir als die Realität bezeichnen. Das ist die Grundaussage des Spirealismus. Da der Mensch aber eben nicht ein von einer äußeren Realität abgetrennter Beobachter ist, sondern vielmehr ein Element dessen, was Realität erst hervorbringt, ist unser menschliches Selbstbild falsch, das uns sagt, wir wären abgetrennte Beobachter.

Das Besondere der spirealistischen Sichtweise ist, dass sie erklärt, dass der Mensch nichts beobachten kann, das von ihm selbst unabhängig wäre. Das gilt ebenso für die Beobachtungen der Wissenschaft.

Kann ich die Realität verändern, und dadurch mein Leben ändern?

Ganz praktisch gesehen gibt uns die oben gemachte Erkenntnis das Werkzeug in die Hand, die subjektive Realität, die die einzige Realität ist, die wir kennen, zu ändern. Denn wenn wir unsere Begriffe ändern, ändern wir die Realität. Unsere Begriffe – das ist unser Begreifen dessen, was wir sehen. Unser Begreifen eines Wortes zum Beispiel, das wir hören.

Sind denn die Worte nicht statisch?

Hier wird es ein wenig schwierig, denn es handelt sich um eine Frage der Wahrnehmung. Und wenn man sagt, dass unsere Begriffe die Realität sind, dann liegen die Grenzen unserer Realität in dem Begreifen z.B. der Worte.
Wir Menschen glauben doch meist, dass die Worte, die wir verwenden, „nur“ eine Beschreibung einer äußerlichen Realität sind. Doch das sind sie nicht. Sie sind selbst unsere Realität, weil wir, wenn wir ein Wort hören, etwas Bestimmtes verstehen. Und das variiert von Mensch zu Mensch. Die Worte sind also nicht statisch, sie verändern sich ständig in ihrer Bedeutung. Ein praktisches Beispiel: Wenn wir die letzten drei Sätze nicht für wahr halten können, dann sind Worte uns wie „Schall und Rauch“. Während sie, unter einem anderen Gesichtspunkt verstanden, die Instrumente der Veränderung von Realität sind. Der andere Gesichtspunkt von dem die Rede war – das ist z.B. Spirealismus.

Leben ändern – Realität verändern was last modified: Dezember 2nd, 2015 by Henrik Geyer